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Brasiliens Landesnatur

Made by: Ole Robenek und Daniel Härdter

Inhalt:
Seite 2 - Geografie

Seite 4 - Gewässer

Seite 5 – Flora und Fauna

Quellen: diercke.de, wikipedia.org, transamerika.org

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1. Geografie
Brasilien macht etwa die Hälfte des südamerikanischen Kontinents aus und ist global das
fünftgrößte Land. Brasilien wird vor allem im nördlichen Amazonas-Tiefland durch
Regenwälder und im Süden durch Hochebenen, Hügel und Gebirge geprägt. Im Norden
grenzt es an Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und den Atlantischen
Ozean, dagegen im Osten an den Atlantischen Ozean, im Süden an Uruguay, im Westen
an Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru und im Nordwesten an Kolumbien.

1.1. Nördlicher Teil:

Das Amazonasbecken nimmt mehr als ein Drittel der


Gesamtfläche des Landes ein. Hier befinden sich überwiegend
Tiefebenen und die vereinzelten Anhöhen erreichen lediglich
eine Höhe von etwa 150 Metern. Weite Bereiche dieser Region
sind von Sümpfen und Schwemmebenen durchzogen. Der
größte Teil des Amazonasbeckens ist von tropischem
Regenwald bedeckt. Soweit diese Waldgebiete nicht zerstört
sind, ist der Dschungel hier so undurchdringlich, dass ein
Großteil der brasilianischen Tiefebene erst in jüngster Zeit
erforscht werden konnte. Am Nordrand des Amazonasbeckens
erstreckt sich eine weitere Bergregion, die zum Guayana-
Bergland gehört. Hier liegen die Serra Tumucumaque, mit
Erhebungen bis zu 915 Metern, die Serra Acaraí mit einer maximalen Höhe von 460
Metern und die Serra Parima mit einer größten Erhebung von 1 525 Meter. Der Pico da
Neblina, welcher 3014 Meter hoch ist, befindet sich an der Grenze zu Venezuela und ist
der höchste Berg Brasiliens. Der äußerste Nordosten Brasiliens, früher ebenso aus
Regenwald bestehend, wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen und
den Anbau von Baumwolle genutzt. Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und
Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im
Jahr unter Wasser. Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savanne.

1.2. Südlicher Teil:

Das Bergland erstreckt sich über den größten Teil des


Südostens mit Erhebungen von 305 bis 915 Meter. Dabei ist
es durch zahlreiche Gebirgsketten und Flusstäler zerklüftet.
An seinem südöstlichen Rand, der meist parallel zur Küste
verläuft, fällt es in verschiedenen Gegenden steil zum Ozean
ab. Zu den wichtigsten Teilen des Brasilianischen Berglandes
zählen die Serra da Mantiqueira, die Serra do Mar und die
Serra Geral. Die Erhebungen in diesen und anderen Regionen erreichen eine
durchschnittliche Höhe von 1 220 Metern. Dazwischen ragen hohe Gipfel auf, zum
Beispiel der Pico da Bandeira mit einer Höhe von 2 890 Metern in der Serra da
Mantiqueira und der Pedra Açu mit einer Höhe von 2 232 Metern in der Serra do Mar.

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Weite Teile des Berglandes sind von Grasland bedeckt, andere sind bewaldet. Das
halbwüstenähnliche Bergland im Zentrum und Süden des Landes ist mit Baumsavanne
bewachsen, der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte
Strauchsavanne. Die Tiervorkommen in dieser Region sind klein. Im Südosten
dominieren Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, daneben die besiedelten Gebiete. Die
ursprüngliche Vegetation ist nur noch in einigen Nationalparks zu finden.

Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder


wurden für den Export zerstört. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.

1.3. Küste:

Die brasilianische Küste ist 7 490 Kilometer lang und weist


vor allem im Norden relativ regelmäßige Konturen auf. Im
Süden gibt es jedoch einige Buchten, die als natürliche Häfen
dienen. Hierzu zählen insbesondere die Buchten von Rio de
Janeiro, Salvador und Recife. Mit Ausnahme derjenigen
Regionen, in denen das Brasilianische Bergland steil zum
Ozean abfällt, besteht der Küstenstreifen aus einer Ebene.

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2. Gewässer

2.1. Flüsse

Brasiliens bekanntester Fluss ist der Amazonas. Mit


einer Länge von 6.448 km durchquert er das nördliche
Brasilien. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río
Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós.

Im Osten an der Grenze zu Argentinien befindet sich


der Fluss Iguaçu mit dem gleichnamigen Nationalpark. Teil des Flusses sind die Iguaçu-
Wasserfälle, welche dreimal größer als die Niagarafälle sind.

Der Paraná, der 3.998 km lang ist, ist wegen des zweitgrößten Wasserkraftwerkes der
Welt, namens Itaipú, bekannt.

2.2. InselnDie größte Insel Brasiliens liegt im


Amazonas: die Insel Marajó. Sie ist die größte
Flussinsel der Welt und mit einer Fläche von etwa
48.000 km² größer als die Schweiz. Da aber große Teile
in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur
an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel
gehört mit ihrer Fläche von 20.000 km² zu den größten
Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im
: Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist immer
noch größer als beispielsweise Jamaika.

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3. Flora und Fauna
Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der
Erde. Dort wurden bislang rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000
Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten entdeckt. Bereits 207 dieser
Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Aber auch der Wald verkleinert sich stetig. Zu
frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 % der Landesfläche mit Wald bedeckt, heute ist
es nur noch ein Drittel davon.

3.1. Flora

Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte


zusammenhängende Waldgebiet. Bislang wurden mehr als 2.500 Baumarten entdeckt.
Entlang der Küste Amazoniens, mit Ausnahme der eigentlichen Amazonasmündung,
finden sich ausgedehnte Mangrovenwälder, die allerdings mit sechs Mangrovenbaum-
Arten verhältnismäßig artenarm sind.

3.2. Fauna

Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und
Kolibris. Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingsarten bekannt. Größere
Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Daneben bevölkern
Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch zahlreiche
Fischarten, schätzungsweise 1.500, sind im Amazonas beheimatet. Darunter der größte
bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der Pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg.

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Bodenschätze in Brasilien

Das Angebot an Rohstoffen in Brasilien ist sehr reich. Neben vielen Metallen, wie
Mangan, Bauxit, Nickel, Zinn, Silber, Gold und insbesondere Eisen, sowie zahlreichen
Edelsteinen und Diamanten, gibt es vor allem ein hohes Vorkommen an Erdöl und
Erdgas, ganz zu schweigen von reichlich Holz.
Von diesen Rohstoffen sind vor allem die Förderung von Eisen und Erdöl, sowie die
Herstellung von Stahl für Brasilien relevant. Innerhalb einer Zeitspanne von 1995 bis
2003, ist die Produktion jener Materialien um zum Teil über 100 Prozent gestiegen.

Produktionsentwicklung von 1995-2003:

Rohstoff Einheit 1995 2000 2003


Erdöl Mill. T 35,5 63,2 77,0
Eisen Mill. T 184,5 200,4 233,5
Stahl Mill. T 25,1 27,9 31,1

Experten gehen davon aus, dass der Vorrat an Eisen für weitere 500 Jahre ausreicht
und somit die Stellung Brasiliens als weltgrößten Eisenexporteur für lange Zeit
garantiert.
Aber auch die Erdölförderung ist ein wichtiges Standbein für Brasilien, denn durch
den Export von 1,5 Mio. Barrel pro Jahr macht es Brasilien zu einem der führenden
Länder auf dem Erdölmarkt.
Auch in der Stahlbranche übernimmt Brasilien eine wichtige Rolle und gilt als größter
Stahlproduzent Südamerikas, wobei dieser Rang relativ unbedeutend ist, da ihr Anteil
an der Weltproduktion von Stahl lediglich 2,5% beträgt.
Diese günstigen Produkte landen dann teilweise in Deutschland, wo sie hochwertig
weiterverarbeitet werden und später bei uns zu Hause verbraucht werden.
Wie und unter welchen Bedingungen diese Rohstoffe abgebaut werden, daran denkt
jedoch niemand. Da viele Vorkommen mitten im Dschungel liegen, müssen große
Schneisen in den Regenwald geschlagen werden, damit jene Gebiete erreichbar sind.
Durch veraltete Abbautechniken und geringen Umweltschutz, werden zahlreiche
Flüsse verschmutzt, wodurch einheimische Bevölkerung oft verseuchtes Wasser
trinken muss, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.
Außerdem wird zusätzlich durch den immensen Holzabbau und riesige
Brandrodungsmaßnahmen das gesamte Ökosystem durcheinander gebracht, worunter
zahlreiche Menschen und vor allem Tiere und Pflanzen leiden müssen. Auch den
Menschen, die in den Minen und Tagebauten arbeiten, geht es oft nicht wesentlich
besser. Sie haben zwar Arbeit, jedoch arbeiten diese mehr als Sklaven für einen sehr
geringen Hungerlohn.
Sie sind nicht versichert und tragen oft schwere gesundheitliche Schäden von der
schweren Arbeit im Tagebau davon.
Wie die Rohstoffe in Brasilien verteilt sind, kann man der Karte sehr gut entnehmen.
Während Erdöl besonders an der Küste im Meer gefördert wird, baut man das wichtige
Eisen im Landesinneren an der Grenze zum Regenwald und bei Rio de Janeiro im
Osten ab. Dabei ist vor allem das riesige Abbaugebiet bei Carajás zu erwähnen,
welches eines der größten der Welt ist. Sämtliche Edelstein- und Goldminen werden
dagegen im Süden Brasiliens abgebaut. Wie dem Text zu entnehmen war, wird auch
im Regenwald stark gewirtschaftet und u.a. Holz, Kupfer und weitere Metalle dort
gefördert, was die o.g. Umweltschäden verursacht und verstärkt.

