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Hintergrund: Türkei Nr. 46 / 05. August 2014 Erdoğan oder…… Erdoğan ? – Zur Wahl

Hintergrund:

Türkei

Nr. 46 / 05. August 2014

Hintergrund: Türkei Nr. 46 / 05. August 2014 Erdoğan oder…… Erdoğan ? – Zur Wahl des

Erdoğan oder…… Erdoğan? Zur Wahl des Staatspräsiden- ten der Türkei

Christoph Erber

Nach den Kommunalwahlen im März werden die Bürger der Türkei im August 2014 erneut zur Wahlurne gerufen. Wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen sieht Ministerpräsident Erdoğan jedoch bereits wie der sichere Sieger aus.

Erst vor wenigen Monaten wurde Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Rahmen der Kommu- nalwahlen indirekt in seinem Amt bestätigt. Damals hatten landesweit gut 45% der Wähler seiner Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung(AKP) das Vertrauen ausgesprochen und damit deutlich gemacht, dass der Ministerpräsident trotz der Gezi-Park-Proteste und der Korruptionsvorwürfe im vergangenen Dezember nach wie vor großes Vertrauen in weiten Teilen der Bevölkerung genießt. Am 10. August wird sein Name nun tatsächlich auf den Wahlzetteln zu lesen sein, da Erdoğan das Amt des Staatspräsidenten anstrebt.

Die Präsidentschaftswahl 2014 direkt und demokratischer?

Die diesjährige Präsidentschaftswahl stellt aus zwei Gründen eine Neuheit in der Geschichte der Türkei dar. Zum einen wird der Präsident erstmalig in direkter Wahl vom Volk gewählt. Durch ein Referendum wurde die Verfassung im Jahr 2007 geändert, so dass nun der Souverän anstatt wie bisher das türki- sche Parlament direkt über das neue Staatsoberhaupt entscheidet. Nach französischem Vorbild ge- winnt derjenige Kandidat, der im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit erreicht. Erhält kei- ner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen, erfolgt zwei Wochen später eine Stichwahl zwi- schen den beiden Bewerbern mit den höchsten Stimmergebnissen des ersten Wahlgangs.

Zum anderen müssen sich die Wahlberechtigten zum ersten Mal nicht in der Türkei aufhalten, um wählen zu können. Bisher war die Stimmabgabe nur innerhalb der Türkei möglich, weshalb sich z.B. bei der Parlamentswahl 2011 rund 120.000 in Deutschland lebende Türken auf den Weg in die Türkei machten. Erstmals werden nun in Botschaften und Konsulaten der Türkei Wahlurnen für die Wahlbe- rechtigten unter den insgesamt ca. drei Millionen im Ausland lebenden Türken aufgestellt. Da die Wahlzettel in der Türkei ausgezählt werden, haben die im Ausland lebenden Türken bereits am ver- gangenen Wochenende gewählt. Ersten Berichten zufolge blieb die Wahlbeteiligung in Deutschland

(mit kaum 10%) jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück – in Berlin war aufgrund der

(mit kaum 10%) jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück in Berlin war aufgrund der erwarte- ten Wählermassen sogar das Olympiastadion zum Wahllokal umfunktioniert worden. Vor allem das komplizierte Registrierungsverfahren scheint viele Wähler abgeschreckt zu haben.

Die Rolle des Staatspräsidenten in der Türkei

In einem parlamentarischen Regierungssystem erfüllt der Staatspräsident zumeist eine überwiegend symbolische und repräsentative Funktion als Staatsoberhaupt. Dies ist auch in der Türkei der Fall, al- lerdings wurde das Präsidentenamt nach dem letzten Militärputsch von 1980 deutlich gestärkt. In der 1982 verabschiedeten Verfassung wurden die Kompetenzen des Staatsoberhauptes ausgeweitet, um die politische Stabilität des Landes zu erhöhen. Auch das erwähnte Referendum zur Direktwahl des Präsidenten im Jahr 2007 kann als ein weiterer Schritt gesehen werden, um das Staatsoberhaupt als eine tragende Säule im politischen System der Türkei zu etablieren.

