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~.:tymnastes

202!$

pflege: yvf<vaonj; Politic. 267e; Leg. III 684c. o<~<. Solche G. begegnen bei Galen unverhohlener

IV 720de. XI 916a; rvf<vaonxo; Pbaedr. 248d; V:eracbtung; denn was; sei von solchen zu erwarten,

Gorg. 464a; Prnt. 313d; Politic. 295c. Und es die eben erst aufgehört haben, sich in unnatilr-

lieber Weise zu überladen und dem Schlafe hin- zugeben, die das körperliche Trainin~ nur be- trieben, um Siege zu erkämpfen und ~lssie sich ungeeignet_ erwiesen und keinen Kr~nz erlangen

Heilgymnastik,. Herodi~os von Selymbria (s. d.J, konnten, siCh plötzlich dem Gymnastenberufe zu-·

zn verdanken sem, der sich diese Bezeichnung bei-

leg.te, als e_r das Amt eines Paidotriben wegen 10 Am ausführlichsten ~nd im Zusammenban

Krankhchk~It aufgeben. mußte und an sich und

Erfinder der. wissensc~ftlichen Leibespflege

i~twahrscheinlich, daß h!er noc~ die ursprüng- liehe Bedeutung des um Jene Zelt neugeprägten Terminus vorliegt. Seine Einführung dürfte dem

und

wendeten? (Ga!. Thrasyb

37)

hat sich Philostratos in der Schrift über G m~

andc:en seme ne~e Hell_methode. erprobte. Als G:. :1ur~e fortan em. Tramer bezmchnet, der die

Verhältni_sse

semer. Pficl!:lmg_e zu beurt:ilen nnd Ihr. Trannng

mußte auch

d'

Er

n_astik

emgehende Weisungen über ihre Ausbildung

geben.

Ausführungen Galens,

kannt waren

mit

dem Wesen

verlan<rt

~

der Trainer befaßt ~nd

die

ihm

er Kap

übrigens

14

ff

allerdirras

in

unbe-

b

·

e-

Im Gegensatze zu den rein theoretiscli:m

F~higkmt b~saß, die

m

also dmtetischer

körp_erlichen

Beziehung

h

zn K

le.ten.

enn t msse .

b

llerücksichtigung ' der ' tatsächlichen . • Verhältu o en ar · - m vom G. auch die KenntuV der Paidotribik, d~'~:·

zweiter

ihn die-

B_eaufsichtigung der hygienischen Seite des Trai-

mng, von der der Paidotrib nichts versteht. Vor allem aber ist bei Philostrat Arzt und G. nicht identisch, wohl aber muß letzterer zu allen Ein-

e-

sltz:n. Auf diesem. Standpunkt ste?t auc~Aristot.

. ~ew'"se . me Iztmsc . e

.

Poht. VII! 3 !'· 1338b6 Jraea~ouov wvq "a!~a;

des praktischen Turnens

yvp~aartKl} xat _na~~org!ßotü: m~·ww ;'äe~ ~,rte~20 Linie. Die Haupti-1aehe bleibt auf~l·für

~owv nva

notet

'lt'JY -E;tv rov

awp,ar:o.;.

'?

OG .1:a

"'!ra. G. k~ang dahe~ vornehmer. als P~Idotnb,

und es schemt, ~laß SI~h gerade die Tramer der Berufsathleten_mlt yorhebe so zu nennen pflegten.

D?ch kam ~eltAns.tot~les ,no?h eine dritte B~- griffen befahigt

sein, die mit hygienischen Mitteln

ze_ICh~ung ?mzu, nam_hch alw<r~<; (s. d.). Dte durchführbar sind ja er kann mit Diät und J\Ias- Rivahtat .nnt den_ arztheben Diätetikern, die sich sage auch Krankh~itenbekämpfen. Chiruneie und

naturgernaß entwtckelte, hatte zur Folge, daß Pharmakologie bleiben also den :\rzten c vorbe-

;e bei

letztere statt des entwerteten Titels G. einen neuen halten. Nach Kap. 15 muß es ei enso

Es wu_rde

um das

.r. 300 v. Chr. der 30 den Athleten auch bei den Trainern Spezialisten

1

11

such~en.

Begnff der Hygtene emgef'ührt und .der {r;tetv6; Jem ~· en~gcgengestellt' ohne daß Jedoeh die.se

gegeben haben: 0 nl OeoptxU. d&ß; nlo

:Tuiv

naJ

6vrwv -xat ;r;ayxeana~6vrwv oi•x

buon}asro.t r

at-

0

Termmologw durchged~ungenwäre. Denn Galen, der an Platon und An~toteles anknüpft, greift

a'?-f den. alten Nam~nw1.e~erzu~ck, verficht aber

d~e Ansi_c?t, daß mcht di~ Tramer, sondern nur

~~e Medizmer als G. bez~•chnet werden dürfen. dargelegt. Als Vorbildung- wird Kap. 25 und 26 ~Ie brauch~n als solche m der. Ausfuhrung der beansprucht ein gewisser Grad rhetorischer Übung L)bnnge~ mch~ be:vand~~rt zu Sei~, sond~rn.sind sowie Kenntnis der gesamten Physiognomik, d. h.

1 vird

von Philostrat in der zweiten Hälfte seines Werkes

.,;Ct fJaeVreea rvtwciCwv duaOW~nj- äJ.J.rr lma~f;-

11

~, II.pew<. 'Vas der G.

'

,

im einzelnen "'issen

,

muß,

'l'he~retiker,_die die Wukung (~~Vafl.'<)Jeghcher40 d,er Aug~nethik, der Küi1Jerproportionen und der

Be"egung,

den. ~örpe_r.kennen müssen und sie je nach der der Athleten von Wichtigkeit. wo es ferner auch

rlie Tauglichkeit nach der Art

der Eltern und e,·entueller hereditärer Belastung zu beurteilen (Kap. 27-30). Auch muH der G.

beim Anblick des Athletenk{irpers im~tande sein

an7~ eartv · ,u ~e a:ra.; avr~v, iteaaatT~, 'l~V -re

TW~ r~xvwv a,;;u~o; EOUV ~ ,:vttvaa;r;q, n yvp:va-

Insbesondere der I.mbcsubungen auf

~äfte. D1ese Kenntnis~esind bei der Assentierunrr

Indmdu,al~tat.ans~uwä!tlen ~ab~n: ?a!. YI. 157 darauf ankommt,

K~thn av-r_ 1 i~ r,ev r,ae ,7:1Jf; X~Ta J.U:(!O;

?J EXU.O'l1)~

"l~

ein

Jeder geeignet ist !Kap. 31-:\5), ja er muß auch

des Athleten beurteilen

des G. zn _befolgen hat und di~scm~nsofernunter- 50 können und danach das Training indiyi luell ge-

'(eordnet Ist. !'r st~ht zu Ihm m emem ähn- h~henVe.rhaltmsse me der Koch zum Arzte oder ~Y" der Soldat zum Feldherrn. d. h. er führt die t.:bung.en unter _der _Leitung. des G. kunstgerec_ht a~s, kurn~nert Sich Jedoch meht um deren hygie-

n~sch~ Wirkungen (Ga!. VT 143. 15-Sf.; Thrasyb. und die große •rasse der Trainer z~rar im gym-

4a,

derung

des G. ~ndPaidotnb_en, ~heGa!en aufgestellt hat, Immerhin hat sich ·eine Reihe ,-on Yertretern wur_de m der Prans me befolgt, da sich die 60 dieses Berufes sogar zu literarischer Tätigkeit

Trm~~r.der Athlete~, ob sie nun tiefer gehende

1!'ed_IZlllische _Kenntmsse besaßen oder nicht, be- Iiteratur, die einst existierte nnd jetit bis auf

fegteehig den emen oder den. anderen Xamen bei geringe Reste verloren ist, blieb wegen ihrer wert-

~ownJl:a xat T'tJV ~vv~!-llV a~~txa yvrugt~et; vgl.

cbd. 1~2f.

_Der prak~Ische _Jn_rnlehrer ·~t aber

der ~aidotnbe, der dw hyg~emsrh_en Weisungen

~nzugeben. zu

die

jeweilige

we~chen speziellen Lhungen

Kondition

1

stalten (Kap. 48-.53). Hiemit hat wohl Philostrat die Anforderungen formuliert , die man in der Kai,crzeit an einen Yollkommenen G stellen konnte. Die Wirklichkeit wird jedocii ·hinter diesem Idealbild meist stark zurück~ebliehensein

nastischen Handwerk bewandert, im übri!!'en aber von geringer Bildung gewesen

aufgeschwungen, und die umfangliehe Gnnnasten-

'

892K.

D.S, 18 H.).

~)ie theoretische For-

nach _stre~ger Sc~e1dung der Kompetenz

Auf dem Athletendiplom ans dem J. 194

Brit.CbrM(Kenyon and Bell Hreek Pap. m the

der Schatz-

88 thlerems Proklos,_ welcher P_eriodonike,

et war, offiziell den Titel rvf<•a-

Z.

n.

eister ',i·

~ ~

~

S

218

63)

fuhrt

Yol!en Beiträge zur Hygiene auch ,·on Xrzten und Philosophen nicht unbeachtet. Die G., die sich vermutlich oder erwiesenermaßen literarisch

betätigten, waren folgende (vgl. die betreffenden

Artikel): Ikkos von Tarent in der ersten Hälfte

üymnasres

des 5. Jhdts., Herodikos von Selymbria, der Be- gründer der Heilgymnastik oder latraleiptik, der etwas später lebte, Diotimos, dessen Ansführungen "'el t~ewrrov von Theophrast frg. 1X 11 (III 143 Wimmer) zitiert werden, endlich die von Gal~n so ausgiebig benützten G. Theon von Alexandrem und Tryphon von denen ersterer Ileel rwv "ara fde~ rvttvadtwv in vier Büchern, TvtJ.Paanx&. in mindestens 16 Büchern verfaßte, aus denen uns Galen auch einige Fragmente bewahrt hat. Diese und ähnliche Werke der G., auf deren Inhalt auch aus Philostrats Schrift über Gymnastik Hückschliisse gezogen werden können, enthielten nicht etwa Anleitungen zur pra!.-tischen Durch- führung der gymnastischen ti_bungen, so~dern sie

UJllllla.I:IWA

~VdV

zu wollen, ist ein müßiges Unterfangen; denn im

5. Jhdt. ist ja der Begriff, wie wir sahen, über-

haupt erst aufgekommen, und

in der Folgezeit

dürfte es schwerlich je gelingen, die Trainer von den Kampfrichtern und vor allem die G. von den Paidotriben mit Sicherheit zu unterscheiden. Lite-

ratur: Krause Gymnastik und Agonistik d. Hell. 218ff. Grasherger -~rziehung _und Un_terr. I 263ff. Hermann-Blumner Gnech. Pnvatalt.

10 335

Spathakis ~then: I 322. ~- B. Egg~r

Begnff der Gymnastik bei d. alt. Philos. u. Medtz. Diss. Freiburg (Schweiz) 1903, 18f. 49ff. 61f. 65f.

87ft'. 98. J ü thner Philostr. über Gymnastik 3ff. Gardiner Greek athlet. sports a. festiv., Lond.

1910, 503ff. ,

,

[Jüthner.]

befaßten sich kurz gesagt nut dem hygtemschen Gymnastik Detail des athletischen Training. Die Leibes- I. Name und Begriff.

übungen (yv 11 vama) selbst

blick

handelt und klassifiziert (Ei'~~), insbesondere ihr 20 yvw6; abgeleitet, bedeutet es ursprungheb wört-

werden nur im Hin- Das Wort ~st verhältnis;näßig jung un~ vor

auf

den Körper

be-

dem 5. Jhdt. ~Icht nachzuweisen.

V?n Y~'f'vatew,

auf ihre Wirkungen

\.usmaß

(i•hea) angegeben und die üblen _Fol~en

lieh die Übung d~s nackte~ ~örp~rs, später ~her-

der t:beranstrengung (x6no;) bekämpft. Em VI~r- haupt das. athletische Trammg m _der Palastra

tägiger Zyklus, die sogenannten Tetraden •. wud von Theon und 'l'ryphon als besonders geeignete Trainiermethode empfohlen. Wichtige Partien handelten ferner in großer Ausführlichkeit von

,ler Nabrunasaufnahme, der Massage (r~bp<q), lieh, insbesondere trachten die Philosophen m~d

uen Bädern :nd anderen diätetischen Einzelheiten,

Yon der Enexie und Gesundheit im allgemeinen.

Doch varnert der Smn bei den verschie-

denen Schriftstellern je nach dem Standpunkt, den sie der Sache gegenüber einnehmen, beträcht-

u~d dem Gymna~~on und ';as da~mt zusannn~n-

hangt.

Mediziner als Gegner der berufsmäßigen Athletik einen andern als den landläufigen Begriff mit

Vgl.

Ga!. 'l'hrasyb. 46. Ga!. VI 93. VII 546. VIII :30 dem Namen zn vcrbinden

 

8o

geh~ aus

de_r Auf-

1(17.

XIII

5.

Daß

nicht

nur

Xrzte,

sondern

zähJung

der

Ubungen

m

der Hippokratischen

auch

G. vyrervai nearflare!ar

schrieben,

bezeugt

Schrift "'l!i ~rah~; II 61-66, die ~m 400 v. t;~Ir.

Galen. VI 164. Neben den literarisch tätigen G. werden auch

den Begriff G. viel weiter faßte. Er teilt nam- lieh die Anstrengungen (n6vot) ein in natürliche ("ani 'P~Grv)und. gewaltsame (~1aßi~<). Zu ersteren rechnet er das t5ehen, Hören, Spr~chen! Denk~n; halb natürlich, halb gewaltsam sm_d di~ Sp_azier-

71). Teisias (Phi!. Gymn. 20), Eryxias (ebd. 21), 40 gänge, gewaltsam schle_chtweg endh~h d!e eigent-

~ecundus (Ga!. VIII 254), über welche die Spezial- artikel zu vergleichen sind. t'ber das Auftreten des G. in der Öffentlich- keit teilt Philostrat mit, daß seine Kleif!ung bei llen Spielen in einem Tribon bestan.d i. nur in Olnnpia mußte er nackt auftreten, weil swh dort an~eblich einst eine Frau, Pherenike, als G. ein- gcsehlichen hatte, um ihren Sohn zum Siege zu

Y 6. 8). Als

führen (Kap. 17; vgl. auch Paus.

Atttibut trug er angeblich die Striegel (Kap. 18). 50 hinaus derart erweitert, .daß. er sogar die Be- Bei den Lakedaimoniern war er der Lehrer der wegung vor der Geburt un ~choße der .:llutter,

den Tanz, das Reiten und alle Arten kriegeri- scher Cbungcn dazu rech~et (vgl. auch Leg. VII 813D. VIII 832Dff.). Em ganz anderer _Inhalt verbindet sich in den übrigen ~ialog~n mit dem gleichen W?r_le, m~.em ~ort an nelen :,stellen mehr

das me,dmmsch-diate~Ische )Im;nent betont und

unter G. etwa die. Hei_lgymnashk oder Kunst der

_464!J, "o-

20-24, obwohl er nur eine Auswahl hifft, mehrere liO nach die G. und d10 Heilkunde, da ste beide den

i"iege an. Solcher Beispiele weiß Philostrat Kap. Leibespflege gcmei?t ISt_; vgl.

hervor. daß der verfasser mcht

andere namhaft ~emacht die sich sonst auf irgend eine 'Veise alt Athlet~n oder Trainer, hen"or- getan haber{. z. B. Hippomachos von Elis (Aelian. nr. hist. II 6. P!ut. Dion 1), Jlfelesias von ,\iginn (Pind. 01. VIII 71 und Schol. zu 70 und

entstanden

IHt,

bloß an~·~ palä~trisch? Training dachte,_sond~rn

Iichen

gymnastischen ubungen'

Wie

Sie lll d~r

Palästra vorgenommen werden. Platon tadelt m seinem Staate (404 A. B) die Athleten wegen ihrer

Schlafsucht undEmpfindlichkeitgegen Änderungen

~~er Lcbc1_1swei~e .und schreibt d~n Vtlächt~~ ~es

:<taates eme emfache G. vor, die hauptsachlich aus Vorübungen für den Krieg bestehen und mehr

den !dut

als. die

roJ:e Krart

fürdern.