Quellen: www.wikipedia.de Erarbeitet durch: Lukas Linz


www.destatis.de Thomas Bertels
EK­3 BUS 
Die Wirtschaft Brasiliens

Eine Gruppenarbeit von:  
Stefan Dörksen 
Malina Freund 
Indra Nowak 
Vincent Robiller  
Simon Velden 
Anna Daudrich 
1
Forstwirtschaft in Brasilien 
 

Brasilien ist zu zweit Dritteln von Waldgebieten bedeckt und ist stark von der Forstwirtschaft 
geprägt. Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen Forstwirtschaft sind Tungöle, 
Kautschuk, Karnauba‐Wachs, Caroa‐Fasern, medizinisch verwertbare Blätter, Pflanzenöle, 
Harze, Nüsse sowie Bau‐ und Möbelhölzer. In der brasilianischen Forstwirtschaft unterscheidet 
man zwei wesentliche Vorgehensweisen:  

Zum einen existiert die meist illegale Abholzung von Harthölzern im Regenwald und der Anbau 
von schnell wachsenden Baumarten auf Plantagen. Um an Harthölzer zu gelangen, schlagen die 
Holzräuber oft Schneisen in den Urwald. Zwar ist der Handel mit einigen dieser Harthölzer, z. B. 
Mahagoni, verboten, doch gibt es auf dem illegalen Markt trotzdem genügend Abnehmer dafür. 
Diese zahlen für einen Mahagonibaum bis zu 1600 US‐$ pro Kubikmeter. 1200$. Dieser Betrag 
ist besonders für die arme, arbeitslose Bevölkerungsschicht Brasiliens sehr viel Geld. Die 
Unterbindung des illegalen Holzeinschlages fällt aufgrund der Korruption in den 
südamerikanischen Ländern sehr schwer. Durch den Neubau von Straßen quer durch den 
Urwald wird er sogar indirekt gefördert, da die Holzräuber nun auch in unberührte Gebiete 
vordringen können.  
Zum anderen gibt es neben der illegalen noch die legale Holzwirtschaft, welche meist 
plantagenartig durchgeführt wird, ähnlich der Kiefernholzwirtschaft in Deutschland: Auf 
ehemals von Urwald bedecktem Gebiet werden nun schnell wachsende Baumsorten für die 
Papier‐, Möbel‐ und Bauindustrie angebaut. Ein Teil des erzeugten Holzes wird auch nach 
Europa verschifft.  
Doch der Einschlag des Regenwaldes für die Holzgewinnung ist nicht die einzige Weise mit dem 
brasilianischen Urwald umzugehen: Für die Landwirtschaft werden große Flächen gerodet, 
indem der bestehende Regenwald nicht abgeholzt, sondern niedergebrannt wird. Dies hat für 
die Besitzer, meist Zucker‐, Öl‐ oder Sojabauern den Vorteil, dass das zu bewirtschaftende 
Gebiet in den ersten Jahren auch ohne Düngung genug Nährstoffe enthält.  
In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Naturschutzorganisationen für den Erhalt und 
Schutz des Regenwaldes eingesetzt. Dabei haben sie ihre Ziele nur in Ausnahmefällen erreicht. 
Zwar hat die jährliche Rodungsfläche abgenommen, aber die Staaten benötigen diese Fläche 
und das Holz für ihre Wirtschaft und wollen daher in ihrer Regenwaldpolitik alleine entscheiden. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2
Fischerei 
 
De Fischerei stellt in Brasilien keinen bedeutenden Sektor dar. Sie wird im Amazonasgebiet 
hauptsächlich zur Subsistenz betrieben; an der Atlantikküste findet kommerzieller Fischfang 
statt und die Fischer haben dort mit der generellen Überfischung der Weltmeere zu kämpfen. 
Bedeutende Zahlen liefert die Fischfauna des Amazonas. Diese wird auf 2000 Arten geschätzt 
und ist somit größer als in allen Flüssen der Welt zusammen 
Das Dorf Prainha do Canto Verde im Nordosten Brasiliens gilt weltweit als Vorzeigedorf für 
traditionelle „Artenasal“‐Fischerei und ist auch von der Piratenfischerei und den rückläufigen 
Fischbeständen betroffen.  
Erwähnenswert im Rahmen der Fischerei ist außerdem das Gebiet um Rio de Janeiro. Dort 
leiden ca. 8000 Fischer unter den Metallvergiftungen der dort lebenden Fische und damit 
einhergehender finanzieller Einbußen, die auf den Bau eines Werks der Firma Thyssen Krupp 
zurückzuführen sind. 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3
Landwirtschaft 
 
Die geografischen Faktoren Brasiliens bieten gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft, 
jedoch  
treten häufig Extremitäten, wie Trockenheit, Frost oder Stürme auf, die die Erträge vernichten. 
Die Landwirtschaft trägt in Brasilien nur ca. 10% zur Wertschöpfung (BIP) bei, wobei der Anteil 
der  
Beschäftigten erheblich höher ist, als deren Beitrag zur Wirtschaft. Dies ist vor allem auf die 
gering  
produktive Subsistenzwirtschaft zurückzuführen. 
Brasiliens Agrarpolitik ist stark auf den Export ausgerichtet, wobei vor allem Soja, Kaffee und 
Zucker 
eine wichtige Rolle spielen. Der Export macht Brasilien zu einem der wichtigsten Agrarländer der  
Welt. Der Beitrag zur Weltkaffeproduktion liegt bei ca. einem Viertel. 
Als mittlerweile wichtigstes Sojaanbauland hat Brasilien sogar die USA von Platz 1 verdrängt. 
Dies  
bringt jedoch auch erhebliche Nachteile mit sich, da für die riesigen Sojaplantagen z. B. enorme  
Regenwaldflächen gerodet werden müssen. Seit dem Jahr 2003 wurden ca. 70.000 qm 
Regenwald 
für den Sojaanbau vernichtet. Experten warnen vor der allmählichen Versteppung durch Brand‐ 
rodung, die möglicherweise ab 40% vernichteter Regenwaldfläche eintritt. Momentan liegt 
diese bei  
ca. 17%. Viele der Rodungen sind außerdem illegal, da es für kleine Bauern günstiger ist eine  
kleine Fläche Wald zu roden, als teure Düngemittel zur Intensivierung zu kaufen bzw. zu 
verwenden. 
Zu Bestrafungen kommt es selten, da es an staatlichen Mitteln zur Durchführung mangelt. 
Trotz alle dem soll Brasilien seine landwirtschaftliche Produktion noch weiter erhöhen, was laut 
laut Experten auch durch Intensivierung möglich ist. 
Betrachtet man die landwirtschaftliche Struktur Brasiliens fällt auf, dass im Süden eher Betriebe  
kleiner und mittlerer Größe vorzufinden sind, die sogenannten Minifundien. Im Nordosten 
hingegen 
findet man die sogenannten Latifundien mit Größen von 30.000 bis 100.000 Hektar. Deren 
Besitzer 
machen sich die Billiglohnverhältnisse der Land ‐ und Plantagenarbeiter zum Nutzen. Somit 
kommen die hohen Exporteinnahmen auch nur den Latifundienbesitzern und wenigen Handels‐ 
unternehmen zugute. Dies wiederum begünstigt die extreme Armut bei großen Teilen der  
brasilianischen Bevölkerung. Der Mindestlohn eines Landarbeiters beträgt umgerechnet ca. 68€ 
pro  
Monat. Seit einigen Jahren wird in Brasilien jedoch auch fairer Handel betrieben, der 
sogenannte 
"Fairtrade". Dabei handelt es sich um kontrollierten Handel der die Arbeitsverhältnisse 
verbessern 
soll. Am gesamten Welthandel macht dies jedoch nur 0,0002% aus, aber mit steigender 
Tendenz. 
 
 
 
 
4
Der Sekundäre Sektor 
 
Der industrielle Sektor Brasiliens ist für das Land der bedeutendste der Sektoren und hat sich im 
Laufe der letzten Jahrzehnte verhältnismäßig gut entwickelt. Obwohl die Zahl der 
Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe nur 21 % ausmachen, haben die Strategien zur 
Industrieförderungen des Landes den sekundären Sektor zu einem wichtigen Wirtschaftszweig 
anwachsen lassen.  
Zwar ist das Land immer noch stark von den Primärgüterexporten abhängig und 
landwirtschaftliche und mineralische Produkte machen um die 50% der Gesamtexporte aus, 
jedoch hat dies durch die steigenden Rohstoffpreise innerhalb von drei Jahren eine höhere 
Exporterlössteigerung als in den sieben Jahren zuvor mit sich gezogen. 
Das Land hat ein hohes Niveau bezüglich der industriellen Produktionen erreicht, was damit 
zusammenhängt, dass viele ausländische Unternehmen in das Land investieren und so die 
Produktivität, insbesondere für Computerprozessoren, stark steigern.  
Die Produktionen des industriellen Sektors zielen jedoch eher auf möglichst hohen kurzfristigen 
Gewinn ab, anstatt eine Spezialisierung, die auf Dauer einen höheren Nutzen für das Land hätte, 
zu fokussieren.  
Brasiliens Anteil der Beschäftigten in den einzelnen Sektoren liegt genau im Durchschnitt der 
Länder Lateinamerikas, 19,6% der Beschäftigten arbeiten im primären, 21,6% im sekundären 
und 58,8% im tertiären Sektor. Im Vergleich hierzu Thailand, wo der Schwerpunkt deutlich 
erkennbar nicht auf dem Dienstleistungssektor liegt, sondern mit 42,5% auf dem primären 
Sektor. Der Beschäftigtenanteil im sekundären Sektor ist mit 21,9% ungefähr gleich hoch, der 
tertiäre Sektor ist mit 35,5% Beschäftigtenanteil deutlich niedriger als in Brasilien. 
Der industrielle Sektor Brasiliens ist also auf dem aufsteigenden Ast, jedoch kann er noch nicht 
den Platz des Rohstoffexports einnehmen, der immer noch die Haupteinnahmequelle Brasiliens 
ist. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Tourismus & Finanzmarkt 
 