Säule im politischen System der Türkei zu etablieren. Stimmzettel der Präsidenschaftswahl / Quelle: Today's

Stimmzettel der Präsidenschaftswahl / Quelle: Today's Zaman

Laut Verfassung von 1982 soll der Staatspräsi- dent die Durchsetzung der Verfassung sowie die reibungslose Tätigkeit der Staatsorgane sicher- stellen. Zu diesem Zweck ist der Staatspräsident mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, die in legislative, exekutive und judikative Zu- ständigkeiten unterteilt werden. Zu den erstge- nannten zählt etwa die Möglichkeit, Gesetze vor dem Verfassungsgericht anzufechten oder vor- gezogene Neuwahlen zum nationalen Parlament anzusetzen. Die exekutiven Befugnisse umfassen u.a. die Ernennung des Ministerpräsidenten und des Kabinetts, den Vorsitz im Nationalen Sicher- heitsrat, den Oberbefehl über die Armee, das

Recht zur Verhängung des Ausnahmezustandes und zur Verabschiedung von Rechtsverordnungen. Hinsichtlich der Judikative ernennt der Präsident etwa die Richter des Verfassungsgerichtes und einen Teil der Mitglieder des „Obersten Rates der Richter und Staatsanwälte“ (HSYK). Auf dem Papier ist der türkische Staatspräsident also deutlich einflussreicher als in anderen parlamentarischen Regierungs- systemen, wie zum Beispiel dem der Bundesrepublik Deutschland.

Ein starkes Amt durch starke Persönlichkeiten

Die aktivere und stärkere Rolle des Präsidenten in der Türkei ist neben den verfassungsrechtlichen Be- fugnissen aber vor allem extrakonstitutionellen Umständen geschuldet. Dazu zählen neben einer Reihe politischer Ereignisse vor allem die Persönlichkeiten, die das Amt des Staatsoberhauptes seit Inkraft- treten der Verfassung von 1982 bekleidet haben.

Kenan Evren, der das Amt von 1982 bis 1989 innehatte, war als Generalstabschef der Armee maßgeb- lich am Staatsstreich von 1980 beteiligt gewesen. Insbesondere zu Beginn seiner Amtszeit bemühte er sich darum, Einfluss auf die politische Entwicklung zu nehmen. Sein Nachfolger Turgut Özal (1989- 1993) wechselte als Ministerpräsident mit viel reformerischem Tatendrang in das Amt des Staatsober- hauptes. Von allen Präsidenten war er es, der die Reichweite und politische Bedeutung der konstituti- onellen Kompetenzen des Amtes am deutlichsten demonstrierte. In der Folge war Süleyman Demirel (1993-2000) zwar vergleichsweise zurückhaltend, aber auch er griff aktiv in die Politik ein. Begründet war dies vor allem durch den Aufstieg des politischen Islam, gegenüber dem sich Demirel als Schutz-

herr der zentralen Werte – Stichwort Säkularismus – der (kemalistischen) Verfassung positionierte. Auf Demirel

herr der zentralen Werte Stichwort Säkularismus der (kemalistischen) Verfassung positionierte. Auf Demirel folgte Ahmet Necdet Sezer (2000-2007), der sich ähnlich wie sein Vorgänger als Gegen- pol zum politischen Islam verstand. Dieser hatte sich jedoch spätestens mit der Wahl von Ministerprä- sident Erdoğan im Jahr 2002 definitiv im politischen System der Türkei etabliert. Der gegenwärtig noch amtierende Präsident Abdullah Gül (2007-2014) wirkt im Vergleich zu seinen Vorgängern hinge- gen deutlich schwächer. Dies liegt vor allem daran, dass er in vielen Fragen einen sich andeutenden Dissens mit dem charismatischen Ministerpräsidenten zu vermeiden gesucht hat. Erdoğan und Gül gehören zu den AKP-Parteigründern und haben sich in den vergangenen Jahren bemüht, ihre jeweili- gen „Kreise“ nicht zu stören.