Der

Begriff G. wird von. Ihm hier über die P~lastra

militärischen Taktik da Krie~ und Gymnastik cng zusammenhänge;, (Kap. 1n). Zu den Fest- spielen bei(leiteten die G. ihre Athleten, führten mit ihnen ·in Olpnpia die von den Hellanodiken vorgeschriebenen Vorübungen dureh (Kap. ?41 und spornten sie beim Ernstkampf gelel§enthch durch Zuspruch. Tadel. Drohung oder L1st zum

zn berichten (•gl. auch Schol. Find. 01. XI 19). .\ber auch üblen Einfluß konnten sie ausüben, wenn sie das Bestreben mancher Athleten, sich mittels Bestechung einen mühelosen Sieg zu Yer- schaffen, durch Darlehen auf Wucherzins unter-

stützten (Kap. 45).

Darstellung von G. auf Monumenten, insbe- sondere Vasenbildern mit Palästraszenen erkennen

Gorg.

Kürper zum Objekte haben, ;-Js Sehwesterküns~e

hingestellt werden. deren 'ertreter' Ärzte Wle Trainer, das Yerhältuis der Nahrungsanfna.hme und Arbeitsleistung zu beobachten nnd ~u regeln

_47 B;

haben (Prot. 313D; Gorg. 517D. E_;

Erast. 134 C-E). Der Unt?rsehied zwiSch~n

beiden Künsten ist im wesentliehen der, daß die G. den gesnnden Korper zu pflegen nnd auszu-

Crit.

UJl!liUISLlK

bilden, die Medizin den kranken zu heilen hat Dieser e~klusive, den Berufsgymnasten feind- (vgl nebst Gorg. 464B auch 452A. B; Soph. selige Standpunkt der Ärzte wird von dem Ver-

fasser der einzigen uns erhaltenen Schrift über

so verwandt, daß sie Symp. 186 E dem gleichen G., Philostratos, nicht geteilt, der sich viehnehr

228C; Theag. 123E). Beide Künste sind aber

Schutzpatron Asklepios zugewiesen werden können.

in seiner Auffassung den Praktikern des Training

Auf

einem ähnlichen Standpunkt wie Platon

offenbar nähert. Seine Definition der G. lautet

steht

sein Schüler Aristoteles, wie unter anderem folgendermaßen: Kap. 14 aorplav a~d 1 v ~re<a{)a.

aus .seinem :Aussp_ruch .h~rvor!l'eht, daß ~ie G. de? (sc. xe~) ;vrx~•t<iv~~ t<iw

l; la<e.,di< "

xal "'a•-

Habrtus, d1e. P~1dotri}nk dre ~ör~erlich~n Lm- ~o;retßut.il_;, ovaav <5e n"jq "_ev nleonieav, 1:ij; dE

1J, 11.~-v":rtotav u~a 10 ftD(!tOY. Daraus un~ aus der weiteren Ausführung

VIII 3, 1338 B 6).

in de~ T~:minologie:. die auch mit dem Stre~t wissenschaftlichen Wert beilegt, den zu erweisen

um d1e "\\ ukungssphare der Gymnasten und Pa~- der Hauptzweck seiner Schrift ist. Die Paidotribik

oder praktische Turnkunst ist ein Bestandteil det· seihen, der dem Gymnasten nicht unbekannt sein darf, in der Regel jedoch durch den Paidotribe.n

geht hervor, daß Plnlostratos die G. als die Kunst der Berufsgymnasten auffaßt ihr aber trotzdem

"o'" "J• i;tv wv

stun_ge~ q?,ahtatl~· b~emfluBt;

awt<aw;,

~

!Je

m

•era

(Polit.

Für die damalige Verwirrung

dotriben (s. d.) zusammenhing, ist die Meinung des Zeitgenossen Isokrates interessant: Antid. 181

&na<;

i!m!l82tla;

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oWttar:a r~v JratOoretPtx~v, ij; ~ yvpvaoHxf] p.ieo;

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tpvz~ 1:~v r.ptloaocplav.

Hier

unter der Aufsicht des Gymnasten versehen wird.

Sein eigenstes Gebiet, dem der Paidotribe fern·

sind G. und Paidotribik nicht gleichberechtigt 20 steht, ist die medizinische Seite.· Nur er ver·

mag ,die Säfte zu reinigen, den überschuß aus

Tm! der Funktionen des Pa1dotnben, der hier also dem Körper zu entfernen, eine Mastkur einzu-

leiten oder die. Körpertemperatur zu erhöhen, ja sogar Krankheiten, wie Katarrhe, Wassersucht, Schwindsucht, Epilepsie zu heilen, soweit dies durch Diät und Massage möglich ist', also mit hygienischen Mitteln. Jener Teil (t<6ewv) der Iatrik, um den es sich bei der G. handelt, ist al'o die Hygiene, die der Gymnast ebenfalls be·

Im Smne von ,Le1bespflege' konnt~ aber d1e ~- eben~ogut von den Gymnasten w1e von d~n Ärzten m Anspruch genommen werden, und m der 'l'at entstand im 3. Jhdt. v. Chr. ein Korn-

potenzstreit, der auch in der Tenninologie zum 30 herrschen muß, während <ii'e Verabreichun~ von

Medikamenten sowie chirurgische Ein.,riffe ~achc der Ärzte seien. Trotz dieses starke~ medizini- sehen Einschlages faßt Philostrat die G. nicht wie die Xrzte im Sinne von Heil-G. soudem seine ganze Schrift hat die Ausbildung der Athle- ten für die Wettkämpfe im Au~e ist also der von den Xrzten und Philosoph~n'so sehr ver· höhnten Berufsathletik gewidmet und G. bedeutet ihm das, was die Athleten und a~ch die breiteren

stratos (s. d.)

geschaffen, der Jenen m der Mitte zw1schen Me-

dizin und G. liegenden

zeichnen sollte: vymvi}, Gesundheitslehre. Sie 40 Volksschichten darunter ,-erstanden haben. Aller-

so!lte an Stelle de~ Platoni.schen treten, und dings verfolgt seine Schrift den Zweck, die yer-

derbliehen Auswüchse dieser Kunst zu bekämpfen.

Ausdruck kam. Da in der bisherigen Bezeich-

nung rvt<vaamt~/ seit Platon das stillschweigende

Zugeständnis enthalten war, daß die Leibespflege den Gymnasten zukomme, was die Xrzte unter

keiner Bedingung zugeben wollten, wurde, wie Galen Thras. 38 erzählt, von dem Arzte Erasi·

noch _al~ der

Alhna_hhc~ fallt Jedoch der theoretische Tm! des

wi~ bei Aristo~les, sonde':' di~ G. bilde~ einen

eige_ntliche Trainer an)l'esehen _wird.

meh~ dem Gymnasten zu (s. d).

Trammg. Immer

ill_l 3. ~dt. v. Chr. ein n_euer Name

Zweig entsprechend be·

m!t letzterem Termums nur Jener Tell der Hyg~eue

bezeichnet werden, der sich speziell mit den II. Q u e [[ e n. Leibesübungen. befaßt (Ga!. Yl 135 K.). Dieser a) Literatur. Die Fachliteratur über das

S_tandpn.nkt W!rd. später ~uch von Galen, _der

s!Chthch unt~r sto1schem Emfl:'ß steht, a~zeptiert verloren gegangen, muß aber sehr beträchtlich und ausführlich dargelegt. Emgangs semer Hy- gewesen sein. Der Löwenanteil daran fiel den

Theoretikern, den Gymnasten, zu, während die Paidotriben naturgemäß zurückstanden. Von fol-

m zwm Hauptte1le: Hygiene und Therap1e, und 50 genden Gymnasten (s. die einzelnen Art. uwl

Gymnastes) ist uns literarische Betätigung !Je·

Leibesübungen

nehmster literarischer Gesellschaft angeführt, doch ist nns Yon seiner schriftstellerischen Täti~keit

41). Es gehören h1eher also auch Rudern, Graben, Mähen und andere Betätigungen und Arbeiten. D~e Kuns.t der. PalästJ;a und des Gymnasions aber se1 nur em klemer Teil der echt~n G., der auße:- dem von den sog. Gymnasten, d1e m der athlet1-

sc~en Euexie nur einen unnatürlichen Gesund- 60 gebracht, und wenigstens die Grundlinien seiner

hmtszus~d ans~reben, ganz ~n';!chtig ~epflegt Th_eorie hat uns das ~Ienonexzerptbewahrt (Suppl.

gymnastische Training ist bis auf geringe Reste

giene. teilt ?r die i\Iedizin, worunter er im all· ~emem_en dw K.unst de~ Leibespflege versteht,

der ·~~teren ordnet er die G. unter, die er aber a!B W1ssenschaft von den Wirkungen sämtlicher

definiert (ri7.v~, 'l"' av imo<iJt<~

Tij; iv

fi.taot

Tol; ,'YV/A-)'aa/otq ?i dv:vci,uEw;

Thras.

kannt. Ikkos von Tarent in dc1 des 5. Jhdts. wird von Plat. Prot.

ersten Hälfte 816D in vor-

sonst nichts überliefert. Herodikos -ron s,;Jym- bria, ein Zeitgenosse des Protagoras, der Erfinder der Heil-G. oder Iatraleiptik, hat sein neues Sy· steru sicherlich auch ausführlich zur Darstellung

werde; N1cht s1e, sonde~ d1e Arzte se1en da- her die wahren Vertreter dieser Kunst. Danach

rep~entiert die ~·.d_ie hygienische Theorie, das Tiaining vom medizmischen Standpunkt, und hat ß!it. der praktischen Durchführung der t'bungen,

die m der Palästra dem Paidotriben zuf"allt, nichts

ZU tun.

Amtot. III 1 p. 14f. Diels Henu. XXYIII 421ff. Jüthner Philostr. Gymn. 10f.). Von Diotimos

zitiert Theophr. frg. IX 11 eine Stelle, die >Om Schweiße handelt. Besonders berühmt aber war der Alexandriner Theon, der Verfusser einer Schrift

in 4 Bdchern

"'lll

und rvpvaawca in mindestens 16 Büchern, die

•wv

"a•a

,.Ueo;

yvpvaolwv

2033

Gymnastik

Gymnastik

,.er[oren sind, aber von Galen benützt und heftig vereinzelten Bemerkungen zu besonders hervor- bekämpft wurden. Auch 'der sonst unbekannte ragenden Athleten versehen, wurde die Sieger- Zeitgenosse Theons, Thryphon , wird von Galen Iiste später zu einer Art Chronik des Hochfestes .als gymnastischer Schriftsteller erwä~t. des Zeus - so offenbar von Eratosthenes -, Den Paidotriben sind offenbar praktische Turn- endlich zur Weltchronik ausgestaltet. Wir be- büehlein znzuschreiben, die in der Literatur sitzen Fragmente von Phlegon von Tralles (FHG

Spuren zurückgelassen haben (Epict. III 20, 10. 26, 22. Ga!. Yl 142. Anth. Pa!. XII 206. J,uc. Asin. 9f.) und jetzt durch Papyrusbruchstücke

vertreten sind: Grenfell·H un t Oxyrh. Pap. 10 und die vollständige L1ste des Sextus Iulms III 466 wo eine Reihe yon Ringergriffen kom· Africanus in Eusebius Chronica (ed. Schoene I mandiert wird und ebd. VI 887, der sich jedoch 193ff.). Eine weitere Quelle waren die verlorenen

nicht wie die :H:erausaebet' meinen, auf das Ringen Schriften :reet äyWvuw des Duris von Samos, Kal- bezieht sondern Kot~mandos beim Faustkampfe limachos, Istros, Kleoplmnes, 'fheodoros von Hiera-

polis, ferner die Periegeten, deren erhaltener Ver-

lichen Fachschriften bekannt ist. treter Pausanias uns auch auf diesem Gebiete

eine Fülle von Belehrung in Einzelheiten bietet.

vrivaten wie öffentlichen Leben wä!rrend des_ganzen Ni?ht unerwä~t ble~ben dürfen ell:d!ic~ die

msbesondere dieJemge?,

-eine hervorrag-ende Rolle spielt und bald in ge· 20 welche ~ich auf _die Eph~benerzieh~ng und die

Gymnasien , sow1e auf dw Festspiele I? allen Teilen der griechisch-röm!schen Welt bez1ehen. . b) M?numente. Wu haben gesehen, _daß m der Literatur das turnensehe Moment zuruck·

kannte. Später bilden die Epinikien (Pindar, und das hygienisch- agonistische stark in den

Vordergrund tritt. In der Tat würde unsere Kenntnis von der G. manche Lücke aufweis~n, wenn .nicht die monum_entale übe~liefer~i? e~ne gl~ckhc~c Ergänzung liefe:te· Bm der "\\ l~htlg­

stand interessieren. Unter den ersteren nament- 30 keit, d1e man dem athlet1schen Sporte bmmal~,

ist es begreiflich, wenn sich die große und d1e

voranPs.-Hippokrates(FredrichHippokr. Unter~. Kleinkunst, ebenso wi~ d~s Kunsthandwerk des Sill. !69ff. Jüthner Philostr. Grmn. 34f.), seit dankbaren Stoffes bemacht1gte, umsomehr, als Ja

diese Lebensäußerung vielfach auch in den Mythos projiziert wurde und auch auf diese!" l]mwege

_Em Umstand

dem Thrasybnlos (n6U(!01' la<e<x~<;~ rvlwaort"li' trat besonders förd~rnd ~mzu: d!e Her~schaft

des nackten Athleten~deals ~n der Kunst ~.e1t dem

.lhdt. (s. u.) und d1e dannt zusammenhangende

goras und den Sophisten (Protagoras schrieb 40 Verehrung schöner Knaben und Jünglinge. De~n "'el ".,;A~>) insbesondere Platon hervorzuheben, Zeitgeschmack Rechnung. tragend, suchten dw der in vielen seiner Schriften, im Zusammenhange Künstler ihre Modelle m den Palastren .und aber besonders im Gorgias, im Staate und den Gymnasien und übertrugen das dort abstrahierte

Gesetzen die G. zum Gegenstand seiner Betrach- Schii.nheitsideal, das i'!' Po~ykletis.ch~nKa?~n und tungen machte. Berücksichtigt wurde sie auch ähnhchen l\fustern. seme Z1ffemmaß1ge .Fu:1ernng

und m_yth1schen Ge·

un11 Stoikern welch letztere wir noch als d1e stalten. D1e B!ldneret heferte zahlreiche Athleten·

entschiedens~nGegner der Athletik kennen lernen statuen, insbesondere die Siegerbilder in Ol~mpia,

Deiphi und den übrigen Festplätzen, wo~ei nach

Siege sogar Porträtähnlichkeit zuge-

Athletenfigur

III 602ff. Krause O!ympia 412ff. Rerum nat. scr. I 94ff. Keller), auf einem Papyrus von Oxy· rhinchos (Grenfell-Hu'!t Oxyrh. Pap. II 2~2)

enthält. Das ist alles was uns yon den eigent·

Doch war die G. ein so wichtiger Faktor im

Altertums.

daß

sie auch sonst m der L1teratur

le~entlichen Bemerkungen, bald in ausführlicher D~rlegung Beachtung findet. Für die älteste Zeit kommt das Epos in Betracht, das zwar noch 1 ücht den Namen aber die Sache sehr wohl

Bakchylides) eine Fundgrube für unsere Kenntnis.

es die Ärzte und Philo-

Vom ·5. Jhdt.

an sophen, die sich

sind

vom hygienischen bezw. vom

ethisch-politis?hen Gesichtspunkt für den Gegen-

lieh die Verfasser von Schriften "''&; {JtahrJ>,

300 Y. Chr. Erasistratos und die Übrigen Hygie· 11iker, von denen wir nur aus Galen Kunde haben, endlich dieser selbst, namentlich in seiner Hygiene,

lor< <>i ~r•uv6v) und der Schrift über den kleinen Ball. Guter den Philosophen ist nächst Pytha-

zahlreichen Inschnften,

dann in die Kunst Eingang. fand.

