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Wie der Häuserkampf in

~81 besetzten Studenten und Autonome die Gebäude am Hafen / Es war der Anfang einer
ie Hafenstraße zuog.

D lebt. Scharen von
Touristen pilgern
heute noch zu den
bunt bemalten Fassaden,
die in den 80er jahren zum
Menschen unterschied-
lichen Alters, darunter
auch Studenten und Auto-
nome, zogen in die teilwei-
se bereits entmieteten und
Symbol der Auflehnung zum Abriss verdammten
gegen die Staatsgewalt Wohnungen ein. Sie einte
wurden. Heute wird vor ein Ziel: eine eigene Welt
und an den Häusern voller mit eigenen Regeln. Der
Inbrunst gehämmert und Traum vom selbst-
diskutiert. Alles soll vor- bestimmten Leben.
bereitet sein, wenn zwi- Bereits 1982 wuchs die
schen dem 15. und 17. Sep- Kommune an der EIbe auf
tember ein ganz besonde- 60 Personen an. Es kam zu
res Jubiläum ansteht - vor ersten Auseinanderset-
25 Jahren wurden dort die zungen mit der Polizei. Im
ersten Häuser besetzt. Winter 1982 ordnete die
Es begann Anfang der SAGA offiziell an, die
80er jahre "Gru- 116 und 120 bis 122. Ur- Häuser zu entrümpeln.
ner+jahr" plante den Um- sprünglich wohnten in Die Bewohner warfen da~
zug an die Hafenkante. den Häusern aus dem 19. raufbin alles, was nicht
Um /Ur den Verlag Platz zu jahrhundert Hafenarbei- niet- und nagelfest war,
schaffen, kaufte die Stadt ter. Im Zuge der Entmie- aus den Fenstern. Geplän-
alle Häuser dort auf. Da- tung durch die SAGA kam kel im Vergleich zu den
runter auch die später Uffi- es im September 1981 zu Schlachten, die Bürger,
.. ftenGebäude108bis einer ersten stillen Beset ew.l!ht!er, EPIiz.ci uncieo
CHRONIK
Herbst 1981: Die Häuser an
der Sl Paull HafenstraBe wer-
den still besetzt.
April 1982: Rund 60 Men-
schen wohnen in den Häu-
sern. Sie beginnen, die baufäl-
ligen Gebäude zu renovieren.
Erste kleinere Krawalle.
September 1982: Festnah-
men und erste Durchsuchung
durch die PolizeI.
September/Oktober 1982:
Die Bewohner machen einen
Vorschlag für ein selbst ver-
waltetes Wohn nnodell- der
Senat lehnt ab und beschließt
den Abriss.
Februar 1983: Es kommt in
den Häusern zu schweren
Auseinandersetzungen. Barri-
kaden werden gebaut, Steine
fliegen auf Polizisten.
November 1983: Die SAGA
schließt mit den Bewohnern
Mietverträge ab. Die Stadt
zahlt den legalISierten Bewoh-
nern 140 000 Mark für die Re-
novierung.
Februar 1986: Der Senat
entscheidet über den Kopf des
Bezirks hinweg, dass Anfang
1987 drei Häuser abgerissen
werden.
Oktober 1987: 500 Beamte
rücken zum bisher umfang-
reichsten Einsatz an, Hinter-
grund: ein RAF-Spruch an der
Fassade und Strafanträge der
SAGA gegen die Mieter.

die Stadt kam
jahrelangen - oft gewalttätigen - Auseinandersetzung
litik später an den Rand der und zogen aus. Vor allem sung. Die Angst auf allen Sei-
Belastbarkeit treiben sollten. Frauen mit ihren Kindern ten war groß. "Ich bekam ei-
Aber: "Unsere erste gemein- hatten Angst. Andere kämpf- nes Tages einen Anrufvon ei-
same Aktion", erinnert sich ten erbittert weiter. ner verzweifelten Frau, de-
Claus Petersen. Er ist einer 1983 trotzen die Hafen- ren Tochter in einem der
der Organisatoren der dies- sträßlerdem SPD-Senat Ver- Häuser wohnte. Sie be-
jährigenJubiläumsveranstal- träge ab, die zwei Jahre spä- schwor mich, weiter für Ver-
tung. ter keine Gültigkeit mehr be- handlungen einzutreten", er-
Zum Wendepunkt in der sitzen sollten. Startschuss rur innert sich der damalige
bis dahin weitgehend friedli- eine weitere Welle der Ge- Zweite Bürgermeister lngo
chen Auseinandersetzung walt. "In einer beispiellosen von Münch (FDP) im Ge-
geriet 1982 der Ausbau der Dialektik von Repression spräch mit der MOPO.
Hafenrandstraße auf vier und Widerstand von 1985 bis Die Forderung der Politik:
Spuren. Petersen später zur 1987 setzen wir - getragen Abbau der Barrikaden. Die
MOPO: "An den Baggern von vielfaltiger Solidarität - Besetzer sperrten sich zu-
hatte sich unsere Wut ent- durch, hier zusammen zu le- nächst dagegen. Die Folge:
zündet." Die Folge: Straßen- ben. ohne jedoch die Bedin- Im Spätherbst 1987 standen
schlachten mit der Polizei, gungen dafiir selbst gestalten 5000 Polizisten zum Sturm
Verletzte auf bei den Seiten. zu können", beschreiben die auf die besetzten Häuser be-
Die Besetzer erhalten natio- derzeitigen Hafensträßler reit. High Noon an der Ha-
nal und international Unter- die damalige Situation. fenstraße. ERIKTRÜMPlER
stützung. Kampf den Immo- Anders ausgedrückt: In
bilienspekulanten - Linken Hamburg herrschten bürger-
und Liberalen gefiel dieses kriegsähnliche Zustände. Morgen lesen Sie:
Motto. Bürgermeister Klaus von Wie Zeitzeugen die
Einige Bewohner hielten Dohnanyi verpfandete sein Krawalle erlebten
dem Druck nicht mehr Stand Amt für eine friedliche w-
12 HAMBURG Dienstag, 12. September 2006 Hamburger Morgenpost

1987 eskalierte die Gewalt - dann geschah ein Wunder
igh Noon in der Ha- .. Ich bin zuversichtlich,

