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25950 Fuahrer durh das Ur-Europa-Museum mit Hinfithrung in die Ursymbolik und Urreligion - 58 - dumonischen Géttergestalten (Schiwa) das Zeichen des "Herrn" mit den deiden|[° Runen auf dem Haupt auftaucht, - der Welt- und Jahrgott, der zwischen den beiden kalendarischen Kulttromeln steht, und dessen Armpaar als Y ma AP das segnende Licht aus dem Abendland aussendet (Textabb. 9, mr. 5). In der T +, Yk schehen in der Kleinen Mutterhthle aus. In jener geheimnisvol- Symbolik klingt das kultische Ge- len viereckigen Nische an der Wand gegentiber dem singenden Herz-Haupt der Géttlichen Mutter und Erden-Mutter - wahrecheinlich eine klangverst&rkende Widerhall- nische - lie8 die Infrarotaufnahme ein gro8es sti- lisiertes "Ur" in eckiger Schreibung, an seinem Rechtstab aie fb baw. qk Runen sichtbar werden, Links am Rand zwei "Steinmetzzeichen", wie verstohlen und insgeheim an- Shou Ete fed. Waren es Handwerker, die an der Herrichtung der Kleinen Mutter— einandergesetat: hbhle zur Sakristei der Kreuz-Kapelle tuitig waren und die noch um den "alten Glauben" wuBten? Rechts am Rande ein 8 Zeichen (siehe BUB). Die GroBe Mutterhthle vier ( "Ur"-Bogen lang wahrt das Verweilen des Sohnes des Himmels und der Erde im Mutterscho8, In der linksldufigen Folge der Kleinen und Grofen Mutterhthle und des Jahrganges ist er in der Kleinen Mutterhthle durch die ersten beiden e8< Bégen, die vorwintersonnenwendlichen, gegangen. Nun kommt aie Zeit, wo er "belgbunden", vom Mutterscho8 umschlossen, in Verwandlungsschlaf versunken ist (3), in dem vierten Bogen aus -59- GroBe Kleine dem Mutterbrunnen, dem Mutterwas— Mutterhéhle Mutterhthle Febr. Jan. Dez. Nov. ser wiederaufgefunden wird. So a aD ist uns der Mutternachts-Mythos a nA in der ltesten indischen Uerlic— 4 3 2 1 ferung des Rigveda erhalten: das wiedergeborene, wiederaufgefundene Gotteskind wird "Kind der Wasser" (apam napat) oder "SproB der Wasser" genannt. Und es sind die drei géttlichen Frauen, die dhisanas, die seiner war- ten. Wir sehen in Abb, 28 und 29 die beiden "Ur"-Bégen (3 und 4) der Grofen Mutterhihle, Sie setzten unmittelbar auf dem hier verbliebenen FuBboden auf, wie es am Horizont der Somnenlauf- bogen auch tut, Etwas Wesentliches unterscheidet aber dic "Ur"- "U: Bégen der Grofen Mutterhdhle von denen der Kleinen Mutter— hdhle: ther ihnen erkennen wir eine flache 2wiebelfirmige Ver- tiefung, die wie die ruhig brennende Flamme einer Wergdocht- Lampe oder Kien-Leuchte aussieht. Das Motiv des strahlenden "Ur", des nachwintersonnenwendlichen, erscheint, wie das Grab- haus mit der Mutterbrust, schon in den Grofsteingribern vom Morbihan, Bretagne, im Dolmen de L'Ile Longue (siehe EUB). Die Wallfahrer aus dem Pyreniienland. Wenn auch die ganze Riickwand der GroBen Mutterhdhle mit BreitmeiBelhieben von heidnischen "idola", Felswand-Ritzungen und Malereien gerei- nigt worden war - der Infrarotfilm holte die Spuren der letz— teren an dem letzten grofen "Ur"-Bogen wieder hervor. Wie die GroBaufnahme Abb, 31 und die Abzeichnung Tectabb. 4 (Tafel III) zeigt, war zwischen den beiden "Ur"-Bégen das Symbol des wiedergeboren-werdenden Gottsohnes im X Grab-, Mutterhaus - 60 - =61- gemalt (Textabb. 4, nr. 1). Das Grabhaus-Rechteck war einst in heller Farbe gemalt gewesen (wie das kleine "Ur"-Zeichen (nr, 2) darunter), die aber ausgelaufen, verwaschen war. Die terraschung war, da8 der Gottsohn hier nicht, wie in Hégsbyn, ®isselskog, Dalsland, als erschien, sondern mit spitzem Haupt, wie eine Flamme . Das war nun ein wichtiger Fund und seitlich Hinweis. Denn nur in den Felsmalereien der Megalithgriber- Religion der Iberischen Halbinsel tritt dieses Motiv auf. DaB diese Felsmelereien und Felszeichnungen Spaniens und Portugals eine liickenlose Binheit mit den west- und nordeuropiischen als abendlindische Gemeinschaft bilden, wird in BUE mit genauem Material nachgewiéesen, i Ben Mutterhdhle m Wasserbecken (c)), Ganz so wie im Norden, erscheint das wiedergeboren-werden- Felsmalerei vom Felsmalerei von Callejones del Rio Bac inete, Stid-andalusien Frio, Sierra Morena Tafel III Textabbildung 4 oBen "Ur"-Bogen (B7 und der ufnahme des Verfassers, a neah H. Breuil gen und Malereien an der Stidwestwand der Gro 5S “3 TELEes a ga de Gotteskind - und Menschenkind - a] mit emporgehobenen iB ag Armchen, mit "Jahr"-Haupt ([) oder den zwei Strichen der Gitt- Pa a lichkeit auf dem Haupt (Sierra Morena, Callejones del Rio Frio). © wo aaa In der Felsmalerei von Bacinete, Siid-Andalusien, aber ist die aes Verwandlungsszene dargestellt, von der wir als diesbeztiglich a3 ages den ganzen SchluBteil erwtihnen: von dem in den Wassern VV mS sich befindenden Grabhavs [] geht der Gottsomn aur () urn- | ~ 62 = Nisohe, die seitlich gewendet ist, zum Zeichen des Durchganges. Er trégt das Flamme-Haupt, wie in dem Grabhaus an der "Ur"— Nische der Grofen Mutterhthle des Eccestan. Und damit haben wir weiter die Verbindung zu dem "Kind der Wasser", dem alt— indischen Gottsohn Agni, dessen Name wortgeschichtlich mit le- teinisch ignis "Feuer" gusammenhingt. Agni ist der "Hausherr", der im Herdfeuer als Hausaltar "entziindet" und verehrt wird. Nicht etwa als ein Gott des Feuers: - Agni offenbart sich im Feuer wie in der Sonne, als Licht und Wirme spendend. Er ist im Wasser, in den Pflanzen, wie in allen Geschépfen der Natur, denen er Leben verleinht. Diejenigen, die das Gotteskind im Grabhaus als q mit Flam- menhaupt nach heimatlichem Brauch gemalt haben, mlissen Wallfah- rer aus dem Siiden sur "Mutterhthle" des Eccestan gewesen sein, wie die Bohusluiner aus dem Norden, die die Totengeleitschiffe nach heimatlicher Art auf der Fehrt zum Armpaar-Totentor des Gottsohnes ritzten - der Fahrt zu dem 3 i 8 » der Wiederbe- seelung. ‘Auch die spanischen Felsmalereien zeigen diesen Gottsohn, den 3 als aus dem strahlenden "Ur" geboren und dieses strah— lende "Ur" als Sinnbild des gebérenden MutterschoBes. Die Wallfahrer aus Morbihan, Bretagne. Die vierte, die groBe /\ "Ur"-Wische ist die Stelle der Geburt, der Auffin- dung des Gotteskindes in den Wassern, die als kosmischer My- thos von Frey - Heimdal(1) in jenen Bruchstticken des Hyndla- liedes (35, 38, 43) noch von ferne nachklingt. Sie gehért zu den grogen Mysterien der urindogermanischen "Mutter"- und "Muitternacht" der GroBsteingraéberreligion. Sie ist uns im Si = Anuvak&, dem vom Priester (urepriinglich der Priesterin, Sehe- vin) gu regitierenden Teil des Weihnachtsevangeliums der Taittiriya Samhita IV, 3, 11 erhalten. Wir kommen weiter unten noch kurz darauf zuriick, Bine diesbesiiglich einzigartige Dar- stellung ebenfalls ostindogermanischer Herkunft - sakisch- skythisch, 6, Jahrhundert v. Ztr, -, bislang véllig vergessen und iibersehen, ist uns in einer Felsritzung am Irbit, Gouv. Perm, erhalten. Dort kommen die drei dhisanas auf dem "Weg des rta" gu der Geburt des Gotteskindes aus den Wassern (siehe EUE). Die urindogermanische Kultstétte versinnbildlichte den Kos- mos, Himmel und Erde und seine Ordnung in Zeit und Raum, das Jahr, den Jahrgang des Sohnes des Himmels und der Erde. Die Himmelsregion ist die Héhe, dort steht die Weltsiiule; unten im Berg ist der Scho8 der Géttlichen Mutter und Erden-Mutter, Dort ug der Urbrunnen, der Mutterbrunnen, Kinderbrunnen sein, - wie schon in den Kulththlen der Ahnen der letzten Eiszeit, des Aurignacien und Magdalénien. Ist kein nattirliches Wasservor- kommen (mehr) da,so wird ein ktinstliches Kultbecken hergestellt, wie in der GroBen Mutterhihle des "Eccestan". Die einzige Stel- le in Deutschland - und geradezu klassische Stelle -, an der sich noch eine solche urreligitse Kultstitte von Himmel und Erde als Naturgebilde erhalten hat - mit Grotte und Teich -, ist die Queste von Questenberg (siehe EUE). Uver dem Wasserbecken in der GroBen Mutterhthle wélbt sich am FuBe der Wand das vierte und letzte, das grofe "Ur", Und in der "Flammennische" iiber dem "Ur" machte der Infrarotfilm die Gestalt des wiedergeborenen, auferstandenen Gottessohnes, des "Kindes der Wasser" (Textabb. 4, nr. 4; vel. Abb. 29 und 31) sichtbar. Die Malerei ist stark verwaschen, ausgelaufen, zer- Srcave setat, aber noch erkennbar als das, was uns die ingwinisch- dinische Geleitmtinge aus Schonen (Abb. 40) zeigt. Links neben dem grogen flammenden "Ur" erscheint eine Ritzung (nr. 7), dic wir genau so in den Gro8stein— grabern von Morbihan (Bretagne) in Verbindung mit dem Krum- stabsymbol (nr. 5) und der Welt- siule (nr, 8) wiederfinden, - wie nebenstehende Gegentiberstel— merform, Schwundstufe-Form aufweist, die Folge der Gewohnheits— schreibung. Das Endergebnis ist damn ein kleines Rechteck mit einem geraden Stumpf darauf - die im Nahen Osten und Morgenland verbreitete Form. Woraus man auch entnehmen kann, da8 die Wan— derung dieser Symbolik vom Okzident zum Orient erfolgte, und nicht umgekehrt, weil der Orient nur die Kiimmer-, die Ver- schlei8formen, aber nicht die urspriinglichen Ausgangsformen aufweist. Dasselbe Symbol des Mutterbrust-Grabhauses erscheint links und rechts (Textabb. 4, nr. 3 - 3) von dem aus dem "Ur"— Brunnen aufsteigenden Gotteskind, dem "Kind aus dem Wasser" (nr, 4), Uber dem rechten Mutterbrust-Grabhaus (3) ist dasW Wasser-Zeichen angebracht, ganz wie in Morbihan (Dolmen de 1'- Tle Longue) und wie wir es vorhin in der Felsmalerei von Baci- nete sahen, Fiir die reiche therlieferung der GroSsteingraber von Morbihan, Bretagne, siehe EU. und Nachtrag Seite 132. Das Riickzugsgebiet des "Glaubens aus alter Zeit" bilden landschaftlich die Berge, menschlich das "Miitter- und Kinder- Reich", als Marchen, Kinderlied und Kinderspiel und das Brauch - 65 = tum der Gebild-Brote, von den Mittern nach uraltem Herkommen alljahrlich wieder hergestellt, - ein verlorenes Paradies, Was wir vergeblich in der ganzen Edda noch suchen, das ist in diesem "Miitterreich" erhalten: das Mysterium von der Auffindung des Gotteskindes mit der Sonne im Brunnen durch die drei Frauen oder die Gottesmutter selber, Wilhelm Mannhardt hat vor mehr als einem Jahrhundert diese Pahrte entdeckt, Die erstmalige urreligionsgeschichtliche Auswertung des uns erhaltenen Mate= riales liegt in EUB vor. Besonders altertiimlich ist das Motiv von den drei Frauen "Eine, die spinnt Seide" - den Lebensfa- den, den die drei Normen ja dem Kind bei der Geburt spinnen, zusammen mit der Lebensweissagung. "Die andere wickelt Weide" - hier sind zwei Motive zusammengekommen: das der "Rechtswah- rerin" mit der & "Wiede", dem Zeichen aer Gerichtsbarkeit (vgl. Abb. 34 4), und das des Flechtens des Weidenkorbes fiir das Kindchen (Abb. 32). "Die Dritte geht zum Brunne / hat's Kindchen funne" (Jugenheim, BergstraSe). Oder am SchluB, an Stelle der alten Géttlichen Mutter und Erden-Mutter: "Jungfrau Marie hat e Kind gefunne / in dem kleinen Brunne" (Dietzen- bach, Wetterau), An dem Gang zum Brunnen und der Auffindung des "goldig Kindchen" sind auch die Tiere beteiligt, die alteste Haus— tiere cum Gefolge der Géttlichen Ur- und Allmitter gehéren: die Ziege und der Ziegenbock. Erstere auch als Awme des im Berge geborenen Gotteskindes, so auch auf Kreta. Das gehirt zum Weihnachtemythos der GroSsteingriberreligion, Im Rigveda ist es der Bock, der den im Verwandlungsschlaf liegenden Agni und die wiedergehoren-werdenden Seelen weckt. Scherzhaft wird Gotteskind daher auch "Gei@lein" oder "Bicklein" genannt. Bin = 66 = jiingeres Haustier der Géttlichen Mutter und Erden-Mutter ist die Katze als Tier der Freya-Horn, die auf inrer Katze reitend mit dem Horn in der Hand als Wandmalerei vom Anfang des 13. Jahrhunderts noch unter Putzbelag im Schleswiger Dom entdeckt wurde. Und dazu Fréy-Frey mit flammendem (!) Haar als "Jahr"— Gott, in der linken Hand den Stab mit der gesenkten Sonne, in der erhobenen Rechten den Krummstab. iinnliches wird an der Wand der Grogen Mutterhéhle gestanden haben, und, ist auf immer zer— stort worden, Aber wir haben eine Méglichkeit, noch etwas in Erfahrung 2u bringen. Diese Méglichkeit ist am Dis@sen, der Tochtergriindung des "Eccestan", in Stidbohuslan, nachzusehen. Die dortige Darstellung der "Mutternacht" (siehe EUE) enthdlt in nebenstehendem Aus- schnitt: die FuBsohien, Simmbild des endenden und wiederbeginnenden Jahrgan- ges; Sonne; das grofe od, mit dem "odebar"-Schwan darauf; das Geleitschiff nit Schwansteven, Weiter die Wiedergabe uns heute a im Volksaltbrauch noch erhaltener Iussi- baw. Julgebildbrote: 5) Bocken, der "Bock"; 6) hjulen, das "Julrad"; 7) Lussikrull, "Lussikrin- gel" oder Lussikatt, "Lussikatze". Die Grundform dieses Lussi- krull-, Iussi-katt-Gebildbrotes der lussi (Lucien-) Nacht und der Julnacht ist die einfache Bewegungsform des 3 , ais % oder S$. Zur "Verstiriang" der Heilswirkung kénnen ein oder -61- zwei weitere, kleinere 2 oder S kreuzweise dariibergelegt wer- den, wie es am "Dis8sen" schon erscheint, Weiter darunter 8) das als "Dreispro8licht" aus dem @® = 00 wiedergeborene, auferstehende Gotteskind. Die beiden FuBsohlen mit aen 2 ge- héren auch noch zur Adventsymbolik des altenglischen clog- (Kerbblock-) Kalenders, natiirlich mit einem Deckheiligen (St. Crispin) iiberlagert. Dort also, wo man im Runenkalender und im Julbrauchtum (Gebildbroten) zu den “Fuszsohlen" (=Stiefel) mit der Lussi-katten, der Katze der Lussi - Lysesi v), der "leuchtenden Mutter" gelangt war, dort zog die Katze die Stie- GO oko fel an. Mythen und Marchen sind ur- spriingliche Symboldeutung. Und so heist Julsymbolik von Dis- es im dsterreichischen Kinderlied: &sen und Julgebild~ brote "Hopp, hopp, heserlmann / unsa Katz hat Schtieferln an / rennt damit af Hollabrumn / findt a Kindl in da Sunn / Wie sulls haasn? Kizl oder Goass'l? / /" usw, - oder - "Hist, host, Edelmann / die Kats legt die Stiefel an / springt in den Brunnen / hat ein Kindlein funnen / wie soll's heigen? / Bndle, Bendle, Geifen / Wer soll die Windeln waschen? / Drei alte Plaudertaschen" (Oberrhein, Elsa8)., Oder in einer anderen Fassung: "d'Katz hat Stiefel an / reitet tibern Brunna / hat a Kindl gefunna / Wie solls heiBe? Bickle oder Geisle / usw. (Schwaben). Die Geburt des Kindes von der "leuchtenden" Mutter im Ber- ge gehért auch zu den Gebildbroten der deutschen Weihnachts- zeit als urreligidee Dauerliberlieferung, Ein kostbares Stlick dieser Kuchenmodel ist das aus Mannheim (Abb. 33, Wende 17./18. Jahrhundert), Es ist eine Verbildlichung der Sage vom Urschlen- berg bei Pfullingen, frither (14, Jahrhundert) noch Ursenberg, - 68 - Urschenberg gehei8en. Der Name Ursel, Urschel hiingt mit latei- nisch Aurora und altindisch Usah, 4.i. die "Leuchtende", su- sammen und wurde von der Kirche zu Ursula umgedeutet, wie Iussi (lysesiv) zu Lucia. Sie ist es, die im schwibischen Raum als Brech-Héldere, die Brechte, Perchte-Holda, die "leuchtende Holda erscheint. Sie wohnt in dem Berg mit ihren drei "Nachte- fahren". Dort wird in der Weihenacht im Berg das Kind geboren. Der Kuchenmodel von Mannheim zeigt die Gittliche Mutter mit der leuchtenden Radhaube auf dem Kindbett mit ihren drei "Nach- tefahren", als Geburtshelferinnen, die hier sogar mit den alt- germanischen Amtsnamen der drei "Disen", als Einbet, Gworbet und Wilbet tiberliefert werden. Siehe weiter EUE. Ein Sinterklaas-Kuchenmodel - 4,1, verdriingtes Julgebild- prot (siehe S. 30 ) - aus meiner niederléndisch-friesischen Heimat (ebenfalls Wende 17./18. Jahrhundert) zeigt noch die Wandlung. Unten em Fuge der ABC-Tafel, die hier an Stelle der alten Runenkalenderscheibe getreten ist, - also in der "Mutter— himmelsrichtung", im Stiden, wie unter der Kalenderscheibe