6.

von Anstoteies,

werden.

faßt

Theophrast

und

den Kynike':'

erfuhr, au~h a_uf dw

:J:ötter

Eine Schrift, die sieh speziell mit der G. be- 50 dreifachem

hat

sich

von

Philostratos

erhalten:

lassen

nur ::ugl ';'V,w•aan1t ~q, nicht eines Fachmannes, son-

dern eines Sophisten Werk. der für die in }liß- Eine besonders re!Che ~undgrube :>her bilden die

kredit geratene Athletik eine Lanze brach und zahllosen 'l'ongefaße m1t gymnastischen Darstel-

aus dem 6.-4. Jbdt., d1e

das Trainin~ auf wissenschaftliche Höhe zu heben Iungen, namentlich

suchte. Uhi,-ohl, wie wir sahen, die Paidotribik uns besser als alles andere die Yorgän!l'e in der

in die G. einbeziehend, befaßte er sich doch nicht Palästra und bei den ~'!ettkämpfen illustrieren,

mit der praktischen Ausführung der Leibesübungen,

der

ner, Teubner 1909).

u. I

sondern fast ansschließlich mit der hygienischen

wurde.

Manche

erhaltene

dürfte auf einen ~olcben Ursprung zurü~kgeher;t.

nicht zu vergessen myth1scbe Darstellul!-gen (s

wie den Ringkampf des Herakles nnt Antaws,

des Peleus

und

Brauehitse-h Die p~nath. ~reisa.mph

1910), die auf der _emen Se1te die Athena 1 auf der anderen aber dw Dar~tel!ung gymnash"?her Übungen zeigen. Von _den ubngen Vasen erw_a~e ich als für die Kenntnis der G. besonders ergteblg

Teubner

Seite der Gymnastenkunst (Ausgabe yon Jüth- 60 des Theseus mit Kerkyon,

Eine

aus

weitere

Fundgrube

für

gymnastische

EliB

inauguriert, von Aristoteles,

der

auch die Pythioniken verzeich-

Amykos.

Thetis oder der Faustkampf des Polydeukes. und

Eine besonders wichtige Gruppe bi!den

Notizen waren die für die einzelnen Feste ver- hier die panathenäischen Amphoren (vgl. Jetzt

faßten Siegerrerzeichnisse, insbesondere die Olym- pionikenlisten (Jiithner a. 0. 60ff.). Von Hip-

pias

mit Kailistheues

nete, ausgeführt und 1nit einer Einleitung und

VIJ.I

I

I.l

l(.II,;:>V.l.D

UJllllltt.~WK

und lehrreich: den noch unveröffentlichten sf. nung und v~rliebe für jene Art der G. erwiesen,

Strunnos in Würzburg 325 B, sowie den von Vulci

Mus. Etr. II. XVII (XXII) 1a, die Münchner rf. schwung genommen hat. Ihre Einführung war Schale Arch. Ztg. XXIV Taf. 11 =Schreiber vielmehr den nächsten Völkerschichten vorbehal-

Bilderatl. I Taf. XXI 3, die beiden Schalen des ten, die von Norden her an das Gestade des

Xgäischen Meeres vorrückten. Dem kriegerischen Charakter dieser Stämme entsprach auch die Art

schal. Taf. XV, die rf. Schalen Gerhard Auserl. ihrer Wettkämpfe: das Wagenrennen, der Wett- Vas. IV 271. und im Brit. Mus. E 78 abg. Journ. lauf, der Ring- und Faustkampf, der Stein- und hell. Stud. ]L'{VI pl. XIII. Für die römische 10 Speerwmf und das Bogenschießen. Dort, wo sich

Zeit kommen Denkmäler wie das tuskulanische Mosaik Mon. d. Inst. VI. VII Taf. 82 (=Sc hreibcr a. 0. Taf. XXIII 10) in Betracht oder das Athleten-

mosaik im Lateran (Secchi Mosaico Antonin., und Lakcdairnon ward später der Hort der G.

Tafel), während für die etruskische G. auf Wand-

gemälde wie Mon. d. Inst. V 16. Mus. Etr. II 94. Homerische Zeit. Die ältesten historischen l\Ii cali Mon. ant. 1833 tav. LXX zu verweisen ist. Nachrichten bringt das Homerische Epos. Abet·

schon hier finden wir die gymnastischen Übungen

]'\eben den Gegenständen der Kunst und des

Kunsthandwerks dürfen auch die Gemmen uncl auf einer solchen Stufe der Vollkommenheit, daß l\Iünzen nicht außer acht gelassen werden, auf 20 vorher eine lange Entwicklungsdauer vorausgesetzt

werden muß. Es fimlen sich nicht nur fast sämt-

denen vielfach auch

Jch verweise beispielshalber auf clie Gemme Mi- liehe Arten von Übungen, die in historischer

cali ]\fon. CXVI 16 oder auf die Ringerszene Zeit gepflegt wurden, sondern auch ihre Durch-

der ~[ünzen von Aspendos oder Alexandria (Gar- führung ist, soviel wir sehen können, in vielen

diner Journ. hell. Stud. XXV 271) oder den Einzelheiten bereits vollkommen auf der Höhe Diskobol auf den ~Iiinzcn von Kos (a. 0. XXVII späterer Vollendung, ja es gibt sogar sozusagen

die später bei den Griechen einen solchen Auf-

Duris Wien. Vor!. VIII 1 und VI 9, die rf. Schale in Paris Bibi. Nat. 523, abg. Hartwig Meister-

die neuen Einwanderer, die Achäer und Dorerr festsetzten, so namentlich im Peloponnes, er- standen die Hauptstätten für die Wettkämpfe,

und k6rperlichen Ausbildung.

8tatuen nachgebildet sind.

2037

Gymnastik

Gymnastik

2038

auch in der Entwicklung der G. einen Wende- punkt bedeuteten, unter dem Einfluß der histo-

Schwange: VIII 109ff. laufen die Phäaken um rischen Ereignisse die wichtige Xndernng vor

sich gegangen, daß die Pflege der Leibesübungen und der Wetteifer in der Geschicklichkeit und Kraft von den vornehmen Ständen allmählich auf dAs Volk und die Bürger überging, ja daß.

größer als der der Phäaken, und schleudert ihn ihr eine wichtige Aufgabe im Staate, namentlich

in Bezug auf Jugenderziehung zufiel. Der An-

weit hinaus über die Marken aller übrigen. Auch

rühmt er seine Tüchtigkeit im Faust- und Ring-10 stoß hiezu ist ohne Zweifel von den eingewan- kampf (IV 342ff.) und Wettlauf, sowie im Bogen- derten Dorern ausgegangen, die ja auch in histo-

sehuB und Speerwurf, uncl ist bereit, sie zu be-

rischer Zeit in Bezug auf G. lange die Führung

weisen. Alkinoos lehnt ab mit dem Bemerken, behielten, nach der überliefemng speziell von den

das Boxen und Ringen sei nicht der Phäaken Kretern und Lakedaimoniern: Tlmk. I 6, 5 (An-

stärkste Seite, wohl aber überragen sie die übrigen

rO.

in der Schiffahrt, im Lauf und Tanz und in der cpo.YE(!Ov d;ro(lth'H; Ai:ra ftETU roV yvpv6.1;eaDa~

j\fusik, was dann in entsprechenden Aufführungen, •)!.ebpavw. Plat. Rep. V 452 C ifexovw rwv rvl'-

insbesondere einem orchestischen Ballspiele des Halios und J,aodamos bewiesen wird. Bezeichnenn

Bestätigt werden diese Nachrichten zunächst durch

für den sportmäßigen Betrieb der Leibesübungen 20 die lakedaimonische Tradition, welche der nebel-

haften Gestalt des Gesetzgebers Lykurgos (s. u.}

ist, daß die Achäer während des Grolles des

Achilleus sich am Diskoswurf, Speer- und Bogen- auch die Fürsorge für die leibliehe Ausbildung schießen erfreuen (II 774), und daß die Freier der spartanischen Jugend und zwar männlichen

der Penelo]Je sich die Zeit vor dem 1\fahle mit Scheibenschwung und Speerwurf vertreiben, gegen-

seitig ihre Kräfte messend. Aus alldem geht schalt. Einen der ältesten Beweise für die Wich-

unrl weiblichen Geschlechtes zuschrieb, und für Kreta durch gcvdsse Einrichtungen in der ßürger-

non ohne Kampf. Die gleichen trbungen wie in der Ilias sind auch in der Odyssee noch im

die Wette und üben den Ringkampf, Sprung, Scheibenwurf und Faustkampf. Von Euryalos wrhöhnt, ergreift auch Odysseus (186), ohne sein Gewand abzulegen, einen gewaltigen Diskos,

xe~atp6vtot) ErvllvoH}r;a&v

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E;

vaa[wv ::ret;-n:ot ph> Keiju:;, brur:a

AaxeOatttdYwt,

30 ).

Spezialisten in einzelnen Kämpfen, die ihre über-

hervor, daß die G. zur Zeit Homers, wenn auch

tigkeit der G. im Staate bietet das Gesetz von

 

III.

Ge schichte. legenheit nicht bloß ihrer natürlichen Anlage,

noch nicht systematisch betrieben, doch bereits Gortyn, das zwar jetzt in das 5. Jhdt. versetzt

Bei keinem Volke des Altertums wie auch sondern gewiß auch fleißiger Übung zu yerdanken

eine wichtige Rolle im Leben des freien Mannes wird. aber doch wohl einen weit älteren Zustand

der

Gegenwart hat die G. eine solche Bedeutung 30 hatten. Auch diente die G. schon damals ago-

gespielt hat, freilich ganz anders als in der hi- 30 kodifiziert (vgl. Dareste etc. Rec. des inscr.

nistischen Zwecken einerseits, dem Vergnügen und der Erholung andererseits , doch huldigen nur die Vornehmen dem Sport, oder wenigstens

des griechischen Nationalcharakters, ebenso wie wird im höfischen Epos nnr auf sie Rücksicht

man die Ausbildung des modernen Training der genommen. Ein l\ienschenalter zurück verlegt

englischen Rasse zuschreiben muß. Aber auch

die Anfänge aller Leibesübungen überhaupt in

Griechenland zu suchen, wäre nicht berechtigt. er den greisen Nestor I!. XXIII 620ff. erzählen

läßt, wie er als junger 3Iann bei den Leichen-

Entstehungsursache in der natürlichen Fähigkeit 40 spielen für Amarynkeus alle anderen im Faust-

Denn mit Hec.bt erblickt Philostr. Gynm. 16 ihre

übrigens der Dichter selbst die Sitte Verstorbene durch gymnastische Wettspiele zu ehren, wenn

gewonnen und eine so grol)artigc Ausgestaltung erfahren wie bei den Grieehcn, und als vollendete Trainierkunst ist sie gewiß ureigenstes Produkt

storischen Zeit. Obwohl sich an der jungen Stelle

des Schiffskatalogs auch eine Andeutung der Ver- klassen, Jünglinge und lVIänner, narl1 rlem Ver-

breitung des Sportes im Volke (J.aol) erkennen

läßt, ist

nehmen. Dient er ja docl1 zum Zeitvertreib und bezeichnet(Hermann-Thumser ~taatsalt. 142). Spiele, dem nur die Fürsten huldigen können, Diejenigen, welche 10 Jahre in der Miinnerabtei- oder als 1\iaß jener k6rperlichen Tüchtigkeit, lung absoh1erten, hießen O.xailgofto< (Hesych. über die wiederum nur die Besten des Volkes s. v.). Dies ist ein Beweis, daß alles auf die verfügen. Ein allgemeiner Wettbewerb ist ebenso gymnastische Ausbildung aufgebaut war. Die ausgeschlossen wie ein ausgebildetes Spezial- 40 ~klaven waren hievon ausdrücklich ausgeschlossen

er doch im ganzen ein Privileg der Vor- (Suid. s. iledtwt<), als a;;roileofw' und ilgowT>

hältnis zum Gymnasion, bei den Kretern deof'O>

jUiid. gr. 40tif., 437f.). Dort werden zwei Alters-

des

Menschen zu ringen, zu boxen und zu laufen

kampfe, Ringen, Laufen und Speerwurf überragte,

Training. Doch ist das agonistische Prinzip, der (Arist. Pol. II 5, 1264a 21). Yon besonderer

und

meint daher, daß die G. dem Menschen an-

im Wagenrennen den kürzeren zog. An i>bungen

Drang, seine Kräfte mit einem Gegner zu messen Bedeutung ist die Tatsache, daß das älteste Na-

geboren sei. Ihr Erwachen war also nicht an

reicher sind die im XXIII. Gesang geschilderten

uml durrh dessen Besiegung Ruhm zu ernten, tionalfest der Hellenen, bei dem gymnastische-

einen Ort, an ein Volk gebunden, sondern konnte Leichenspiele des Patroklos. ::s'ach dem Wagen-

so"ie die Freude an Wettkämpfen jeder Art Wettkämpfe veranstaltet wurden, das Hochfest

unter günstigen Umständen überall vor sich f(ehen.

rennen, das nicht hieher gehört, steht auch hier

schon bei Homer ebenso lebendig, wie dies später des Zeus, im Peloponne~, wenn aueh nicht auf

;>o

ist denn die Sache in der Tat älter als die

der Faustkampf an der Spitze (664-699), m

ein Hauptcharakteristikoll des Griechenvolkes streng dorischem Boden, begründet wurde. Hie-

erreichbare Geschichte der Griechen und auch bei anderen Völkern nachweisbar. Ä~!yptischc Grab- gemälde von Beni-Hassan (Hose !Ii ni :Mon. dell'

welchem der kundige Epeios gegen Eur)·alos Sieger bleibt. Bemerkenswert ist, daß bereits Faustriemen in Verwendung kommen. Es folgt der

lJildet, und schon damals hat dies auf die G. be- bei möge die mythische Vorgeschichte Oi,rmpias fruchteml eingewirkt. außer acht bleiben, obwohl es wiedernm be- Dorer. :\'ationalfestc. Der Schleier, der zeichnend ist, daß die erste Erneuerung der Spiele

Egitto tav. XCIV-CIV. Krause Gymn.

2'17, 50 Ringkampf zwischen Aias und Odysseus, der un-

entschieden bleibt (700-739). In beiden Fällen

12 Taf. XXV-XXVIII. Perrot-Cllipiez Rist.

<le l'art I 792f.l zeigen g:pnnische und orche- sind die Kämpfer nur mit <lem Zoma bekleidet.

stisrhe Szenen aller Art, und die kretischen Funde

aus minoischer Zeit haben merkwürdige Dar-

stellungen von Faustkämpfen zutage gefördert,

die bald von naekten, bio!\ mit Perizoma beklei-

l.ias

und Diemedes kommt er>terer in Gefahr, so d_aß die Achäer dem Kampfe ein Ende machen. Eme

ton von Hagia Triada, Rendie. Acad. Lincei XIV

(1805) 369ff., das Pyxisfragment .hn. brit. schon! 60 solche Hoplomachie ist allerdings nicht mehr zu

of .Uh. VII S. 95 Fig. 31 und das Tonsiegel ebd.