H fenstraße im Spät-
herbst1987.5000 Poli-
zisten stehen zum
Sturm auf die besetzten
Häuser bereit. Am 19. No-
dass auf diesem Weg endlich
ein Konflikt gelöst werden
konnte, der Hamburg jahre-
lang vergiftet hat", jubelt
Bürgermeister Klaus von
vember um 14 Uhr läuft das DohnanyL Fast allein, ohne
allerletzte Ultimatum aus. Unterstützung des Senats,
Hamburg steht kurz vor seiner Partei und des Koali-
einem Straßenkampf, wie es tionspartners FDP, hat er auf
ihn noch nicht gegeben hat. eine Karte gesetzt - und ge-
Die Fronten sind verhärtet, wonnen.
die Nerven von Politik, Po- Doch die heiße Phase soll-
lizei, Bewohnern und Bür- te sich noch weitere Jahre
gern zum Zerreißen ge- hinziehen. Im Februar 1988
spannt. "Ich kann nicht aus- fliegen erstmals wieder Mo-
schließen, dass damals ge- lotow-Cocktalls, Barrikaden
schossen worden wäre", sagt brennen - trotz Vertrags-
Michael Herrmann. damals abschlusses zwischen Re-
als Vermittler zwischen den gierung und Bewohnern. Es
Fronten aktiv. folgt ein jahrelanger Klein-
Vor den Häusern spiegelt Doch am Morgen des 18. No- krieg. Ob politische Parolen
sich die Gewalt der vergan- vember 1987 - das Wünder. an den Häuserwänden oder
genen Tage wider. Auto- Schwarz gekleidete Men- eine angebliche Nähe zu
wracks, Holzbohlen, umge- schen machen sich im Mor- RAF-Terroristen - die Ha-
stürzte Container und Eisen- gennebel ans Werk und bau- fenstraße steht weiter im
gerüste zieren die Straße. en - wie gefordert - qie Bar- Brennpunkt. Bürgermeister
rikaden ab. Am Tag darauf Henning Voscherau, der im-
werden auch die Verbarrika- mer wieder mit Räumung
dierungen der Häuser ent- droht, löst Klaus von Dohna-
fernt. Bereits knapp zwei nyi als Bürgermeister ab.
Stunden nach Ablauf des Erst Mitte der neunziger Jah-
eingehaltenen Ultimatums re sollte Ruhe einkehren.
tritt der Senat zu einer Son- Mehr als zehn Jahre nach der
dersitzung zusammen. Um ersten, stillen Besetzung.
17.38 Uhr klingelt in der Ha- ERIK TROMPlER
fenstraße das Telefon: Sozi-
alsenator Jan Ehlers ist dran
und übermittelt die frohe
Botschaft: Der Senat hat
dem zugesicherten Pacht-
Hamburger Morgenpost Dienstag, 12. September 2006 HAMBURG 13

November 1987: Bürger-
meister Klaus von Dohnanyi
verpfändet sein Amt. Erver-
langt den Abbau der Barrika-
den. den Zugang zu den Häu-
sern. Die Besetzer halten sich
.an das gesetzte Ultimatum.
Der Senat stimmt dem Pacht-
vertrag mit den Bewohnern zu.
Februar 1988: Übertragung
der Grundstücke auf die städti-
sche lawaetz-Stiftung. Der
bürgerschaftliche Haushalts-
ausschuss bewilligt 500 ODO
Mark von insgesamt 1,5 Millio-
nen Mark für die Instandset-
zung der Häuser.
Juni 1988: Bürgermeister von
Dohnanyi tritt zurück.
September 1989: Der Stren
um eine Häuserwand löst eine
Straßenschlacht zwischen Poli-
zei und Demonstranten aus.
Mai 1990: Großeinsatz mit
3000 Beamten von Bundes·
grenzschutz und Polizei, 13
Wohnungen an der Hafenstra-
ße werden durchsucht.

DER SAGA-JURIST
Ein Ereignis ragt vollkommen verändert. Die Polizei
DER POLIZIST fOr mich persön- gab zu, die Snuation völlig falsch
IIcII aus allen an- eingeschätzt zu haben. Bürgermeis-
Noch heute erinnere Bemhard-Nocht-Stra8e_ Dort wur- deren beraus. ter Voscherau schrieb mir einen
ich mich an einen den wir plötzlich von einer etwa zehn- Schon oft war ich Brief, in dem er sein Entsetzen über
Nachtdienst, in dem köpfigen Personengruppe aus den als Jurist der SAGA die Tat zum Ausdruck brachte
ich das erste Mal auf Häusern umringt. Was dann passier- mit zahlreichen fortan bekam ich zwei Per-
Menschen getroffen te, habe ich nie wieder erleben Polizeikräften zu Räumungen in der sonenschützer an die Seite ge-
bin, die mir so feind- müssen. Mehrere Bewohner der Häu- Hafenstraße. Doch das S.chlimmste stent, die mich ständig begleiteten.
selig und böswillig ser sind mit erhobenen Knüppeln und passierte mir im Frühjahr 1989. Als Ein herber Einschnitt in meinem le-
begegneten, dass ich Zaunlatten auf uns zugestürmt und ha- Geschäftsführer der neu ge- ben. Erst dann wurde mir die Bri-
Angst hatte. So groBe Angst wie da- ben uns geschlagen. Sie wollten uns gründeten Hafenrand GmbH sanz dieser Funktion in aller Deut-
nach nie mehr als Polizeibeamter. erheblich verletzen. vielleicht sogar meldete ich mich zu einer Besichti- lichkeit bewusst. Noch heute fragt
Gegen Mitternacht erhielten wir einen mehr. Ich habe in dieser Nacht erst- gung der Häuser an. Mit meinem mein Arzt, warum meine Nase so
Einsatz für eine Streifenwagenbesat- mals mit meinem Gummiknüppel Kollegen Eberhard Gilde und einem krumm sei. Das sind die Folgen von
zung. Jemand hatte ein Fahrzeug mit zugeschlagen, um mich zu verteidi- Elektroinstallateur machten wir uns damals. Die Nase war von den
einer eingeschlagenen Scheibe gemel-
det. Vorsichtshalber hatte die.Einsatz-
zentrale einen zweiten Streifenwagen
gen. So oft und kräftig, dass ich danach
entkräftet war. Für mich war das ein
einschneidendes Erlebnis.
..... ...
Früher Schutzpolizist, jetzt
auf den Weg. Zunächst lief alles
glatt. Urplötzlich stürmten aus
einem Hauseingang etwa fünf
Schlägen angebrochen.
Wallgang Dirksen (53)

entsandt. Der Einsatzort lag in der Ralf Kunz (44) Pressesprecher. Ralf Kunz maskierte Männer heraus. Die wa-
ren mit Knüppeln bewaffnet und
hatten nur ein Ziel: mich. Sie
DER VERMITTlER prügelten auf mich ein . Ich war auf
diesen Angriff weder vorbereitet
Natürlich erinnere Angst vor einer Räumung hatten die GAl, flogen quasi mit weißer Fahne noch trainiert. Nach wenigen
ich mich an die Zeit Bewohner Poller aus Stahlbeton auf per Hubschrauber nach Sylt. Beim schmerzhaften Sekunden war alles
damals. Politna- den Gehwegen errichtet. Bürger- Bürgermeister gabs Kuchen und Kaf- vorbei.Meine Kollegen suchten den
sen, besonders de- meister von Dohnanyi war auf~ fee. DOhnanyi erfuhr beim Gespräch Blick zu einem Fahrzeug mit Zivil:
nen weiter oben, Sylt im Urlaub_ Wir sprachen mit auch, dass viele der an ihn heran- poliZisten auf der gegenüberliegen-
fehlte es wie heute der Patriotischen Gesellschaft, um getragenen Nachrichten über das den Straßenseite. Die kamen dann
an Besonnenheit, den Irrsinn zu stoppen und Dohnanyi "Chaos~ überzogen waren. So er- voller Schreck rüber, weil sie sahen,
um soziale Konflikte mit Vernunft zu zu besuchen. Erich BralHl-Egidius klärten wir ihm, dass man als dass ich stark am Kopf blutete. Sie
lösen. Stattdessen verließen sie von den Patrioten, der Fotograf Gün- nonnaler Mensch die Balduin- wollten einfach nur weg vom-Tatort
sich lieber auf die Schlagkraft ter Zint und ich, damals noch in der treppe hinab- oder hinaufgehen und fuhren m~h deshalb direkt ins Stets umringten Presse und Po-
der Polizei. Hausbesetzungen konnte, ohne dass von oben Hafenkrankenhaus. Von da an hatte lizei den luristen Walfgang Dirk-
waren damals die Antwort auf Pech und Schwefel herab- sich meine persönliche Situation sen beim Betreten der Häuser
die Zerstörung gewachsener kämen.lch bot ihm an, mit mei-
Viertel durch Spekulanten und nem Peugeot da vorbeizufah-
Abriss. Wir hatten damals das ren, damit er sich einen eigenen
wKomitee zur Verteidigung der Eindruck machen könne.
Hafenstraße" gegründet und Schließlich konnten wir ihn da-
erfahren, dass Innen- und Bau- von überzeugen. seine Sena-
senator Tabula rasa machen toren anzurufen und den Sturm
wollten. Wir nannten das die Tretten der GAL in der legendären Volxkü- auf die Häuser abzublasen.
Poller-Krise des Senats. Aus che: Vorne links sitzt Michael Herrmann Michael Herrmann 60)
HAMBURG Mittwoch,ll September 2006 Hamburger Morgenpost