Drei Bewerber um das Präsidentenamt

Erdoğans Kandidatur ist dabei einer internen Regelung der AKP-Statuten geschuldet, die ihm eine dritte Amtszeit als Ministerpräsident verwehrt. Folgerichtig sucht Erdoğan nach Wegen und Möglich- keiten, seine politischen Ambitionen weiter in die Tat umzusetzen: Hierzu soll ihm nun das Amt des Staatspräsidenten dienen. Rechtlich ist seine Kandidatur insofern umstritten, dass er für die Zeit des Wahlkampfes nicht von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten ist.

Im Gegensatz zu Erdoğan ist Ekmeleddin İhsanoğlu, der zweite Bewerber, für viele Türken ein unbekanntes Gesicht. 1943 in Kairo geboren, promovierte İhsanoğlu 1974 in organischer Chemie an der Universität Ankara, forschte in der Folge aber vor allem zur Wissenschaftsge- schichte des Osmanischen Reiches. Von 2005– 2013 war İhsanoğlu Generalsekretär der „Orga- nisation für Islamische Zusammenarbeitund vertrat in diesem Amt die Interessen der welt- weit mehr als 1,5 Milliarden Muslime. İhsanoğlu selbst ist ein frommer Muslim, der sich aller- dings deutlich für die Beibehaltung des Säkula- rismus in der Türkei ausspricht. Obwohl nahezu ohne jegliche politische Erfahrung, wurde er von

den beiden größten Oppositionsparteien, der Republikanischen Volkspartei (CHP) und der Partei der

Nationalistischen Bewegung (MHP), in einem Kompromiss als gemeinsamer Kandidat auserkoren, um die oppositionellen Kräfte gegen Erdoğan zu bündeln.

um die oppositionellen Kräfte gegen Erdoğan zu bündeln. Ekmeleddin İhsanoğlu besucht eine Moschee in Konya /

Ekmeleddin İhsanoğlu besucht eine Moschee in Konya / Quelle:

Offizieller Facebook Account von Ekmeleddin İhsanoğlu

Der dritte Kandidat im Bunde ist Selahattin Demirtaş, der von der neu formierten, linksorientierten Demokratischen Partei der Völker(HDP) nominiert worden ist. Auch der kurdische Politiker Demirtaş ist im Vergleich zu Erdoğan auf der politischen Bühne noch relativ unbekannt. Im Gegensatz zu İhsanoğlu liegt dies aber an seinem für einen türkischen Spitzenpolitiker noch jungen Alter von 41 Jahren. Der studierte Jurist zog 2007 zum ersten Mal in das türkische Parlament ein und wurde erst vor wenigen Wochen zum Co-Vorsitzenden der HDP gewählt. Ideologisch vertritt Demirtaş vor allem die Belange der kurdischen Minderheit in der Türkei.

In den Umfragen liegt Erdoğan klar in Führung

Die starke Ausgangsposition Erdoğans spiegelt sich in den bisherigen Umfrageergebnissen wider. Durchweg liegt der Ministerpräsident in den Umfragen mit einem deutlichen Abstand vor den beiden

anderen Kandidaten. Folgerichtig scheint die einzige offene Frage zu sein, ob der Ministerpräsident die absolute

anderen Kandidaten. Folgerichtig scheint die einzige offene Frage zu sein, ob der Ministerpräsident die absolute Mehrheit bereits im ersten Wahlgang erhalten wird. Laut den bisher veröffentlichten Umfra- gen erhält Erdoğan zwischen 48 und 55 Prozent der Stimmen, während İhsanoğlu mit dem Zuspruch von 37 bis 40 Prozent der Wähler rechnen kann. Da jedoch keines der führenden Meinungsforschungs- institute wirklich unabhängig ist, sind die Daten in dieser Hinsicht eher unzuverlässig. Es scheint aber dennoch so gut wie sicher zu sein, dass Erdoğan die Wahl spätestens in einer Stichwahl gegen İhsanoğlu für sich entscheiden wird.

