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Ein armer Ritter namens Draco

Gedachte eine Maid zu freien.


Es wollte ihr gestrenger Oheim
Allein für Gold sein Ohr ihm leihen.
Doch Draco wusste einen Ort,
Dort gab es einen Drachenhort
Von Gold, Rubin und auch Smaragd:
Dorthin ging Draco auf die Jagd.
In Waldesgrün war er gekleidet,
Sein grünes Auge voller Feuer,
Stechend sein Blick, tollkühn sein Herz,
Gestählt gegen das Ungeheuer.
Besiegt war rasend schnell der Drache,
Und aus der grausen Todeswunde
Ergoss das Blut sich bald zur Lache,
Bedeckte Draco bis zum Munde.
Erst aus Versehn, dann Übermut
Trank der Ritter von dem Saft,
Ward zur selben Stund verwandelt,
Versehen mit des Drachen Kraft.
Doch glich dem eklen Tier er ganz,
Sein Leib war grün, schuppig der Schwanz,
Sein grünes Auge voller Feuer
Gehörte einem Ungeheuer.
Des Ritters Liebe war dahin,
Nach Gold strebte fortan sein Sinn:
Es sitzt seit jenem Drachenmord
Ein neues Untier auf dem Hort.

Zu Bochum
Anno Domini MMIX