Dohnanyi tritt 1988 zurück / Krawalle bis Mitte der 90er Jahre / Heute
ut kann man Klaus te sein Amt rur eine friedli- Doch Dohnanyi musste Einen Zusanunenhang mit

M von Dohnanyi
(SPD) wahrlich
nicht absprechen.
Ohne Unterstützung des Se-
nats, seiner Partei und des
che Lösung im brodelnden
Hafenstraßen-Konflikt.
Kurz vor Ablauf des Ulti-
matums geschah das Wun-
der. Die Bewohner bauten
sich spätestens im Februar
1988 - als erneut Molotow-
Cocktails flogen und Barri-
kaden brannten - harscher
Kritik stellen. "Die Welt"
den Ereignissen stritt er spä-
ter vehement ab. "Ich woll-
te sowieso zurücktreten", zi-
tiert ihn der "Stern",
Bis Mitte der 90er Jahre
Koalitionspartners FDP hat- die umstrittenen Barrikaden fragte bissig: "Dohnanyis kam es immer wieder zu ge-
te der Bürgermeister im No- ab. Der befürchtete Sturm ,Traumfabrik' in Trüm- waltsamen Konflikten. Oft
vember 1987 alles auf eine von 5000 Polizisten blieb da- mern?" Wenige Monate spä- stand die Räumung der Häu-
Karte gesetzt. Er verpfande- durch aus. ter warf er das Handtuch. ser kurz bevor. Doch nicht
zuletzt die zunehmende
Sympathie der Hamburger
Bevölkerung fiir die Bewoh-
ner hinderte den Senat von
Dohnanyi-Nachfolger Hen-
ning Voscherau (SPD) am
Kahlschlag. Das Bild der prü-
gelnden Chaoten in den Häu-
sern verblasste zusehends.
Als die Bürgerschaft 1995
die Privatisierung der Häu-
ser beschloss, fand der jah-
relange Konflikt am Hafen-
rand ein jähes Ende.
Heute sind die meisten

IIn!nnpunkt HafenstraBe: Klaus
von Oohnanyi im Rampenlicht Anne und Michael aus Leipzig
vor den Hafenstra8en-Häusem

INTERVIEW: Klaus von Dohnanyi

Es gab keine Politik der Annäherung«
ehemalige Bürgermeister über seine Erinnerung an die Hafenstraßen-Besetzung
MOPO: Was war damals MOPO: Sehen Sie Ihre Politik schaut? Sind Sie selbst er- Dohnanyi: Die Hausbesetzer
schwerwiegender: das Aus- der Annäherung bestätigt staunt, wie sich die Hafen- stammen aus dem Klima der
maß der Krawalle oder der oder würden Sie heute etwas straße entwickelt hat? 60er und 70er Jahre. Damals
ist am Imageschaden für die Stadt anders machen? Dohnanyi: Ich bin heute ei- meinten viele. wer etwas hat,
Hamburg? Dohnanyi: Es gab keine Politik gentlich enttäuscht, dass die der hat das eigentlich zu Un-
es in der Politik immer Dohnanyi: Am schwierigsten der "Annäherung". Wir ha- Bewohner der Hafenstraße recht: Alles gehört allen.
wieder Situationen gibt, in war die mangelnde Bereit- ben in meiner Zeit alle neu- noch immer nicht mehr aus Diese Strömung gibt es Gott
denen man aus der Verant- schaft der meisten Medien, en Besetzungen sofort (in 24 ihren Möglichkeiten ge- . sei Dank nicht mehr. Demo ·
wortung einsame Entschei- die Lage mit Distanz und Au- Stunden) geräumt. Es war macht haben. kratie ist heute kein Gegen·
dungen treffen muss. Wer in genmaß zu betrachten und Krisenmanagement fLir eine MOPO: Wie kommt es, dass es satz mehr zu Leistung und
eincrsolchenSituationnicht zu beurteilen. Die Medien Wunde, die schon vor mei- dieses Phänomen der Haus- Erfolg. Und das ist ein Fort-
bereit ist zu fallen, der wird haben mehr zur Aufheizung ner Zeit entstanden war. besetzung in dem damaligen schritt.
nie wirklich stehen, wenn es der Lage beigetragen als die MOPO:HabenSiesich die der- Stil nicht mehr gibt? Hat sich DAS INTERVIEW FÜHRTE
riskant wird. Krawallmacher se1bst. zeitige Situation mal ange- die Gesellschaft verändert? ERIK TRÜMPLER
Hamburger Morgenpost Mittwoch, 13. September 2006 •

leben Steuerberater neben Punks
Häuser instandgesetzt, die
Dächer ausgebaut. ..Der
Kampf um die Häuser ist 7. Januar 1991: Das Land·
vorbei", sagt Bewohner ger~ht Hamburg erklärt die
Claus Petersen... über die Kündigung der Pachtverträge
Jahre hat er uns genug Ener- durch die Harenrand GmbH für
gie und Kraft gekostet." rechtmäßig. [lne Räumung
Vor den Gebäuden sitzen steht unmittelbar bevor.
Anne (23) und Michael (26) 17. Januar 1991: Der Genchts·
aus Leipzig. Sie woUten sich voIiZJeher wetgerl SICh zu räu.
einen Eindruck von der einst men Das AmtsgerICht beslä·
berüchtigten Zeile verschaf- tlQl die Weigerung.
fen. Ihr Urteil:.Wir sind fast Februar 1991: Das Amts'
ein wenig enttäuscht. Diese ~ht weigert sich, den Ge-
Häuser könnten auch in je- richtsvollzieher zur Räumung
der anderen Stadt stehen." zu verpflichten.
Doch eine Tradition wird MI! 1992: Krawall In der Ha·
an der Hafenstraße weiter 1enstraBe. Barrikaden brennerl.
gepflegt: Entscheidungen Februar 1995: Senat und Bür·
fallen im Plenum,. einer Ver- gerschaft beschließen Ver·
sammlung aus Bewohnern, handIungen Ober eine Privat>
Anwohnern und Betroffe- sienI1g der Hauser.
nen. "Hier leben Punks, Stu- Dezember 1995: Der Senat
denten. Lehrer und Steuer- stimmt dem Verkauf zu. Für
berater", erzählt ein Bewoh- 2,04 Millionen Mark gehen die
ner. "Hier passt einer auf den Häuser an die Genossenschaft
anderen auf." ERIKTROMPLER ~Alternativen am EJbufer".
September 2006: Die Hafen·
stJa8e leiert iII chi Tagen ihr
Ende der Serie 25-jähnges Jubiläum.