Tourismus 
Der Tourismus ist in Brasilien noch nicht stark ausgeprägt und macht nur etwa 0,5 % des 
Bruttosozialprodukts aus (der weltweite Durchschnitt liegt bei 10 %). Die jährliche Besucherzahl 
steigt stetig. Sie liegt bei etwa 4,8 Millionen und hat mit einem Devisenzufluss von 5,785 Mrd. 
US‐$ im Jahr 2008 die höchsten Einnahmen durch den Tourismus seit Beginn der Erhebungen im 
Jahr 1969 verursacht. Dies stellt eine Steigerung von 16,8% im Vergleich zum Vorjahr dar. Die 
Berechnungen der Zentralbank beinhalten den offiziellen Geldwechsel sowie Ausgaben mit 
internationalen Kreditkarten. 
Aufgrund seines vielseitigen Klimas von den Tropen bis hin zu den gemäßigten Breiten, einer 
ausgeprägten Vielfalt in der Natur und zahlreicher historische Sehenswürdigkeiten ist Brasilien 
ein attraktives Ziel für Touristen. Beliebt sind vor allem der Karneval von Rio de Janeiro, die 
Hauptstadt Brasília, das Amazonasbecken, der Nordosten mit seinen Stränden und Kultur und 
die Wasserfälle von Iguaçu. Der Nordosten ist vor allem bei Inlandtouristen sehr beliebt und 
wird allmählich von den Europäern entdeckt. Zwei Drittel der Gäste kommen aus 
Lateinamerika, der größte Teil davon aus Argentinien.  
Die bisher relativ geringe Anzahl an Touristen ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. 
Zudem war in Rio de Janeiro bis vor kurzem eine extrem hohe Kriminalitätsrate zu verzeichnen, 
die vermutlich abschreckend auf Touristen gewirkt hat und die Wirtschaftslage war instabil. Die 
Infrastruktur ist bis heute nur unzureichend ausgebaut und sowohl In‐ als auch Auslandsflüge 
sind teuer, da es im ganzen Land noch wenige Charterflüge gibt.  
 

Finanzmarkt 

Der Brasilianische Finanzmarkt ist zunehmend in das internationale Finanzsystem integriert. 
Den Mittelpunkt des Brasilianischen Finanzmarktes bilden die internationalen und nationalen 
Banken und der Aktienmarkt. Letzterer wird dabei durch eine hohe Transparenz und Teilnahme 
internationaler Akteure gekennzeichnet. Daneben gibt es lokale Banken (Caixa), die den 
Bezirken zuzuordnen sind oder privatisiert wurden. 
Während die heutige Zentralbank Brasiliens die Banco Central do Brasil ist, ist die größte Bank 
Brasiliens die ehemalige Zentralbank Banco do Brasil. 
Mittlerweile sind auch die meisten großen deutschen Banken in Brasilien vertreten (z. 
B.Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank). 
Internationalem Kapital sind wenig Schranken gegeben.  
Eine wichtige Grundlage der weiteren Entwicklung des Finanzmarktes liegt neben den 
politischen Rahmenbedingungen auch in der universitären Ausbildung. Einige Universitäten, 
wie etwa Rio, oder in Sao Paulo sind stark mit lokalen Finanzakteuren vernetzt und verfügen 
über eine gute Reputation in Lateinamerika. 
Ausländische Direkt Investitionen (ADI) erreichten in Brasilien 18.2 Milliarden US$ im Jahre 
2004 und belegen dabei den siebten Platz in der Liste der attraktivsten ADI‐Länder. 
 
 

 
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Informeller Sektor in Brasilien 
 
Der informelle Sektor ist der 
Sektor der Wirtschaft, der 
nicht in offiziellen Statistiken 
erfasst wird. Andere Namen 
für den informellen Sektor 
sind Schattenwirtschaft oder 
Schwarzarbeit. Der 
informelle Sektor ist für  
viele Menschen in 
Entwicklungsländern    Abb. 1: Aufteilung der Beschäftigten im informellen Sektor nach Alter 
lebenswichtig, da sie nur so genug verdienen um sich und ihre Familie zu ernähren. Das BIP 
eines Landes wird nicht durch den informellen Sektor erhöht, allerdings wird der formelle 
Bereich durch den informellen Bereich gefördert und steigert so das BIP. 
 
Raub‐ und Schmuggelwaren 
In den Hauptstädten Brasiliens gibt es massenhaft Straßenverkäufer die Elektrogeräte oder 
Textilien von namenhaften Firmen zu Spottpreisen verkaufen. Doch viele Güter, die an 
Marktständen verkauft werden, stammen von Raubzügen von bewaffneten Banden, die LKWs 
oder ähnliches überfallen. Ca. 30% der Straßenhändler in Rio sollen einen kriminellen 
Hintergrund haben, weswegen an vielen Straßenständen in Rio auch illegale Güter wie 
Schusswaffen oder Drogen verkauft werden. Teils werden die Waren auch aus anderen Ländern 
nach Brasilien geschmuggelt z.B. aus Taiwan, Hongkong, China oder den USA. Was weder 
geschmuggelt noch gestohlen wurde, wird auch in gesundheitsgefährdenden 
Hinterhofwerkstätten hergestellt und weiterverkauft.  
 
Hausangestellte 
Einen großen Teil des informellen Sektors in Brasilien bilden die Hausangestellten. In faste 
jedem besser verdienendem Haushalt sind sie vorhanden und arbeiten im Durchschnitt 100 
Stunden pro Woche bei einem Monatslohn von umgerechnet 100 Euro. Die Hausangestellten in 
Brasilien sind überwiegend dunkelhäutig und weiblich. Mehr als fünf Millionen Hausangestellte 
arbeiten in brasilianischen Haushalten und übernehmen fast alle Arbeiten, die in einem 
Haushalt anfallen. Auch Kinder werden als Hausangestellte eingestellt und arbeiten teilweise 
nur für Kleidung und Nahrung und bekommen keinen Lohn. 
 
 
 
 
 
 
 
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Der brasilianische Außenhandel     
   
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts basierte die brasilianische Wirtschaft hauptsächlich auf dem 
Export von Agrarprodukten. Jedoch wurde dies durch verschiedene Krisen (Kriege) immer 
unsicherer, da der Wert der landwirtschaftlichen Produkte immer wieder schwankte. 
Dadurch, dass Brasilien in den letzten Jahren einen gut entwickelten Landwirtschaft‐, 
Produktions‐ und Dienstleistungssektor und zusätzlich genügend Arbeitskräfte besitzt, stieg die 
Bedeutung Brasiliens auf dem Weltmarkt. 
Den Höchststand der Ausfuhren erreichte Brasilien 2004 mit einem Umsatz von 97 Mrd. US‐$, 
was im Gegensatz zum Vorjahr eine Steigerung von 32 % bedeutet. Der 
Handelsbilanzüberschuss beträgt 33,7 Mrd. US‐$, wie in Abb.3 ersichtlich ist. Diese Werte sind 
die Höchstwerte des brasilianischen Außenhandels. Im folgenden Jahr nahm der 
Handelsbilanzüberschuss um 11 Mrd. US‐$ zu. Jedoch fiel er 2005 wieder um 26,1 Mrd. US‐$ 
auf ein Handelssaldo von 18,6 Mrd. US‐$. 
In den letzten Jahren haben sich in Industrie‐ und Entwicklungsländern neue Absatzmärkte 
gebildet und zusätzlich dafür gesorgt, dass der Außenhandel Brasiliens an Macht gewinnt. Zu 
den Haupthandelspartnern gehören unter anderem die USA, Argentinien, China und 
Deutschland. So kann man anhand Abb.1 erkennen kann, dass sich die USA mit 19% der 
exportierten Güter Brasiliens und 17,5% Einfuhr auf dem ersten Platz befinden; danach folgt 
Argentinien mit 8,4% und 8,5%. Im Bereich der Ausfuhr folgt China mit 5,8%, im Bereich Einfuhr 
hat jedoch Deutschland mit 8,4% den dritten Platz eingenommen. 
Ein Problem für den Außenhandel stellen die Einfuhrzölle dar, die in Brasilien 35% betragen. Der 
internationale Durchschnitt liegt jedoch bei 12,5%. Um die globalen Beziehungen aufrecht zu 
erhalten und weiter zu stärken, strebt die brasilianische Regierung an diese hohen Zölle zu 
halbieren.  
Die wichtigsten Ausführgüter sind Industrieprodukte, landwirtschaftliche Erzeugnisse und 
Rohstoffe. Diese werden zusätzlich in 55% Fertigprodukte, 14% Halbfertigprodukte und 29% 
Basisprodukte unterteilt. Die Hauptausfuhrprodukte Brasiliens sind Kaffe, Kakao, Zucker, Soja 
und Eisenerz. 
Anhand Abb.2 kann man erkennen, dass 16,2 % der Ausfuhr Transportausrüstung, 10,7% 
Metalle und Metallware und 8,5% Soja ausmachen. Darauf folgen mit 6,3% und 5,9% chemische 
Produkte und Maschinen. Bei den Einfuhrprodukten stehen Chemikalien und chemische 
Produkte mit 19,9% an erster Stelle; Kraftstoffe machen 18,3% aus und als letztes folgt 
Elektronik mit einem Anteil von 5,4 %. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

8
 
Ausfuhr (in %) nach  Einfuhr (in %) von   
 
USA    19,5  USA    17,5   
Argentinien  8,4  Argentinien  8,5   
 
VR China  5.8  Deutschland  8,4   
 
Niederlande  4.5  VR China  7,3   
Deutschland  4,2  Japan    4,6   
 
Mexiko   3,4  Algerien  3,9   
 
Chile    3,1   Frankreich  3,7   
Sonst. Länder  51,1  Sonst. Länder  46,1   
 
Abb.1: Haupthandelspartner Brasiliens 2005 
 

Ausführgüter (Anteil in % )  Einfuhrgüter (Anteil in % ) 

Transportausrüstung    16.2  Chemikalien/ chem. Produkte  19,9 

Metalle und Metallwaren  10,7  Kraftstoffe        18,3 

Soja        8,5  Maschinen        13,7 

Erdöl und Erdölprodukte  7,7  Elektronik        11,9 

Fleisch       6.8  Kfz und Autozubehör      5,7 

Eisenerz      6,8  Elektrotechnik       5,4 

chemische Produkte    6,3   

Maschinen      5.9   
Abb.2: Hauptprodukte des Außenhandels von Brasilien 2005 
 
        2003      2004      2005               2006 

  Mrd.  % ggü.  Mrd.  % ggü.  Mrd.  % ggü.  Mrd.  % ggü. 


