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Ex-Dorfpunk im zakk | blogbird

15.11.13 09:03

Ex-Dorfpunk im zakk | blogbird 15.11.13 09:03 blogbird Publiziert am 14. Januar 2011 von coolibri Ex-Dorfpunk

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Publiziert am 14. Januar 2011 von coolibri

Ex-Dorfpunk im zakk

Gleich der zweite Termin seiner Lesetour führte den Hamburger Entertainer, Musiker und Autor Rocko Schamoni, der im echten Leben Tobias Albrecht heißt und mit seinem autobiografischen Roman „Dorfpunks“ einer größeren Gruppe von Menschen bekannt wurde, ins Düsseldorfer zakk. Dort las er vor ausverkaufter Halle Auszüge aus seinem neuen Buch „Tag der geschlossenen Tür“. Das Alter macht auch vor Rocko Schamoni nicht Halt. Seit Neuestem kriegt er von Bier Bauchschmerzen und erscheint deswegen mit Wärmflasche und einer Tasse Fenchel-Anis-Kümmel-Tee auf der Bühne. Während er sich eine Zigarette anzündet, weist er noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass sich die Zuschauer hier auf einer „Nichtraucher-Lesung“ befinden, wer es aber gar nicht mehr aushält, der dürfe gerne mal einen Zug von seiner Zigarette nehmen. Dann schlägt er sein Manuskript auf und beginnt zu lesen: „Jung und nutzlos, das gibt einen gewissen Sinn. Wenn man älter wird, muss man sich für eine Position entscheiden in der Welt der Normalen.“

für eine Position entscheiden in der Welt der Normalen.“ Foto: zakk Genau vor diesem Problem steht

Foto: zakk

Genau vor diesem Problem steht Michael Sonntag, der Protagonist aus Rocko Schamonis neuestem Roman, den eingefleischte Fans auch schon aus seinem vorherigen Werk „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ kennen. Allerdings möchte er sich gar nicht für eine Funktion entscheiden, er ist ein Allesverweigerer mit einem Hang zum Absurden, ohne Frau und ohne Job.

Für Sonntag ist jeder Tag ein „Tag der geschlossenen Tür“. Die restliche Welt möchte er am liebsten aus seinem Leben ausschließen. Die meiste Zeit verbringt er damit, sich vor wirklicher Arbeit zu drücken. Entweder er schreibt lächerliche Roman-Exposées mit wundervollen Titeln wie „Email für Emil“, „Immer Ärger mit Herr Berger“ oder „Europa mon amour“, die er, in der Hoffnung auf Absage an renommierte Verlage schickt, oder er fährt U-Bahn, um sich Krankheiten einzufangen. Krankheit ist für ihn gleich Freiheit.

Schamoni liest nicht nur, er deklamiert, imitiert verschiedene Stimmen und lacht schon, bevor er den Witz überhaupt vorgelesen hat. Auch das Publikum kann sich an mehreren Stellen vor Lachen kaum mehr auf den Stühlen halten. Doch manche Auszüge aus Sonntags Leben sind zu banal und deswegen leicht langweilig, es fehlt ihnen an Biss. Ob das Buch auch ohne Schamonis Stimme und seine charmante, sehr ironische Überdrehtheit funktioniert, ist eher fraglich.

Ganz ohne Bier und Provokation verläuft der Abend natürlich auch nicht: Am Ende der ersten Hälfte öffnet sich Schamoni ein Kölsch und nimmt genüsslich den ersten Schluck.

Ex-Dorfpunk im zakk | blogbird

15.11.13 09:03

Text: Caroline Brendel TwitternTwittern 0 Gefällt mir 0 Dieser Beitrag wurde unter Dagewesen, Düsseldorf, Lesen
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