))Morgenpost lügt«
MOPO-Reporter Thomas Hirschbiegel
über den Häuserkampf am Hafen
Der Typ in der grünen Bom· feuert mit einer ZwiUe, hat-
berjacke mit der Hasskappe te mich getroffen. Meine di-
auf dem Kopf war nur Se- cke Lederjacke verhinderte
kundenbruchteile am Fens- Schlimmeres. Die Springer-
ter des Hafenstraßen-Hau- Presse, aber auch wir MO-
ses an der Bernhard-Nocht- PO-Leute waren fiir die Ha-
Straße zu sehen. Im nächs- fenstraßler ein rotes Tuch.
ten Moment spürte ich einen .Morgenpost lügt" stand
Schlag an der linken Schul- Ende der 80er Jahre in roter
ter - eine Stahlmutter, abge- Farbe auf einem Bauwagen
vor den Häusern. Der Vor-
wurf der Bewohner war: "Ihr
schreibt doch nur, was die
amtlichen Stellen über uns
behaupten, und lasst uns
nicht zu Wort kommen."
Doch wenn man mal den
"Pressesprecher" der Be-
wohner erreichte, wartete
der meist erst mal ein "Ple-
num" in den Häusern ab. Ta-
ge später gabs dann eine wir-
re Erklärungüber ..BuUenter-
ror" und "Politik der Herr-
sehenden". Einfacher ist es
bis heute kaum geworden.
Man bekommt heute vennut-
lieh viel leichter Fotos des
Staatsschutz-Geheimarchivs
als Motive aus den ehemals
besetzten Wohnungen
ke

.,hön war's meist nur von außen. Oie Hafenstraße im Jahre 1988 FOTO: ELLER BROCK@SCHAFFT/BllOERWERK
Ein Sieg, den keiner vergessen darf KOMMENTAR VON ULRIKE WINKELMANN

Kampf lohnt sich. Das ist die Botschaft bespotteten bürgerlichen Hafenstra- Und: Auch Schlechtverdiener haben
der l-Jafenstraße, wie sie sich 25 Jahre ßen-Fans, die die Hafenstraße selbst Anspruch auf attraktive Wohnlagen.
nach der Erstbesetzung der Häuserzei- davor bewahrten, an linksradikalen Ni- Und: Nischenkulturen sind schützens-
le am Hamburger Hafenrand formulie- ckeligkeiten und Neurosen zu ersti- wert. Darum wäre es wiederum nicke-
ren lässt - auch mit etwas Abstand. cken. Wenn auch noch ein Tennisstar lig, den alten und neuen Bewohnern
Dieser Abstand ist dabei unbedingt Boris Becker seine Solidarität offen vorzuwerfen, sie seien bloß im "Schö-
nötig. um a1l die Ungereimtheiten und zeigte, verband sich plötzlich der spezi- ner Wohnen" angekommen, Hafen-
Peinlichkeiten im gigantischen Sym- elle Wertehorizont in St. Pauli-Süd mit panorama inklusive.
boltheater Hafenstraße kurz zu verges- dem des verpönten Mainstreams. Im Es ist auch nicht Schuld der Hafen-
sen: Die Selbstgefalligkeit der Hafen- umkämpften Terrain selbst war eben straße, dass Hamburgs Tourismuswirt-
straßen-Szene, die kein berechtigtes nicht zu jedem Zeitpunkt klar, dass es schaft von den berühmten bemalten
Interesse von irgendwem sonst kannte. um mehr ging als die Feindschaft zum Fassaden profitierte, dass der Kapita-
Da geriet noch der Brief mit der Strom- Hamburger Senat. lismus also noch seine erbittertsten
rechnung zum unverschämten Angriff Gesiegt aber hat die Hafenstraße al- Gegner als Dekor zu nutzen versteht.
des Schweinesystems auf den frisch lein. Ihre Bewohner haben bewiesen, Im Gegenteil: Gerade weil die Besetzer
eroberten Freiraum. Dann der eitle welche gesellschaftliche Gestaltungs- sich weder verdrängen noch missbrau-
Stolz, wenn der Senat nachgab - eben kraft Hausbesetzungen entwickeln chen ließen, sondern begehrtenWohn-
noch Bullenstaat, plötzlich windelwei- können. Bis heute wissen die meisten raum erstanden, haben sie Recht behal-
che Sozialdemokraten. Und so weiter. Hamburger: Stadtplanung bedeutet ten. Hoffentlich wird dieser Sieg nicht
Es waren zum beträchtlichen Teil die Ein- und Ausschluss von Menschen. so bald vergessen.
VOR 25 JAHREN BEGANN DIE BESETZUNG DER HAMBURGER HAFENSTRASSE

• In den Achtziger- und Neunzigerjahren zogen die besetzten Höuser der Hafenstraße in Hamburg
ungezöhlte linke on. Klaus von Dahnanyi, früher Bürgermeister der Stadt, war den Besetzern nicht
nahe - und half ihnen doch, einen Teil ihrer Utopie zu retten. Die Geschichte eines longen Kampfes

INTERVIEW JAN FEDDERSEN
den . Ich hatte Kontakt mit Richard von
Weizsäcker gehabt, dem damaligen Re· Chronologie
taz: Herr von Dohnanyi, hätten Sie sich
gierenden Bürgermeister von Berlio,
und ihn nach seinen Erfahrungen mit
des Widerstands
vor 2S Jahren vorstellen können, dass der Hausbesetzerszene in Berlin be- September/Oktober '98.: ju-
das Wohnprojekt In der Hafenstraße fragt. gendUche besetzen unbemerkt
einmal ein positiver Imagefaktor Der hatte mit Vertragstreue viel Kre- zwölf leer stehende Häuser in
Hamburgs sein würde? dit gewonnen. der Hafenstraße, die die städti-
Klaus von Dohnanyi: Ich weiß nicht, ob Und wir sagten, wir wonen diese Verträ- sche Wohnungsbaugesellschaft
das heute so ist. Jedenfalls ist positiv an ge auch. Das war alles einstimmig be- SAGA verrotten ließ, damit Gru-
der Hafenstraße. dass die Stadt an ih- schlossen. Das konnte man nicht ein- ner + Jahr und Tchibo dort ein
fern Beispiel gezeigt hat, dass sie in fach umkippen, nur weil es einem nicht Großprojekt errichten können.
schwierigen Lagen liberale Lösungen passt. Es gab im Senat aber einen . April'98,: Die SAGA bemerkt
finden kann. ... der war? die Besetzung.
Es muss Sie 1987 entsetzt haben, ... den Namen will ich nicht nennen, der November '983: Rund hun·
dass ein Helikopter der Unterstützer- hat gesagt, naja, was wir vor der Wahl dert Besetzer erhalten dreijähri-
szene der Hafenstraße Sie aus Ihren Fe- versprochen haben, ist doch nicht so ge Mietverträge.
rien auf Sylt zurückholen musste, um wichtig. Das konnte ich nicht dulden. Oktober '985: Hamburgs Ver·
zu verhindern, dass an Ihnen vorbei Zusagen und Versprechungen zu ma- fassungsschutzchef Lochte be-
und gegen Ihre Absicht geräumt wird. chen, zu ihnen hinterher nicht zu ste- hauptet falschlicherweise in der
Ja, das ist wahrscheinlich richtig. hen. das ist unredlich. taz, die RAF-Kommando-Zentra-
Das klingt so hartgesotten. Hat es Wie empfanden Sie persönlich die le habe sich eingenistet. Die taz-
Sie nicht gewurmt, dass Senatskolle- Hafenstraßenhäuser - jenseits der re- Redaktion Hamburg wird ver-
gen aus dem Traditionsmilieu Ihrer gierungstechnischen Perspektive? Zeichen und Spuren eines langen Kampfes: die Hamburger Hafenstraße 1995 FOTO : M.. SCHOlZ wüstet. Gerüchte um eine Verge-
waltigung in einem der Häuser
bleiben ungeklärt.