US $  Vorjahr  US $  Vorjahr  US $  Vorjahr  US $  Vorjahr 

Einfuhr    48  2  63  30  74  17  42  22 

Ausfuhr  73  21  97  32  118  23  60  14 

Saldo  24,8    33,7    44,7    18,6   


Abb.3: Entwicklung des Außenhandels in Mrd. US $ und seine Veränderung gegenüber dem 
Vorjahr in % 
 
 
9
Quellenverzeichnis 
1 Deckblatt 
 
2 Forstwirtschaft (Stefan Dörksen): 
• http://www.fazenda‐brasil.com/brasilien/forstwirtschaft.html  
• http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/waelder/Die_Mahago
ni‐Mafia_final.pdf  
• http://kooperation‐
brasilien.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=64&Itemid=59 
 
3 Fischerei (Indra Nowak): 
• http://de.wikipedia.org/wiki/Amazonasbecken  
• http://www.themen‐tv.de/de_N1/401‐Piraten‐Landhaie‐und‐Umweltsuender‐Ein‐Dorf‐
wehrt‐sich.htm  
• http://www.uni‐kassel.de/fb5/frieden/regionen/Brasilien/stahl‐neu.html  
 
4 Landwirtschaft (Malina Freund): 
• http://www.FAZ.net 
• http://www.fazenda‐brasil.com 
• http://www.voer.at/upload/Gaisbauer‐LandwirtschaftinBrasilien.doc  
• Broschüre: Informationen zur politischen Bildung 300, 3. Quartal 2008  
 
5 Der Sekundäre Sektor (Vincent Robiller): 
• http://www.bpb.de/wissen/41QMQJ,0,0,Brasilien.html 
• http://brasilianische‐botschaft.de/wirtschaft/215/ 
 
6 Tourismus & Finanzmarkt (Indra Nowak): 
• http://de.wikipedia.org/wiki/Brasilien#Tourismus 
• http://brasilianische‐botschaft.de/tourismus/  
• http://www.reisenews‐online.de/2009/03/19/tourismuswirtschaft‐in‐brasilien‐mit‐
rekordergebnis‐2008/ 
• http://de.wikipedia.org/wiki/Brasilien#Finanzmarkt  
• http://brasilianische‐botschaft.de/wirtschaft/215/  
• http://www.brasilgate.com/main/wirtschaft.php  
 
7 Der Informelle Sektor (Simon Velden): 
• http://niesel.org/gew/ai6.php  
• http://www.trend.infopartisan.net/trd7802/t037802.html  
 
8 Der brasilianische Außenhandel (Anna Daudrich): 
• http://www.brasilianische‐botschaft.de 
• http://www.brasilienaktuell.blogspot.com 
• http://www.wikipedia.de 
 
9 Materialien zum brasilianischen Außenhandel 
10
Bevölkerung Brasilien 
 
‐Einwohnerzahl:  186.405.000EW 
‐ Weltrang Platz 5 
‐ Volkszählung 2000 : 169.590.693 EW 
53,7% Weiße 
38,5% Mulatten und Mestizen 
6,2% Schwarze 
1,2 % Sonstige 
‐ 22 EW/km² (230 EW/km²) 
‐Bevölkerungswachstum:   1,3% p.a. (‐0,02 p.a.) 
‐Durchschnittsalter:  28 Jahre (42 Jahre) 
‐Bevölkerungsanteil:  0‐14 Jahre : 25,8 % (14,1%) 
  15‐64 Jahre : 68,1% (66,4%) 
  ab 65 Jahre : 6,1 % (19,5%) 
‐Geburtenrate:  16,83 Geburten/Jahr/1000EW (8,33) 
‐Sterberate:  6,17 Sterbefälle/Jahr/1000EW (10,62) 
‐Säuglingssterblichkeit:  28,6 Sterbefälle/Jahr/ 1000 Neugeburten (4,12) 
‐Lebenserwartung:  Männer: 68 Jahre (75 Jahre) 
  Frauen: 76 Jahre (81 Jahre) 
‐Bruttonationaleinkommen:  3.890 US Dollar/Kopf/Jahr   
  (34.870 US Dollar /Kopf/Jahr) 
‐Sprache:  Portugiesisch und ca. 200 Indianersprachen 
‐ Z.B. Tupi, Guarani, Arwak, Karib 
‐Religion:  73, 6 % Katholiken 
  15, 4 % Protestanten 
  7,4% religionslos  
  Minderheiten von Buddhisten, Bahi, Muslimen,  
  Juden und indigener Religionen der Indianer 
‐Verteilung der Bevölkerung in Brasilien: Mehrheit im Nord‐/Südosten des Landes in Städten 
 
 
 
Auswahl von Indikatoren zum Stand der Umsetzung der Millenniumsziele 
 
Millenniumsziele: Maßnahmenkatalog mit konkreten Ziel‐ und Zeitvorgaben und dem 
übergeordneten Ziel, die Armut in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren. 
 
 
In Brasilien: 
 
‐Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US‐Dollar pro Tag        7,5% 
‐Unterernährte Bevölkerung                 7% 
‐Öffentliche Bildungsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes        4,4% 
‐Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen    95% 
‐Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können          89% 
‐HIV/AIDS‐Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)        1% 
‐Anteil der Bevölkerung mit gesichertem Zugang zu Trinkwasser        90% 
‐Anzahl der Internetnutzer (pro 1.000 Einwohner)        195 
 
 
 
 

Quellenangaben: 

      http://de.wikipedia.org 

      http://www.brasilien.de 

      http://www.geographixx.de 

      http://www.brasilianische‐botschaft.de 

      http://www.bpb.de 

      http://www.auswärtigesamt.de 

      http://www.gtz.de 

      http://www.bmz.de 

      http://www.destatis.de 

  Fischer Weltalmanach 2008 
Die Indigene Bevölkerung Brasiliens

- unzählige Indigene Völker bewohnen schon seit Jahrzehnten vorallem die Küstenregion
Brasiliens

- Der größte kriegerische Stamm sind die ,,Tupi´´ = traditioneller halbnomadischer Stamm

- Die ,,Tupi´´ beherrschen auch die Regionen entlang der großen Flüsse, z.B. der
Amazonas

- Tupi – Gurani galt lange Zeit als die zweite Amtssprache Brasiliens

- Viele Orte, Flüsse, Berge etc. tragen heute noch indische Namen

- Lebten vom sammeln und Jagen und von traditioneller Landwirtschaft

- Waren mehr oder weniger ein Teil der Gesellschaft

- unterlagen gesondertem rechtlichen Status und wurden auf allen gesellschaftlichen


Ebenen benachteiligt

- galten als Bürger der dritten Klasse und hatten den niedrigsten gesellschaftlichen Status

- auf dem Land gab es kaum Schulen und die Völker wurden durch die Kirche und
Grundherren unterdrückt

- Armut kennzeichnet die Lebensumstände der indigenen Völker

- Definition von indigener Armut:

- geringes Einkommen, mangelnde Schulbildung, mangelnde Gesundheitsversorgung,


Ausschluss von gesellschaftlichen Vorhaben, kein Mitspracherecht über Ressourcen
Verteilung und deren Nutzung

- In den letzen 50 Jahren gab es jedoch politische Fortschritte zur Verbesserung der
Situation der indigenen Völker

- Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Zahl der indigenen Bevölkerung erstmals unter eine
Millionen gesunken

- Durch Rodungen des Regenwaldes geht die indianische Kultur zusehenst verloren ->
Krankheitsepidemien brechen aus, u.a gewaltsame Übergriffe von Arbeitern

- Die Rechte der indigenen Völker sind zwar gesetzlich geregelt, jedoch werden sie auch
heute noch oftmals missachtet
- Es wird außerdem zwischen zivilisierten und wilden Indianern unterschieden:

- Zivilisierte Indianer: = Ureinwohner die nach Bräuchen und Art der westlichen
Bevölkerung leben

- z.B. Geld als Zahlungsmittel, wohnen in einer Ortschaft, Besitz eines Pkw´s

- Wilde Indianer: = Ureinwohner mit seltenem oder keinem Kontakt zu Außenwelt

- leben nach ihren eigenen Riten und Bräuchen

- Sie sind gesetzlich nicht handlungsfähig und werden vom Staat bevormundet

Quellen:

www.brasilien.de
www.bpb.de
www.wikipedia.de
Schule und Bildung in Brasilien

Durchschnittlich +80% Alphabetisierung


Erhebliche Disparitäten zwischen den einzelnen Landesteilen
Im Nordosten und in ländlichen Teilen des Landes noch immer eine hohe
Analphabetenquote
Schulpflicht besteht für alle Kinder zwischen dem 7. und 15. Lebensjahr
Obwohl der Zugang zum Bildungssystem frei und kostenlos ist, ist er meist nicht
finanzierbar
-> Gründe dafür sind aufkommende Kosten für Unterrichtsmaterialien und für eine Uniform.
Des Weiteren entsteht ein Einkommensausfall wenn die Kinder/Jugendlichen zur Schule
gehen statt zu für die Eltern zu arbeiten
Selbst wenn es ihnen möglich ist zur Schule zu gehen sind die Umstände nicht optimal:
unbezahlte Arbeit vor oder nach der Schule, marode Schulgebäude, oft unzureichendes
Lernmaterial und sehr lange Schulwege werden meist von hunger begleitet
Dazu kommen regelmäßige Lehrerstreiks zwecks einer Lohnerhöhung dazu, welche
manchmal Monate überdauern
Jedoch werden tendenziell immer mehr Kinder eingeschult und vollenden auch das fünfte
Schuljahr
Ermöglicht durch Programme wie „Bolsa Escola - Schulstipendium" das Familien pro
Schulkind einen Zuschuss sichert und somit zu einem höheren Bildungsniveau der
Bevölkerung beiträgt
Diese finanziellen Unterstützungen sollen die Menschen aus dem Armutkreislauf befreien
erfordern aber den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder sowie Besuche beim
Gesundheitsamt
Auch gemeinnützige Privatschulen erhalten staatliche Zuschüsse. Laut der brasilianischen
Verfassung von 1988 fließen 25 % der staatlichen und kommunalen Steuergelder in das
Bildungswesen ein
Es gibt auch Programme die alternative Bildungswege wie Abendschulen für arbeitende
Kinder oder Fernkurse über Rundfunk und Fernsehen ermöglichen
Die internationale Schulleistungsstudie PISA zeigt jedoch, dass noch viel getan werden
muss :
27 % der Schüler erreichten im Bereich der Lesekompetenzaufgaben nur das unterste
Bildungsniveau (Zum Vergleich Deutschland mit nur 6,7 %)
sowie 64 % im Bereich der Problemlösefähigkeit ( Zum Vergleich: Deutschland 14 %)
Diese Ergebnisse zeigen, dass Brasilien trotz aller Bemühungen noch weit von einem guten
Bildungsstandart entfernt ist

Grundschulen Weiterführende Schulen Hochschulen

Schüler weibl Privats. Schüler weibl. Privats. Schüler weibl. Privats.


