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Geschichte von Kleinlützel


Die älteste Behausung im Gemeindebann von Kleinlützel gehört dem neolithischen Zeitalter
(3000 – 1800 v. Chr.) an. Es handelt sich um die Blauenstein-Felsenhöhle, die nördlich des
Dorfes am südlichen Fuss des Blauensteins liegt. In dieser steinzeitlichen Behausung wurden
von Archäologen ein geschliffenes Steinbeil sowie ein Schmuckgegenstand gefunden.

Spuren der römischen Herrschaft (125 vor bis 400 n Chr.) wurden auf Kahl, zwischen der
Rämelweide und den Kahlmatten festgestellt, wo mit grosser Wahrscheinlichkeit eine
römische Ansiedlung oder wenigstens eine Werkstätte gestanden hat. Dies wird bestätigt
durch das Vorhandensein römischer Verbindungswege zwischen Kleinlützel und Blauenstein
und Burg sowie von Roggenburg über Kleinlützel auf den Kahl nach Röschenz.

Fundgestände und Reste von Gräbern aus der germanischen Zeit weisen darauf hin, dass es
im Gemeindebann eine alemannische Siedlung existiert haben muss. Die Alemannen kamen
im Jahre 416 n. Chr. unter die Oberhoheit der Franken, die ebenfalls ein deutscher
Volksstamm waren und schon den Dorfnamen Kleinlützel aufführten.

Aus dem Mittelalter stammt die Ruine Blauenstein, die nördlich von Kleinlützel auf einer
schmalen Felsgrate liegt. Über die Erbauung des Schlosses ist nichts bekannt. Da es am
Übergang eines wichtigen römischen Passes über die Blauenbergkette stand, könnte man auf
römische Ursprünge zurückgreifen. Das Schloss wurde 1411 zerstört und nicht mehr
aufgebaut.

1136 wurde im Gebiet des heutigen "Klösterli" ein kleines Frauenkloster mit dem Namen
Minor Lucella gegründet und war dem Abt von (Gross-)Lützel unterstellt. Noch im 12. Jh.
wurde das Kloster den Augustiner Chorherren übergeben. Erst 1486 wurde es wieder
Frauenkloster (Augustinnerinnen). Im Schwabenkrieg (1499) und bei den Bauernunruhen litt
das Kloster stark. Heute sind noch Kapelle und Ökonomiegebäude erhalten.

1527 kaufte Solothurn Kleinlützel mit dem umliegenden Gebiet und integrierte dieses in seine
Vogtei Thierstein, die bis 1798 bestand und einen einheitlichen Gerichtskreis bildeten. Die
Pfarrpründe zu Kleinlützel hatten offenbar die Thiersteiner inne, dann Lützel, bis sie 1646
ebenfalls von Solothurn erworben wurden.

Quellen: Brunner Johann, Kleinlützel, Breitenbach 1972


Polit. Gem. SO, Bez. Thierstein. Solothurn. Exklave an der Lützeltalstrasse (Laufen-Pruntrut)
mit den Weilern Ober- und Nieder-Huggerwald und Ring sowie dem ehem. Frauenkloster
Klösterli. 1194 Luozela, 1207 de Minori Luzela, 1288 Kleinen Lützel (Vidimus von 1488),
franz. früher Petit-Lucelle. 1798 852 Einw.; 1850 1'042; 1900 868; 1950 1'219; 2000 1'243.
Neolith. Funde in der Höhle Blauenstein, röm. Funde, am Mühlrain frühma. Gräber. Die
nördlich des Dorfes gelegene Burg Blauenstein war Sitz der Herren von Biederthal-
Blauenstein. Die Rechte der 1411 zerstörten Burg gingen an die Küng von Tegernau, der
Burgstall und K. wurden 1502 an Solothurn verkauft. 1522-27 unterstand K. dem Bischof von
Basel, danach bis 1798 der Vogtei und dem Gericht Thierstein. In der Reformationszeit war
K. vorübergehend dem neuen Glauben zugewandt. Die alte Mauritiuskirche dürfte eine frühe
Stiftung gewesen sein. Ab 1635 war Solothurn Kollator, wobei die Seelsorge dem Pfarrer von
Breitenbach oblag. 1641-46 war die Pfarrei dem Kloster Lützel inkorporiert, nachher war
Solothurn wieder Kollator. 1924 erfolgte der Neubau der Kirche an anderer Stelle. Die
Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern in Ober-Huggerwald wurde 1746 erbaut und 1887
erneuert.