von Fossum - steht die Wiege. Darin links, vorwintersonnenwendlich, der "alte Gott"; rechts, nachwintersonnenwendlich, das wieder- geborene, verwandelte Gotteskind (Abb, 32, Sammlung van Elseloo, Sneek). Das Jahrkucheneisen von Humfeldt (Lipp: Ein kostbares Stiick als Beispiel der értlichen Dauertiber- lieferung der Eccestan-Mutternacht im lippischen Lande ist das Anfang der 60er Jahre von mir im schénen lippischen Landesmu- scum "entdeckte" Jahrkucheneisen von Humfeldt (Abb. 35). Es enthilt die bodenstiindige tberlieferung des Mysteriums der = 69 = "Mutternacht" der "Mutterhéhle" des Eccestan. Es handelt sich um ein "Jahrkucheneisen" von der Wende des 17./18, Jahrhun— derts spitestens. Die Darstellung umfa8t das Geschehen bis zur Auffindung des géttlichen Kindes, wenn die Gei8 gesprungen kommt. Die linke Halfte zeigt das groBe "leuchtende" Mutter- prust-Grabhaus-Zeichen, wie es in dieser vereinfachten "Schrei- bung" (vgl. S. ) schon in den GroSsteingrébern in Morbihan vorkommt (Dolmen de 1'Ile Longue u.a.). Wenn schon die Vorge- schichtswissenschaft, auf Grund fehlender symbol- und urreli- gionsgeschichtlicher Kenntnisse, diese strahlenden "Mutter- brust-Grabhaus"-Zeichen fiir Schilder gehalten hat, ist ein lip- pischer Archivar zu entschuldigen, wenn er das "Mutterbrust- Grabhaus"-Zeichen auf dem Humfeldter Bisen, das die lippische Rose triigt, um 90 Grad umdreht una fiir das lippische Wappen- schild erklirt. Oben auf dem Bisen versinnbildlicht der Baum mit den gesenkten Asten noch das zu Ende gehende Jahr. Unter dem "Mutterbrust-Grabhaus" ist das Mittwinterhorn mit dem cha- rakteristischen Knick angebracht, wie es in der Bentheim - Oldenzaal Gegend vorkommt. Es bezieht sich auf das Advents- blasen iiber dem Brunnen, wie es in meiner Jugend noch in der Gegend von Twente Brauch war. In der rechten Halfte ist der Jahres- und Welten-Baum mit aufgerichteten Asten wiedergegeben, Vier Neujahrsweeken bezeichnen die alten Erglinzungstage ("Vor- jultage") — wie die nordischen Runenkalender und die alteng- lischen clog-Kalender sie mit vier Kerben vermerken (vgl. Text- Abb. auf 8.70). Noch ist der Gottsohn als dargestellt, mit gesenkten Armen, Aber die Géttliche Mutter K naht und mit ihr kommt das Zicklein gesprungen. "Wie solls heiBe? Béckle oder Geisle," Unten - der Julfisch, der in der Tiefe, = 70 - den Wassern ist, ein uraltes Symbol der Géttlichen Mutter mit dem Grabhaus, Mutterhaus in den Wassern. Die Verwandlung steht bevor. In dem Brunnen wird das gold- ne Kindlein in der Sonne gefunden werden. Eine Bauerntruhe aus Graubtinden, Schweiz, aus derselben Zeit, zeigt den springenden ", Das Christus- Bock und die flammende Sonne, darin " 8 kind ist von in der Sonne der Licht- und Lebenswende wie- dergeboren. In einer 17, Jahrhundert-Scheune des "Hasenhof", Vohrenbach im Langenthal (Schwarzwald), ist die Gottes-Mutter noch dargestellt, wie sie am Seil die Ziege mit sich fthrt, auf der die drei mutter" XXX geritzt sind, Dahinter das es Zeichen der Mutterhdhle des Eccestan, Zur gleichen Zeit schnitt ein schwedischer Bauer noch seinen "Runstaf"—Ka- lender, datiert 1687 (Museum Nirnberg). Gleich am Griff schnitzte er - nach der alten tberlieferung - als Sinnbila der "Winterseite" (Juli - Dezember) das Zeichen des "Zwiefa- fachen", mit den gesenkten , Armen und dreiteiligen Han- as Y fir den, Und an der Kehrseite 8 Lb. 21, 2526.27.28. aacselpe Zeichen Ay ? Ss at aber mit den gehobenen Ar- HE Y ? men, als Sinnbild der "Som- 8. Be 21. 25,26,27.28. Pe oatitt 13. al, 25.26,27,28, merseite" (Januar - Juni). Fiir alle diese Denkmaler siehe EUE. Das ingwaoni- sche Erbe des "Eccestan" I. Ashmolean Clog A Oxford pewahrten die angelsichsi- It. ashmolean Clog B schen > altenglischen III.Ashmolean Clog C clog-, Kerbblockkalender (nach E.Schnippel: Mgl.Kalenderstabe ) ay = ebenso bis ins 17. Jahrhundert: vgl. Abb. 36, der Julteil des Ashmolean Clog B und vorstehende Zusammenstellung der Jul- Symbolik der Ashmolean clogs A,B,C (Oxford). Am 6, XII, das "Herz" der Gottesmutter; am 13. XII. Lucia (Lussi - Lysesi(v) das "Mutterbrust-Grabhaus"-Zeichen - waagerecht wie auf dem Humfeldter Jahrkucheneisen. Es hat hier die Gestalt eines Ton- kruges mit Hals angenommen, der schlieBlich rechteckig wird - wie in Morbihan. Die Léngsstrichelung soll die Dunkelheit, das "in der Erde sein", zum Ausdruck bringen, In norwegischen Ru- nenkalenderstiben erscheint entsprechend eine Gestalt, stehend im [] Grabhaus, mit oder ohne Strichelung (siehe BUE), Am 21, XII, stent das Y Zeichen als Voranklindigung der Geburt des Gotteskindes und des Wiederaufstieges des Lichtes. Entspre- chend steht es in der Sommersonnenwende als Ende der Jahres- halfte des steigenden Lichtes, Die "Weihentichte" (25.-28. XII.) sind in Clog A und B durch die beiden Krummstiibe = Jahreshilften CQ) angedeutet, darin ana § "Beseelungs"-Zeichen, die r cén-Hand und das uralte Zeichen der Géttlichen Mutter, der acca, ecoe, das X aus der Mutterhhle des "Eccestan". Damit ist die Frage des Humfeldter Jahrkucheneisens geklart und erledigt und darf dieses unscheinbare und doch so kostbare Stiick einen Bhrenplatz in dem schinen Lippischen Landesmuseum in Detmold einnehmen, Das Brunnenkind erhilt das Horn, Nun ist das "goldene Kindchen" - wie auch der Agni, als das "Kind der Wasser", der "goldene Spro8" bezeichnet wird - mit der Sonne aus dem "Brunnen" gehoben worden, Alles dies - wie auch das Kindel-Wiegen - mag Gegenstand der Mysterienkult- handlung in der Mutterhdhle des Eccestan gewesen sein, In die- ~'72.— sem Abschnitt setzt nun wieder das Bruchsttick jenes Ritual- textes aus H4vam4l ein, das nach den Strophen 138 - 139 ab- vrach (S.17 ). Es heist weiter (140, 3 - 4): "und trank einen Trunk des teuersten Mets / mit Beseelungswasser benetzt". Darin sind zwei Motive verbunden: der Trunk des Odhrgrir, des Besee— lungs"-Mets und die Benetzung mit dem Odhrgrir (ausinn Odnrgri), die alte Wassertaufe des Neugeborenen durch die"Mitter", die mit der Namengebung verbunden war. Die altnordische Formel leu- tete: ausa vatni ok gefa nafn "benetzen mit Wasser und geben Namen", Diese Benetaung mit Wasser, 3 Beseelungswasser, soll- te das Kind stirken und schiitzen gegen Gefahren. Hier erhielt also der vorsonnenwendliche U11/0d(im) seinen neuen Namen Fro, (Prdy, Prey) und Svipdag, zum Wiederantritt seines Jahrganges. Auch diese Szene ist uns auf den ingwinisch-déinischen Geleit- mingzen erhalten, wie die von Bolbro, Odense Amt (Abb. 39) uns zeigt: das Gottes-Kind wird als trinkend aus dem Horn darge- stellt. Uber dem Horn, am Rande, die sugehérige, linksldufige Runeninsonrist: 4 { 2 YW - hier in Buchstabenrunen ~ o-thea. Es ist altnordisch odha (altgermanisch woda). Die Beseelung, die dieser 3 woda-Trunk verleint, wird angedeutet durch eine Reihe von kleinen Strichen, die vom Horn ausgehen, in den ge éffneten Mund und unter dem Haupt ringsum den Hals wie ein leuchtendes Fliefen sich hinziehen. Das Gotteskind ist wie in schnellem Lauf, springend dargestellt und umklemmert mit der linken Hand eine der beiden Wolfstatzen, die sich gegen seine Brust stenmen, Der Kampf des Frey-Svipdagr mit dem Helwolf, fiir den es gich mit dem "Od"-Trunk stérkt, ist uns nicht tiber- liefert. Der HAvam41-Text fiihrt nun fort (141): "zu gedeihen begann = 73 = ich und weise zu werden / Wort mich von Wort zu Wort fiihrte / Werk mich von Werk zu Werk fiihrte /"; und das Bruchstiick nach 145: "so ritzte Thund (der "Donnerer") aur Richtschnur der Vélker / dort erhobd er sich wieder / wo er wieder gurtickge- kehrt", Die Szene ist wie in der Felszeichnung von Fossum, wo der Gott selber als Jahresscheibe, mit seinen -F Runen obenauf angebracht, unter der Kalenderscheibe "belgbunden" in der "Mutterhimmelsrichtung", der "Mutternackt" liegt (s, ) Rechts neben der Scheibe erscheinen groB die FuSsohlen des neuen Jahr- ganges, Das nun wiedergeborene Gotteskind wird die Jahresrunen- reihe der Scheibe (= Gesichtskreig) - wie in dem Kuchenmodel von Sneek (Abb. 32) - wieder antreten: von Kalenderrunenpaar gu Kalenderrunenpaar, von Monat zu Monat, von aett au aett, von Himmelsrichtung 2u Himmelsrichtung, von Jahreszeit su Jah- reszeit, Bis er wieder dort angelangt ist, in der Mutternacht, von der er jetzt mit seiner Donnerkeule im Wintergewitter auf- brechen wird - die Verhei®ung des Friihjahres. Dieser Wiederan- tritt des Laufes von. der gleichen Stelle ist uns auch im alt- indischen gamsfra, d.i. der zur selben Stelle zurtickkehrende lauf, der Kreislauf (der Wiedergeburt), iiberliefert, der sich im samvatsar&, im "Jahr" vollzieht, - der Jahrgang des Agni. Das Adlertor. Wir verlassen nun zur Verfolgung der weiteren Kulthandlung die GroBe Mutterhthle durch das Adlertor, tiber diesem, in spa- terer Zeit erweiterten Tor ist, vertieft, die Gestalt ein wie aus zwei Felsspitzen aufsteigenden Adlers angebracht, Auch dies ist ein uraltes Motiv der Megalithreligion und der nord- eurasiatischen Mutterkultur, das bezeichnenderweise in der - 4 - kosmischen Symbolik der Susa-Keramik entsprechend iiberliefert ist. Es ist der Adler, der vom Himmel den 3 -Irank fiir das wiedergeborene Gotteskind bringt. Die Susa-Symbolik stellt den holenden und bringenden, den auf- und absteigenden Adler, mit dem Q im Schnabel, dazu die beiden "Felsen", "Berge" dar. Letstere werden tiber dem Tor der Mutterhéhle des Eecestan durch die zwei stehengebliebe- nen Felsstiicke zwischen den Fltigeln und dem Sto des Adlers wiedergegeben. Der Adler mag mit gehtimmertem Erz oder Gold inkrustiert, eingelegt gewesen sein. Die Verbreitung dieses Mythenmotives der abendlundischen GroBsteingriber-Religion durch westindogermanische Sttimme (He- thiter) nach dem Vorderen Orient kénnen wir noch in der groSen Jahresprozession des Felsbilderheiligtums von Yazilikaya (um 1300 v. Ztr.) genau verfolgen. Zwei Ziige begegnen sich: der eine vom Himmel-Vater angefiihrt, der aweite von der Géttlichen Mutter, hinter ihr der Gottsohn, der Jahrgott. Diese Begegnung der beiden "heiligen Michte", Himmel und Erde, steht im Zei- chen des "zwei Felsen' "gwei Berge"-Sym- pols, das sie, wie gegenseitig darbietend, hochhalten. Aus diesen "gwei Felsen" steigt das "Jahr"-"Gott"-Zeichen empor. Und dort, hinter dem Gottsohn, steigt auch der doppelkipfige Adler empor, als Symbolverbindung, Zusammenfassung des Motives der gwei Adler. Auch in der germanischen Vélkerwanderungszeit wur- den noch doppelkipfige Adlerfibeln in 2 — baw, S Gestalt getragen: ein Kopf oben, ein Kopf unten, in der Mitte das 5 8 ’ baw. S . Ein halbes Jahrtausend spaiter ist diese Symbolik und ihr Mythos in der Edda schon véllig verdunkelt und in -5 = Schwund tibergegangen, wie Snorris Erzihlung von Odin - nattir- lich dem Walhall-Odin -, dem neuen Asen-Hauptgott, der mit dem "Bohrer" sich einen Gang in den Berg durchbohrt, drei Nach- te bei der Gunlod weilt, die drei Kriige mit dem Od-Met verrate- risch leer trinkt und als Adler entfliegt. Fiir das, was aus Vor-Walhall-Odinszeit hier - véllig miSverstanden und ent- stellt - noch tiberliefert ist, siehe EUE. Die vollstndige, noch ganz altertiimlich-getreue Uberlie- ferung dieses Mythos der abendlindischen Megalithreligion fin- det man im Randgebiet ihrer ehemaligen Verbreitung,in Arabien: iiber dem Grabhaus—Tor erscheint der Adler mit ausgebreiteten Fliigeln, weiter die drei Kriige mit g Lebens-, Beseelungswas- ‘ser, der aus den beiden Felsen oder dem Hornaufsatz (= der wintersonnenwendlichen Neumondsichel) auferstehende junge Gott, auch mit Adlerfligeln usw.. Br ist der Kreuzgott, der zwischen den beiden Steinstelen (= Himmel-Vater und Eréen-Mutter) steht, der 3 . Von diesen Nabatiern bis zu den Midianitern in vor- mosaischer, ur-israelitischer Zeit der gemeinsamen kanaanitisch- arabischen Megalithreligion 148+ sich diese tberlieferung zu- viickverfolgen. Sie war auch die Religion der "Erzvater", die in der Thora véllig verstiimmelt und entstellt oder verleugnet und totgeschwiegen werden sollte. Siehe EUE. In der rechten Torwand des Adler-Tores ist nebenstehendes Zeichen eingehauen, das in wittelalterlichen Haus- und Hofmarken und Steinmetzzeichen noch hdufig als erscheint. Der untere Teil ist jenes ur- alte nordeurasiatische Zeichen "Himmel und Erde", a) Urform, Himmel- und Erden-Schale, - wie sie in der altindi- schen Kosmologie auch iiberliefert sind: b) ihre Vereinigung; - 16 - ¢) die eckige Schreibung (siehe Ss. oN Das Vorkommen auf den schottischen Grab- wm und Kreuzsteinen in Verbindung mit dem) - a b co Zeichen siehe §, 25 und Abb. 15). Auf die- sem Zeichen "Himmel und Erde" ist das Zeichen der Wiede, der Schlinge angebracht, das je mit einem Ende mit dem Zeichen "Him— mel und Erde" verbunden ist, es umschlungen halt. Es besagt, da8 drinnen in der Mutterhthle die Vereinigung von Himmel und Erde stattfindet, und nach ihrer Trennung, wenn das kleine | "Ur" sich wieder gum gréseren( \ "Ur" erweitert, das Gottes- | kind wiedergeboren wird. } An der linken Torwand ist eine Wasseropferschale mit Abflu8- rinne angebracht, in der vermutlich libiert, Wasseropfer darge- Zeit als Weihwasserbecken verwendet. bracht worden sein migen, Vielleicht wurde sie in christlicher Der "Ur""-Nische-Grabfels. | Von dem Adler-Tor und der. Pensterfront der GroSen und Klei- | nen Mutterhihle fithrte ein Steg mit Stufen hinab gu der Ober- 7 seite des "Ur"-Wische-Grabfelsens und beidseitig des Felsens als Treppe abwirts bis sum Raum vor dem Felsen. Diese Treppen wurden zum Teil zerstirt, die linke am weitesten, Man wollte damit anscheinend weitergeiibten altglaubigen kultischen Volks- brauch an diesem "Ur"-Nische-Grabfels unterbinden. Die Tatsa- che der teilweisen Zerstirung dieser Treppen und die Breitmei- Bel-Siuberung der beiden Seitenwinde des Felsens, cur Beseiti- gung vorhandener Felsbilder, widerlegt schon die im 19./20. Jahrhundert aufgestellte These, der "Ur"-Nische-Grabfels ware ein Arkosol- (Trogbogen-) Grab, als Nachbildung des Grabes -7- Christi, wofiir der Bischof Heinrich von Paderborn im Jahre 1033 den Abt Wino von Helmarshausen zur Beschaffung genauer Unterlagen nach Jerusalem geschickt hitte. Danach wurde auf der Kruken-Burg bei Helmarshausen die Jerusalemer Grabkirche und das Heilige Grab nachgebildet und danach wieder der "Sarg- stein" an den Externsteinen hergerichtet. DaB die Kirche gar keine Anlage an den Externsteinen er- richtete, sondern eine alte "heidnische" Kultstétte als christ- liche Missionskultstétte einfach tibernahm, mit Teilzersttrun- gen der alten Anlage, - davon soll am Schlu8 unserer Fithrung noch kurz die Rede sein, Hier seien, unter Hinweis auf die Untersuchung in EUR, die einzelnen Abschnitte des "Ur"-Wische- Grabfelsens stichwortartig zusammengefagt: 1) der Stein war in dltester Zeit als “erdfester Stein", "Wen- destein", "Kinderstein" verehrt; 2) an den Seitenwinden und der Vorderwand waren Felszeichnun- gen angebracht, die zwei Hauptmotive enthielten: der unter dem (\ "Ur" in dem Verwandlungs-Todesschlaf liegende Sohn des Himmels und der Erde, wie in Vitlycke (S. 34); und der aus dem(\ wiederauferstehende Gottsohn; 3) ein flacher Stein mit geringfiigig ausgehdhltem Kopf- und Kérperumfang ist vor den "Ur"-Nischen-Grabfelsen gelegt worden. Darin wurde libiert, Wasseropfer dargebracht; 4) ein solcher flacher Stein mit der entsprechenden Kopf- und Kérperdurchhéhlung - von unten also offen - und mit Deck- stein lag vor dem Felsen, In dem Deckstein (Deckel) war ein Libationsloch und auf dem Deckstein / \ "Ur"-symbole angebracht; vgl. den keltischen "Kinderopferstein" von Kerstenberg (Christenberg) bei