18968584 47 10 25127503 52 12 4275027 56 70
Städtebau in Brasilien

30.04.2009
Katrin Merklinghaus, Max Scholl, Michael Leiberger, Walter Thiessen
Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Das Modell der lateinamerikanischen Stadt -


Phasen der Entwicklung von 1550 bis 2000

Kolonialstadt (etwa 1550 bis 1820)

Zunächst war die Struktur der lateinamerikanischen Stadt sehr kompakt. Sie setzte
sich aus vier Zonen zusammen. Das Zentrum bildete die City und die Cityerweite-
rung. Umschlossen wurde dieser Bereich von den Wohnvierteln der Oberschicht,
darauf folgte die Wohnregion der Mittelschicht und am Rand der Stadt siedelte sich
die Unterschicht, die arme Bevölkerung, an. Aufgrund der kaum vorhandenen und
schlechten Verkehrsanbindung waren die Wohnsiedlungen nah am Stadtzentrum
sehr begehrt und wurden von der reichen Bevölkerung bewohnt. So staffelte sich
die Bevölkerung von innen (reich) nach außen (arm).

Verstädterungsphase I (zwischen 1820 und 1920)

Diese Phase der Stadtentwicklung wurde überwiegend ausgelöst durch die starke
Einwanderung aus Europa und die damit verbundene Übernahme der europäischen
Konzepte des Städtebaus. Es sind bereits in dieser Phase sektorale Strukturprinzipe
zu erkennen, was das Abwenden vom kolonialzeitlichen Stadtgefüge einleitet. Wäh-
rend sich die ersten Erweiterungen der hochwertigen Wohngebiete am Verlauf neu
angelegter Boulevards orientierten, die an die Altstadt anschließen, ordnen sich
Großhandel, Handwerk und erste Produktionsfirmen mit den zugehörigen Wohnvier-
teln der Arbeiterklasse häufig entlang von Eisenbahnschienen an.

Verstädterungsphase II (1920 bis 2000)

In dieser Zeitspanne verstärkte sich die Ausbildung sektoraler Wachstumsachsen


bedingt durch den Gedanken der Industrialisierung nach der Weltwirtschaftskrise

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

und der Ansiedlung größerer Industriekomplexe entlang der Ausfallachsen. Ein wei-
terer Grund für den Ausbau der sektoralen Wachstumsachsen ist die Abwanderung
der Ober- und im späteren Verlauf auch der Mittelschicht aus der Altstadt in die Pe-
ripherie. Diese Abwanderung ist bedingt durch die „Überformung“ der Innenstadt
durch immer neu angelegte Hochhausbauten. Dies hat eine bauliche Abwertung der
von reichen Bevölkerungsgruppen verlassenen Wohngebiete zur Folge. Außerdem
bilden sich „Massenquartiere“ , oft in Form von Gängevierteln. All diese Faktoren
tragen dazu bei, dass sich der in der Kolonialzeit vorherrschende Sozialgradient um-
kehrt und nun die arme Bevölkerung im Zentrum der Stadt, und die reiche Bevölke-
rung in der Peripherie leben. Hierdurch werden die Disparitäten zwischen arm und
reich noch verstärkt.
Im späteren Verlauf dieser Entwicklungsphase (ca. 1960) wird die ringförmige Ord-
nung im Stadtkern und die darüber angelagerten Sektorengliederungen ergänzt
durch zellenförmige Stadterweiterungen. Das bedeutet, dass auf günstigem Bauland
am Rand der Stadt Viertel des sozialen Wohnungsbaus errichtet werden. Diese neu
erbauten Wohnungsbauten konnten aber bei weitem nicht den von ärmeren
Schichten benötigten Wohnraum decken. So entstanden illegale und semilegale
Hüttenviertel, welche prägend wurden für die Peripherie. Migrationsströme vom
Land in die Gängeviertel des Zentrums oder in ältere, bereits konsolidierte Hütten-
viertel, von dort in neue randstädtische Marginalsiedlungen und teilweise von dort
im Zuge vertikaler Mobilität in die Viertel des sozialen Wohnungsbaus kennzeichnen
die innerstädtische Mobilitätsdynamik. Trotzdem konnten aber gegensätzliche Bewe-
gungen festgestellt werden, die aufgrund der Verelendungs- und Verdrängungspro-
zesse zustande kamen.

Die jüngste Phase der Stadtentwicklung (20. Jdhd.)

In dieser Phase des „Stadtwandels“ bleiben die linear-sektorale und die zellenartige
Wachstumsstruktur bestehen, erhalten aber eine andere Qualität. Durch das ge-
wachsene Verkehrsaufkommen waren die vorhandenen Straßen- und Schienennetze
überlastet und wurden aufgrund dessen zu einem intraurbanen Schnellstraßennetz

3
Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

ausgebaut. Somit wurde ein gut fließender Verkehr ermöglicht und dies machte den
sub- und peripheren Raum auch für die Ober- und Mittelschicht interessant. Der
Ausbau des Straßennetzes löste so die Ausweitung der gewachsenen linearen Struk-
turen aus, und schuf die Voraussetzung dafür, dass sich fragmentierte Strukturen
herausbildeten. Die zellenhaften Anordnungen an der Peripherie sind nur noch in
wenigen Metropolen überwiegend als randstädtische Hüttenviertel ausgebildet, sie
werden ergänzt durch großflächige Infrastrukturvorhaben, die sogenannte Ansied-
lung „auf der grünen Wiese“. Es entstehen dort Shopping Center, Freizeiteinrichtun-
gen, Bürostandorte und vor allem neue Wohngebiete. Diese Wohngebiete sind so
genannte „gated communities“, die hochsegregierte und sozial homogene Regionen
im Stadtbild bilden. Der Wunsch nach mehr Sicherheit bringt viele Familien dazu, in
solche Wohngebiete zu ziehen. Als Verkaufsargument wird häufig die niedrigere Kri-
minalitätsrate und der höhere Schutz vor Terrorismus verwendet. Darüber hinaus
bieten so genannte „barrios cerrados“ die Möglichkeit, mit Menschen der gleichen
sozialen Schicht zusammenzuleben.

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Raumbeispiel

Rio de Janeiro - Segregation, Umweltrisiken und Verkehr

Rio de Janeiro zählt mehr als 11,5 Millionen Einwohner und ist damit die zweitgrößte
Großstadtregion Brasiliens. Wie in den meisten Ballungsgebieten dieser Art kommt
es auch hier zu Problemen in den Bereichen Wohnen, Versorgung und Entsorgung
sowie Verkehr und Umwelt.

Segregation

Als Segregation bezeichnet man den Vorgang unterschiedlicher Elemente in einem


Gebiet. Für Segregationsuntersuchungen bieten sich besonders Großstädte an, da
es in diesen häufig zu großen sozialen, ethnischen oder religiösen Unterschieden
innerhalb verschiedenster Bevölkerungsgruppen kommt, welche auf engstem Raum
mit- und nebeneinander leben.

Besonders betroffen von dem stetigen Wachstum der Stadt Rio de Janeiro sind die
Wohngebiete der Unterschicht und die Elendsviertel. Um neue Wohnfläche zu schaf-
fen, wurde der Wald gerodet, was wiederum zur Folge hatte, dass sich der Wasser-
haushalt und die Abflussverhältnisse so stark änderten, dass es zu Hangrutschun-
gen kam, von welchen gerade diese Gebiete das immense Ausmaß zu spüren beka-
men.

Die privilegierten Gebiete Rio de Janeiros liegen in der so genannten „Zona sur“ und
der „Zona oeste“, in denen sich die Wohngebiete Copacabana, Ipanema, Leblon und
Barra de Tijuca entlang der Küste befinden.

Typisches Merkmal für ein Schwellenland mit großen Disparitäten wie Brasilien sind
die so genannten Gated Communities, von denen es bereits mehrere in Rio gibt.

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Hierbei handelt es sich um streng bewachte Wohnviertel der Oberschicht, in denen


es der Bevölkerung möglich ist, sich völlig von der übrigen Gesellschaft abzuschot-
ten.

Doch rund 40% der Bevölkerung leben in den Favelas, Elendsviertel, von denen
rund 80 im engeren Bereich der Stadt existieren. Sie bestehen aus provisorische ge-
bauten Behausungen, besitzen eine nur unzureichend ausgebaute Infrastruktur und
sind meist Brennpunkte im Bereich des Drogengeschäftes und übriger krimineller
Aktivitäten.

Umweltrisiken und Verkehr

Das Umweltproblem Nummer eins in Rio de Janeiro ist die Entsorgung, vor allem
des Abwassers. Aufgrund unzureichender Abflussmöglichkeiten entstand über Jahre
hinweg ein Sammelbecken von Abwasser der Millionen von Einwohnern. Auch viele
Abwässer der Industrie werden unerlaubt in den Buchten oder im Atlantik entsorgt.

Umweltproblem Nummer zwei stellt die extreme Luftverschmutzung aufgrund von


Müllverbrennungen, Verkehr und Industrie dar. Als Ausgleichsgebiet wurden Wälder
im Stadtgebiet, wie beispielsweise die Tijuca- und das Corovada- Massive unter Na-
turschutz genommen, was seinerseits die territoriale Stadterweiterung und die da-
mit verbundenen Naturschäden wie Hangrutschungen eingrenzt.

