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Maciej Szewczyk

Mit oder ohne es? Die Pronominalform ‚es’ als Korrelat von Nebensätzen in Grammatiken des Deutschen

Abstract

Die Pronominalform es tritt in verschiedenen Funktionen auf und wird in den Grammatiken der deutschen Sprache unterschiedlich klassifiziert. Es stellt unter anderen Pronominalformen eine Besonderheit dar, weil sie so verschiedene inhaltliche und syntaktische Leistungen erfüllen kann. Eine der Funktionen der Pronominalform es ist der Verweis auf Nebensätze. Der Gebrauch der Pronominalform es als Korrelat von Nebensätzen ist aber in den Grammatiken des Deutschen nach wie vor wenig erforscht und bereitet, vor allem einem Nicht- Muttersprachler, besondere Schwierigkeiten. Im vorliegenden Beitrag soll gezeigt werden, welche Hinweise auf die Notwendigkeit bzw. Fakultativität oder Unzulässigkeit des Korrelats es in den Grammatiken des Deutschen zu finden sind.

0 Einleitung

Die Pronominalform es als Korrelat von Nebensätzen tritt in den meisten Fällen als kataphorisches Pronomen auf und weist auf einen nachgestellten Nebensatz hin. Wann das Korrelat in diesem Zusammenhang aufzutreten hat und wann es ausbleibt, hängt von vielen Faktoren ab, die im Folgenden angeführt werden. Die Darstellung der Pronominalform es in der Funktion des Korrelats von Nebensätzen wurde im vorliegenden Beitrag in sechs Grammatiken der deutschen Sprache analysiert. Dabei ist an der Stelle darauf hinzuweisen, dass die Bezeichnung Korrelat nicht in allen Grammatiken gebraucht wird. Dieses wird aber noch unten genauer ausgeführt.

1 Analyse

Nach der Deutschen Grammatik von HELBIG/BUSCHA (1999: 110, 396-398, 670f.) handelt es sich bei den Korrelaten von Nebensätzen um Wörter verschiedener Wortklassen (Pronomina, Pronominaladverbien, Substantive), die sehr bedeutungsarm sind und als Bezugswörter im übergeordneten Satz fungieren.

Das Korrelat es steht nach HELBIG/BUSCHA immer im Hauptsatz vor nachgestellten Subjekt- und Objektsätzen und entsprechenden Infinitiven und Infinitivkonstruktionen.

Bei Subjektsätzen erscheint das Korrelat im Hauptsatz

obligatorisch an erster Stelle (1)

fakultativ im Satzinnern, wenn die erste Stelle mit einem anderen Wort besetzt ist. (2a, 2b)

(1)

Es freut mich besonders, daß ich ihn getroffen habe. (HELBIG/BUSCHA (1999: 396))

(2)

a. Mich freut (es) besonders, daß ich ihn getroffen habe. (HELBIG/BUSCHA 1999: 396)

b. Besonders freut (es) mich, daß ich ihn getroffen habe. (HELBIG/BUSCHA 1999: 396)

HELBIG/BUSCHA weisen darauf hin, dass der Gebrauch des Korrelats es von der Wahl des Vollverbs im Hauptsatz abhängig ist. Schwer zu verstehen ist in diesem Zusammenhang, dass HELBIG/BUSCHA bei der genannten Regel ein schwer wissenschaftlich verifizierbares Kriterium der Üblichkeit einführen:

„Bei manchen Verben ist das Korrelat üblich, bei anderen Verben fehlt es oft.“ (HELBIG / BUSCHA 1999: 397)

Üblich ist das Korrelat nach HELBIG/BUSCHA z. B. bei schwer/leicht fallen:

(3) Mir fällt es schwer, ihn zu überzeugen. (HELBIG/BUSCHA (1999: 397))

Das Korrelat in dem oben angeführten Beispiel (3) ist aber nicht gerade üblich. Die Analyse der Beispiele in den Korpora des Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim (W - ARCHIV DER GESCHRIEBENEN KORPORA) hat erwiesen, dass unter 36 Subjektsätzen mit dem Hauptsatz vom

Typ Personalpronomen + fällt + (es) + schwer auch ein Satz ohne das Korrelat gefunden wurde:

(4) Mir fällt schwer, meinen Ärger offen zu zeigen.

