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13
Fokus
Andreas Kunz (Text)
und Sebastian Magnani (Fotos)
Als Erstes reicht Claude Cueni das
Desinfektionsmittel. Gäste dürfen
seine Wohnung in Basel nur mit kli-
nisch sauberen Händen betreten –
zu gross ist die Infektionsgefahr.
Der Autor zahlreicher Romane,
TV-Krimis, Hörspiele und Compu-
tergames litt an Leukämie, die Ärz-
te hatten ihn schon aufgegeben.
Eine Knochenmarktransplantation
rettete ihm das Leben, doch die Ne-
benwirkungen sind massiv: Cueni
kämpft mit Krämpfen, Spasmen
und Schmerzen, kann höchstens
drei, vier Stunden am Stück schla-
fen. Umso eindrücklicher sind sei-
ne Lebensfreude und sein Humor,
der sein aktuelles Buch «Script Ave-
nue», eine Art Autobiografie, zum
Lesespass macht – trotz aller Dra-
men, die Cueni darin beschreibt. Im
Wohnzimmer stellt er seine «Freun-
de» vor, die historischen Figuren,
über die er Bücher geschrieben und
die er als Puppen ausgestellt hat.
Seine zweite Frau Dina bringt Kaf-
fee. Das Gespräch wird nur unter-
brochen vom Anruf des Spitals, das
neue Termine abmachen will.
Woran denkt man auf dem
Sterbebett, bei über 43 Grad
Fieber, kurz vor dem
Organversagen?
An gar nichts. Man döst vor sich
hin, verliert sich in wirren Träu-
men und kann sich später kaum
noch erinnern.
Kein gleissendes Licht, das die
Sinne nochmals erleuchtet,
keine letzte Erkenntnis, wie es
Autoren von Filmen oder
Büchern gern beschreiben?
Als vitaler und gesunder Mensch
hat man dazu eine falsche Vorstel-
lung. Zum Glück bauen Körper
und Geist im Gleichschritt ab. Man
ist viel zu erschöpft, um zu philo-
sophieren. Und das Licht am Ende
des Tunnels wäre ein neurologi-
sches Phänomen, das je nach Re-
ligion anders interpretiert wird.
Überlebt man Leukämie,
Hirnblutungen, Koma,
Transplantation und
Organabstossungen: Wie
verändert sich das Leben?
Man fühlt sich wie ein Marsmensch
unter Menschen, denn diese exis-
tenzielle Erfahrung trennt einem
von den Menschen, die solche Er-
fahrungen noch nicht gemacht ha-
ben. Man wird sehr bescheiden,
vielleicht auch demütig, man rea-
lisiert, wie schnell alles vorbei sein
kann und wie unbedeutend das
kurze Gastspiel auf Erden ist.
Trotzdem schrieben Sie danach
mit «Script Avenue» Ihr bisher
bestes Buch. Schreibt es sich
anders, wenn man nichts mehr
zu verlieren hat?
«Gott ist ein
kosmischer
Furz»
Autor Claude Cueni über sein zweites
Leben, den biederen Kulturbetrieb
und Geldverdienen als Offizialdelikt
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Claude Cueni, 58, mit seinen Romanfiguren Kardinal Albertini und John Law, dem Erfinder des Papiergelds
Schlachtfeld
Das Leiden der Opfer
des Krieges in Syrien
Die Bilder — 16
Auf der Flucht
Die bewegte Geschichte
von Daniel Hope
Der Stargeiger — 22
Der Alleskönner
Der Basler Claude Cueni, 58,
schrieb über 50 Dreh bücher für Kri-
miserien wie «Peter Strohm», «Eu-
rocops» oder «Alarm für Cobra 11».
Daneben veröffentlichte er zahlrei-
che historische Romane, leitete als
CEO eine Firma, die interaktives
Fernsehen entwickelte, und mit dem
Computerspiel «Catch the Sperm»
landete er 2001 einen Welthit. 2014
veröffentlichte Cueni «Script Ave-
nue», ein bewegendes Buch über
sein Leben und die Schweizer Zeit-
geschichte (Wörterseh Verlag).