Ein Wahlkampf, der bereits entschieden ist

Spannung kommt bei dieser Ausgangslage im Wahlkampf also nicht wirklich auf. Auch wenn die Op- position in İhsanoğlu einen kompetenten Gegenkandidaten gefunden hat, sprechen eine Reihe von Gründen dafür, dass letztlich Erdoğan obsiegen wird.

Erstens fällt die mediale Präsenz der Kandidaten klar zugunsten des Ministerpräsidenten aus, dem insbesondere das zunehmend von der Regierung kontrollierte staatliche Fernsehen unvergleichlich mehr Sendezeit einräumt als seinen Kontrahenten. Demirtaş hat mittlerweile eine Klage gegen die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft der Türkei (TRT) eingereicht laut Verfassung muss diese eine faire Berichterstattung gewährleisten. Die Live-Übertragung einer Rede des MHP- Parteivorsitzenden Devlet Bahçeli wurde jüngst sogar von TRT abgebrochen, als dieser sich kritisch über die unfaire Berichterstattung im Wahlkampf äußerte. Darüber hinaus hatten İhsanoğlu und De- mirtaş ein TV-Duell mit Erdoğan gefordert, welches dieser aber dankend ablehnte. Auch die Zeitungen berichten mehrheitlich über Erdoğan, was gerade aufgrund der relativen Unbekanntheit der Gegen- kandidaten verheerend ist und keinen fairen Wahlkampf ermöglicht.

Zweitens manifestiert sich diese Chancenungleichheit auch in den Ressourcen, die den Kandidaten zur Verfügung stehen. Beispiel Wahlkampffinanzierung: Während Erdoğan von seinen Unterstüzern bereits mehr als 24 Millionen Türkische Lira (TL) an Spenden erhielt, bekam İhsanoğlu lediglich rund 2 Millio- nen TL und Demirtaş sogar nur etwa 350.000 TL die Zahl der Wahlplakate dürfte sich dementspre- chend in einem ähnlichen Verhältnis bewegen. Darüber hinaus nutzt Erdoğan für seinen Wahlkampf die Vorteile seines Amtes als Ministerpräsident, wie beispielsweise einen Helikopter oder ein Flugzeug. Dies ist ihm zwar laut Wahlgesetz untersagt, hindert ihn jedoch letztlich nicht daran, von diesen Vor- teilen seines Amtes reichlich Gebrauch zu machen. Vor kurzem wurde bekannt, dass sein Dienstwagen mit einem falschen Nummernschild gekennzeichnet wurde, um das Verbot des Wahlgesetzes zu um- gehen.

wurde, um das Verbot des Wahlgesetzes zu um- gehen. Selahattin Demirtaş a uf einer Wahlkampfveranstaltung /

Selahattin Demirtaş auf einer Wahlkampfveranstaltung / Quelle:

Offizieller Facebook Account von Selahattin Demirtaş

Drittens hat Erdoğan aufgrund seiner jahrelangen Wahlkampferfahrung gegenüber dem Politikneu- ling İhsanoğlu und dem noch zu unerfahrenen Demirtaş klar die Nase vorne. Während der Minis- terpräsident bei seinen Wahlkampfkundgebungen mit überzeugender Rhetorik seine Anhänger an- spricht, fällt es İhsanoğlu aufgrund seiner ruhi- gen, wenig konfrontativen und diplomatischen Art deutlich schwerer, die Wähler von sich zu überzeugen. Demirtaş besitzt zwar durchaus rhe- torisches Talent, scheitert letztlich aber wohl an den Vorbehalten, die viele Türken gegenüber sei- ner prokurdischen Position haben.