IX S. 50 Fig. 3-5). ::s'icht unerwähnt bleiben zu rechnen. Wohl aber wiederum der im An-

mögen auch die durch zahlreiche Darstellungen schluß beschriebene Fernwurf mit dem gewaltigen

Solos aus Gußeisen, den Achill als Preis setzte. Polypoiles wirft den Klumpen mit Leichtigkeit viel weiter als der Telamonier Aias und als

offenbar hervorragende Körperkraft und Gewandt-

heit voraussetzten (A. Reiche! Athen. Mitt.XXIV

der später sogenannten G. im eigentlichen Sinne

deten Jünglingen, bald von gewappneten Männern

mit dem dritten yorlieb nehmen muß. In dem

rend Odysseus den Preis da,·onträgt, Antilochos

In dem folgenden Wettlaufe (740-7~•7) kommt

der Oilide

l.ias

zu Fall und wird zweiter, wäh-

Waffenkampfe zwischen dem Telamonier

ausgeführt werden (vgl. das berühmte Steatitry-

aus mykenischer Zeit bezeugten Stierspiele, die

85ft'.); doch wird dadurch für die Träger der Epeios. Es folgt ein Taubenschießen mit dem kretiscll-mykenischen Kultur noch nicht die Eig- Bogen. Den letzten Preis aber erhält Agamem-

sich auf die umnittelba>· folgende geschichtliche 50 von dem dorischen Nationalhelden Heraktes ins Entwicklung senkt, verdeckt uns zunächst auch Werk gesetzt sein soll, unrl die endgültige Be- die Fortschritte, welche die G. damals gemacht stimmung der Satzungen kein Geringerer als

hat.

weiterhin die Leichenfeierlichkeiten für Yornehme auch dem Lykurgos zuschreibt (Pint. Lyk. 1j. Do- Tote gegeben haben, zumal sich diese Sitte auch rischer Einfachheit ents]nieht es wohl auch am in historischer Zeit erhalten hat und mehrfach besten. daß von kostbaren Preisen wie in home-

nachweisen läßt (s. o. Bd. I

1lie Vermutung nahe liegt, daß auch die großen daß ein unseheinbarer ölkranz als äußere> Zeichen Nationalspiele der Hellenen in letzter Linie auf des unermeßlichen Rulnnes dem glücklichen Sieger einen Totenkult zurückgehen (Roh de Psyche 2 60 genügt, während z. B. die .l.thener an den _Pan- 151). Mit dem Götterkult wurden die Wettkämpfe athenäen die Sieger mit kostbarem öle_ beteiiten.

frühzeitig verbunden. Die älteste Nachricht im Der Kreis der Teilnehmer an dem \\ ettkampfe Homerischen Hymnus auf Apollon 149, wonach ist in der ersten Zeit ein lokal beschränkter, und dieser Gott auf Delos durch Faustkämpfe und wenn nach dem Ausweise der Olympionikenlisten Tanz geehrt wurde. Während aber in homerischer bis zur 20. Olympiade ausschließlich Peloponne- . Zeit der Sport im wesentlichen Sache der Vor- sier verzeichnet werden, so mag da.s verschiedene nehmen war iot in der Zwischenzeit bis zur Gründe haben, wird aber sicherlich auch mit der Gr11ndnng de~Nationalfestspiele, die naturgemäß Entwicklung der G. zusammenhängen. Freilieb

.l.nlaß zu gymnischen Spielen werden auch Aristoteles neben dem König von Elis Iphi.tos

S. 841), und daher rischer Zeit nunmehr keine Rede mehr ist, um!

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~V~V

muß festgehalten werden , daß nach neneren boten der Eleer znri!ckgeführt , .das Stadion auf

eine Art Fackellauf vor dem Anzi!nden des Opfers, der Diaulos entstand dadurch, daß. Läufer den Festgesandtschaften entgegenliefen, uin sie zu begrüßen, und wieder zurückkehrten, nm deren Ankunft zu melden; der Waffenlauf, der den Agon beschließt, bedeutet nach der Ansicht des Philostratos, der andere Meinungen bekämpft,

beruhen künnen. den Übergang vom Gottesfrieden zum Kriegszu- In den ersten 50 Olympiaden spielt sich nach 10 stand, der Faustkampf sei eine Erfindung der den nns erhaltenen Liste_n fast die gesamte Aus- Lakedaimonier, die so den unbehelmten ·Kopf gestaltung der gy1unast1schen Wettkämpfe ab, schützen mußten, Ringkampf und Paukration 11nd sollte nicht alles der Wahrheit entsprechen, aber sind dem Kriege zu Nutzen erfunden. Diese

~o ist diese Überlieferung wenigstens ein Zeugnis Nachrichten, denen kaum ein historischer Wert dafür, wie man sich die erste Entwicklung der beizumessen ist, sind nicht darnach angetan, 0. und Agonistik im Altertum vorgestellt hat. unsere Kenntnis von der damaligen Entwicklung Man konnte dieselbe nicht nur den vollständigen der G. ernstlich zu erweitern. Olympiadenlisten entnehmen, sondern auch aus Greifbare Resultate lassen sich in Bezug auf

Auszügen ersehen, die, wie es scheint, in die

bistorisehen Einleitungen dieser Listen aufge- 20 Sportes aus den Angaben über die Heimat der

nommen waren (vgl. Jüthner a. 0. lllff.). Er- Sieger in der älteren Zeit gewinnen, wobei aber 11alten sind uns mehrere Beispiele: IG II 978 nicht bloß die Olympiadenliste des Iulius Afri-

Forschungen der älteste Teil der Olympiadenliste nicht als völlig zuverlässige Quelle anzusehen ist, da ihr Verfasser Hippias vieles nur kombiniert haben wird (vgl. Jüthner Phi!. Gymn. 67f.). Dies bezieht sich aber wohl mehr auf die chro· nologischen Ansätze als auf die mitgeteilten Tat- ~achen selbst, die auf alter elischer Tradition

die allmähliche Verbreitung des gymnastischen

canus heranzuziehen ist, die fast nur die Sieger

sondern auch sonstige

>tuch Plut. quaest. conv. V 2. Diese Auszüge Nachrichten, wie sie von H. Förster Olympische führen die Daten an, wann die einzelnen Kampf- Sieger, Progr. 1891-92 zu einem reichhaltigen

>trten in Olvmpia eingeführt sein sollen. Die Verzeichnis verarbeitet sind. In den ersten Ohm-

piaden werden, wie gesagt, nnr Peloponnesier bekränzt, und zwar Athleten aus Elis, Messenc,

lauf, 01. 15 = 720 der Dauerlauf, 01. 18 = 708 30 Korinth, Dyme, Kleonai; als der erste Dolicho-

drom figuriert ein Spartaner, im weiteren Ver- lauf kommt Megara, Epidauros, Sikyon, Hype- resia, Athen und Theben hinzu, und bevor das erste Jahrhundert des Bestandes der Spiele zur Neige ging, siegte ein Bürger von Smyrna Ono-

kampf, 01. 65 = 520 Waffenlauf, 01. 145 = 200 mastos im Faustkampf, und er bekundete in seiner

Knabenpankration. An diese allmähliche Ent-

Kunst eine solehe Sachkenntnis, daß die Eleer

Reihenfolge der gymnastischen war: 01. I = 776 V. Chr. der Stadionlauf, Ol. 14 = 724 der Doppel-

das Pentathlon und der Ringkampf, 01. 23 = 688 Faustkampf, 01. 33 = 648 Pankration, 01. 37 = 632 Wettlauf und Ringkampf der Knaben, ()J. 38 = 628 Fünfkampf der Knaben, 01. 41

= Dittenberger Syll.2 II 669. Paus. V 8, 5

-9, 2. Phi!. Gymn. 12 und 13. Sehr gekürzt im Stadionlauf enthält,

= 616 (oder 01. 60 = 540) der Knabenfaust-

Gewandtheit bezweckt wurde (Anthol. gr. II 625). seinerzeitige Superiorität damit, daß Sparta da- Daher wurden die Fechtmeister oder Hoplomaehen mals der einzige Staat war, der seiner Jugend von Sparta ferngehalten (Plat. Lach. 182 E) und eine gediegene militärisch-gymnastische Erziehung- keine Paidotriben angestellt: Pint. apophth. Lae. angedeihen ließ und dadurch die übrigen staatei>

27 rol' xalalove1t :Jtat~oxel{Ja; oVx hp!ar:a,.ov, iva

1

iibertraf 1

als diese aber seinen1 Beispiele folgten,.

. ,~ dx·~~ &,\,\' &.ee.fj~ ~ guJ.on,_,ta revfJW<. Das dieses Übergewicht einbüßte. Dies entspricht in

Geschäft des Turnlehrers wie auch des Taktikers der Tat der historischen Entwicklung; denn Sparta (Phi!. Gymn. 19) versah der Gymnast (s. d.). wurde der Le.hrmeister <~es übrigen Griechenland Daß die Lakonier den Faustkampf und das Pan- auf dem Geb1ete des Kneges und Sportes, ward kration gänzlich verschmäht hätten, wie in denlO aber später in der physischen Ausbildung von

zum mindesten erreicht, auf

Gvnm. zu 138, 35), beruht auf irriger Interpre- geistigem Gebiete aber imbesondere Yon Athell! ta'tion. Der Faustkampf, dessen kunstmäßige weit überflüg;elt. Ausbildung dem lakonischen Stammheros Poly- Die Zugkraft der großen Nationalspiele und deukes zugeschrieben wird, gilt ja als lakonische damit Hand in Hand die Verbreitung des athleti-

läßt sich in der Folgezeit dararu

zum Krie"e mußten gerade diese beiden Kampf- erkennen, daß nunmehr auch die westlichen Ko- arten be~nders gnte Dienste geleistet haben. lonien hervortreten : 01. 33 siegt der Syrakusaner Verboten war den Spartanern nur in den öffent- Lygdamis in dem neu eingeführten Pankration, Iichen Spielen darin aufzutreten, da beim Faust- 20 01. 41 Philytas aus Sybaris im Knabenfaustkampf. kampf sowohl wie beim Paukration die Entsehei- In dem spät eingeführten Knabenpankration, 01. dung, wenn nicht Kampfunfähigkeit eintrat. da- 145, wurde zuerst ein Xgypter aus Naukratis durch herbeigeführt wurde, daß sich der Unter- ausgerufen. Die immer weitere Verbreitung des

liegende ausdrücklich für besiegt erklärte. Einer agonistisehen Interesses zeigt sich auch darin, solchen llföglichkeit aber durfte sich kein Spar- daß sich in Olympia zu den Schatzhäusern des taner aussetzen. So sind die betreffenden Stellen Mutterlandes auch solehe der Kolonien gesellen, zu verstehen: Plut. Lyk. 19; apophth. Lykurg. noch im 7. Jhdt. von Gela, im 6. von Metapont,

4. Phi!. Gyrrm. 9. Sen. de benef. V 3, 1. Die Selinus, Sybaris, Byzanz, Kyrene. Bei diesem Pflege der beiden Übungen der Abhärtnng halber kolossaleil Aufschwung der •.\gonistik konnte ein beweisen Stellen wie Philostr. Gymn. 58 fine; 30 einziges Nationalfest auf die Dauer nicht genügen, !mag. II 6. Xen. resp. Lae. IV 6, und die Naeh- und es folgte im 6. Jhdt. die offizielle Einfüh- äffung der spartanischen Boxlust durch die La- rung der übrigen großen Festspiele, der Pythien, konomanen in Athen, Plat. Prot. 342 B. Ergänzt Isthmien (582) und der Nemeen (573), die in ihren wurde die gymnastische Ausbildung der sparta- Anfängen jedoch beträchtlich älter sind. über nischen Jugend durch gewisse Turnspiele wie den die Nationalspiele vgl. zuletzt Gardiner a. 0. Platanistas (s. d.) und gewisse Mittel der Ab- 194-248, über das agonale Prinzip bei den Gri<>- härtung, wie <lie owp.aoriywa<> (s. o. Bd. III chen auch Burckhardt Griech. Kulturgesch.

ErfinJung (Philostr. Gymn. 9), und als Vorübung sehen Sportes

Handbüchern zu lesen ist (vgl. J ü thner Phi!. den übrigen Staaten

wiekJung der olympischen Wettkämpfe knüpft nach dem Berichte in den Listen von ihm die

S. 325),

worauf hier nicht näher eingegangen

IV 89ff.

Philostr. Gymn. 13 die Bemerkung: mvm oin<

Boxregeln ausarbeiten ließen, was mehr als sein

wird.

Athen im

6.

.Jhclt. ZurVerbreitungderG.ill'

<iv ~tot Ooxei xa{J' & oVrruat llaesl{Jetv e/q &yWva; 40 Sieg beweist, daß der Faustkampf damals in -oVl/ äv o.cr:ov~aofJijval non: ~Hlelot; xai ~EJJ.t]at Ionien bereits zu hoher sportlicher Entwicklung

gelangt war. Auch die Kolonien in Großgriechen- land werden allmählich in den Bereich herein-

gezogen.

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oV peiov ~ roi; äOJ.rrrat~ - :ll(!O;·

><e<vrat. Philostratos möchte also die Entwick- Sparta. Aber das klassische Land der G.

lung der gymnastischen Agonistik vom einfachen Lauf bis zu der schließliehen Mannigfaltigkeit der Wettkämpfe als Verdienst der berufsmäßigen oG hinstellen, we!rhe die einzelnen Übungen der

Reihe nach erfunden und ausgestaltet habe. Das 50 der Sieg zu: abgesehen von dem ersten Dolichos-

ist aber insofern unhistarisch, als ja, wie wir wissen, die meisten Kampfarten lange vor der €rsten Olympiade schon Homer bekannt und im wesentlichen ausgebildet waren. Die Überlieferung von der allmählichen Einführung in Olympia muß also wohl andere Gründe haben, und Gardiner Oreek athlet. sports 52 denkt daran, daß der l'r· ~eher der Olympionikenlisten Hippias die Yon 1hm~aufgetriebenen Daten der ersten Erwähnung

<l:r alteren Kampfarten als Daten der Einführung 60 hen·orragende Rolle spielte. (Vgl. Schoemann- .,mtrug. Durch nichts begründet ist auch die Lipsius Griech. Altert. 264. Freeman Schools Annahme _Philostr~ts, daß die berufsmäßige G. of Hellas 1907, 26ff. Exarchopulos Erz. u.

so hoch hinaufgereicht

ist bis tief in das 6. Jhdt. Lakonien, dessen Vor- rang auf dem olympischen Sportplatz während dieser Zeit unbestritten war. Fiel ihm ja gleich bei der ersten Einführung der meisten tbungen

siegcr Akanthos waren Lakonier auch der erste Hieger im Pentathlon Lampis, im Ringkampf Eurybatos (nach anderen aus Lusoi), im Knaben- ringkampf der fünffache Sieger Hipposthenes, im Knabenfünfkampf Eutelidas. Die ganze Erzie- hung der spartanischen Jugend ging darauf aus, tüchtige und abgehärtete Krieger zu erzielen. weshalb dort auch die G., und zwar in ihrem ganzen rmfang, als Vorübung zum Kriege eine

l:'nterr. in Sparta u. Athen im 5. und 4. Jhdt. v. Chr. 1909, 32ff.). Im einzelnen sind wir be- treffs der Organisierung der gymnastischen Aus- bildung nicht genau unterrichtet, im allgemeinen aber wissen wir, daß niemals athletische Technik, sondern ausschließlich Körperkraft, Auadauer und

habe. l7nd was er uns in

den Kap. 3-11 über den Ursprung der einzelnen Kampfarten ~eri~htet, beruht wohl ebenfalls auf llloßer Kombmation, was schon aus der Art der Darstellung, namentlich z. B. im Kap. 7, hervor- geht. Darnach wird der Dauerlauf auf die Kriegs-

Spezifisch spartanisch ist es, daß auch die 40 jener Zeit trug aber nicht bloß der Aufschwung det·

1Iädchen eine ähnliche gymnastische Erziehung

erhielten wie die Knaben, damit sie, wie Phi!ostr. tigerer Umstand, der obeu schon angedeutet ist

Gymn. 27 sagt, einmal die häusliche Arbeit besser

,·errichten und gesunde Nachkommen zur Welt eigentnm der Hellenen und zu einem integrierendeD!

bringen können. Sie wurden zum Laufen, Ringen, Bestandteil und einem unterscheidenden lli~rkmal

Speerwurf angehalten ihres Nationalcharakters gegenüber andem \ ölkern

und unter freiem Himmel abgehärtet (Xen. resp. gelllacht hat. Es ist dies die Tatsache, daß unter

Lac. I 4. Plat. Rep. V 452 A; Leg. VTII 833 C, dem Einflusse der Dorer und insbesondere der

D. Plut. Lyk. 14. Aristoph. Lys. 82. Cic. Tusc. Lakedaimonier auch die anderen Griechenstämme

disp. II 15). Bekleidet waren sie hierbei mit 50 der G. in der Erziehung ihrer Jugend einen her- einem kurzen Gewande. Da ihre Wettkämpfe ,·orragenden Platz einzuräumen begannen. Wir und Spiele öffentlich waren, wurde auch ein ge- können diesen Vorgang besonders in Athen.

sundes Verhältnis beider Geschlechter zueinander

genauer verfolgen. Hier hat die Vorliebe für die

erzielt (Schoemann-Lipsius 268f. Hermann- Leibesübnngen ziemlich bald Eingan~ gefunden.