Fortsetzung — 15
Sonntagsgespräch 15 sonntagszeitung.ch | 28. September 2014
Ich erfinde seit frühester Kindheit
jeden Tag neue Geschichten, ich
kann gar nicht anders, ich bin
schreibsüchtig. Als ich mit «Script
Avenue» anfing, dachte niemand,
dass ich das Jahr überlebe. Ich
dachte, es würde mein letztes Buch,
und ich hoffe, die Leute sind jetzt
nicht enttäuscht. «Script Avenue»
sollte ein ungewöhnlich ehrliches
und schonungsloses Buch werden,
vielleicht auch ein Abschieds-
geschenk an meine Leser. Es freut
mich, dass sehr viele Menschen
mir mailen, dass sie dieses Buch
nie vergessen werden.
Im Buch erzählen Sie von Ihrem
Erwachsenwerden in einem
kafkaesken Umfeld, vom
pädophilen Onkel und vom
cerebral gelähmten Sohn; Ihre
Frau starb früh an Krebs,
Sie selbst waren dem Tod
mehrmals sehr nahe. Was hat
der liebe Gott gegen Sie?
Nichts, er interessiert sich nicht für
das Leben von Säugetieren. Gott
ist ein Gemisch aus Staub und Gas,
ein kosmischer Furz. Mir war schon
als Bub bewusst, dass das Leben
kein Paradies, sondern mit
Schmerz, Leid und Verlust verbun-
den ist. Und wenn Sie sich jahre-
lang mit historischen Stoffen be-
schäftigen, haben Sie diese Er-
kenntnis verinnerlicht. Der Alltag
der gewöhnlichen Menschen in ver-
gangen Epochen war aus heutiger
Sicht ein Desaster: Kriege, Seuchen,
Hungersnöte, Willkür, keine sozia-
le Absicherung, eine Finanz- und
Wirtschaftskrise nach der andern.
Trotz aller Dramen lacht man Ihr
ganzes Buch hindurch.
«Script Avenue» vereint alles, was
das Leben ausmacht: Komödie und
Tragödie, 50 Jahre Zeitgeschichte.
Ich betrachte mein Leben aus der
Sicht des Drehbuchautors und sehe
auch die Ironie in meinem Schick-
sal. Die meisten Leser schreiben,
sie hätten beim Lesen abwechselnd
gelacht und geweint. Mir ging es
nicht nur beim Schreiben so, son-
dern auch in meinem Leben.
Irgendwann vergeht einem das
Lachen doch.
Humor ist auch eine Trotzreak tion
gegen die Widrigkeiten des Schick-
sals. Natürlich ist es zermürbend,
wenn Sie alle paar Stunden Krämp-
fe, Spasmen, Nervenschmerzen
haben. Aber ich habe meine Krank-
heit verstanden und akzeptiert. Ich
kann weder die Diagnose noch den
weiteren Verlauf beeinflussen –
nur meine Einstellung dazu.
Was hat Sie, trotz allem, immer
weiter angetrieben im Leben?
Neugierde, Wissensdurst, die Lust,
ein schwieriges Spiel zu gewinnen,
und die Liebe zu meinem Sohn. Er
erlitt nach der Geburt eine spasti-
sche Lähmung. Meine verstorbene
Frau und ich trainierten ihn vier bis
fünf Stunden am Tag nach den An-
weisungen eines Neurologen aus
Philadelphia. Die Therapien und
Reisen waren sehr teuer. Ich be-
gann wie verrückt Drehbücher zu
schreiben, teilweise unter verschie-
denen Pseudonymen, um Neid und
Missgunst vorzubeugen. Nur aus
Liebe zu meinem Sohn bin ich ein
fleissiger und erfolgreicher Autor
geworden. Weil ich meine Verant-
wortung wahrnahm und nieman-
den um Hilfe bitten wollte.
Warum nicht?