Auch die Suche nach dem entsprechenden Satztyp in der Suchmaschine von Google zeigt, dass das Auslassen von es durchaus üblich ist.

Aus diesen Ausführungen folgt, dass die Beschreibung des Gebrauchs von es als Korrelat des Subjektsatzes in der analysierten Grammatik weiterer Analysen bedarf und keinesfalls als geklärt anzusehen ist.

Noch schwieriger ist die Aufstellung der Regeln für den Gebrauch von es als Korrelat der Objektsätze. Das Korrelat kann in dem Fall nur in der Binnenstellung erscheinen. Es ist aber nicht klar, wann das Korrelat obligatorisch, fakultativ oder unzulässig ist. Dazu nennen HELBIG/BUSCHA lediglich eine allgemeine Regel, die schon wieder besagt, dass der Gebrauch von es bei Objektsätzen von der Wahl des Vollverbs und der Art des Nebensatzes (dass-Satz oder Infinitivkonstruktion) abhängt:

(5)

Ich kann es nicht verantworten, daß er am Wettkampf teilnimmt. (HELBIG / BUSCHA 1999: 397)

(6)

Ich habe (es) ihm erlaub , daß er am Wettkampf teilnimmt. (HELBIG / BUSCHA 1999: 397)

(7)

Wir beschlossen, am Wettbewerb teilzunehmen. (HELBIG/BUSCHA (1999: 397))

Was aber einem Nicht-Muttersprachler sicherlich an der Stelle fehlt, ist der Verweis in einschlägigen Grammatiken bzw. Nachschlagewerken, wann es genau aufzutreten hat und wann nicht.

Nach der DUDEN-Grammatik (DUDENREDAKTION (2005: 831, 1064f., 1265)) handelt es sich bei den Korrelaten um Verweiswörter, die von einem übergeordneten Satz aus auf einen abhängigen Teilsatz verweisen. Das Korrelat es kann auf einen Subjekt- bzw. Objektsatz oder eine Infinitivkonstruktion verweisen und erscheint, wenn ein Nebensatz ins Nachfeld ausgelagert wird. Es steht in dem Fall an der Stelle des Satzglieds, das durch den Nebensatz vertreten wird und dient der Verdeutlichung der Abhängigkeitsstruktur im Hauptsatz.

Es wird in der DUDEN-Grammatik, ähnlich wie in der oben besprochenen Grammatik von HELBIG/BUSCHA darauf hingewiesen, dass es von dem im Satz gebrauchten Verb bzw. Adjektiv oder Substantiv jeweils abhängig ist, ob ein Korrelat im Satz erscheint.

Darüber hinaus spielt beim Gebrauch des Korrelats es auch die Vorerwähntheit eine Rolle. Nach den Autoren der DUDEN-Grammatik erscheint das Korrelat es in der Regel, wenn dieses auf einen Nebensatz, der neue Informationen enthält, vorausweist (8a). Es wird dagegen meistens ausgelassen, wenn der Nebensatz einen bereits im Text genannten Sachverhalt ausdrückt (8b).

(8) a. Mich stört (es), dass du rauchst. (DUDENREDAKTION (2005: 1065))

b. Mich stört vor allem, dass du rauchst. (DUDENREDAKTION (2005: 1065))

Einem Deutschlerner wird aber auch in diesem Fall nicht weiter geholfen, denn schon wieder fehlen jegliche Hinweise auf die Notwendigkeit bzw. Unzulässigkeit des Korrelats im Einzellfall.

In der Deutschen Grammatik von U. ENGEL (1996: 252-256) wird der Gebrauch des Korrelats es, ähnlich wie in anderen Grammatiken, entweder von dem Verb im Hauptsatz oder von der Stellung im Satz determiniert.

