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Anahato D.

Wallhäusser

REIKI
der letzte Grad
- Eine innere Entdeckungsreise mit Reiki -
Über dieses Buch:
Hat Reiki, in den vielen Formen, in denen es heutzutage praktiziert und begriffen wird, noch etwas
mit dem zu tun, was der Japaner Mikao Usui nach seinem Satori vom Berg Kurama mit herunter- und
in die Welt brachte? Was ist dieses Reiki überhaupt? Diesen und anderen Fragen will dieses Buch
nachgehen.
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Es gibt die Wahrheit über „das Leben, das Universum und den ganzen Rest“. Diese Wahrheit lässt
sich erleben, verstehen und ausdrücken. Sowohl das direkte Erleben der Wahrheit als auch ihr tiefes
Verstehen sind gleichermaßen notwendig. Zu Beidem möchte dieses Buch einladen und anregen. Es ist
das erste Buch, das ebenso kompromisslos und konsequent wie präzise aus der Perspektive der
Wahrheit zu dem System ‚Reiki’ und seinem Ursprung Stellung nimmt. So mag es eine
Herausforderung sein für alles, was du bisher über Reiki, aber auch über dich und die Welt, geglaubt
hast.
Bei dem im Titel erwähnten „letzten Grad“ handelt es sich nicht um den Meister-Lehrer-Grad oder
einen der „Großmeister-Grade“, die mittlerweile angeboten werden. Dieser letzte Grad liegt jenseits
jeden bekannten Grades und wird nur vom Leben selbst verliehen. Es ist ein Reife-Grad. Dieses Buch
soll ein Wegweiser zu diesem Grad sein. Ob er beim Lesen empfangen wird, hängt allerdings vom
eigenen Erleben und Verstehen ab. Wenn dieses Buch so gelesen wird, wie es geschrieben wurde, kann
genau das passieren. Es ist möglich, dass ein Lesen geschieht, das nicht von einem Leser getan wird.
Wenn sich dieses Erleben vertieft, kann Reiki geschehen ohne jemanden, der Reiki anwendet. Du bist
REIKI und Reiki wird durch dich gelebt. Das endgültige Verstehen geschieht, wenn da niemand mehr
ist, der sagt: „Ich habe verstanden.“. Wenn Erleben und Verstehen zusammenkommen und dauerhaft
verschmelzen, dann wurde der letzte Grad empfangen. Dann wirst du über alle deine Grat- und
Gradwanderungen erhaben sein und darüber lächeln.

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Wahre Worte sind nicht gefällig /
Gefällige Worte sind nicht wahr.

Tao Te King

Wirklichkeit ist das, was nicht verschwindet, wenn du aufhörst, daran zu glauben.

Philip K. Dick

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Eine Art Gebrauchsanweisung

Hat Reiki, in den vielen Formen, in denen es heutzutage praktiziert und begriffen wird, noch etwas
mit dem zu tun, was der Japaner Mikao Usui nach seinem Satori vom Berg Kurama mit herunter- und
in die Welt brachte? Was ist dieses Reiki überhaupt? Diesen und anderen Fragen will dieses Buch
nachgehen.
In vielen so genannten spirituellen Büchern stößt man früher oder später auf einen Satz der
folgenden Art: „Du, der du bis hierher gelesen hast, gehörst mit Sicherheit zu der Art Menschen, die
ich in den bisherigen Kapiteln schon zur Genüge über den grünen Klee gelobt habe.“
Nein, so offen steht das da natürlich nicht. Vielmehr ist dieser Satz geschickt so formuliert, dass du
dich als Leser ein weiteres Mal gelobt fühlen wirst, ohne die „Lobhudelei“ als solche zu erkennen.
Vielleicht taucht sogar das Gefühl auf, du (ja, gerade oder ausgerechnet du) würdest zu den
„Auserwählten“ gehören, denn sonst würdest du so ein großartiges und weises Buch ja nicht lesen. Im
weiteren Verlauf wird dir dein positives Selbstbild noch mehrmals bestätigt. Dies wird dir sehr gefallen
und du wirst das Buch ganz begeistert weiterempfehlen - natürlich wieder nur an einige wenige (diesmal
von dir) Auserwählte.
Dieses Buch ist anders. Es liegt mir fern dir (oder vielmehr der Person, für die du dich wahrscheinlich
hältst) zu schmeicheln. Solltest du diesen Eindruck gewinnen, so sei an dieser Stelle versichert, dass ich
hier dein „wahres Wesen“ (oder besser 'Das, was DU wirklich bist') anspreche und es sich nicht um
Schmeicheleien sondern um simple Beschreibungen handelt, die nicht persönlich gemeint sind.
Tatsächlich stellt sich die Situation nicht ganz so optimistisch dar, wie der oben persiflierte Satz es
gerne darstellen möchte. Das Einzige, was gesagt werden kann, ist, dass du sehr wahrscheinlich ein
Sucher bist.
Laut Ramana Maharshi gibt es drei Arten von Suchern und insofern wohl auch drei Arten von Lesern:
1. Diejenigen, die beim ersten Kontakt mit der Wahrheit aus ihren Illusionen erwachen. Ihr
Denken steht still und sie SEHEN. Ihre spirituelle Suche endet und es war nur ein kleiner
Schubs für diese Selbst-Erinnerung nötig.
2. Diejenigen, denen sich die Wahrheit nicht auf Anhieb erschließt. Sie müssen erst noch eine
Zeit lang über die Wahrheit reflektieren bis sich ihnen ihr Wesen erschließt und sie im Selbst-
Gewahrsein fest begründet sind.
3. Diejenigen, denen der Zugang zur Wahrheit nicht ohne weiteres zugänglich ist. Sie sind
gewissermaßen noch nicht bereit für ihre Aufnahme. Die Anziehungskraft der Wahrheit führt
sie jedoch zur Selbst-Erforschung um ihr „wahres Selbst“ zu erkennen. Ramanas Frage „Wer
bin ich?“ oder eine Frage wie „Was ist eigentlich wirklich wahr?“ treibt sie um. Das ähnelt
sehr einem Zen-Koan. Dabei handelt es sich um eine Frage, die der Verstand nicht klären
kann. Irgendwann ist aber diese Unmöglichkeit klar und der Verstand kapituliert.
Paradoxerweise ist genau diese Kapitulation die einzige Antwort, denn genau in diesem
Moment ist die Wahrheit zweifelsfrei klar.
Ramana verwendete zur Illustration dieser drei Arten den Verbrennungsprozess: Schießpulver bedarf
nur eines Funkens, Holzkohle muss nur kurz angefeuert werden, und nasse Steinkohle muss lange Zeit
trocknen und gut angeheizt werden, bevor sie zu brennen anfängt.