Marburg, der ebenfalls - 78 - christlich iibernommen wurde, mit Vernagelung des Libations- loches (siehe EUE); 5) in iroschottischer Periode wird an Stelle der Felszeich- nung mit dem aus dem/\ "Ur" auferstehenden Gottsohn die "Ur"-Wische-Grabanlage vertieft in dem Stein angelegt, als Vereinigung der Auferstehung des Gottsohnes aus dem "Alt- glauben" mit der des Gottsohnes "Christus" aus dem "Neuglau- ben"; 6) die rémisch-katholische Kirche tibernimmt die Anlage wie sie war, gemi8 den Richtlinien von Papst Gregor I.. Die Treppen werden teilweise zerstért, Wie die Abb. 37 sehen 148t, liegt der "Ur"-Nischen-Grabfels senkrecht unter dem Fenster der "Kleinen Mutterhthle". Das Sinnbild des Abstieges und Einganges des Gottsohnes in den Scho der Mutter-trac | \ zeigt gradlinig auf den "Ur"-Nischen- Grabstein. Dort wird der Gottsohn, nach Durchgang durch das vierte und letzte "Ur", wieder erscheinen. Die letzte Kulthandlung findet also nicht mehr "in der Hal- le Hars" statt, sondern wird wieder nach auSen, "an der Halle Hars" verlegt. Es ist die - Hervorrufung des Gottsohnes, seine Epiphanie, (Wieder-) Br- scheinung. Sie ist als Kulthandlung urindogermanisch. Im Rig- veda wird Agni, der "im Erdenmtterscho8 verborgene", "im Scho8 der Eltern unsichtbare", sich "in Dunkelheit htillende" genannt und gur Rilckkehr aus "der langen Dunkelheit" angerufen (X,124). Dies, wie die 30-ttgige D’mmerung vor der Geburt des Gottes- kindes im Weihnachtsevangelium, dem 'AnuvakA der Taittiriya Samhita IV, 3, 11, weisen auf die einstige nordische Ur-Heimat der Indo-Arier hin. Wollen wir aber noch etwas in Erfahrung ms 19ile bringen tiber die betreffende Kulthandlung, so miissen wir uns wieder an die ingwinisch-dinischen Geleitmiinzen wenden, Das in Schonen gefundene Stiick (Abb. 40) zeigt den Sohn des Him- mels und der Erde, wie er mit erhobenen Armen aus dem "strah- lenden Ur" vor seiner Brust hervorgeht (vgl. nebenstehende Abzeichnung). Eine Randin- schrift, die aus einer Folge von IS-Runen besteht, umschlieSt das Bild, Die Runen IS stellen die Anfangsbuchstaben einer alten Formel dar, Iardhar Sonr, "Erden-Sohn", die als skaldi- sche "kenning" auch auf Thor als angeblichen Sohn Odins und der Erde tibertragen wurde. Die ganze Randfolge von IS-Runen, die das Bild des aus’dem (~\ "Ur" aufsteigenden Frey, Fréy um- schliefen, sollen das Rufen der Volksmenge wiedergeben, die vor dem "Ur""-Wische-Grabfelsen den Sohn des Himmels und der Erde hervorruft: "Erdengohn" - "Erdensohn" - "Erdensohn" - - Das letzte Zeugnis dieses altgliubigen, ingwinischen Danen- tums und seiner geistigen Zugehtrigkeit und Verbindung zum "Eecestan" ist jene Tonplatte, die im 17, Jahrhundert im Schaumburgischen, am sogenannten "sinngriinen Altar" im Stintel- Bach, am Hohnstein gefunden wurde (extabb. 5). Sie mag eine Wiedergabe einer der beseitigten Felszeichnungen am "Ur"- Nische-Grabfelsen des "Eccestan" gewesen sein, die auch Altar- bild des altgldubigen Volkstums im Schaumburgischen war und mag dem Wasser tibergeben worden sein, um sie der Zerstérung durch die frainkischen Schergen und ihre Helfershelfer zu ent- - 80 - Tafel IV Textabbildung 5. eee Wiel Tonplatte mit dinischer Runeninschrift, im I7-Jahrhundert gefunden im Schaumburgischen, am "sinmgriinen Altar" am Hohnstein (10. dhr. ) - 81 - ziehen. Die capitularia des Frankenkénigs Karl, des "Eece- stan"-Eroberers, bedrohten das "Verharren im Heidentum" ja mit dem Tode. Das Original im Miinchhausenschen Besits ist verloren gegan- gen. Uns liegt nur noch eine 18, Jahrhundert-Abzeichnung vor, die wir - im Hinblick auf die Wiedergabe der Runeninschrift — such fiir den bildlichen Teil als ziemlich auverlissig annehmen diirfen. Wir sehen rechts das grote (\ "Ur" und aie aaraus wiederaufsteigende, strahlende Sonne, Links erscheint der Sohn des Himmels und der Brde mit dem Horn, aus dem er den Besee- jungstrunk erhielt, Neben innen ist nur noch der Kopf der Schlange (?) erhalten. Er ist mit der Neumondsichel gehérnt. Die urindogermaniswhe Julfeier wurde beim ersten wintersonnen- wendlichen Neumond begangen, war also ein bewegliches Fest. Dieser mit der Neumondsichel gehérnte Gottsohn ist auch auf einer von Dorow mitgeteilten, an den Externsteinen gefundenen Plakette dargestellt (Abb. 41). Sollte sie aus iroschottischer Zeit stammen und den wiedererstandenen, noch in Leinenticher gewickelten Christus-Fro darstellen? Da8 die Vorstellung ing- winisch-ingwéonisch ist, beweisen die dunischen Geleitmiinzen, gerade als Totengeleitminzen zur Wiedergeburt: so die Geleit- mlinze, die in der Grabkammer des Grabhiigels auf dem Hof Store Salte, Orre S., Rogaland (Stavanger Museum) 1908 gefunden wurde, Die Runeninschrift der Ponplatte von Hohnstein, Schaumburg, ist dimisch (!), 10./11. Jahrhundert, Mit Hinguziehung der Ge- ieitmiinze von Schonen (Abb. 40) kénnen wir das Ritual der "Hervorrufung des Sohnes des Himmels und der Brae" soweit nu textlich wiederherstellen. Das Volk umschlieBt in weitem Kreis den "Ur"-Nische-Grabfelsen, vor dem die Priesterin stot: - 62 - Das Volk (ruft): Iardhar sonr! Iardhar sonr! Iardhar sonr! - - "Erdensohn! Erdensohn! Erdensohn!" - - Die Priesterin : Thu ga ut! "Du geh hinaus Das Volk : thatR Os (ta)! "ga ist der Gott!" Die Priesterin : lousiisin f(+)Rosta - "lése die eisigen Fréste" - Es mu8 sich um ein Kultspiel, ein Mysterienspiel gehandelt haben, des wahrend der ganzen T¥s aett als Kulthandlung am "Eecestan" gur Vorfiihrung gelangte, "an" und "in der Halle Hars", der "Herg—Haupt-Stitte" des Abendlandes. Nun ist der AP "Herre-Gott" auferstanden und wird auf Ackern und Feldern seine heilbringende FuSspur wieder hinter— lassen. Davon zeugen noch die auf der Oberseite des "Ur"— Nische-Grabfelsens eingeschliffenen Zeichen, die bei der roémisch-christlichen tbernahme stehenge- T hx blieben sind: b e a) die Gradhacke (14,5 cm lang); . b) die Schriighacke (32 om lang); c) die gekreuzten Schrighacken (23 cm hoch). Wir miissen in die Zeit der Entstehung, der Anbringung dieser Zeichen auf dem "Ur"-Nische-Grabfelsen aurtickgehen, in die GroSsteingriber- Religion und ihr Felsbilderzeitalter, Wir sahen im gstfold den wiedererstandenen Sohn des Himmels und der Erde als 3 od vor den Landnahme-Schiffen, die , Schraghacke in der Hand, das Land umschreiten (Akkeréd); wir sahen ihn als Jahresscheive, = oar die beiden 4 Hacken auf dem "Haupt", tiber die Flur gehen oder aie | Gradhacke und aie Sonne emporheben (Skjeberg, Textabb. 8.13). Dazu gehdren die schiénen Symbolzeichen aus dem Frgy, Frey-Kultgebiet in Dalsland, in Hégsbyn, Tisselekog: L ¥ w Ley on l vr = 2 Ba 3b 4 © Hier an den Pelszeichnungen von Higsby erhalten wir noch kla- ven Bescheid, was die Hacken-Symbole auf dem "Ur""-Nigche- Grabfelsen fiir eine Bedeutung, fiir einen Sinn haben: 1) der Kreuzgott ist der den Jahrgang Vollendende, sich selbst die (Wieder-) Beseelung Spendende. Wir sahen (S, 31), da dies das grofe Credo der Megalithreligion von Nord-Skandinavien bis Stidarabien gewesen ist. Das Beseelungszeichen | und das Kreuz + sind die letaten Zeionen der "heiligen Reihe", ihrer Symbole (Wort- und Buchstabenzeichen), 2) Wenn der Gottsohn mit der) Some durch das) "Ur" gegangen ist, andert sich Seichen nr, 1: der untere Kreis des | -zeichens wird cum(]) "neues Jahr" - (Neujahrs-) Zeichen; das Haupt wird als (6) Sonne wiedergegeben, das Armpaar links und rechts nach unten in gwei Hacken verlingert. Von dem(]) geht das z Beseelungs- zeichen aus, wie man es auch in den Felsmalereien der Mega= lithreligion Spaniens sehen kann. 3 a - b) Die niichste Folge = Hh = ist, da8 der Gottsohn zweimal linear-figiirlich, mit erhobenen Armen schreitend dargestellt ist. In der einen Hand hélt er die Rechthacke, in der anderen ein Seelenn’pfchen. Am Hacken- stiel das F baw. die Wechselform E » die Rune Ass "Gott", das gleichzeitig metrsinnig auch die symbolisch 2wei- und dreiteilige Hand des Gottsohnes andeuten soll. Das Fu8sohlen- paar bedeutet den neuen Jahrgang. 4) Hier ist der Gottsohn wieder reines Symbol, der Auferstandene und Auferwecker, mit den erhobenen Armen: die eine Hand, die zweiteilige, ist die oén- "Kien"-, "Licht"-Hand; die andere, die dreiteilige Y . ist die moldar auki, die "Ackerkrume-Vermehrung"-Hand. Sie senden das § , die Bewegungsform der Beseclung 3 » die kreuz- weise iiber seinen Runenleib gelegt, er selbst ist, Links die Schlange. Die gekreuzten Schrighacken und die Rechthacke auf dem Deckstein des "Ur"-Nische-Grabfelsens am "Eccestan" sind die Sinnbilder des wiedergeborenen, auferstandenen Sohnes des Himmels und der Erde, der nun seinen segnenden Jahrgang als Y "der Menschen Freude und der Acker-Erde Vermehrung" (manns gaman ok moldar ayki) antreten wird, - von Wort zu Wort, von Werk gu Werk, So wird er eingangs der Hagalls actt, der Sommer-Himmelsrichtung "Hagel - Not - Eis-dJahr" (9, - 12.Rune), gebeten, die Saaten vor Hagelnot und Eis 2u bewahren und ein gesegnetes Jahr au verleihen, Diese "Jahr"-Rune stent als (D oben in der Mitte der Kalenderscheibe von Fossum und steht auch mehr als 2000 Jahre spiiter als 12, Rune in der Mitte der langen Runenreihe von 24 Runen, im Angelsichsischen noch mit gleichem o gear, ger "Jahr" Zeichen und dem Spruch: "Jahr ist der Menschen Freude, wenn Gott 1a48t / der heilige Himmels— - 85 - K6nig, den Erdboden hervorbringen / helles Getreide fiir Rei- che und Darbende". Das ist der "freigebige Frode", der "All- waltende", der "guten Sommer und vollreifen Acker", "der Menschen Gliick" spendet, - sagen das altnorwegische und alt- islandische Runengedicht (S. 12). Das ist das "Gebet des Herrn" des Ackerbauerntums der Grog- steingréberzeit gewesen, vom hohen Norden, von Skandinavien, bis nach Stidarabien. Es war das Gebet des Megalithbauerntums, auch des Landes der 2000 Dolmen: Kanaan-Palestina. Die Israe- liten haben in der Zeit der "Eraviter" in Kanaan die gleiche gemein-semitieche Megalithreligion gehabt, und der Norden Ka- naans war auch in der Zeit des Nord-Kénigreiches Israel im Volksglauben so verblieben. Das Gebet ist also vormosaischen Ursprunges und ist nie mosaisch-jtidisech geworden. Und so war es auch Jesus von Nazareth aus dem Volksaltglauben seiner nordpalestinensischen Heimat Galilda, d.i. "Heidenbezirk" (ge1T1 haggojim) ttberkommen, - das uralte Gebet vom dreitei- ligen Jahrgang des "Herrn": I, die Bitte um die Bpiphanie, um die Wiedererscheinung des "Herrn" und die Wiederkehr seines "Reiches", II. die Bitte um das jaéhrliche (taégliche) Brot, III, die Bitte um die Befreiung von der Mithsal des Todes, um die Lisung der Todesfessel & und die Verleihung der Wie- derbeseelung durch das + Kreuz der Vollendung seines Jahrganges. = 86 - Der Oberteil der Externsteine Auf dem ersten Felsen, dem "Gro8en Externstein", befindet sich drei Meter unterhalb der oberen Plattform ein véllig zer- stérter Raum, von dem man nur noch die Riickwand und einen Rest der linken Seitenwand sieht. In dieser Seitenwand ist eine Flachnische angebracht, wie unten in der "Kleinen Mutter— héhle". Auf dem zweiten Felsen befindet sich heute noch ein zweiter Raum, dessen urspriingliche Gestalt und Mafe durch die christ- liche Verwendung weitgehend gedndert wurden, Mit dem nach Nordosten gehenden Visierloch und der Steinséule davor, die einen Stunder getragen hat, ist sie zweifellos eine Sonnenwar- te gewesen, zur Peststellung der Sommersonnenwende, des Son- nenaufganges im Nordosten (Abb. 44). Auffallig ist die an der linken Wandecke befindliche Skulptur, der Kopf eines alteren Mannes mit weitgeéffnetem, wie rufendem Mund. Der Sonnenflek- ken, den die durch das Visierloch einfallenden Strahlen der aufgehenden Sonne zur Sommersonnenwende an die hintere Wand werfen, wandert in dem MaSe, wie die Sonne am Himmel aufsteigt, an der Wand entlang und durchquert im Laufe des Morgens diesen Mund (Abb. 45). Ob dies der Zeitpunkt war, wo von diesem Raum aus die Sommerwonnenwende ausgerufen wurde? Aus welcher Zeit das Bildwerk des rufenden <eren Mannes stammt, ist ginzlich unsicher. Wenn es etruskisch sein sollte, wie Walther Matthes mutma8t, so wiirden die Externsteine in ihrer "Italiker"-Zeit als Kultstatte der [MX Mania acca auch ein Wallfehrtsort der Btrusker gewesen sein, und dann ware deren Totengott, Unterweltsgott Mantus eine Entlehnung und ménnliche Umgestaltung. - 87 Die drei "Mutter". Wir miissen annehmen, daf die beiden Rdume Amtsrdume der "Mitter", der Priesterinnen des Eccestan gewesen sind, deren Geschichte erstmalig in EUE aur Darstellung gelangt. Die uns in angelstichsischen Runenreihen bewahrte Benenmung XX scce ie stan weist auf ein urspriingliches eccestan 2u- riick, als Bildzeichen der Géttlichen Mutter 2 und ihrer drei akka XXX , wie sie am "DisSsen" in Bohuslan und in der Symbolik der lappischen gobdas (Trommeln) als Entlehnung er- halten sind, Der Name wird daher auch eccanstan "Miitterstein" gelautet haben, Von dieser mythischen gittlichen Dreizahl, die tiber das Vergangene, Werdende und kiinftige Leben wachte, lei- tete sich die Dreizahl der auf unseren "Frauenbergen", "Mai- denbergen", "Magdebergen" oder " burgen" seBhaften und amtie- renden Gau- und Stammespriesterinnen her, Sie waren Seherinnen und Priesterinnen, "Heilritinnen", Arstinnen, im besonderen Geburtshelferinnen, Rechtswahrerinnen und soziale Wohlfahrts- frsorgerinnen, Die Organisation dieser XXX "Mutter" im Abendland war eine Organisation mit Ausbildung eines weibli- chen Nachwuchses, der u.a. eine Arbeitsdienstzeit auf den Bauernhéfen abzudienen hatte, um Lebenserfahrung und Menschen- kenntnis 2u erwerben. Der Amtstitel dieser "Mitter" ist uns im Germanischen in der Endung -bede als die tiber etwas "Gebieten- de", "Waltende" iiberliefert. Sie lautet - dreifach stabrei- mend: Uod(il)vede, Warbede, Wil(1)bede. Wenn wir uns die Weihe- bildchen ansehen, die der rémische Steinmetz fiir die in den linksrheinischen Besatzungslegionen dienenden germanischen Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere angefertigt hat (Abb.34), so sehen wir erstens, da die "Miitter" dieselben Radhauben = 88 - wie sie die Berg-Urschel anderthalb Jahrtausende spiter in der Volksaltiiberlieferung noch trigt (Abb. 33). Weiter -, daB sie auf ihrem Scho8 das % -Zeichen (Abb. 34 a und c) und das Ren Zeichen (Abb. 34 a4) tragen, oder das Kind (Abb. 34 b). Das ist urindogermanische tiberliefermmg. In jenem Anuvaké der Taitti- riya Saghita Iv, 3, 11*) heigt es von den drei "Miittern" (ma~ taras), den dhisanas, die in der "Mutternacht" zur Geburt des Gotteskindes (Agni) kommen: "Die drei sind auf dem Wege der géttlichen Ordnung gekommen, die drei Gluten mit Licht sind gefolgt. Eine (der drei) beschiitzt die Nachkommenschaft (urea), eine die Kraft (anja), eine die géttliche Satzung (vrat&)". Wenn wir unsere germanischen "Miitter" - von den Rémern auch matres, matronae genannt - ansehen, so tragen sie das entspre- chende Symbol der gittlichen Kraft (Urja), das 3 -Symbol, das als od (woda) noch heute dialektisch-norwegisch die Zeugungs— kraft, den Zeugungstrieb bezeichnet. Sie tragen auch die Nach- kommenschaft (praja), das Kind, hiitend in ihrem Schof. Und sie fihren die Wiede X als Zeichen, da® sie Rechtswahrerinnen, Rechtshiiterinnen sind, Wie wir erfuhren, sind 3 una Q Simnbilder fiir "Leben" und "fod", In einer einzigartigen Grup- pe ingwinisch-dinischer Geleitmiinzen, von mir die "U1l-Gr6e- Gruppe" genannt, im besonderen auf dem Stiick von Paxe, Praesto Amt, reicht die Erden-Mutter Gréa ihrem Som, dem [| v1, 4) Diese Weinnachtsliturgie ist ein charakteristisches Bei- spiel der spiiteren