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Dezember /Januar 1/2005 TestTest Magazin
Dezember /Januar
1/2005
TestTest Magazin
Dezember /Januar 1/2005 TestTest Magazin e 4,50 Deutschland · e 4,70 Ausland · CHF 8,80 ·

e 4,50 Deutschland · e 4,70 Ausland · CHF 8,80 · PLZ 25,50 · DKK 39 · SEK 62

1/05 Dezember/Januar

K10607

Lautsprecher-SelbstbauLautsprecher-Selbstbau fürfür HiFi,HiFi, HeimkinoHeimkino undund BeschallungBeschallung

Großes Special:
Großes Special:

Messmikrofone Messmikrofone

Neuer Bausatz von Intertechnik

Seas Seas Classic Classic

260

Bausatz von Intertechnik Seas Seas Classic Classic 260 260 • Klassisches Konzept mit extra tiefem Bass

260

• Klassisches Konzept mit extra tiefem Bass

Plus: Selbstbau eines Messmikros
Plus: Selbstbau eines Messmikros

Breitbänder mit Bassunterstützung

Mit Tangband-Chassis

Großer Großer

Chassis-Test Chassis-Test

CheapCheap TrickTrick 211211

Chassis-Test Chassis-Test Cheap Cheap Trick Trick 211 211 • Extrem homogener Klang KLANG+TON-Projekt „Swans

• Extrem homogener Klang

KLANG+TON-Projekt

„Swans „Swans

Kompakt” Kompakt”

• Superfeine Detailauflösung durch Folientweeter

• Bassstark mit neutralem Charakter

Dröhnfreier Tiefgang bis 20 Hertz

Bass-DrumBass-Drum

Dröhnfreier Tiefgang bis 20 Hertz Bass-Drum Bass-Drum Mit neuem 30er-Mivoc-Bass • 10 Tief-Mitteltöner bis 13 cm

Mit neuem

30er-Mivoc-Bass

• 10 Tief-Mitteltöner bis 13 cm

• Mit über 30 Gehäuse-Berechnungen

Besonders resonanzarm durch rundes Gehäuse

Exklusiv von

KLANG+TON

entwickelt

durch rundes Gehäuse Exklusiv von KLANG+TON entwickelt Außerdem: Internet-Fundgrube – Brandneue Chassis im

Außerdem: Internet-Fundgrube – Brandneue Chassis im Kurztest – Leserforum – Neues aus der Selbstbauszene – Strassacker Lagrange 98

Editorial

Rückblicke Rückblicke

Auch wenn´s noch November ist, dies ist das letzte Heft vor Weihnachten und dem Jahres- wechsel. Zeit also für Rück- und Ausblicke sowie gute Wünsche. Wieder ist also ein Jahr vorbei, wieder haben wir sechs prallvolle Hefte gemacht, derer wir uns nicht schämen müssen. Schließlich waren es wieder über 30 Bauvorschläge, also rund sechs pro Heft. Um diese Menge noch sinnvoll unterbringen zu können, hat KLANG+TON den Heftumfang um acht Seiten erweitert. Denn viele gute Bauvorschläge machen noch keine KLANG+TON komplett. Dazu ge- hörten im letzten Jahr, wie auch in den Vor- jahren, umfangreiche Softwaretests, kritische Praxistests von Messgeräten und natürlich Grundlagenartikel. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zu- sammenhang die in 2004 begonnene Serie „Expertenwissen“, für die KLANG+TON einen Doktoranden der Physik mit jahrelanger Boxenbaupraxis und grundsätzlich sehr star- ker Affinität zur Lautsprechertechnik an sich gewinnen konnte. Peter Kury, so der Name des Autors, ist ein brillanter Theoretiker und Praktiker zugleich. Also jemand, der für un- sere Szene wie geschaffen ist. Was noch neu dazu gekommen ist? Die Inter- net-Fundgrube. Dazu forscht unser Autor Michael Nothnagel intensiv im Internet und gräbt dabei so manchen Schatz aus. Simula- tionssoftware zum Beispiel oder gar sound- kartenbasierte Messprogramme – alles als Free- oder Shareware. Von KLANG+TON bereits auf Brauchbarkeit getestet und aus- führlich beschrieben. Mit all dem wollen wir uns aber nicht zufrie- den geben. Auf vielfachen Wunsch der Leser werden wir teilweise ein wenig vom schuh- schachteligen Einheitsdesign abrücken und im nächsten Jahr regelmäßig Bauvorschläge im edelsten Design vorstellen. So edel, schrill, schräg, nobel oder einfach schön, dass den Herstellern von Fertigboxen sowie deren Kunden die Luft wegbleibt.

Möglich wurde die Verwirklichung dieser lang gehegten Idee durch eine mit entspre- chenden CNC-Maschinen ausgerüstete Tisch- lerei, die kaum Grenzen der Gestaltungsmög- lichkeiten kennt. Die Holzwürmer haben sich sogar bereit erklärt, Formteile, die der Selbst- bauer kaum in Eigenregie herstellen kann, zu sehr moderaten Preisen anzubieten und bundesweit zu versenden. Da kommen im nächten Jahr auf Sie, liebe Leser, noch einige Überraschungen zu. Wie zum Beispiel auch Specials, also Sonderteile zu Themen wie Subwoofer oder beispielsweise Breitbänder. Den Anfang machen in diesem Heft acht Sei- ten zum Thema Messmikrofone samt Selbst- bau eines preisgünstigen Mikros. Natürlich sind uns noch ein paar Dinge mehr eingefallen, womit wir Sie aber überraschen wollen.

Sie sehen, es lohnt sich immer, auch in Zu- kunft KLANG+TON zu lesen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein fried- liches, schönes Weihnachtsfest und Erfolg und Gesundheit im Jahr 2005.

Sinne wünsche ich Ihnen ein fried- liches, schönes Weihnachtsfest und Erfolg und Gesundheit im Jahr 2005.

Heinz Schmitt

Sinne wünsche ich Ihnen ein fried- liches, schönes Weihnachtsfest und Erfolg und Gesundheit im Jahr 2005.
Inhalt 36 57 Bausatztest Swans Kompakt K+T-Chassistest
Inhalt
36
57
Bausatztest Swans Kompakt
K+T-Chassistest

Der Berliner Bändchenspezialist Expolinear führt aktuell erstaunlich preisgünstige Tieftöner der Edel- marke Swans. KLANG+TON wählte daraus den goldschicken13er, der nur rund 60 Euro kostet. Die Verbindung mit dem ebenfalls sehr günstigen Fo- lientweeter aus gleichem Hause ergibt eine recht preis- günstige Kompaktbox für highendige Ansprüche.

preis- günstige Kompaktbox für highendige Ansprüche. Was können die neuen Tief- und Tiefmitteltöner der Klasse

Was können die neuen Tief- und Tiefmitteltöner der Klasse um 13 und 10 Zentimeter? KLANG+TON klärt Sie in dieser Ausgabe darüber auf. Im K+T-La- bor haben sie zeigen müssen, ob sie messtechnisch auf dem neuesten Stand sind und mit entsprechender Sub- wooferunterstützung ausgewachsene Standboxen er- setzen können.

17 Messtechnik
17
Messtechnik

Das Angebot an sehr preisgünstigen Messgeräten für die Lautsprecherentwicklung ist mittlerweile recht umfang- 4 reich, was man von ordentlichen Messmikrofonen mit entsprechender Aussagekraft nicht behaupten kann. Deshalb sagt KLANG+TON, worauf es bei Mess- mikros ankommt, und zeigt verständlich, wie der preis- günstige Selbstbau eines solchen Mikrofons gelingt.

43 K+T-Projekt Bass Drum
43
K+T-Projekt Bass Drum

Wer hätte gedacht, dass Mivoc dem preisgünstigen Edel- tieftöner XAW 210 HC schon so bald einen großen Bruder der XAW-Familie zur Seite stellt? Das hübsche Aussehen und die sehr faire Preisgestaltung sind erfreulicherweise ge- blieben. Den Neuen setzte KLANG+TON in eine 40 cm große Röhre. Das Ergebnis: Eine Basstrommel mit mords- mäßigem Tiefgang und dröhnfreier Klarheit. Und univer- sell platziert werden kann er sowieso.

Inhalt im Überblick

Inhalt im Überblick Editorial 3 Inhalt 4 Leserforum 8 Magazin Neues vom Bausatzmarkt 9

Editorial

3

Inhalt

4

Leserforum

8

Magazin Neues vom Bausatzmarkt

9

Kurzvorstellung neuer Chassis Neue Wandler von Excel und Swans im Kurzcheck

10

Bausatztest Seas Classic 260 Intertechniks neuester Drei-Wege-Streich mit Qualitäts-Chassis von Seas

12

Special: Messmikrofone Alles Wissenswerte über Messmikros plus Anleitung zum Selbstbau

17

K+T-Projekt Bass-Drum Mivocs XAW 310 in einer Trommel mit ungeahntem Tiefgang

25

Lexikon der HiFi-Technik Teil 26

29

Bausatztest Lagrange 98 Die clevere Kombination aus Alcone und Scan Speak ergibt kleinen Nahfeld-Monitor

31

High-End-Projekt Swans Kompakt Aus dem neuen 13er und dem Folientweeter von Swans machte KLANG+TON einen klangvollen Monitor

36

Internet-Fundgrube

41

Cheap Trick 211 Super klingende kleine Standbox mit Tangband-Chassis

43

Die gute Adresse Bausatzmarkt und private Kleinanzeigen

49

Verbesserte Raumakustik mit selbst gebauten Plattenabsorbern

53

Einzelchassistest Tief- und Mitteltöner mit 10 bis 13 cm auf dem KLANG+TON-Prüfstand

57

Impressum / Inserentenverzeichnis / Vertriebsadressen

78

Nachbestellung älterer Hefte

79

Testliste

81

Vorschau

82

älterer Hefte 79 Testliste 81 Vorschau 82 Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Januar 2005

Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Januar 2005

82 Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Januar 2005 www.mundorf.com HIGH END COMPONENTS Made in Germany
82 Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Januar 2005 www.mundorf.com HIGH END COMPONENTS Made in Germany

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HIGH END COMPONENTS Made in Germany seit 1985
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I-Kern-,Transformatorkern-
und Null-Ohm Spulen
Aronit & Ferrit Kernspulen
Industriefrequenzweichen
Frequenzweichentuning
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kondensatoren für Röhren- und Transistorverstärker RAIMUND MUNDORF – Liebigstr. 110 – 50823 Köln Tel.
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TW 3000
Impedanz
4 Ohm
+/- 6,3mm
X max
F s
29 Hz
Q
3,80
ms
Q
0,40
es
Q
0,36
ts
93 l
V as
SPL
92 dB
R.M.S.
180 W
450 W
P max.
PREISSENKUNG
449,-
299,- €
HCM 12 T
• 12" Subwoofer-Chassis

Titanmembran

Doppelzentrierung mit Belüftung

Xmax +/- 10 mm linearer Hub

Segmentiertes Magnetsystem

5 Polkernbohrungen

bisher unerreicht tiefe Frequenzen in geschlossenen Gehäusen

extreme Tieftonwiedergabe in geschlossenen + Bassreflex- Gehäusen

HCM 12 T

 

Impedanz

4 Ohm

X max

+/- 10 mm

f s

19,4 Hz

Q

ms

4,44

Q

es

0,38

Q

ts

0,35

V as

114 l

SPL

88 dB

R.M.S.

225 W

P max

600 W

SPL 88 dB R.M.S. 225 W P m a x 600 W TW 3000 39,95 €

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R.M.S. 225 W P m a x 600 W TW 3000 39,95 € • 12" Subwoofer-Chassis

12" Subwoofer-Chassis

Gummisicke

stabiler Aluminium- Druckgusskorb

hochwertig beschichtete Membran

Schraub- anschlussterminals

Xmax +/- 6,3 mm

in kleinen Bass- reflex-Gehäusen einsetzbar

6,3 mm • in kleinen Bass- reflex-Gehäusen einsetzbar XAW 210 HC 65,- € XAW 310 HC

XAW 210 HC

65,-

XAW 310 HC

125,-

Lineare Auslenkung +/-7,8 mm Lineare Auslenkung +/-10 mm

Belüftetes Segment Magnet System

Belüftete Zentrierspinne

Kapton Schwingspulenträger

Waben-Membran Phase Plug vernähte Gummisicke Impedanz 4 Ohm

Waben-Membran CS Dustcap vernähte Gummisicke Impedanz 4 Ohm

Belüftetes Segment Magnet System

Belüftete Zentrierspinne

Kapton Schwingspulenträger

Impedanz X max F s Q ms Q es Q ts
Impedanz
X max
F s
Q
ms
Q
es
Q
ts

SB 180

149,- /Paar

(o. Gehäuse)

2-Wege-System

Impedanz 8 Ohm

80 W R.M.S.

200 W max.

40-22.000 Hz (-3 dB)

magnetisch kompensiert

Inhalt:

SB 180-II

229,- /Paar

(o. Gehäuse)

2 1 / 2 -Wege-System

Impedanz 4 Ohm

120 W R.M.S.

300 W max.

35-22.000 Hz (-3 dB)

magnetisch kompensiert

Inhalt:

SB 150-C

85,- /Stück

(o. Gehäuse)

2-Wege Center

Impedanz 4 Ohm

120 W R.M.S.

300 W max.

80-22.000 Hz (-3 dB)

magnetisch geschirmt

XAW 210 HC XAW 310 HC 4 Ohm +/- 7,8 mm 32,0 Hz 4 Ohm
XAW 210 HC
XAW 310 HC
4 Ohm
+/- 7,8 mm
32,0 Hz
4 Ohm
+/- 10 mm
30,0 Hz
5,30
4,90
0,28
0,33
0,27
0,31
33,0 l
81,0 l
V as
SPL
87,9 dB
90,3 dB
R.M.S.
120 W
225 W
300 W
600 W
P max

2

2

2

2

2

x WPP 180

x HGH 258 FN

x NWSB 180

x Bassreflexkanal BR 8136

x innerer Expo-Abschluß BR 8136 T

4

2

2

2

2

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x WPP 180

x HGH 258 FN

x NWSB 180-II

x Bassreflexkanal BR 8146

x Verlängerung BR 8146 A

Inhalt:

2 x WPP 150

1 x HGH 258 FN

1 x NWSB 150-C

1 x Terminal

kompl. Zubehör inkl. Bauplan
kompl. Zubehör
inkl. Bauplan

x innerer Expo-Abschluß

BR 8146 T

2

kompl. Zubehör inkl. Bauplan

x Terminal

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WPP 180 35,- €
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WPN 80

WPP 150

WPP 180

HGH 258 FN

Impedanz

8 Ohm

8 Ohm

8 Ohm

8 Ohm

X max

+/- 1,75 mm

+/- 3,3 mm

+/- 3,8 mm

-

F s

88 Hz

48 Hz

46 Hz

1.700 Hz

Q

ms

3,73

2,1

1,9

Q

es

0,88

0,43

0,5

-

Q

ts

0,71

0,36

0,39

-

V as

1,3 l

11,5 l

21,2 l

- -

SPL

83 dB

87 dB

89 dB

90 dB

R.M.S.

30/80(*) W

70 W

80 W

100 W(*)

P max.

60/150(*) W

160 W

200 W

300 W(*)

Bereich

F s – 10.500 Hz F s – 6.500 Hz F s – 5.500 Hz 1.500-22.000 Hz

(*) m.Weiche 12dB/250 Hz

(*) m. Weiche 12dB/3.000 Hz

45,-

m.Weiche 12dB/250 Hz (*) m. Weiche 12dB/3.000 Hz 45,- € AM 120 129,- € • Aktivmodul
m.Weiche 12dB/250 Hz (*) m. Weiche 12dB/3.000 Hz 45,- € AM 120 129,- € • Aktivmodul

AM 120

129,-

Aktivmodul 120 Watt

einstellbare aktive Frequenz- weiche 40-180 Hz

Phasen-Umkehrschalter

Low-Level-Eingang Cinch

High-Level-Eingang /-Ausgang

Satelliten über High-Level- Ausgang anschließbar

120 W R.M.S. 250 W max.

Ausgang anschließbar • • 120 W R.M.S. 250 W max. Impedanz X max F s AXX
Impedanz X max F s AXX 1010 4 Ohm +/- 9 mm 36 Hz AXX
Impedanz
X max
F s
AXX 1010
4 Ohm
+/- 9 mm
36 Hz
AXX 1212
4 Ohm
+/- 9 mm
35 Hz
AXX 1515
4 Ohm
+/- 9 mm
34 Hz
Q
ms
4,65
4,76
4,35
Q
0,37
0,38
0,34
es
Q
0,34
0,35
0,32
ts
V as
21,8 l
41,2 l
88,0 l
SPL
88 dB
90 dB
93 dB
R.M.S.
200 W
220 W
300 W
500 W
600 W
800 W
P max.