T h ums er 180). tbrigens gab es

Sieger in Olympia der Stadionläufer Pantakles

in der darauffolgenden

der erste athenisch<>

\us-

und der diese Kunst erst so recht zum National-

Agonistik bei, sondern noch ein anderer, ,·iel wich-

immen,

Diskos-

und

~ch

an den He- Nach den Olympiadenlisten und nach dem

zuge IG II 978 (s. o.) war

01. 21 (696 ), der auch

räcn zu Olympia einen Wettlauf für ~Iädchen über 500' (Paus. V 16, 2ff.) und in späterer Zeit im Gynmasion zu Chios einen Ringkampf zwi-

sehen Jünglingen und Jungfrauen (Athen. XIII Olympiade siegte, bald darauf foljrte Eurybos und 566 E). l;ber Franen-G. in Kyrene vgl. Boeckh 60 Stomas. Im Diaulos siegte 01. :15 (640) der Ty-

zu Pind. Pyth. IX 102 p. 328 und im allge- rann Kylon und unmittelbar darauf Phrynon in1 meinen Meyer De virginum exercitat. gymn. av. Pankration. Also schon im 7. Jhdt. weist Athen

veteres, Progr. Clansthai 1872. Meisterleistungen in der G. auf, und wenn solche- Der Vorrang Spartas auf dem Gebiete der G. aus dem 6. Jhdt. nicht berichtet werden, so hängt

dies wohl mit der Lückenhaftigkeit unserer über- Iieferung zusammen; denn gerade in jener Zeit

wie im Kriege den llbrigen Staaten nach (Polit. erfahrt die G. in Athen einen großartigen Auf-

VIIJ 4, 1338 b 24ff.). Aristoteles erklärt die schwung. Dies erklärt sieh vor allem dadurch,.

war zeitlich begrenzt. Es tritt später zurück und steht zur Zeit des Aristoteles in der G. sowohl

-

,J

daß der große Gesetzgeber Solon (Archon 594/3) Hellene hatte Zutritt zur Konkurrenz bei den

die persönliche

sehe Grundlage gab und die Teilnahme an den

Leibesübungen gesetzlich regelte. Die Jugend der sportlichen Betätigung zur Geltung, und der

Adel mußte seinen einst unbestrittenen Vorrang an körperlicher Tüchtigkeit in freiem Wettbe- werb zu behaupten suchen. Die Vornehmen ver- schmähten dies nicht, und noch gegen Ende des

hufs Vorbereitung für den Krieg eine gymnasti-

Ein

der Jugenderziehung nach dorischem Muster be-

entschieden demokratischer Zug kommt auch in

großen Nationalspielen,

Tüchtigkeit

zu

Ehre

wo nur

und

Ruhm . verhalf.

wird in Musik im weiteren Sinne und in G. unter- richtet, und zwar in den Schulen von Elemen- t~rlehrern, in den Palästren von Paidotriben, und dw Turnschulen mußten ,·on Sonnenaufgang bis

So~nenuntergang. offen gehalten werden (Plat. 10 6. Jhdts. ließ sich Alexandros, Sohn des Make-

donie~königs Amyntas, zu Olympia als Argiver ausrufen, um am Wcttlaufe teilnehmen zu können (Herod. Y 22).

der Ath-

gymni-

sehen Agonistik zeitigt nunmehr einen Umsc.hwung, der für die weitere Entwicklung der G. von grund- legender Bedeutung war. Es vollzog sich all- mählich der t:bergang von der Natur zur Kunst.

letik.

Ttmarch. 9ff. ). Den m

Cnt. 50 D. Ps.-Xe~.

Sport setzte <ler Jüngling uml der erwachsene

Mann a~ch weiter ~o~t. Aber ebens~wie bei den Dorern 1st da_s Trammg das ausschheßhche Vor-

r.echt der Frmen, den~ Skla::en war es ausdrück- hc~ve!boten, gymn~st1sche Ubungen vorzunehmen

'Atschm

resp. Ath. I 13. Aischin. der Jugend liebgewonnenen

Naturtraining

Die

und Anfänge

Entfaltung

großartige

der

a.

0.

_138. Plut. ?olon 1). Dagegen

Ist es _em Verdte~st der so~talen Reforn:~ _:Solons,

daß d?e lp'mnast1sche Erziehung _definitiv anf- 20 Die großen Ehrungen und Vorteile, die mit einem

Sieg namentlich zu Olympia verbunden waren (s.o. Bd. I 8. 847ff.), mußten dahin führen, daß

dte Pfhcht, _steh .Jene Kraft und Geschmeidigkeit man auf Mittel und We"e sann um die sportliche des Kö_rpers anzueignen, die ihm _Selbstgefühl Leistungsfähigkeit zu ~rhöhen: Denn die natür-

und freiCs, selbstbewußtes Auftreten m der Volks- Iichen Anlagen und die im gewöhnlichen Leben Yersammlung u_nd Yor Ge_richt verschafft. Auch gebotene Gelegenheit, die Körperkraft und Ge- ~u dem sportlichen Betnebe spornte Solon an, schicklichkeit zu üben konnten bei der kolossalen

mdem er fü~ einen Sieg in

O!ympia als ~nt- Konkurrenz auf die Dauer nicht mehr genügen,

J~hnung von Dtaats'~"cgen.SOO Drachmen, fu~emen Cl:l mußte vielmehr allmählich eine sorgfältige,

Dra_chmen b~stnnmte 30 sys~ematische Vorbereitung zum Wettkampfe Platz

{Plut. •. ol. 2.3. Dwg. Laert.

(,)1eg a~ det~ Istl~rnren 100

'Hl

~mcn (s. d.), U,te von,Euseb. Chron. !I 94 tlch?~ne die in der Beteiligung an Wettkämpfen ihre Le-

m das

bensaufgabe erblicken. Den genauen Zeitpunkt

hört ~m \ ~rrecht des _Adels ~u sem, , Au~h der g~mem~ Bur&'er ):tat fortan die l\'Iöghchkett, Ja

I 5o).

Er \vtrd auch

der

wtrd,

Panathc-

beteiligt

greifen, Besorgt wird diese durch kundige Trainer, und es bildet sich ein Stand von Berufsathleten,

der

glanz-:ollen Ausgestaltung

.T

56ö

Y.

Chr.

verlegt

g:ewesen :-:em, wodurch für Attika selbst ein sportM

für diesen Übergang

anzugehen.

wird

wohl

nie

gelingen, da er sich ja auch nicht auf einmal

!lohe der Entwtcklung dte lx. m Athen schon Yollzog, sondern offenbar einen längeren Zeitraum

in Anspruch nahm. Daher wissen auch die Alten den Beginn der kunstmäßigen Athletik nicht an·

~e!'bilder 1mt Darstepungen aus der Palästra hin- 40 zugeben, sondern verlegen sich auf Vennutungen.

Gymn. 13 hat, wie gesagt, den Schluß

femerTdte oben angefuhrten Stamno1, dann \ asen gewagt, daß die Fortschritte in der G. - und

Ntkosthenes (Benndorf Wien. Vorlegebl. er meint damit die Gnnnastenkunst- die Yer-

1~89Taf. VII), d~sAmasis (Adame k Unsignierte mehrungder Übungen 'bei den olympischen Spielen

zur Folge hatte. Damit projiziert er die Exi-

Dre macht1ge Enhnrklung der (y,, d1e wu stenz der kunstmäßicren G. und Athletik bis ins .an Spart~. und Athen speziel.l ins. Auge. gefaßt 7. Jhdt., was ja, b~chstäblich genommen, aus-

haben, \\lnl mehr oder wemger mtens1v auch (J'eschlossen und nur seiner Sucht zuzusehreiben in den i.~brigen Staatet~ der Hellenen ,·orauszu- f.~t, die von ihm verherrlichte Kunst möglichst

s:.tzen :"em. De~ prakhsche Hauptzweck war die 50 alt zu machen. Sein ~ehluH ist gerade umzu- k~uryerlt<·he Au_slnldung- und Abhärtung für den kehren: nicht die G. hat den Aufschwung der

Festspiele venusacht, sonJcrn durt'h diesen wurde die kunstmäßige G. ins Leben gerufen, um durch

systematisl•hes Training fü~;.d~n \\"ettkampf ent-

steht Philo-

stratos mit sich selbst im \\'idersprudt, da er

ursprüngliche, natürliche, von

1nmen ubh;h. Dte ~este. der einzelnen Gemein- der Kunst noch unberührte Training viel jüngere de~I boten Gelegenheit. dJe körperliche Tüchtig- Beispiele anführt. nämlich den Polrmestor aus ke_It derheranwachsenden Jugend. aber auch der 60 )Iilet (-196 v. Chr.), der als Hirte Hasen im Laufe

~ei~en~Ian~erzu prufen und zu messe~, un~ die~e ei~holte,~den TisanJros von ~axos (um 540), der

k!emen lokalen Agon~ konnten als vors1Hel fur semcn Kürper durch Schwuurnen stählte, den

'~·ar mc~_t;_l~loß be~ le!zterem, sondern auch beim Kap. 43 für das

krJegen,cher .-l.rt, dann aber auch t>ptel, ms he- ·'onderc llal!sptel _um! Tanz. Musikbegleitung

(~eschllleHltgkelt des. Kü_:pers. Das Mit~el hierzu "~ren -~llerhand Le1besuhungen spo~,tl~che~ und

liches Zentrum

geschaffen.

Auf welcher

w~rd~.

Im 6, ~hdt. stand, dafür bietet die älteste pan-

athe~äische_Amphora und die zahlreichen sf. Va-

retchend~ Belege. \ I,(L Bra :'chi t~ c h a. 0; 6ff., Philostr.

des

\ ase': dcs_Am_asis

Taf.

_II)

u.

a.

,

~neg, !l~z~l il~e Erzie!ung von Gesund1wit und

sprechend vorzubereiten.

l: bngens

dte gro~en panhellemsehen Feste angesehen wer- d~n. "tr künnen annehmen, daß sich in Olj1llpia die_ besten Kämpen a~sden wrschiedenen Staaten

ynechenlan~s zum\~ettkampfe zusammenfanden. tussa (408 v. Chr.), der mit einem Löwen rang. eder taug~che frete llfann nahm zu Hause an Ist sein Ansatz in Kap. 13 viel zu früh so fallen der gymnastischen Ausbildung teil, und jeder freie namentlich die beiden letzten Beispiel~ in eine

Alesias, wohl identisch mit Amesinas (Afric. zu 01. 80 = 460), der sich mit einem Stier zum Ringkampfe trainierte, und Pulydamas von Sko-

UJ.ll.lUtli.O\l.lA.

Zeit, wo die Trainierkunst gewiß schon in voller Blüte stand. Natürlich konnten aber auch Ago-

nisten ohne fachmäßiges Training gelegentlich Wie man sich die voraufgehende gute alte -einen Sieg davontragen. Zu spät setzt den Ur- Zeit des natürlichen Training etwa vorzustellen

sprung der kunstmäßigen G. auch Ga!. Thrasyb. hat, das schildert mit begeisterten Worten Phi- 33 an. Aus dem Umstande, daß der Name yv1•· lostr. Gymn. 43 an der Stelle, mit deren Chro-

va<Sr~> (s. d.) erst bei Platon auftritt, schließt

,Unter G, verstand~n. die

Alt~neine_wie imm~r g_eartete körperliehe tlbung.

er daß die Athletik kurz vorher auf~ekommen sei. ·im Zusammenhange:

nologie wir uns oben befaßt haben. Sie lautet

ersten Anfange dürften also schon im 6. Jhdt. zu suchen sein.

' Doch sprechen yerschiedene ~~~stän~efür

:in

höheres Alter. Die ersten olnnptschen Stege smd 10 Es ubten sich aber dte cmcn durch Tragen schwerer

freilich noch nicht durch Kun~t,sondern: auf Grund

natürlicher Anlage und tlbung erkämpft worden. keit mit Pferden und Hasen wetteiferten, oder

Aber schon die Erzählung von Onomastos aus Smyma, der 01. 23 (6_88) den Eleeru ~ie ~egeln

des Faustkampfes diktierte, muß als Hmweis auf sammenspannen lteßen, schheßhch Stiere ban-

den Beginn

faßt werden, und da solche Regeln doch von den Bewerbern gelernt werden mußten, wird wohl frühcr, als man gewöhnlich a.nnimmt, eine Art primi-

tiver Trainierkunst aufgekommen sein, die sich 20 herumschwamm, trugen seine Anue weit_h~s Meer

einerseits in <len Athletenfamilien vererbte (man

v~l. im 5. Jhdt. die Diagoriden auf Rhodos), Das meiste, was hier Philostratos anführt, sind

a~derseits auch durch Unterricht verbreitet wer-

den konnte. Ohne ein frühzeitiges Ansetzen eines machte Athleten anknüpfen. Die Erwähnung der

Eisenplatten geht auf das Geradbiegen einer Pflug-

des 6. Jhdts. nicht jener Athletentypus geschaffen schar durch G!aukos, was von Pbilostr. 2?, von

werden können der schon so deutlich auf eine Paus. VI 10, 1 erzählt wird. Solche verernzelte die Athleten u~iformierende Lebensführung hin- Vorkommnisse sind für das systematische Trai-

ning selbst von geringem Wert gewesen, da-

die beiden oben genannten Stamnoi, ferner den 30 gegen muß das Tragen von Lasten, das Heben

wesentlich

wichtigere Rolle gespielt haben, wie schon die Zahl der Belege beweist. So soll Milon von Kro- ton einen vierjährigen Stier auf die Schultern gehoben und im Stadion zu Olympia herumge- tragen haben (Athen. X 412e. Dorieus in Anth. Gr. App. 20). Noch übertroffen wurde er von Titormos, der einen gewaltigenStein, den Milon kaum bewegen konnte, auf uie :-Jchulter hob und

und

in

p. 160. Gardiner a. 0. 418) oder die Gefäße

weist. Ich meine gerade ältere Beispiele, wie

Anekdoten, die au einzelne teilweise namhaft ge-

Lasten, die anderen, indem sie in der Schnel!ig.

indem sie dicke Eisenplatten gerade und krumm

bogen

oder

sich _mit

kräfti&'en .Zug?c.hsen

~u-

digten oder gar Löwen. Das tate~ l\'Iänner wie Polymcstor und Glaukos und Alesms und Puly- damas aus Skotussa. Den Faustkämpfer Tisan- dros aus Naxos, der um die Vorsprünge der Insel

hinaus, sich selbst und den Körper traimerend'.

einer kunstmäßigen Übung aufge-

o-ewissen Trainin" hätte in der sf. Vasenmalerei

Paris

Bibi.

nat.

252

(de Ridder

Catal.