Viertens stellt İhsanoğlus offen es religiöses Bekenntnis für einige kemalistische Traditionswähler einen

Viertens stellt İhsanoğlus offenes religiöses Bekenntnis für einige kemalistische Traditionswähler einen Widerspruch zur säkularen Ideologie, insbesondere der CHP, dar. Diese Zweifel könnten dazu führen, dass einige der traditionellen CHP- und MHP-Anhänger am Wahlsonntag zu Hause bleiben werden, da sie sich nicht von dem Bewerber İhsanoğlu vertreten fühlen.

Fünftens wird aller Voraussicht nach die Gruppe der kurdischen Wähler zum Königsmacher avancieren. Zumindest für eine mögliche Stichwahl zwischen Erdoğan und İhsanoğlu dürfte der Ministerpräsident von ihnen mehrheitlich als das geringere Übelangesehen werden. Auch wenn die AKP-Regierung in der Kurdenfrage viele geweckte Hoffnungen bislang nicht erfüllt hat, muss man Erdoğan zugutehal- ten, zumindest erste Schritte zur Befriedung der Kurdenfrage und zur Anerkennung der kurdischen Minderheit unternommen zu haben. Nach Jahrzehnten der Zwangsassimilation und Identitätsunter- drückung sind die Kurden in der jüngsten Vergangenheit rechtlich besser gestellt worden. Im Gegen- satz dazu ist İhsanoğlu als gemeinsamer Kandidat von CHP und MHP trotz seiner nicht- kemalistischen Herkunft in den Augen vieler Kurden ein Vertreter eben jener radikal- nationalistischen Ideologie, die ihnen in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder so feindselig begegnet ist.

Auf dem Weg in ein neues politisches Zeitalter ?

Sollte Erdoğan in das Amt des Staatspräsidenten wechseln, wird sich die Türkei, zumindest in der Pra- xis, zu einem (semi)präsidentiellen Regierungssystem entwickeln. Dabei wird bereits seit Jahrzehnten im Land diskutiert, ob eine solches System der Türkei nicht besser zu Gesicht stünde. Auch Minister- präsident Erdoğan drückte mehrfach seine Sympathien für eine Stärkung des Präsidentenamtes aus. Im Rahmen einer Wahlkampfkundgebung kündigte er darüber hinaus an, dass er als Staatsoberhaupt alle ihm zustehenden Kompetenzen nutzen werde, um die Politik seines Landes weiterhin aktiv mitzu- gestalten. Es ist jedoch zu erwarten, dass es dabei nicht bleiben wird und Erdoğan mit Unterstützung der AKP letztlich seine eigenen Kompetenzen als Staatsoberhaupt ausbauen wird. De jure wird für eine förmliche Verfassungsänderung eine Zweidrittelmehrheit im Parlament benötigt, welche die AKP mo- mentan nicht besitzt. De facto könnte der Präsident aber auch durch die Ernennung z. B. eines schwachen Ministerpräsidenten in seiner Position gestärkt werden.

Ob ein (semi)präsidentielles Regierungssystem für die Türkei eine geeignete Lösung darstellt, ist in diesem Rahmen nicht zu beantworten. Sofern die Entwicklungen der Vergangenheit als Anhaltspunkte dienen können, ist jedoch zu befürchten, dass die ohnehin angeschlagene Demokratie in der Türkei weiter Schaden nehmen wird. Dies ist nicht unbedingt dem politischen System, sondern vielmehr dem zunehmend autokratischen Regierungsstil Erdoğans geschuldet. Die Aushöhlung von Bürgerrechten und die Einschränkung der Pressefreiheit werden unter einem erstarkten Staatspräsidenten Erdoğan wohl ein noch größeres Ausmaß annehmen.

Christoph Erber studiert Volkswirtschaftslehre/Politikwissenschaften an der Freien Universität Bozen und absolviert zurzeit ein Praktikum im FNF-Büro Istanbul.

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