AXX 1010

55,-

AXX 1212

75,-

AXX 1515

99,-

10", 12", 15" Subwoofer-Chassis

Aluminium-Druckgusskorb

breite Langhubsicke

Xmax +/- 9 mm

Membran mit Aluminium beschichtet

Kapton-Schwingspule

Schraub-Anschlussterminals

einsetzbar in kleinsten Bassreflexgehäusen

6.5" Tief-Mittelton-Chassis

Phase Plug

Kompensationsmagnet

3 Polkernbohrungen

Polypropylen-Membran

Aluminium-Schwingspule

stabiler Stahlkorb

dank flach auslaufendem Korbrand ohne Einfräsung einzubauen

WPP 150 25,-

5.25" Tief-Mittelton-Chassis

Phase Plug

abgeschirmtes Magnetsystem

3 Polkernbohrungen

Polypropylen-Membran

Aluminium-Schwingspule

stabiler Stahlkorb

dank flach auslaufendem Korbrand ohne Einfräsung einzubauen

WPN 80 15,-

3" Tief-Mittelton-Chassis

abgeschirmtes Neodym-

Magnetsystem

beschichtete Papiermembran

Aluminium-Schwingspule

HGH 258 FN 19,-

1“ Hochton-Seidenkalotte

Kapton-Schwingspule

Ferrofluid-Kühlung

geschirmter Neodym- Magnet

Aluminium-Kühlkörper

•
geschirmter Neodym- Magnet • Aluminium-Kühlkörper • MHE 280 MK II • Mittelhochton-Einheit • kompakte

MHE 280 MK II

Mittelhochton-Einheit

kompakte D´Appolito-

Anordnung

 

BSW 104 II

BSW 124 II BSW 154 II BSW 184

Impedanz

4 Ohm

X max

+/- 5,5 mm

F s

25 Hz

 

4 Ohm +/- 5,5 mm 28 Hz

4 Ohm +/- 5 mm 20 Hz

4 Ohm +/- 5 mm 26 Hz

Q

ms

3,15

3,74

3,11

2,2

Q

es

0,20

0,27

0,20

0,36

Q

ts

0,19

0,25

0,19

0,31

V as

76,7 l

91,4 l

394,1 l

328 l

SPL

92,5 dB

93,5 dB

97 dB

98 dB

R.M.S.

200 W

220 W

250 W

500 W

P max.

550 W

600 W

650 W

1200 W

BSW 104 II

55,-

BSW 124 II

75,-

BSW 154 II

99,-

BSW 184 II

149,-

10", 12", 15", 18"

Tiefton-Chassis

massiver Aluminium- Druckgusskorb

Doppelzentrierung

tiefgezogener Polkern

20 mm Polkernbelüftung

4-Lagen-Schwingspule

verchromte Polplatte

versilberte Push-

Terminals

akustisch optimierte Frontplatte

3“ Tieftonsysteme

1“ Hochton-Seidenkalotte

geschirmte Neodym-Magnete

ab 150 Hz einsetzbar

technische Daten siehe WPN 80 und HGH 258 FN

einsetzbar • technische Daten siehe WPN 80 und HGH 258 FN AM 80 79,- € •

AM 80

79,-

Aktivmodul 80 Watt

einstellbare aktive Frequenz- weiche 40-180 Hz

Phasen-Umkehrschalter

Low-Level-Eingang Cinch

High-Level-Eingang /-Ausgang

Satelliten über High-Level-

Ausgang anschließbar

80 W R.M.S. 150 W max.

Leserbriefe

Lesertelefon

Das KLANG+TON-Team beantwortet gerne Fragen rund um das Thema Lautsprecher und hilft, wenn Probleme beim Nachbau von in K+T veröffentlichten Lautsprecher-Bauvorschlägen auftreten. Das Lesertelefon steht Ihnen einmal im Monat für drei Stunden zur Verfügung. Die nächsten Termine sind:

24.11.2004, 14-17 Uhr 15.12.2004, 14-17 Uhr.

Wir sind unter der Telefonnummer

02 03/42 92-275

zu erreichen.

Falls Sie Ihre Fragen, Anregungen oder Wünsche lieber schriftlich loswerden möch- ten, richten Sie Ihren Brief oder auch gerne Ihre E-Mail an:

8

KLANG+TON

Leserbrief

Gartroper Str. 42

47138 Duisburg

Fax: 02 03/42 92-248 klangundton@brieden.de

Diese Adresse gilt für Leserbriefe, nicht jedoch für alle Dinge, die den Verlag betreffen, also insbesondere Anzeigen- aufträge sowie Heft-, Abo- und CD- Bestellungen. Diese richten Sie bitte an:

Michael E. Brieden Verlag GmbH Gartroper Str. 42

47138 Duisburg

Fax: 02 03/42 92-149

GmbH Gartroper Str. 42 47138 Duisburg Fax: 02 03/42 92-149 Leserbriefe haben eine umso größere Chance,

Leserbriefe haben eine umso größere Chance, veröffentlicht zu werden, je knap- per und kürzer sie gehalten sind. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht jedoch nicht. Die Redaktion bemüht sich, aus allen Zuschriften die interessantesten Fragestellungen aufzugreifen und zu dis- kutieren. Leider ist es aber nicht möglich, alle eingehenden Leserbriefe auf dieser Seite zu veröffentlichen. Wer daher unbe- rücksichtigt bleibt, möge nicht ärgerlich sein und, sofern er ein Anliegen hat, das einer Antwort der Redaktion bedarf, zum Telefon greifen. Leider ist es unmöglich, alle eingehenden Zuschriften zu beant- worten. Die Redaktion behält sich vor,

Zuschriften sachgemäß zu kürzen. Unverlangt eingesandte Unterlagen kön- nen nicht zurückgeschickt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit kurzem im Besitz eines AV-Recei- vers Pioneer VSX-C301 und interessierte mich somit sehr für Ihren Bauvorschlag der Center- box Cheap Trick 210 im Heft 6/2004. Das Pro- blem ist aber folgendes: Sie geben eine Nenn- impedanz von 4 Ohm für die Box an. Pioneer gibt in seinen Unterlagen jedoch für alle 5 Bo- xen eine Impedanz von 6 bis 16 Ohm an. Nach Rücksprache mit Pioneer erhielt ich die Aus- kunft, dass sichergestellt sein muss, dass 4 Ohm noch geht, aber zu keinem Zeitpunkt 4 Ohm unterschritten werden darf. Dieses würden auf jeden Fall THX-zertifizierte Boxen garantieren. Nun finde ich in Ihren und auch in anderen Hef- ten fast nur Bauvorschläge für Centerboxen mit 4 Ohm Impedanz. Besitze ich da nun ein Billig- fabrikat von Pioneer, wo auf dieses Problem keine Rücksicht genommen wird, oder wie komme ich in Selbstbauweise zu einer Lösung? Es kann doch nicht sein, dass hierfür nur THX- oder Pioneer-Lautsprecher geeignet sind. Mit freundlichen Grüßen Peter Eckert

nur, dass die Kombination etwa 150 µF ergibt, 100 und 47 tun es also auch problemlos. Der Einsatz eines Elkos mit rauen Anoden ist aus unserer Sicht nicht empfehlenswert, da das gesamte Wiedergabespektrum diesen Konden- sator passieren muss. Liebe Grüße Heinz Schmitt

Sehr geehrter Herr Schmitt,

gestern hielt ich die neueste KLANG+TON- Ausgabe in Händen. Nach wie vor: ein dickes Lob an Sie und alle Ihre Mitarbeiter!!! Zu Ihrem Editorial in o. g. Ausgabe. Sie haben mir wirklich aus dem Herzen gesprochen. Ich verabscheue zwar die Mehrkanaltechnik nicht, möchte sie aber für mich privat nicht nutzen, ob- wohl ich in der Vorführung eine Mehrkanal- anlage mit Cheap Tricks aus Ihrer Hand habe. Ich erfreue mich lieber – wie Sie auch – an einer sehr guten Stereodarbietung. Auch denke ich mir, dass es die Mehrkanaltechnik nicht schaf- fen wird, den guten Schallplattenspieler, aber auch die CDs vom Markt zu fegen; erweiterter Frequenzgang von SACD und DVD-Audio hin oder her. Aus vielen Hörsitzungen konnte sich ein guter Plattendreher immer wieder als bes- sere Quelle herauskristallisieren. In der Musik fließt mehr „Seele“ mit. Und der ganze Komfort mit Fernbedienung ist zwar angenehm, doch höre ich auch lieber eine Platte bzw. CD an einem Stück. Ich freue mich schon auf die Erst- ausgabe von „LP“. Ich könnte mir die Zeit- schrift gut als Quelle für Tipps rund um den Selbstbau eines guten Plattenspielers, Phono- vorstufen bzw. auch Lautsprechern vorstellen, die alle gut in das Bild solch einer Kette passen. Eine schöne Vorführung hörte ich mal an einer Kette bestehend aus Plattenspieler, Röhrenver- stärker (Single-Ended) und wirkungsgradstar- ken Breitbandlautsprechern. Und Dipolwandler sind im Moment in der Selbstbauszene schein- bar angesagt. Gleich wie Sie das Heft gestalten, ich freue mich wie gesagt schon darauf. Ein weiterhin gutes Händchen bei Ihrer Arbeit und viel Erfolg für „LP“ wünscht Philipp Höhn Pro-HiFi LS-Systeme

Hallo Herr Höhn,

Ihr Lob freut uns sehr. Besonders mich erfüllt es mit Freude, Ihnen aus dem Herzen gesprochen zu haben. Ich bin nämlich ganz Ihrer Meinung:

Die digitale Mehrkanaltechnik lehne auch ich nicht rundweg ab, aber wenn ich mit höchstem Genuss Musik hören will, sind mir zwei Kanäle das Maß aller Dinge. Ja, seit ich den Platten- spieler wieder in Betrieb genommen habe, höre auch ich wieder Musik am Stück und zappe mich nur noch durchs Fernsehprogramm. Viele Grüße und Dank, auch im Namen der Mit- arbeiter, für das dicke Lob Heinz Schmitt

Sehr geehrter Herr Eckert, bauen Sie ruhig den Center CT 210, Ihrem Re- ceiver wird
Sehr geehrter Herr Eckert,
bauen Sie ruhig den Center CT 210, Ihrem Re-
ceiver wird nichts geschehen. Pioneer geht hier
auf Nummer Sicher, damit sich die Gesamtbe-
lastung des Netzteils in moderaten Grenzen hält.
Wenn ein Ausgang nun mit vier Ohm belegt
wird, so ist das völlig gefahrlos. Ohnehin tritt
das besagte Problem nur bei sehr hohen Laut-
stärken auf. Bis zu mittleren Pegeln, wie sie in
Wohnräumen üblich sind, passiert auch nichts,
wenn an allen Ausgängen Vier-Ohm-Lautspre-
cher betrieben werden.
Liebe Grüße aus Duisburg
Heinz Schmitt
Hallo Herr Schmitt,

das CT 209 Projekt begeistert mich sehr. Zur Frequenzweiche dieses Bauvorschlages hätte ich allerdings noch ein paar Fragen. Für den Hochpasskondensator C1 empfehlen sie einen Glattfolien-Elko, allerdings finde ich diese nur bis zu einer Kapazität bis 100 µF. Sicher könnte ich auch einen 68-µF- und einen 82-µF-Elko pa- rallel schalten, allerdings ist auf der Abbildung im Artikel auch bloß ein Elko zu erkennen. Ist der abgebildete Elko evtl. einer mit rauer Folie und mit welchen klanglich hörbaren Einschrän- kungen ist durch den Einsatz eines rauen Elkos zu rechnen? Mit freundlichen Grüßen Thomas Wagner

Hallo Herr Wagner,

Sie haben Recht, da ist etwas unglücklich gelau- fen. Wir hätten natürlich zwei Kondensatoren einzeichnen sollen, damit die Geschichte zwei- felsfrei wird. Werte über 100 sind tatsächlich kaum zu bekommen. Also kombinieren Sie die Kondensatoren wie Sie es möchten. Wichtig ist

100 sind tatsächlich kaum zu bekommen. Also kombinieren Sie die Kondensatoren wie Sie es möchten. Wichtig

Magazin

20 Jahre Acoustic Design Wohlgemuth

Sicher ein Anlass zum Jubeln war die 20. Wiederkehr des Gründungstags von Acoustic Design Wohlgemuth am 1.Oktober 2004. Dass dieser Tag ohne großes Aufsehen verlief, wundert uns bei unserem langjährigen, oder sollen wir sagen langhaarigen Kollegen Udo Wohlgemuth kei- neswegs. Wir lassen es uns trotzdem nicht nehmen, zu 20 Jahren erfolgreicher Bausatzent- wicklung aus seinem Haus, von der nicht zuletzt auch K+T profitierte, zu gratulieren. 25 Cheap Tricks und eine Vielzahl unserer Labor-Projekte tragen wesentlich seine Handschrift. So ist es nicht verwunderlich, dass viele seiner Vorführboxen unseren Lesern wohlvertraut sind. Fragen zu K+T-Boxen beantwortet er gern persönlich während der Geschäftszeiten in der Bochumer Förderstr.14 montags bis freitags zwischen 15 und 20 Uhr oder telefonisch unter

02 34/77 00 67. Neuerdings ist Acoustic Design auch im Internet mit einer informativen Seite

und einem Online-Shop vertreten. Dass auch wir den Kontakt zueinander nicht verloren haben,

zeigt seine für Blue Planet Acoustic entwickelte Box mit Tangband-Chassis in diesem Heft.

Acoustic Design Wohlgemuth Lautsprecher und mehr Förderstr. 14 44799 Bochum Homepage: www.acoustic-design-online.de E-Mail: udo@acoustic-design-online.de

E-Mail: udo@acoustic-design-online.de ATB PC bei Intertechnik Aufgrund der erhöhten Nachfrage

ATB PC bei Intertechnik

Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach dem preisgünstigen „Juniormesssystem“ ATB PC hat

sich Kirchner Elektronik entschlossen, die Firma Intertechnik mit dem Vertrieb zu betrauen. Das Set zum Preis von 98 Euro be-

steht aus der Programm-CD, einem einfachen Messmikrofon und einem Abgleichkabel. Weiterhin ist eine DVD mit Messtönen im Lieferum- fang enthalten, mit der sich Heimki- noanlagen einmessen lassen. Als Zu- behör gibt es die speziellen Messtöne auch auf CD. Bestellungen und An- fragen bitte an Intertechnik:

auf CD. Bestellungen und An- fragen bitte an Intertechnik: Intertechnik, Kerpen Tel.: 0 22 73/90 84-0

Intertechnik, Kerpen Tel.: 0 22 73/90 84-0 www.intertechnik.de

Wände ruhiggestellt

Mit den Dämmplatten MDM-30 und MDM-830 gibt es zwei weitere Lösungen zur Dämmung

von

Lautsprechergehäusen im Vertrieb von Monacor International. Beim MDM-30 handelt es

sich

um einen Schwerschaum mit der sehr hohen Dichte von 300 kg/m 2 . Eine Materialstärke

1 cm bewirkt bereits eine wirkungsvolle Schallabsorption im tieffrequenten Bereich. Zur Dämmung von Gehäuseschwingungen eignet sich die Bitumen-Schwerfolie MDM-830. Die flexiblen Platten mit einer Materialstärke von 3,5

von

mm

das Maß 50 x 33 cm zurechtgeschnitten

und mit einer hochwertigen selbst- klebenden Beschichtung verse- hen. Die Preise für 1 m 2 (6 Plat- ten) liegen jeweils bei ca. 50 Euro.

sind wie die Schwerschaumplatten auf

bei ca. 50 Euro. sind wie die Schwerschaumplatten auf Monacor International, Bremen Tel.: 04 21/48 65

Monacor International, Bremen Tel.: 04 21/48 65 305 www.monacor.com

Altec Lansing

Ausgewählte Lautsprecher des Herstellers Altec Lansing, der auf eine mittlerweile sech- zigjährige Tradiotion als Ausstatter von Kinos, Beschallungsanlagen und Studios zu- rückblicken kann, sind jetzt bei Speaker HiFi, Düsseldorf erhältlich. So die aktuellen 15“- Modelle 515-8HPP und 515-16 HPP, die für den Einsatz in Basshörnern gedacht sind. Weiterhin gibt es den 4156-8A (Foto), einen Fünfzehnzöller für Bassreflexkonstruktionen. Der Hersteller verspricht einen Einsatzbe- reich von 27 Hz bis 3,4 kHz bei einem Wir- kungsgrad von 99 dB/1 m. Der Preis für den 4156-8A liegt bei 350 Euro.

Speaker HiFi, Düsseldorf Tel.: 02 11/70 90 986 (ab 19 Uhr) www.speaker-hifi.de

für den 4156-8A liegt bei 350 Euro. Speaker HiFi, Düsseldorf Tel.: 02 11/70 90 986 (ab

9

Kurz vor Schluss

Neue

Chassis

Wie in den letzten Ausgaben präsen- tieren wir an dieser Stelle interessante Lautsprecher, die nicht in die Schub- lade unseres Einzelchassistests passen oder in allerletzter Minute die Redak- tion erreichten.

Excel W18E001/TV

Neu an der hier vorgestellten Variante von Ex- cels W18 ist die magnetische Schirmung. Der W18E001/TV unterscheidet sich vom bisheri- gen W18E001 durch die hinzugekommene Ab- schirmkappe, die auch einen Einsatz in un- mittelbarer Nähe von Fernsehröhren zulässt. Für Besitzer des W18E001 bietet Intertechnik auch die Abschirmkappe zum Nachrüsten an. Die Technik ist Excel-typisch vom Feinsten: hervor- ragend belüfteter Druckgusskorb, exklusive Magnesiummembran und verkupferte Polplat- ten gehören selbstverständlich zum Repertoire. Weiterhin sorgt eine ausgefeilte Antriebstech- nologie inklusive zweier Kupferringe für ein hervorragendes Verzerrungsverhalten. Das bestätigen unsere Messungen, die dem W18E001/TV niedrigste Klirrwerte sowie einen bis 3 kHz tadellosen Frequenzgang bescheini- gen. Die Qualität stimmt auf jeden Fall bei Ex- cel; der dafür aufgerufene Preis ist zwar hoch, erscheint jedoch durchaus angemessen.