ll Dezember 1986: Kurz vor Aus-

"Etepetete war ich da nie
Klaus von Dohnanyi, einst Bürgermeister Hamburgs, erinnert sich gut und gern an den Zoff um die besetzte Hafenstraße
laufen der Mietverträge demons-
trieren 10.000 Menschen für
den Erhalt der Hafenstraße.
Januar 1987: Geräumte Woh-
nungen werden wieder besetzt.
MaI'987: Der Mäzen jan Phi·
lipp Reemtsma bietet Bürger-
meister von Dohnanyi den Kauf
der Häuser zu einem "politi-
Partei hinter Ihrem Rücken Ihnen Stö- Meine Einstellung war so wie gegenüber 'schen Preis" an. Er erhält eine
cker in die Speichen werfen? der Achtundsechzigerbewegung und rüde Absage.
Es gab halt unterschiedliche Beurteilun- der Grün-Alternativen Liste in Hamburg jull'987: Während Dohnanyis
gen der Sicherheitslage. Ich habe diese insgesamt: eine ambivalente. Bis heute. Urlaub wollen Innensenator Pa-
immer etwas gelassener und etwas rea- Auf der einen Seite sehe ich die Kreativi- welcyk und Bausenator Wagner
listischer beurteilt, als dies andere im tät, den Witz - und auch die Erfrischung, räumen lassen. Die vermittelnde
Senat getan haben. die aus diesen politischen Regionen, "Patriotische Gesellschaft"
Was bedeutete Ihnen die Hafen- wenn ich das mal so sagen darf, kommt. schreitet ein, fliegt zu Dohnanyi
straße? Und andererseits ... nach Sylt: Er soll den Putsch ver·
Zunächst war es eine Sache, die ich ge- ... haben diese Leute auch mit einer hindern. Dies gelingt. Die Be·
erbt habe bei meinem Amtsantritt. Wir Leichtfertigkeit I~stit~t~onen ~n !.:ag~ wohner bauen die Häuser den-
sondern' eine bewohnbare -Situati~ onen sind für die Bürger da, damit die November 1987: Der Senat er-
herstellen. Und die gab es ja damals Gesellschaft, damit die Stadt funktio- klärt sämtliche Vertragsver-
nicht, es sah ja schauerlich aus. Das darf niert: das Gesundheitswesen, das Ver- handlunge·n für gescheitert; die
man nicht bestreiten. kehrssystem, die Kindergärten, die Uni- Räumung droht. Tausende Auto-
Die Furcht war: eine Sanierung zu versitäten und Schulen, die Gerichte, die nome aus ganz Deutschland ei-
Sicherheit und so weiter. len zu Verteidigung der Häuser
Ihre Sorgen in Ehren, nach Hamburg. Die Innenbehör-
KLAUS VON DOHNANYI, ge- aber die Leidenschaft der de holt Spezialeinheiten aus dem
boren 1928 in Hamburg, war Besetzer muss Ihnen doch ganzen Bundesgebiet. Dohnanyi
von 1972 bis 1974 Bundesbil- gefallen haben - ein bürger- verpfandet in einer Aufsehen er-
dungsminister, von 1981 bis gesellschaftliches Engage- regenden Rede sein Wort als Bür-
1988 Erster Bürgermeister der ment für ein besseres Leben germeister darauf, dass der Se-
Hansestadt Hamburg. Sein par excellence. Eine der Demonstrationen in der Hafenstra&e, hier Im Dezember 1986 FOTO : KAI VON APPEN nat mit der Hafenstraße einen
Vater war der Widerstands- Hat es ja auch zum Teil. Aber Pachtvertrag abschließt, wenn
kämpfer Hans von Dohnanyi, meine Gefühle bleiben trotz- die Barrikaden binnen weniger
den die Nazis 1945 hingerich- dem zwiespältig. Institutio- Stunden beseitigt werden. Tau-
tet hatten. nen zerstören zu wollen sende Hamburger strömen zum
FOTO: ANOREAS SCHOELZEL habe ich immer abgelehnt. Hafenrand und räumen die Bar-
Sie mit Spott zu bedenken, in rikaden. Der Pachtvertrag wird
Zweifel zu ziehen, das finde unterzeichnet.
Lasten der armen Leute - dass aus dem ich, wenn es passt, richtig. Man muss Mai 1988: Dohnanyi tritt zu-
Elbrand eine Flaniermeile wird. aber immer wissen, dass auch hinterher rück. Nachfolger wird Hafenstra-
Es ging nicht nur um Flaniermeilen. Die eine gewisse Ordnung, insbesondere ßen-Kritiker Voscherau.
Stadt sollte ihr Gesicht wiederbekom- eine Rechtsordnung herrschen muss. 1989: Die Verwaltung wird der
men, sich nicht nur in den Norden hin Sind Sie zufrieden mit dem Outfit Hafenrand GmbH unterstellt.
ausbreiten, sondern zurück an den der Hafenstraße? Kürzlich sah man Der Pachtvertrag wird aber
Fluss, die Eibe wachsen. Geranienkästen vor den Fenstern der schnell fristlos gekündigt.
Tatsächlich ist mittlerweile einge- einst umkämpften Häuser. Mai 1990: lOOO Polizistlnnen
treten, was Kritiker aus dem Hafen· Es ist leider noch nicht so, wie es sein durchsuchen die Häuser erfolg-
straßenumfeld befürchtet haben: Die- sollte und könnte. In der Sanierung sind los nach RAF-Mitgliedern.
se Wohnlage ist für Arme unbezahlbar. Fortschritte gemacht worden, aber man April 1993: Das Oberlandesge-
Mietpreise waren nicht unser Punkt. Wir könnte das für alle, glaube ich, noch kre- richt bestätigt die Kündigungen.
hatten darauf zu achten, dass Gebäude ativer und schöner machen. November 1993: Das Landge-
und Einrichtungen repräsentativ für die Ihr Vorschlag wäre? richt erlaubt die Räumung.
Stadt sind. Stellen Sie sich mal vor, man Gucken Sie sich doch die Wege dort an. Februar 1994: Voscherau
würde die Hafenstraße neben das Rat- Sauberkeit einer Straße oder auf einem macht eine überraschende
haus stellen! Weg - das ist noch kein bürgerlicher Kehrtwende: Wenn die Hafen-
Es wäre vielleicht ein Ensemble als Schandfleck! Für mehr Sauberkeit könn- straßen-Bewohner die Bebauung
Zeugnis moderner Kunst im öffentli- te man sorgen. Es muss ja nicht ausse- Schöner wohnen in der Hafenstra&e, im Mai 1987 FOTO : MARlt Y STROUX von Freiflächen neben "ihren"
chenRaum. hen wie im Badezimmer, aber man Häusern akzeptieren, könne auf
Gut, aber wir waren besorgt zum Bei- muss schon dafür sorgen, dass auch an- dass es bei den Hafenstraßenhäusern so Könnte ich vielleicht machen. Etepetete deren Räumung und Abriss ver-
spiel um die hygienischen Verhältnisse dere Leute dort ohne Zorn vorbeigehen chaotisch und schmutzig war. Auf diese war ich ja gegenüber der Hafenstraße zichtet werden.
überhaupt in dem Viertel. Deshalb woll- können. Leute mussten die Bewohner doch auch nie. Der wirkliche Konflikt war eben, April 1994: Ohne große Pro-
ten wir sanieren - und aus diesem Rom ist auch nicht an einem Tag re- Rücksicht nehmen. Mir geht es um das dass im Bezirk Mitte, zu dem auch 5t. teste beginnt nebenan der Bau
Grund haben wir dem Hafenstraßen- noviert worden. Gemeinschaftsgefühl, nicht um eine Po- Pauli und die Hafenstraße gehören, von 55 Sozialwohnungen.
projekt einen Vertrag angeboten. Sie haben Recht, nur ich bin jetzt fast 20 lizeiordnung. Dass die Hafenstraßen- auch andere Menschen leben, solche, Februar 1995: Die Stadt be-
Aber gegen den Widerstand der Jahre aus dem Amt, und für das Säubern Bewohner mit anderen auf St. Pauli zu- die mit den Lebensvorstellungen der schließt mehrheitlich Verhand-
rechten Sozialdemokraten im Senat. eines Hauszugangs oder eines Bürger- sammenleben, darauf sollten sie Rück- Hafenstraße nichts zu tun haben möch- lungen zur Privatisierung der
. Die klagen ja noch heute, der Dohna- steigs braucht man nicht 20 Jahre. Es sichten nehmen. Man kann sich doch, ten. Diese nur zu verachten wegen ihrer Hafenstraßen-Häuser.
nyi hat uns diese Schmuddelkinder fehlt da doch an der Einsicht, eben auch wo man zusammenlebt, nicht mit nack- 5pitzengardinen und Alpenveilchen am Dezember 1995: Der Sena
hinterlassen. an einem gewissen Gemeinschaftsge- tem Hintern durchsetzen. Das Gemein- Fenster und nur die eigene Unordnung verkauft die Häuser für 2,28 MB
Es war doch klar, dass wir Verträge brau- fühl. schaftsgefühl darf sich nicht nur nach für richtig zu halten, das geht nicht. Man lianen Mark an die Genossen-
chen würden. Nach dem Wahlergebnis Ordnung jedenfalls war nun nicht innen erstrecken, sondern muss auch muss im Zusammenleben auch Rück- schaft "Alternativen am Elbufer"
im Herbst 1986 gab es darüber sogar ei- das erste Anliegen der Hafenstraßen- nach außen funktionieren. sicht auf andere Lebensformen und Be- und stellt staatliche Sanierungs-
nen gemeinsamen Beschluss in der Bewohner. Hätten Sie Lust, die Hafenstraße in dürfnisse nehmen. Das hatten die Ha- Hilfen in Aussicht. Die Genos-
Fraktion, in der Bürgerschaft und im Se- Gut, doch es gab es eben viele Leute auf dieser Hinsicht zu beraten? Sie haben fenstraßen-Bewohner zu lernen. senschaft stimmt dem Vertrag
nat, dass wir Verträge abschließen wür- St. Pauli, die darunter gelitten haben, dort nach wie vor viel Kredit. siehe auch SEITE 14 zu. MAC, KVA, OIBA
Antikleinbürgerstraße 25
Vor einem Vierteljahrhundert avancierte ausgerechnet ein hanseatischer Stadtteil zum
bundesweiten Symbol der extremen linken. Was war die Hafenstraße, was ist von ihr geblieben?