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Für mich ist diese Auflistung keine Bewertung sondern ebenfalls nur eine einfache Darstellung von
offensichtlichen Tatsachen. Um es deutlich zu sagen: keine dieser Arten von „Suchern“ befindet sich in
einer bevorzugten oder benachteiligten Lage. Der Witz an der Sache ist, dass es keinen Sucher gibt und
DAS ist es, was auf intelligente aber nicht intellektuelle Art erfahren und erkannt wird, wenn die Suche
endet.
Zu welcher Art von Lesern du gehörst, kann ich nicht wissen und es ist auch nicht meine
Angelegenheit. Auf jeden Fall aber wünsche ich dir Ehrlichkeit und Mut denn du wirst beides
benötigen, wenn dieses Buch mehr als Unterhaltung für dich sein soll.
Solltest du wider Erwarten gar nichts mit diesem Buch anfangen können und auch keine großen
Fragen haben, dann wünsche ich dir ein glückliches Leben und die Fähigkeit, es mit deinen Lieben zu
genießen. Verschwende deine Zeit nicht mit dem Lesen dieser Worte sondern verschenke das Buch an
jemanden, von dem du weißt, dass er auf der Suche (nach was auch immer) ist.
Wenn es bei dir jetzt schon „Klick“ gemacht hat (und ich habe noch gar nicht richtig angefangen)
dann 'Herzlichen Glückwunsch', weil deine Suche garantiert enden wird; und gleichzeitig 'Herzliches
Beileid', weil es vorher ebenso sicher noch einmal wehtun wird. Du gehörst unvermeidlicherweise in
absehbarer Zeit zu einer weiteren (vierten) Art von Lesern. Nämlich zu denjenigen, die nicht mehr zu
den Suchern gehören (und von Ramana folgerichtig auch nicht erwähnt wurden), ein gutes Buch jedoch
immer noch zu schätzen wissen.
Solltest du solch ein Leser sein, so lehne dich bequem zurück und genieße das Buch wie du auch das
Leben genießt, wie ein gutes Glas Wein, ein schmackhaftes Gericht oder einen interessanten Film. Es
ist ein weiterer vergeblicher aber spannender Versuch, das Unsagbare in Worte zu fassen. Du weißt,
dass du dieses Buch gewissermaßen selbst geschrieben hast und doch wird jede Zeile für dich neu und
frisch sein. Diese Frische und Unvorhersehbarkeit sind der einzige Grund, warum du dieses Buch
überhaupt liest.
Zu welcher Art von Lesern auch immer du gehörst, lies so vertrauensvoll, wie es dir möglich ist. (Es
sei denn, du hast das Buch schon weiterverschenkt.) Natürlich heißt es von Jesus „Prüfet alles und
behaltet das Beste.“ Auch Buddha hat sich berechtigterweise in diese Richtung geäußert. Doch
erfordert diese Art Lektüre einen Vertrauensvorschuss damit dich der Inhalt erreichen kann. Wenn du
mit einer offenen und wohlwollenden Haltung lesen kannst und die Möglichkeit einräumst, dabei etwas
von Wert für dich zu entdecken, dann hast du mehr davon. - Das heißt aber nicht, dass du das, was in
diesem Buch gesagt wird, einfach glauben sollst. Ganz im Gegenteil: alles, was ich hier schreibe, kann
überprüft werden. Nur das, was deiner eigenen Überprüfung standhält, kann für dich von bleibendem
Wert sein. Bestimmte Dinge kann nur jeder für sich allein erledigen. Du wirst ja auch nicht satt, wenn
ein anderer isst.
Vielleicht möchtest du das Buch zu diesem Zweck mehrmals lesen. Manches kann dich auf diese Art
tiefer erreichen oder es erreicht dich erst beim zweiten oder dritten Lesen. Anderes regt wiederum
vielleicht eine neue eigene Überprüfung an. Eine solche Überprüfung gehört notwendigerweise in den
Kontext deines eigenen Lebens.
Wenn du beim ersten Lesen Widerstand spürst (und die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch), dann
mache nichts damit. Beobachte nur diesen Widerstand und fange auf gar keinen Fall damit an, in deinem
Kopf mit mir zu diskutieren. Das ist ohnehin zwecklos. Vielleicht stellst du bei dir aber auch eine
Resonanz fest. Auf eine gewisse unmissverständliche Art beginnt in deinem Inneren eine Saite
mitzuschwingen. Stelle auch das bitte nur fest. Es nützt dir nichts, wenn du beim Lesen wiederholt mit
dem Kopf nickst – es sieht nur komisch aus. Am Besten machst du gar nichts mit deinem Kopf. Schau
einfach, was passiert und nimm es an.
Noch etwas: „Eigentlich“ setzt dieses Buch eigene Erfahrungen mit Reiki voraus. Es ist kein
Einführungsbuch in das System ‚Reiki’ sondern diesbezüglich eine Lektüre für „Fortgeschrittene“.

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Andererseits geht der Fokus des Buches über jedes System hinaus und das Reiki-System dient allein
deshalb zur Illustration, weil ich seit vielen Jahren damit arbeite und vertraut bin.
Dennoch: Egal wie lange du schon auf „deinem Reiki-Weg“ bist, egal in welchen „Reiki-Grad“ du
eingeweiht sein magst, ja, selbst wenn deine Schüler dich vielleicht für den „Stellvertreter Gottes auf
Erden“ halten, lege am Besten all dein Wissen über Reiki für die Dauer deiner Lektüre, soweit es dir
möglich ist, einmal zur Seite. Keine Bange, es wird unbeschadet auf dich warten, wenn du es benötigst.
Für den Moment stellt dieses Wissen jedoch ein vermeidbares Hindernis für dein Verstehen dar.
Idealerweise liest du so, als hättest du noch nie von Reiki gehört und als gäbe es keine persönliche
Geschichte, die du damit verbindest. Deine eigenen Erfahrungen und Empfindungen hingegen halte
bitte bereit. Für Geistheiler gilt im Übrigen dasselbe.
Solltest du tatsächlich noch nie von Reiki gehört haben, so wundere ich mich zwar, wie dieses Buch
in deine Hände geraten ist, aber du hast einen nicht zu unterschätzenden Vorteil auf deiner Seite: du
schleppst weniger Ballast mit dir herum - zumindest in Bezug auf Reiki. Allerdings ist es äußerst
unwahrscheinlich, dass deine Suche gerade mit diesem Buch beginnt. Du hast sicherlich anderes,
worauf du zurückgreifen kannst und was dir ebenfalls erst einmal genau so im Wege stehen wird wie
anderen ihr „Wissen“ über Reiki. Auch ist so Manches, was ich über Reiki zu sagen habe, auf andere
„Heil-Systeme“ oder Systeme der Lebensbewältigung übertragbar – sogar auf unsere Art, Wirklichkeit
überhaupt wahrzunehmen.
Die höchste, einzige und allerletzte Wahrheit ist so offensichtlich und einfach zugänglich, dass es
mich beinahe wunderte, wie ich sie nach dem bewussten Beginn meiner Suche danach beinahe zwanzig
Jahre weiterhin übersehen konnte. Das habe ich erst verstanden, als ich merkte, wie und warum ich sie
vergessen habe. Nun erstaunt es mich immer noch, wie viel Aufhebens um etwas so Einfaches und
Unspektakuläres gemacht werden kann. ‚Erleuchtung’, ‚Erwachen’ oder ‚Einssein-mit-Gott’ scheinen
einfach deshalb große Worte zu sein, weil es so viele falsche Vorstellung davon gibt, wofür diese Worte
eigentlich stehen – und daran sind manche „Meister“ selbst nicht ganz unschuldig. Zu sehen ‚Wer man
wirklich ist’, ist die einfachste Sache der Welt und dieses Sehen macht weder dich noch mich zu etwas
Besonderem. Es macht nur die Gurus, Therapeuten und Priester arbeitslos.
Diese unabweisbare Wahrheit über „das Leben, das Universum und den ganzen Rest“ ist nicht Besitz
eines Einzelnen. Sie ist unser aller Geburtsrecht. Wir alle sehen sie ohne sie wirklich zu bemerken;
vielleicht erscheint sie uns zu banal. Vielleicht können wir nicht glauben, dass ES so einfach ist. ES ist
zwar kein „Etwas“, das jemand erlangen könnte, aber diese absolute Wahrheit lässt sich erleben, verstehen
und ausdrücken. Zur Integration und zum stimmigen Ausdruck sind sowohl das direkte Erleben der
Wahrheit als auch ihr tiefes Verstehen gleichermaßen notwendig. Zu Beidem möchte dieses Buch
einladen und anregen. Es ist das erste Buch, das ebenso kompromisslos und konsequent wie präzise aus
der Perspektive der Wahrheit zu dem System ‚Reiki’ und seinem Ursprung Stellung nimmt. So mag es
eine Herausforderung sein für alles, was du bisher über Reiki, aber auch über dich und die Welt,
geglaubt hast.
Bei dem im Titel erwähnten „Letzten Grad“ handelt es sich nicht um den Meister-Lehrer-Grad oder
einen der „Großmeister-Grade“, die mittlerweile angeboten werden. Dieser letzte Grad liegt jenseits
jeden bekannten Grades (ja, er ist nicht einmal von vorherigen Graden abhängig) und wird nur vom
Leben selbst verliehen. Es ist ein Reife-Grad. Doch dieses Buch soll ein Wegweiser dahin sein und
daher wird dieser Grad implizit dargestellt. Ob er beim Lesen empfangen wird, hängt allerdings vom
eigenen Erleben und Verstehen ab. Wenn dieses Buch so gelesen wird, wie es geschrieben wurde, kann
genau das passieren. Es ist möglich, dass ein Lesen geschieht, das nicht von einem Leser getan wird.
Wenn sich dieses Erleben vertieft, kann Reiki geschehen ohne einen Jemand, der Reiki anwendet. Du
bist REIKI und Reiki wird durch dich gelebt. Das endgültige Verstehen geschieht, wenn da niemand
mehr ist, der sagt: „Ich habe verstanden.“. Wenn Erleben und Verstehen zusammenkommen und
dauerhaft verschmelzen, dann wurde der letzte Grad empfangen. Dann wirst du über alle deine Grat- und