Swans M8-N

Mit dem M8-N stellt Swans einen interessanten Achtzolltreiber für den Einsatz in Dreiwege- kombinationen vor. Das Chassis ist mit einem Blechkorb und der einteiligen Inversmembran aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung ausgestattet. Diese wird von einer 35 Millime- ter messenden Schwingspule angetrieben. Die Wickelhöhe der Spule beträgt 17,5 Millimeter, was bei der Polplattenstärke von 6 Millimetern rechnerisch einen Hub von 5,75 Millimetern er- gibt. Die scharfe Membranresonanz des M8-N zeigen Impedanz- und Frequenzgangschrieb bei ca. 2,2 kHz an, im Klirrverlauf findet sich eine korrespondierende K3-Spitze. Sein Thiele- Small-Parametersatz weist den Swans als Uni-

10 versalisten aus, der sowohl in geschlossenen wie auch in Bassreflexgehäusen sehr gut einzuset- zen ist.

Steckbrief Excel W18E001/TV

sehr gut einzuset- zen ist. Steckbrief Excel W18E001/TV dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel 105 95
dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel 105 95 85 75 Ohm 50 65 40 30
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel
105
95
85
75
Ohm
50
65
40
30
55
20
10
45
0
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
50 100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

Steckbrief Swans M8-N

-20 -25 -30 100 1000 10000 Hz Steckbrief Swans M8-N dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel
dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel 105 95 85 75 Ohm 50 65 40 30
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel
105
95
85
75
Ohm
50
65
40
30
55
20
10
45
0
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
50 100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

Technische Daten

Technische Daten

Hersteller:

Seas

Hersteller:

Swans

Vertrieb:

Intertechnik, Kerpen

Vertrieb:

Expolinear, Berlin

Unverb. Stückpreis:

250 Euro

Unverb. Stückpreis:

100 Euro

Z: 8 Ohm Le: 0,35 mH RDC: 5,62 Ohm SD: 136,80 cm 2 Qm: 2,96 Qe: 0,38 Qt: 0,34 fs: 35,90 Hz

VAS: 29,05 l Mms: 17,79 g Rms: 1,47 kg/s Cms: 1,11 mm/N B*L: 7,39 Tm No: 0,34 % SPL: 87,33 db 1 W/1 m SPL: 88,86 db 2,83 V/m

Z: 8 Ohm Le: 1,11 mH RDC: 6,34 Ohm SD: 208,70 cm 2 Qm: 4,72 Qe: 0,46 Qt: 0,42 fs: 31,89 Hz

VAS: 49,93 l Mms: 30,52 g Rms: 1,41 kg/s Cms: 0,82 mm/N B*L: 8,81 Tm No: 0,34 % SPL: 87,31 db 1 W/1 m SPL: 88,32 db 2,83 V/m

l Mms: 30,52 g Rms: 1,41 kg/s Cms: 0,82 mm/N B*L: 8,81 Tm No: 0,34 %

www.monacor.com

NEW SUB-POWER

PAS-300SUBPAS-300SUB
PAS-300SUBPAS-300SUB
www.monacor.com NEW SUB-POWER PAS-300SUBPAS-300SUB Die neuen Subwoofer-Aktiv-Module aus dem Hause MONACOR INTERNATIONAL.
www.monacor.com NEW SUB-POWER PAS-300SUBPAS-300SUB Die neuen Subwoofer-Aktiv-Module aus dem Hause MONACOR INTERNATIONAL.

Die neuen Subwoofer-Aktiv-Module aus dem Hause MONACOR INTERNATIONAL. Das SAM-2 der Number One-Serie von MONACOR mit 200 WRMS Leistung an 4 Ohm und allen wünschenswerten Einstellmöglichkeiten für Aktiv-Subwoofer-Anlagen in höchster Qualität (steile Filter, variable Bass-Anhebung und Phasenschieber). Für noch mehr Leistung das PAS-300SUB mit getrennter Vor- und Endstufe von IMG Stage Line, für den PA-Einsatz entwickelt mit 300 WRMS Leistung an 8 Ohm und professioneller Ausstattung (vergleichbar dem SAM-2 aber mit zusätzlich variablem Subsonic). Selbstverständlich bewährt sich das PAS-300SUB mit dieser Qualität auch zu Hause.

sich das PAS-300SUB mit dieser Qualität auch zu Hause. KOSTENLOS! Der brandneue ELECTRONICS FOR SPECIALISTS 2005-

KOSTENLOS!

Der brandneue ELECTRONICS FOR SPECIALISTS 2005- Katalog von MONACOR INTERNATIONAL. Anfordern unter 0421/4865-305 oder kataloge@monacor.de!

Anfordern unter 0421/4865-305 oder kataloge@monacor.de! SAM-2 SAM-2 Zum Falsch 36 · 28307 Bremen · Telefon: 04
Anfordern unter 0421/4865-305 oder kataloge@monacor.de! SAM-2 SAM-2 Zum Falsch 36 · 28307 Bremen · Telefon: 04

SAM-2SAM-2

Zum Falsch 36 · 28307 Bremen · Telefon: 04 21/48 65 -0 · Telefax: 04 21/48 84 15 · info@monacor.com · www.monacor.com

Bausatztest

Klassische Dreiwege-Box mit Seas-Bestückung

Ein Ein Meter Meter Klassik Klassik

Heimkino und Surroundsound haben dazu geführt, dass in sehr vielen Anlagen ein ordentlicher Subwoofer vorhanden ist, der selbst Kleinboxen zu erwachsenem Klang verhilft. Darüber ist offenbar die klassische Drei- wege-Box etwas in den Hintergrund geraten. Auch bei KLANG+TON . Das soll anders werden. Versprochen.

12

KLANG+TONKLANG+TON
KLANG+TONKLANG+TON

Da traf es sich gut, dass Intertechnik gerade

Bestückung

Gehäuse und Bedämpfung

einen brandneuen Bausatz mit Seas-Chassis

Das

Gehäuse an sich ist eine durch und durch

entwickelt hatte, der alle klassischen Tugen- den einer solchen Dreiwege-Kombination

klassische Konstruktion ohne Schnick- schnack. Alle schallabstrahlenden Elemente

aufweist. Die Box mit dem folgerichtigen Namen Seas Classic 260 ist etwas über einen Meter hoch und vor allen Dingen 32 Zentimeter breit. Da

einschließlich der Reflexrohre sitzen in der Schallwand. So lassen sich am besten die Summensignale ohne Umwege um Ecken herum bilden. Als Baumaterial kommt 22

passt also ein solider 25er vorn in die Schall-

mm

starkes MDF zum Einsatz. In Verbin-

wand und muss nicht, wie bei magersüchti-

dung mit ausreichenden inneren Versteifun-

gen Designboxen üblich, in die Seitenwand

gen

ist das die Basis für ein sehr resonanz-

verbannt werden. Zudem ist die Dreiwege-Box belastbarer und meist verzerrungsärmer, weil die untere Trennfrequenz des Mitteltöners in der Regel deutlich höher liegt als bei Zweiwegerichen mit Subwoofer. Alles in allem also handfeste Vorteile.

armes Gehäuse. Mittel- und Hochtöner haben ein eigenes her- metisch geschlossenes Gehäuse im Rücken. Damit wird nicht nur der Frequenzgang des Mitteltöners im unteren Frequenzbereich optimiert, sondern zudem die Membran vor den starken Druckschwankungen, verursacht durch den schwingenden Tieftöner, ge- schützt, was sonst zu starken Verzerrungen

Wie bereits erwähnt, kommen in der Classic

führen würde.

260

drei Seas-Chassis zum Einsatz. Bis etwa

Bedämpft werden beide Gehäuseabteile mit

250

Hz ist das Modell WA 254D zuständig,

insgesamt zwei Beuteln Bawotumex, das dem

ein 25er mit beschichteter Papiermembran und sehr kräftigem Antrieb, der dem Chassis zu 94 dB Wirkungsgrad verhilft. Zudem ver- sprechen acht Millimeter Gesamthub reich- lich Druck in den unteren Frequenzlagen. Ebenfalls mit einer beschichteten Papier- membran ist der recht groß geratene Mittel- töner WA 180 versehen. Eigentlich ein Tief- mitteltöner, ist er wegen seines bis knapp 5000 Hz ausgedehnten Frequenzgangs den- noch sehr gut als Mitteltöner einsetzbar. Der WA 180 ist eine hochmoderne Konstruktion mit strömungsgünstig schmalen Korbstegen und hinterlüfteter Zentrierspinne. Tief- und Mitteltöner besitzen als ridigde Basis Guss- körbe. Noferro 550 ist die Typenbezeichnung des hier verwendeten Hochtöners. Der Name ist Programm, kein Tröpfchen Ferrofluid behin- dert den Bewegungseifer der Schwingspule. Der Lohn ist ein Frequenzgang bis deutlich über 20 kHz hinaus, obwohl die Kalotte mit 27 Millimetern nicht gerade zu den kleinen Vertretern ihrer Gattung gehört. Dabei sind sicher das speziell imprägnierte Kalottenge- webe und die sehr breite Polymersicke als Aufhängung sowie das bedämpfte angekop- pelte Volumen sehr hilfreich. Der Tweeter- Frequenzgang ist perfekt linear und reicht bis zirka 1000 Hz hinab. Die drei Chassis bilden ein gutes Team.

kompletten Bausatz beiliegt. Es ist aber, wie

alle anderen Teile des Bauvorschlags, auch

einzeln bei Intertechnik zu bekommen.

Frequenzweiche

Dass die Weiche gelungen ist, zeigt ein- drucksvoll das folgende Diagramm mit den einzelnen Chassis an ihren Filterzweigen und den sehr guten Summenfrequenzgang.

dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100 200 500 1k 2k
dB
105
95
85
75
65
55
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz

Die Frequenzweiche ist ein gemischter Sechs- und Zwölf-dB-Aufbau. Soweit ist auch sie ein geradezu klassischer Entwurf. Dennoch sind hier ein paar Kniffe eingebaut, mit denen nachträglich der Frequenzgang be- einflusst werden kann. Die folgenden Dia- gramme machen das deutlich. Wird zum Beispiel der Widerstand R3 über- brückt, bekommt man etwas mehr Mitte zu Gehör (rot).

dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100 200 500 1k 2k
dB
105
95
85
75
65
55
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz

Lässt man dagegen L4 weg, so wird das Klangbild ein wenig sanfter durch den leicht reduzierten Mittenbereich (rot).

dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100 200 500 1k 2k
dB
105
95
85
75
65
55
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz
den leicht reduzierten Mittenbereich (rot). dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100

14

Bausatztest

Steckbrief Mitteltöner WA 180

14 Bausatztest Steckbrief Mitteltöner WA 180 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Tiefmitteltöner) 105
dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Tiefmitteltöner) 105 95 85 75 Ohm 50 65 40
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Tiefmitteltöner)
105
95
85
75
Ohm
50
65
40
30
55
20
10
0
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m (Tiefmitteltöner)
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
50 100
200
500
1k
2k
3k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

Steckbrief Noferro 550

-20 -25 -30 100 1000 10000 Hz Steckbrief Noferro 550 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel
-20 -25 -30 100 1000 10000 Hz Steckbrief Noferro 550 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel
dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner) 105 95 85 75 Ohm 25 65 20
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner)
105
95
85
75
Ohm
25
65
20
15
55
10
5
45
0
400
700 1k
2k
5k
10k
20k
Hz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m (Hochtöner)
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
500 1k
2k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
1000
10000
Hz

Steckbrief Tieftöner WA 254D

-20 -25 -30 1000 10000 Hz Steckbrief Tieftöner WA 254D dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel
dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel (Tieftöner) 105 95 85 75 Ohm 50 65 40
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel (Tieftöner)
105
95
85
75
Ohm
50
65
40
30
55
20
10
45
0
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1 m; Abstand 50 cm
3,0
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
50
100
200
500
1k
2k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

Technische Daten

Technische Daten

Technische Daten

Chassishersteller:

Seas

Chassishersteller:

Seas

Chassishersteller:

Seas

Vertrieb:

Intertechnik, Kerpen

Vertrieb:

Intertechnik, Kerpen

Vertrieb:

Intertechnik, Kerpen

Parameter des Mitteltöners: WA 180

Parameter des Hochtöners: Noferro 550

Parameter des Tieftöners: WA 254D

Le: 0,55 mH RDC: 5,70 Ohm SD: 138,90 cm 2 Qm: 2,08 Qe: 0,36

Mms: 14,50 g Rms: 1,92 kg/s Cms: 1,07 mm/N B*L: 7,32 Tm No: 0,51 %

Le: 0,24 mH RDC: 4,31 Ohm SD: 5,70 cm 2 Qm: 1,02 Qe: 0,58 Qt: 0,37 fs: 607,02 Hz

 

Le: 0,69 mH RDC: 6,99 Ohm SD: 346,40 cm 2 Qm: 2,00 Qe: 0,32 Qt: 0,28 fs: 23,42 Hz VAS: 188,04 l

Mms: 41,39 g Rms: 3,31 kg/s Cms: 1,12 mm/N B*L: 11,06 Tm No: 0,73 % SPL: 90,62 db 1 W/1 m SPL: 91,21 db 2,83 V/m

Qt: 0,31 fs: 40,40 Hz VAS: 29,00 l

SPL: 89,09 db 1 W/1 m SPL: 90,57 db 2,83 V/m

W/1 m SPL: 91,21 db 2,83 V/m Qt: 0,31 fs: 40,40 Hz VAS: 29,00 l SPL:

Steckbrief Seas Classic 260

Steckbrief Seas Classic 260 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box) 105 95 85 75 65
Steckbrief Seas Classic 260 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box) 105 95 85 75 65
dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box) 105 95 85 75 65 55 45 20
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box)
105
95
85
75
65
55
45
20
50
100
200
500
1k
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5k
10k
20kHz
Akustische Phase
180
90
Sprungantwort
0
-90
-180
50
100
200
500
1k
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5k
10k
Hz
0
%
Klirrfaktor K2/K3 für 80 dB/1m
2,7
0,0
1,0
2,0
3,0
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6,0
7,0
8,0
9,0
10
2,4
2,1
1,8
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
1,5
1,2
0,9
-5
0,6
0,3
-10
0,0
-15
50
100
200
500
1k
2k
3k
5k
10k
Hz
-20
%
-25
Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m
-30
2,7
100
1000
10000
Hz
2,4
2,1
1,8
1,5
Technische Daten
1,2
0,9
Chassishersteller:
Seas
0,6
0,3
Vertrieb:
Intertechnik, Kerpen
0,0
Konstruktion:
Intertechnik
50
100
200
500
1k
2k
3k
5k
10k
Hz
Funktionsprinzip:
Bassreflex
Nennimpedanz:
8 Ohm
Ohm
Impedanzverlauf
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m:
siehe Frequenzgang
50
(kalibriert gemessen)
40
30
Dämmstoff: 2 Beutel Bawotumex
Lieferant: Intertechnik, Kerpen
20
Kosten pro Box:
10
Bausatz ohne Holz
Holzzuschnitt
ca.
395 Euro
ca.
25 Euro
0
Gesamtkosten:
ab
ca.
420 Euro
20
50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz

Andere, auf den ersten Blick unnötig erschei- nende Bauteile haben ganz essenziell mit dem sehr linearen Frequenzgang zu tun. Ließe man zum Beispiel C3 und L2 weg, so bekäme der Frequenzgang eine hässliche und gut hör- bare Beule (rot), wie das nächste Diagramm dokumentiert.

dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100 200 500 1k 2k
dB
105
95
85
75
65
55
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz

Ebenso grässlich verändert sich der Fre- quenzgang, ließe man R2 weg. Ein kräftiger Schlenker im Frequenzgang (rot) wäre die Folge.

dB 105 95 85 75 65 55 45 20 50 100 200 500 1k 2k
dB
105
95
85
75
65
55
45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz

Somit ist klar dokumentiert, dass sich Inter- technik sehr viel Mühe mit der Weiche gege- ben hat und jedes Bauteil seinen sinnvollen Beitrag zum sehr linearen Frequenzgang beiträgt.

Messwerte

Beim Betrachten des Impedanzgangs fällt so- fort auf, dass die Bassabteilung sehr tief ab- gestimmt ist. Das Impedanzminimum steht bei etwa 27 Hz. Ansonsten zeigt das Dia- gramm den Verlauf einer typischen Acht- Ohm-Box, auch wenn die Impedanz zwi- schen fünf und sieben kHz leicht unter fünf Ohm sinkt. Über den Frequenzgang muss man nicht viele Worte verlieren, da er bereits zuvor eingehend behandelt wurde. Was aber positiv auffällt, sind die sehr geringen Ver- zerrungen. Selbst bei 90 dB übersteigen im Bereich ab 100 Hz die Klirrwerte nicht ein- mal 0,6 Prozent übersteigen. Das ist ein her-

15

Bausatztest

vorragender Wert. Ebenso wenig gibt es an den übrigen Messwerten auszusetzen. Hier fällt besonders der Phasengang auf, der ohne erkennbare Sprünge, gleichmäßig frequenz- proportional fällt. Oder der Wasserfall, der dem Lautsprecher eine sehr kurze und dabei gleichmäßige Abklingzeit attestiert.