1207 wird die ecclesia beate Marie de Minori Luzela im Gebiet des heutigen Klösterlis zum
ersten Mal erwähnt. Da die Kirche Patronatsrechte von Roggenburg und Movelier erhielt,
muss es sich bereits um eine klösterl. Gemeinschaft, vermutlich einen Frauenkonvent,
gehandelt haben; die Ordenszugehörigkeit entzieht sich unserer Kenntnis. Das Kloster wurde
1253 demjenigen von Beinwil unterstellt, 1264 - jetzt als Männergemeinschaft fassbar -
wegen Armut mit dem Augustiner Chorherrenstift St. Leonhard in Basel vereinigt und 1486
wieder in ein Frauenkloster umgewandelt. 1505 erfolgte die Vereinigung mit dem
Zisterzienserkloster Lützel. 1525 wurde das Kloster zerstört, jedoch in der Folge wieder
aufgebaut. Die Ende des 16. Jh. erneuerte Kapelle wurde 1777 vom Kloster Lützel
aufgegeben. Nach der Revolutionszeit wurde diese St.-Josephs-Kapelle wieder in kirchl.
Gebrauch genommen. Diese und ein Ökonomiegebäude erinnern heute an das einstige
Kloster.

Bohnerzvorkommnisse erlaubten 1682, die Eisenschmelze von Erschwil nach K. zu verlegen.


1795 brannte das Dorf nieder. 1813 wurde eine Hammerschmiede errichtet, 1830 eine Nagel-
und Werkzeugfabrikation. Am Bach siedelte sich Gewerbe an, u.a. eine Sägerei, Ziegelei und
Mühle; im Übrigen war K. landwirtschaftlich geprägt. Um 1880 wurde eine Seidenweberei
eröffnet, 1892 eine Schloss- und Beschlägefabrik, 1893 eine Tabakpfeifen- und 1900 eine
Stockfabrik. Zwischen 1819 und 1852 wanderten 10% der Bevölkerung K.s aus. Bis heute
dominiert in K. das Gewerbe und die Kleinindustrie. Die Nähe zur ländlich geprägten
schweiz. und franz. Nachbarregion verhinderte eine grössere wirtschaftl. und soziale
Entwicklung der Gemeinde.

Literatur
-Kdm SO 3, 1957, 238-248
-J. Brunner, K., 1972
-HS III/3, 518 f., 764-767; IV/2, 96-101
-R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 417-421

Autor: Lukas Schenker


Postkartensammlung der Zentralbibliothek Solothurn

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Dorfansicht Gasthof zum Engel A. Brunner - Ackermann,


Propr. Gasthof zum Tell J. Brunner, Propr. Jahr: 1904 (Stempel) Dateiname: ZBS_P_03209
Ordner: Thierstein + Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Dorfansicht Gasthaus zum Wilhelm Tell Bes. Jos. Brunner
Jahr: 1914 (Datiert) Dateiname: ZBS_P_03213 Ordner: Thierstein + Dornach
Ort: Kleinlützel Beschriftung: Brunner & C., Pfeifen Fabrik Gasthof zum Tell J. Brunner,
Propr. Verlag: Grögli, J. Diessenhofen Dateiname: ZBS_P_03220 Ordner: Thierstein +
Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Dorfansicht Zollposten Säge Dateiname: ZBS_P_03210


Ordner: Thierstein + Dornach
Ort: Kleinlützel Beschriftung: Kirche Verlag: Brunner, Jos., Gasthaus Tell, Kleinlützel Jahr:
1918 (Datiert) Dateiname: ZBS_P_03222 Ordner: Thierstein + Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Foto Ernst Walter, Schaffhausen Verlag: Brunner, Jos.,
Gasthaus Tell, Kleinlützel Jahr: 1916 (Datiert) Dateiname: ZBS_P_03223 Ordner: Thierstein
+ Dornach
Ort: Kleinlützel Beschriftung: Projektierte katholische Kirche in Klein - Lützel (Kt.
Solothurn) wird erbaut 1922 - 1924 von Architekt A. Betschon, Baden Verlag: Trüb, A., &
Cie., Aarau Dateiname: ZBS_P_03224 Ordner: Thierstein + Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Tränenfels mit Oelberggrotte Verlag: Bischoff, Erwin, Wil
Dateiname: ZBS_P_03226 Ordner: Thierstein + Dornach
Ort: Kleinlützel Beschriftung: Klösterli Verlag: Salvioni, A., Bellinzona Dateiname:
ZBS_P_03227 Ordner: Thierstein + Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Ziegenherde der Gemeinde Verlag: Photogr. Gesellschaft,


Olten Jahr: 1920 (Stempel) Dateiname: ZBS_P_03228 Ordner: Thierstein + Dornach
Ort: Kleinlützel Beschriftung: Beobachtungsposten "Rämel" Verlag: Meyer - Kieser, J.,
Laufen Jahr: 1917 (Datiert) Dateiname: ZBS_P_03229 Ordner: Thierstein + Dornach

Ort: Kleinlützel Beschriftung: Rämel Verlag: Grögli, J. Diessenhofen Jahr: 1918 (Datiert)
Dateiname: ZBS_P_03230 Ordner: Thierstein + Dornach