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Gradwanderungen erhaben sein und darüber lachen. Bis dahin kann dieser Witz allerdings ein recht
tragischer sein.
Es ist unter Reikianwendern leider nicht üblich im Sprachgebrauch zwischen REIKI als Lebensenergie
und Reiki als Methode zu unterscheiden. Wir verwenden dasselbe Wort 'Reiki' für beides und in dieser
Verwendung scheint Reiki etwas zu sein, das wir innerhalb der Welt machen oder benutzen. Eine
solche Unterscheidung wäre aber hilfreich und ist notwendig damit wir wissen, worüber wir reden. Für
den Zweck dieses Buches erscheint das Wort 'Reiki' daher in Großbuchstaben, wenn ich die Universelle
Lebensenergie meine und wenn es mir auf diese Unterscheidung ankommt. Ich unterscheide allerdings
nicht zwischen REIKI als Quelle und REIKI als Lebensenergie „in der Welt“. Eine solche
Unterscheidung ist nicht notwendig und ich hoffe, das wird in diesem Buch auch klar.

Noch ein Wort der Warnung:


Obwohl das Wort 'Wahrheit' oft vorkommt, so ist dieses Buch selbst doch keine Verkörperung der
Wahrheit. Es soll daher auch kein neues „Reiki-Dogma“ aufgestellt werden und niemandem seine
Reiki-Praxis vorgeschrieben werden. Die eine Wahrheit lässt sich in Worten nicht einfangen, selbst
wenn sie sich selbst (auch durch Worte) durchaus ausdrücken kann und dies auch beständig tut. Wie
die Methode Reiki selbst kann jedoch auch ein Buch als Wegweiser und als Hinweis auf diese eine
Wahrheit verstanden werden.
Ich spreche hier zwar von absoluter Wahrheit - aus deiner Perspektive wäre es aber hilfreicher und auch
angebrachter, wenn du das hier Gesagte einfach als vorläufige „Arbeitshypothesen“ betrachten
würdest. Eine solche Gewissheit kann nur von Innen kommen, aus deinem eigenen direkten und
unverstellten Sehen - nie aber aus einer äußeren Quelle.

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Einleitung

Ein befreundeter Reikimeister erzählte mir, Bücher schreiben sei wie Diamantenschleifen. Dabei
steht der Diamant für etwas, das wertgeschätzt wird. Dieses etwas wird geschliffen und poliert bis sein
eigentlicher Wert umso offensichtlicher erstrahlt und zur Geltung kommt. Ich glaube ihm. Dieser
Freund schreibt selber Bücher. Er weiß, wovon er spricht.
Ich schreibe dieses Buch, weil REIKI für mich so ein Diamant ist, den ich wertschätze; und aus dem
Eindruck heraus, dass dieser Diamant in seinem eigentlichen Wert nicht genügend zur Geltung kommt
sondern als etwas anderes dargestellt und für etwas anderes gehalten wird. Diese Klarstellung ist nötig,
da es sehr gut möglich ist, dass du unter Wertschätzung etwas anderes verstehst als die Art wie ich über
Reiki schreibe.
Ich berufe mich nicht auf meine Lehrer, nicht auf eine „Reiki-Meister-Linie“ und nicht auf eine
bestimmte Schule. Ich berufe mich auch nicht auf die Anzahl meiner Schüler oder die Jahre meiner
Erfahrung als Reiki-Lehrer. Ich berufe mich nicht auf Andere oder Anderes - sondern ausschließlich
auf meine eigene direkte Wahrnehmung, hier und im Prozess des Schreibens gegenwärtig.
Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass mir REIKI heilig ist. Genau genommen ist mir REIKI
das Heilige (also Ganze), das Eine ohne ein Zweites, wie es in der alten indischen Lehre des Advaita (wörtl.:
‚Nicht Zwei’) heißt. Dieses Heilige ist allumfassend. REIKI ist mir so vertraut und wertvoll, dass ich
sagen kann „Ich bin REIKI ... und du bist es auch.“ Aus dieser „Autorität“ heraus spreche ich über
Reiki.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: so spreche ich über REIKI als Universelle
Lebensenergie, für mich ein anderer Ausdruck für Bewusstsein, Gewahrsein, Lebendigkeit, Gott, Tao und
welche Ausdrücke Menschen auch immer für das Unsagbare gefunden haben.
Mit Reiki als Methode oder System verhält es sich ein wenig anders. Das liegt daran, dass die Universelle
Lebensenergie ein Symbol für die Einheit darstellt, während für ein System oder eine Methode nur in der
Dualität eine Notwendigkeit zu bestehen scheint. Dieses Heilige ist das „letzte Ziel“ aller Religionen und
spirituellen Wege, unter welchem Namen sie es auch verehren mögen. ‚Reiki’ ist nur ein möglicher
Name. Systeme, Methoden, Symbole, Rituale etc. hingegen sind das Material aus dem Religionen und
Wege entstehen. Wenn wir das eine mit dem anderen verwechseln, dann nehmen wir damit auch alle
sich daraus ergebenden trennenden und abspaltenden Folgen, den Schmerz der Welt, in Kauf. Die
Geschichte der Religionen, aber auch die Geschichte des Reiki selbst, zeigt das überdeutlich. Das aber
ist das Gegenteil dessen, worauf wir eigentlich abzielen.
Anders gesagt: In der Perspektive der Einheit erscheint „die Welt“ als ein unendliches lebendiges
Ganzes; unendlich liebens- und schätzenswert. Aus der Perspektive der Dualität erscheint die Welt als
getrennt von dir; als Schlachtfeld eines ewigen Kampfes, der sich nicht gewinnen lässt. Dualität und
Einheit sollten aber auch nicht als Gegensätze verstanden werden. Die notwendigerweise duale Welt ist
etwas, das in der Einheit erscheint und die einzige Art auf die sich Einheit objektiv ausdrücken kann. Die
Einheit selbst ist aber kein Bestandteil der Dualität und lässt sich dort nicht finden – nur Hinweise
darauf. Das Jesus-Wort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ ist zum Beispiel so ein Hinweis.
Eine hilfreiche Illustration hierfür ist das Yin-Yang-Symbol, das Symbol für die Dualität und das
TAO.