Neubauten von Straßen und Eisenbahnlinien sollen außerdem dafür sorgen, das er-
hebliche Verkehrsproblem aufgrund der immensen Pendlerbewegungen einzudäm-
men.

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Raumbeispiel

Brasília: Stadtplanung im 20. Jahrhundert;

funktionale Stadtgliederung

Brasília wurde im Zeitraum von mehreren Jahren unter der Leitung des Stadtplaners
und Architekten Lúcio Costa bis 1957 als neue Hauptstadt Brasiliens geplant, mit
dem Ziel, ein neues, modernes Regierungszentrum zu erbauen und der Bevölkerung
sowie der Wirtschaft Anregung zur weiteren Erschließung Innerbrasiliens zu geben.

In nur drei Jahren (1957 bis 1960) wurde der Großteil aller städtebaulichen Arbeiten
abgeschlossen, sodass Brasília am 21.04.1960 seiner Bestimmung als neue Haupt-
stadt übergeben werden konnte.

Dabei wurde der Stadt ein eigenes Bundesland, der Distrito Federal, zugeordnet.
Die Stadt ist an einer Parabelförmigen Nord- Süd- Achse ausgerichtet, die die
Hauptverkehrsachse bildet und an den beiden Spitzen (botanischer bzw. zoologi-
scher Garten) von zwei Halbinseln getrennt werden, die sich durch den Lago de Pa-
ranoá, den Stausee, der Wasser- und Energieversorgung der Stadt darstellt, erstre-
cken. In 25 km Entfernung wurden die Arbeiterstadt cidade Livre, weitere Traban-
tenstädte und Ansiedlungsflächen für Schwerindustrie ausgewiesen.

Die Stadt ist nach den Himmelsrichtungen gerichtet und dem Zentrum in fünf Funk-
tionsräume gegliedert. Im westlichen Tel der Stadt ist die Funktion „Arbeiten“ ange-
siedelt. Hier befinden sich der Güterbahnhof und für Industrie ausgewiesene Flä-
chen. Im Osten Brasílias befinden sich vor allem zentrale, öffentliche Einrichtungen
wie Parks, Grünanlagen, der Platz der drei Gewalten, die Universität, Theater, Ka-
thedrale, Banken, das Regierungsviertel und der Präsidentenpalast.

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Entlang der Hauptachse der Stadt, also im Norden, dem Zentrum und dem Süden,
befinden sich hauptsächlich Wohnflächen, im Wert in Richtung Zentrum immer grö-
ßer, wobei das Diplomatenwohnviertel im Norden der Stadt eine eigene, unabhängi-
ge Rolle einnimmt.

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Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Raumbeispiel

Curitiba - nachhaltige Stadtentwicklung

Die Hauptstadt des Bundesstaates Paraná, Curitiba, wird nicht ohne Grund als Mo-
dellstadt für eine nachhaltige Stadtentwicklung bezeichnet. Sie weist seit 1970 eine
zukunftsorientierte Stadtentwicklung, die sogar internationale Bedeutung findet,
auf.
Zentrale Aspekte der Entwicklung sind Flächennutzungs- und Verkehrsplanung.
In jüngster Vergangenheit gab es noch zwei Weitere: zum Einen die Umweltaspek-
te, welche den Ausbau von Parkanlagen, Förderung der Umweltbildung und die Ab-
fallentsorgung beinhaltete, zum Anderen einige Sozialkriterien, wie der Ausbau der
Bildung, Förderung der Jugend und eine verbesserte Altersfürsorge.

Stadtplanung und Flächennutzung

In den 1960er-Jahren entstanden die ersten Pläne, um das Wachstum der Stadt zu
lenken. Ziel war es, den Verkehr einzudämmen und das architektonische Erbe zu
bewahren.
Die Bebauung in der Stadt ist lokal sowohl locker als auch dicht.
Es gibt vier Bebauungsklassen mit verschiedenen Nutzungseinschränkungen. Die
größte Bedeutung findet der kommunale und staatliche Sozialwohnungsbau bei den
Einwohnern der Unter- und Mittelschicht.
Die Industriegebiete sind klar von den Wohngebieten abgetrennt, wobei es auch
Mischzonen zwischen Arbeiten und Wohnen gibt, jedoch sind nur kleine Einzelhan-
dels- und Gewerbebetriebe miteinbezogen. Durch die zunehmende Industrialisie-
rung wird Curitiba seit den 1970er Jahren als Industriestadt bezeichnet.
Die Zunahme der Favelas, der Armensiedlungen, begünstigt Curitiba dagegen nicht.
Es mangelt wie in vielen dieser Siedlung an einer ausreichenden Infrastruktur und
an einer in der Nähe liegender Verwaltungsbehörde, die die illegale Landnahme

9
Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

verhindern kann.
Erst wenn der Bodenbesitzer legalisiert wird, und Infrastrukurmaßnahmen ergriffen
werden, werden die Favelas urbanisiert.

Innovation bei Verkehr und Bildung

Ab 1960 wurde das Ziel gesetzt, die Verkehrsinfrastruktur auszubauen, um den


Straßenverkehr einzudämmen.
Es wurde ein weit verzweigtes Busnetz erstellt. Es soll zudem eine hohe Beförde-
rungskapazität gewährleistet sein und ein Einheitspreis für die Beförderung ausrei-
chen. Die Buslinien bekamen ihre eigenen Fahrspuren zugeteilt.
Nicht nur das Busnetz sorgte für Anerkennung, sondern auch ein weit verzweigtes
Radwegenetz.
Des weiteren kam es zu größeren Änderungen der Straßenführung.
Eine weitere Maßnahme ist die Versorgung mit technischer und sozialer Infrastruk-
tur, was auch die Umweltbildung mit einbezieht. Man spricht vom „grünen Tausch“,
wenn man Lebensmittel gegen Wertstoffe bekommt. Dies nennt man Wertstoff-
sammlung. Besonders ansprechend ist das für die Unterschicht der Einwohner. Es
wurden in viele kommunalen Schulen Bibliotheken eingerichtet, vor allem in der pe-
ripheren Unterschicht. Aber es kam auch zum Bau von Bildungszentren, die als
„Leuchttürme des Wissens“ bezeichnet werden. Sie haben Zugang zum Internet.
Eine weitere umgesetzte Idee war die Entwicklung dezentraler Verwaltungszentren,
die dann Curitiba das Bild hinterließen: „Curitiba - Stadt der kurzen Wege“.

10
Aufgabenpaket Städtebau in Brasilien

Quellen

Bertelsmann Lexikothek
„Stadtgeographie 2 - Regionale Stadtgeographie“
Das geographische Seminar von Jürgen Bähr, Ulrich Jürgens
www.wikipedia.de
www.diercke.de
www.bpb.de

11
Idealtypische Sequenz der Verkehrsentwicklung

Von Taaffe, Morrill und Gould

Diese idealtypische Sequenz der Verkehrsentwicklung lässt sich in sechs Phasen


teilen, wobei die Phasen nicht diskret in einer Reihe stehen, sondern eher einen
Prozess darstellen. Demnach kann die Verkehrsentwicklung innerhalb eines Landes
in mehreren Phasen gleichzeitig sein.

In der ersten Phase befinden sich Häfen und Handelsstützpunkte längs der
Meeresküste. Querverbindungen zwischen ihnen bestehen nur bedingt und das
Hinterland ist begrenzt.
Erschließungslinien ins Hinterland kommen ab der zweiten Phase auf, wodurch die
Kosten für bestimmte Häfen zurück gehen. Bei diesen Häfen kommt es zu einer
Hafenkonzentration und der Markt wird ins Binnenland ausgeweitet.
Durch das Zusammenlaufen von Zubringern bei größeren Häfen und Binnenzentren
in der dritten Phase entwickeln sich kleinere Knotenpunkte längs der
Erschließungslinien.
In der vierten Phase werden diese Knotenpunkte bei zunehmender
Zubringerentwicklung zu Zentren eines Zubringernetzes. Weitere kleine
Knotenpunkte konzentrieren sich an den Zubringerzentren.
Während der fünften Phase kommt es zu einem Anschluss sämtlicher Häfen,
Binnenzentren und Hauptknotenpunkten durch seitliche Querverbindungen.
Schließlich entwickeln sich staatliche Fernstraßenverbindungen oder „Hauptstraßen“
in der sechsten und letzten Phase.

In Brasilien befindet sich der Bereich um Recife und das Dreieck Sao Paulo –
Brasília – Rio de Janeiro in Phase 5 und der restliche Teil der Küste in Phase 4. Die
sechste Phase trifft nur auf Teile Nordamerikas, Ostasiens und Westeuropas zu.
Amazonien
Amazonien ist mit einer Fläche von etwa 5,8 Mio. km² das größte tropische
Regenwaldgebiet
der Erde. Es bedeckt rund ein Fünftel der Landfläche Südamerikas, wobei rund 75%
auf Brasilien entfallen. Amazonien ist die Heimat einer außerordentlich reichen und
vielseitigen Flora und Fauna und zudem für das Ökosystem der Erde, insbesondere
für das Weltklima, von entscheidender Bedeutung. Diese Region ist sehr dünn
besiedelt und kaum erschlossen.

Als Leitlinie für ackerbauliche Nutzung, Holzwirtschaft und Rohstofferzeugung


erweisen sich der Amazonas und seine Nebenflüsse, extra große Bahnlinien und die
großen Straßen (Transamazonika).
.
Schiffsverkehr

Der Fluss war der erste Vekehrsweg, denn schon früher haben ihn die Einwohner
genutzt, um sich fortzubewegen. Heute noch ist der Amazonas die
Hauptverkehrsader, insbesondere für den Gütertransport. Die meisten Stadte sind
mit Lienienflügen zu erreichen, diese sind jedoch nicht erschwinglich für einen
großen Teil der Bewohner des Amazonasgebietes, weswegen die typischen
regionalen Schiffe benutzt werden. Diese sind auch für Passagiere geeignet, denn
der Großteil der Passagere übernachtet inder mitgebrachten Hängematte und im
unteren Teil des Schiffes werden Güter transportiert.
Der Amazonas ist von der Atlantikküste bis Manaus mit Ozeanschiffen (bis zu 5000 t)
befahrbar. Selbst manche Nebenflüsse (Rio Tapajos, Rio Negro) können mit
Kreuzfahrtschiffen befahren werden. In Manaus und inzwischen auch in einigen
anderen Orten können diese großen Schiffe anlanden.
Für Touristen gibt es auch die Taxiboote, mit denen sie eine Rundfahrt machen
können oder von einem Ort ins nächste Ort gebracht werden.