Klang

Alle Mühen wären dennoch umsonst, wenn der Klang nicht dem Aufwand entspräche. Keine Sorge, die Classic 260 ist eine tolle Dreiwege-Box. Als echtes Universalgenie nimmt sie es mit jeder Musikrichtung auf. Obendrein macht sie im Heimkino eine her- vorragende Figur. Der erste Eindruck, wenn entsprechendes Musikmaterial aufgeboten wird, ist tief, abgrundtief. Selbst manische Bassfreaks werden hier nicht unbedingt nach einem Subwoofer rufen. Doch der Klang besteht nicht nur aus Bässen, so schön sie auch sein mögen. Glücklicherweise steht die Mittelhochtonsektion dem Bass nicht nach. Besonders Stimmen gibt die Box sehr neutral und sonor wieder, ohne erkennbare Verfär- bungen. Vor allem entsteht wegen des großen Mitteltöners kein dynamisches Loch zwi- schen Tief- und Mitteltöner, das immer eine gewisse Leblosigkeit im Grundtonbereich er- zeugt, obwohl im Frequenzgang davon nichts zu sehen ist. Nicht so die Intertechnik-Kon- struktion. Sie spielt tonal und dynamisch homogen auf und vermittelt damit den faszi- nierenden Eindruck bruchloser natürlicher Lebendigkeit. Daran ist der phänomenale Hochtöner nicht ganz unbeteiligt. Frei von dämpfendem Ferrofluid spielt er mit einer Leichtigkeit, die schon Bändchen oder bei- spielsweise Elektrostaten nahe kommt. Und all das findet auf einer imaginären Bühne statt, die in Breite und Tiefe sehr realistisch wirkt, mit korrekter Abbildungsschärfe, wenn es um akustische Einzel- und Feinheiten geht. Im Hörtest, der mal wieder richtig Spaß machte, zeigte sie sich von ihrer besten Seite und bot uns eine tolle Vorstellung.

Fazit

Einmal mehr zeigt sich, dass klassische Kon- zepte noch lange nicht zum alten Eisen gehören, wenn sie mit dem Wissen von heute 16 entworfen werden.

Heinz Schmitt

Weichenbestückung

L1 = 8,2 mH HQ 58 L2 = 0,33 mH Luft (1,4 mm) L3 = 0,68 mH Luft (1,4 mm) L4 = 0,18 mH Luft (0,71 mm) L5 = 0,33 mH Luft (0,71 mm)

C1 = 33 µF Elko glatt C2 = 33 µF Elko glatt C3 = 33,0 µF MKT C4 = 68,0 µF MKT C5 = 10,0 µF MKP(R) C6 = 10,0 µF MKP(R) C7 = 6,8 µF MKP-QS

R2 = 10,0 Ohm (10 Watt) R3 = 2,2 Ohm (10 Watt) R4 = 1,2 Ohm (5 Watt) R5 = 22,0 Ohm (5 Watt)

Zuschnittliste

Material: 22 mm MDF:

104,6 x 36,6 (2x) Seiten 104,6 x 28,0 (2x) Front/Rückwand 32,0 x 28,0 (5x) Deckel/Boden/Kammer

22 mm MDF: 104,6 x 36,6 (2x) Seiten 104,6 x 28,0 (2x) Front/Rückwand 32,0 x 28,0
22 mm MDF: 104,6 x 36,6 (2x) Seiten 104,6 x 28,0 (2x) Front/Rückwand 32,0 x 28,0
22 mm MDF: 104,6 x 36,6 (2x) Seiten 104,6 x 28,0 (2x) Front/Rückwand 32,0 x 28,0

Messtechnik

Mess-Ohren Mess-Ohren

Wer Lautsprecher messen will, kommt um die Anschaffung eines verlässlichen Messmikrofons nicht herum. KLANG+TON vermittelt die wichtigsten Grundlagen und stellt ein preiswertes Mikrofon vor. Außerdem gibt´s auch noch einen Selbstbau-Vorschlag.

Zum Lautsprecher-Messen braucht man, das ist klar, ein Mikrofon, das die von den Chas- sis ausgesandten Schallwellen in äquivalente elektrische Signale umsetzt. Kein Problem, sagt der gewiefte Bastler, da habe ich doch noch in der Band-Wühlkiste aus der Sturm- und-Drang-Zeit einige Mikros rumliegen, die müssten´s doch tun. Waren ja schließlich da- mals teuer genug. Das aber sollte der geneigte Selbstbau-Fan tunlichst lassen, denn da, wo früher der Leadsänger seine Songs reingrölte, kommen auf keinen Fall dem Verhalten des Lautspre- chers entsprechende Signale raus. Das liegt weniger am Leadsänger (obwohl es auch da schon einiges an Verstopfung und Korrosion wegen feuchter Aussprache gegeben hat), sondern am Mikrofontyp. Dabei handelt es

sich nämlich in den allermeisten Fällen um ein so genanntes dynamisches Mikrofon, das sozusagen die Umkehrung eines normalen Lautsprechers darstellt: An einer Membran ist eine Schwingspule befestigt, die in den Luft- spalt eines Magneten eintaucht. Natürlich ist das Ganze im Detail deutlich anders gelöst, so ist zum Beispiel die Schwingeinheit meist noch deutlich leichter als die eines Kalotten- Hochtöners. Die Schwingspule hat zudem eine viel höhere Impedanz, oft um 600 Ohm. Wie normale Lautsprecher-Chassis ist auch so ein dynamisches Mikro ein sehr komple- xes System mit vielen Unlinearitäten, und das äußert sich eben auch in einem Frequenz- gang, der alles andere als gerade ist. Oft ist das sogar erwünscht, damit Sängerstimmen oder Instrumente eine besonders charakteri- stische Klangfarbe bekommen. Und damit scheidet es fürs Messen von Lautsprechern von vornherein aus.

Basiswissen Messmikrofone

So gut wie ausschließlich als Messmikrofone eingesetzt werden heutzutage so genannte Kondensator-Mikrofone. Der Name kommt nicht von ungefähr: Hinter einer straff ge- spannten Membran aus Metall oder metalli-

sierter Kunststofffolie sitzt in geringem Ab- stand (zwischen 15 und 30 Mikrometer) die so genannte Gegenelektrode, die elektrisch komplett von der Membran isoliert ist. Beide zusammen bilden einen Plattenkondensator mit einer bestimmten, definierten Kapazität. Kommt nun die Membran durch auftreffen- den Schall ins Schwingen, ändert sich der Ab- stand zwischen den beiden Platten des Kon- densators äquivalent zu den Schallwellen und somit seine Kapazität. Das Prinzip des Kondesatormikrofons ist übri- gens schon ziemlich alt, schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts stellte General Electric in Amerika derartige Messmikrofone her. Im Jahrzehnt danach wurde Brüel & Kjaer gegründet, auch heute noch bei weitem der be- kannteste Hersteller von akustischer Mess- technik. Auch in Deutschland fand übrigens Pionierarbeit in Sachen Kondensator-Mikro- fone statt, und zwar von der Firma Neumann schon weit vor dem zweiten Weltkrieg. Deren Betrieb wurde im Krieg zum Teil in das kleine Städtchen Gefell ausgelagert, das dann Teil der DDR wurde. Das Unternehmen gibt es heute noch und heißt jetzt Microtech Gefell. KLANG+TON benutzt beispielweise Mikro- fone dieses Herstellers.

17

Messtechnik

Das Prinzip des Kondensatormikros hört sich in der Theorie relativ einfach an. Erst mit der Ausführung wird es dann kompliziert. Zum Beispiel muss man die Änderungen der Ka- pazität irgendwie in eine messbare Spannung umsetzen können, und dazu ist schon etwas Aufwand nötig. Alle Hersteller dieser Mikros – es sind übrigens noch etliche weitere über die oben genannten hinaus dazugekommen – haben sich erstaunlicher Weise dafür auf eine bestimmte Art und Weise geeinigt. Zunächst wurde das Mikrofon aufgeteilt, in eine so ge- nannte Kapsel und den Vorverstärker. Die Kapseln enthalten nur den Schwingteil, also Membran und Gegenelektrode. Sie gibt es in genormten Größen mit ebenso genormten Gewinden, über die sie sich auf die Vorver- stärker, die in einem kleinen Rohr unterge- bracht sind, aufschrauben lassen. Die Gegen- elektrode der Kapsel ist über einen zentrisch sitzenden Kontakt mit dem Vorverstärker verbunden. Der ist übrigens noch gar nicht al- les, was man zum Betrieb eines solchen Mi- krofons benötigt: Auch eine Spannungsver- sorgung gehört zwingend mit dazu. Die muss die so genannte Polarisationsspannung bereit- stellen, eine Gleichspannung von 200 Volt. Diese wird über den Vorverstärker und einen sehr hochohmigen Widerstand (zwischen 400 Megohm und 10 Gigaohm) auf die Gegene- lektrode geleitet. Die sich ändernde Kapazität der Kapsel moduliert dann die Polarisations- spannung und erzeugt als Ergebnis eine dem Schall äquivalente Wechselspannung. Der er- wähnte Widerstand muss so groß sein, damit gewährleistet ist, dass auch bei niedrigsten Frequenzen die 200 Volt absolut konstant bleiben. Gemeinsam mit der Kapsel-Kapa- zität (zwischen 2 und 60 Picofarad) erzeugt er nämlich ein Filter mit sehr niedriger Grenz- frequenz.

er nämlich ein Filter mit sehr niedriger Grenz- frequenz. Das Prinzip eines Kondensatormikrofons: Membran (links

Das Prinzip eines Kondensatormikrofons: Membran (links weiß) und Ge- genelektrode (schwarz) bilden einen Kondensator, dessen Kapazität sich durch Schwingungen der Membran ändert. Das moduliert auf die per hoch-

18 ohmigem Widerstand eingekoppelte Polarisations-Gleichspannung eine Wechselspannung, die dann per Kondensator ausgekoppelt und dem Impe- danzwandler/Vorverstärker (das Dreieck rechts) zugeführt wird Bild: Brüel & Kjaer

Ein Abfall der Spannung durch diesen Wider- stand geschieht nicht, da der Stromkreis für Gleichspannung nicht geschlossen ist, die Kapsel als Kondensator verhindert das. Des- halb fließt – außer beim Ein- und Ausschal- ten zum Laden und Entladen der Kapazität – auch keinerlei Strom. Die Polarisationsspan- nung erzeugt somit eine konstante elektrische Ladung auf der Gegenelektrode. Im Vorver- stärker koppelt ein Kondensator die er- wünschte Wechselspannung von der für die weitere Verarbeitung nicht benötigten Gleichspannung ab. Übrigens ist der Begriff „Vorverstärker“ ziemlich irreführend, denn seine Aufgabe ist keineswegs eine Verstär- kung des Signals, sondern ausschließlich eine Impedanzwandlung. Eine Kondensator-Mi- krofonkapsel hat eine extrem hohe Ausgangs- impedanz (einige zig Megohm), viel höher als sinnvoll konfigurierte Eingänge von Gerä- ten, die das Signal weiterverarbeiten müssen, zum Beispiel Messverstärker oder Analyser.

müssen, zum Beispiel Messverstärker oder Analyser. Das elektrostatische Eichgitter wird im geringen Abstand zur

Das elektrostatische Eichgitter wird im geringen Abstand zur Membran mon- tiert (rechts außen) und an eine Gleichspannung zwischen 200 und 800 Volt sowie eine per Kondensator eingekoppelte Wechselspannung zwischen 10 und 30 Volt angeschlossen. Diese Wechselspannung wirkt auf das Mikrofon wie Schall der gleichen Frequenz. Deshalb lässt sich mit dieser Methode der Druckfrequenzgang eines Mikrofons recht genau und unkompliziert messen Bild: Brüel & Kjaer

Die Spannung würde sofort zusammenbre- chen. Deshalb transformiert der so genannte „Vorverstärker“ die Impedanz so weit herun- ter, dass sogar sehr lange Anschlusskabel kaum noch ein Problem darstellen, meist bis hinunter zu 50 bis 100 Ohm. Die Spannungs- höhe, die von der Kapsel kommt, ändert sich im „Vorverstärker“ kaum, wird sogar meist noch einen Tick abgeschwächt. Wer nun meint, dass aus so einem Kondensa- tor-Mikrofon nicht sonderlich viel Spannung herauskommen kann, liegt ziemlich daneben. Eine typische Einzoll-Kapsel liefert bei 94 dBSPL (SPL= Sound Pressure Level, Schall- druckpegel), was einem Schalldruck von einem Pascal entspricht, eine Spannung von 50 Millivolt. So wird übrigens auch die Emp-

Spannung von 50 Millivolt. So wird übrigens auch die Emp- Die Schnittzeichnung einer Kondensatorkapsel: Oben die

Die Schnittzeichnung einer Kondensatorkapsel: Oben die dünne Metall- membran, darunter die gelochte Gegenelektrode. Unten ist das Gewinde zum Aufschrauben auf den Vorverstärker zu sehen

Bild: Brüel & Kjaer

findlichkeit angegeben, in mV pro Pascal. 50

mV hört sich zunächst mal recht gering an, re-

lativiert sich aber, wenn man weiß, dass sol-

che Kapseln Schalldrücke von 140 dB und

mehr übertragen können. Und dann (bei 140 dBSPL) erzeugt sie 10 Volt. Da kommt man

mit

der üblichen Versorgungsspannung für

die

Vorverstärker von 28 Volt (die ebenfalls

von

der externen Speisung zur Verfügung ge-

stellt werden muss) an Grenzen, denn 10 Volt

RMS bedeuten eine Spitze-Spitze-Spannung

von 28,3 Volt. Es gibt vier genormte Mes-

smikro-Kapselgrößen, Ein-, Halb-, Viertel-

und Achtelzoll. In den allermeisten Fällen

sind die Produkte der diversen Hersteller un- tereinander kompatibel, eine Halbzoll-Mikro- fonkapsel von Gefell (passt zum Beispiel pro- blemlos auf einen Vorverstärker von Brüel & Kjaer. Zum Glück für die Freunde hoher Schalldrücke vertragen alle erhältlichen Vor- verstärker auch erheblich höhere Versor- gungsspannungen, nur stellt die lange nicht jedes Speiseteil zur Verfügung. Ebenfalls er- staunlich: Selbst bei einem Pegel von 140 dB- SPL bewegt sich die Membran nur mit einer Amplitude von weniger als einem Mikrome- ter. Diese Auslenkung ist also geringer als die

Mikrome- ter. Diese Auslenkung ist also geringer als die Ein Elektret-Mikrofon benötigt keine Polarisationsspannug,

Ein Elektret-Mikrofon benötigt keine Polarisationsspannug, die elektrische Ladung befindet sich auf einer Kunststoff-Folie fest eingebrannt auf der Ge- genelektrode. Bemerkenswert: Häufig ist die negative Seite der Folie zur Membran hin montiert, weshalb diese Kapseln phasenrichtig arbeiten. Kap- seln mit externer Polarisation drehen die Phase um 180 Grad Bild: Brüel & Kjaer

phasenrichtig arbeiten. Kap- seln mit externer Polarisation drehen die Phase um 180 Grad Bild: Brüel &

Membrandicke (zwischen 1,5 und 8 Mikro- meter, je nach Typ). Daran lässt sich erken- nen, dass Kondensatormikrofone extrem li- near arbeiten, denn die Membran muss sich kaum bewegen und lässt sich deshalb perfekt unter Kontrolle halten. Sie besteht übrigens meist aus extrem straff gespannter Nickel-Fo- lie. Es gibt auch einige Konstruktionen mit Edelstahl-Legierungen. Es existiert übrigens die extern angelegte Polarisationsspannung hinaus noch eine wei- tere Methode, um die Gegenelektrode einer Kondensator-Mikrofonkaspel mit einer elek- trischen Ladung zu versehen. Per so genann- tem Elektret-Material nämlich, das eine fest „eingebrannte“ elektrische Ladung aufweist. Die Idee dazu geht auf den Wissenschaftler Oliver Heaviside (1850 bis 1925) zurück, der prognostizierte, dass es ein elektrisches Ana- logon zum Dauermagneten geben müsse. Zu seiner Zeit waren letzterer sowie elektrische und magnetische Felder durchaus schon be- kannt. Aus dem Vorhandensein von beiden Feldarten schloss Heaviside, dass es auch ein Material geben müsse, das eine elektrische Ladung dauerhaft enthalten müsse und be- nannte es „Elektret“ in Ähnlichkeit zu „Ma- gnet“. Es wurden auch bald solche Materia- lien gefunden, die technische Ausnutzung aber ließ bis in die sechziger Jahre des letzten

aber ließ bis in die sechziger Jahre des letzten Die Freifeldkorrekturen von Mikrofonen berücksichtigen die

Die Freifeldkorrekturen von Mikrofonen berücksichtigen die Änderungen, die die Mikrofone selbst durch Druckstau vor der Membran dem Schallfeld

hinzufügen. Hier typische Kurven für Einzoll-, Halbzoll- und Viertelzoll-

Kapseln

Bild: Brüel & Kjaer

Halbzoll- und Viertelzoll- Kapseln Bild: Brüel & Kjaer Auch das Schutzgitter einer Mikrofonkapsel fügt dem

Auch das Schutzgitter einer Mikrofonkapsel fügt dem gemessenen Schall ei- nen Fehler hinzu, wie man an dieser Frequenzgang-Kurve eines Gitters von Brüel & Kjaer erkennen kann