VON JAN FEDDERSEN

Lässt sich ja leicht sagen, heute,
25 Jahre später: Dass dieser
Kampf nicht zu verlieren war.
Die Gegner waren so was von satt
blind für das, was in der Stadt an
Lebensgefühl in den Brisen hing.
Mit sozialdemokratischer Beton-
politik hatten sie nichts gemein.
Die Siebziger waren kaum zu
Ende in Hamburg, da waren die
Achtundsechziger längst auf ih-
ren Märschen in die Institutio-
nen, hatte Punk noch Strahlkraft
und die Sozialdemokratie hock-
te, aIternativlos, noch immer auf
dem Staatsapparat wie ein Sack
Blei auffrischen Keimen.
Diese Hochnäsigkeit erst hat
die Grünalternativen groß ge-
macht. sie haben geahnt und ge-
fühlt und ermessen, was die Leu-
te, Eingeborene wie Besucher,
gerne mögen, wohin es sie treibt
und was sie ersehnen: in eine
Stadt, die nicht erstickt, die mit- Damals Brennpunkt, heute Romantik: Kneipe "Onkel atto" in der Hamburger Hafenstraße FOTO : lAIF
einander spricht - und St. Pauli
war das Paradestück dieser Fan- Aber als Erwerbsquelle für Ar· Der Kampf um die Häuser an Der Elbsaum samt Yachthafen
tasie, denn dort, keine Frage, beiter war der Hafen am Abster- der Hafenstraße war ein Spekta- ist repräsentabel wie keine ande-
wurde gefeiert, geschunkelt, ge- ben, zusammen mit St. Pauli er- kel, der diesem Viertel über- re Adresse in Hamburg - und die
trunken und alles ausprobiert, eilte ihn Mitte der Achtziger sei- haupt erst imagemäßig aufge- einst autonomen Häuser, viel
was sonst wo allenfalls heimlich ne schwerste Identitätskrise. Was holfen hat. Plötzlich war Radika- weniger akkurat, nehmen sich
erträumt wird: lüsternes wie lus- nützte es zu wissen, dass Figuren les schick, breitete sich in den wie Beweise für diese antibeton-
tiges Leben rund um die Uhr. Von wie die der Beatles, Freddy Kellern der Häuser Musik aus, hafte Stadtplanung aus: Wo sonst
allen, Spießern, Freigeistern, Be-Quinn, Hubert Fichte oder 00- Probebtihnen, Off- und Offszeni- nur Hafenarbeiter noch Bier
dürftigen und Notdürftigen, menica, Bohemiens wie Stefan ges. Besuch aus der Heimat, und tranken, nach der Schicht auf der
Spendablen und Geizhälsen. Aust (Konkret. jetzt Spiegel). Her- seien es die Eltern, konnte dort Werft, residieren heute Geschäf-
mann Ludwig Gremliza (erst ausgeführt werden - und galt te, die den Lifestyle der Feinen
Irdisches Paradies Spiegel, jetzt Konkret) oder Peggy nicht als Einstieg in die Hölle. bedienen, das Kaufhaus Stilwerk
Die Hafenstraße, der ganze Kra- Parnass St. Pauli zur Sehnsuchts- Corny Littmann wie Ernie Rein- zum Beispiel, die Greenpeace-
wall um einige Häuser, die dem fläche aller Bürger, den Jungen hardt fingen dort an, berühmt zu Zentrale mittendrin: S1. Pauli ist
klein- wie großbürgerlichen und Alten, Gierigen wie Flanie- werden - ihre Theater eröffneten auch dank der Hafenstraße zu ei-
Sinn für schmucke Fassaden wi- renden wurde? Aids hatte außer- sie Ende der Achtziger, erst das nem Platz geworden, dessen sich
dersprachen, war nur ein Aus- dem das Sexgeschäft verdorben, Schmidt's, dann das Tivoli. Eine niemand mehr schämen muss.
druck dieser Unlust, sich die Hamburg sollte nach ihrem Gus- Zeit, als die Hafenstraßenprojek-
Stadt kaputtkloppen zu lassen. to eine Art Betonburg ohne te endlich Verträge in Händen, Ein kleiner Sieg
Dieses schmuddelige, ärmliche Schmuddelecken werden. die SPD endgültig ihren Beton- Mit dem Hass der Kleinbürger
Viertel zwischen glänzendem In- St. Pauli? Die Amüsiermeile, stadtbauwahnsinn beerdigt hat- im SPD-Senat, also ihren meisten
nenstadtkern und tatsächlich wo so viel gefickt und gesoffen te und Kinder aus großbürgerli- Mitgliedern, ist eine ganze Par-
kloakiger Eibe. Die meisten Jahre wurde wie sonst nirgendwo, die- chen Quartieren wie Blankenese teikultur verpufft. Heute regiert
war diese Prachtimmobilie ja al- ses Viertel. stadtsoziologisch ge - oder Othmarschen zeitweise der OIe von Beust von der CDU, dem
len Herrschenden egal, aber An- sprochen das krassest zusam- Coolness wegen aufSt. Pauli sess- Vernehmen nach findet er St.
fang der Achtziger sollte die Me- menhängende Rotlichtviertel haft wurden. Die Hafenstraße- Pauli in seiner multikulturellen
tropole sich der EIbe, dem Hafen der Welt, war einen Dreck Wert in Apokalypse, dieser sozialdemo- Eindeutigkeit super. Auch dies
zuwenden. Noch so ein romanti- den Senaten der Stadt. Sollte kratische Stoff aus kleinbürgerli- ein kleiner Sieg all jener Autono-
scher Ort, dieser Hafen. Schiffe weggefegt werden, die armen chen Albträumen, wirkte sich men, die in der Hafenstraße die
aus aller Welt symbolisierten ir- Leute an den Stadtrand und auf modernisierend auf den Revolution einläuten wollten.
gendwie WeItläufigkeit. den Trümmern Bürogebäude. klammsten Teil der Stadt aus. Glückwunsch!
/