Schon als Schüler wollte ich weni-
ger Vater und als Erwachsener we-
niger Staat. Das Sein bestimmt tat-
sächlich das Bewusstsein. Ich bin
ein Selfmademan.
Für kurze Zeit arbeiteten Sie
selbst beim Staat, als Intendant
für TV-Filme im Bundesamt für
Kultur unter Bundesrat Pascal
Couchepin. Warum hörten Sie
wieder auf?
Da ich fast 70 Prozent aller einge-
reichten Filmprojekte nicht für
einen Förderbeitrag empfehlen
konnte, schlug ich vor, dass man
mich ersetzt, damit alle Beteilig-
ten wieder glücklich sind. Es gibt
in der Schweiz gute Drehbücher,
aber die werden von niemandem
zur Förderung empfohlen, weil sie
die politischen Vorlieben der Ver-
antwortlichen nicht befriedigen.
Im deutschsprachigen Raum wer-
den Filmcharaktere oft miss-
braucht, um politische Botschaf-
ten zu verbreiten. Aber die Men-
schen wollen Geschichten. Für Bot-
schaften sollte man bekanntlich
die Post benützen.
Woran hapert es konkret?
Es gibt auch hier sehr gute Auto-
ren, aber nicht alle passieren das
Nadelöhr der Political Correctness.
Dass zum Beispiel jemand mit Mi-
grationshintergrund ein Kriminel-
ler ist, hat man praktisch verboten.
Der Täter muss – überspitzt gesagt
– immer der böse Banker sein.
Selbst wenn man den Taxifahrer
zum Mörder machen will, protes-
tiert sofort die Taxi-Gewerkschaft.
Warum haben Sie selbst
aufgehört, Drehbücher zu
schreiben?
Meine letzte Serie war der «Clown»
für RTL. Im Zuge des Jugend-
wahns eroberten unerfahrene, aber
selbstbewusste junge Leute die Re-
daktionen der Privatsender und
hatten jede Woche lustige, neue
Ideen, die man einarbeiten und
eine Woche später wieder streichen
musste. Man musste das ganze
Chaos mitmachen. Dann folgten
genaue Vorgaben für Autostunts,
die man sich auf einer Liste aussu-
chen konnte. Schliesslich musste
die Geschichte um die Werbeblö-
cke und explodierende Autos her-
umgebaut werden. Das wurde mir
trotz der guten Bezahlung zu blöd.
Ich investierte die RTL-Honorare
in die Recherchen für meinen his-
torischen Roman über den Papier-
gelderfinder John Law und schrieb
nie mehr fürs Fernsehen.
Was gehört denn für Sie zu
einer guten Geschichte?
Dass sich die Zuschauer Sorgen
machen. Deshalb muss die Haupt-
figur einigermassen sympathisch
sein, sonst ist uns ihr Schicksal in
den nächsten 90 Minuten egal. Sie
muss Stärken und Schwächen ha-
ben, wie wir auch. Man muss ihr
eine schwierige Aufgabe geben, ihr
ein paar Steine in den Weg legen,
aber auch ein paar Verlockungen,
die sie von ihrem Ziel abhalten.
Letztlich geht es stets um die ewi-
gen Themen der Menschheit: Lie-
be, Verrat, Rache, Macht, Sex. Aber
es gibt wie üblich Ausnahmen, die
das alles widerlegen.
Was ist die grösste Geschichte
aller Zeiten?
Das entscheidet jeder für sich al-
lein und hängt stark von der eige-
nen Biografie ab, von der eigenen
Lebenserfahrung. Mich hat zuletzt
«After the Wedding» nachhaltig
berührt, ein kleiner dänischer Film
mit Mads Mikkelsen.
Welches grosse Buch hätten
Sie gern selbst geschrieben?
Vielleicht «Hannibal» von Gisbert
Haefs. Als das Buch erschien, war
ich gerade selbst an einem Hanni-
bal-Roman. Doch mein Buch wäre
das schlechtere gewesen.