Bild: Brüel & Kjaer

Jahrhunderts auf sich warten. Dann nämlich entwickelte man Kunststoffe, die eine La- dung dauerhaft aufnahmen und auch über Jahrzehnte hinweg stabil behielten. Elektrete sind ähnlich wie Magnete temperaturemp- findlich und verlieren ihre Ladung, wenn sie über einen bestimmten Punkt erhitzt werden. Aber auch dieser Effekt ist mittlerweile bis über 100 Grad im Griff. Hohe Luftfeuchtig- keit kann auch dazu beitragen, dass ein Elek- tret seine Ladung verliert, allerdings wie- derum nur in Kombination mit hohen Tempe- raturen. Bei Raumtemperatur ist der Effekt vernachlässigbar, so dass solche Mikrofone über Jahrzehnte hinweg stabil bleiben. Bei den so genannten dauerpolarisierten Kap- seln bringen die Hersteller eine Elektret-Fo- lie auf die Gegenelektrode auf, und zwar mit der negativen Ladungsseite zur Membran. Diese verursacht („influenziert“ im Kontrast zu „induziert“ beim Magneten) eine positive Flächenladung auf der Membran. Bei der Version mit der 200-Volt-Polarisationsspan- nung ist das übrigens umgekehrt, die Mem- bran ist negativ, die Gegenelektrode positiv geladen. Deshalb drehen solche Kapseln auch die Phase um 180 Grad, während Elektret- Kapseln die Phase nicht ändern. Die Ladung des Elektret wirkt genauso wie eine externe Polarisationsspannung und erzeugt bei Schalleinfall eine Wechselspannung aus der Kapazitätsänderung der Kapsel. Elektret-Mi- krofone sind wesentlich einfacher zu betrei- ben, da die aufwendige Erzeugung der Polari- sationsspannung komplett wegfällt. Noch ein Weiteres hat die Einführung von Elektret bei Mikrofonen bewirkt: Dadurch war es möglich, Kondensator-Mikrofone sehr viel preiswerter herzustellen. Aber da haben es die Hersteller am Anfang gleich auch deut- lich übertrieben: Statt auf die Gegenelektrode packten sie das Elektret der Einfachheit hal- ber mit auf die Membran, die dadurch erheb- lich zu schwer wurde und sich auch alles an- dere als linear verhielt. Solche Mikrofone waren für alle außer den einfachsten Anwen- dungen – Gegensprechanlagen oder Ähnli- ches – völlig unbrauchbar. Aber auch das hat sich bald geändert, diverse Hersteller bauen heute kleine, preiswerte Kapseln, die das Elektret wieder auf der Gegenelektrode ha- ben und nennen das dann „Back-Elektret“. Bei diesen Mikros ist sogar schon ein Vorver- stärker/Impedanzwandler in Form eines ein-

ein Vorver- stärker/Impedanzwandler in Form eines ein- Über die Dämpfung der Membranresonanz, die per Abstand und

Über die Dämpfung der Membranresonanz, die per Abstand und Lochung der Gegenelektrode einstellbar ist, lässt sich für Freifeld-Mikrofone der Fre- quenzgang-Anstieg der Kapseln durch Druckstau und Schutzgitter fast voll- ständig kompensieren (untere Kurve). Die mittlere Kurve zeigt den Verlauf eines Druckfeld-Mikrofons, bei dem keine Kompensation nötig ist Bild: Brüel & Kjaer

zelnen Feldeffekt-Transistors eingebaut. Meist reicht eine Betriebsspannung von 1,5 Volt zu seinem Betrieb aus. Schon für etwa vier Euro bekommt man von Panasonic eine solche Kapsel, deren Eigenschaften für ein Messmikrofon durchaus brauchbar sind. Mehr dazu im Selbstbau-Teil dieses Artikels.

sind. Mehr dazu im Selbstbau-Teil dieses Artikels. Ein Pistonphon ist zur Kalibrierung eines Mikrofons gedacht

Ein Pistonphon ist zur Kalibrierung eines Mikrofons gedacht und erzeugt sein Signal über zwei kleine Kolben, die von einer rotierenden Nockenscheibe an- getrieben werden. Sein Vorteil: Sein Schalldruck beruht ausschließlich auf genau bekannten mechanischen Parametern und lässt sich deshalb sehr exakt berechnen. Es muss (und kann) nicht justiert werden und arbeitet über lange Zeit äußerst stabil Bild: Brüel & Kjaer

Vier Euro sind natürlich ein extremer Kon- trast zu den Preisen, die beispielsweise Brüel & Kjaer oder Microtech Gefell für ihre Mi- krofone verlangen. Da kostet eine Halbzoll- Kapsel schnell mehr als 1.000 Euro, der pas- sende Vorverstärker ebenfalls und ein Speise- teil ist auch nicht viel billiger. Aber diese Hersteller jetzt als Preistreiber zu verun- glimpfen, wird der Sache nicht gerecht. Denn sie müssen mit ihren Produkten eine Qualität und Stabilität erreichen, an die bei den billi- gen Kapseln überhaupt nicht zu denken ist. Zum Beispiel muss die Kapsel so gebaut sein, dass sie ihre Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich nicht ändert. Das lässt sich nur erreichen, indem alle Teile sich mit

19

20

Messtechnik

Änderung der Temperatur sehr ähnlich aus- dehnen beziehungsweise zusammenziehen. Des Weiteren soll sich das Verhalten der Kapsel auch über viele Jahre hinweg so wenig wie möglich ändern. Deshalb altern die Her- steller jede einzelne Kapsel vor, so dass sich zum Beispiel die Spannung der Membran kaum noch ändert. Auch darf man nicht ver- gessen, dass die Toleranzen, die die Kapseln einhalten müssen, sehr viel enger sind, was eine erheblich präzisere und aufwendigere Fertigung bedingt. Nicht unerheblich fällt auch ins Gewicht, dass die Mikrofone von den nationalen Normungs-Instituten (hierzu- lande das PTB in Braunschweig) akzeptiert werden, damit sie eichfähig sind, damit auch Messungen mit offiziellem Charakter, zum Beispiel für amtliche Gutachten, erstellt wer- den können. Dazu müssen etliche Normen und Bestimmungen eingehalten werden. Und nicht zuletzt verlässt jede dieser Mikrofon- kapseln den Hersteller kalibriert, das heißt, er dokumentiert die Eigenschaften wie Fre- quenzgang und Empfindlichkeit mit hoher Genauigkeit.

Fre- quenzgang und Empfindlichkeit mit hoher Genauigkeit. Auch per mit einem Lautsprecher ausgerüsteten Kalibrator

Auch per mit einem Lautsprecher ausgerüsteten Kalibrator lässt sich eine Messkette sehr genau kalibrieren. Hier der mit 170 Euro recht preiswerte SC-1 von IBF Akustik

Lautsprecher-Hobbyisten benötigen (bis auf Letzteres) all das nicht, sie brauchen nur ein Mikrofon, auf das sie sich verlassen können, etwaige Normen und Bestimmungen sind eher unwichtig. Deshalb bleibt ein professio- nelles Messmikrofon meist ein Traum für den Selbstbauer, der die mehrere tausend Euro –

für den Selbstbauer, der die mehrere tausend Euro – Gut zu erkennen ist hier die filigrane

Gut zu erkennen ist hier die filigrane Membran eines Kondensatormikrofons aus

Nickel

die filigrane Membran eines Kondensatormikrofons aus Nickel Einzoll-, Halbzoll- und Viertelzoll-Kapseln von Microtech

Einzoll-, Halbzoll- und Viertelzoll-Kapseln von Microtech Gefell warten auf ihren Einsatz. Daneben ein Halbzoll-Vorverstärker

wenn überhaupt – lieber in Lautsprecher in- vestiert. Den Traum von Brüel & Kjaer oder Microtech Gefell sollte man trotzdem im Hin- terkopf behalten, denn beispielsweise bei Ebay gibt es relativ häufig Kapseln und Vor- verstärker, die für erheblich weniger als Neu- preis, manchmal sogar jeweils unter 100 Euro angeboten werden. Auch Speiseteile gibt´s da immer wieder. Bei den Kapseln sollte man

gibt´s da immer wieder. Bei den Kapseln sollte man Vorverstärker/Impedanzwandler für Kondensator-Kapseln gibt

Vorverstärker/Impedanzwandler für Kondensator-Kapseln gibt es in ver- schiedenen Größen. Hier ein Einzoll- und ein Halbzoll-Exemplar. Rechts ist ein Adapter zu sehen, mit dem sich eine Viertelzoll-Kapsel an einem Halbzoll-Vor- verstärker betreiben lässt

allerdings darauf achten, solche mit „Frei- feldkorrektur“ (siehe Kasten Mikrofontypen) zu kaufen, denn nur sie eignen sich fürs Laut- sprecher-Messen. Dazu kann es schon einmal nötig werden, im Internet auf den Hersteller- Seiten zu recherchieren, weil die Auktionsan-

bieter das nicht angeben. Am sinnvollsten einsetzbar fürs Messen von Lautsprechern sind Halbzoll-Kapseln, da sie sowohl über eine ordentliche Empfindlichkeit als auch über einen recht glatten Frequenzgang verfü- gen. Auch sind bei weitem die meisten Vor- verstärker für Halbzoll-Kapseln ausgelegt. Einzoll-Kapseln lassen sich auch verwenden, ihre Frequenzgänge fallen aber meist unter- halb von 20 kHz schon ab. Viertelzoll-Kap- seln reichen teils bis über 100 kHz und ver- tragen Schalldrücke bis 170 dB. Sie sind allerdings auch recht leise und rauschen kräf- tig. Achtelzoll-Mikros sind extrem selten und nur für Spezialanwendungen geeignet.

sind extrem selten und nur für Spezialanwendungen geeignet. Den Vorverstärker MP-21 und das Mikrofon EMM-8 bietet
sind extrem selten und nur für Spezialanwendungen geeignet. Den Vorverstärker MP-21 und das Mikrofon EMM-8 bietet

Den Vorverstärker MP-21 und das Mikrofon EMM-8 bietet der Hersteller IBF- Akustik auch als Komplett-Set an. Der Vorteil dabei: Der Verstärker ist dann genau auf die Empfindlichkeit des Mikrofons kalibriert, bei 94 dB Schall- durck leuchtet eine LED auf. So lassen sich auch ohne Kalibrator verlässli- che Aussagen über den gemessenen Schalldruck machen

Selbstbau eines Messmikrofons

Für sparsame Zeitgenossen hat KLANG+ TON einen Bauvorschlag für ein Mess- mikrofon erarbeitet. Dafür galt es, eine geeig- nete Kapsel auszuwählen. Panasonic hat einige interessante im Angebot, von denen wir uns vier unterschiedliche in jeweils meh- reren Exemplaren anschauten. Zwei der Kap- seln, die MCE 4000 und die MCE 4500, schieden sofort aus, denn ihre Frequenzgänge zeigten zwischen acht und 15 kHz eine deut- liche Anhebung um teilweise mehr als zwölf dB. In die engere Wahl kamen dadurch die MCE 2000 und die MCE 2500, beide unter anderem bei Monacor erhältlich, aber auch bei Elektronik-Versendern: Reichelt Elektro- nik bietet die MCE 2500 an, Westfalia die MCE-2000. Von beiden überprüften wir fünf Stück, je drei von Monacor und zwei aus den

MCE 2500 an, Westfalia die MCE-2000. Von beiden überprüften wir fünf Stück, je drei von Monacor

anderen Quellen. Die MCE-2500 sah schon deutlich besser aus, sie stieg zu hohen Fre- quenzen hin langsam an und erreichte bei 21 kHz maximal zwischen vier und fünf dB An- hebung. Die Schwankungen fielen mit etwas mehr als einem dB erstaunlich gering aus.

fielen mit etwas mehr als einem dB erstaunlich gering aus. Damit das dünne Mikrofonrohr in den

Damit das dünne Mikrofonrohr in den üblichen Feder-Mikroclips Halt be- kommt, kann man hinten einen XLR-Stecker aufschieben. Dann ist auch gleich die Anschlussfrage gelöst. Aber auch ein Stück PVC-Rundmaterial ist praktikabel

Anders allerdings in puncto Empfindlichkeit:

Hier ermittelten wir eine Streuung zwischen 1,4 und 6,7 mV/Pa, wobei drei Exemplare zwischen 4 und 4,5 mV/Pa lagen. Bei der MCE 2000 schlussendlich streute die Emp- findlichkeit nicht so stark, sie lag zwischen 5,9 und 6,9 mV/Pa. Die Frequenzgänge zeig- ten eine interessante Erscheinung: Zwei Ex- emplare, nämlich die von Westfalia, wiesen eine ähnliche Tendenz auf wie die 2500er:

Langsam bis 20 kHz ansteigender Frequenz- gang mit diesmal knapp vier dB plus gegen- über 1 kHz. Die Exemplare von Monacor zeigten zwar auch eine Höhenanhebung, allerdings nur um etwa zwei bis zweieinhalb dB. Außerdem lagen auch ihre Empfindlich- keiten mit 6,5 bis 6,9 mV/Pa recht dicht bei- einander. Ob das noch Zufall ist? Über die Ursachen dafür kann man trotzdem nur spe- kulieren, vielleicht bekommt Monacor eine bessere Selektionsstufe als die anderen An- bieter. Oder vielleicht hat man dort einfach nur eine bessere Fertigungscharge erwischt. Ob das auch bei weiteren Kapseln von Monacor der Fall ist, kann die Redaktion natürlich nicht garantieren.

Fall ist, kann die Redaktion natürlich nicht garantieren. So wird die Elektret-Kapsel von Panasonic angeschlossen. Bei

So wird die Elektret-Kapsel von Panasonic angeschlossen. Bei dem im Text erwähnten ELV-Vorverstärker ist diese Schaltung aus Widerstand und Kon- densator aber schon enthalten

aus Widerstand und Kon- densator aber schon enthalten Sehr geringe Abmessungen haben die Kapseln von Panasonic,

Sehr geringe Abmessungen haben die Kapseln von Panasonic, wie man hier im Größenvergleich mit einem Streichholzkopf erkennen kann. Bei der rech- ten Kapsel wurde der Schutzfilz entfernt, durch das kleine Loch ist die Mem- bran zu erkennen

Damit war die Entscheidung, welche Kapsel zu empfehlen ist, gefallen: Die MCE-2000 ist zweifelsfrei die beste, erst recht, wenn sie die Eigenschaften wie bei den Kapseln von Mo- nacor aufweist. Aber jetzt kommt ein Haken:

Panasonic hat leider die Fertigung der MCE- 2000, die beim Hersteller eigentlich WM- 60A heißt, eingestellt. Monacor hat der Re- daktion allerdings zugesichert, dass sie noch bis mindestens Mitte nächsten Jahres liefer- bar bleiben wird, wahrscheinlich sogar bis Ende September. Genug Zeit also, sich einige

dieser mit 4,20 Euro das Stück wahrlich nicht teuren Kleinode auf Lager zu legen. Mo- nacor-Produkte lassen sich übrigens nicht di- rekt beim Hersteller bestellen, sondern kön- nen nur beim Fachhandel gekauft werden. Wo genau in Ihrer Gegend, sagt Ihnen die Monacor-Internetseite www.monacor.de. Jetzt hieß es, die Kapsel so zu befestigen, dass man sie problemlos zum Messen positionie- ren und handhaben kann. Für diesen Zweck bietet sich Aluminium-Rohr mit acht Milli- metern Durchmesser an, das in so gut wie je- dem Baumarkt in Meterstücken für ein paar Euro erhältlich ist. Es hat nämlich nominell einen Innendurchmesser von sechs Millime- tern, genau das Außenmaß der Kapsel. In der Praxis zeigte sich dann, dass man mit einem Metallbohrer ein wenig nachhelfen musste, der tatsächliche Innendurchmesser war etwas kleiner und ein bis zwei Zehntel sollte die Differenz schon sein, damit die Kapsel hin- einpasst. Passt´s dann immer noch nicht ganz, hilft eine halbrunde Schlüsselfeile für die letzten Hundertstel. Auch die Position der Kapsel ist wichtig: Sitzt sie zu tief im Rohr, setzt´s eine heftige Anhebung bei 20 kHz. Bei

im Rohr, setzt´s eine heftige Anhebung bei 20 kHz. Bei Hier der Vergleich zwischen einer Mikrofonrohrlänge

Hier der Vergleich zwischen einer Mikrofonrohrlänge von 15 und 25 Zentimetern. Das kurze Rohr (rot) zeigt deutlich mehr Welligkeiten als das lange

Rohr (rot) zeigt deutlich mehr Welligkeiten als das lange Entfernt man den Schutzfilz von der MCE-2000,

Entfernt man den Schutzfilz von der MCE-2000, profitiert der Frequenzgang deutlich (blaue Kurve)

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Messtechnik

22 Messtechnik Beim Einbau der Mikrofonkapsel sollten man darauf achten, dass sie nicht zu weit ins

Beim Einbau der Mikrofonkapsel sollten man darauf achten, dass sie nicht zu weit ins Rohr hineinrutscht. Was dann passiert, sieht man an der blauen Kur- ve. Bei planer Montage (rot) ist das Ergebnis durchaus vertretbar. Noch besser aber wird´s, wenn die Kapsel einige Millimeter aus dem Rohr herausschaut

bündiger Montage (so hat KLANG+TON auch getestet, um Reproduzierbarkeit zu ge- währleisten) sieht der Frequenzgang schon viel besser aus. Optimal verläuft er aber erst dann, wenn die Kapsel etwa drei bis vier Mil- limeter aus dem Rohr herausschaut. Bevor die Kapsel in das Rohr eingeklebt wird, sollte man nicht vergessen, genügend lange An- schlusskabel anzulöten. Diese Arbeit ist we- gen der geringen Größe von Kapsel und Löt- flächen ein wenig knifflig, mit spitzem Löt- kolben und etwas Geduld schafft man auch das. Das Einkleben ist jetzt aber immer noch nicht an der Reihe, denn nun muss man das