I

Stemmen

von

Gewichten

eine

des )iikosthenes, wie die Amphora im Brit. Mus. B 295 abg. Gardiner a. 0. 420 oder Wien. Vor- legebl. 1890-1891 Taf. IV sowie des Amasis:

Adamek Unsign. Vasen Taf. II. Hier werden zwar mit noch unzulänglichen Mitteln, aber mit einem gesunden Naturalismus, der freilich bald der nivellierenden Herrschaft des Athletenideals

zum Opfer fiel, beleibte Kämpferfiguren mit 40 ein Stück weit trug (Aelian. Y. 1\. ~li 22), w~h-

rend der neunjährige 'l'heagenes em Bronzebild

typischen Erscheinung als Beweis

Kraftleistungen wurden auch wrewigt. In Olym- pia wurde ein Sandsteinblock von etwa 150 kg gefunden mit einer Inschrift ~us det_n 6. Jhdt.,

dem Leibschurz versehen sind, der seit Homer welche wörtlich besagt, daß em gewtsser Bybon bei g_1·mnastischen t'bungen, anfangs auch bei ihn mit einer Hand über seinen Kopf ,hinüber- den olympischen Spielen üblich war. Seine Ab- warf' (Olympia V 717. Jüthner Ant. Tumg-.

schaffung daselbst wird einem Zufall zugeschrie-50 22: G_ardiner

]Jen. Der Stadionläufer Orsippos von ~Iegara soll

in der 15. 01. (720) den Schurz beim Laufen ist noch nicht ganz aufgeklärt. Gardiner Athlet.

verloren oder abgeworfen und so den Sieg erlangt haben, und seitdem sei die Yöllige :'i'acktheit vor-

geschrieben worden, die der G. den Namen ge· Hand; ·rielleicht war es eine Art Steinstoßen.

Viel mächtiger ist der auf Thera gefundene_ mi- kanische Block von 480 kg, dessen von der" ende des (i. Jhdts. stammende Inschrift besagt, Eu-

des Schurzes in Olrmpia kurz vor seine Zeit fällt. mastas, Sohn des Kritobulos, habe ihn >om Boden

aufgehoben (IG XII 449 ). An solche Beispiele mag auch Philostrates gedacht

zum Ausdruck bringt, ist zu allgemein gehalten, Er schildert aber nicht . bloß das em_stige

natürlirhe Training, sondern m der festen ttber- zeugung, daß das üppige_Leben der Athlet<m in der späteren Zeit den ~iedergang der G. ver· schuldet habe, spendet er auch der ursp~glichen

verächtlichen Worte, die Xenophanes frg. 2 B der

G. widmet, und der Vergleich mit seiner eigenen

,aoq;lt]' eigentlich erst klar, wenn man bereits einfachen Lebensweise ein fiberschwenghcbes Lob:

um zu entscheiden, ob er schon eine kunstmäßige Ausübung im Ange hatte. Dagegen werden die

Doch dies nur nebenbei. Die geringe Einschät- 60 zung des Lanfcs und Ringens, die Tyrtaios frg. 12 B

sports 83 denkt an ein Heben mit beiden Hän- den und Balanzieren und :Schleudern mit einer

gewaltigcr ~Iuskulatur gezeichnet, die in ihrer

für _die Ex_i·

vom Marktplatz auf der :-;chulter nach Hau~e ge-

schleppt haben

soll (Paus. VI 11 , 2). Solche

stcnz eines Athletenstandes in der damaligen Zeit angesprochen werden müssen. Die Darstellungen auf den Stamnoi sind übrigens auch dadurch interessant, daß die Athleten sämtlich noch mit

Journ.

_hell. Stud. XXVII ~f.).

Wte diese gewaltige Letstung zu verstehen Ist.

geben hat (Paus. I 44, 1. Anth. Pa!. App. 272). Etwas besser stimmt mit den Vasenbildern die Nachricht bei Thuc. I 6, 5, daß das Aufgeben

.eine Art athletischer Kunst voraussetzt. Ihre

,:JI[an

badete

in Flüssen

und

Quellen und

war

"'--V~.I

uymna~uK

uymnastik

:W4l:>

gewohnt auf der Erde zu schlafen, teils auf Häuten schlag gegeben 'haben, wie Philostratos Gymn. 11

behauptet, und nach Plntarcb quaest. conv. I1 5, 2' sollen die Spartaner bei Leuktra von den Thebanern bezwungen worden sein, weil diese im Ringkampf geübter waren. Die G. steht also in der älteren Zeit durchaus noch im Dienste des Staates, entfremdet niemand seinen Bllrgerpfiichten.

mit öl vom wilden Ölbaum und vom Oleaster. Daher

bli~ben sie bei ihren Übungen gesund und pflegten Von den Perserkriegen bis

spät zu altern. Sie beteiligten sich bald acht, xander. Der glückliche Ausgang der Perser- bald neun Olympiaden lang an den Wettkämpfen, 10 kriege, der in so hohem }Iafle das National·

waren zu schwerem Waffendienst geeignet und bewußtsein der Hellenen weckte und kräftigte

kämpften um die Mauern, auch hierin keineswegs

ohne Erfolg, vielmehr durch Prämien undTrophäen zur Folge hatte, mußte naturgemäß auch die

Begeisterung für das körperliche Training erhöhen, das zu den Erfolgen der Hellenen soviel bei- getragen hatte, ähnlich wie die Befreiungskriege zu Beginn des 19. Jhdt. in Deutschland das Turnerwesen zeiti6-ien. Namentlich in Athen wurde damals die Demokratisierung und all·

7, 10) und getrocknete Feigen(Diog. Laert. VIII 20 gemeine Verbreitung des Sports iln Volke fort·

1, 12) erhalten haben sollen. Es wird nämlich

die Einführung der Fleischkost erst nach 500 an.

gesetzt und entweder dem Läufer Dromeus von es auch die Führung in gymnastischer Beziehung,

Stympha1os (484 v. Chr.) oder einem Aleipten

Pythagoras (Rufus bei Oribas. I

geführt. und ebenso wie sich Athen nunmehr zur politischen Großmacht aufschwingt, übernimmt

bingestrookt, teils aufLagerstätten aus Heu von den Wiesen. Als Speise diente ihnen Gerstenbrot und aus Kleienmehl hergestelltes ungesäuertes Weizen· brot, uad das Fleisch, das sie genossen, war vom

Ochsen, Stier, Bock und Reh, und sie salbten sieb

etwa Ale·

und allenthalben die Pflege nationaler Eigenart

ausgezeichnet und den Krieg als Vorübung für die G., die G. als Vorübung für den Krieg be- trachtend.' Damit faßt Philostrat die Zeit bis ins 5. Jhdt. hinein zusammen und ignoriert die Chorlieferung von einer älteren fleischlosen Diät, wo die Athleten nebst Brot nur Käse (Paus. VI

während Sparta etwas mehr zurücktritt. Zu den

40. Plin, n. h. beliebtesten Vorwürfen der attischen Vasenmalerei

des 5. Jhdts. gehören bekanntlich gymnastische

Philosophen Pythagoras zugeschrieben (FHG III Szenen aus der Palästra. Zu den Wettspielen

kommt nach der Schlacht bei Plataiai zur Feier des Sieges ein neues Fest in jener Stadt hinzu,

Trainer beliebt gewesen sein, daß sie jedoch in 30 die Eleutheria, an denen insbesondere der Waffen-

lauf gepflegt wurde. Die großen panhellenischen Feste aber erleben als Versammlungsplätze des vereinigten Griechenturns einen neuenAufschwung,

machte. Die Vorstellung eines gewaltigen Kämpen und zur Feier der dort errungenen Riege ertönt

war von der eines gewaltigen Essers unzertrenn· lieh. Dies trifft schon bei dem mythischen Vor· bilde jenes älteren Athletentums Herakles zu. und auch von historischen Persönlichkeiten war in dieser Hinsicht manche launige Erzählung im 1'mlauf.

Milon hat den jungen Stier, den er, wie wir 40 heiß erstrebte Zweck die Erlangung des Sieges

hörten, im Stadion herumgetragen hatte, allein

an einem Tage aufgezehrt und auch sonst beim Schmausen seinen J\'Iann gestellt. Xhnliches wird von Thea11enes und Astyanax erzählt (Ath. X

412Dff.). Im Vergleiche mit den Subtilitäten des die während ihrer Laufbahn bei ihrem ei11enen Trainin11 und der Lebensweise der Athleten, die 'l'raining und bei wicderholtem Auftreten im Wett· später bei den Gymnasten beliebt, den Ärzten kampfe Erfahrungen gesammelt hatten. über· aber ein Greuel war, erschien Philostrat die ge· nahmen, wenn ihr .\lter den Mitbewerb nicht schilderte Lebensführung gesund und zweckmäßig, mehr erlaubte, den 1'nterricht des jungen Nach· aa sie den Athleten seinen sonstigen Pflichten, 50 wuchses, und so entwickelte sich ein Stand der insbesondere als Staatsbürger und Verteidiger des Trainer, zunächst Paidotriben (s. d.). später Gym·

Vaterlandes

waren,

Meinung Philostrats auch für den Kriegsdienst flull nahmen und deren l'nterricht für den Erfolg

tauglich. Im einzelnen läßt sich dies nicht er· des Athleten ausschlagg-ebend wurde. Dies geht

weisen, daß aber in1 allgemeinen eine tüchtige schon aus dem Lobe hervor, das ihnen Pindar

gymnastische Ansbildung Cberlegenheit in1 Kriege undBakchylides neben den Athleten selbst spenden. mit sich brachte, war allgemeine und auch histo- Erwähnt werden von ihnen Menandros (Pmd.

risch

inslJesomlere mit der Schlacht bei Marathou, deren 60 VIII 54; Xem. IV !)3. VI 110), Orseas (Isthm. 90),

Nem. V 48. Bacc!L XII 192), Melesias (Pind. OL

Yerlauf. wie ihn Herodot schildert, nur durch die llas (01. X 18). Daß sich die Aufmerksamkeit körperliebe Tüchtigkeit der Athener begreiflich solcher Trainer jetzt nicht mehr bloß auf die

nasten (s. d.) genannt. die nunmehr auf die Ent· wicklung der gymnastischen Technik großen Ein·

war, wurde das Training und dann auch die be- sondere Diät ausschließlich auf die betrefl'ende übung abgestimmt. Die J\'Iethode der Vorübungen wurde immer mehrausgebil<let, und ältere Athleten,

die Leier eines Simonides, Pindar und Bakchylides. Die Berufsathletik, deren Anfänge, wie wir sahen, wohl ins 6, Jhdt. zurückreichen, wird im 5. Jhdt. allmählich vüllig ausgebildet. Da für die Konkurrenten bei den Festspielen der einzige

XXIII 121) oder - mißverständlich - dem

079, 17, Diog.

Laert. a. 0.). Die geschilderte

asketiscl1e Diät mag eine 7.eitlang bei manchem

der alten Zeit immer üblich war, ist nicht wahr· scheinlieh und stimmt auch nicht mit <lem Bilde, das man sich gemeiniglich von den älteren Athleten

nicht

entfremdete.

.Tene

_\thleten

nach der

was

später nicht der Fall ist.

begründete

\.l"icht.

Exemplifiziert

winl

technische Einübung der Athleten im Ringen,

in voller Waffenrlistung wäre, wenn überhaupt, Boxen und den anderen Arten des Wettkampfes,

nur bei einer gymnastisch ansgebildeten und wohl

trainierten Mannschaft denkbar. Auch die Ge· sonders. die Nahrnngsaufnahme ihrer Zöglinge wandtheit im Ringen soll bei Marathon und dann richtete, beweisen die Nachrichten über Ikkos von auch bei Tbennopylai im Nahkampfe den Ans· Tarent (s. d.), der 476 einen olympischen Sieg

sondern frühzeitig auch auf die Lebensweise, be·

wird. In der Tat, ein Sturmlauf über 8 Stadien

2049

Gymnastik

Gymnastik

2050

im Pentathlon davontrug (vg1. J üthner Phi!. cparta (s. o. Bd. I S. 2058f.) oder Zwangsdiät,

Gymn. 8). Er soll bei seinem Training. eine die in systematischer Überfütterung h:sbesondere mäßige :Lebensweise geführt, die Nahrungsauf. mit Fleischnahrung bestand. So erschienen denn

nabme in bestimmten Grenzen gehalten und weder die Athleten nach wie vor als starke Esser (Xen.

ein Weib noch einen Knaben berührt haben (Plat. mem. I 2, 4), und ,wie ein Ringer essen' war eine

Leg. VITI

VI 1; var. bist. XI 3). Er hat also bem~s die D~ese überkräftige Nahrungsaufnahme, verbu~den

839 E uml Schol. Aelian. his.t. an. sprichwörtliche Redensart (Aristoph. Pax 33f.).

rationellen athletisr.hen llllt entspre~hendzugemessenem ~chlafeund Le.Ibes·

Diätetik befolgt, die er dann später als Tramer ubu~~;en, bildete nun das raho?elle athletische

Grundprinzipien

auch an anderen betätigte. Die berühmtesten 10 'l'rammg. Angestrebt wurde damit das sogenannte

Trainer scheint aber Athen hervorgebracht zu athletische

haben.

v 49 zunächst an die Adresse des Menandros · starker Muskel· und Fleischentwicklung bei all·

Doch '."achte mr:n

gerichtete Kompliment zu verstehen: xeiJ 6' &n'

einer

_Wohlbefinden (~ br:' a?'eov . e~e~{a

Denn

so

ist wohl

das von Find. Nem.

Hippokr. bei Ga!. protre~t. 11), d.as m mög~chst

gemeiner Gesundheit bestand

ADavr1v dxwv' (ie{}J.rrcatmv lftf.lEV.

In Athen, wo

bald die Beobac.htung, daß dte so erztel~e Euex1e

die Volksbildung überhaupt auf einer relativ nicht ein festes und dauemdes, sondern em höchst

höheren Stufe stand, werden auch

die gewöhnlich nicht gerade den "ebildetsten erhoben die Arzte Ihre warnende Stimme: Hippocr.

Klassen entstammten auf einem höher~ngeistigen

Nive~u gestanden sein und schon in dieser Hin- 20 al l:rr:' äxeov eVeglat orpa}.eea{, f)v Ev r:fj) Ecrx&:up

sieht,

anzuschlagen

überrao-t haben. Hand in Hand mit der fort- nämlich von der so subtil ausgekl~gelten Lebens· schreit~nden Vervollkommnung des Training und weise durchaus abhängig, undJede ~nde~ungdaran

mit der Entstehung eines eigentlichen 'rraincr· berufes geht die Tatsache, daß sich nunmehr auch die Pflege der G. und die Teilnalnne !'n den Wett- kämpfen immer mehr und mehr zu emem Lebens· berufe ausgestaltet, daß ein Athletenstand ge·

schaffen wird Die Fälle wo sich ein von Natur 30 ständen Hervorragendes ImRmgen oder Boxen usw.

aus kräftiger; durch die' Art seines bürgerlichen zu leisten, sie ware~ ab~r fiir ein_en b~rgerlich.en Berufes körperlich gestählter Mann ohne kunst· Beruf oder namentlich fur den Knegsdienst meist mäßige sportliche Ausbildung in die Sc~mnken gändich ~ntauglich.(Philostr. (!ymn. 44). ~us· wagte werden sicherlich immer seltener, die Regel nahmen Wie der beruhmte rhodisehe Pankratiast ist •i~hnehr, daß nur solche Bewerber, die nicht Dorieus, wcl~hcr Periodonike war und außerd~m nur die köq 1 erlichen Anlagen, sondern auch die noch nele Siege erfochten hatte, und der, ~Ich

Zeit und das Vermögen haben, um sich dem Training als Lebenslauf zu widmen, die Konkurrenz an den großen Wettkiimpfen aufnehmen können.

dann gegen Ende des 5. Jhdt. an der Spitze thurische~ ~chiffe im Kampfe gegen Athen hervor· tat, ~estattgen.nur ~IC Regel. Die Folge dieser Immer ~11ehr zutage tretenden

Iichen Bürger vorgeschriebenen Leibesübungen praktis?hen. Unbrauchbarkeit der Berufsathleten die harmonische Durchbihlung des ganzen Körpers war em I?Jmer großer werdender Gegensatz bezweckten und für Strapazen .~llerArt abhärten zwischen d1e~er Bcrufs-G. un_d der vom Staa.te

wollen, so soll hier möglichste Ubm:!egenheit ~her als Besta~dtm! der .Tugender~whung vorge~chrie·

benen, die wu als padag?gische G> bezeichne.n können und auf deren we1tere Entwicklung W1f

die Trainer,

schwanke~d~~Wo~befindenbede;<t_e, und vo~allem

Aphorism. I 3 (IV 458 L.) lv <olat YVfll'aauxolaw

lwaw.