Mythos Hafenstraße
Straßenschlachten mit der Polizei waren an der Tagesordnung: Selbst Optimisten hätten keine Wette darauf abschließen wollen, wie lange es die
Hafenstraße in st. Pauli noch geben würde. Von heute an feiern die Bewohnerinnen den 25. Jahrestag. Aus Hausbesetzern sind Hausbesitzer geworden

VON KAI VON APPEN

Die Häuser und ihre Bewohne-
rInnen galten europaweit als
..Symbol des Widerstands" gegen
staatliche Repression und Um-
strukturierungswahn in den Me-
tropolen - aber auch als Exempel
dafür, dass der Staat unter der
Formel "rechtsfreie Räume un-
terbinden" kompromisslos
durchgreift.
Selbst Optimisten schlossen
Mitte der achtziger Jahre keine
Wette darauf ab, wie alt die Ha-
fenstraße werden würde. Doch
die vor 25 Jahren besetzte Häu-
serzeile ist heute fester Bestand-
teil des Stadtteils Hamburg-St.
Pauli. Aus den Hausbesetzern
wurden Hausbesitzer, die einsti-
ge Abbruchmeile ist weitgehend
saniert. ,~ir sind eingemeindet
worden': beschreibt es lakonisch
ein Hafenstraßenbewohner der
ersten Stunde.
Wann es an der Hafenstraße
genau losgegangen ist, weiß nie-
mand mehr so recht. "Es begann
sicherlich irgendwann im Okto-
ber oder November 1981': so der
Hafenstraßen-Veteran, Damals
waren nur einzelne Wohnungen
in den zwei leer stehenden
Blocks an einen studentischen
Verein vermietet. Die Woh-
nungsbaugesellschaft der Stadt
Hamburg hatte die Zeile jahre-
lang zwecks Abriss verrotten las-
sen, um auf dem city nahen "Fi-
letstück" für ein Klein-Manhat-
tan der Großinvestoren Tchibo
und Gruner + Jahr Platz zu schaf-
fen, Nach und nach wurden wei- "Keine Räumung, kein Abriss, Schluss mit dem Polizeiterroru: 12.000 Unterstützer demonstrierten am 20. Dezember 1986 für den Erhalt der Hafenstraße FOTO : KAI VON APPEN
tere Wohnungen belegt und not-
ClUrftlg hergerichtet. Erst als im
Februar 1982 ein Transparent mand hat's gemerkt" Es brechen der anderen Seite setzten sich Denn der Konflikt verschärft line - damals ein einfaches Tele- det die Hafenstraßen-Genossen-
"Besetzt - Ein Wohnhaus ist kein wilde Zeiten an. Die Volxküche, Kulturschaffende, Promis und sich nach neuen Räumungsge- fon - besteht Kontakt zu Unter- schaft und vermietet das Objekt
Abrißhaus" an die Fassade ge- die Kneipen "Ahoi': "Onkel Otto" PolitikerTnnen wie der Vize-Bür- rüchten. Die Bewohnerinnen stützern von außen und zu Politi- an den Hafenstraßenverein, so-
hängt wurde, bemerkte die SAGA sowie das antifaschistische germeister Tngo von Münch verbarrikadieren ihre Häuser kern wie SPD-Chef Jochen Vogel dass die BewohnerTnnen wieder
die "schleichende Besetzung': "Störtebeker Zentrum" entste- (FDP) für eine friedliche und mit Natodraht und Feuerschutz- und Bundespräsident Richard selbst über ihre Geschicke ent-
hen, es gibt ein Frauenhaus und "entstaatlichte Lösung" ein. türen. Hunderte Sympathisan- von Weizsäcker. scheiden.
Und keiner hat's gemerkt das Cafe ,;rante Hermine': Tmmer Doch der Kulturmäzen Jan Phi- ten aus der ganzen Bundesrepu- Bürgermeister Klaus von Inzwischen sind weite Teile
In Verhandlungen zwischen mehr Leute stoßen aus privater, tipp Reemtsma blit zt bei Klaus blik eilen im November 1987 Dohnanyi wirft seine persönli- der Häuserzeile saniert. Die Ver-
den Besetzerinnen und dem aber auch aus politischer Motiva- che Zukunft in die Waagschale. Er anstaltungszentren "Onkel Ot-
von Dohnanyi mit dem Vor- nach Hamburg.ln der Nacht zum
Hamburger SPD-Senat wird Ende tion zur Hafenstraße. Kaum ein gibt sein "Ehrenwort" und "ver- to': das "Störtebeker" und der Po-
schlag ab, die Hafenstraße für ei- 12 . November werden Barrikaden
1982 die Winterfestmachung Wochenende vergeht ohne pfandet sein Amt ': indem er den littreff "Butt Club" werden gut
Polizeieinsatz. Schema: Autoein- nen symbolischen Preis von ei- errichtet. 10.000 PolizistInnen
und der Erhalt einiger Gebäude Bewohnerinnen einen Pachtver- frequentiert. Vor zwei Jahren
bruch, Strafverfolgung. Flucht ner Mark zu kaufen. werden in den nächsten Tagen trag zusichert, wenn diese mit
zugesichert, ein Jahr später wer- musste die Genossenschaft soga~'
den auf drei Jahre befristete Richtung Häuser, Widerstand, dem Abbau der Befestigungen ein Grundstück an der Hafen·
Mietverträge abgeschlossen. Großalarm. beginnen. Das Hafenstraßen-Ple-
Hamburgs Verfassungs-
HAFENSTRAßE AM WOCHENENDE num willigt ein, "das Wunder
straße kaufen. "Sonst hätte ein
SPD-Bürgermeister Klaus von Spekulant dazwischen gebaut';
Dohnanyi wird Jahre später im schutz-Chef Christian Lochte be- vom Hafenrand" geschieht - und so die Bewohner.
Untersuchungsausschuss der merkt schnell, da ss sich in der Treffen, erzählen, erinnern, strei- aus der RAF " ist das Thema in der hält nur kurz. 1988 wird von
Bürgerschaft den Besetzerinnen Häuserzeile nicht nur ein Sam- ten - in der Hafenstraße stehen Volxküche am Sonntag ab 14 Uhr. Dohnanyi nicht zuletzt wegen Doch auch die Hafenstraße
Respekt für ihr Verhandlungsge- melsurium aus "Punks und Lum- am Wochenende alle Türen offen. seiner Hafenstraßenpolitik ge- kann nicht verhindern, dass sich
schick zollen. "Die Bewohner ka- penproletariat" zusammenge- Jeweils um 14.30 Uhr stellt sich Abteilung Party: Ab 22 Uhr gibt es stürzt, und der neue SPD-Bürger- der Ausverkaufund die Yuppisie-