Rohr noch auf die richtige Länge bringen. Um die herauszufinden, hat KLANG+TON zwei verschiedene ausprobiert: Einmal 15, einmal 25 Zentimeter. Und siehe da: Bei 15 Zentimetern zeigten sich Welligkeiten im Frequenzgang, die bei 25 Zentimetern deut- lich geringer ausfielen. Letzteres ist also ganz klar vorzuziehen. Was sich hier durch die Welligkeiten bemerkbar macht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Feder-Mikro- fonklemme, die recht voluminös ist und Re- flexionen auslöst. Wer sich eine kompaktere Mikro-Klemme konstruiert, kann problemlos auch auf etwas Rohrlänge verzichten. Aber

nur, wenn´s unbedingt sein muss, schließlich hat man einen ganzen Meter Rohr Ebenfalls interessiert hat die Redaktion, was passiert, wenn man den kleinen Filz auf der Mikro-Kapsel entfernt. Dann wird zunächst eine kreisförmige Öffnung sichtbar, unter der mit etwas Abstand die Membran zu sehen ist. Groß etwas passieren kann also nicht, wenn man den Filz komplett weglässt, vielleicht kommt ein wenig Staub an die Membran, aber das dürfte wenig Schaden anrichten. Die anschließende Messung zeigte einen durch- aus positiven Effekt: Die Anhebung im Hoch- tonbereich reduzierte sich um etwa 0,5 dB. Verglichen wurde übrigens jeweils mit einer MK201 von Microtech Gefell, deren Fre- quenzgang genau bekannt war. Der Lautspre- cher für die Messungen wurde eigens dafür entwickelt und hat zwischen 500 Hertz und 40 kHz nicht mehr als plusminus zwei dB Ab- weichung im Frequenzgang. Ein „Nachteil“ der MCE-2000 soll nicht verschwiegen wer- den: Bei Schallpegeln oberhalb 112 dB ver- zerrt sie stark. K+T hat auf der Internet-Seite von Siegfried Linkwitz (ja genau, der mit den Linkwitz-Filtern) eine Modifikation gefun- den, die das abändert (zu finden auf www.linkwitzlab.com/sys_test.htm#Mic). Damit lassen sich dann problemlos bis zu 140 dB messen, die Empfindlichkeit reduziert

Mikrofontypen

Immer wieder durcheinandergebracht wird die Richtcharak- teristik von Mikrofonen mit der Eignung für den Schallfeld- typ. Diese haben jedoch gar nichts miteinander zu tun. Die Richtcharakteristik bezieht sich immer nur auf Frequenzen unterhalb etwa 1000 Hertz und besagt, wie das Mikrofon auf Schalleinfall aus unterschiedlichen Winkeln reagiert. Mess- mikrofone haben immer eine Kugelcharakteristik, gleicher Schalldruck wird, egal von wo er kommt, immer in gleichen Pegel umgesetzt. Mikros mit Nieren- oder Supernieren-Cha- rakter geben demgegenüber den Schall direkt von vorn am lautesten wieder, den von der Seite und von hinten deutlich leiser. Eine Achter-Charakteristik bedeutet, dass die Signale von direkt vorn und hinten gleich starke Ausgangspegel ver- ursachen, die von der Seite deutlich weniger. Bei höheren Frequenzen quittieren übrigens auch Mikros mit Kugelcharakteristik den von den Seiten oder von hinten auf- treffenden Schall gegenüber dem von vorn mit einer niedri- geren Ausgangsspannung, weil die Schallwellenlängen dort in die Größenordnung der Mikrofonabmessungen kommen. Der Schall von hinten wird also sozusagen abgeschattet. Das weist schon darauf hin, dass ein Mikrofon ein Schallfeld, in das es gebracht wird, nicht unverändert lässt. Das ist aber

nicht nur für den Schall von der Seite und von hinten so, son- dern auch für solchen direkt von vorn. Das Mikrofon bewirkt hier einen Druckstau, der sein Maximum bei der Frequenz hat, deren Wellenlänge seinem Durchmesser entspricht. Der

Effekt davon: Zu hohen Frequenzen misst ein solches Mikrofon zunehmend mehr Schalldruck, als ohne es vor- handen wäre. Der Frequenzgang des Mikros steigt also deut- lich an. In einem Druck-Schallfeld aber, das zum Beispiel in Koppelkammern für Messungen von Telefon-Hörkapseln oder Hörgeräten, auftritt, verhält es sich linear, zumindest so lange, wie die Abmessungen der Kammer klein gegenüber der Wellenlänge sind. Auch kann man diese so genannten Druckfeld-Mikros plan in eine Wand oder Begrenzungsfläche einbauen, wo sie keine Veränderung am Schallfeld bewirken. Diese Art Mikrofonkapseln sind fürs Lautsprechermessen wenig geeignet, da ihre Überhöhung bei hohen Frequenzen zehn dB und mehr beträgt. Das lässt sich zwar zumindest mit Computer-Messsystemen kompensieren, sinnvoll ist das aber nicht. Denn es gibt auch Kapseln, die solche Überhöhungen nicht aufweisen. Die Entwickler haben hier den Anstieg zu hohen Frequenzen hin kompensiert, und zwar mit etwas, das Bo- xenbauern nicht unbekannt sein dürfte: Nämlich der Dämp- fung bei der Resonanzfrequenz. Ähnlich wie bei der Abstim- mung eines Lautsprecher-Gehäuses lässt sich über die Dämp- fung der Frequenzgang in starkem Maße beeinflussen. Legt nun der Entwickler die Membranresonanz geschickt (bei Halbzoll-Kapseln um 20 kHz) und dämpft diese stark, fällt der reine Druckfrequenzgang ab und kompensiert somit den Anstieg durch Druckstau im Schallfeld. Eines erledigt er da-

bei normalerweise gleich noch mit: Kondensator-Messkaspeln benötigen eine Schutzkappe, damit der dünnen Membran im rauen Alltagsbetrieb nichts passiert. Die ist zwar schall- durchlässig, bildet aber bei einer bestimmten Frequenz ab- hängig von Beschaffenheit und Membranentfernung eine Resonanzstelle. Die kann man mit dieser Methode gleich mit kompensieren. Als Einstell-Element für die Dämpfung bietet sich die Gegen- elektrode an. Denn die sitzt sehr dicht an der Membran. Die dazwischen liegende Luft wird dadurch bei Membranbewe- gungen stark beschleunigt, gleichzeitig aber auch durch den engen Abstand gebremst. Diese Bremswirkung lässt sich durch Öffnungen in der Gegenelektrode und Veränderungen des Abstands gezielt einstellen (siehe Bild). Diese Art Ab- stimmung heißt Freifeld-Kompensation, denn das Mikrofon gibt (annähernd) wieder, wie der Schalldruck in freiem Feld, also ohne jegliche Reflexionen eines Raumes und ohne Ein- fluss des Mikros, verlaufen würde. Für Lautsprechermessun- gen werden ausschließlich Freifeld-Mikrofone eingesetzt. Es gibt noch eine dritte Art von Mikrofonabstimmung, die Dif- fusfeld-Korrektur. Sie gilt für den Fall, dass die Schallwellen von allen Seiten mit gleicher Wahrscheinlichkeit eintreffen. Die werden dann eingesetzt, wenn keine eindeutige Schall- quelle zu definieren ist, zum Beispiel bei Lärmmessungen in einer Maschinenhalle mit zig unterschiedlichen Lärmquellen und vielen Reflexionen.

Beispiel bei Lärmmessungen in einer Maschinenhalle mit zig unterschiedlichen Lärmquellen und vielen Reflexionen. 1/05

sich dann allerdings deutlich. Außerdem wer- den besondere Anforderungen an den Vor- verstärker gestellt, das Mikro gibt bei 140 dB mehr als ein Volt aus, was so gut wie jeden Verstärker auf dem Markt übersteuert. Die Modifikation schaltet dem Feldeffekt-Transi- stor, der in der Kapsel als Impedanzwandler arbeitet, einen Sourcewiderstand zu und ver- legt so den Arbeitsbereich weiter in den li- nearen Teil der FET-Kennlinie. Für normale Anwendungen ist das aber völlig unnötig, da reichen 112 dB in jedem Fall. Das dünne Aluminium-Rohr lässt sich nicht in einer Feder-Mikroklemme zum Halten bringen. Dabei helfen kann ein etwa sechs Zentimeter langes Stück PVC-Rundmaterial mit 20 mm Durchmesser. Dieses gibt´s eben- falls im Baumarkt. Das Stück bekommt mit- tig eine Bohrung mit acht Millimetern Durch- messer (langsam bohren, sonst schmilzt das PVC rund um den Bohrer!) und kann dann ein Stück auf das Mikrofonrohr geschoben wer- den. Hinten noch eine Cinchbuchse anlöten und einkleben – fertig. Eine andere Möglich- keit, die auch gleich für Anschluss sorgt, ist, einen XLR-Stecker mit Klemm-Kabelsiche- rung auf das Rohr zu stecken und die Siche- rung festzuziehen. Eine dritte Variante ist, ein kleines rechteckiges Kunststoffgehäuse an den Stirnseiten mittig mit Acht-Millimeter- Löchern zu versehen und dort das Mikro- Rohr festzukleben. Auch das hält in der Mi- kroklemme und bietet gleichzeitig den Vor- teil, Vorverstärker und 9-Volt-Batterie als Stromversorgung mit unterzubringen. Womit wir beim letzten Problempunkt angekommen wären, nämlich eben Verstärker und Strom- versorgung. Zum Bearbeiten mit einem PC- Messprogramm via Soundkarte müssen die zarten Mikro-Signale nämlich etwas aufge- päppelt werden. Dazu bieten Conrad, ELV und Co. reichlich Bausätze an, aus denen wir uns einen besonders kleinen, den SMD-Mi- krofonverstärker von ELV (Artikelnummer:

68-199-86) herausgegriffen haben, der nur 4,95 Euro kostet. Er passt wunderbar in ein kleines Gehäuse direkt am Mikro, muss aller- dings mit SMD-Bauteilen bestückt werden. Mit oben schon erwähntem spitzen Lötkolben und ruhiger Hand geht aber auch das. Die Schaltung verstärkt um etwa 40 dB. Damit kommt man gut in den für die meisten Soundkarten optimalen Spannungsbereich zwischen 100 mV und 1 V.

optimalen Spannungsbereich zwischen 100 mV und 1 V. 23 Die Frequenzgänge der jeweils in mehreren Exemplaren
optimalen Spannungsbereich zwischen 100 mV und 1 V. 23 Die Frequenzgänge der jeweils in mehreren Exemplaren
optimalen Spannungsbereich zwischen 100 mV und 1 V. 23 Die Frequenzgänge der jeweils in mehreren Exemplaren
optimalen Spannungsbereich zwischen 100 mV und 1 V. 23 Die Frequenzgänge der jeweils in mehreren Exemplaren

23

Die Frequenzgänge der jeweils in mehreren Exemplaren getesteten Mikrofonkapseln. Von oben nach unten: MCE-2000, MCE-2500, MCE-4000 und MCE- 4500. Die beiden Letzteren sind durch ihre starke Anhebung um 10 kHz für Messzwecke nicht geeignet. Die MCE-2500 ist schon besser, kann aber der MCE- 2000 auch nicht das Wasser reichen

24

Messtechnik

Auch für Leute, die sich nicht auch noch mit dem Selbstbau eines Mikrofons belasten wol- len, wo sie doch schon so viel Zeit in ihre Lautsprecher investieren, hat KLANG+ TON etwas gefunden: Die Firma IBF-Aku- stik nämlich, die hochwertige und günstige Mikrofone und Vorverstärker anbietet, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. So ko- stet die Verstärker-Mikrofon-Kombination MP-1r-Kit 164 Euro und bietet dafür man- ches, was auch weitaus teurere Geräte und Mikros nicht können: So liegt dem Mikrofon EMM-8 (gibt´s auch einzeln, kostet 60 Euro) eine Frequenzgang-Datei auf Diskette bei. Auch die Empfindlichkeit ist auf der Diskette vermerkt. Besonders interessant ist ein Feature, das IBF Akustik in den Vorverstärker MP-21 (einzeln 104,79 Euro) integriert hat: Nämlich die Möglichkeit, Schalldruck kalibriert zu mes- sen, ohne einen Mikrofonkalibrator zu besit- zen. Abgestimmt auf die Empfindlichkeit des mitgelieferten EMM-8 leuchtet immer dann, wenn der Schalldruck am Mikrofon 94 dB er- reicht, eine LED auf. So ist es kein Problem, eine ganze Messkette inklusive Soundkarte und Mess-Software zu kalibrieren. Dazu stellt

man einfach das Mikrofon im Nahfeld vor einen Lautsprecher, gibt auf diesen 1 kHz und erhöht die Lautstärke so lange, bis die LED hell leuchtet. Wird sie dunkler, ist der Pegel schon zu hoch. Dann stellt man die Verstär- kung am Regler des Vorverstärkers auf den gewünschten Wert ein und hat nur eine Refe- renz für die Ausgangsspannung, die 94 dB entspricht. Das funktioniert laut Hersteller auf ein dB genau, was KLANG+TON im Test auch nachvollziehen konnte. Der Vor- verstärker wird standardmäßig von einer 9- Volt-Batterie mit Spannung versorgt, bietet aber auch einem (nicht mitgelieferten) Netz- teil Anschluss. Beide Komponenten machen einen sauber verarbeiteten Eindruck. Das Mikrofon ist 30 Zentimeter lang und trägt am Ende eine Kunststoff-Verdickung, mit der es Aufnahme in der – mitgelieferten – Federklemme findet. Vorverstärker und EMM-8 werden per han- delsüblichem Cinchkabel miteinander ver- bunden. Als Mikrofonkapsel nutzt IBF-Aku- stik ebenfalls die von KLANG+TON bevor- zugte MCE-2000 von Panasonic. Hier ist sie zudem besonders edel untergebracht, denn sie steckt nicht einfach im Ende des Rohrs, son-

dern in einem Edelstahl-Stück, das von einem feinen Drahtgitter abgeschlossen wird. Den Filz der Kapsel hat der Hersteller übrigens ebenfalls entfernt. Die Kalibrierung von IBF-Akustik hat KLANG+TON überpüft. Die Empfindlich- keit von 6,1 mV/Pa konnten wir auf den Punkt genau bestätigen. Der Frequenzgang zeigte im oberen Bereich Abweichungen von etwa 0,5 dB. Das kann man weder IBF-Aku- stik noch KLANG+TON anlasten, denn so- wohl Brüel & Kjaer, von denen das Referenz- mikrofon von IBF Aksutik stammt, als auch Microtech Gefell geben als Genauigkeit (oder besser gesagt Messunsicherheit) des Kali- brier-Frequenzgangs 0,5 dB an. Da kann man sich über die hier zu Tage tretenden Abwei- chungen im Grunde nicht beschweren. Als Fazit lässt sich ziehen, dass IBF-Akustik mit der Verstärker-Mikrofon-Kombi MP-1r-Kit eine verlässliche Messmöglichkeit für Laut- sprecher bietet, die das Budget eines Hobby- isten keineswegs sprengt. Besonders gefallen hat die Möglichkeit, auch mit kalibriertem Pegel zu messen, ohne dass man einen nicht ganz billigen Kalibrator anschaffen muss. Michael Nothnagel

Wie misst man Mikrofone?

Will man die Eigenschaften eines Mikrofons feststellen, tut sich ein Henne-Ei-Problem auf: Ohne genau bekanntes Mi- krofon kann man den zum Messen herangezogenen Laut- sprecher nicht beurteilen und ohne genau bekannten Laut- sprecher kein Mikrofon. Diesen gordischen Knoten durch- schlagen haben einige Wissenschaftler in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts: Mit der so genannten Rezipro- zitätsmethode kann man von drei Mikrofonen gleichen Typs Empfindlichkeit (bei welchem Schalldruck welche Ausgangs- spannung) und Frequenzgang ohne Umweg über einen Laut- sprecher bestimmen. Dazu wird die Fähigkeit eines Mikro- fons herangezogen, dass es mit gleichen Eigenhschaften nicht nur als Mikro, sondern auch als Lautsprecher funktio- niert. Die drei Kapseln werden in drei Kombinationen jeweils paarweise zusammengespannt, je eine als Mikro und eine als Lautsprecher. Aus den Ergebnissen lassen sich dann sehr zu- verlässig und genau die gewünschten Daten errechnen. Die- ses Verfahren ist sehr aufwendig und wird eigentlich nur in Forschungslabors und großen, akkreditierten Kalibrierlabors durchgeführt. Die Eigenschaften anderer Kapseln ermittelt

man dann durch einfachen Vergleich. So lassen sich Emp- findlichkeit und Frequenzgang auf wenige Hundertstel dB genau bestimmen.