vélkerwanderungszeitlichen Falschungen, wie sie Shnlich Thora und Edda bieten. An Stelle von Agni wird in einer eingeschobonen Strophe Indra als das Gotteskind bezeich- net, das von der Ekastaka geboren wird und durch das "die Gét- ter" aie "Michte der Finsternis" (Asuras) tiberwiltigen, d.h. die friiheren "heiligen Michte", Himmel-Erde und Gottsohn Agni, das "Kind der Kraft" (irj6é napat). - 89 - dem von einem Pfeil- (Ger-) SchuS in der Brustseite Verwunde- ten, das xX» Symbol, 4. seine Symbole als Totenrichter, Seelenrichter. Sie « die Verbindung von 3 und QR - werden altgermanisch stabreimend wod(a) und wid geheiBen ha- ben, und die betreffenden "Miitter" Wodbede und Widbede, wie es noch in der mittelalterlichen Rechtesprache als "gebieten bi der wide" tiberliefert ist. Siehe weiter EUR. Aus dem niederrheinischen Raum, der Umgegend Kéln-Bonn, in dem die meisten "Mitter"-Bildchen und Weihesteine gefunden werden, stammt auch die von mir vor vierzig Jahren "wiederent- deckte" Klosterhandschrift aus Brauweiler, die "Annales Brun- willarenses" (Vatikan Bibl.). Sie enthalten auf der letzten Seite von spitkarolingischer Hand die Niederschrift aweier Runenreihen, die als von den "Nordmanni" (Nordmi&nnern) benutz— ten bezeichnet werden, Darin unser Zeichen " 3 ©. odi1", avi, Buchstabenzeichen fiir 0, Name odil, Das altnordische Wort odhal, althochdeutsch odil, ingwionisch-angelséchsisch oedhil, gethel, Sthil, Ethel usw., bezeichnet die "Sippenerde", "Ge- schlechtererde", die in NutanieSung eines Sippenangehirigen, aber nicht sein perstnliches Bigentum war. Diese Erde ist rechtlich eine Tochterform der "gemeinen Erde" - das Ganze die sogialreligitse Struktur der urspriinglich als GroBsippe wirtschaftenden Urgemeinschaft, Es ist das sakrale Bodenrecht der Urgemeinschaft, die Gotteserde, die usa, auch altrussisch als der mir tiberliefert ist, ein Wort, das altslawisch "Welt", "Kosmos" ‘(altgermanisch heimr), "Frieden" (eiréne) und dann "das bauerliche Gemeinschafteland" bedeutete. Das Symbol q ist aber kein Bildzeichen fiir "Erde", "Land", Wir sahen, da es die "Kraft von oben", die "Beseelung" bedeutet, Also kann = 90 - auch das g nur die "Beseelung" dieser Erde als "Sippenerde" ausdriicken, von der und aus der die Sippe immer wiedergeboren wird, Das odil, uodil kann nur der zweite Teil eines Wortes sein, dessen erster Teil die Erde als Sippenerde und allgemei- ne Erde der Siedlung, der Urgemeinschaft bezeichnet, die "Leu- tenheime" (liédhheimar), wie die Gréa sie nannte (S, 46). Es ist das Wort heim, Und nur so ist es uns auch tiberkom- men als teuerstes, heiligstes Volkegut: althochdeutsch heim-(u)odil, heim-uote, mittelhochdeutsch heim-(u)ote, heim- ode, heim Im alemannischen Sprachraum Schwaben - Schweiz - ElsaB ist heimat noch in der urspriinglichen Gesamtbedeutung von Hof und Acker, Felder und Sippe, Verwandten tiberliefert gewesen, Das alles zusammen ist die "heimat". Und nur mit Hil- fe der germanischen "Mitter"-Weihebildchen der Rimerzeit, der diinischen Geleitmiinze von Faxe und der Runenreihe der "Anna- les Brunwillarenses" kinnen wir die fehlende J -Rune au dem Spruch des angelstichsischen Runengedichtes wiederherstellen*), dessen Runenzeichen nicht 2 aliein, sondern 4 ua Q war: 3 "Heimat ist iiberlieb jedem Menschen Wenn er dort nach Recht und Herkommen Q gebrauchen m8, oft im Blut von Purchtsamen, Was das 3 an Gewand oder Haupt der "Mtitter" bedeutet, ist an erster Stelle, seit Urzeit, da sie "kraft" dieses z die Seherinnen sind, und wie ihre nordeurasischen Amtsschwestern, die chinesischen wu's, die Eskimo angatlkok, das Vergangene und Kiinftige dadurch erkennen kénnen; da8 sie die Mittlerinnen awischen dem dieseeitigen Heim der Lebenden und dem jenseiti- +) A €thel byth oferléof aeghwylcum men = -9o1- gen"Heim" der Amen, der Wiederkommenden sind. Und zur Unter- scheidung von 3 0a "Beseelung” wa} dil "Sippenerde" wur- de die Uod(il)bede dann Ain-, Binbede genannt, in ihrer Bigen- schaft, daS sie tiber die "Einerde", d,i, die "Bigenerde", Be- nemnung fiir odil "Sippenerde", als Amtsbereich "gebot", wachte. Und damit erhalten wir auch die Lésung der Frage, warum der germanische Heerkénig der Todfeind des "Glaubens aus alter Zeit" und seiner Hiiterinnen und Wahrerinnen, der "Miitter" war , - warum er von seinen Skalden diesen Glauben falschen lies, den Himmel-Vater beseitigen und den Sohn des Himmels und der Erde zum neuen Allvater, Heervater und Walvater, Schutz- und Geleitgott des Kénigs und seiner Krieger ausrufen lieB: - weil er fiir seinen angemaBten Absolutismus die Hand auf die Gotteserde, auf die Gemein- und Sippenerde als Kinigserde le- gen wollte, muste, und diese Weiber mit dem alten Glauben und dem geheiligten alten Recht ihm dabei im Wege standen. So be~ seitigte er sie aus ihrem dffentlich rechtlichen Bereich, "stach" sie mit dem "Schlafdorn", d.h. machte sie mundtot, internierte sie auf ihren Frauenbergen im Feuerkreis, dem Flammenring, wie uns die Sigrdrifom&l noch tberliefern. Dort wird die Dise von Sigurd-Siegfried aufgefunden, der von seiner ingwinischen Mutter, der d&nischen Kéniginwitwe Hiordis, nach Frankenland, d.i. Deutschland, gesandt war, um nach altem Her- kommen das heilraedhi, den "Heilrat" bei den "Mittern", den "Heilrétinnen" fiir seine Menschwerdung, Menschenweihe zu ho- len. Hier schien es, als ob das Geschick den "Miittern" noch einmal Rettung durch die ingwinisch-dénische Macht wider den Frankenkinig bestimmt butte. Aber der Treubruch Sigurd-Sieg- frieds, der sich mit der Dise und Heilrdtin Sigrdrifa-Brynhild - 92 - das Treuegeldbnis gegeben hatte, sein tragisches Ende am links- rheinischen Burgunderhof, wo er sich mit der Gjukinger—Tochter Gudrun vermihlte, besiegelte den Untergang der alten abendlé dischen Kultinstitution, deren letzter verlorener Posten jetzt nur noch der "Eecestan", der "Mutterstein", der "Miitterstein" war. Der Auftakt zu dem Schlugakt der Tragidie hatte schon begon- nen, als der grofe linksrheinische Aufstand (69 n. Ztr.) wider den rémischen Imperialismus nach anfénglichen Erfolgen an dem Eigennutz, dem Mangel an Gemeinschaftegefiihl und der gegensei- tigen MiBgunst der Fihrer scheiterte. Vornehme Bataver, selber schon halbe Rémlinge, hatten sich losgesagt von den "Miuttern", von denen besonders Veleda die Seele der Erhebung gewesen war: "Wenn man ferner zwischen Herren die Wahl hat, so ist es chren voller, die Herrschaft rémischer Firsten, als die germanischer Weiber zu ertragen"*), Da8 die Veleda mit ihren Amtsschwestern auf dem "Eocestan" gewaltet hat, steht auSer jedem Zweifel. Tacitus’ Angabe (Historiae, IV, 66), daS sie auf einem Turm hauste (ipsa edita in turre) kann sich nur auf ihre dortige amtliche Tatigkeit, das in officio esse - wie der Rimer sagte - beziehen, nicht auf das Wohnen, Dieses ihr Amt als "Weissagende" (fatidica) und Stammesseherin hatte sie "nach altem germanischem Brauch" (vetere apud Germanos more) inne (Historiae, IV, 6). Da sie die Vertrige abzuschliefen hatte, wird sie Warbede gewesen sein, die Acht zu geben hatte auf Vertrage und Geliibde - in der Edda noch als eine "Géttin" Vér iiberliefert. Die dritte, +) "et si dominorum electio sit, honestius principes Romano- rum quam Germanorum feminas tolerari." (Tacitus, Historiae Vv, 25) = 58 = die Wil(1)bede, hatte iiber die Zeit, Kultzeiten, Gerichtszei- ten, Schicksalszeiten, usw. zu wachen, althochdeutsch (h)wil(a), angelstichsisch hwil "Stunde", "Zeit", "Zeitdauer", Ihr Sinnbild war das 8-speichige Rad, wie wir es von ihren gallischen Amts- schwestern noch kennen, ebenso in der mittelalterlichen Uber- lisrung dieser drei Schicksalsfrauen, der Yer (Frau) Saelde mit ihrem Rad (der Saelde schibe). Zum "Gebiet" der Wilbede hat auch der Kultbaum, der Jahres- und Weltbeum gehirt, - die Irminsul, die nicht die "Irminsul" gewesen ist. Es hat viele solcher Kultséulen, Welt- und Jahres- puume im Raum der Megalithreligion gegeben, von denen u.a. die erwahnte"Queste" von Questenberg auch eine von mehreren gewe- sen ist. Aber die Irminsul des "Eccestan" mag ein besonders miichtiges Sttick gewesen sein, universalis columna, die gewisser- mafen alles stiitzte (quasi sustinens omia), wie Rudolf von Pul- da berichtet. Diese Weltsiule (vom + Typ) trug einen ¥ baw. Y autsatz fiir die Jahreshilfte des Aufstieges, und einen ‘J baw. tT Aufsatz ftir die Jahreshilfte des Abstieges des Got tessohnes mit "der Lande Licht", der Sonne (siehe EUE). Von den Gebeten, die die "Miitter" zu verrichten hatten, ist uns in dem angelsichsischen Flursegen ein kostbares Stiick be- wahrt geblieben: "Die Erde bitt' ich und den Oberhimmel / Bree, Bree, Erce, Erden-Mutter / Es gimme dir der Allwaltende, der ewige Herr / wachsende Acker und gedeihende / sich vermehrende und nahrende / die glinzenden Schdfte der Hirsenfriichte / und jener wei8en Weigenfriichte / und aller Erden Priichte / Heil sei du, Erde, der Menschen Mutter / sei du, griinend in Gottes +) Wie H, Gstinger annimmt, hatte die Irminsul mit dem Fu’ in dem Schacht vor dem 2weiten Felsen gestanden. = oes Umarmung, mit Nahrung gefiillt, den Menschen zu nutzen /". Wenn wir dam in der Edda nachschlagen, in den Sigrdrifo- m&l, so ist die von Odin mit dem Schlafdorn gestochene Sehe- vin, die Dise der "Frauenberge", in eine bestrafte ungehorsame Odins Valkyrie umgewandelt worden. Sie spricht auch ein Gebet, das genau dieselbe Formel des Flursegens enthilt, wie der an- gelsichsische Flursegen: "Heil sei vielniitze Flur". Aber das Gebet fiingt an mit einem Anruf der Asengétter und Asengéttin- nen - eine Gotteslasterung fiir die altgldubige Dise. Das ist die planmiSige Falschung der Urreligion in der Edda, die sich gegen die Urgemeinschaft, ihre sozialreligiése Grundlage und deren Wahrerimnen und Hiiterinnen, die "Miitter", richtet. Und wenn der Heerkinig mit seinem neuen Wodan-Odin—Clauben, mit dieser GroBfiilschung des "Glaubens aus alter Zeit", beim Bauernvolk nicht an- und nicht weiterkommt, so wird er rémisch- christlich und hat nun, was er wiinscht: - die Sanktion seines Absolutismus von Gnaden des Christengottes der rémischen Kir- che. Konig und Kirche vernichten das alte Gottesrecht der Ur- gemeinschaft. Das ist das Ende des "Eccestan" und des abend- limdischen kultischen Matriarchates, dessen letzter verlorener Posten der "Eccestan", der "Mutter-", "Miitterstein" war. Die letzte Zeit des Eocestan, Das Reformationswerk der "Miitter" und der Iroschotten, Wenn die yordelbingischen Sachsen seit dem 3, Jahrhundert n. Ztr, in den Raum links der Weser vordringen, kommen sie als Broberer. Die alteingesessenen Germanenstémme, wie Chauken, Brukterer, Angrivarier, Cherusker u.a., werden von ihnen ver- trieben und schlieSen sich dann zu jenem "Frankenverband" zu- 95 - sammen, der das rémische Gallien brandschatzt und schlieBlich erobert, um sich dann spiter gegen die Sachsen zu wenden. Was von diesen Volksstimmen im Lande verblieb, ist in der s&chsi- schen Volksmasse aufgegangen, sum Teil wohl auch als Hérige, Liten. Die Sachsen selber waren keine vélkische Einheit mehr im Sinne der Urgemeinschaft. Strenge Gesetze, mit Todesstrafe fiir Vermischung, trennten Adel und Gemeinfreie, die wenig mehr Rechte hatten als die Liten. So war der letzte Teil der Sachsenkriege ein Zweifronten-Volkskrieg: gegen das imperiali- stische frinkische Kénigtum und gegen einen Teil des sachsi- schen Adels (Ostfalen), der dem Frankenkinig Handlangerdien- ste leistete und dafiir spdter mit Ernennung au frénkischen Grafen und Bischéfen im unterworfenen Sachsenland belohnt wur- de. Von einer Religions-Zinheit war auch keine Rede mehr ge- wesen. Wie es damit stand, lehrt uns die abrenuntiatio, die Abschwérungsformel, die von den zwangsbekehrten s&chsischen Heiden bei deren Taufe nachzusprechen war (die capitularia" des Frankenkénigs Karl bedrohten "Verharren im Heidentum" mit der Todesstrafe). Diese Abschworungsformel lautete*): "Ich entsage allen Teufelswerken und -worten, Thunaer und Wodan und Saxnote und allen diesen Unholden, die ihre Genossen sind", An erster Stelle wird hier Thunaer, d.i. Donar, der nordische Thor, genannt, dann Wotan, und zuletat, an dritter Stelle, steht ein "Saxnote", dessen Name "Sachsengenosse" oder"Schwert— genosse" bedeuten kann, Dieses Anhingsel dlirfte der Sohn des Himmels und der Erde, der Heilbringer des "alten Glaubens" der "Miitter" von dem "Eccestan" sein, - der Fréa, Fréo, der +) ec forsacno allum dioboles uuereum and uuordum, Thunaer ende Uudten ende Saxndte ende allum them unholdum thé hira gendtas sind. - 96 - Fro. Es war die Zeit, da die alte gefestigte heilige Gemein- schaftsordnung in die Briiche ging. Der Umbruch der Urgemeinschaft des "Heim"-Zeitalters durch das "Welt"- d.i. "Mann"-Zzeitalter, mit dem wir uns gleich be- fassen werden, ist als Erscheinungsbild einzig und allein be- dingt durch die germanische Vilkerwanderung. Die germanische Vikerwanderung ist der letzte Abachnitt der indogermanischen Vélkerwanderung und vollzieht sich, in Gegensatz zu den vorher- gehenden, im Blickfeld der zeitgenéssischen Geschichtsschrei- ver der Antike, Losgelést wird sie durch die Klimaverschlech- terung des Nordseckreises in der aweiten Hilfte des letzten Jahrtausends v. Ztr.: so sollen die Kimbren, Ambronen und Teu- tonen durch Springfluten von der Nordseekiiste (Entstehung der Fluehthi » Terpen) stidwirts vertrieben worden sein. Bedingt wird sie weiter - einerseits durch die Beriihrung mit den Vél- kerwanderungskelten, die Gallien erobert hatten und damn Bri- tannien, mit ihrem blutriinstigen Gétterkult, ihrer Staatsprie- sterschaft (Druiden): Entstehung des "Mercurius"-Wodankultes mit Menschenopfer. Andererseits durch die nachhaltige Bertih~ rung mit der rémischen GroSstadt-Lwmuskultur, mit dem Gold, dem "Geld", Der sich anbahnende geistige Umbruch in einem Jahrhundert von Caesar bis Tacitus macht sich daran bemerkbar, da8 sich 2.B. das Runenlosorakel bei den Sueben zu Caesars Zeit noch in Hénden der Frauen, der Miitter befand, in Tacitus! Zeit bereits in Hénden eines Staatspriesters (sacerdos civi- tatis) oder "privatim ipse pater familiae", der Hausvater selber es begehen sollte. Noch ist das Bild, das Tacitus in seiner "Germania" ent- wirft, zum Vorbild und zur Belehrung fiir die dekadente Welt- -97 - stadtbevélkerung Roms, das eines in hoher alter Gesittung wur- zelnden, nach Leib und Seele erbgesunden Volkstums. Und Vélker- wanderungstypen, wie die Harii - ein Name, der in der Edda be- seichnenderweise fiir die Kriegergefolgschaft Walhall-Odins als "Einherjar" wiederkehrt - ihr schwarz angemaltes "hdlli- sches Heer" (exercitus ferialis), mit dem sie n&chtlicherweise ihre Nachbarn iiberfallen, bilden noch eine Ausnahme, Aber die materialistische Zersetzung greift weiter um sich. Nur bei de- nen, die noch aus einer tieferen Bindung der "Heim"-ordnung kamen, wie Gothen und Wandalen, bleibt die hohe alte Gesittung, die innere Stammesordnung erhalten. Salvianus von Massilia, der 438 als Presbyter in Kéln war, als die "Franken" es erober— ten, hebt die hohe Gesittung und Gerechtigkeit dieser heidni- schen Gothen und Wandalen, die Rom eroberten, hervor, in Gegen- satz zu der Sittenlosigkeit, Rechtlosigkeit des christlichen Roms. So da® das rémische Volk die Herrschaft dieser heidni- schen "Barbaren" der des christlichen Roms vorzige. Die Barba- ren hatten wieder Keuschheit, Ordnung und Recht in das verkon- mene Rom gebracht, Salvianus erkannte auch noch die Grundlage dieser Gesittung: "Fast alle Barbaren, die Stammesgenossen und unter einem Herrecher sind, lieben sich untereinander" (omnes