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Der aus schwarzen und weißen Hälften bestehende Inhalt steht für die Dualität und ihre Polaritäten.
Für die Einheit (das TAO) steht der diese Polaritäten umfassende Kreis, der wie im Leben so auch in
diesem Symbol leicht übersehen werden kann, obwohl er offensichtlich ist. Natürlich hat dieses Symbol
noch andere Aspekte, aber dies sind die in diesem Zusammenhang wesentlichen.
Auch das Reiki-Symbol kann auf diese Weise verstanden werden. Der obere Teil 'Rei' steht
für den 'Universellen Geist', der untere Teil 'Ki' für die Art dieses GEISTES sich als
Lebensenergie in der Welt der Polaritäten auszudrücken. Für das letztendliche Verstehen
müssen wir diese Perspektive allerdings gewissermaßen umkehren. Dann erscheint 'Ki', die
vibrierende Energie aus der die lebendige Welt mit all ihren Widersprüchen besteht, im Rei, im
Gewahrsein, im Universellen Geist, der Stille, Frieden und Freude ist. Und, so paradox sich
dies anhören mag, diese beiden Aspekte sind nicht zwei. Die beiden Bewegungen - des
Ausdrucks des Geistes in der Welt (Rei als Ki) sowie die Erscheinung der Welt im Geist (Ki
im Rei) - sind eine einzige und gleichzeitige Bewegung. Dies muss ganz klar verstanden werden. Der alte und
erbitterte Streit in allen dualistischen Theologien zwischen den beiden Anschauungen Gott als Immanenz
(der Schöpfer lebt durch seine Schöpfung) und Gott als Transzendenz (die Schöpfung entwickelt sich auf
ihren Schöpfer hin) findet dann ein Ende. ES ist tatsächlich beides. Auch hier möchte ich nicht
versäumen zu erwähnen, dass in den Strichen des Reiki-Symbols noch weitere Bedeutungen enthalten
sind.
Alle Methoden, Philosophien und Systeme, die innerhalb der Dualität auf die Einheit abzielen
(welche Qualitäten sie auch sonst haben mögen), führen notwendigerweise ins „Leere“. Und das ist
auch gut so. Daher muss sich ein „hilfreicher Weg“ ständig hinterfragen und in Zweifel ziehen, selbst
wenn er mit Vertrauen gegangen wird. Wenn ein solcher Weg nicht zur „Sackgasse“ werden soll, muss
er letztendlich über sich hinaus ins Unbekannte weisen.
Kurzum: wer „seinem System“ auf den Grund geht, fliegt (wenn es denn ein hilfreiches ist) hinaus
aus diesem System, denn er geht auf diesem Weg auch sich selbst auf den Grund. Ja, er geht im wahrsten
Sinne selbst zu Grunde und wird zum Großen, strahlenden Licht (eine mögliche Übersetzung des Reiki-
Meister-Symbols). Aus diesem Urgrund und in diesem Licht erstrahlt die Welt von neuem. Erst hier wird
so etwas wie Priesterschaft oder (um beim Thema zu bleiben) REIKI-Meisterschaft erst möglich, ist
aber keine innere Notwendigkeit mehr. Notwendigkeiten gibt es hingegen in der Dualität - um Not zu
wenden. Daher kann pures Sein in dieser Funktion zum Ausdruck kommen.
Dem Himmel sei Dank, schert sich das Heilige weder um Notwendigkeiten noch Nicht-
Notwendigkeiten. Und so entstehen trotzdem Religionen, Methoden, Wege und Bücher. Und da es
einen „Reiki-Weg“ zu geben scheint, gibt es auch dieses Buch, das diesen Weg von innen heraus
untersuchen und ihn auch wo nötig in Frage stellen will.
Bücher gehören zur Welt der Dualität und dieses Buch kann da keine Ausnahme sein. Daher lassen
sich ohne Mühe Notwendigkeiten für seine Entstehung anführen. Gestern erst ist mir wieder eine
„Notwendigkeit“ in Form eines hoch gelehrsamen Reiki-Buches über den Weg gelaufen. Es war nicht
das erste Buch, das Reiki als hochkomplizierte und Jahre des Studiums und der Übung erfordernde
Disziplin darstellte. Reiki ist aber etwas sehr Einfaches. Das bedeutet nicht, dass es für jeden bis zum
Grund leicht zu verstehen ist. Doch „technisch“ betrachtet ist Reiki so einfach, dass es von Jedem, der
bis 'Drei' zählen kann, praktiziert werden kann.
Die stimmigste Beschreibung, die ich für mich für die Praxis des Reiki gefunden habe, ist
'mitfühlendes Anrühren'. Dieses mitfühlende Anrühren ist allerdings keine Frage der Technik und es
beschränkt sich auch nicht auf körperliche Berührungen. Es ist vielmehr eine innere Bewegung, die auf
Verstehen gründet und aus dem eigenen Wesen genährt wird. Dieses Verstehen lässt sich nicht in der
Breite der Methoden, Wege und Systeme finden, sondern vielmehr in der Tiefe des eigenen Gewahrseins.
Als Methode kann Reiki in seiner Einfachheit ein sanfter Begleiter dabei sein, REIKI in der eigenen
Tiefe zu erleben und zu verstehen.