Werden kalibrierte Mikrofonkaspeln ausgeliefert, bekommt man in aller Regel nicht nur Empfindlichkeit und Freifeld-Fre- quenzgang, sondern meist auch Druck- und Diffusfeld-Fre- quenzgänge mitgeliefert. Der Druckfeld-Gang wird dabei nicht direkt gemessen, sondern mithilfe des so genannten elektrostatischen Eichgitters. Das ist ein planes Metallgitter, das parallel zur Membran der Kapsel in geringem Abstand angebracht wird. An dieses Gitter wird dann eine Gleich- spannung (zwischen 200 und 800 Volt) angelegt. Zu dieser Gleichspannung kommt dann noch eine Wechselspannung hinzu, die durch das von ihr und der Gleichspannung be- wirkte elektrische Feld eine äquivalente Membranbewegung auslöst, ganz ähnlich wie bei Schalleinfall. Jetzt kann der Fre- quenzbereich der Kapsel durchgefahren und die Spannung am Vorverstärker-Ausgang gemessen werden. Das Ergebnis ist bis auf minimale Abweichungen mit dem reinen Druck- frequenzgang der Kapsel identisch. Daraus lässt sich dann rechnerisch der Freifeld- und Diffusfeld-Frequenzgang er- rechnen. Die dazu notwendigen Korrektur-Frequenzgänge stellen die Hersteller für jeden Kapseltyp zur Verfügung. Ei- ne solche Messung ist nicht sonderlich aufwendig und lässt sich auch in normalen Lautsprecher-Messlabors durch- führen. Besonders einfach geht das mit den Kapseln von Microtech Gefell, denn sie haben in der Membran-Schutz- kappe schon ein elektrostatisches Eichgitter integriert. Die

Front der gelochten Schutzkappe ist dazu vom Rest isoliert. Will man nicht die Kapsel, sondern eine komplette Messket- te kalibrieren, um Schalldrücke genau messen zu können, benötigt man einen so genannten Schallkalibrator. Der lässt sich auf das Mikrofon aufstecken und gibt einen Sinuston mit definiertem Pegel ab, meist 1 kHz und 94 dBSPL. Das An- zeige-Instrument oder die Mess-Software können nun genau justiert werden. Für Einzoll- und Halbzoll-Kapsel muss man dabei noch ein Korrekturwert von 0,4 respektive 0,2 dB be- achten. Man justiert also auf 93,6 beziehungsweise 93,8 dB. Eine noch genauere Kalibriermöglichkeit bietet das so ge- nannte Pistonphon. Sein Vorteil: Der Schalldruck wird hier nicht wie beim Kalibrator durch einen Lautsprecher erzeugt, der sich mit der Zeit verändern kann, sondern über zwei Kol- ben, die sich von einer Nockenscheibe angetrieben auf- und abbewegen. Der erzeugte Schalldruck ergibt sich hier aus- schließlich aus den mechanischen Abmessungen, nämlich dem Durchmesser und Hub der Kolben sowie der Größe der Kammer, in die die Kolben arbeiten und in die auch das Mi- krofon eingesteckt wird. Das erlaubt eine Kalibriergenauig- keit von etwa einem Zehntel dB, was für die meisten Labors locker ausreicht. Der gemessene Schalldruck ist beim Pi- stonphon vom momentanen Luftdruck abhängig. Deshalb liegt jedem dieser Geräte ein Barometer bei, dessen Skala den richtigen Korrekturwert direkt anzeigt.

Deshalb liegt jedem dieser Geräte ein Barometer bei, dessen Skala den richtigen Korrekturwert direkt anzeigt. 1/05

K+T -Projekt

Universell einzusetzender Subwoofer mit pfiffigem Gehäuse

Trommelfeuer Trommelfeuer

Auch der XAW310 von Mivoc bietet imponierende Qualität zum günstigen Preis. Da liegt es nicht fern, mit ihm einen potenten Heimkino- und Musiksubwoofer zu entwickeln. Im Vordergrund standen vielseitige Einsetzbarkeit und ein außer- gewöhnliches Gehäuse.

Bereits im letzten Heft ist uns der Mivoc XAW310 mit seinem stabilen Aufbau, pra- xisgerechtem Parametersatz und nicht zuletzt günstigem Preis aufgefallen. Das 30er-Chas- sis arbeitet mit einer Sandwichmembran aus Polypropylen, in die ein wabenförmiger Kern aus Fasermaterial eingearbeitet ist. Oben auf dem Korbflansch sitzt ein dicker Ring aus Aluguss, der nicht nur als Zierrat fungiert, sondern zwei wichtige Funktionen über- nimmt. Er hilft bei der wirklich soliden Befe- stigung des Chassis auf der Schallwand, und er wirkt bei der Befestigung der Gummisicke mit. Die Sicke wird zwischen Korb und Ring eingespannt, damit daraus eine unverrück- bare Verbindung wird, ist eine Nut in die Klemmung eingearbeitet. Ganz hervorragend weiß der Antrieb des XAW 310 zu gefallen.

25

K+T -Projekt

Die Zweieinhalbzoll-Spule ist auf einen Kaptonträger gewickelt und wird von einem segmentierten Magnetsystem in Bewegung versetzt. Durch die Öffnungen zwischen den abgerundeten Segmenten kann die Luft nahezu ungehindert strömen. Zusätzlich gibt es eine Polkernbohrung, sogar der Raum un- ter der Schwingspule ist über einen Kranz Löcher um den ausgestellten Polkern belüftet. Als Antrieb wählten wir das Hypex HS 200, das durch sauberen Aufbau, hohe Zuverläs- sigkeit und genügend Leistung gefällt. Wei- terhin ist es mit einer Bassanhebung ausge- stattet, die in Frequenz und Pegel regelbar ist – ein nicht zu unterschätzender Vorteil ge- genüber einfacheren Modulen. Der Nachteil ist der stolze Preis des HS 200, der uns bewo- gen hat, den Subwoofer so auszulegen, dass er alternativ auch mit günstigeren Modulen betrieben werden kann.

Konstruktion

Das Modul ist in einem separaten Gehäuse untergebracht, was die Verwendung unter- schiedlicher Module bei unverändertem Sub- gehäuse ermöglicht. Weiterhin hatten wir uns vorgenommen, beim Gehäuse die ausgetrete- nen Pfade der quaderförmigen Basskisten zu verlassen. Die schießlich realisierte Lösung eines trommelförmigem Subwoofers sorgt je- doch nicht nur für eine unkonventionelle Op- tik, sondern bietet auch handfeste akustische Vorteile. Während ein Quadergehäuse über sechs Seitenflächen „die Backen aufblasen“ kann, ist dies in einem Zylindermantel nicht möglich. Jeder kann sich vom schwingungs- armen Verhalten eines solchen Gehäuses überzeugen, indem er bei hoher Lautstärke die (sehr dezenten) Wandbewegungen er- fühlt. Für unseren Subwoofer – auf den nahe lie- genden Namen Bass-Drum getauft – ergab sich ein Bassreflexvolumen von 55 Litern netto mit leicht abfallendem Frequenzverlauf bis 30 Hz. In der passiven Variante wohlge- merkt, was unserer Absicht entspricht, den Sub unabhängig von der Wahl des Verstär- kermoduls zu gestalten. Die Bass-Drum läuft bereits passiv so gut, dass wir sie für nahezu jeden Verstärker, der eine 4-Ohm-Last ver- kraftet, empfehlen können. Ein Übermaß an 26 Leistung wird nicht benötigt, da der Woofer an 2,83 V bereits gut 90 dB Schalldruck lie- fert (kalibriertes Diagramm im Steckbrief).

Steckbrief Mivoc XAW310

Diagramm im Steckbrief). Steckbrief Mivoc XAW310 dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel 105 95
dB Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel 105 95 85 75 Ohm 150 65 120 90
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/60 Grad Messwinkel
105
95
85
75
Ohm
150
65
120
90
55
60
30
45
0
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
20kHz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
50 100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

Technische Daten

Hersteller:

Mivoc Speaker Trade, Solingen 125 Euro

Vertrieb:

Unverb. Stückpreis:

Z: 4 Ohm Le: 2,59 mH RDC: 2,79 Ohm SD: 490,90 cm 2 Qm: 5,86 Qe: 0,30 Qt: 0,28 fs: 29,48 Hz

VAS: 74,68 l Mms: 132,09 g Rms: 4,54 kg/s Cms: 0,22 mm/N B*L: 14,47 Tm No: 0,61 % SPL: 89,89 db 1 W/1 m SPL: 94,46 db 2,83 V/m

dB Vergleich passiv/aktiv ohne Bassanhebung/mit Bassanhebung 100 90 80 70 60 50 10 20 30
dB
Vergleich passiv/aktiv ohne Bassanhebung/mit Bassanhebung
100
90
80
70
60
50
10 20
30
60
100
200
300
Hz

Das obige Diagramm verdeutlicht die Ver-

hältnisse. Wer jedoch eine Bassanhebung zur Verfügung hat, kann den Frequenzgang un-

terhalb von 40 Hz linearisieren. Für die Bass-

Drum passt dabei eine Anhebung von 4 dB

bei 25 Hz – eine Einstellung, die sich mit vie-

len Modulen realisieren lässt.

dB Aktivierter Subwoofer mit 0, +2,5, +4, +6 dB bei 25 Hz 100 90 80
dB
Aktivierter Subwoofer mit 0, +2,5, +4, +6 dB bei 25 Hz
100
90
80
70
60
50
10 20
30
60
100
200
300
Hz

Aus dem Diagramm ist ersichtlich, dass auch

ein Bass-Boost von 3 dB oder 6 dB zu guten Ergebnissen führt, so dass hier mit Fug und Recht von einer universellen Auslegung die Rede sein kann. Einzig die Boost-Frequenz

von 25 Hz sollte eingehalten werden. Die

Messergebnisse im Steckbrief (bis auf den

Impedanzschrieb natürlich) beziehen sich auf die aktive Bass-Drum mit Bassanhebung (25 Hz/+4 dB). Das sehr lobenswerte Abschnei-

den sowohl bei der Verzerrungsmessung als

auch beim Wasserfall dürfte nicht zuletzt auch ein Verdienst der zylindrischen Form sein. Der besonders resonanzarme und schwingungsunempfindliche Aufbau sorgt

für ein Plus an Ruhe im Gebälk – mit positi-

ven Auswirkungen im Labor wie im Wohn- zimmer.

Aufbau

Das Herzstück der Konstruktion ist ein

Kunststoffrohr aus dem Kanalbau mit 400

mm Durchmesser, dessen 10 mm (!) Wand-

stärke für die nötige Stabilität sorgen. Auch das Reflexrohr ist ursprünglich als Abwasser-

10 mm (!) Wand- stärke für die nötige Stabilität sorgen. Auch das Reflexrohr ist ursprünglich als

Steckbrief Mivoc Bass Drum

Steckbrief Mivoc Bass Drum dB Frequenzgang mit Trennung bei 15/50/75/150 100 90 80 70 60 50
dB Frequenzgang mit Trennung bei 15/50/75/150 100 90 80 70 60 50 10 20 30
dB
Frequenzgang mit Trennung bei 15/50/75/150
100
90
80
70
60
50
10
20 30
60
100
200
300
Hz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m Trennung 150 Hz
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
20
30 60
100
200
300
Hz
Ohm
Impedanzverlauf des Subwoofers ohne Modul
50
40
30
20
10
0
10
20 30
60
100
200
300
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
100 1000
10000
Hz

leitung gedacht; beide Teile sind im Bau- markt oder notfalls im Baustoffhandel aufzu- treiben. Weiterhin bieten die CNC-Boxen- profis (www.cnc-boxenprofis.de), die auch das Bass-Drum-Prototypengehäuse für uns fertigten, passend abgelängte Rohre (zukünf- tig wohl auch Komplettbausätze) zum Vor- zugspreis inkl. Versand an. Zum Aufbau ist anzumerken, dass die Verbindung der Deckel mit dem Zylinder nicht mit Holzleim, son- dern mit Montagekleber zu verkleben ist. Der Übergang zum doppelwandigen MDF- Deckel ist dabei wohldurchdacht: Weil das große Kunststoffrohr sich kaum ohne ausge- franste Kanten sägen lässt, wird in den Deckel eine passende Nut gefräst, in der die Rohrkante verschwindet. Dadurch ergibt sich eine gute Klebefläche und das Rohr wird in eine exakt runde Form gezwungen. Auf Spikes montiert ist auch ein Downfire-Ein-

satz der Bass-Drum möglich, wodurch die Optik um eine Variante bereichert ist. Wer den Subwoofer liegend betreiben will, baut sich den passenden Lagerbock wie auf den Bildern.

Klang

Im Heimkinobetrieb zeigt die Bass-Drum eine Vorstellung, die an Tiefgang nichts zu wünschen übrig lässt. Niederfrequente Effektgewitter von DVD werden mit beein-

druckender Wucht wiedergegeben und sor- gen für einen erstklassigen Spaßfaktor beim

 

Technische Daten

 

Vertrieb:

Speaker Trade, Solingen; Intertechnik, Kerpen; CNC-Boxenprofis, Heinsberg KLANG+TON

Konstruktion:

Funktionsprinzip:

Bassreflex

Nennimpedanz (passiv):

4 Ohm

Kennschalldruckpegel (passiv) 2,83 V/1 m:

Innenvolumen:

siehe Frequenzgang (kalibriert gemessen) 61 Liter 11 x 40 cm

Reflexrohr:

Kosten pro Box Tieftöner Mivoc XAW310 Kunststoffrohr Bitumenmatten MDF Summe Verstärkermodul Hypex HS200

Gesamtkosten

125 Euro 38 Euro inkl. Versand ca. 20 Euro ca. 12 Euro ca. 195 Euro

405 Euro ca. 600 Euro

20 Euro ca. 12 Euro ca. 195 Euro 405 Euro ca. 600 Euro Wir gaben dem

Wir gaben dem vollständig ausgestatteten und hochwertig verarbeiteten Hypex HS 200 den Vorzug. Das Subwooferkonzept ermöglicht jedoch auch den Einsatz anderer Module

hochwertig verarbeiteten Hypex HS 200 den Vorzug. Das Subwooferkonzept ermöglicht jedoch auch den Einsatz anderer Module

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K+T -Projekt

Kinoabend zuhause. Der Sub fügt sich her- vorragend ins Geschehen ein, was absolut auch für den Musikbetrieb zutrifft. Bei guten Stereoaufnahmen mit Naturschlagzeug oder auch elektronischem Bass zeigt die Bass- Drum mehrfach teureren Fertigsubwoofern, wie es geht. Auch im Musikbetrieb spielt der Woofer tief und sauber, sogar Orgelaufnah- men sind kein Problem. Was aber besonders nachhaltig beeindruckt, ist die mitreißende Dynamik und Spielfreude der Bass-Drum. Wenn es um die Wiedergabe von Trommeln geht, besteht kein Zweifel, dass die Bass- Drum ihren Namen verdient hat.

Fazit

Die Bass-Drum ist eine Konstruktion, in der der günstige XAW310 klanglich über sich hinauswächst. Der Sub lässt sich an Heim- kinoverstärkern mit tiefpassgefiltertem Bass- kanal betreiben oder mit verschiedenen Ver- stärkermodulen kombinieren. Das Trommel- gehäuse bürgt für außerordentliche Stabilität. Wer die Bass-Drum nachbaut, erhält nicht nur einen optisch ausgefallenen, sondern auch einen sehr guten Subwoofer.

Elmar Michels

sondern auch einen sehr guten Subwoofer. Elmar Michels Der Subwoofer lässt sich ohne weiteres auf Spikes

Der Subwoofer lässt sich ohne weiteres auf Spikes stehend als Downfire-Sub verwenden

ohne weiteres auf Spikes stehend als Downfire-Sub verwenden Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um

Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um Gehäuseschwingungen vorzubeugen

als Downfire-Sub verwenden Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um Gehäuseschwingungen vorzubeugen 1/05
als Downfire-Sub verwenden Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um Gehäuseschwingungen vorzubeugen 1/05
als Downfire-Sub verwenden Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um Gehäuseschwingungen vorzubeugen 1/05
als Downfire-Sub verwenden Die Innenwände werden mit Bitumenmatten beklebt, um Gehäuseschwingungen vorzubeugen 1/05

Basiswissen

Wissen was Sache ist – Teil 26

Lexikon Lexikon

der der HiFi-Technik HiFi-Technik

KLANG+TON erklärt die Begriffe von Periode bis Phon.