So gilt für das Korrelat es, dass es nicht zusammen mit dem Nebensatz im Vorfeld stehen kann. Deswegen wird das Korrelat es im Hauptsatz nur bei nachgestellten Subjekt- (9a) oder Objektsätzen (9b) realisiert:

(9) a. Darum ist es ein Wunder, daß er noch lebt. (ENGEL (1996: 253))

b. Ich kann es nicht sagen, ob er kommt. (ENGEL (1996: 253))

Steht der Nebensatz im Vorfeld, ist das Korrelat es ausgeschlossen (10, 11), es sei denn, dass der Nebensatz durch wenn eingeleitet wird (12):

(10) Dass er noch lebt, ist ein Wunder. (ENGEL (1996: 253))

(11) Ob er kommt, kann ich nicht sagen. (ENGEL (1996: 253))

(12) Wenn er noch lebt, ist es ein Wunder. (ENGEL (1996: 253))

Zu diesen Regeln fügt ENGEL noch hinzu, dass das Korrelat es oft wegfällt, wenn der nachgestellte Nebensatz ein indefiniter oder generalisierender Nebensatz ist und durch ein w-Element eingeleitet wird:

(13) a. Ein Wunder ist (es), wie er das geschafft hat. (ENGEL (1996: 253))

b. Sie nahm verärgert auf, was er berichtete. (ENGEL (1996: 253))

In seinen Erwägungen geht ENGEL noch weiter. Er beschränkt sich nicht, wie die bereits erwähnten Grammatiker, auf die Feststellung, der Gebrauch von es hänge von der Wahl des Vollverbs im Hauptsatz ab, sondern er erstellt auch Listen von Verben, bei denen es obligatorisch bzw. fakultativ erscheint oder nicht zulässig ist.

Als Beispiele für Verben, bei denen es als Korrelat vom Subjektsatz obligatorisch steht, nennt ENGEL z. B. folgende Sätze:

(14) a. Mich hat es enttäuscht, daß du nicht mitgemacht hast. (ENGEL (1996: 254))

b. Damals lohnte es sich nicht, der Sache nachzugehen. (ENGEL (1996: 254))

c. Ihr nahm es allen Mut, Hanna bei den anderen zu sehen. (ENGEL 1996: 254))

Die Analyse von Beispielen mit dem Verb enttäuschen in den Korpora des IDS, Mannheim (W - ARCHIV DER GESCHRIEBENEN KORPORA) hat aber erwiesen, dass Subjektsätze mit diesem Verb auch ohne es realisiert werden können:

(15)

a. Am meisten hat mich enttäuscht, dass viele, die im voraus zugesagt hatten, an die Party zu kommen, dann doch nicht aufgetaucht sind.

b. Die Fakten dieses Prozesses waren klar, für den Angeklagten lohnte sich nicht, sie zu

leugnen.

Das Korrelat bei diesen Verben ist also nicht obligatorisch, es kann auch ausgelassen werden und somit fakultativ im Satz vorkommen.

Anhand der von ENGEL genannten Regeln für den stellungsbedingten Gebrauch des Korrelats es, kann man feststellen, dass ENGEL das Vorkommen von es eingehender als andere Grammatiken untersucht.

Man muss aber bedenken, dass die von ENGEL aufgestellten Listen nicht immer die Sprachpraxis widerspiegeln. So ist es zum Beispiel denkbar, einen Satz mit dem Verb ablehnen, das nach ENGEL ein obligatorisches Korrelat zum Objektsatz verlangt, auch ohne es zu bilden. Ein Beispiel dafür ist der folgende Satz aus den Korpora des IDS, Mannheim

(W - ARCHIV DER GESCHRIEBENEN KORPORA):

(16) Die Koalition lehnt ab, für Bad Homburg eine/n Kinderbeauftragte/n zu berufen.

Auch für das Verb ausmachen, das nach ENGEL kein Korrelat zulässt, kann ein Gegenbeispiel aus den Korpora (W - ARCHIV DER GESCHRIEBENEN KORPORA) genannt werden:

(17)

Fraktionsstatus

Was hätte es ausgemacht, den Vertretern einzuräumen?

der

FP im

ÖGB den

Auch in der Grammatik von ENGEL fehlen also allgemein gültige Verweise auf den Gebrauch von es als Korrelat.

EICHLER/BÜNTING (1978: 208-210) bezeichnen in ihrer Deutschen Grammatik das Korrelat es als demonstratives Vertreterelement, das unmittelbar vor dem Subjekt- oder Objektsatz vorkommt. Dabei weisen sie darauf hin, dass ein demonstratives Element bei Subjekt- und Objektsätzen fakultativ (18) oder obligatorisch (19) erscheint:

(18)

Ich höre (es) morgen, ob ich mitfahren darf. (EICHLER/BÜNTING (1978: 208))

(19)

Er ist es überdrüssig, immer wieder dasselbe sagen zu müssen. (EICHLER/BÜNTING (1978: 208))

Das Vorkommen von demonstrativen Elementen bei Subjekt- und Objektsätzen gibt nach EICHLER/BÜNTING Grund zu der Annahme, dass die Sätze, die obligatorische Satzglieder vertreten, eine Grundlage für demonstrative Vertreterelemente bilden.