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Seit ich selbst mit Reiki in Berührung kam sind mir viele Tendenzen in der „Reiki-Welt“ aufgefallen,
diese Tiefe zu vermeiden und aus den verschiedensten Gründen in andere Richtungen zu zeigen. Diese
Erscheinungen sind aber nichts Reiki Eigentümliches, sondern lassen sich überall dort sehen, wo
Menschen eigentlich in die eigene Tiefe gelangen möchten. Ich kann verstehen, dass Menschen von Reiki
begeistert sind, da sie damit positive Erfahrungen gemacht haben. So war es bei mir schließlich auch.
Aus dieser Begeisterung wächst aber sehr oft ein Verlangen nach einem Mehr vom Gleichen. Wo etwas als
gut erfahren wird, da entsteht leicht der Gedanke, mehr von diesem „Etwas“ müsse noch besser sein.
Manchmal muss dies dem „Guten“ nur ähnlich genug erscheinen, um unwiderstehlich zu sein. Dieses
nur allzu menschliche Phänomen nenne ich mit einem gewissen Schmunzeln „XXL-Reiki“.
Heutzutage, weniger als hundert Jahre nach Einführung von Reiki als Methode der natürlichen
Heilung durch den Japaner Mikao Usui und nach nur wenigen Jahrzehnten der massenhaften
Verbreitung des Systems in der westlichen Welt, gibt es eine Vielzahl an „Reiki-Systemen“ - angebliche
Weiterentwicklungen und Verbesserungen, Abspaltungen, Hunderte von neuen, „alten“, zusätzlichen
Reiki-Symbolen, Groß- und Über-Groß-Meister-Grade, jede Menge „einzig wahre und echte traditionelle
Originaltechniken und Systeme“.
Darin und auch daneben gibt es Reiki-Systeme, in denen die Beschäftigung mit buddhistischen,
shintoistischen (oder je nach Geschmack anderen) Religionsformen und Göttern als unabdingbar
angesehen wird. Andere Reiki-Systeme setzen magische, esoterische oder psychologische Kenntnisse
voraus oder wollen diese vermitteln. Techniken aus anderen Quellen werden nicht mehr unterscheidbar
mit Reiki vermischt. Es gibt Reiki-Meisterinnen (in einer feministischen Spielart des Reiki), die sich Eier
aus Halbedelsteinen vaginal einführen um auf diese Art bei Einweihungen leichter ihren
„Energiepegel“ halten zu können. Andere glauben, Einweihungen dürften nur nackt durchgeführt
werden. In manchen Reiki-Spielarten wird geglaubt, Reiki stamme von den Göttern oder wäre von
Außerirdischen auf die Erde gebracht worden. Auch „aufgestiegene Meister“ werden manchmal für die
Entstehung des Reiki-Systems verantwortlich gemacht und werden nun fleißig gechannelt um das
System rechtzeitig für den „Aufstieg des Planeten in die nächste Dimension“ zu aktualisieren. Für gar
nicht so wenige entwickelt sich das Sammeln von Symbolen, Graden, Einweihungen und Systemen
sogar zu einer Leidenschaft (oder Sucht) - wie das Sammeln von Briefmarken oder Überraschungseiern
– und ist in etwa genau so „spirituell“.
Nun gut, vielleicht findest du solche „grenzwertigen“ Ansichten und Praktiken (und das war nur eine
kleine Kostprobe) genauso merkwürdig und befremdend wie die meisten Reikianwender, mit denen ich
persönlich in Kontakt bin. Aber vielleicht glaubst du stattdessen, zu Reiki gehöre eine bestimmte
Meditationsmusik, Räucherstäbchen oder ein anderes äußerliches Zubehör. Wenn es nicht diese sind,
vielleicht kennst du andere Formen oder Rituale, auf die du nicht verzichten möchtest. Für mich selbst
gehörte anfangs für eine Weile der Gebrauch von Teebaumöl und eine bestimmte Musik zu meiner
Reiki-Praxis, bis ich bemerkte, dass ich damit Abhängigkeiten und Ablenkungen für mich geschaffen
hatte, die Reiki an sich gar nicht von mir verlangte. Was ich an Reiki schätzte, war doch gerade, dass ich
außer mir selbst nichts weiter dabei haben brauchte und dass mir auch kein Glaube abverlangt wurde.
Nun kann man natürlich fragen, was mit all dem oben Aufgeführtem denn nicht stimmen solle. Sind
denn nicht nach dem Grundgesetz alles Meinen, Glauben und Für-Wahr-Halten Sache des Einzelnen?
Sind nicht Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit wichtige Errungenschaften der Aufklärung (engl.
Enlightenment)? Selbstverständlich - das will dir auch Niemand absprechen. Aber alles Meinen,
Glauben und Für-Wahr-Halten ist auch äußerst relativ, widersprüchlich und willkürlich – letztendlich
vielleicht eher eine Geschmacksfrage als sonst etwas – und über Geschmack soll man bekanntermaßen
nicht streiten. - Vielleicht hast du schon mitbekommen, dass es in diesem Buch um eine Wahrheit geht,
die nicht relativ ist und Jedem gerade ohne Meinen, Glauben und Für-Wahr-Halten direkt zugänglich ist.
Ich versuche mal, die Situation mit einem Bild zu beschreiben. Stell dir vor du wärest in einer
fremden Stadt und während deiner Heimreise auf der Suche nach dem Bahnhof. Da du nicht weißt, wo

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sich der Bahnhof befindet, fragst du einen freundlichen Passanten. Der kennt den Weg auch nicht, aber
anstatt dies direkt zu sagen (weil er nicht weiß, dass er es nicht weiß), schildert er dir den Weg zu
seinem Lieblingsrestaurant. Wenn du Glück hast liegt dieses Restaurant zufällig in der Nähe des
Bahnhofs und du bemerkst das auch. Aber dieses Glück wäre wirklich ein Zufall. Vielleicht schmeckt dir
das Essen in dem Restaurant und vielleicht nimmst du nach dem Hauptgang noch ein Dessert – und
vielleicht auch noch eine Tasse Kaffee. Vielleicht schmeckt das Essen so gut, dass du dir in der Nähe
eine Pension suchst um auch künftig dort zu speisen. Nun gut, gegen ein gutes Essen kann man ja
wirklich nichts einwenden ... aber an dieser Stelle scheint es langsam angeraten, dich daran zu erinnern,
dass du eigentlich zum Bahnhof wolltest, um deine Reise fortzusetzen. Wenn du dann sagst „Ach ja.
Richtig.“, dann bräuchtest du nur einen Moment innehalten und still werden, die Augen aufmachen und
du würdest sehen, dass sich der Bahnhof direkt vor deiner Nase befindet. Und zwar wann und wo auch immer
du gerade innehältst und die Augen aufmachst.
Im wirklichen Leben bekommst du diese „falsche“ Auskunft natürlich nicht umsonst. Und der
„freundliche Passant“ wird dich auch nicht einfach eigenständig in die falsche Richtung laufen lassen.
Nein, er wird dich an die Hand nehmen und dir persönlich alle seine „Lieblingsrestaurants“ zeigen -
und diese „Wegweiser“ werden dich wahrscheinlich jedes Mal entweder eine Stange Geld kosten oder
die Verehrung des „Passanten“ fordern. Deinen Spaß, dein Vergnügen oder deinen Genuss wirst du
vielleicht trotzdem dabei haben und vielleicht begegnest du dabei auch noch anderen freundlichen
Passanten, die dir gerne ihre „Lieblingsrestaurants“ zeigen wollen. Aber du wirst, auf diese Art ewig
abgelenkt, nicht zum Bahnhof gelangen weil du ihn nicht wahrnehmen kannst. Nach Hause kommst du
auf diese Art jedenfalls nicht. Könntest du den Bahnhof sehen, so würdest du dort den Namen deines
Heimatortes lesen - und bemerken, dass du ihn nie verlassen hast..
Dieses ganze „spirituelle Spielzeug“ kann dir durchaus dazu verhelfen, dich wichtig und bedeutsam
zu fühlen. Vielleicht fühlst du dich damit auf der „spirituellen Überholspur“ und schon beinahe selbst
„aufgestiegen“ in die „nächste Dimension“. Der menschlichen Phantasie und der menschlichen
Dummheit sind ja keine Grenzen gesetzt. Vielleicht bist du sogar selbst zu einem „freundlichen
Passanten“ geworden und hast Schüler, die dir glauben und dich bestätigen. Schade um sie – und
schade für dich, wenn du nicht mehr merken kannst, dass du in einem „spirituellen Sandkasten“ mit
Förmchen spielst und die anderen kleinen Kinder um dich herum jubeln.
Vielleicht bemerkst du aber auch trotz deines „spirituellen Fortschritts“, dass da immer noch eine
tiefe Sehnsucht, wie eine Art Heimweh, ist und mehr oder weniger vernehmbar nach Erfüllung ruft.
Diese „leise innere Stimme“ ist wichtig. Sie ist das, was uns Nachhause ruft - und zieht. Solange diese
Sehnsucht spürbar ist, ist deine Suche zweifellos noch nicht beendet – egal für wie „erleuchtet“ du dich
halten magst. Vielleicht stellt sich an diesem Punkt schon eine Ahnung davon ein, was mit dem Wort
'Umkehr' einmal gemeint war.
Meinen Schülern habe ich manchmal gesagt, Reiki solle nur an „Heiligen Orten“ betrieben werden.
Das hörte sich recht kompliziert, aufwändig und nahezu unmöglich für sie an - bis sie selbst erfuhren,
dass jeder Ort, an welchem sie Reiki praktizierten, für sie zu einem heiligen Ort wurde. Ich glaube,
manche von ihnen haben erkannt, dass sie sich immer an einem heiligen Ort befinden, ob mit Reiki oder
ohne. Dieser heilige Ort ist unser Heimatort. Wenn sie dennoch Bedarf für weitere chinesische
Schriftzeichen haben, können sie dann selbst in das nächste China-Restaurant gehen. Da hängen
Symbole im Überfluss an der Wand – und das ohne Extrakosten.
Soviel zu den „Notwendigkeiten“. Von allen Begründungen abgesehen und jenseits aller
Notwendigkeiten versteht sich „mein“ Buch in einem durchaus traditionellem Sinne als inspirierter
Text und in diesem Sinne sollte es auch gelesen werden. Die Einheit ist die Quelle und zu dieser Quelle
fließt es auch wieder zurück. Wenn du dich selbst in der Dualität als Erscheinungform der Quelle sehen
kannst und in diesem Sinne liest, dann weist dieses Buch über sich selbst hinaus - und dich auf dich
selbst in der Einheit als Quelle zurück. (Ich weiß, dass der vorangehende Satz schwierig war. Lies ihn