se fere barbari, qui modo sunt unius gentis en regis, mutuo amant). Das ist die alte urreligiése Grundlage der "Hei Ordnung, der Heiligkeit des Sippen-, Volksverbandes, unter dem fulltrfi, "dem man aie volle Treue schenkt", dem Heilbringer, dem "Herrn", Fro-Frea, Daneben gibt es die Anderen, die diese Grmmdlage zeitweilig verlassen, aufgegeben, einstiges sefhaftes Bauerntum, das von der Gold-, Geld-, Beutegier magisch angezogen wird und sich - 98 - auf das morsch gewordene rémische Weltreich stirzt: - die Zeit,"aa der Goldstrom aus dem Stiden nach dem Norden floB und Geschlechter-Brae in Kauf-Erde verwandelte"(Axel Olrik). Die von den Sachsen vertriebenen Chauken, von denen Tacitus einst geriihmt hatte, daB sie es vorzogen, ihr Ansehen nicht auf Ubermacht und Gewalt, sondern auf dem Recht zu begriinden, pliinderten als "Franken" Gallien. Die Sachsen heerten und pliinderten an der Galliechen Kiiste als "Vorfahren" der nordi- schen Wikinger. Das konnte nicht im Zeichen des "Herrn", des Fréa, Fro, geschehen, sondern nur im Zeichen des fritheren Ge~ leitgottes der Streitaxtleute, des Indra der 2weiten Brobe~ vungewelle in Indien, Mit diesem Indra-Thuneer als Geloitgott waren die Streitextleute einst in die Friedenswelt des Nord- see-Megalithkulturkreises eingebrochen. Zwar war der Sto schlieBlich an der Nordsee zum Stillstand gekommen, der Thunaer "eingebéuert" worden, aber jetzt war seine Zeit wie— dergekonmen. Der télpelhafte, ungeschlachte, rauf- und sauf- lustige Kriegergeleitgott wird der Bauerngeleitgott und der Schutzgott fiir Wiking- und Landnahmefehrten, Wenn gegen Ende des 9, Jahrhunderts n, Ztr. norwegische Odalsbauern ihre Hei- mat verlassen, weil sie ihre Sippenerde der neuen unumschrénk— ten Konigegewalt nicht als Kinigserde ubergeben wollen, so fahren sie im Geleit von Thor. Von 1000 Landnehmer-Namen auf Island lauteten 900 auf Thor, nur noch vier auf Frey, aber kein einziger auf Odin. Vergeblich hatten die Heer-Kinigsskalden versucht, mit ihrer neuen Gittermythendichtung den Thor dem Odin unterzuoranen, indem sie ihn gum Sohne Odins und der Erde machten, - wie sie dem Frey seinen Himmel-Vater und seine Brden-Mutter genommen, ihm als neue Bltern Njord und Skade = 99 - angedichtet und seinen Jahrgangsmythos aufgelist hatten. Odin und Frey, Heimdal und Tyr, Ull, 0a und Odin geisterten als Sondergétter herum und bevilkerten mit Neuschdpfungen wie Balder und Nami und anderen das eddische Pantheon von Asgard, Aber der Thor-Karl ("Kerl", Bauer) lief dem Odin, dem Jarl- und Kénigsgott den Rang ab und tiberlagerte véllig den Frey, Fry. Das Chaos ward vollstindig und unausbleiblich war, de8 das Erwachen, die Besinnung und der Wiederaufbruch des nordi- schen urrelig: sen Geistes einsetzte: es entstand die "Gott- losen" (gudhlauss)-Bewegung, die es fiir Blédsinn erklirte, noch lénger den Géttern zu opfern, und aus diesem Aufbruch ihres Geistes-Archetyps, -Urtyps an "Macht und Vermigen" in Einem glaubten (trfe 4 m&tt sin ok megin). Aus diesen meist volksaltglaubigen Sippen geht dann die nordische Reforma- tionsbewegung hervor, im Freistaat Island, der einzigen Stel- le, wo der germanische Geist noch kurzfristig frei von der kéniglich-kirchlichen Nétigung und Vergewaltigung war. Sie geben den zersetzten und verdunkelten Mythos des Altglaubens auf und gehen gu einer neuen kosmischen Schau eines Hichsten Wesens tiber. Eine solche urspriinglich "altgldubige" Sippe auf Island war diejenige der Ingimund-Séhne. Sie wollen nicht Béses mit Bésem vergelten, lehnen die haltlose Blutrache, wie das Aussetzen von Kindern und Beseitigen der Altbetagten ab. Sie glauben an den, "der die Sonne und alles Heim (die ganze Welt) geschaffen hat" (er sélina hefir skapt ok allum heimum). So wird in der Landn4mab6k ("Landnahmebuch"), im 13. Jahrhun- dert, in christlicher Zeit entstanden, noch von Thorkell m&ni lgesqmadhr, Thorkel Mond, dem Gesetzsprecher, dem Enkel von = 100 - Ingolf, dem ersten und "berihmtesten aller Landnahmeménner", perichtet, "der von heidnischen Minnern noch den besten Glau- en gehabt hat, soweit man Beispiele kennt. Er lie@ sich in seiner Todeskrankheit in den Sonnenschein tragen und befahl sich in die Hinde des Gottes, der die Sonne geschaffen habe. Er habe auch ein so reines Leben geftihrt, wie nur die fromm- sten Christen"*), So war die Lage fir die "Mitter" des "Eccestan". Von den Hauptlingen der suchsischen Eroberer wegen ihrer demokratisch- sozialreligidsen Gemeinschaftslehre jeglichen offentlich- rechtlichen Wirkens und Binflusses entkleidet, sahen sie die Zerritttung der alten "Heim"-Ordnung, in einer "Welt", die von Macht, Gewalt und Habgier beherrscht wurde, Sie hatten von der neuen christlichen Lehre aus dem Stiden auch erfahren.Aber was von dieser verrotteten rémisch-friinkischen Staatskirche gu ihrer Kenntnis gelangte, von Kauflichkeit und Verbrechen, das erfiillte sie mit grofem Abscheu, Dann waren die Christus- prediger von jenseits des Meeres, von der griinen Insel Briu (Erin), Irland und Schottland am "Eccestan" erschienen, den Pflug in der Hand und einen Sack mit Biichern auf dem Ricken, Sie riigten hart diese frinkische Kirche, deren Bischéfe in den alten rémischen Provinastadten residierten und fiir die der Begriff paganus "Bauer" und "Heide" gleichbedeutend war, Und dann mtissen lange Religionsgespriiche zwischen den "Mtit- tern" des "Eccestan" una den iroschottiechen Pflugmissionaren +) Han 16+ vera sik 1 s6largeisla i banfsott sini ok fal sik 4& hendri theim gudhr, er s6lina hefdhi skapat; hann hafdhi ok lifat sv hreinliga sem their kristrmenn, er best véru sidhadhir, - 101 = stattgefunden haben, in denen die "Miitter" die Geschichte vom Stindenfall durch die Frau, die dadurch erforderliche Verséhnung mit dem ziirnenden Gott und die Erlésung durch das Blut des am Kreuz gestorbenen Christus mit allem Nachdruck abgewiesen ha~ ben werden. Sie werden den Iroschotten am vierten Felsen den Krevzgott als Uroffenbarung gezeigt, sie in die Mutterhthle zum -Sinnbild mit dem Herz-Haupt der Gdttlichen Mutter geftihrt haben und ihnen das Mysterium der "Mutternacht", des Stirb und Werde, die heilige Wandlung vom Tod zum Leben, als die grofe gittliche Ordnung verktindet haben, ~ den Mythos des Heilbringers, des Sohnes des Himmels und der Erde, seines Jahr- ganges, des Jahres Gottes und des Menschen, Und dam miissen die Iroschotten zugestimmt und aus dem eigenen heimatlichen Volksaltglauben die gleiche Uberlieferung mit den gleichen Sinnbildern den "Miittern" noch bekambtgegeben haben. SchlieSlich mlissen sie sich zu einer gemeinsamen Erneue- rungsbewegung zusammengetan haben, die den Kosmischen Christus, aufgrund seiner "Vor-Offenbarung" im "Glauben aus alter Zeit", lehren sollte. Wie ja auchder groge Kirchenvater Augustinus kurz vor seinem Tode (430 n, Ztr.) in seinen "Betrachtungen" (Retractiones I, 13) als Vermichtnis hinterlassen hatte: dies sei fiir ihn eine "feste, bleibende fundamentale Binsicht", daB das, "was man nun unter christlicher Religion versteht, be- reits im Altertum bestand und seit dem Begim des menschlichen Geschlechtes niemals gefehlt hat, bis Christus im Fleische erscheinen sollte, von wo an man begann, die wahre Religion (vera religio), die schon da war, die christliche zu nemnen. Nicht weil sie in fritheren Zeiten nicht gewesen ist, sondern - 102 - a), weil sie in spiteren Zeiten diesen Namen angenommen hat' Uns ist keine Kunde von diesen Religionsgespriichen auf dem "Eecestan" tiberkommen, Fir uns abendlandische Menschen der Ge- genwart waren sie angesichts des Gesamtumfanges der sich uns stellenden Fragen um "Religion" und "Glauben" aufschluBreicher und wichtiger gewesen als irgendeine andere religionsge- schichtliche Urkunde. Wir kennen nur das Ergebnis dieser Gesprache. Der Schotten- bischof Clemens predigt im deutschen Raum den Kosmischen Chri- stus vom "Eecestan", Und 745 n. Ztr. schreibt der rémische Erzbischof und Missionar Wynfrid, genannt Bonifatius, an den Papst Zacharias in Rom den Alarmbrief tiber die schottischen Ketzer Aldebert und Clemens: "Weiter behauptet er (= Clemens), da8 Christus, der Sohn Gottes, descensus ad inferos, alle, welche die Hélle einschloB, befreit habe: Gliubige und Ungldu- bige, Gottesverehrer so gut wie Gétzendiener." - "Auch um dieses Ketzers willen bitte ich Dich, daS Du brieflich dem duci Carlomanni empfiehlst, da Clemens ins Gefiingnis komme, damit er nicht den Samen des Satans weiter ausstreue und so als krankes Schaf die ganze Herde verseuche." - "Sie sollen abgesondert leben nach dem Wort des Apostels: ‘ihn zu iiberge- ben dem Satan, zum Verderben des Fleisches, auf daS der Geist selig werde am Tage des Herrn'." (1. Kor. V, 5) *) nam res ipsa, quae nunc Christiana religio nuncupatur, erat et apud antiquos nec defuit ad initio generis humano, quous- que Christus veniret in carne, unde vera religio, qua iam erat, coepit appellari Christiana, - propterea dixi: haec est nos- tris temporibus Christiana religio, non quia prioribus tempo- ribus non fuit, sed quia posterioribus hoc nomen accepit. = 103 - So ist es denn auch geschehen. Was Clemens dort gepredigt hat, war die Lehre des Th der Mutterhdhle des Eccestan, das "descensus ad inferos" des Herrn, des Fréo, des Fro, des Kreuzgottes als Lebensbringer. In dieser Zeit muS das iroschottische Kreuzbild am Grofen Externstein entstanden sein und die Kunde von dér vom "Ecce- stan" ausgehenden Reformationsbewegung auch noch zu den vélva's, den Seherinnen des Altglaubens im Norden gedrungen sein. Denn in jenem "Hyndalied", das uns die Weihnachtsbotschaft der ger- manischen Urreligion aus Tacitus’ Zeit tiberliefert, heist es (43): "Es war einer geboren, mehr als alle, er ward gemehrt von der Macht der Erde (iar@har megni)"; es folgt (44): "Einst kommt ein anderer, noch michtigerer (mAttkari). Doch noch ihn zu nemen, wage ich nicht." M&tt ok megin sind in dem Nachfolger des Sohnes des Himmels und der Erde gesteigert. Das war die Hoffnung der Seherinnen und "Miitter": die Refor- mation, die den schwindenden Heilbringer-Glauben des Landvol- kes wieder erneuern, ersturken sollte. Das hofften sie von dem "weiBen Christus", der an den Externsteinen cingekehrt, heimgekehrt war, Er muSte ein Heimkehrer, ein Riickwanderer sein, Diese Schau mu8 sich durch die Seherinnen - nach wie vor eine, wenn auch nicht mehr éffentlich-rechtlicne, Kult- institution - tiber die altglaubigen Bauern-Kreise nach Norden verbreitet haben. Denn die ersten christlichen Skalden des Nordens geben dieser Hoffnung noch Ausdruck. So dichtet Eilif, Gudruns Sohn, von Christus: "Man red't, da@ stidwirts s8B' nun am a) er." Bilif Kugellmabe (Hilifr kil- nasveim): "Sonnenkinig (s6lkonfmgr), Maria-Sohn, Mensch, auch Gott, - Herr Alls, Menschheit-Walter." Und Einar Skuli' Sohn: +) Urdbrunnen ~ nach Havamal 111 “an der Halle Hars",d.i. am Eccestan, = 104 - "Linder Hiiter des Landvolkes (landf6lks gaetir)", "Allen Hei- mes Umfasser (alls heims umgeypnandi)", (s.Nachtrag 5.131) Hier wird Frey sichtbar, der Herr, der Hitter des Odals, der Sippenerde des Landvolkes, der das Heim (Weltall wie die Erde als Menschensiedlung) in der Hut seiner Hande (gaupn*)) um- schlieBt. Wie Goethe das Bild erneuerte: Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident; nora- und siidliches Gelande ruht im Frieden seiner Hinde. Frey wird auch der Hagall "All-Umheger" geheigen, als Herr der Hagals aett, des Sommers, wo er eingangs gebeten wird, die Saaten wider das hagl x ; den Hagel, zu schtitzen (S. 84). Im altnorwegischen Runengedicht wird auch dies entsprechend auf den Christus ibertragen: "Hagel ist das kilteste der Kér- ner, Krist schuf die uralte Welt (haeimenn forna)". Man beach- te, da@ auch hier "Welt" mit "Heim" wiedergegeben wird. So hoffte man auf den Christus, als den Erneuerer des Glau- bens aus alter Zeit und der Urgemeinschaft, der Gotteserde als Gemeinerde und Sippenerde, - der "Heim"-Ordnung. Dieser interpretatio germanica sollte der Absolutismus von Kénig und Kirche mit der ordo romana ein baldiges Ende berei- ten: in den nordischen Lindern, wie in Irland und Schottland, wie am "Eccestan", der ein halbes Jahrhundert nach dem Brief des Bonifatius an den Papst Zacharias in die Macht des Fran- kenktnigs und seiner rémischen Staatskirche tiberging. Die Erde und das Landvolk wurden Kénigs-, Kirchen- und Feudal-Bigen, +) gaupn ist der Hohlraum zwischen den wie Schalen zusammen- geftigten Hénden. = 105 = Ein Moorbrand schwelte seitdem durch das Mittelalter, um, zeitbedingt, in der Schicksalsstunde der Reformation hoch auf- gulodern. Niedergeworfen und erstickt schwelte der Moorbrand weiter, loderte abermals im Revolutionszeitalter am Ende des 18. Jahrhunderts auf und kam - wenn zu spat dem Landvolk die FPreiheit wiedergegeben, ihm die Eigenerde aber weiterhin vor- enthalten ward -, alles verheerend, in der Kommunistischen Oktoberrevolution von 1917 zum Durchbruch und zerstérte auf immer jene "Welt" des Absolutismus, Klerikalismus und Feuda- lismus, deren Begriinder der Frankenkinig und Bonifatius gewe- sen waren, - - um eine neue Welt des Absolutismus aufzurich- ten. Die letzte Weissagung der Seherin Zwei Worte trennen zwei Zeitalter: Heim einerseits und Welt andererseits. Heim ist die urgermanische Bezeichnung fiir den Kosmos, den wir jetzt "Weltall" nennen, und der einmal im Altnordischen auch Allheimr geheiBen haben wird; wie Einar Skuli' Sohn den Christus (Frey) auch alla heims umgeypnandi, "Allheim-", d.i, "Weltall-Umfasser" nannte. "Heim" bezeichnet aber nicht nur den Makrokosmos, die Weltsphiiren, wie die Sehe- vin eingangs (2) der Voluspa, "der Seherin Weissagung", er- kldrt, da8 sie um "neun Heime"., neun Weltenkreise wisse (niu men ek heima), - sondern, bezeichnet, als Mikrokosmos, auch die Erde als Wohnsitz der Menschen und ihre Siedlungen, die "Leut-heime", ljodh-heimar (8.46 ) oder man-heimar, "Menschen- Heime" genamnt. Und Prey als Herr des Sommers wird auch Heimdal(1)"Weltgewélbe" oder "Weltstule" genannt. Die "Weissagung der Seherin", die Voluspa, wie sie in der = 106 = Edda steht, ist eine spite Be- oder Umarbeitung, deren Anfang und Ende eine Fdlschung ist. Die Seherin heischt Gehtr von den heiligen Geschlechtern, hohen und niedrigen, "Heimdal(1)s Ma- ae gen" (mogo Heimdallar). Sie erklirt dam, da sie in Walvaters (Yalfgdhr), also in Walhell-Odins Auftrag spreche, - statt in "Allvaters" (Alfodhr) Auftrag. Der Inhalt der Weissagung war gerade der schicksalsbestinmte Untergang dieser Walhall-Odins- welt, der verold, des Mann-Macht-Zeitalters, das das "Heim"- Zeitalter zertrochen hatte. Der Bearbeiter aber 14St sum Sch1us, nach dem Endkeampf mit den Machten der Finsternis und dem Unter- gang im Weltbrand, die Asengétter unbeschwert in die entstihnte und wieder griinende Erde zurtickkehren und sich mit goldenen Spielbrettern vergntigen, wie ehedem in Asgard. Die urspriingliche "Weissagung der Seherin" wird nur ein Er Bruchteil der vorliegenden Zusammenstoppelung von allerhand mythischen Stoffkenntni: m gewesen sein, Wer die Sprecherin ist, wann und wo sie ale volva gewirkt hat, wissen wir nicht, Vielleicht ist sie sogar noch eine der letsten Disen vom 7 DisSsen in Bohuslin gewesen. Was diese Dichtung aur abendlén- disch-weltgeschichtlichen Bedeutung emporhebt, ist die Klare Formulierung der Welt- und Menschheitskrise als eine Auseinan- dersetzung gwischen dem "Heim"-Zeitalter und dem "Welt"— Zeitalter. Das "Heim"-Zeitalter ist die Urzeit, das Zeitalter der Ur- gemeinschaft, "Heim", gotisch haims "Dorf, Flecken", ist ver- wandt mit griechisch kémé "Dorf", das im Baltischen (Litau- ischen, Lettischen, AltpreuSischen) als seimins usw. "Gesin- de", litauisch kismas "Bauernhof", keiminas "Nachbar" vor- kommt. Es bedeutet also urspriinglich - wie "Heimat" - die - 107 - Siedlung und ihre Leute (vgl. S.105). Und diese Siedlung, die Urgemeinschaft, mu als "Heim"-Mikrokosmos ein Abbild des Ma~ krokosmos, des Allheims, sein, Sie wird daher nach dem "All- hein" alsQ) angelegt, geortet: ob rémisch als mundus "Welt- all" oder germanisch als solskipt, nach der Sonnenteilung, den Himmelsrichtungen, oder urspriinglich auch als russischer mir, wie die Ausgrabung der Tripolje-Kultur durch die Sowjet- archiologie (Kolomistschina, Wladimirowka) erkennbar gemacht hat, Binst fithlte sich die Menschheit im "Heim"- und "Mutter"— Zeitalter geborgen in einer grofen Allordnung, fiihlte sich im "Heim", in der Siedlung der Urgemeinschaft, als in einem Teil dieses Alls und seiner grofen Gesetzlichkeit gehegt. Das war das heim-aldr, das "Heim-Zeitalter", das von der wer-ald, wer- old, der "Mann-zeit", dem "Mann-Zeitalter" abgelist, zerstért wurde. In dieser "Welt" ist die Menschheit bis heute nie mehr "daheim" gewesen. Altnordisch hieB "geboren werden" koma 1 heiminn "ins Heim kommen", Heut sagen wir "aur Welt kommen", Diese Welt aber ist "unheimlich" geworden. Der germanische Norden kennt urspriinglich das Wort "Welt", altnordisch verold, nicht. Bs kommt erst in der germanisohen Vélkerwanderungszeit mit Odin Saxa-godh "Sachsen-Gott" nach dem Norden, altsichsisch werold, althochdeutsch weralt,werolt usw., Das Wort bedeutet im Grunde wer "Mann" und old, ala "Zeit", "Zeitdauer" (gotisch alds, altmordisch old), d.i. "Mann-Zeit", "Nann-Zeitalter", . Mit Odin kommt also das "Mann-Zeitalter" nach dem Norden, und in der Gefolgschaft dieses Heerkinigsgeleitgottes und Kriegergottes sind auch jene "Werwdlfe", d.i, "Mann-Wélfe", — - 108 - auf zeitgendssischen Helmen als Krieger mit Wolfskipfen darge— stellt. Auch dieses Wort "Werwolf" fehlte im Norden, Odin ist fiir die Seherin die Verkirperung des "Mann-Zeit- al alters", der Macht und der Gewalt. Als er kam und seinen Speer iiber das Volk warf, "da war im Heim der erste Volkskrieg (that var enn félkvig fyrst 4 heimi). Mit Odin kam ein neuer "Glaube"; der brachte Entzweiung in den heiligen Heim-Frieden der Gesip— pen, "Odin trug zuerst die Zwistrunen in die Gesippen." (Helg. Hund. II, 34). Seitdem, so fahrt die Seherin fort (43) "befehden sich Briider und fillen einander / Geschwister sieht man die Sippe brechen / hart ist es im Heim / groger Eh'bruch / Beilal- ter, Schwertalter, es bersten die Schilde / Windzeitalter, Wolfzeitalter, eh' die Welt zerstiirgt", - Hart er 4 heimi - Adhr verold steypiz. 4 In dem Endkampf mit den Machten der Finsternis, der Unter- welt, im Weltbrand, den Surt und Muspels Sthne entfachen, wer- den Odin und seine Gétterschar, die Asen, umkommen: "Schwarz wird die Sonne, die Erde sinkt ins Meer / Vom Himmel schwinden die heiteren Sterne / Rauch und Feuer rasen umher / die heise Lohe beleckt den Himmel." - "Seh aufsteigen zum anderen Male Land aus Fluten, frisch ergriinend." Dann werden die Menschen wieder "der uralten Runen des GroSen Gottes - Fimbultfs fornar xYmar - eingedenk werden", Das sind die Runen der Urgemein- schaft, des "Heim"-Zeitalters: 2 > 8 2S Wir stehen hier vor der <esten Formulierung eines dialek- tischen Verlaufes des Geschehens der Geschichte - tausend Jahre vor Hegel und Marx. Es ist keine philosophische Spekulation der Logik, da das Andere aus dem Einen, durch das Eine ent— stehen mu8, es ist keine Spekulation um Produktionsweise und = 109 = Produktionsmittel, die die menschliche Gesellschaft, kérperlich und geistig, allein bedingen soll, - es ist weltanschauliche Erfahrung. Das "Heim"-Zeitalter, das Zeitalter der Urgemein- schaft und der "Miitter" ist das Thesis-Zeitalter; das "Welt"-, "werald"-, "Mann-Zeitalter", das Zeitalter von Mann- und Macht- recht und sozialer Unfreiheit ist das Antithesis-Zeitalter, die Verneinung des Thesis-Zeitalters, Die Seherin weissagt den Untergang dieses "Mann-Zeitalters", das wieder zugrunde gehen mu8, selbstverschuldet an sich selbst, dem Mann—Macht-Gewalt- wahn, Dann wird das Thesis-Zeitalter wiederkehren, auf einer wiedergeborenen Erde mit Wiedererkemnen der imeren Gesetze der menschlichen Gemeinschaft, der Menschlichkeit, der Humani- tat - der "uralten Runen" des Héchsten Wesens, Als Marx und Engels das "Kommunistische Manifest" abfaSten, stellten sie als ersten Leitsatz des ersten Abschnittes auf: "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschich- te von Klassenkimpfen." Nach 1847 wurde dieser Leitsatz durch eine Fu@note revidiert und darin auf die Wiederentdeckung der Urgemeinschaft durch Maurer - das altnordische "Odal" - und durch Haxthausen - der altrussische mir - hingewiesen: "Mit der Auflisung dieser urspriinglichen Gemeinwesen beginnt die Spaltung der Gesellschaft in besondere und schlieSlich einan- der entgegengesetzte Klassen." GroB war der Eindruck dieser ersten Erkenntnisse, die Marx und Engels ehrlich zu den ersten Revisionisten machte. In den Vorreden zu den Neuauflagen des "Manifestes" durch Engels (1882 und 1883) wird die Prage aufgeworfen, ob die Urgemein- schaft, wie sie als mir in RuSland sich noch eoweit erhalten hatte, in einer russischen Revolution - das Signal zu einer - 110 - Arbeiterrevolution im Westen - "zum Ausgangspunkt einer kommu- 4 nistischen Entwicklung dienen" kénne. Erst heute sind wir in der Lage, mit Hilfe der Ursymbolge- ‘ schichte als Geistesurgeschichte au dieser wiederentdeckten Urgemeinschaft, dem Thesis-Zeitalter durchzudringen und die groBe Grundfrage 2u kliren: - was bedingte den Menschen, die menschliche Gesellschaft der Urgemeinschaft, die nur Bmpiriker waren, Erfahrungserkennung aus ihrer Weltanschauung hatten? Was sagen ihre "fornar runar" 3 > 85 aust: Die "Krartm aus dem All, die Allordnung des Seins, die Seinsgesetzlichkeit im "Heim" als Makrokosmos und als Mikrokosmos, die im Menschen als sittliches Gesetz durch das Organ "Gewissen" wirkt, - die Menschlichkeit als Schépfung der "Miitter". Wann wird die russische, sowjetische Wissenschaft sich der Erforschung der Geistesgrundlagen der Menschheit, dieser Urer- kenntnis von der Seinsgesetzlichkeit als dem motorischen Ele- ment des dialektischen Geschichtsprozesses zuwenden? Wenn wird sie von der "Materie" zur "Kraft" durchfinden, auf den Spuren des eigenen Volksgeistes, Volkserbgutes - im Sinne der Revi- sion des "Kommunistischen Manifestes" durch Marx und Engels? Damn treffen wir uns am "Eccestan", am "Mutterstein". Dann diir— fen wir hoffen, daS hinter der jetzigen, einstweiligen reinen "Verneinung" der "Verneinung", der Antithese, die Synthese folgen kann, - wenn es wirklich diesen dialektischen Verlauf des geschichtlichen Geschehens gibt, Eins ist gewil - das "Mann-Zeitalter" hat Erde und Menschheit an den Rand des Ab- grundes und des Verderbens gebracht. Und die Frage ist nur: geht diese schéne Erde, die bald vollsténdig lebensunféhig gemacht sein wird, und ihre Menschheit in dem Weltbrand eines 111 - dritten Weltkrieges zugrunde - oder - tritt in letzter Stunde die "Welt", das "Mann-Zeitalter" den "Heim"-Weg an, den Gang gu den "Miittern"? Externsteine-Folgerungen Die vorliegende Zusammenfassung der Ergebnisse einer erst- maligen symbol- und urreligionsgeschichtlichen Untersuchung der Externsteine bestétigt den schon Anfang dieses Jahrhunderts von Albrecht Dieterich in "Mutter Erde. Bin Versuch tiber Volks- religion" (1905) aufgestellten Leitsatz: "Der, welcher Grund- formen religitsen Denkens erkennen will, mu mit der Untersv- chung des Brauches des 'Volkes' beginnen." Hier ist fiir uns "weder Geschichte noch Persinlichkeit erkennbar", sondern nur jener "allgemein ethische Untergrund, der ewige und gegenwir- tige, aus dem alle historischen Religionen wachsen, aus dem sie immer wieder urspriingliches Leben ziehen und in den sie guriickeinken, je nachdem ihr geschichtliches Leben sich aus- lebt." Die Ur- und Volksreligion ist niemals schriftlich, d.h. buchstabenschriftlich tiberliefert. Ihre Uberlieferung ist die miindliche, die lebende, lebendige. Sie bedarf der buchstabli- chen Festlegung, Feststellung nicht, weil sie geistiges Gemein- schaftsgut einer Artgemeinschaft, Bluts-, Rassengemeinschaft ist, - die homogene, einheitliche, gleichartige Erfehrung und Erkenntnis der europiischen, europiden Rasse ist, Sie ist Weltanschauung, Brfahrung und Erkenntnis der grofen kosmischen Ordnung, von der die Menschheit ein Teil ist, wie alles Ge- schaffene, Gewordene, Und die daher auch im Menschen vorhan- den ist, als imere Ordnung, als BewuStsein, Wissen um Recht = 112 - und Unrecht, um rechte und unrechte Sitten, vermittelt durch das Organ Gewissen, Die Beurkundung dieser Ur- wnd Volksreli- gion des Abendlandes, der europiden, weigen Rasse ist die Symbolik als Begriffezeichen, das Ideogramm., Diese Symbolik ist monophyletisch, nur abendliindischen Ursprunges. Mit dieser ideographischen Symbolik erscheint die europide, die wei8e Ras- se in der letzten Biszeit in Siidwest-Europa und breitet sich durch den eisfreien Raum Nordeurasiens nach dem Fernen Osten (China) und Nord-Amerika aus, Ihre Spur ist die Aurignac- Kultur; - das Heilssymbol von dem Herabkommen, der Herabsen- dung der "Kraft von oben" auf dem Sonnenweg 4 » ihrer Ballung 8 vor aer Aussendung, der Bewegung 2 vew. S und der Kult der Gittlichen Ur- und All-Mutter; - anthropologisch: die Gromagnon-Rasse, die Hoch-A-Blutgruppe. Es ist der erste Strom von Okzident sum Orient, - die nordeurasiatische Mutterkultur. Der zweite Strom ist die Tochterreligion der nordeurasia- tischen Mutterreligion der letzten Biszeit: - die abendlundi- sche Megalithreligion, GroBsteingriberreligion. Auch sie ist Urreligion, Volksreligion und vewegt sich vom Okzident nach dem Orient, diesmal aber siidlicher, durch den Mittelmeerraum und seine siidosteurofiischen und nordafrikanischen Randgebiete. Es ist die Religion von den groBen "heiligen Machten", dem Himmel-Vater, der Erden-Mutter, der Grofen Gdttlichen Mutter, und dem Sohn des Himmels und der Brde, dem Gottsohn, als Offendarung und Verkirperung der gdttlichen Allordnung in seinem "Jahrgang". Bs ist die gleiche Heilssymbolik des > 8> Sy aie besonders mit dem Motiv des "Kreuzgot— tes" und des Kreuzes 4+ und [ verbunden ist, als Heilsge- wiGheit der nach der Allordnung ewig erfolgenden Wiederkehr - 113 - und Wandlung vom Tode zum Leben, Es ist die Religion von der "Gdttlichen Familie", die Abendland und Morgenland gu einer kultischen Einheit zusammenfaSt, getragen von einem kultischen Matriarchat der Seherinnen, erkennbar an der X "Gbttlichen Mutter"— und der XXX varei wiitter"-symbolik. Bo ist dies auch die “ursemitische" Volksreligion des Nahen Ostens gewesen, von Syrien-Kanaan-Arabien, wie von Vordynastisch-Agypten. Zu ihr gehirten auch die Israeliten, die "Eraviiter". Bret danach, mit dem Binsetzen der Volkerwanderungen des 3./2. Jahrtausends, erfolgt der Bruch: die Entstehung der Kénigs- und Priesterreli- gionen mit den persinlichen Schutz= und Geleitgéttern, als Mittel sur Macht. Das Erscheinen buchstabenschriftlicher Reli- gionsfassungen, "Gottesworte", "Gottesgesetze" bezeichnet den Tatbestand der Umbrechung, Unwandlung und Abwandlung bis sur Verunholdung und vélligen Unterdriickung und Ausrottung der Ur- und Volksreligion zum Zwecke der absoluten Herrschaft eines Heerktnigtums oder einer Staatspriesterschaft, Theokratie, Extremste Form dieser Gattung, im besonderen als Aggressions- Tdeologic, ist die neue mosaische Jahve-Religion am Sinai: “ihr sollt mir ein Konigreich von Priestern werden" (2. Mos.19). Die Schau eines Himmel-Aallvaters der altarabischen Megalith- religion wird umgewandelt cu einem ausschlieSlichen Schuts- und Geleitgott der theokratiscien ‘Fihrung der israeli tischen Volkerwanderung, die zum "auserwéhlten Volk" dieses neuen Staatspriestergottes gemacht wird. Die Verbindung zwischen diesem abgeriickten Fihrergott und dem Volk geht nur tiber und durch die Priesterschaft. Die enge menschliche, persinliche Verbindung mit der géttlichen Prinitat ist damit aufgehoven, wie die Géttliche Mutter und der Gottsohn au diesem Zweck auch - 114 = ausgestoBen werden. Der mit allen démonischen Eigenschaften von Haf, Zorn, Rache usw. ausgestattete Fihrer-Gott, der die Feinde zerschmettert, ihnen das Rlickgrat zerbricht usw., ver- hei8t "seinem Volk" das Land anderer Vélker, das zu erobern ist. An diesen Vélkern ist der "Bann Jahve's" gu vollziehen, d.h, die Ausmordung., Erkennbar sind alle diese Schutz- und Geleitgétter-Neuschipfungen der ménnlichen Volkerwanderungs- Machtideologie an dem Verlust des Wiedergeburtsglaubens, dh. Verlust der Erkenntnis einer gittlichen Seins-, Lebensordnung. Der Verlust der Heimat und ihrer Sippengrdber, die Gewalthand- lungen der Broberung und Unterjochung wirken sich seelisch wie der "Pluch der bésen Tat" aus, Scheol ist eine ebenso trost- lose Statte der Nimmer-Wiederkehr, wohin Jahve's Macht nicht reicht, wie die sumerische Unterwelt kurnugi "Land ohne Heim~ kehr" und die entsprechende babylonische, assyrische Vorstel- lung, wie Hadeg bei den Griechen, der infernug bei den Rémern oder Hel der Edda, der Odins-Welt. Das neue geschriebene Sa- kralkénigs- oder Staatspriestergesetz tiberschichtet das nicht- geschriebene "innere Gesetz" der Volks- und Urreligion. Die neve "Gesetzes"-Religion ist patriarchal, vater-, mannerrecht- lich, Das kultische Matriarchat, das Seherinnentum, die "MUt- ter" werden beseitigt. Volksaltgluubiger Widerstand wird "li- quidiert" (die Korah-Sippe). Diese mannrechtliche 'Gesetzes— frommigkeit" ist durch niemand besser gekennzeichnet worden als Gegensatz zwischen "heidnisch" (abendlindisch) und jiidisch- christlich, als durch den Heiden-Apostel Paulus in seinem Ge- gensatz zu dem Judenchristentum von Jerusalem, von Petrus, dem kimftigen Hohepriester-Papst von Rom: der Buchstabe (das "Gesetz") tétet, aber der Geist erhalt lebendig. Darum sei = 115 - auch das Heil den Heiden gegeben, weil sie "von Natur" (physei) des Gesetzes Werk tun, sich selbst ein Gesets sind, geschrie- ben in ihrem Herzen, weil ihr Gewissen ihnen zeuget (2. Kor. 3, 6; Romer 2, 14-15). Der bisherige "Streit um die Externsteine" ist mit Erschei- nen dieses vorliufigen Untersuchtungsberichtes véllig gegen- standslos geworden. Es hebt ein never Abschnitt der Auseinander- setaung um die Externsteine an, die von einer lokalen, inneren, deutschen Angelegenheit au einer Weltfrage (oder zuletat "Heim"-Frage) wird: die Frage um das "Heilsgeschehen", eine fir die christliche Religion und die christliche Kirche ent- scheidende Zukunftsfrage. Wer an einem "Heilsgeschehen" als Glaube festhalten michte, der kommt nicht mehr vorbei an den geschichtlichen Tatsachen, 1) daS der "Kreuzgott" am vierten Felsen des "Eccestan" als eine gittliche Offenbarung mindestens 6000 Jahre vor Golgatha existierte; 2) da8 der Mythos vom "Kreuzgott", von der Géttlichen Mutter, ihrem "Herz—Haupt" usw. mit der GroBsteingriber-Religion nach dem Nahen Osten und dem Morgenland kam (4./3, Jahrtausend), um am Sinai von dem neuen mosaischen Jahve-Glauben ausgemerzt zu werden; 3) daB diese Urreligion als Volksaltglauben in den niederen, nicht deportiertgn, nicht strafverschickten Volksschichten der Siid- und besonders der Nordsttimme im "Untergrund" weiter- gelebt hat, und zwar in einer Daueriiberlieferung, die sich an Hand der Kult-, Symboldenkmiler, des Kult-Brauchtums und der wenigen Inschriften