Vgl.

hatte die nachteiligsten Fo!gen. fur die G:esund· heit, außerdem fe_hlte eme wic!Jlig~ Vorbed~ngnn.g

für .~auernde ~Iderstandsfahigkeit, nam~ch d;e

A~h.art"?g. Die At_hleten erlangte~ Z" ar

die

Fahigkmt, unter gewiss~n g~nau bestimmten Um·

die

gerade in diesem Berufe nicht gering

ist,

auch :rreei 6whn<, vy. 7 (VI 82 L.);

die Genossen von anderwärts n. &ah. &;. 3 (II 244 ~.). Die A.thleten waren

Wenn

die von Staatswegen

fiir

Jeden

taug· 40

die Gegner in einer bestimmten t:bung erreicht werden, in welcher der Athlet als Mitbewerber

auftreten wilL Die ·Folge eines

ist Spezialisierung und Einseitigkeit und das Emsichtige Manner, denen vor alle~ das

iiußere Merkmal desselben eine einseitige Entwick·

Jung einzeh1er Körperteile.

der

Dauerläufer

Schultern schwach bleiben während bei den Faust- kämpfern das Umgekehrt~ der Fall sei. Er selbst will durch Tanz eine gleiclnuäßige Entwicklung er·

die

bemerkt

keit der ·yorbere?~~g. fur ~e W_ettkalllpfe und

des at_hlehschen _I raimng. Die, Wie erwahnt, von

Xarh Xen. symp. II 17 50 wieder aufmerk~m auf tlje P!aktische Wertlosig·

solchen Training

die

Beine

werden

und

späte~ z~ sl'reche~ kommen.

W, ob! des Staates am Her~en lag, _machten mm~er

TyrtaiOs

brachte

und

Xenophanes

zon~ Ansdruck ~;e·

Geringschätzung ü?ertnfft

noch

Eunp.

Sokrates

tadelnd,

daß

übern1äßig

stark

frg. 282_ N. Er steilt ~1e .Hh~eten.als. das

zielen (vgL auch Xen. mem. m 8, 4). Diese .körper- grö~te Cbel. vo~ .Hella; ,hm: "~"~" 7a~ ""'<?•

lh:he Einseitigkeit war allerdings eine unerw-unschte

Folge des Spezialisicrens, aber die Diät, die nun den Athlet<lll >orgeschrieben wurde, hatte, _wenig·

stens bei den 8chwerathleten d. i. den Rmgern, 60 mehren, und vwhenen auch ~Icht. die ilm_en

Boxern nnd Pankratiasten den Zweck, möglichste

Körperfülle hervorzubringen, die beijenen übungeu keit im ~ingen, Disk~swurf.und Faustkampf d~m sowohl im Angriff wie in der Verteidigung vo_n sy.aate, m~besondere rm Knege? Abgelehnt Wird

großer Bedeutung war. Da diese Übungen die

das sorgfaltigste

Training erheischten, so bildeten die Vertreter derselben die eigentlichen athletischen Typen. Erreicht wurde die Korperfiille durtb die d""7"o-

beliebtesten waren und auch

kriegsuntüchtig wer~, Wß!' anders':'ts em Femd

BOwre von üher-

11veuJJv ;ea{} 'EJ./.aOo. ov<5t.". xW;,ov eortv ':t?~t]r~,.

7ivovq. Denr; als Sk.lave~ Ihrer Gefräßigkeit verbrauchen ste da~ vaterliehe E;be, s~tt ~s zu

gespendeten Ehren; denn was nutze Ihre Fertig·

die Athletik auch von Sokrates. Er, der selbst

auf Körperpflege bedacht war und deren Vernac!h

lässigung bei

anderen tadelte,

da ?"""'.dad"!

von

Überladung IDlt

Spel8ell

65

Pauly-Wissowa-Kroll VII

u-ymnastlK

u-ymnastik

2052

berufsmäßige Athletenwesen war aber, wie wir sshen, allgemein die Ansicht verbunden, daß der G. in ihrer edlen Form eine wichtige Aufgabe bei der Erziehung der Jugend zufallen müsse, und wie dieser Theorie die Praxis entsprach, dar- über sind wir besonders für Athen genauer unterrichtet (vgl. jetzt auch Fre eman a. a. 0. 118ff.). Was Solon und Peisistratos auf diesem

Gebiet bestimmt hatten, wurde weiter ausgestaltet.

des Wassers, der Nahrung, Hitze und Kälte aus· 10 Der Knabe besuchte einerseits die Elementar· gesetzt sind, bedürfen eine G., die sie für alle und Musikschule, anderseits die Palästra, wo er

unter der Leitung eines Paidotribon, der ja von

haben dürfen, da sie auf Feldzügen dem Wechsel

anstrengung (Xen. mem. I 2, 4. ill 12; symp. II 17). Sein Schüler Platon bekämpft sie eben- falls als wertlos für den Staat Rep. III 404 A.B:

,Schlafen doch die Athleten ihr Leben lang, und wenn sie von der vorgeschriebenen Lebensweise nur ein wenig abweichen, verfallen sie in heftige Krankheiten.' Die Wächter oder Krieger seines Idealstaates, die keine schwankende Gesundheit

diese Strapazen stählt.

Sie geht über die Palästra

hinaus und umfaßt ~uch Tanzen, Reiten und alle dieser Beschäftigung seinen Namen hat, den Arten kriegerischer Ubungen (vgl. auch Leg. VII Leibesübungen und Turnspielen oblag. In welchem

794ff. VIII 832 D-834 D). Sie muß aber im Alter damit begonnen wurde, ist nicht genau Jugendunterricht mit der Musik schwesterlich bekannt (Grasberger I 239ff. Girard 194).

zum

Platon die Ablehnung der Athletik am klarsten Eintritt ins Ephebenalter. Wie es scheint, wurden

fornmliert und am ausführlichsten begründet.

alle gymnastischen tl"bungen vorgenommen, die

vereint und durch sie gemildert sein. So hat Fortgesetzt wurde dieser

Unterrioht

bis

2053

Gymnastik

Gymnastik

2054

Doch bleibt auch die eigentliche G. nicht un· Kundschaft abhängig waren, ist diese Tatsache berücksichtigt. In einer gut erhaltenen Inschrift für das allgemeine Nachlassen der Turnlust

aus dem Anfang des 1. Jhdts., die als Typus bezeichnend. Im 4. Jhdt. zeigt sich ein noch

.,ines Ehrendekretes für die Epheben und deren deutlicherer Rückgang, offenbar eine Folge des

Kosmeten hervorgehoben werden kann (I G II 467), Verlustes der Selbstständigkeit. Um die Wende wird z. 33 anerkannt, daß die Epheben ohne dieses Jhdts. begann die Frequenz der Epheben

Unterlaß in den Gymnasien

(~ldrpovro ivo<lezw; iv

Sp_ater be.ssern SlCh d!e Zn·

war. Ausdrücklich erwähnt werden von den 10 stände Wieder, aber immerhm stehen wu vor

z. 84, daß der Kosmet täglich dabm anwesend

rvi'>a~io<;), und Teilnahme n.1eht mehr. obligatorisch. war,. (s. o.

trainiert wurden ra~ch zu sin~en, und es sc~eint,.daß damals die

wi;

Bd.

V

S

2738f.).

tJbungen nur der Lauf, speziell der Fackellauf

(J.al'na; s. d.): z. 12 ooverileoav o8 "ai rov; angefan~en eine. immer geringer.• Zahl J~n(:er

der Tatsache, daß sich vom Ende des

5.

_Jhdts.

~e6flOV; roi•; W r:ol; rvf.tva~{ot; xai, roi;

J-ornol;

Leute _emem rab~.nelle_~ gyn;tnas.ttsc.hen Tramtng

&yWmv änavra; und Z. 13 ra; la,unriöa; t:Oe?ttov unterzieht; man u~erlaßt dtes Immer ~ehr den anaoa;. Die Epheben haben auch an VIelen J~erufsathleten. Dw G. hat 3;ls Sport Jede A~-

Ziehungskraft verloren und die J euuesse doree

wendet sich viel l.ieb~r dem ~ornehme~ Pferde- sport zn, den nur Wirklicher Reichtum mitmachen kann. Arist~phanes . h!'t diese Passion in den

gymnastischen Wettkämpfen teilgenommen und

zwar

'J'heseia und hier nur im Fackellauf und Speer- wurf (vgl. z. B. IG II 444, 64. 445, 63 und 76),

anfangs,

s0\1cl "\\ir wissen, nur an den

Zwischen ihr und der pädagogischen G. gibt es 20 gefährlicheren wie Faustkampf mid Paukration

später in der Kaiserzeit jedoch werden neb~: den 20 Wolke~ kösthch

,

keine Brücke. Etwas milder urteilt Platons

natürlich mit entsprechenden Vorsichtsmaßregeln

Heilgymnastik. Aber mcht bloß al~ Sport,

großer Schüler Aristoteles, der betreffs der päda· (Grasberger I 298ff. Girard 185ff.). Eine

Theseia auch noch neu erngesetzte Wettkampfe genannt und zwar die Antinoeia in Athen und

nicht

bloß

als

Berufsathletik und endlich

als

gogisch-politischen Verwertung der G. ganz mit wichtige Rolle in der körperlichen Ausbildung

Eleusis,' Adrianeia, Philadelpheia, Kommodeia,

Element

der

Jugenderziehung 'Y"r. die

G.

vo_n

seinem Lehrer übereinstimmt, namentlich die ver-

fiel auch dem Tanze zu, sowie gewissen Spielen,

und

hier nehmen die Epheben bereits

an allen

Bedeutung.

Längst hatte man

m ihr auch

die

rohende Wirkung derselben, wie sie sich z. B. beim wie dem Ball· und Reifenspicl, dem Seilziehen,

hygienische Seite

und

i~re Verwendba_rkeit

für

einseitigen Betriebe der Lakedaimonier einstellte,

Ephedrismos (s. d.) u. a. (Grasberger I 98ff.).

tJbungen teil; genannt werden: 06J.tzo;, 11raowv, oiavJ.o; ;raJ.~. narxgauov, OllAOV, J.awui; (IG

1129. 1147. 1148). Die Ephebenerziehung,

wie sie sich in Athen entwickelte und immer

III

die Heilkunde entdeckt, msbesondere SCJtdem das

aufnahme und Arbeit?.leistung erkannt und zuerst

durch Grammatik, Musik und Graphik mildem Wenn der Knabe dann als Ephebe in das will. Er leimt jedoch die eigentlich athletische Gymnasion eintrat, so war er gymnastisch

wichtige Prinzip des Gleichgewichtes in Nahrungs·

Ausbildung nicht so entschieden ab, sucht viel·

bereits vollkommen durchgebildet. Dort be-

mehr ausgestaltet wurde, ward dann für andere

V?n de_n kn~dischen Arzten Euryphon und Hero-

mehr gewissermaßen zu vernlitteln. Im Knaben· 30 gann nun vor allem die Ausbildung des

alter ist sie auch bei ihm verpönt, aber vom

17. Lebensjahre an erklärt er sie für angezeigt und was die Theorie, insbesondere Platon, wie und läßt Anstrengungen und sogar Zwangsdiät wir sabcn, in dieser Hinsicht verlangte, das ist

zu, offenbar in der Erwägung. daß bei der Er· in wesentlichen Zügen hier in die Praxis umge·

ziehung der Jugend deren Konkurrenzfahigkeit in setzt (s. o. Bd. V S. 2737ff.). Das Schwergewicht den Nationalspielen, wenn sie erreichbar ist, nicht des Unterrichtes liegt auf der militärischen Seite, außer Betracht bleiben darf (Polit. VIII 4, !339A denn vier Lehrer (onlo,uazo;, ro;6r~;. &,.ovuor~;,

4. IV 1, 1288B 16). Ihm schwebt also ein Mit- "awnel.wrph~;, vg!. Arist. resp. Ath. 42, 3 und

bewerb der Bürger vor, die sich nicht ausschließ- die Inschriften), sind hiefür eingesetzt. Aber das

lieh die G. als Beruf gewählt haben, wie ein 40 eigentliche Turnen wird nicht vernachlässigt, solcher wohl zu allen Zeiten vereinzelt vor- denn zwei Paidotribcn, später wenigstens einer, gekommen sein wird. Entschiedene Gegner der überwachen das gymnastische Training. Wenn Berufs-G. sind dann wieder insbesondere die auch über die spezielle Durchführung desselben Kyniker und Stoiker, jedoch immer unter Aner· gerrauere Nachrichten fehlen, so genügt, um die kennung des erziehlichen Wertes eines ent- Bedeutung der G. auch für den Ephebenunter- sprechenden Turnens. Allerdings ist uns ihre riebt klar zu machen, das Vorhandensein berufs·

Stellungnahme nur aus gelegentlichen Nachrichten mäßiger Trainer sowie ein Hinweis auf die dem

bekannt (vgl.

298ff. Jüthner Philostr. Gymn. 46f.). hauptauf die großartigen turnerischen Einrich·

Diese Meinung der Philosophen findet dann 50 tungen in den Gymnasien (s. d.) nicht nur in

ein Echo bei

Epaminondas z. B., dessen Jugend noch in das Offenbar sind von den Epheben alle Übungen des

5. Jhdt. fällt, strebte bei seiner körperlichen Stadion und der Palästra gepflegt worden. Aber

Ausbildung nicht so sehr Körperkraft als Schnellig· weit entfernt, Selbstzweck zu sein, diente dieses keit an, da erstere nur den Athleten, letztere Training nur dazu, um den Körper zu kräftigen aber für den Krieg nützlich sei. Er übte sich und für den Krieg tauglich zu machen. Das daher im Lauf und Ringkampf und im übrigen lebhafte Interesse, das die Jugend dem in der nur im Gebrauch der Waffen (Pint. apopbth. G. enthaltenen sportlichen und agonistischen Epam. 3 p. 192D. Corn. Nep. Epam. 2, 4). Element entgegenbrachte, zeitigte auch päda- Ich füge gleich hier aus späterer Zeit den Philo- 60 gogisch-ethische Früchte. Die Inschriften, unsere poimen hinzu (Plut. Philop. 3), der, ein erklärter Hauptquelle für die Kenntnis der Ephebie vom Nachahmer des Epaminondas, ihm auch in der 4. Jhdt. angefangen, enthalten naturgemäß nur Abneigung gegen die G. folgte, ja ihn übertraf, wenig über den Betrieb, dagegen ausführlichere indem er sich selbst und seine Soldaten ganz Angaben über öffentliches Auftreten der Epheben. von ihr fernhielt, da sie den Körper für den Dem militärischen Charakter ihrer Erziehunl!' Krieg untauglich mache. entspricht die Teilnalnne an Waffenparaden und Die Gymnastik als Erziehungsmi ttel. WaffendieOBt, ferner hippischen und nautischen Mit dieser Abneigung der Intelligenz gegen das Veranstaltungen, die mehrfach erwähnt werden.

jungen Mannes für den staatlichen Waffendienst,

Norden Neue Jahrb. Suppl. XVIII Kosmeten obliegenden Öllieferungen und über·

Männern des praktischen Lebens. Athen, sondern in der ganzen griechischen Welt.