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ruhig noch einmal.)
Vielleicht einfacher: Es gibt nur Bewusstssein. Bewusstsein schreibt an sich selbst. Und DU bist das.
Wenn dies also möglich ist und selbst wenn es nur Dir möglich ist, dann hat dieses Buch seinen
„Zweck“ erfüllt. Letztendlich aber schreibe ich, weil mir einfach danach ist, also zu meiner eigenen
Freude. Aus der Perspektive der Quelle geht eine Betrachtung unter dem Blickwinkel der
Zweckmäßigkeit an der Sache vorbei. Das wäre so als würden wir dem TAO eine Notwendigkeit für
seine Existenz zuschreiben, obwohl es selbst „Ursache“ allen Seins ist. So erscheint dieses Buch aus der
Perspektive der Dualität selbstverständlich als Notwendigkeit. Aus der Perspektive der Quelle aus der
dieses Buch hervorkommt, geschieht Schreiben - einfach und natürlich – ohne einen Schreiber.

Auf meinem spirituellen Weg


kam ich an vielen Schildern vorbei,
die Suchende vor mir
auf dem Weg hinterlassen hatten.
Alle verwiesen auf die Wahrheit.
Unter jedem Schild lagerten viele Menschen,
die ihre Reise abgebrochen hatten
und nun das Hinweisschild verehrten.
Ram-Tzu

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„Um-Zu-Reiki“

Worum geht es überhaupt bei Reiki? Ist Reiki eine Heilmethode, ein Wellness-Trend, eine
spirituelle Technik? Der Weg zur Erleuchtung? Was stellst du dir eigentlich unter
„Spiritualität“ vor? Warum praktizierst du Reiki?
Kurz: Was tust du? Warum tust du es? Was willst du damit erreichen?
Oder noch kürzer: Was suchst du?
Das sind einige grundsätzliche Fragen und ich schlage vor, dass du einen Moment stille wirst und
selbst schaust, ob es da so etwas wie Antworten in dir gibt, bevor du weiter liest.
Natürlich wirst du hier die eine oder andere meiner Antworten finden. Nur - meine Antworten nützen
dir nichts denn ohne deinen Segen sind es für dich nur Meinungen und ohne jeden weiteren Wert.
Bitte nimm dir einen Moment (vielleicht eine Minute, oder auch länger) und schau, ob in der Stille
Gedanken zu dieser Thematik auftauchen. Du kannst dazu, wenn dir das entspricht, das unten
abgebildete Reiki-Schriftzeichen (in der Form, in der es zu Usuis Zeiten verwendet wurde) als Fokus
deiner nach außen gerichteten Aufmerksamkeit verwenden und schauen, was in deinem Inneren
passiert.
Du kannst aber auch einfach die Augen schließen und schauen, Wer sich etwaiger Gedanken gewahr
ist. Wenn dort keine Gedanken sind, umso besser – dies ist der Geschmack der Stille, des Friedens und
der Freude, der zumindest im Moment keine Antworten benötigt.
Tue das bitte JETZT - und blättere erst danach um.

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Wie deine Antworten ausgefallen sind, weiß ich nicht. Möglicherweise betrachtest du Reiki als eine
Methode um gesünder oder bewusster zu leben. Vielleicht praktizierst du Reiki um liebesfähiger und
mitfühlender zu werden. Vielleicht auch um anderen Menschen zu helfen, gesünder, bewusster,
liebesfähiger und mitfühlender zu werden. Vielleicht glaubst du, dass Reiki deinen Fortschritt auf dem
spirituellen Weg beschleunigen kann.
Wie du auch geantwortet hast, ich vermute, dass du dich in den kurzen Beschreibungen oben mehr
oder weniger wiedergefunden hast. Und das bedeutet, schonungslos und offen gesagt, dass du Reiki
praktizierst um etwas damit zu erreichen - Gesundheit, Spirituellen Fortschritt, die Erleuchtung. Was
auch immer und wie auch immer du es für dich definierst, du definierst damit ein Ziel, das du erreichen
willst. Deshalb nenne ich diese Reiki-Praxis gerne ‚Um-Zu-Reiki’, eine Reiki-Praxis, die etwas
bekommen, etwas haben möchte. So wird die Methode ‚Reiki’ ein Mittel zu deinem Zweck.
Der Antrieb für diese Praxis ist, ebenso offen gesagt, reiner Eigennutz. Auch wenn du Reiki
praktizierst, um Jemandem damit zu helfen, du betreibst es letztlich um dich damit besser zu fühlen.
Das ist Eigennutz. - Dies ist kein Vorwurf. Denn erstens ist dies die übliche Art, wie Reiki vermittelt,
dargestellt und begriffen wird, und zweitens ist Eigennutz für unser Leben und Überleben in der Welt
tatsächlich wichtig. Ich weise an dieser Stelle lediglich auf unsere Neigung hin, unseren Eigennutz als
etwas anderes auszugeben, ihn gewissermaßen zu „spiritualisieren“. Diese Art „Verschleierung“ ist
nicht förderlich, wenn es uns wirklich darum geht, zu erleben und zu verstehen, wie es wirklich um uns
steht.
Wenn es uns um Verschleierung geht, dann schaffen wir damit ein „spirituelles Ego“ – genau die Art
Ego welche am schwersten zu durchschauen ist, weil sie uns unser illusorisches Ich am schönsten zu
bestätigen scheint. Solltest du in diese Falle getappt sein, so kann dir nichts Schlimmeres passieren als
Schüler anzuziehen, die selbst in sich dieses Ego nähren und dir daher dabei helfen, das deine zu
füttern und aufrecht zu erhalten. Und es kann dir nichts Besseres widerfahren als, weil du eben
dennoch ein Mensch bist, einen nur allzu menschlichen „Fehler“ zu begehen, der deinen
überstrahlenden Stern in den Augen deiner Schüler wieder auf „Normalmaß“ schrumpfen lässt und
ihre eigene „Urteilskraft“ in Zweifel zieht.
Da darf es also kein Vertun geben. Solange es ein ‚Ich’ gibt, das sich als getrennt von der Welt erfährt,
ist all unser Handeln von Eigennutz motiviert. Dafür ist es unerheblich, wie selbstlos und
uneigennützig dieses Handeln erscheinen mag. Hier geht es um Ehrlichkeit gegenüber uns selbst. Wie
gesagt, Eigennutz ist notwendig und an sich ist nichts Schlimmes daran. Wir sollten ihn nur auch als
solchen bezeichnen und uns nicht etwas darüber vormachen, wie selbstlos oder „spirituell“ wir doch
sind.
Wenn du unter diesem Blickwinkel einmal Reiki-Anzeigen in einschlägigen Magazinen oder
Beschreibungen in Reiki-Büchern betrachtest, so wird es dir nicht schwerfallen zu erkennen, wie dort
dein Eigennutz angesprochen wird. Vielleicht kannst du auch sehen, wie dieser Eigennutz mehr oder
weniger gewollt als etwas anderes verkleidet wird. Die Struktur der Reiki-Vermittlung als solche, als
gestaffelte Hierarchie bis zum Meister-Lehrer-Grad, spricht beispielsweise unsere Geltungssucht an -
unser Bedürfnis, als wichtig zu gelten oder uns wenigstens zunehmend so zu empfinden. Nur, von
Geltungssucht ist in diesen Anzeigen (oder Büchern) nicht die Rede. Viel wahrscheinlicher wird dir
dort dein spiritueller Fortschritt in den schönsten Farben ausgemalt. Dies ist ebenfalls das Füttern des
spirituellen Egos. Achtsamkeit ist notwendig; denn der spirituelle Weg findet genau auf Messers Schneide
statt.
In Wirklichkeit verhält es sich nämlich genau anders herum. Je weniger dich dein „Spiritueller
Fortschritt“ kümmert, desto wahrscheinlicher, leichter und müheloser geht er vonstatten. Wenn dieser
„Fortschritt“ - oder besser deine fortgesetzte Suche danach - dann tatsächlich an ein Ende kommt, so gibt
es Niemanden mehr, auf den er sich noch beziehen könnte oder der darauf stolz sein könnte.