Straßenverkehr

Der erste Schritt der Erschließung ist der Straßenbau. Im Amazonasgebiet erfolgte
dieser Teil einer politischen Strategie, den Regenwald zu besiedeln und zu
industrialisieren. Seit 1970 wurden verschiedene Fernstraßen in den unberührten
Dschungel geschlagen, die Tausende von Kilometern lang sind.
So wurde die Transamazonica als wichtigstes Glied des verkehrsmäßigen
Erschließung gesehen. Die Transamazonica ist ein Straßenbauproject, das bei
seiner Fertigstellund die Atlantik- und die Pazifikküste Südamerikas miteinander
verbinden soll, etwa auf der Höhe des Äquators. Der Streckenverlauf der Trasse war
an den Endpunkten der Schifffahrt orientiert. In den Orten Itaituba, Marabá und
Atamira wurden die Möglichkeiten gesehen Boote und Kraftfahrzeuge zu
kombinieren.
Weite Teile der Straße sind fertiggestellt, jedoch inzwischen schon wieder
weitgehend überwuchert und verfallen.
Zahlreiche Wiederstände hindern an der Fertigstellung. Zum Einen ist da die
schwierige Natur des Geländes und zum anderen die klimatischen Verhältnisse: die
Straße muss immer wieder über die süd- nördlich verlaufenden Tälern der großen
Amazonaszuflüssen führen, die in den Regenzeiten auf unübersehbare Breiten
(manchmal mehr als 30 km) Sumpfland anschwellen und jede straße im Jahr ein bis
zweimal wieder zerstören.

Der Bereich zwischen Marabá und Itaituba (1100 km) wurde als Zentrum der
Regenwaldkolonisation ausgesucht. Im Abstand von 5 km der Transamazonica
sollten bis zu 100 km lange Stichstraßen nach Norden und Süden gbaut werden um
Kolonisten anzusiedeln. So wollte man ursprünglich etwa 1 Mio. Menschen entlang
der Transamazonica ansiedeln, doch das ist nicht richtig gelungen.
Heute sieht man nur vereinzelt Bauern in dieser Gegend, die Gründe dafür liegen an
organisatorischen Mängeln und an der mangelnden Qualität des Bodens.

Damit ist die Transamazonica ein wesentlicher Bestandteil der Besiedlung


Amazoniens, denn sie bietet den Menschen, die dort leben, einen
lebensnotwendigen Verbindungsweg.
Aber so bietet sie auch den Verkehrweg für die Abholzung des Regenwaldes. Die
Verkehrswege öffnen den Wald nach außen und machen die Zufahrt durch ehemals
unwegsame Gebiete möglich. Illegale holzfäller dringen in die Wälder ein und
schlagen die wertvollsten Bäume heraus, wodurch der ward massiv geschädigt wird.

So spielt der Fernstraßenbau eine entscheindende Rolle bei der Erschließung,


Besiedelung und der Gewinnung von Rohstoffen, jedoch treibt dieser auch die
Zerstörung voran.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Brasilien#Gew.C3.A4sser
http://www.diercke.de/kartenansicht&stichwort=Amazonien
http://www.amerika-live.de/Amazonas/Amazonas.htm
http://www.wissen.de
Infrastruktur Brasilien allgemein

Straßenverkehr

Das Fernstraßennetz Brasiliens ist mit ca. 2 Mio. km das zweitlängste der Welt.
Davon sind rund 10% asphaltiert. Jährlich sind ca. 1,2 Mrd. Reisende darauf
unterwegs. Auch die Busverbindungen sind gut ausgebaut und einigermaßen
zuverlässig. Eine besondere Funktion haben Fernstraßen, die von Brasília zu allen
wichtigen Städten des Landes führen. Sie dienen nicht nur zum Transport, sondern
auch als Entwicklungsachsen und zur Erschließung des Landesinneren.

Flugverkehr

Noch ist der Flugverkehr weniger gefragt als der Straßenverkehr, trotz der großen
Entfernungen im Land, wird aber immer wichtiger für die Bevölkerung. Wegen hoher
Kosten nehmen viele ärmere Brasilianer den Flugverkehr nur selten oder gar nicht in
Anspruch. Um allen Bewohnern diese Transportalternative zu ermöglichen bieten
immer mehr Fluggesellschaften Billigflüge zu erschwinglichen Preisen nach
europäischem Vorbild an.

Bahnverkehr

Mitte des 20. Jahrhunderts hatte die Bahn in Brasilien noch große wirtschaftliche
Bedeutung, aber wegen dem mittlerweile für brasilianische Verhältnisse gut
ausgebautem Straßennetz verlor sie diese. Der Personenfernverkehr bevorzugt
Busse und der Güterverkehr greift eher auf Schiffe oder LKWs zurück. Man ist dabei
den Bahnverkehr allmählich abzubauen, indem man einige Strecken und Bahnhöfe
nicht mehr be- bzw. anfährt. Dennoch besteht derzeit ein 30.000 km langes
Schienennetz. Als Touristenattraktion betreibt man in Brasilien noch nostalgische
Lokomotiven, die durch malerische Berglandschaften fahren.

Schiffsverkehr

Brasiliens Binnenschifffahrtswege haben insgesamt eine ungefähre Länge von


50.000 km. Bis Manaus im Landesinnern können sogar 5.000-Tonner passieren. Die
brasilianische Handels- und Frachtflotte besteht aus 475 Schiffen und die größten
Häfen des Landes befinden sich in Santos und Paranagua.

Energie

Das Pipelinenetz für reines Erdöl und Erdölprodukten umfasst zusammen eine Länge
von etwa 8.000 km, das für Erdgas ist ca. 4.250 km lang

Quellen:

http://www.brasilien.info/infrastruktur
http://de.wikipedia.org/wiki/brasilien#infrastruktur
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/fernreisen/index,page=1067790,chunk=11
.html
Rio de Janeiro

Fernverkehr

Rio de Janeiro ist eine sehr bedeutende Hafenstadt, die die Städte an der Nordwestküste
mit der wirtschaftlich höher entwickelten Südwestküste verbindet. Der Güterhafen liefert
verfrachtet Ware und verschickt sie in alle Welt, ist jedoch im nationalen Vergleich auf
Platz neun der wichtigsten Häfen.
Die Stadt besitzt zudem 5 Flughäfen, davon drei Verkehrsflughäfen und zwei
Militärflughäfen. Der einzige internationale Verkehrsflughafen, der „Rio de Janeiro-Antonio
Carlos Jobim“ hat eine Kapazität von 8 Mio. Passieren pro Jahr.

Nahverkehr

Das wichtigste Massen-Fortbewegungsmittel ist der Bus. Die 440 Linien transportieren
täglich über 4 Mio. Passagiere.
Das Auto ist ein ebenso wichtiges Transportmittel, welches von etwa einer halben
Millionen Pendlern pro Tag verwendet wird. Eine 14 km lange Brücke (Rio-Niterói-Brücke)
und viele neu gebaute Straßentunnel helfen, den Pendlerverkehr etwas zu entlasten.
Trotzdem gibt es noch einige andere öffentliche Verkehrsmittel: Seit 1979 gibt es ein U-
Bahnnetz, das mit etwa 37km für eine solch große Stadt eher klein ist. Es sind jedoch
noch vier Linien in Planung, die die bestehenden zwei ergänzen sollen.
Der Bahnhof von Rio de Janeiro ist eher unbedeutend.
Außerdem verfügt die Stadt über eine 1859 fertiggestellte Straßenbahn, die jedoch
aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Kraftfahrzeugs an Bedeutung verloren hat und
inzwischen auf nur noch 8 km reduziert wurde. Der museale Betrieb der Bahn, die über
eine spektakuläre Strecke über ein Äquadukt führt, bewahrt sie vor der Stilllegung.
Zudem befinden sich in der Stadt eine 7km lange Pferdestraßenbahn und eine
Zahnradbahn auf den 700m hohen Corcovado, die aber auch fast ausschließlich von
Touristen besucht werden.
Offensichtlich verfügt die Großstadt über sehr wenig Nahverkehr, das Auto und der Bus
sind das Hauptbewegungsmittel der „Cariocas“, wie man die Bewohner von Rio de Janeiro
auch nennt.

Die Verkehrsinfrastrukur ist typisch für brasilianische Großstädte. Auf Schienenverkehr


wird entweder kein großer Wert gelegt, oder es fehlen die finanziellen Mittel.
São Paulo
Fernverkehr

São Paulo ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Flughäfen, Eisenbahnlinien und
Autobahnen. Die Stadt besitzt zwei große Flughäfen, den Aeroporto Internacional de
São Paulo/Guarulhos und den Aeroporto Internacional de Congonhas/São Paulo.
Letzterer wird ausschließlich für Inlandsverkehr genutzt.

Der Flughafen Guarulhos ist der größte internationale Flughafen in Lateinamerika. 39


Fluggesellschaften aus 28 verschiedenen Ländern bieten 500 Flüge täglich an. Die
beiden Terminals haben eine Kapazität von 29 Millionen Fluggästen pro Jahr.

Der Flughafen Congonhas befindet sich etwas südlich des eigentlichen


Stadtzentrums in der Nähe des Ibirapuera-Parks. Hier wird der größte Teil des
Inlandverkehrs abgewickelt. Weiter gibt es noch den Flughafen Campo de Marte,
unmittelbar nördlich des Rio Tietê, auf den Billigflüge und Charterlinien gerne
ausweichen um Kosten zu sparen.

São Paulo soll gegenwärtig den größten Hubschrauberverkehr weltweit haben.


Verlässliche Quellen hierzu gibt es jedoch nicht. Wer es sich leisten kann, umgeht
die unsichere Verkehrssituation und die hohe Kriminalität per Hubschrauber. Über
200 Helikopter-Landeplätze befinden sich in der Stadt.