Welches Drehbuch?
Ich habe sehr viele Lieblingsfilme:
«The Big Lebowski», «Pulp Ficti-
on», «Forrest Gump», «Ghost Dog»,
«Sexy Beast», «Barry Lyndon» und
bestimmt noch 100 weitere Filme,
die mir gerade nicht einfallen.
Sie schrieben nicht nur Filme,
Romane oder Hörspiele,
sondern auch Computerspiele.
Als was bezeichnen Sie sich
eigentlich?
Ich bin ein Geschichtenerfinder im
angelsächsischen Sinn. Mein Mot-
to ist: Jede Art zu schreiben, ist er-
laubt, nur nicht die langweilige.
Aber alles, was professionell da-
herkommt, gilt als Kommerz, und
schon nahen die Rasenmäher, die
einem auf Normalmass kürzen
wollen. Denken Sie an HR Giger,
einen der grössten Surrealisten des
20. Jahrhunderts. Kaum hatte er
den Oscar gewonnen und anstän-
dig Geld verdient, wurde er als Ge-
brauchsgrafiker diffamiert, und
man hat ihm zeitlebens eine gros-
se Ausstellung in seiner Heimat
verweigert.
Woran krankt es in der
Branche?
Der heutige Kulturbetrieb ist nicht
die Avantgarde der Gesellschaft,
er ist narzisstisch, autistisch, eher
bieder und verströmt nicht gerade
den Geist der Aufklärung. Abwei-
chende Meinungen sind kaum er-
wünscht, der Gruppendruck ist
enorm. Mich befremdet immer
wieder, wie die Realität wahrge-
nommen wird. Kürzlich sagte ein
Regisseur: «Kultur ist für die
Schweiz so wichtig wie die AHV.»
Man muss im obersten Stockwerk
des Elfenbeinturms residieren, um
solche Aussagen zu machen, und
über ein solides Altersguthaben
verfügen. Irgendwann wird der
Kulturbetrieb fordern, dass der
Staat auch für ein Publikum sor-
gen muss. Man kann sich auch zu
ernst nehmen.
Ihre Werke wurden von der
Kritik eher stiefmütterlich
behandelt. Warum?
Das A und O in der Kultur, wie
auch in Politik und Wirtschaft, ist
ein funktionierendes Netzwerk.
Wenn Sie nicht am Kulturbetrieb
teilnehmen können, sind Sie nicht
Teil davon. Ich musste sehr viel ar-
beiten in meinem Leben, hatte oft
mehrere Jobs parallel. Meine Fa-
milie war mir stets wichtiger. Das
Feuilleton fand meine beiden ers-
ten Romane noch ganz toll, das
war Literatur, obwohl diese Bücher
rückblickend unbeholfene Schreib-
versuche eines Pubertierenden wa-
ren. Als ich später anfing, Dreh-
bücher zu schreiben, begannen die
Kritiker die Nase zu rümpfen, denn
ein richtiger Literat schrieb damals
nicht fürs Fernsehen. Heute wol-
len alle Drehbücher schreiben.
Später entwickelte ich Computer-
spiele, worauf ich endgültig ex-
kommuniziert wurde. Kreativität
beschränkt sich aber selten auf ein
einziges Genre. Sie manifestiert
sich in allen Lebensbereichen.
Wenn Sie als Autor historischer
Romane die Geschichte von
Europa und der Schweiz
weiterschreiben müssten,
wie würde es ausgehen?
Untergehende Gesellschaften er-
kennt man daran, dass sie nicht
mehr den Willen aufbringen, ihre
Errungenschaften zu verteidigen
und dass sie ihre zunehmende
Schwäche als Toleranz kaschieren.
In Asien sind die jungen Leute
hungriger, ehrgeiziger, motivier-
ter und leidensfähiger, der Erfolg
der anderen ist Ansporn, bei uns
wird Geldverdienen bald einmal
zum Offizialdelikt, man diskutiert
immer öfter, wie man mit so we-
nig Leistung wie möglich zu mög-
lichst viel Geld kommt. Auch in
der Kultur.