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An ihr Ende kommt deine Suche aber nur durch dein eigenes Erleben und Verstehen der Wahrheit, der
Wirklichkeit, und das heißt durch direktes und unverstelltes Sehen und Wahrnehmen – und die Fortdauer
dieses Sehens; nicht durch Vermutungen und Annahmen darüber. Deshalb solltest du dich vielleicht
jetzt einmal ganz ehrlich fragen, ob du wirklich an der Wahrheit interessiert bist – oder ob deine Suche
vielleicht auf etwas ganz anderes abzielt. Bücher über „Schöner Träumen“ gibt es auf dem esoterischen
Buchmarkt zur Genüge.
Hier gehe ich davon aus, dass du ES wirklich wissen willst, dass du direkt und unverstellt SEHEN
möchtest.
Was ist damit gemeint?
Direktes Sehen bezeichnet eine Wahrnehmung, die eben ohne und nur ohne Vorstellungen, Konzepte
und Interpretationen passiert. Diese direkte Wahrnehmung ist dir jederzeit und bei jeder Gelegenheit
möglich. Was dir den Blick verstellt, ist das, was du über die Welt und dich selbst gelernt hast. Dies war
absolut notwendig, damit du in der Welt und im Austausch mit deinen Mitwesen funktionieren kannst.
Es war unabdingbar damit du dich zu einem sozialen Wesen entwickeln und dem „menschlichen Club“
(diesem „Fight-Club“, der auf Konflikt, Konkurrenz und Konfrontation beruht) beitreten konntest.
Kein Grund zum Klagen also. Es hat dich aber auch dazu gebracht, dir deines direkten Sehens nicht mehr
gewahr zu sein, es schlicht zu vergessen.
Als Kind warst du mit der Welt eins. Es gab noch nicht dich und die Anderen. Was Welt ist und vor
allem auch, wer du bist, wurde dir dann nach und nach von Außen beigebracht. Zuerst von den Eltern,
später dann von Lehrern, Freunden, Büchern … Diese Reihe kannst du beliebig fortführen. Dieses
Lernen hört nie auf, auch jetzt noch nicht.
Vielleicht war deine erste Erfahrung, dass ein körperliches Bedürfnis nicht umgehend erfüllt wurde.
Zuvor (im Mutterleib) war für alles gesorgt. Nun war da die erste Trennung. Du hast noch nichts
davon gewusst, aber nun gab es auf einmal dich und die Welt als etwas von dir Abgetrenntes - und es
gab den Drang zu Begreifen, warum plötzlich Alles ganz anders war.
Dann haben sich deine Lieben immer mehr auf dich als getrenntes, eigenständiges Wesen und später
auf dich als Person bezogen. Als du geboren wurdest, hattest du noch keinen Namen, kein Gesicht und
auch kein ‚Ich’. Du warst nur ein wunderbar großes Fenster, in der Du als Alles erschienst. Aber du
wurdest von deiner Umwelt, also von Außen, mehr und mehr als eigenständige und verantwortliche
Person beschrieben. Diese Beschreibung (aus der Perspektive der dritten Person) hast du geglaubt und
nach und nach übernommen, bis du irgendwann deinen Namen und auch ‚Ich’ sagen konntest. Du hast
dich damit identifiziert und dich auch zunehmend so empfunden. Du hast gelernt, dich so zu sehen,
wie andere dich sehen. Eigentlich eine merkwürdige Vorstellung, wenn du dir das bewusst machst,
denn niemand Anderer befindet sich ja tatsächlich in der Position, in der du dich befindest. Nur du allein
befindest dich dort.
Diese Perspektive der dritten Person ist nämlich gar nicht deine Perspektive. Deine Perspektive ist die
der ersten Person Singular. Diese ist von der Außenperspektive zunehmend überlagert worden, bis es
sie gar nicht mehr zu geben schien. Deine Perpektive ist von dem, was man dir beigebracht hat, so auf
den Kopf gestellt worden, dass dir die direkte Wahrnehmung, wenn du sie „zum ersten Mal“ wieder bewusst
erlebst, zunächst verrückt oder auch einfach banal erscheinen mag. Aber um genau diese Perspektive
der ersten und einzigen Person Singular dreht sich der ganze „Erleuchtungs-Zirkus“. Mehr ist da nicht
dran, außer dass sich das Erleben dieser Perspektive ausweitet und sich Verstehen dieses Erlebens und
seiner Implikationen weiter vertieft. - Das ist genau wie das Lernen ebenfalls ein Prozess ohne Ende.
Um dir dieses direkten Sehens gewahr zu sein, brauchst du nur die Richtung deiner Aufmerksamkeit
um 180° zu kehren. Du schaust nicht auf das ‚Dort’ sondern auf das Hier’. Du schaust nicht nach
Außen auf etwas, sondern genau in die Gegenrichtung - auf den, der schaut.