men und unterschrieben den funden hat, sondern auch Men- die Hafenstraßen-Genossenschaft heute Abend Ufe-Musik, morgen meister Henning Voscherau lässt rung des Stadtteils beängstigend
Vertrag mit ,B. Setzer' - und nie- schen, die gesellschaftliche Ver- vor. Von 15 bis 17 Uhr gibt es, bis lassen DJs die Platten rotieren. die Polizei aufmarschieren, um rasch fortsetzt. "Das Investitions-
änderungen anstreben. Für Sonntag täglich, einen Trommel- Am Samstag gibt es außerdem ab die Begehung der "Immobilie klima hat sich seit der Legalisie-
Lochte eine Mischung, um die Workshop. Auch einen festen 20 Uhr ein Konzert im Störtebeker Hafenstraße" durch den Pächter rung gewandelt': so der Hafen-
sträßler. "Die neoliberale Globa-
südwester Keule zu schwingen. Er versucht Platz im Programm hat das Er- und von 18 Uhr an, vor dem Essen durchzudrücken. Die zur Hafen-
Iisierung schreitet voran." Ober-
das Gerücht in die Welt zu setzen, zähl -Ca!. - täglich ab 16 Uhr in in der Volxküche, die Pappel-Soli- straße gehörende Wagenburg
in der Häuserzeile habe sich die der Volxküche mit anschließen- daritäts-Feier. Frühstück und wird geräumt. Und dann foil1t all in St. Pauli siedelten sich
Spaten aus Kupfer Kommandozentrale der RAF ein- dem Essen ab 19 Uhr und "Film Brunch gibt es am Samstag ab noch das Bundeskriminalamt Event-Locations und Großpro-
jekte an - kritische Diskussionen
genistet - nur weil die Hafenstra- auf der Treppe" von 20 Uhr an. zwölf und am Sonntag ab 13 Uhr. mit 3-000 Hilfspolizisten in die
Wahrscheinlich ist es bloßein gut ße wie ein Großteil der Linken "Die Hafenstraße und Gefangene TAl Häusermeile ein, um die angeb- gebe es darüber kaum noch.
gemeinter Beitrag zur "China Ti- die Zusammenlegung der politi- liche RAF-Connection aufzuspü-
Das Verhältnis zur Ordnungs-
me" - jenem Kultur-Kulinarik- schen Gefangenen forderte. "Der ren. macht hat sich seither ent-
Lampion-Event, das derzeit ganz Versuch der Entsolidarisierung spannt. "Die Davidwache würde
Hamburg erschreckt. Denn wie ist fehlgeschlagen': wird Lochte
Der Flug nach Sylt nach Hamburg gerufen und po- Die Polizei als Freund
sitionieren sich mit schweren uns gern für die Auflösung der
jeder weiß, wurden die ersten später einräumen müssen. Eben- Es beginnt ein mehrmonati- Räumgeräten und -panzern in Nach einer wahren Prozess- offenen Drogenszene in der Re-
Münzen in China geprägt - wahl- so, dass manche Randale staat- ger Nervenkrieg. Während des der City. Hubschrauber-Kom- wut durch alle Instanzen erklärt gion gewinnen'; sagt ein Bewoh-
weise als Schwert oder Spaten, lich inszeniert war und V-Leute Urlaubs von Bürgermeister von mandos des Bundesgrenzschut- das Hamburgische Oberlandes· ner, "aber das geht zu weit."
wie das Lexikon weiß. Und wie mitrandaliert haben. Lochte: Dohnanyi versuchen die Statt- zes sowie die Anti-Terroreinheit gericht den Pachtvertrag 1993 Selbst wenn es manche in den
auch jene Kupferdiebe wussten, ,,wenn Steine fliegen, haben un- halter der SPD-Betonfraktion, GSG 9 werden zum Angriff über wegen angeblicher Verfehlun- Häusern begrüßen, wenn gegen
die sich in Hamburger Elektrog- sere Leute keine Tennis-Arme." wegen ein paar illegal ange- die mit Stacheldraht gesicherten gen der BewohnerTnnen für ge- Dealer vorgegangen wird, sei
roßhandlungen bedienten. Ein Die Hafenstraße teilt die Stadt brachter Poller an der Straße den Dächer geordert. kündigt. Doch Bürgermeister dies vor den Häusern Aufgabe
Bildungsgrad, der einerseits in zwei Lager. Der Senat setzt "PoUerkrieg" auszurufen. Der Henning Voscherau muss nach der Polizei, "Das ist ihr Job." Soll-
überrascht, andererseits auf eine mehrheitlich auf die Tabula- Vorsitzende der hafenstraßen- Während sich in der Promi- dem juristischen Erfolg erken- te die Stadt allerdings ein paar
erstaunliches handwerkliches rasa-Variante, die BewohnerIn- freundlichen Patriotischen Ge- Kneipe "Zapfhahn" nahe der nen, dass die staatliche Eskalati- Lampen anbringen wollen, um
Geschick der Intelligenzija ver- nen reagieren 1987 auf erste sellschaft chartert daraufhin ei· Häuser grüne Politiker, Kultur- onsstrategie langfristig nicht finstere Ecken vor der Hafenstra-
weist. Der schlichte Plan: Kupfer- Wohnungsräumungen mit der nen Hubschrauber, um vo n schaffende und Journalisten vermittelbar ist. Nachdem die ße gegen heimli ches Dealen aus-
Münzen mit dem Konterfei Oie Wiederbesetzung. Die Springer- Dohnanyi am Strand von Sylt tummeln und zu vermitteln ver- Randbebauung neben der Häu- zuleuchten, könnte es sein, dass
von Beusts und der wichtigsten presse, zusammen mit der CDU- aufzustöbern und ihn zu bewe- suchen, ist in einer Wohnung der serzeile problemlos begonnen so mancher Scheinwerfer aus
China-Kaufleute unters Volk zu Opposition und der "Betonfrak- gen, den Putsch zu unterbinden. Hafenstraße im ersten Stock die hat, verkauft die Stadt 1995 die den Häusern dazukommt. Es ist
bringen. Eine gelungene PR. tion" der SPD, will die "Chaoten- Die Räumungspläne werden ver- eigentliche Schaltzentrale einge- Häuser an den Rechtsanwalt doch ein bissehen anders gewor-
hochburg" räumen lassen. Auf schoben, aber nicht aufgehoben. richtet worden. Ober eine Hot- Hans-Joachim Waitz. Der grün- den an der Hafenstraße.
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HARKORTSTRASSE S1, 22765 HAMSURG ASO: 030 - 2590 2590 ANZEIGEN@TAZ -NORD . DE

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