ltickenlos nachweisen last. Um diese Davertiberlieferung haben sich die alt- und neu- testamentliche Archologie und die Theologie nie gekiimmert, = 116 - weil sie keine ursymbolgeschichtlichen Kenntnisse (bis heute) besa8en und weil sie eben von der Gegebenheit des "Alten" und "Neuen Testamentes" als "Wort Gottes", als "Heilsgeschehen" ausgingen. Die Orientalistik dagegen war schon so weit zur Erkenntnis gelangt, da8 "neben dem konventionellen Gétterdienst der Kénige" (Sumer) es noch eine andere Frémmigkeit gab, "die im Volke selber wohnte und der Erde, der Natur, den kosmischen Machten unmittelbar und enger verbunden war als die verwirren- de Vielfalt der Gétter" (Helmut Schmike). Hier schlagt die geschichtliche Stunde der jiidischen "Bman- gipation", die als geistige Widerstandsbewegung wider den mo- saischen Jahvismus und als Brneuerungsbewegung nur tiefenpsy- chologisch als Erb-Erinnern, Aufbruch des Archetyps verstanden werden kann, In der letzten Phase dieser Bewegung, von Alfred Dbblin (Jiidische Erneuerung 1933) bis zu den Kna'anim, kommt dieser tiefenseelische Aufbruch gum Durchbruch, Die Kna'anim, die von "Blut und Boden", erkluren die mosaische Religion fir die geschichtliche "Geisteskrankheit des hebréischen Volkes", wollen hinter Moses zurtick zu der semitischen Urgemeinschaft. Sie hoffen, daS in der arabischen Welt eine gleiche Bewegung wird entstehen kénnen, die hinter Mohammed guriickgeht. Wie Moses hat Mohammed die gahilijje, die frithere heidnische Zeit, als die Zeit der "Unwissenheit" und "Barbarei" verunholdet und verdammt, der er in Wirklichkeit seine ganze Gottvorstel- lung des Allah, aus altarabisch I1, Ilah, verdankt. Und wenn wir ein sabiisches Amulett mit den in klassisch-schéner Mega- lith-Runenschrift geschriebenen Worten sehen: wadm—'abm - 117 - "Liebe - Vater", "Gott ist Liebe", der g o Oo Rahman-an, der "Barmherzige", - so wissen wir, woher diese Religion mit dem-{ Kreuzgott, q n ry dem Gottsohn ‘Attar einst gekommen ist, euch wenn in dieser Spitzeit und in diesem m aw sii@lichen Raum die einstige Trinitat von m b ‘a Himmel-Vater, GéttlicherMutter (Erdenmutter) und Gottessohn auf Mond, Sonne und Venusstern iibertragen wurde. Die Symbolik und ihr religidser Inhalt waren aber geblieben. Die Kna'anim wollen hinter Moses und Mohammed zu der semiti- schen Urgemeinschaft guriick, und sie wurden deshalb, weil "sie Moses und die Propheten leugnen und uns unseren Vorrang vor an- deren Vélkern nehmen wollen", aus dem neuen Staat Israel hin- ausgesteinigt. Nun enthtillt sich ihnen diese gesuchte ursemi- tische Mutter-Religion als die GroBsteingriber-Religion und hinter dieser wird der Bcecestan, der "Mutterstein", sichtbar, Die Kna'anim kehren in die abendlandische Urgemeinschaft, die Urhumanitét der "Mitter" zurtick, (Siehe Nachtrag S.131) Friedrich Nietzsche hat einmal folgende Verszeilen auf Spinoza geschrieben: "Dem "Eins in Allem" liebend zugewandt, Amore Dei, selig aus Verstand - Die Schuhe aus, welch dreimal heilig Lend! - - Doch unter dieser Liebe fra8 ein heimlich glimmender Rachebrand, ' am Judengott fra8 JudenhaB - - - Binsiedler! Hab' ich dich erkannt? Nietzsche hat ihn nicht erkannt, hat noch nicht erkennen kénnen, daB der jiidische Geist hier im Erberinnern auf dem Riickweg hinter Moses und Thora war. Die Kna'anim bezeichnen sich als die Geisteserben der Korah- - 118 - Sippe. Im Namen dieser ihrer Mirtyrer werden sie nun die gegen die jtidischen Freidenker erhobene Anklage des "Abfalles vom Gott ihrer Viter" gegen die mosaische Religion erheben (vgl.S.131). Die jetzt einsetzende Untersuchung des Volksaltglaubens in Kanaan-Palestina, in Juda-Israel, wird die Wiedergeburt des "Kreuzgott"- und Heilbringer-Mythos der Megalithreligion, mit der x 9 3 8 S usw. -Symbolik, sozialreligits durch die Zustande im Imperium Romanum bedingt, in Norapalestina, Galilda, erstmalig sur Darstellung bringen. Vergeschichtlicht und verpersinlicht in der Gestalt des Wanderpredigers Jesus von Nazareth wird der Kreuzgott-Mythos, nun als Christus- Mythos, abermals von der mosaisch-jahvistischen Jerusalem- Theokratie, diesmal auf Golgatha, liquidiert, wie einst auf Sinai. Und ein drittes Mal wird dieser nicht kodifizierte miindliche Aufbruch des Volksaltglaubens, des Kreuzgott-Mythos, als Christus-Mythos von den judaisierenden Evangelien (Matthius) umgebrochen und abgewandelt: die Gttliche Familie, der alte himmlische "Zimmermann", der Weltenbaumeister, architektén und die Gottliche Mutter (Mariam - Mirjam) werden zum Dorfzin- mermann (tekton) - Bhepaar in Nazareth gemacht und mitsamt ihrem Gottessohn mit einem davidisch-jtidischen Stammbaum aus- gestattet. Uber die einstige "gittliche Familie" wurde der Jahve-Theos gestiilpt, Wohl stellt das Konzil von Nikéa den Gotte; hn als gweiten Teil der Dreifaltigkeit wieder her, lést aber das 3 als den "Heiligen Geist" von ihm ab , um die Trinit&t wieder vollstandig zu machen. Die Gottesmutter wird als Gdttliche Mutter gu der neven Trinitaét nicht cugelassen, bleibt draugen vor der Tir. - 119 - Um den "Eccestan" fallen die bisher undurchdringlichen Ne- pel. Sichtbar geworden ist der "Kreuzgott" am vierten Felsen, das "Herz-Haupt" der Géttlichen Mutter mit den zwei Strichen ihrer Géttlichkeit, wie es einst im ganzen Nahen Osten ver- ehrt worden ist und heute noch von dem tiberwiegend katholischen Landvolk des Abendlandes, Polen, als Mutter des Landes und Volkes in Gzenstochau noch verehrt wird - die "Géttliche Mut- ter vom "Bccestan", Es girt in der rdmisch-katholischen Kirche des Abendlandes, Die marianische Bewegung pocht als "Aufbruch des Archetyps" an der Tire der Kirche. "Quo vadis - ecclesia"? Du hast den Weg der wissenschaftlichen Wahrheits-Erkenntnis angetreten. Katholische Gelehrte (Obermaier (SJ), Brewil) waren beteiligt am Durchbruch des neuen Geschichtsbildes wider einen riickstin- digen Fachgelehrtenkongre8 (Anthropologischer KongreB Lissa- pon 1880): der Anfang der menschlichen Kultur der letzten Bis— zeit im Abendland ist allgemein gesichert, Ein Pater Wilhelm Schmidt (Ethnologische Schule, Wien) trat mit seinem gwolfbéin— digen Werk "Ursprung der Gottesidee" den Nachweis einer Ur- religion vom Héchsten Wesen an, ebenfalls fiir das Nordeurasien der letzten Eisgeit. Bin Paldontologe wie Teilhard de Chardin (SJ) avingt bis gum Kosmischen Christus vor. Das "Heilsgeschehen" als Geschichtslehre auf der Grundlage der Bibel,d.h, der mosaischen Umpréigung des Christus-Mythos mit dem mosaischen Unterbau des "Alten Testamentes", ist nicht mehr haltbar. Dieser Unterbau wird hinféllig. Und die christli- che Kirche wird die Wahl haben, sich auf ein Heilsgeschehen vom "Eecestan" umzustellen oder auf die Wahrheit der wissen- schaftlichen Erkenntnis zu verzichten und zu versuchen, sich - 120 = weiter hinter einem "credo quia absurdum" eines Tertullian abzuschirmen. Wenn es ein Heilsgeschehen gibt, so zeigt "Gott" an den Bx= ternsteinen wie der Christus-Mythos aus dem Morgenland aus dem Heidenbezirk Galilia "heim"-kehrte zum "Mutterstein" - in ne "Uroffenbarung", Urerscheinung wiedereinging. Am "Boce- stan" ist nichts von dem Werk eines Bonifatius und Karls des "GroSen" erhalten, - nur das, was von der alten Kultstutte von der Kirche jibernommen wurde: der "Kreuzgott" , das xh "descen- sus ad inferos" mit dem Herz-Haupt der Gottlichen Mutter in der Mutterhthle, der) "ur"'-Wischen-Grabfels und die Kreuz— abnahme mit dem kosmischen Christus, dem lebens-, Kinderbrin- ger - - das iroschottisch-germanische Reformations—Denknal! Die rémische Kirche hat im groBen Ganzen das fanum des "Eecestan" mit den idola (Kreuzgott am vierten Felsen, Armpaar- und "Herz-Haupt" in der Grotte, Ur-Nische-Geabfels) iibernommen, mit Abinderung der Kultzeit des Kultjahres, Die Hauptkultzeit des Jahres am "Eccestan" war die Zeit vor und nach der Licht- und Lebenswende des Jahres, der "Mutternacht", den Weihentich- ten gewesen, Sie umfaSt den Abstieg des Gottsohnes, seine Menechwerdung, Leidenszeit, Bingang in den Scho8 der Mutter Erde, TodesrVerwandlungsschlaf, Wiedergeburt als gittliches Kind, Wiedererscheinung, Hervorgehen. Die judaisierten Evange- tien haben nur eine véllig verdunkelte tberlieferung von der Geburt des Gotteskindes und der Leidenszeit, Grablegung, Auf- erstehung, wenn die drei "M", die "Mitter" kommen, bewahrt, Erst im 4, Jahrhundert wurde das Geburtsfest Christi auf den 25. Dezember gelegt. Gleich hinterher folgt dann zu Ostern die Passionszeit, Tod und Auferstehung des Herrn, die wahr- = 121 - scheinlich als Passionsspiel am Eecestan im Mittelalter dar- gestellt sein werden, Von Kultzeit zu Weihenuchten sind keine Spuren vorhanden, Damit war der kultische Kreis des Jahres bis auf diesen Bruchteil verschollen. Nur dort kann neu angesetzt werden, auf einem neuen Unter- bau, dem reichen Hort des Volksaltglaubens und seines Brauch- tums, des einst, aus dem Volk kommend, das christliche Mittel- alter mit seinem Reichtum erfiillte: ein SproB des Stammes aus dem Morgenland, der nach dem Abendland zuriickgebracht und auf den alten Mutterstamm aufgepfropft wurde. Unser Weihnachtsfest ist nichts anderes als die Weihenacht der "Mutternacht" vom Eccestan, mit geringftigigen anderen Vorzeichen. Genau so wie das nur notdiirftig, oberflachlich verchristlichte, mit Heili- gen verdeckte weitere urreligiése Brauchtum des Volksaltglau- bens, Fiir uns, die schon und endgiiltig jenseits von Kirche wd Konfession stehen, ist der "Eccestan" ein Wahrzeichen. Die mythische Schau ist vergangen: die Géttliche Ur- und Allmut- ter ist unsere Allmutter, die Natur, auch als Mutter Erde. Der Gottsohn-Mythos 1éste sich wieder in die grofe Allordnung auf, als "der gestirnte Himmel iver uns und des sittliche Ge- setz in uns", wie unsere fernen Ahnen es einst schon erkann- ten. Wir stehen in dem "magischen Kreis", den Goethe einmal in diesem Westfalischen Raum des Teutoburger Waldes und der Externsteine um sich fihlte, Es ist dieser Kreis, der unbe- wu8t bis unterbewu8t die tausend und aber tausend suchenden Besucher anzieht. Das, was unser grofer deutscher Dichter aus dem eigenen Unterbewu8tsein, aus dem tiefenseelischen Aufbruch = 122 - seiner Geisteserbmasse in seinem "Verm&chtnis" in Worte faBte: Das Wahre war schon lungst gefunden, hat edle Geisterschaft verbunden das alte Wahre, fa8' es an - - die Gesetze des Alls von der Ewigkeit des Seins, und "das Zentrum da drinnen", in dir; Wirst keine Regel dort vermissen, denn das selbstiindige Gewissen, ist Sonne deinem Sittentag. Das ist der Urhumanismus des "Heim"-Zeitalters und seiner "Miitter", Und Goethe war es auch, der diesen faustischen Mann, den Wille-zur-Macht-Mann des "Welt"-Zeitalters den "Heim"-weg antreten lieS, den "Gang zu den Mittern", wo alles Vergiingliche nur Gleichnis war, das Unzuléingliche zum Breignis ward, das Un- beschreibliche getan ward, - das Ewig-Weibliche hinanzog, Wenn wir vor dem Mahnmal des "Muttersteines" stehen, vor die— sem zuletzt iroschottisch-germanischen Reformations-, Erneue- rungsdenkmal, méchten wir nur noch eins wissen: Wer waren, wer sind wir, die einst hier "daheim" waren? Ist es "Zufall", daB wir uns hier guletzt noch gusammenfanden und -taten, Iren, Schotten und Germanen, Kelten und Germanen? Es waren jene altirischen, der Heimat und dem Volkstum tief verbundenen Klostersiedler, die die alten Sagen sammelten und niederschrieben: von den Tuatha Dé Danann, dem Volk der Anu, der altirischen Gdttlichen Mutter und ihrer drei "Mutter". Das waren die fir side, die Leute der Hiigelkammergriber, der Mega= lithgriiber gewesen, die mit ihrer Flotte einst von Norden, um Schottland herum, nach Irland gekommen waren. Sie wurden viel spiter von der vom Festland vordringenden keltischen Vélker- - 123 - wanderung mit dem Staatspriestertum der Druiden und ihrem blutristigen Menschenopferkult tiberwiltigt und haben sich dam, nach der Volksiiberlieferung, als ein lichtes Elfen-, Alfenvolk in die Grabhtigelkammern, die side, zurtickgezogen. Und wenn Patrick in Irland das irische Christentum predigt und die Druiden von ihren blutigen Opferplitmen, wie Cromm Cruaich, vertreibt, so atmet das Volk erlést auf. Und die schinen, heidnischen Téchter des Kinigs Leogaire hei8en den Patrick und seine Helfer als die wiedergekehrten fir side willkommen, Die Tuatha Dé Danann hatten Seherinnen gehabt, ban £111 (ein Name, der mit dem der Veleda verwandt ist), auch ban tuath "Volksmiitter" genannt. Mit diesem Namen tuath "Volk" haben wir die Bezeichnung der GroSsteingraberleute als Ethnos, Volkstum vor uns, Denn es ist ein keltisch-germanisches Gemeinschaftswort, des in Kymrischen tud "Land", im Kornischen tus, mittelbretonisch tut, neubretonisch tud "die Leute", im Gotischen thiuda, alt- nordisch thjodh, althochdeutsch diota "Volk", lettisch und altpreuSisch touto "Land", litauisch Tauto "Oberland" usw. "Deutschland" bedeutet. Das Wort schlieBt in sich die Bedeu- tung von "Land und Volk" ein, wie "Heim", "Heimat" die Sied- lung und die Sippe umschlieSt. Es gibt heute nur noch zwei Volker, die als Volksstaaten im Abendland diesen Namen tra- gen: das sind die Niederlénder, von denen der Stden, die Vlamen, sich heute noch diets nennen, wihrend die Nordnieder- linder sich im <eren Niederlandischen noch duitsch nannten. So schreipt Marnix von St. Aldegonde, der Freund Wilhelms von Oranien-Nassau, noch im Jahre 1580: unsere "oude duytsche Jandt- ende moederspraccke - die in vele Landen en Provineien - ~ 124 - van Hollandt - ende lancx de Oostersche zee tot aen Dantzijck (Danzig) - noch heden te daghe bekent", gesprochen wird. Der Englénder nennt die dietsers - duitsers die Dutch und die Deut- schen die "Germans", Es waren diese "dietsers" und "duitsers", rd die im Mittelalter hinter Danzig das Iand in West- und Ostpreu- Ben kolonisierten, eindeichten und urbar machten, "Naar Oost- land willen wij rijden" hebdt das alte Lied der dietschen Trek- kers nach dem Osten an. Und bis 1945 zeugten noch die alten Giebelgeichen mit Y »@ , usw, auf den Bauernhéfen, wie auch das $7 und andere Sinnbilder von diesen Oostland-Fahrern. ‘ir Kelten und Germanen, wir Nachfahren des Grofsteingriber- volkstums des weiteren Nordseekreises waren cinst die "Deut- schen", die "Land"- und "Volk"-Leute, ein Volkstum, das nicht x von seinem Land zu trennen ist, Im Herzen unseres Land- und Volkstums lag einst der "Mitterstein". Und dort trafen wir noch einmal in letzter Stunde zu einer eigenen geistigen Er- neuerung zusammen, bevor der rémische Absolutismus und Klerika- lismus sie gunichte machen sollte. Der "Eccestan" ist uns ein Wahr- und Mabnzeichen unserer Einheit und Zusammengehtrigkeit, fiir die Wiedererrichtung unseres Mutterlandes, unserer Heimat - Europa -, das schon einmal, in der Hut unserer "Miitter", be- stand. Wir wissen nun, dag das Heimatliche, Vélkische - das "Nationale" - unser gemeinsames abendlandisches Erbe ist, das uns verbindet, Auch mit jenem den Heimweg sum Volkstum lebens- gesetzlich antreten wollenden Kommunismus des Abendlandes, in , gemeinsamer Abwehr der Internationale einer mammonistischen Weltherrschaft und der von ihr gelenkten planmi@igen Zerstérung unserer heimatlichen und vélkischen Grundwerte? - 125 - Fir uns Dietsers - Duitsers - Deutsche ist der "Eccestan" im besonderen die "Herz-Haupt-Stétte" unserer "Heimat", soweit unsere Sprache einst reichte, von der Nordsee bis Danzig und Memel, von der Etsch bis an den Belt, Man kam dieses "Volk" nicht von seinem "Land" gewaltsam treunen, es daraus vertrei-~ ben, nur weil man dazu die Ubermacht hat und mit thermacht von