Die Autoren der Grammatik beschränken sich auf diese allgemeine Beobachtung. Allerdings erscheint dieser Verweis plausibel und könnte in entsprechenden Valenzwörterbüchern verzeichnet werden. Das Problem stellt allerdings in diesem Kontext der Mangel an entsprechenden Kriterien zur Abgrenzung der obligatorischen bzw. fakultativen Elemente des Satzes sowie freien Angaben dar.

In Bezug auf die in den bisherigen Ausführungen als Korrelat bezeichnete Funktion von es gebrauchen die Autoren der Grundzüge einer deutschen Grammatik (HEIDOLPH et al. (1981:

325)) die Bezeichnung Platzhalter eines Subjekts- oder Objektssatzes bzw. einer Infinitivgruppe. Das Platzhalter-es kann entweder an erster Stelle (20a, 20b) oder innerhalb des Satzes (21a, 21b) erscheinen und verschwindet, wenn der Nebensatz an der Satzspitze steht (22a, 22b).

(20)

a. Es ist möglich, daß wir warten müssen. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

b.

Es wäre feige, nicht hinzugehen. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

(21)

a. Deshalb ist es möglich, daß wir warten müssen. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

b.

Deshalb wäre es feige, nicht hinzugehen. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

(22)

a. Daß wir warten müssen, ist möglich. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

b. Nicht hinzugehen wäre feige. (HEIDOLPH et al. 1981: 325)

So werden in den Grundzügen einer deutschen Grammatik keine anderen Regeln für die Stellung des Korrelats in Subjekt- und Objektsätzen genannt, es wird auch nicht erklärt, wann das Korrelat obligatorisch bzw. fakultativ oder unzulässig ist.

Eine besondere Auffassung der Korrelate wird in der IDS-Grammatik (ZIFONUN et. al. (1994:

1475-1494)) dargestellt. Die Autoren dieser Grammatik besprechen das Korrelat im Zusammenhang mit der Definition von Korrelatverbindungen, die aus einem anaphorischen oder deiktischen Ausdruck, also dem Korrelat, und einer Infinitivkonstruktion oder einem dass-/ob- oder W-Satz bestehen.

Ähnlich wie bei EICHLER/BÜNTING werden Korrelate auch in dieser Auffassung als valenzbestimmte Satzteile betrachtet, wobei das Korrelat es als eine Ergänzung zu einem Verb oder einem Adjektiv fungieren kann.

Es erscheint meistens bei eingeleiteten Subjekt- oder Objektsätzen, seltener bei Infinitivkonstruktionen. Denkbar ist auch nach ZIFONUN et. al. (1994) das Auftreten von es bei uneingeleiteten Sätzen, die in den früher genannten Grammatiken nicht berücksichtigt wurden:

(23) Ich habe es gewusst, du kommst erst morgen. (ZIFONUN et. al. (1994: 1476))

Im Hinblick auf die Stellung der Korrelate im Satz wird in dieser Grammatik auf den Zusammenhang zwischen der Akzentuierbarkeit des Korrelats und der Topologie der Korrelatverbindungen hingewiesen. Da die Korrelatverbindung mit dem Korrelat es keinen

Gewichtungsakzent trägt, kann sie lediglich in Distanzstellung vorkommen. Das heißt, das Korrelat, das im Vorfeld erscheint, schließt das Vorkommen einer Infinitivkonstruktion bzw. eines Subjekt- oder Objektsatzes im Mittelfeld aus und umgekehrt:

(24)

a. *Eine neue Grammatik zu schreiben freut es mich. (ZIFONUN et. al. (1994: 1478))

b. *Es freut, eine Grammatik zu schreiben, mich. (ZIFONUN et. al. (1994: 1478))

Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass das Korrelat es eine Platzhalterfunktion erfüllt und zur stilistischen und kommunikativen Markierung der Infinitivkonstruktion bzw. des Subjekt- oder Objektsatzes dient. Es besetzt nämlich die syntaktische Stelle des Subjekts oder Objekts in einer stilistisch und kommunikativ unmarkierten Position und ermöglicht es, die Infinitivkonstruktion oder den Nebensatz in eine stilistisch und kommunikativ bevorzugte Position zu versetzen:

(25) Kannst es wohl nicht erwarten, deinen Meister zu finden? (ZIFONUN et. al. 1994: 1478)

Damit garantiert das Korrelat es die syntaktische Vollständigkeit des Mittelfeldes und fördert die Extraposition eines Subjekt- bzw. Objektsatzes oder einer Infinitivkonstruktion, indem es darauf verweist, bevor die Satzklammer geschlossen werden.

ZIFONUN et al. (1994) erwähnen an dieser Stelle noch die mögliche Vorfeldstellung von es bei Subjektsätzen und weisen darauf hin, dass es auch extraponiert im Nachfeld erscheinen kann, wobei das Verbum finitum an der dritten Stelle steht:

(26)

Ob der Dieb musikalisch ist oder die Landschaft liebt, niemanden interessiert es. (ZIFONUN et. al. (1994: 1479))

In Bezug auf die Notwendigkeit und Fakultativität des Korrelates es verweisen ZIFONUN et al. (1994) auf eine Reihe von Verben, bei denen, statistisch gesehen, das Korrelat in 100% Kontexten erscheint oder unzulässig ist. Sie betonen aber, dass die statistische Untersuchung keine allgemein gültigen Ergebnisse liefern kann. So ist es zum Beispiel möglich, bei dem Verb verantworten, das in allen analysierten Kontexten das Korrelat es aufweist, das Korrelat wegzulassen. Dagegen sind die Verben befehlen, befürchten, beschließen, fürchten, bei denen in keinem Korpusbeleg das Korrelat es erscheint, unter bestimmten Bedingungen mit es verbindbar.

Der Grund dafür, keine absolut korrelatausschließenden bzw. korrelatverlangenden Verben feststellen zu können, liegt nach ZIFONUN et al. (1994) darin, dass es bestimmte Faktoren gibt, die das Vorkommen des Korrelats es fördern bzw. einschränken.

Genauer wird aber auf diese Faktoren nicht eingegangen, so dass dem Nicht-Muttersprachler bei dem Gebrauch von es kaum geholfen wird.

2 Schlussfolgerung

Aus der Analyse der Regeln zum Gebrauch von es als Korrelat folgt eindeutig, dass solche Regeln, die einem Nicht-Muttersprachler Verweise auf den richtigen Gebrauch von es in der genannten Funktion liefern würden, praktisch noch nicht formuliert worden sind. Interessant erscheinen die Vorschläge, dieses Problem valenztheoretisch zu begründen. Da aber die Valenztheorie über keine allgemein gültigen Verfahren zur Abgrenzung der obligatorischen und fakultativen Satzelemente sowie der freien Angaben verfügt, ist eine valenztheoretisch begründete Erfassung der Korrelate, z.B. in einem Valenzwörterbuch, nicht durchführbar. Alternative operationalisierbare Verfahren zur Bestimmung des Auftretens von es als Korrelat fehlen in der Forschung.

Literatur

DUDENREDAKTION (Hrsg.) (2005): Duden. Die Grammatik. Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Duden Verlag. EICHLER, W. / BÜNTING, K.-D. (1978): Deutsche Grammatik. Form, Leistung und Gebrauch der Gegenwartssprache. Kronberg. ENGEL, U. (1996): Deutsche Grammatik. Heidelberg. HEIDOLPH, K. E. et al. (Hrsg.) (1981): Grundzüge einer deutschen Grammatik. Berlin. HELBIG, G. / BUSCHA, J. (1999): Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig/Berlin/München. ZIFONUN, G. et. al. (Hrsg.) (1994): Grammatik der deutschen Sprache. Bd. 2. Berlin/New York.

Quellen

W - ARCHIV DER GESCHRIEBENEN KORPORA: Korpora des Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim (http://www.ids-mannheim.de/cosmas2/referenz/), online recherchierbar über COSMAS II: http://www.ids-mannheim.de/cosmas2

Maciej Szewczyk Jagiellonen-Universität Kraków, Polen szewczyk.mt@googlemail.com http://www.filg.uj.edu.pl/ifg/