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Es macht nicht viel Sinn, dieses Sehen nur zu beschreiben ohne dir die Möglichkeit zu eröffnen, es
selbst zu erfahren. Zum Glück brauche ich hier das Rad nicht neu zu erfinden. Auch der englische
Philosoph Douglas Harding hat die Erfahrung gemacht „hier keinen Kopf zu haben“ und in der
Folgezeit zusammen mit Freunden den „kopflosen Weg“ entwickelt: Übungen und Experimente, die
das Potential haben, dieses direkte Sehen auf sehr einfache Weise zugänglich zu machen.
Wenn du nur genügend wissbegierig in Bezug auf deine wahre Identität bist und wenn du nur willens bist,
für einen Augenblick lang, deine Überzeugungen von dir selbst gehen zu lassen, die du auf Grund von
Hörensagen und Gedächtnis und Vorstellung hast, und dich auf den GEGENWÄRTIGEN BEWEIS verlässt –
bist du von zahllosen Fingerzeigen und Gelegenheiten umgeben, von zahllosen Möglichkeiten, den Pfeil der
Aufmerksamkeit unzukehren.
Hier sind drei der vielen Möglichkeiten, die Umkehr zu vollziehen, die der aufmerksame und ehrliche Leser
gleich jetzt ausprobieren kann:
1. Auf was du jetzt hin-schaust, ist das hier Gedruckte; aus was du jetzt heraus-schaust, ist leerer Raum
für das hier Gedruckte. Wenn du deinen Kopf dafür eintauschst, lege dem nichts in den Weg: Du
verschwindest zu seinen Gunsten.
2. Aus was du jetzt herausschaust, sind nicht zwei kleine und festsitzende „Fenster“, die Augen genannt
werden, sondern ist ein riesiges und weit geöffnetes „Fenster“ ohne jeden Rand; in Wirklichkeit bist du
dieses rahmenlose, glaslose „Fenster“.

3. Um dich davon zu überzeugen, brauchst du nur auf das „Fenster“ zu zeigen und zu bemerken auf was
- wenn überhaupt auf irgendetwas – dieser Finger zeigt. Bitte mache genau das, jetzt … 1

Dies ist schon alles. Das ist der ganze „Trick“.


Hier kannst du unter anderem sehen, dass du kein Gesicht hast, das du verlieren könntest; ja nicht
einmal einen Kopf, auf dem du ein Gesicht tragen könntest. Aus deiner ureigenen Perspektive ist da …
Nichts – eine Leere, in der alles andere erscheint. DAS bist DU. Keine Person, kein Ego – sondern
reines Gewahrsein. Dies ist die pure und universale Lebensenergie (REIKI), die du bist und in der „die
Welt“, die du auch bist, als Energie erscheint. Dies ist die Einheit, das TAO in dem und aus dem heraus
alles geschieht.
Die Frage nach einem Um-Zu stellt sich hier nicht mehr. Auch die Frage nach einem Handeln aus
Eigennutz ist dann gegenstandslos. Auch kein Glauben, Meinen und Für-Wahr-Halten, keinerlei
Interpretationen des Wahrnehmens und des Wahrgenommenen, die Eins sind, sind hier notwendig.
Du bist dann REIKI und REIKI geschieht. In diesem leeren, heiligen Raum geschieht auch
1
Aus: Douglas Harding: Zen und die Wiederentdeckung des Offensichtlichen. (Um den Lesefluss zu bewahren, habe ich die Sie-Form
in die Du-Form übertragen.)

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Einweihung - und nur hier. Dieser Raum ist dein Zuhause, das du in Wirklichkeit nie verlassen hast. Du
bist dieser offene, weite Raum, der alles willkommen heißt. Das ist die Antwort auf das, was du gesucht
hast. Dieses Gewahrsein ist das Ganze, das Eine ohne ein Zweites.
Nimm diese Perspektive immer öfter ein - du kannst das jedes Mal, wenn du dich daran erinnerst;
beispielsweise bei einer Reiki-Selbstbehandlung - und lass sie sich ganz natürlich ausweiten bis sie
wieder ganz zu deiner Natur geworden ist. Beim „ersten Mal“ kommt sie dir vielleicht merkwürdig und
künstlich oder, wie schon erwähnt, belanglos vor - doch vertraue dieser, deiner ureigenen und tatsächlich
natürlichen Perspektive und unterschätze nicht die Tiefe, die in dieser Offensichtlichkeit „verborgen“ ist.
Sie wird sich dir mehr und mehr eröffnen, wenn du am Ball bleibst. Mehr ist nicht erforderlich. Alles
Andere ergibt sich dann von selbst.
Keine Angst, das, was du gelernt hast um in der Welt als soziales Wesen zu erscheinen, geht dir dabei
nicht verloren. Ganz im Gegenteil, das, was du bist, kann sich auf natürliche Art mitfühlend, weise und
kraftvoll zum Ausdruck bringen. Dies ist erheblich wirksamer als wenn du etwas darstellen willst, was
du nicht wirklich bist.
Du bist nicht das, was man dir erzählt hat, das du seiest. Du bist tatsächlich das Gegenteil davon. Wo
man dir von außen erzählt hat, du seiest ein begrenztes Etwas, da bist du aus deiner eigenen Perspektive ein
die ganze Fülle umarmendes Nichts. Das Gegenteil des Tatsächlichen vorzugeben, erfordert eine
ungeheure Anstrengung und eine immense Energie, die durch solches Tun gebunden wird. Diese
Energie wird wieder frei, wenn du damit aufhörst. Wie du vielleicht weißt, hat auch Reiki etwas mit
dem Freisetzen gebundener Energie zu tun.
Dieses eigene Erleben des direkten Sehen ist, nebenbei erwähnt, nichts anderes als das, was traditionell
als „Öffnen des Dritten Auges“ bezeichnet wird. Wenn das letzte Verstehen eintritt, was dieses Erleben
in all seiner Tiefe bedeutet, dann öffnet sich auch das Kronen-Chakra, das letzte Chakra – was
wiederum eine Beschreibung für das Erwachen ist.

Die Aspekte der Dinge, die für uns am wichtigsten sind,


sind uns wegen ihrer Einfachheit und Bekanntheit verborgen.
Ludwig Wittgenstein

Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.


Antoine de Saint-Exupéry

Aus dem Auge leuchtet das Innere des Menschen:


Wenn dein Auge klar blickt, ist deine ganze Erscheinung hell.
Matthäus 6,22

Jesus spricht: Erkenne, was vor deinem Angesicht ist, und das, was für dich verborgen ist, wird sich
dir enthüllen. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird.
Das Evangelium des Thomas

Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit.


‚Pono’, das 7. Prinzip des Hawaiianischen Schamanismus nach Serge K. King

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Man wird nicht dadurch erleuchtet, dass man sich Lichtgestalten vorstellt, sondern durch
Bewusstmachung der Dunkelheit.

C.G. Jung

- Ende der Leseprobe -

Diese Leseprobe soll einen Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches „Reiki – der letzte Grad“
bieten, das sich derzeit (2006) noch im Enstehungsprozess befindet. Gleichzeitig wird damit der
„Kontext“ veranschaulicht, aus dem sich das Source-Reiki-System entwickelt hat. Der Inhalt dieser
Leseprobe besteht aus den schon fertiggestellten Kapiteln, die in dem Source-Reiki-Handbuch „So
einfach ist Reiki“ erwähnt werden.

Weitere Informationen zu meiner gegenwärtigen Arbeit sowie das Source-Reiki-Handbuch selbst


finden sich unter www.source-reiki.de im Internet.

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