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1 Die Rangordnung der Rechtserlasse 117

Die Rangordnung der Rechtserlasse

Verfassung
Bundes-
ver- Verfassung: Grundgesetz eines Staates, welches die Grundordnung, wie der
fassung Staat aufgebaut ist, sowie die Grundregeln des Zusammenlebens enthält.
Die Verfassung bildet auch die Grundlage für die Schaffung von Gesetzen.
BV
Bundesebene: Änderungen oder Ergänzungen der Bundesverfassung müssen in je-
dem Fall von Volk und Ständen (Kantonen) gutgeheissen werden (BV 195).
Kantonsebene: Jeder Kanton hat seine eigene Kantonsverfassung, deren Inhalt
▼ aber der Bundesverfassung nicht widersprechen darf. Änderungen oder Ergän-
zungen müssen nach der Zustimmung durch die jeweilige Kantonsbevölkerung

noch von National- und Ständerat gutgeheissen werden (BV 51).

Gesetz
Gesetz Gesetz: Vom Parlament erlassene nähere Ausführung zu einer Verfassungsbe-
stimmung. Das Gesetz enthält Rechte und Pflichten, Gebote und Verbote.

Bundesebene: Ein Gesetz wird von National- und Ständerat beschlossen. Das Volk
(mittels 50 000 Unterschriften) oder 8 Kantone können danach das fakultative
Referendum ergreifen und eine Volksabstimmung erzwingen (BV 141).
Allein das Volksmehr entscheidet, ob das Gesetz angenommen oder abgelehnt wird.
Gesetze auf Bundesebene sind u.a. das ZGB, OR, StGB, SVG, ArG.
Kantonsebene: Kantonale Gesetze werden vom jeweiligen Kantonsparlament
▼ (Grosser Rat/Kantonsrat/ Landrat) erlassen. Da das Kantonsparlament aber nur
aus 1 Kammer besteht, erfolgt bei der Beratung eine 1. und eine 2. Lesung.

Gemeindeebene: Hier spricht man von «Reglementen». Das sind Erlasse, die Ge-
setzescharakter haben.
Beispiele: Organisationsreglement, Kehrichtreglement, Baureglement, Kanalisati-
onsreglement

Verordnung
Ver -
ordnung Verordnung: Verordnungen sind untergeordnete Erlasse, die Recht setzen und die
nicht dem Referendum unterstehen. Sie bedürfen einer gesetzlichen Grundlage.

Bundesebene: Verordnungen werden vom Bundesrat (das ist der Normalfall, BV 182)
oder ausnahmsweise vom Parlament selbst (BV 163) erlassen.
Kantonsebene: Neben dem Begriff «Verordnung» wird auf Kantonsebene auch der
Begriff «Dekret» verwendet.


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