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Sehnsucht nach dem Frhling

O, wie ist es kalt geworden


Und so traurig, d' und leer!
Raue Winde weh'n von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr.
Auf die Berge mcht' ich fliegen,
Mchte seh'n ein grnes Tal,
Mcht' in Gras und Blumen liegen
Und mich freu'n am Sonnenstrahl;
Mchte hren die Schalmeien


Und der Herden Glockenklang,
Mchte freuen mich im Freien
An der Vgel sem Sang.
Schner Frhling, komm doch wieder,
Lieber Frhling, komm doch bald,
Bring' uns Blumen, Laub und Lieder,
Schmcke wieder Feld und Wald!
Ja, du bist uns treu geblieben,
Kommst nun bald in Pracht und Glanz,
Bringst nun bald all deinen Lieben
Sang und Freude, Spiel und Tanz.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(ca. 1827)




UNVERLIERBARE HEIMAT

Wer die Heimat kannte,
die ich Heimat nannte,
der verlor sie nicht;
tief ins Herz geschrieben
ist sie ihm geblieben,
wie ein Seelenlicht.

Nichts hab ich besessen,
doch auch nichts vergessen;
alles blieb bestehen.
All der Blumen Dfte,
Vogelsang der Lfte
Knnen nicht vergehen.

Warum soll ich trauern
Um zerfallene Mauern,
die mir nie gehrt?
Heimat ist im Innern,
mehr als nur Erinnern,
bleibt drum unzerstrt.

Wer die Heimat kannte,
die ich Heimat nannte,
der verlor sie nie;
tief ins Herz geschrieben
ist sie ihm geblieben
eine Herzensmelodie.


Jakob Wolf
( Feketic / Schwarzenberg, 1914 1987, Sindelfingen )