Periode

Die Dauer einer kompletten Schwingung bei einem sich regelmäßig wiederholenden Schwingungsvorgang nennt man Periode. Das lässt sich am einfachsten mit einem Si- nus-Signal veranschaulichen. Es steigt von der Nulllinie aus an, erreicht den Scheitel- punkt, fällt dann über die Nulllinie hinweg, geht durch den negativen Scheitelpunkt und steigt anschließend wieder, bis es erneut den Ausgangspegel erreicht. Die Dauer einer Periode ist der Kehrwert der Schwingfrequenz. Beträgt zum Beispiel die Periodendauer 100 Millisekunden, also 1/10 Sekunde, beträgt die Frequenz 10 Hertz.

also 1/10 Sekunde, beträgt die Frequenz 10 Hertz. Eine Periode einer Sinus-Schwingung Phase Der Begriff Phase

Eine Periode einer Sinus-Schwingung

Phase

Der Begriff Phase vergleicht zwei Schwin- gungen gleicher Frequenz miteinander. Er sagt aus, wie die zeitliche Relation zwischen den beiden Schwingungen aussieht. Wie- derum ist das anschaulichste Beispiel der Si- nus: Haben zwei Sinus-Schwingungen zur gleichen Zeit ihre Maxima und Minima, dann haben sie gleiche Phasen. Hat der eine Sinus zur gleichen Zeit sein Minimum wie der an- dere sein Maximum, haben die Signale entge- gengesetzte Phasen. Der Zeitversatz zwischen den Signalen ist von ihrer Frequenz abhängig. Gegenphasigkeit vorausgesetzt, beträgt er bei 10 Hertz 50 Millisekunden, bei 100 Hertz 5 Millisekunden, also immer eine halbe Peri- odendauer. Um eine allgemeine Beschreibung der Phase für alle Frequenzen zu erhalten, hilft man sich mit der mathematischen Sinus- Funktion. Bei ihr bedeutet der Versatz um eine halbe Periode eine Verschiebung von 180 Grad. Deshalb beschreibt man auch gegen- phasige Signale durch eine Phasenverschie- bung dieses Wertes. Für den gesamten Werte- bereich der Sinusfunktion lässt sich so die Phasenverschiebung in Grad ausdrücken, völ- lig unabhängig von Frequenz und Zeitversatz.

völ- lig unabhängig von Frequenz und Zeitversatz. Die Phase einer um eine halbe Periode versetzte Schwingung

Die Phase einer um eine halbe Periode versetzte Schwingung gleicher Fre- quenz (blau) ist zur Vergleichsschwingung (rot) um 180 Grad verschoben

Phasenverlauf

Der Phasenverlauf beschreibt das Verhalten eines Systems, beispielsweise eines Lautspre- chers, über die Frequenz. Bei einer Messung des Phasenverlaufs wird geprüft, wie das Sy- stem die Phase des Signals, das hineingege- ben wird, im untersuchten Frequenzbereich verändert. Gemeinsam mit dem Frequenz- gang beschreibt der Phasenverlauf das Über- tragungsverhalten eines Systems vollständig (von eventuellen nichtlinearen Verzerrungen und Kompressionseffekten einmal abgese- hen.) Aus der Impulsantwort, also der Reak- tion des Systems auf einen Impuls, lassen sich

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Basiswissen

Frequenzgang und Phasenverlauf eines Sys- tems per Fourier-Transformation berechnen. Viele Lautsprecher-Messsysteme ermitteln ihre Daten auf diese Weise. Der Phasenver- lauf eines Lautsprechers ist nicht so wichtig wie der Frequenzgang. Ändert sich die Phase über die Frequenz langsam und kontinuier- lich, nimmt das Gehör das nicht wahr. Ver- läuft die Phase aber stark unregelmäßig oder ändert sie sich schnell über die Frequenz, ist das meist ein Hinweis auf nichtlineares Ver- halten von Lautsprecher-Chassis und/oder Frequenzweiche. Solche Effekte können durchaus hörbar werden.

bekanntesten davon stam- men von Fletcher und Munson. Das Phon setzt wahrge- nommene Lautstärke und Schalldruckpegel bei 1 kHz gleich. Ein Ton von 1 kHz, der einen Schall- druckpegel von 80 dB- SPL aufweist, ist auch 80 Phon laut. Darüber und darunter kommen die Korrekturkurven zum Einsatz, die zudem noch

kommen die Korrekturkurven zum Einsatz, die zudem noch Frequenzgang (rot) und Phase (blau) beschreiben das
kommen die Korrekturkurven zum Einsatz, die zudem noch Frequenzgang (rot) und Phase (blau) beschreiben das

Frequenzgang (rot) und Phase (blau) beschreiben das Übertragungsverhalten einer Box vollständig (abgesehen von nichtlinearen Verzerrungen). Der „Sprung“ im gezeigten Phasenverlauf liegt daran, dass die Phase an dieser Stelle um mehr als 180 Grad abweicht, die Skalierung aber eben nur bis zu -180 Grad reicht. -180 Grad und +180 Grad sind relativ zueinander 360 Grad, was in der Sinusfunktion gleichbedeutend ist mit 0 Grad, also Phasengleichheit. Deshalb lässt sich die Linie, wenn sie bei -180 Grad das Diagramm verlässt, anstandslos bei +180 Grad weiterzeichnen. Genauso gut könnte man das Dia- gramm auch zusammenhängend beispielsweise bis 720 Grad skalieren, nur sind dann keine feinen Details mehr zu sehen.

Phon

Hier die Kurvenschar der Kurven gleicher Lautstärke. Man sieht deutlich, dass die Hörempfindlichkeit zwischen 2 und 5 kHz am größten ist und sich vor allem im Tieftonbereich drastisch reduziert. Auch verlaufen die Kurven bei unterschiedlichen Lautstärken nicht gleich

über die Lautstärke veränderlich sind, wie das menschliche Ohr eben auch. Die Messung ei- nes Phon-Wertes ist gerade bei breitbandigen Geräuschen relativ kompliziert, weil erstens in insgesamt 24 so genannten kritischen Fre- quenzbändern gemessen werden und dann noch je nach Lautstärke die entsprechende Korrekturkurve angewendet werden muss. Per Computer lässt sich das heutzutage prin- zipiell recht schnell und fehlerarm machen, nur gibt es leider kaum Programme im be- zahlbaren Bereich, die das beherrschen. Es gibt übrigens auch eine direkte Relation zum Sone, einer anderen Einheit für Lautstärke. Die wird prinzipiell gleich ermittelt, also auch über kritische Bänder und Korrekturkurven, wird aber dann noch einer weiteren Korrektur unterzogen, so dass der Sone-Wert annähernd genau skaliert: Doppelte Lautstärke bedeutet doppelten Sone-Wert, der Phon-Wert aber er- höht sich dann um 10 Phon. Im unteren Lautstärkebereich wird das Verhältnis noch stärker nichtlinear. Michael Nothnagel

Das Phon ist eine Einheit für wahrgenomme- nen Lautstärkepegel. Die ist zum Leidwesen der Messtechniker nicht mit dem Schalldruck gleichzusetzen, denn das menschliche Gehör nimmt nicht alle Frequenzen gleich empfind- lich wahr. Es ist zwischen zwei und fünf Ki- lohertz am empfindlichsten, zu hohen und mehr noch zu tiefen Frequenzen hin nimmt 30 die Empfindlichkeit stark ab. Wissenschaftler haben schon sehr früh Korrekturkurven für die Lautstärkewahrnehmung entwickelt. Die

für die Lautstärkewahrnehmung entwickelt. Die Die Einheit Sone basiert auf den gleichen Messprinzipien wie

Die Einheit Sone basiert auf den gleichen Messprinzipien wie das Phon. Die Umrechnung ineinander geschieht allerdings nicht linear, sondern gemäß der hier gezeigten Kurven

wie das Phon. Die Umrechnung ineinander geschieht allerdings nicht linear, sondern gemäß der hier gezeigten Kurven

Bausatztest

High-End-SatellitenboxHigh-End-Satellitenbox mitmit ScanSpeak-/Alcone-BestückungScanSpeak-/Alcone-Bestückung

CleverClever kombiniertkombiniert

Lautsprecherchassis mit Hartmembranen zeigen in ihrem bevorzugten Übertragunsbereich nahezu ideale Eigenschaften. Auch die Frequenzweiche erster Ord- nung verhält sich in der Theorie ideal. Sie benötigt nur Chassis mit sehr gutmütigen Eigenschaften, so dass ei- ne Kombination von Hartmembranchassis und Weiche erster Ordnung nicht funktioniert. Oder doch?

Frequenzweichen erster Ordnung oder 6-dB-Weichen sind charakteri- siert durch flach abfallende Filterflanken im Übernahmebereich zwi- schen zwei Lautsprecherchassis. Auf diese Weise spielen beide Chas- sis über einen weiten Frequenzbereich gemeinsam, während dieser ge- meinsame Bereich bei Weichen höherer Ordnung viel schmaler aus- fällt. Grundsätzlich weisen Frequenzweichen erster Ordnung (wie alle anderen Weichenarten) Vor- und Nachteile auf. Nachteile sind auf- grund des breiten Übernahmebereichs eine hohe Empfindlichkeit ge-

Vor- und Nachteile auf. Nachteile sind auf- grund des breiten Übernahmebereichs eine hohe Empfindlichkeit ge-

32

Bausatztest

genüber Frequenzgangunregelmäßigkeiten auf den Filterflanken. Weiterhin fällt die Be- lastbarkeit solcher (Zweiwege)-Konstruktio- nen nicht besonders hoch aus, da der Hochtö- ner bereits bei relativ niedrigen Frequenzen mitspielen muss, wodurch er einiges auszu- halten hat. Schließlich sind Lautsprecher mit Weiche erster Ordnung anspruchsvoll, was die räumliche Positionierung der Chassis an- geht. Wegen ihrer Vorteile sind Filter erster Ordnung jedoch gerade in High-End-Kreisen höchst geschätzt. Die Begründung liegt einer- seits wie bei den Nachteilen im breiten Über- nahmebereich. Ein klanglicher Vorteil lässt sich veranschaulichen, wenn man bedenkt, dass unterschiedliche Lautsprecherchassis verschieden klingen, das heißt dem Klang un- terschiedlich gefärbte Beimengungen verpas- sen. Dadurch werden bei scharf getrennten Mehrwegesystemen beispielsweise die Ober- wellen oder die höheren Lagen eines Instru- ments mit anderer Charakteristik als die unte- ren Lagen reproduziert, was den Klang der Box „auseinanderreißt“. Bei sanft trennenden 6-dB-Weichen wird dieser Übergangseffekt „verschmiert“. Ein weiteres Argument pro 6- dB-Trennung liefert die Betrachtung des Pha- senverhaltens von Filtern. Aufgrund der Eigenschaften der elektrischen Bauteile be- wirkt jeder Frequenzweichenzweig eine fre- quenzabhängige Drehung der Phase und pro- duziert so Zeitfehler, ein Tiefpass erster Ord- nung dreht die Phase beispielsweise um den Betrag von 90 Grad. Diese Phasendrehung ist beim Filter erster Ordnung am geringsten, womit gerne für seine guten Klangeigen- schaften argumentiert wird. Doch es steckt mehr dahinter. Wird nicht nur das Phasenver- halten der einzelnen Filterzweige, sondern das des Summensignals der gesamten Weiche betrachtet, weisen alle Weichen höherer Ord-

Weiche betrachtet, weisen alle Weichen höherer Ord- Der Spulenträger des Scan-Hochtöners reicht über den

Der Spulenträger des Scan-Hochtöners reicht über den Membranranrand hinaus, was dazu beiträgt, Partialschwingungen zu unterdrücken

nung eine Abweichung vom idealen Phasen- verlauf auf. Nur die Weiche erster Ordnung erfüllt das Kriterium minimaler Phase; Hoch- pass und Tiefpass erzeugen (zumindest theo- retisch) eine Summe ohne Phasendrehung (und natürlich mit für alle Frequenzen kon- stanter Amplitude).

Bausatz

Der Tiefmitteltöner von Alcone wird im Ein- zelchassistest beschrieben, deshalb sei hier das Augenmerk auf den hervorragenden Hochtöner gelegt. Die Rede ist vom Scan- Speak D2904/980007, der sich vom bereits legendären 980000 durch die magnetische Schirmung unterscheidet. Dieser High-End- Hochtöner arbeitet mit einer Aluminiumka- lotte im Format 28 Millimeter mit angekop- peltem Volumen, das die Resonanz auf 500 Hz drückt. Auffällig ist der über den Mem- branansatz hinausreichende Schwingspulen- träger, der als Kragen um die Kalotte von außen sichtbar ist. Diese Konstruktion hat eine stabilisierende Wirkung auf die Mem- bran; der messtechnische Beleg ist das voll- ständige Ausbleiben der typischen Resonanz um 20 kHz. Zum Aufbau ist nicht viel zu be- richten. Selbstverständlich sind im Bausatz alle benötigten Teile enthalten. Das Gehäuse entspricht exakt dem der Lagrange XT Satel- lit ( K+T 1/2004), die ebenfalls den Alcone AC 5,25 HE-S als Tiefmitteltöner beherbergt.

Frequenzweiche

Angesichts dieser Überlegungen gestaltet sich die Lagrange-Weiche sehr unübersicht- lich. Wer eine 6-dB-Weiche mit einer Tief- passdrossel und einem Hochpasskondensator erwartet, wird angesichts der 17 Bauteile un- gläubig staunen. Es besteht also einiges an Erklärungsbedarf, so dass wir die Lagrange- Weiche näher analysieren wollen. Zuerst gilt es festzustellen, dass sich das Entwicklungs- ziel 6-dB-Weiche vor allem durch Flanken- steilheiten von 6 dB pro Oktave auszeichnet. Dies lässt sich genau dann mit einer einzigen Spule bzw. einem einzigen Kondensator als Filter erreichen, wenn die zu beschaltenden Chassis sich absolut ideal verhalten. Nur ein linealglatter Ursprungsfrequenzgang wird mit einer Spule zum Tiefpass mit 6-dB- Flanke. In der Realität haben wir es jedoch mit Chassis zu tun, die sich alles andere als ideal verhalten. Der Alcone AC 5,25 HE-S,

Tiefmitteltöner Alcone AC 5,25 HE-S

Alcone AC 5,25 HE-S, Tiefmitteltöner Alcone AC 5,25 HE-S Der Alcone AC 5,25 HE-S wird ausführlich

Der Alcone AC 5,25 HE-S wird ausführlich im Einzelchassistest behandelt. Messungen und Beschreibung gibt es auf Seite 58.

der in der Lagrange 98 als Tiefmitteltöner zum Einsatz kommt, weist die für Metall- membranen typischen Resonanzerscheinun- gen im Frequenzgang auf, die es zu korrigie- ren gilt.

gen im Frequenzgang auf, die es zu korrigie- ren gilt. Simulation des Tiefmitteltöners im Gehäuse Im

Simulation des Tiefmitteltöners im Gehäuse

Im Tieftonzweig der Frequenzweiche finden wir neben der Drosselspule L1, die für die an- gestrebte 6-dB-Trennung verantwortlich ist, zwei Saugkreise parallel zum Tiefmitteltöner. Ihre Wirkung ist im Diagramm dokumentiert. Aus der Simulation geht hervor, dass der zweite Saugkreis (C2, L3, R2) mit einer Mit- tenfrequenz von 6,7 kHz sich um besagte Membranresonanzen kümmert (grüne Kurve). Der erste Saugkreis aus C1, L2 und R1 wirkt bei 1750 Hz und dient der Glättung der Tieftonflanke (rote Kurve). Das Ergebnis ist tatsächlich eine Flankensteilheit von annähernd 6 dB/Okt.

tatsächlich eine Flankensteilheit von annähernd 6 dB/Okt. Simulation des Hochtöners im Gehäuse Der Hochtonzweig

Simulation des Hochtöners im Gehäuse

Der Hochtonzweig gerät ebenfalls recht auf- wendig, neben dem Hochpasskondensator C3

des Hochtöners im Gehäuse Der Hochtonzweig gerät ebenfalls recht auf- wendig, neben dem Hochpasskondensator C3 1/05

Hochtöner ScanSpeak D2904/980007

Hochtöner ScanSpeak D2904/980007 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner) 105 95 85 Ohm 75 25
Hochtöner ScanSpeak D2904/980007 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner) 105 95 85 Ohm 75 25
dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner) 105 95 85 Ohm 75 25 20 65
dB
Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Hochtöner)
105
95
85
Ohm
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25
20
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15
10
55
5
45
0
400
600 1k
2k
5k
10k
20k
Hz
% Klirrfaktor K2/K3 für 90 dB/1m (Hochtöner)
2,7
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
0,0
500 1k
2k
3k
5k
10k
Hz
Zerfallspektrum (Wasserfall)
dB
-5
-10
-15
-20
-25
-30
1000 10000
Hz

Technische Daten

Hersteller:

ScanSpeak

Vertrieb:

Strassacker, Karlsruhe

Unverb. Stückpreis:

195 Euro

Z: 4 Ohm Le: 0,37 mH RDC: 3,36 Ohm SD: 6,2 cm 2 Qm: 1,95 Qe: 0,84 Qt: 0,59 fs: 499,22 Hz

und dem Pegelwiderstand R6 gibt es zwei Saugkreise und eine durch den Widerstand R3 gedämpfte Spule L4 zu bestaunen. Der er- ste Saugkreis (C4, L5, R4) ist ähnlich wie beim Tieftonzweig für die Glättung der abfal- lenden Flanke zuständig (rote Kurve), der zweite (C5, L6, R5) wirkt um 10 kHz und sorgt laut Simulation für eine Absenkung um knapp 2 dB, das heißt für eine relative Bevor- zugung des Superhochtons. Interessant ist das Vorhandensein des Querglieds L4/R3, das zusammen mit dem Kondensator C3 eigent- lich einen Hochpass zweiter Ordnung bildet. Dies passt erst einmal schlecht zu einer 6-dB-

Weiche, doch die blaue Kurve im Simulati-

onsdiagramm zeigt, dass der Kondensator C3

allein viel weniger als 6 dB Steilheit bewirkt.

Der zusätzliche Zweig L4/R3 ist also zwin-

gend erforderlich, damit die Addition von Tieftöner und Hochtöner funktionieren kann.

Addition von Tieftöner und Hochtöner funktionieren kann. Wirkung von R3 im Hochtonzweig Der Widerstand R3 dient

Wirkung von R3 im Hochtonzweig

Der Widerstand R3 dient dabei zur Einstel- lung der Flanke. Je größer der Wert, desto schwächer die Wirkung des Querkondensa- tors.

dB Zweige und Summe der Lagrange 98 105 95 85 75 65 55 45 20
dB
Zweige und Summe der Lagrange 98
105
95
85
75
65
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45
20 50
100
200
500
1k
2k
5k
10k
Hz

Betrachtet man die von uns gemessene Sum- menkurve im Diagramm, zeigt sich ein brei- ter Überlappungsbereich von 500 bis 10.000 Hz, in dem beide Chassis zur Summe beitra- gen. Nichts anderes war natürlich bei den fla- chen Filterflanken zu erwarten. Die Stufe zwischen 500 und 700 Hz ist der berüchtigte Bafflestep, der durch Schallbeugung an den Schallwandkanten hervorgerufen wird. Zwi- schen 5 und 10 kHz hat die Summe weniger

der durch Schallbeugung an den Schallwandkanten hervorgerufen wird. Zwi- schen 5 und 10 kHz hat die

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Bausatztest

Steckbrief Alcone Lagrange 98

34 Bausatztest Steckbrief Alcone Lagrange 98 dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box) 105 95 85
dB Frequenzgang unter 0/15/30/45 Grad Messwinkel (Box) 105 95 85 75 65 55 45 20