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Dozent: Prof. C.

Honerkamp
Übungen: Prof. M. R. Wegewijs
Elektrodynamik - WS09

Übungsblatt 9 Abgabe: 22-12-09


Besprechung: 15-01-10

1 Dreidimensionale Wellengleichung (1+1+2+2 = 6 Punkte)


1
a) Man zeige, dass die Wellengleichung (∆ − c2 ∂t2)u(r, t) = 0 durch beliebige Funktionen

u(r, t) = f (n̂ · r − c t) (1.1)


mit einem auf eins normierten Vektor n̂ gelöst wird.
b) Man zeige, dass jede Überlagerung ebener Wellen mit ω = c k von der Form (1) ist.
c) Wie modifiziert sich die allgemeine Form der Lösung im rotationssymmetrischen Fall,
wenn die Lösung nur vom Abstand r vom Koordinatenursprung abhängt? Man benutze
den Laplaceoperator in Kugelkoordinaten.
δ(t − |r|/c)
d) Man zeige, dass die Kugelwelle G(r, t) = 4π |r|
die Gleichung
1 2
(∆ − ∂ )G(r, t) = − 4πδ(r)δ(t)
c2 t
R ∞
erfüllt. Gehen Sie in den Frequenzraum, G(r, t) = −∞ dω e−iω tG(r, ω), und benutzen
Sie
1
∆ = − 4πδ(|r|).
|r|

2 Stromdichtequellen in der Coulomb-Eichung (5 Punkte)


Zeigen Sie, dass der Quellen-Term in der Wellengleichung für A in der Coulomb-Eichung nur
den Rotationsanteil der Stromdichte enthält:
1 ∂2
∇2A − A = − µ0 jr
c2 ∂t2
Geben Sie dazu zuerst die Lösung der Poisson-Gleichung für das skalare Potential Φ an und
zeigen Sie damit Z ′ ′
1 ∂Φ 1 3 ′ ∇ · j(r )
∇ = µ0 jd , mit jd = − ∇ d r ′
c2 ∂t 4π |r − r |
wobei jd der Divergenz-Anteil des Stromdichte-Vektorfeldes j = jd + jr ist. (Diese Zerlegung
wurde in Übung 7.1 hergeleitet und kann hier benutzt werden).
Bemerkung: der Rotationsanteil jr wird auch oft „transversaler“ Anteil der Stromdichte
genannt und die Coulomb Eichung heisst auch transversale Eichung.

3 Induktion in rotierendem Kreisring (4 Punkte)


Ein Ring mit Radius R liege zunächst in der x − y Ebene mit seinem Zentrum bei x = y = 0.
Für t > 0 drehe er sich mit Winkelgeschwindigkeit ω um die x-Achse in einem konstanten
Magnetfeld B = B êz. Man berechne die induzierte Ringpannung Uind(t).

1
4 Verschiebungsströme in einem Kondensator (2+1+2 = 5 Punkte)
Ein Plattenkondensator aus zwei parallelen Kreisscheiben mit Radius R und Abstand d (wobei
R ≫ d, so dass Randeffekte vernachlässigt werden können) entlade sich über einen externen
dQ(t)
Kreis, so dass ein Strom I(t) = dt fliesst, wobei ± Q(t) die Ladung auf den Kondensator-
platten ist.
a) Man berechne das elektrische Feld E(t) zwischen den Kondensatorplatten als Funktion
der Zeit.
b) Der Maxwell’sche Verschiebungsstrom erzeugt ein magnetisches Feld zwischen den
Platten. In welche Richtung zeigt dieser Strom?
c) Man berechne das Magnetfeld mit Hilfe eines geeignet gewählten Ampère’schen Kreises.