Material und durch Verrat Sieger in jenen zwei von den Deut- schen nicht verschuldeten Weltkriegen blieb, die ein Verbrechen an der Menschheit waren. Es ist dies alles noch das "Welt"-, "Mann"- und "Macht-Zeitalter", das nur Macht und Gewalt als Recht kennt, immer noch das Antithese-Zeitalter. Bs ist nicht der Vollzug des dialektischen Geschichtaverlaufes zur Synthese. Gibt es diesen Verlauf, so miissen die "Niitter" als die Synthese wiederkehren, Es ist die eingige hthere Macht, die das mit mannlichen Mitteln und mémlichem Denken nicht lésbare Unrecht zu lésen vermag - die "Miitter"! Wir eilen im Ablauf des "Welt"-, "Mann-Zeitalters" in immer sehneller werdender Fahrt dem Verderben und Untergang zu. ver- geblich erheben die Besten der m&nnlichen Wissenschaft ihre eindringlich warnenden Stimmen. Sie verhallen ohne Wirkung. Die Luft, die Erde, das Wasser sind schon vergiftet von einer haltlos um sich greifenden Industrielisierung und Motorisierung als "Weltwirtschaft", Bald wird es fraglich werden, ob es tiber- haupt noch Sinn hat, gu verantworten ist, Kinder zu zeugen, die doch nur erbgeschidigt sind. Die Geister, die das "Welt"-, "Mann-Zeitalter" rief, wird es nicht mehr los. Es zertriimmert mit dem Atom, mit dem Bau seiner Atomreaktoren, ohne Kenntnis der Folgeerscheinungen, ohne Wissen um Schutzmiglichkeiten, die Lebensmdglichkeit, - 126 - Zu dieser Stunde steigt der "Mutterstein" als Mahnmal und Wahrzeichen aus dem Weltendunkel empor, Wie eine Gralsburg liegt er hoch erhoben, die einzige Stutte, die Friedensstitte, die frei von Schuld und Verbrechen ist, - die Statte, von der wir nun anfangen zu wissen, da8 von ihr das Licht der Lande ausgegangen ist. Uns ist nun eine Stutte gegeben, zu der alle kommen und sich begegnen kénnen, - die "Miitter" des Abendlan- des, wie die des Morgenlandes, - alle, die einst zum Lichtbe- reich des Eccestan, des "Muttersteines" gehirt haben. Sie migen den "Heilrat" wiederfinden, an dem die Welt wieder genesen kann, wieder zum "Heim", zur "Heimat" fiir die Menschheit wer- den kann. Sie mégen wieder "lebenslang heilende Hénde"*) uber die Erde und die Menschheit ausbreiten und Erde und Leben wie- der heiligen. Wir wollen heim zu Mutter, in die "Heimat" — "Heimat ist iiberlieb jedem Menschen" - Heimat - +) aus dem Gebet der Sigrdrifa-Brynhild flr Sigura-Siegfrica (Sigrdr. 4, 6) - 127 - Nachtrag zu $8. 11 Eocestan und DisSsen. Oe Der Oberteil des Bilderfelsens . Von Brdcke-Likebacken, der hier nach Baltzer wiedergegeben wird (Original-, Abgu8aufnahme s, Titelbild), weist fiir den Zusam- menhang von Eccestan und Dis&sen noch eine sehr wichtige zusitz— F2liae @. ve liche Symbolik auf. Wie erwéihnt, Ist am oberen Ende der "Advent" der Gttlichen Mutter gro als x wiedergegeben, unter ihr ein Kleines X , eine "Botin", wie in den spanischen Felomalereien. Die vierfache Reihe von lvkvarnar, Ahnenseelen-Opfernupfohen, Links von ihr, kennzeich- aet sie als die Abnenseelen-Matter, aie VX mania acca aer kleinen Mutterhéhle des "Eccestan". Unter ihr, auf dem Geleit- schiff mit den Schwannenhalssteven, sind die drei XK X X "Mutter" in perspektiver Verklirzung - wie herannahend, darge- stellt, Vor den Steven dieses Schwangeleitschiffes ist eine Kleinere, weit gedffnete, spendende Hand abgebildet, ahnlich der groBen Hand des Sohnes des Himmels und der Erde unter inr, die den Erntesegen spendet (Abb. 6). Uber dieser Hand das [XJ - Zeichen. Letzteres ist in den angelstichsischen Runenreihen mit Lautwert s upd Namen sund, einmal auch mit Namen stan wiederge- geben und erscheint in Verbindung bezw. als Wechselform von R9] stan, dem sweiten teil von XX ecce- Rg stan, Beide Zeichen stellen also eine 9 - g anlautende Formelverbindung dar, die auch mit yy (= 8 - 8) wiedergegeben wirat), Hickes: Thesaurus Tab.6 und 9 (Cotton Mss.Alba A2 und H).Von einem ur= lichen Zeichen eccestan sind spiter zwei Zeichen gemacht worden! gece,acea stehend und - zur Unterscheidung = stan liegend,voh] in sinn= bildlicher Bezugnahme auf den liegenden "erdfesten Stein" der Erdenmutter, = 128 = Angelsichsisch sund, das gleiche Wort wie hochdeutsch usw. =sund, war also der eine Teil dieser s - s Formel, deren gweiter Teil nur sel(ig), also angelsichsisch sund and selig, gleichbedeutend mit der altnordischen Formel heill ok saell gewesen sein kann, Angels&chsisch sund "gesuné" hat hier noch die héhere umfassende Bedeutung von "unverletzt", "unbeschi- digt", "erhalten" - wie altnordisch heill in jenen Segenswiin- sehen: far heill ok saell oder komm heill ok saell (wieder). Das Wehrzeichen des Eccestan und seiner "Mitter" war also die sund verleihende, aussendende Hand. Wie noch die Dise Sigrdrifa-Brynhild fiir Sigurd-Siegfried zu Himmel und Erde um diese "lebenslang heilenden Hunde" (lacknishendr medhan lifom) pittet (Sigrdr. 4, 6), die Hinde, die "sund and sel(ig)" ma- chen, Sehr alt mu8 diese s - s - Formel gewesen sein, die einem lateinischen sanus et salvus, aus der Zeit der mania acca der "Seelen-Mutter" vom Eccestan entsprechen wiirde, wie im franzd- sischen sain et sauf noch nachklingt. Die Symbolverbindung von Bracke-Lékebacken im Kultkreis des Dis&sen, die sund-Rune mit der spendenden Hand, weist auf den Eccestan zurtick. Der "Dis&sen mit dem gro8en % Zeichen muB eine Tochtergriindung des Eocestan gewesen sein, als ein Teil der Megalithbevilkerung des nordwestdeutschen und déni- schen Raumes vor dem Ansturm der Kampfwagen fahrenden Streit- axtleute tibers Meer entwich und sich in Bohusliin am Skagerak niederlie® (um 2.000 v. Ztr.). Dann setzt, geballt in diesem Raum, die héllristningar-, Felsbilder-Kultur ein. Auf den "Eccestan" als Externstein" = Elsternstein (nie- derlandisch-westfélisch ekster, hochdeutsch "Elster", der Hexenvogel, in den sich die Hexen verwandeln kénnen) - weist - 129 - euch der Blfcullen in sildbohuslén (Marstrand) hin. Dorthin fliegen auch die Hexen auf Elstern oder als Elatern (Ekster) nach der gleichen mittelalterlich-christlichen Verunholaung der cinstigen Seherinnen, der Disen und Vélva's der Frauen-, Disenberge - wie in Deutschland. Nachtrag zu 8. 103: Urdbrunnen - nach Havamal 111 an der "Halle Hars", d.i. den Externsteinen, dem Eccestan (vgl. 8. 16). Nachtrag zu $.116, die Kne-anim. Der betreffende Satz in dem Schmihartikel der israeliti- schen Zeitschrift DAWAR lautet: "Es ist Schlu® mit den Kna'anim. Diese vélkischen Ideologen - haben sich aufgeltst und verdien- ten Priigel. Diese Leute wollten das Volk Israel um seine Vor- rangstellung als allein von Gott auserwithltes Volk bringen und schmihten Moses und das Gesetz", Eine Anzahl der von Arje Gjurevitz-Choorn (Arje Chokurz) vor dem sveiten Weltkrieg in Paris gegriindeten Kna'anim-Bewegung wanderte, nach ihrer Vertreibung aus Israel, nach Siidamerika aus.. Der sittliche Mut dieser Vorkémpfer fiir eine jildische Er- neuerungsbewegung 2u einer neuen Humanitit kann nicht hoch ge- nug gewertet werden, Nicht k#uflich, nicht durch Drohung des Verlustes von Existenz und Leben einguschiichtern, folgen sie ihrer inneren Rufung und erhoben ihre Stimme zu der Stunde, wo ihre Gegner glaubten, auf Grund ihrer Auserwihltheit nunmehr die Weltfuhrung und Weltherrschaft tibernehmen gu kénnen. Das erfuhren sie in der neuen "Heimat" auf einer Veranstal- tung des Institutes fiir argentinisch-israelitischen Kulturaus- tausch, mit der der Zyklus "Erweckung eines wahren und vollen -130 = jiidischen BewuStseins" eingeleitet wurde. Der Redner Zeev Grim- berg erklarte in Namen der Gesellschaft zur Férderung des Ju- dentums: "Die Uberlegenheit (superioridad) der Juden iiber die tibrigen Nationen besteht in ihrer Mission, die Weltgeschichte zu kon- trollieren." - "Es ist das Volk des Weltenschépfers; ein Volk mit besonderen Aufgaben (designios). Ihm steht es 2u, das Vor- pild dessen aufzuzeigen, was gut ist oder schlecht." - "Bs ist der Jude, der der Menschheit den Weg weist, denn so ist es be- stimmt seit der Erschaffung der Welt, wie die Thora lehrt. Dies ist keine theologische Idee. Es ist eine Tatsache." (Argentinische Morgenzeitung Clarin, Buenos Aires v.6.10.1967). Bine kleine tapfere Schar brach um der Wahrheit und des Menschheitsgedankens willen auf, wider die Weltmacht von Jeru- salem bis Wallstreet. Es war ein tiefenseelischer Aufbruch ih- res einstigen Volkstums und seiner Weltanschauung, Und wenn sie auch jetzt aus Israel vertrieben wurde, ihr Weckruf "Los von Moses’ geht dennoch zwangsldufig weiter in Brfiillung. Die einst von Alfred Déblin aufgerufene Jugend der heutigen Qibbuzin, die wieder bodensténdig gewordene, die auf der Scholle so Grog- artiges geleistet hat, ist bereits tiberwiegend a- oder anti- Thora eingestelit. Nun aber hebt die Brforschung jener israeli- tischen und semitischen Volks- und Urreligion an. "Die Steine werden schreien" (Lukas 19,40), da wo Menschenzeugnis laingst verstummte, unterdriickt, zum Verstummen gebracht wurde. Sie werden die grifte Tauschung enthiillen, die je als Religions stiftung bewerkstelligt worden ist, die maSloseste, wahnwitzig- ste Macht-Ideclogie des "Mann-Zeitalters". Damit der Weg frei werde zu einer neuen Menschlichkeit. Der Weg fihrt zum Weihemal des Eccestan. Nachtrag 2u Seite 64. (links) Das "Mutterbrust"=Grab- Zeichen im Dolmen von Mané-Rutual, Morbihan, Bretagne (nach Péquart et le Rouzic) (unten) Die Entartung des "Mutter- brust"-Grabhaus-Svymboles in sein- er West-Ost-Verbrei tung on wall @ & meat pens it), Taf. V Text Abb. ¥ fh 5 4 d a 3 i und zveiteiligen Hinden,dem Géttlichkeit- y a~Schrift (jiingere Steinez: § Rm 12 Ls S$) b AA AM. f 6 nm mit dem Grabhaus | ’ a mit der sinkenden % usw. und den beiden Das Armpaar des Gottsohnes mit den dre: zeichen unj das Tor-Zeichen in der Susi teil Sonneund den beiden "Ur"= (vgl.18) Morbihan Stonehenge _—Susa, Mané Rutuel, Ile Longue Uruk usw. der "Kraft! “heseelung", una den Spalt= formen Zeichen {1M der mit dem Zeichen 3 mit der Welt= + séule (pa) Strichen || der Géttlichkeit (vg). 5 und 17) Wintersonnenvende 6 aes Taf. VI Text Abb. 7 Die Géttliche Mutter 2% mit den beiden Strichen ihrer Géttlichkeit (2-4,7=10, 15),mit dem Grabhaus (6,8-10),im Grabhaus,"Mutterhaus" (7,11-12,14~15), das "Mutterbrust"-Grabhaus 11-125,das Grabhaus mit dem Mutterschosz—Zeichen(13= 18) und der Beseelung (10,16) und dem "Gott"-Zeichen und Hacke~ bezw. zwei Hacken-Zeichen (17-18). Susa (Iran) jiingere Steinzeit. Uy al Bae a fe DA AA A A AL se) 1X (3 ax] — foe VV VY Vy Ss - 154 - Um 2.000 v.2tr. Einbruch der Streitaxtvélker aus dem siidosteuropii~ Sschen Raum in den nordwestdeutechen Groszsteingriver-Rulturkrese, nach der spiten Uberlieferung der beiden Edda’s unter Fihrung von Thor oder (nach tnorri) von Odin.Der "Asen-Wanenf'=Krieg der Fada. Ermordung und Verbrennung der Seherin: der "Halle Hars"(=Extern- steine). Auswenderung ingwionischer Bauernsippen aus Nordwestdeutsch~ land und Diinemark mit ihren "Mittern" nach Bohuslan:der Dis&sen "Digenberg" in sudbohusiin mit seiner f unaX mit XXX symbolsk eine Tochtergriindung deo "Bocestan".Neoh Beondung des "Asen-lanen"= Krieges bleibt zwar bei der alteingesessenen Groszsteingriber-Bau~ ernschaft die "Religion aus alter Zeit" mit ihrem Heilbringer ,ing= wionisch Brea,freo,altnordisch Frey, Ergy,althochdeutsch Fro besteh- en,daneben aber Kult des Geleitgottes der eingedrungenen Streit- axtleute,altsiicheisch Thunger,(Donar),altnoraisch Thor,der “einge- bauert" wurde. Anfang 1.Jahrtaus.v.Ztr. "Italiker" am "Eocestan",als Verehrer der M X wenia scca "Seelen-itutter", "Gute Mutter". Gegen Ende des letzten Jabrtaus.v.Ztr. Beginn der germanischen V61- kerwanderung,als Folge der Klimaverschlechterung im Noraseekreis. Entstehung des Weerkénigstums mit Kriegergefolgechaft und seines Jodankultes im keltogermanischen Berihrungeraum am Hheint Heerkéings- skalden filschen den Heilbringer-Glauben des Volksaltglaubens u einem Kénigs- und Kriegergeleitgott um,zum Zvecke der kultischen Unterbaumng des nach Absolutismus strebenden Heerktnigstums. 19 n.Ztr, Vernichtung von drei Elite-Iegionen der rémischen Inva- sion durch die Germanen unter Puhrung von Arminius im Teutoburger Wald-Reum, 69.n.2tr. Ende der fehlgeschlagenen linksrheinischen Germanen-Er= hebung gegen Rom,deren Treibkraft die Brukterer-Seherin Weleda vom "Eecestan" war.Die Bataver kiindigen den "germanischen Weibern" die weitere Gefolgschaft um rémische Untertanen zu bleiben. 3.4. Jhr.n. Ztr.Eroberung des ingwionischen Gebietes links der Weser und des Eecestans durch die Saehsen,mit Thunaer-Kult des Volkes und Wodan-Kult des Adels. Der Eecestan nur noch Kultstitte altgliubiger Volkskreise.Die "lilitter" ihrer$ffentlich-rechtlichm Stellung ent- hoben. Ab Wende 6./7.Jhr.n.Ztr.iroschottische Wandermiesion im deut- sehen Raum,Der schottische Bischof Clemens predigt den kosmischen Christus vom "Eecestan".Bonifatius alarmiert 745 deewegen Papst Zacharias in Rom. 7712-804. Die Sachsenkriege des Frenkenkinigs Karl.Das rémische Christ- entum eingeftihrt, Todesstrafe fiir "Verharren im Heidentun". 2 156 um 2.000 v.utr. Binbruch der Streitextv8lker aus dem slidosteuropi= ischen Raum in den nordwestdeutschen Groszeteingriber-Kulturkreie, nach der spiten Uberlieferung der beiden Bdda’s unter Mihrumg von Thor oder (nach smorri) von Odin.Der "Asen-Wanen"=Krieg der Edda. Ermordung und Verbrennung der Seherin der "Halle Hars"(=Extern- steine). Auswanderung ingwiionischer Bavernsippen aus Nordwettdeutsch- land und Dénemark mit ihren "Mittern" nach Bohuslin:der Dis&sen "Digenberg" in Sidbohusliin mit seiner % una X mit XXX Symbolik eine Tochtergriindung des "Sccestan". tach Beendung des "Asen-Wanen"~ Krieges bleibt amar bei der alteingesessenen Groszsteingraber-Bau- ernschaft die "Religion aus alter Zeit" mit ihrem Heilbringer ,ing~ waonisch Frea,Freo,altnordisch Frey, Fréy,althochdevtsch Bro besteh- enjdaneben aber Kult des Geleitgottes der eingedrungenen Streit- axtleute,altstichsisch Thunaer,(Donar),altnordisch Thor,der "einge- bauert" wurde. yals Verehrer der Anfang 1.Jahrtaus.v.Ztr. "Italiker" am "Eccestat M X Mania Acca "Seelen-IMutter", "Gute Mutter". Gegen Ende des letzten Jabrtaus.y.Ztr. Beginn der germenischen VO1~ kerwanderung,als Folge der Klimaverschlechterung im Nordseekreis. Entstehung des Heerkinigetums mit Kriegergefolgschaft und seines Wodankultes im keltogermanischen Bertihrungsraum am Rhein: Heerkdings- skalden félschen den Heilbringer-Glauben des Yolkseltglaubens 2u einem Kénigs- und Kriegergeleitgott um,zum Znecke der kultischen Unterbauung des nach Absolutiemus strevenden Heerkénigstums. 19 n.Ztr. Vernichtung von drei Blite-Iegionen der rémischen Inva~ sion durch die Germanen unter Fihrung von Arminius im Teutoburger Wald-Raum. 69.n.Ztr. Ende der fehlgeschlagenen linksrheinischen Germanen-Er~ hebung gegen Fom,deren Treibkreft die Brukterer-Seherin Weleda vom "Eecestan" war.Die Bataver kiindigen den "germanischen Weibern" die weitere Gefolgechaft um rémische Untertanen zu bleiben. }.-4,Jhr.n, Ztr,Eroberung des ingwionischen Gebietes links der Weser und des Eocestans durch die Sachsen,mit Thunaer-Kult des Volkes und Wodan-Kult des Adels,Der Becestan nur noch Kultstitte altgldubiger Volkskreise.Die "ulitter" ihreréffentlich-rechtlicha Stellung ent- hoben. Ab Wende 6./7.Jhr.n,2tr.iroschottische Wandermission im deut~ schen Raum.Der schottische Bischof Clemens predigt den kosmischen Christus vom "Eocestan".Bonifatius alarmiert 745 deswegen Papst Zacharias in Rom, 772~804.Die Sachsenkriege des Frankenkinigs Karl.Das rémische Christ~ entum eingeftihrt. Todesstrafe fir "Verharren im Heidentum". r ’ I \ bah ! Z/9EZ