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Das Alleenproblem

Dirk Achenbach

5. Februar 2007

Das Alleenproblem ist ein sehr altes Problem, das schon den Babyloniern
zu schaffen machte. Auch Schüler und Studenten verzweifeln oft an diesem
Problem.
Kern der Problematik ist, dass — entgegen jeglicher Intuition — in einer
Baumallee von n Bäumen nur n − 1 Zwischenbereiche abgegrenzt werden.
n

n−1

Abbildung 1: Bewusstmachung des Allenproblems

Diese Anschauung des Problems kann auf viele weitere gleichartige Pro-
bleme übertragen werden. Aus diesem Grund wird das Alleenproblem als
Vertreter seiner Problemklasse allgemein und ohne Beschränkung der All-
gemeinheit betrachtet.

Der Beweis

Man führt einen Beweis durch Induktion.

1
Behauptung: Für die Erzeugung von n Zwischenräumen benötigt man n + 1 Bäume.

Voraussetzung: Sei n =√1. Offensichtlich wird dieser Zwischenraum durch zwei (2 =


1 + 1) Bäume begrenzt.

Annahme: ∀n0 ≤ n, n0 , n ∈ N : Behauptung gilt.

Schluss: n ; n + 1
Nach Voraussetzung werden n Zwischenräume durch n + 1 Bäume begrenzt. Fügt
man nun einen weiteren Zwischenraum außen an, so muss dieser durch einen weiteren
Baum begrenzt werden. ⇒ n + 1 Zwischenräume werden von n + 1 + 1 = n + 2 Bäumen
begrenzt.

Ein Spezialfall: Das zyklische Alleenproblem

Das zyklische Alleenproblem ist ein oft auftretender Spezialfall des allgemeinen Alleen-
problems. Hierbei fällt der letzte Baum der Allee mit dem ersten zusammen. Durch
Betrachtung dieser Situation im Allgemeinen lassen sich — so wie beim allgemeinen
Alleenproblem auch — die so gewonnenen Kenntnisse auf alle Instanzen des Problems
übertragen.
1
0
1
0
1
0
0
1 1
0
0
1

1
0
0
1

Abbildung 2: Das zyklische Alleenproblem, Ansicht von oben

Beobachtung: Beim zyklischen Alleenproblem fällt der erste Baum mit dem letzten
zusammen, so dass nun n Bäume n Zwischenräume begrenzen.

Interpretiert man nun ein geschlossenes Polygon auf R2 als einen Graphen G = (V, E),
so sieht man sofort ein, dass |V | = |E| — das ist erstaunlich.