Am 1. Januar 1867 bekam São Paulo Anschluss an die Eisenbahn. Die Strecke
Santos–Jundiaí verbindet die Stadt heute, die bis dahin durch Flüsse und
Gebirgszüge isoliert war, mit der Küste. Dadurch ist die Integration einer der ganz
wenigen größeren Städte Lateinamerikas, die nicht an der Küste liegen, in die
atlantischen Handelsrouten möglich geworden. Die Eisenbahn ist heute wegen
geringer Investitionen in die Infrastruktur relativ langsam und wird nur von wenigen
Menschen genutzt. So dauert die Fahrt auf der wichtigen 373 Kilometer langen
Strecke nach Rio de Janeiro etwas weniger als zehn Stunden. Der Bahnbetrieb für
den Personenverkehr (trem de prata) ist inzwischen eingestellt worden.

Nahverkehr

Vor schwierigste Probleme stellt die Situation des Straßenverkehrs São Paulo. Staus
und chaotische Verkehrsverhältnisse, die bei Starkregen zum völligen
Zusammenbruch des Straßenverkehrs führen können, sind trotz einer Ringstraße um
den alten Stadtkern, großen Straßendurchbrüchen, Straßentunnels und dem Ausbau
der großen Ausfallstraßen an der Tagesordnung. 21 Prozent aller in Brasilien und 57
Prozent der im Staat São Paulo zugelassenen Fahrzeuge verkehren in der
Metropolregion. Rund drei Millionen PKW zirkulieren täglich in diesem Bereich,
darunter über 30.000 Taxis. Dazu kommen etwa 15.000 Omnibusse mit hohem
Schadstoffausstoß, die 73 Prozent der Passagiere im Öffentlichen Nahverkehr
befördern.

Über zwei Stunden kann in der Hauptverkehrszeit die Fahrt vom internationalen
Flughafen in Guarulhos zum Stadtzentrum betragen. Bei der heutigen Verkehrsdichte
und einem hohen Anteil von Schwerlastverkehr brachte auch die Einrichtung großer
Ring- und Umgehungsstraßen entlang des Rio Tietê im Norden und des Rio
Pinheiros im Westen der Stadt mit der völligen Versiegelung der
überschwemmungsgefährdeten Uferbereiche keine spürbare Entlastung mehr.

Die ersten elektrischen Straßenbahnen fuhren am 17. Februar 1900 in der Stadt. Der
Betrieb wurde am 18. September 1968 eingestellt. Am 22. April 1949 wurde der
Trolleybusbetrieb eingerichtet. Das Omnibusnetz ist wegen der Größe São Paulos
und der Anzahl der Fahrgäste ständig überlastet. Weite Teile der Stadt sind noch
nicht ausreichend erschlossen. Die Omnibusse bewegen sich überwiegend auf
Vorzugsspuren, sind in der Hauptverkehrszeit überfüllt und teilweise in schlechtem
technischem Zustand.

Insgesamt benutzen pro Tag mehr als drei Millionen Passagiere einen der 15.000
Omnibusse und etwa 2,5 Millionen fahren täglich U-Bahn. Der Anteil des Öffentlichen
Personennahverkehrs liegt damit bei mehr als 50 Prozent – ein Spitzenwert im
Vergleich zu Großstädten in Europa.

Quellen: http://www.standseilbahnen.de/br/sao-paulo.htm
http://www.airtransportnews.aero/analysis.pl?id=156
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A3o_Paulo#Nahverkehr
Deutsche Investitionen in Brasilien

Inhalt
1. Die GTZ

2. Deutsche Firmen in Brasilien

3. Deutsche Investitionen in Brasilien


Die GTZ

Seit über 40 Jahren fördert die Bundesregierung brasilianische


Entwicklungsvorhaben mit dem Ziel, soziale Ungleichheiten abzubauen und
einen Beitrag zum besseren Schutz der Umwelt und zur nachhaltigen
Bewirtschaftung der Naturressourcen zu leisten. Während dieser Zeit stellte die
Bundesrepublik Deutschland der GTZ Mittel in Höhe von insgesamt mehr als
440 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2005 belief sich die Gesamtsumme
auf etwa 17,5 Millionen Euro zur Finanzierung der Aufträge.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH ist ein
am 12. Dezember 1974 gegründetes, weltweit tätiges Unternehmen der
Internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung
(Entwicklungszusammenarbeit). Bei der Gründung dieser Gesellschaft handelte
es sich um einen Zusammenschluss der ehemaligen Bundesstelle für
Entwicklungshilfe (BfE) mit der Deutschen Fördergesellschaft für
Entwicklungsländer (GAWI).

Derzeit beschäftigt die GTZ etwa 70 brasilianische und deutsche Mitarbeiter in


Brasilien. Die Hauptvertretung befindet sich in der Bundeshauptstadt Brasília.
Brasilianische Institutionen, die daran interessiert sind, Projekte gemeinsam mit
der GTZ durchzuführen, legen ihre Vorschläge zunächst bei der brasilianischen
Bundesregierung vor. In der modernen Technischen Zusammenarbeit unterstützt
die GTZ außerdem brasilianische Einrichtungen darin,
Entwicklungsdienstleistungen in Drittländern zu erbringen.
Deutsche Firmen in Brasilien

Es haben sich sehr viele deutsche Firmen in der brasilianischen Stadt Sao Paulo
angesiedelt. Insgesamt befinden sich 1.200 deutsche Firmen in ganz Brasilien
und davon sind 1.000 in Sao Paulo zu finden.
Als Beispiel ist VW zu nennen, welches, mit 28.400 Beschäftigten und einem
Jahresumsatz von 5,7Milliarden US-Dollar, das größte private Unternehmen in
Brasilien ist. Im Vergleich zu der Firma Dymler – Chrysler, welche „nur“
12.400 Beschäftigte haben und 2,1 Milliarden US – Dollar Umsatz im Jahr
erzielen, wird die Größe und die enorme Wichtigkeit des VW Unternehmens
nochmals deutlich.
Weitere Firmen die sich in dieser Region niedergelassen haben sind z.B.
Siemens, BASF, Bayer, Aventis, Henkel, Degussa und auch Firmen im Bereich
des Maschinenbaus.

Grundsätzlich kann man sagen, dass diese deutschen Firmen eine große
finanzielle Hilfe in Form von Arbeitsplätzen für die Einwohner, aber auch durch
Pachtgebühren oder aber Kaufpreise für die Grundstücke darstellen.

Um das Land für deutsche Firmen attraktiv zu machen hat sich die Regierung in
einigen Bereichen etwas einfallen lassen.
So gibt es zum Beispiel deutsche Zeitungen, deutsche Einrichtungen, wie
Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen und auch deutschsprachige
Vereinigungen, wie zum Beispiel einen Yacht Club.

Durch all diese Veränderungen werden deutsche Firmen mit einem Teil der
Mitarbeiter angezogen, damit sich Brasilien / Sao Paulo der deutschen
Unterstützung auch weiterhin sicher sein kann.
Deutsche Investitionen in Brasilien

1995 wurden mehr als 19 Milliarden US-Dollar in Brasilien investiert. Diese


Investitionen waren entweder Ausgaben für, in Brasilien ansässige, deutsche
Firmen und Unternehmen oder direkte Investitionen in den Staat. Es überwiegen
allerdings die Investitionen in deutsche Firmen. Viele Verschiedene Bereiche
wurden von deutschen Investoren unterstützt.

Die erste Branche, die ins Auge fällt, ist die verarbeitende Industrie: hierfür
wurden knapp 9,5 Milliarden Dollar ausgegeben. In Brasilien wird zum Beispiel
viel Eisenerz abgebaut. Kaufen deutsche Firmen das Rohmaterial, so ist es
sinnvoll dort verarbeitende Industrie zu haben, um es direkt verarbeiten zu
können und sich somit unnötige Transportkosten zu sparen. Außerdem sind die
Arbeitskosten in Brasilien billiger.

Dann folgen Automobil- und Maschinenbau mit 2,4 bzw. 1,4 Milliarden Dollar
und Chemie und Pharmazie mit jeweils 1 Milliarden Dollar.
Andere Branchen, wie Elektronik, Banken, Bergbau, Handelshäuser und
Lebensmittelverarbeitung liegen unter 1 Milliarden Dollar. Diese Branchen sind
in Deutschland bzw. anderen Ländern schon sehr stark vertreten, daher ist es
nicht notwendig in Brasilien ebenfalls viele Vertreter derselbigen zu haben.
Dazu kommen die, größtenteils, mangelhafte (Aus)Bildung der einheimischen
Arbeiter.

Die niedrigsten Investitionen wurden in den Branchen Landwirtschaft und


Viehzucht (26,3 Mio. Dollar), sowie öffentliche Dienstleistungen und
Transportdienstleistungen (19,3 Mio. Dollar). Landwirtschaft und Viehzucht
werden in Deutschland mehr als genug betrieben. Es besteht also kein bedarf in
diese Branchen in anderen Ländern zu investieren. Öffentliche- und
Transportdienstleistungen sind es ebenfalls nicht wert unterstützt zu werden, da
es bei solch niedrigen Preisen, wie in Brasilien, nicht rentabel wäre.
Deutsche Investitionen nach Branchen, 1995
(einschl. Reinvestitionen, in Mio. US$)

Sektoren und Branchen BetragAnteil in %


Landwirtschaft und Viehzucht 26,3 0,2%
Bergbau 232,3 2,2%
Verarbeitende Industrie 9.446,1 88,2%
Automobilbau 2.405,1 22,5%
Maschinenbau 1.463,4 13,7%
Chemie 1.064,2 9,9%
Pharmazie 1.009,0 9,4%
Kfz-Teile 977,1 9,1%
Eisen und Stahl 875,1 8,2%
Elektro, Elektronik, Telekom 796,3 7,4%
Lebensmittelverarbeitung 268,9 2,5%
Öffentliche Versorgung und Transportdienstleistungen 19,3 0,2%
Sonstige Dienstleistungen 909,8 8,5%
Banken 289,2 2,7%
Handelshäuser 269,8 2,5%
Andere Aktivitäten 72,6 0,7%
Ingesamt 10.706,5 100,0%