Griechenstädte, ja allmählich für die gesamte 30 dikos hteransch verwertet. war (G?m perz Gnech.

griechische Welt vorbildlich. Allenthalb~n ent·

standen Gymnasien und wurden Gymnasmrchen 217f.). Die berufliche Arbeit und Kraftabgabe

eingesetzt: und mit dieser Institution wurde auch

die G. als wichtiges Erziehungsmittel in die

entferntesten griechischen Gaue getragen und in

zahlreichen Wettkämpfen betätigt. über die Verbreitung vgl. Oe hier Bd. V S. 2741ff. und

die Art. Gymnasion und Gymnasiarchos

Dieser rationellen Erziehung brachte man m war die Emhaltung dJCses Pnnzips notwendiger Athen allerdings nicht immer das gleiche Interesse 40 a~s be!m Trai~ing, _und es. ist ~ein_Zweifel, daß -entgegen. Während im 6. und Anfang des 5. hier die Praktiker langst emen ';ehtJgen Vorgang

Jhdts. die Pflege der G. sehr in Mode w~r und nach den Perserkriegen im Strudel der natwnalcn Begeisterung einen Höhepunkt erreichte, tauchen in der 2. Hälfte dieses Jhdts. Klagen über ent· schiedeneu Rückgang auf. Aristophanes beklagt sich, daß die Jünglinge lieber auf dem Markte Politik treiben und prozessieren, als sich in den Gymnasien aufhalten, und daß eine so geringe

Lust am Training vorhanden sei daß niemand 50 Art konnten an den anschließenden KraftleJstungen

sofort verläßlich gemessen werden. Niemand

den Fackellauf ausüben könne. ' (Nub. 1002ff.;

1 durch

stand. Die ZweckmaßigkeJt emer dmtetischen Vorschrift sowie die Fol!\'en von Exzess~n Jeder

Denker

I . 231.

F_r e d r1 c ~ Hippokr. Unters.

muß durch ein entsprechendes Nahrungsquantum aufgewogen und umgekehrt muß lJberernährung, l!m unangenehme gesundhe1~hche

eve~t~elle

~olgen zu ~ermeiden, dur~h e~t~prechendeköryer·

hche Betätigung, also bei Mußigen ~urch Leibes·

übung~n 'Yettgemacht. werden

_Nugends

~ber

b_eobac~tet haben ':erden

ni~ Grund!age_ zu

emem System atbletJscher DmtetJk hat VielleiCht ~kos gelegt. Für das Studium der Wech~el·

wukung von Nahrungsaufnahme und Arbeits· Ieistung war in der Palästra ungleich reiChere

Gelegenhe~t, ~ls sie den .Ä.~ten.sonst .z.u ~ebote

Ran. 1087). Das mag satirisch übertrieben sein, enthält aber gewiß ein Körnchen Wahrheit und -entspricht der damals einreißenden Indolenz. Von Ps.-Andoc. Alkib. 22 und 39 wird die Schuld an

diesem Cmschwung dem Alkibiades zugeschrieben. Bäder an einer Reihe >On I~dividuen z.~ ti~feren

Das Nachlassen des Interesses am athletischen Kenntnissen auf dem Gebiete der D10tetik zu

welche. >On

diesen diätetischen Maßregeln bei emem bestlllllll-

obaehten ist. Vorher gehören die Leibesübungen 60 ten Indindium und einer gewissen Kondition

der Jünglinge in den Palästren zu den beliebtesten am Platze sind. Diese nach der E!rfahrm_lg ge-

Sport läßt sich übrigens auch in der Yasenmalerei erkennen, wo um 440 eine Wandlung zu be-

des Schlafes. der verschiedenen Arten von Leibes· übungen, Einreibungen mit Öl, Massage und

also war so wie der Gymnast in der Lage

unausgesetzteBeobachtu~gderNahrungsaulna~me,

gelangen und besser festzustell_en

1

Steifen. Nun hört es plötzlich auf. Die Andeu- tuug des Lokales ist nicht mehr so sorfältig, irgend ein an der Wand hängendes Gerät muß genügen, die Jünglinge aber stehen meist be· kleidet in Gruppen umher und sohwatzen, ohne <~ich dem Sporte zu widmen. Da die Vasen- ·.fabrikanten nattlrlieh von dem Geschmack ihrer

regelte G. und Diätetik hat~ geWisse heilsa!"Ile Wirkungen für die Gesundheit dessen, der sJCh ihr unterzog, und zeitigte jenes körperliche Wohl· befinden (evel;ia), ~ als der Idealzweck der G. vorschwebte (Aeschin. I 189. Plat. Gorg. 41)~A. Clem. Alex. Strom. YI ~7, 157). Welches GeWICht auch in den Gymnasien darauf gelegt wurde,

2055

Gymnastik

Gymnastik

2056

beweisen die hiefür eingesetzten Agone der auch bei anderen an, die sich bei ihm bei Er- woEla, deren Sieger inschriftlich verewigt wnrden, krankungen Rats erholten, und wurde 80 der Er-· wovon uns allerdings nur Beispiele außerhalb fi!'der einer gymnastischen Naturheilmethode, .Athens .in Tralles, Samos, A'idin bekannt sind d1e den Gedanken der beiden Knidier Euryphon:

(Dittenberger Syll. 2 672, 3. 673, 3, 16. 674,

5). In Athen wird der Wettbewerb der •vavdela

(s

(Dit~enberg~r a. 0. 672

al~Mittel fü~eme gesunde körperhebe .Ausbtldnng

n: 2). ~ar das Turnen renz 1!1it der Medizin, und wahrscheinlich war

und Herodikos ausbaut. Von Plinius n. h. XXIX 4 wird sie als Iatraliptik bezeichnet (Jüthner a. 0., 9ff. 32). Damit tritt die G. in Konkur-

Herodtkos der erste, der sich als Gnnnast (s d)

d.) eine ähnliche Bedeutung gehabt haben

bet der ?rzwhung der Knaben und Jünglinge 10 bezeichnete, was bald Nachahmung f:ind da di~se',-

vorgesch~ebcn, so .nnter~og:c~ sich ihm reife Titel vornehmer klang als Paidotrib, und 'es be "nnt

eine Rivalität zwischen Gymnasten und xf.ten, die dann so lange dauert, als überhaupt G. ge- trieben wird. Die :\Iißgriffe, die sich Herodikos-

Isocr. Demomc. 14. Dwg. Laert. 67. Luc. Lextph. 5. zu Schulden kommen ließ - er ließ auch Fieber-

Manner,.J". auch Grmse frennlhl), vor allem eben

a~s hygt~mschen Grunde~ und m dem Ausmaße,

ww es dteser. Zweck. erhmschtc

turnen Ps -Hippokr Epidem VI S 18

Ath. XII 547Dff. Galen. V 899. VI 764. XI 365, kranke

den Xrzten eine willkommene·

vornahm und dt_c Leibesübungen bea~fsichtigte. Handhabe zu scharfer Kritik, aber auf die Dauer

Daher ~o~mt selt dem 4. Jhdt. anc.h dw Bezeich- 20 konnten sie sich dem vielen Guten, das die Me-

3_70). Die nötigen V:orschriften aber wurden von emem erfahrene~Tramer gegeben, der die Salbung

(Xen.

sym~. I

7.

(V 302 L.);

vgl.

a;1ch

Cael." Aur.

m~rb. ~hron.

Ili 8 - waren

n!'flg al;m<n,; auf (s. d.). Am. hebsten wurde diese Leibespflege mlt d~m ??heben. Bade ver- bunde~, und es ward fruhz01hg dafür gesorgt,

daß m_cht n~r der vornehme Athener, sondern abgestufte Leibesübungen in das Hippokratische

auc~ d.w breiten Volksm~ssen der W?hltat einer hygtemschen Lebenswetse . tetlhaft1g, werden koi_mten: ,Ps.·:x.~n. resp. Ath. 2,,10 "a' rv.uvaata

Corpus bei verschiedenen Krankheiten Aufnahme· (Epidem. VI 1, 5 [V 268 L.]; "· vova. II 55

thode enthielt, nicht verschließen. Und während der echteHippokratesan medizinische Verwendung"' der G. noch nicht gedacht hatte, finden rationell

[VII 86]; "· dtah. 6;.

[v6.?.] I 176. 16ff. [II 516]).

~atl~v~ea xat a':od~r~eta;o~qf.":' :r<lo~alotqlariv Im :r<eoeg. II 1 [IX 6 L.] ist die Heilgymnastik

~~~a .EVtot~' 0 de ~'YJI'-, 0 ~ ~vTo~ ~vujj otxo~op.el-rat bei Krankheiten bereis als etwas Bekanntes vorauR-

ldtr :JtaJ.~{GT(!a~ no.V.a!:, anoiJvr'YJfJW, lovreWva" · 30 gesetzt (z:oi·~ "TWv voVcrwv

d'vexa yvftval;op,ivovt;

xa~ :n:fet~ ;roVrrov MoJ.aV~t 0 öxJ.o~ t}~o[ OUyot xai raJ.at:n:oo(!l:ovra;), und von Plat. Rep. III 406f.

.Badehauser und 1 urnp)ät~e wird_ die Methode als die gegenwärtig herrschende

wurde? hä1_1fig mit~mander ve_rbnndcn, da s1e Ja

ohne~es emen Tetl de~ baul~cben E~fordm;nisse wird also eine Zeitlang in l'IIode gewesen und wie

gememsam hatten (a.1ro~v~1Jewv, al.et:rn:7Jewv, heutzutage manc.hes angepriesene System auch

übertrieben worden sein. Was brauchbar an ihr war, fand jedoch in die medizinische Literatur Eingang, zuerst, soviel '"ir nachweisen können, in der Hippokratischen Schrift "· dtah " (etwa

die sich II 61-66 ber~its aus·

führlieh mit der G. befaßt (Jüthner a. 0. 34} und für eine Reihe ähnlicher jetzt Yerlorener Werke vorbildlich war (Fredrich Hippokrat. Untersuch. 169ff.). Auch Platon konnte sich der neuen Richtuna nicht entziehen Im Tim 89 A-D erkennt auc"'h er die neu erfundene Heii-G:

bez01chnet. Die Heilgymnastik des Herodikos

~at Ot ev~atft 0 "'>:

Wandelh~llen u. a.; vgl. Blüm_ner Privataltcrt.

?1~). · Während a)so .dte J~Dl~en angeht, d1e s1ch

athletische G. nur die-

?erufs~äßig dem ago-

mst;ischen Wettbew~rb :we1hen, die G. als pi\rla-

gogtsch~sJi!Iem~nt_fur d~ehera~wachse.nd~Jngend40 um 400 v. Ch.),

V?n WlC_hti~;kelt 1st, btl~et d1e hygt~mscl!e G.

Cl~en Wtchtigen. ~aktor 1m J,eben emes Jeden Burgers, der be1 I~ Erholung und Erfrischung von des Tages Arb~ltsuchte und durch sie seinen Köl!'er gesun~ erhielt. Insofern kommt diesem Zweige _nnzwmfelhaft die größte Verbreitu.ng und

das we1~estgehende Int_eresse . aller Kreise zu. als berechtigt an und läßt Diät und G. auch

PJ:-to~, m dessen Schnften st~h das gesamte !('leC~tsche Leben wunderb~r sptegelt, behandelt

m set?em Staate und semen Gesetzen. unter .)0 Ablehnung Rev. IJI 406 AB setzt, erklärt sich

e11tsc!llede~er :Ablehn.ung der Berufsathletik ans· dadurch, daß er in seinem von spartanischer

fuhrlieh d1e pa~ogtscbe G., versteh~ aber, wie

?ben bem~rkt_, m allen andern ~chnften unter die kränkliche Bürl!er künstlich zu erhalten sucht:

ohne daß sie dem ~taate je wieder nützlich sein

tv~vaaw<n mct.ts anderes. als dtese Knn.<t der

.eibespflege. (Juthuer_ Pht!ostr. Gymn. ~0). Auf kiinnen, entschieden ablehnen muß. In der

~tesem ?ebtete hatte mzwtschen Herodtkos Yon Praxis hat sie Platon rückhaltlos anerkannt. Er

Selymbna (s: d.)_ babnbrech~nd gewirkt. Von hat nicht nur unter yv

zur Heilung von Krankheiten zu. Der Wider- sprnch, in den er sich selbst mit der spiittischen

Strenge

durchwehten

Staatsideal eine Methode

wie "ir sahen

,vaaw<~

Leibespflege verstanden, s~ndern sie auch

gen auf dem Gebtete_ de~ Du':tettk ~e- als Schwesterkunst der Medizin angesehen, den ~mme1t, und als. er durch Krankhchkmt (tplha~,;60 Gymnasten und Arzt oft zusammengestellt nnd B ut. ser. num. vmd. 9) _gezwungen war, seinen Symp. I 186 E beide Künste dem gleichen

~t atz'l;""b~n,.kam Ihm_ der G:e~nke, s~in Schutzpatron Asklepios untergeordnet. Dieses.

Hervorheben und Betonen des medizinischen 'feiles an der G. ist ein Beweis daß sich das Publikum damals hiefür beoond~rs intereo- sierte (J ü thner a. 0. 3711".). Mußte man aber die Nützlichkeit der gymnastischen Diitetik zn- geben und hatten sie die hzte in ihre Kunst.

. n nr~ die m der Palästra ublichen diä- ~~en ~httel zu bekämpfen, d. h. ein gerraues ß:'~e IDlt gerrauen Beo~ungen über Speise,

~rl~ Pmdotrib, hatte ~r m Paläst_ren _reiche

die

1

ihmwegung, M~sag!' nsw.

einzuhaltel!.

Als

es

gehmg, sem mgenes Leben auf diese Weise zu verl&ngi!m, wendete er den gleichen Vorgang

2057

Gymnastik

uywua::sWA.

.einbezogen, so wollten sie anderseits den Gym- der Finger bezwungen (Pans. Vl 4, 3). Ähnlich nasten noch nicht die Berechtigung zugestehen hat später (um 364 v. Chr.) der sikyonische Pan- sie auszuüben, da sie ihnen die zum Ordinieren kratiast Sostratos seine Gegner behandelt und nötigen Kenntnisse absprachen. Daher auch die davon den Beinamen Akrochersites erhalten (Paus.

Reaktion

die bisherige Bezeichnung der VI 4, 1; vgl. Förster Olymp. Sieger 202. 349.

Leibespflege als )'Vf!Vaan"l) und die Schaffung Reisch o. Bd. I S. 1198). Bezeichnend für den ·des neuen Begriffes vymv~ durch Erasistratos Zug der Zeit ist aber, daß bein1 Boxkmnpf in im 3. Jhdt. v. Ch. (s. o.), sowie später die heftigen hellenistischer Zeit offiziell jene Totschläger aus

Angriffe der Ärzte der Kaiserzeit, insbesondere harten Riemen (otpaiea, vgL Bd. III S. 1320) Galens auf die Berufsgymnastik (s. u. und J ü th- 10 eingeführt wurden, die furchtbare Verwundungen ner a. 0. 51ff.). zur Folge hatten, ja das Leben der Faustkämpfer

gegen

Hellenistische Zeit. Da die G. auch in

gefahrdeten.

der hellenistischen Zeit eine gleichmäßige Fort- Die üppige Lebensweise der Athleten konnte -entwicklung erfahren hat, wurde in der bisherigen auch auf Abwege führen und durch Verführung

zu Exzessen aller Art, z. B. auch auf erotischem

gegril!'en. Charakteristisch für dieselbe ist einer- Gebiete, das Gegenteil von dem erstrebten Zwecke .seits auf dem Gebiete der Konkurrenzen das fast zur Folge haben. In ursächlichen Zusammenhang

ausschließliche Dominieren der Berufsathletik, mit

45 auch das unredliche Vorgehen und die Be-

Fonnen annimmt und deutliche Zeichen der 20 stechungen bei den Kampfspielen, die immer

mehr einzureißen begannen. Die leistungsfähigen Athleten verkaufen den Sieg, um das Wohlleben führen zu können, die anderen, die durch das

legensten Gegenden. über das Raffinement des üppige Leben leistnngsunfahig geworden waren,

sind genötigt, sich den Sieg mit Geld zu er-

Diät, die mit der Einführung der si'zilischen kaufen. Selten kamen solche Unregelmäßigkeiten in

Schlemmerei wohl schon ~u Platons Zeit ein- Olympia vor. Aber Pausanias (V 21, 2-17) weiß setzte, weiß Phi!. Gymn. 44