Kein Happy End?
Aufstieg und Untergang der Na-
tionen und Kulturen sind genau-
so normal wie die vier Jahreszei-
ten. Nach der Sättigung beginnt
jeweils der Sinkflug. Aber im Zeit-
alter der Beschleunigung braucht
es dafür keine Jahrhunderte mehr.
Ähnliches geschieht im privaten
Bereich: Die erste Generation ver-
dient das Geld, die dritte oder vier-
te Generation verjubelt es.
Sie haben in Ihren
Anfangszeiten
Gebrauchsanweisungen für
Videorecorder geschrieben:
Wie lautet eine fürs Leben?
Das Totenhemd hat keine Taschen.
Am Ende zählt nur, was man für
andere Menschen getan hat. War
mein kurzes Gastspiel auf Erden
sinnvoll, für irgendjemanden hilf-
reich?
Ihre Gebrauchsanweisung
für das Sterben?
Viele Menschen wünschen sich,
dass man sich professionell
einschläfern lassen kann, wenn es
so weit ist. Zwei Spritzen: eine zum
Einschlafen und eine, damit man
nicht mehr aufwacht. Ich finde es
unerhört, wenn einige Politiker,
mit teilweise bescheidener Lebens-
erfahrung, sich anmassen, über das
Lebensende von wildfremden
Menschen zu bestimmen. Es
stimmt nicht, dass heute alle Men-
schen schmerzfrei sterben können.
Einige Krebskranke kann man nur
noch von Schmerzen befreien, in-
dem man sie ins Koma versetzt.
Doch wozu? Um ins «Guinness-
buch der Rekorde» zu kommen?
Sind Sie Mitglied einer
Sterbehilfeorganisation?
Ja, von Exit und Life Circle.
Warum zwei?
Ich will auf Nummer sicher gehen.
Im Ernst: Diese Organisationen
erfüllen eine wichtige Funktion
und verdienen Unterstützung. Die
Mitgliedschaft erlöst viele Men-
schen von der Vorstellung eines
schmerzhaften Todes und macht
den Alltag erträglicher. Aber mein
Gesundheitszustand ist zurzeit sta-
bil, wenn auch auf tiefem Niveau.
Jede Nacht von Schmerzen
geweckt zu werden, alle paar
Stunden Krämpfe zu
bekommen, unzählige
Spitaltermine – das ist doch
kein Genuss mehr.
Aus der Sicht eines gesunden
Menschen mag das so sein. Aber
mit jeder neuen Einschränkung
wächst auch die Toleranz. Wie in
der Politik üblich, wird auch im
privaten Bereich die rote Linie lau-
fend angepasst. Ich hab neuer-
dings Probleme beim Treppenstei-
gen. Ja und? Treppensteigen war
noch nie meine Kernkompetenz.
Und Schlafentzug und Medika-
mente können manchmal auch ih-
ren Reiz haben.
Bitte?
Ich habe so viele Ideen für neue
Geschichten wie noch nie. Durch
die Medikamente und den Schlaf-
mangel döse ich oft erschöpft vor
mich hin, und so kommen die
Ideen buchstäblich wie im Traum.
Das ist wie ein Film, den man nicht
selbst steuern kann. Die Geschich-
ten entstehen praktisch von selbst.
Keine Aussetzer?
Es kommt immer wieder vor, dass
ich Sätze schreibe wie «Er setzte
sich an den Fisch und trank die Ta-
sche leer.» Aber wenn ich nach ein
wenig Schlaf die Fehler entdecke,
kann ich herzhaft darüber lachen.
Wie lange leben Sie noch?
Ich habe mir doch gerade neue
Schuhe gekauft und 10 000 Blatt
Papier!
Fortsetzung
Claude
Cueni
«Mir war schon
als Bub bewusst,
dass das Leben
kein Paradies,
sondern mit
Schmerz, Leid
und Verlust
verbunden ist»