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3 Die Gewaltenteilung 48

Die Gewaltenteilung
Gewaltenteilung: Das Bestreben, die Ansammlung von zu grosser Machtfülle in
der Hand einer einzelnen Person zu verhindern, indem die Staatsgewalt aufge­
teilt und drei voneinander unabhängigen Funktionsträgern zugeordnet wird.

Staatsgewalt
– Gesetze geben – Gesetze ausführen – richten
– Kontrolle der Regierung/ – regieren – strafen
Verwaltung – Staat lenken – schlichten

Parlament Regierung Gerichte


(«Legislative») («Exekutive») («Judikative»)
(Rechtsetzung) (Rechtsanwendung) (Rechtsprechung)

Bund Bundesversammlung Bundesrat Bundesgericht


(Nationalrat mit 200 (7 Mitglieder) (35–45 Mitglieder)
und Ständerat mit
46 Mitgliedern)

Kanton Grosser Rat/Kantonsrat/ Regierungsrat/Staatsrat Obergericht/


Landrat/Landsgemeinde (5–7 Mitglieder) Kantonsgericht

Amt/Bezirk/Kreis Amts-/Bezirks-/
Kreisgericht

Gemeinde Gemeindeversammlung/ Gemeinderat/ Friedensrichterin oder


Einwohnerrat / Kleiner Stadtrat Friedensrichter/
Grosser Gemeinderat/ Vermittlerin oder
Grosser Stadtrat Vermittler/
Sühnebeamtin oder
Sühnebeamter

Im modernen Staatsrecht spricht man nicht mehr von «Legislative», «Exekutive»


und «Judikative / Justiz». Diese Begriffe werden ersetzt durch «Parlament», «Regie­
rung» und «Gerichte».
Der Grund liegt darin, dass die Gewalten nicht strikte voneinander getrennt sind
(daher reden wir ja auch von Gewaltenteilung) und weil jede der drei Staatsge­
walten auch vereinzelt Funktionen der anderen Gewalten wahrnimmt.
Beispiele:
– Die Bundesversammlung wirkt mit an der Legislaturplanung der Regierung (Staats­
leitungsfunktion) oder erteilt Konzessionen an AKWs (Verwaltungsfunktion).
➔ – Der Bundesrat erlässt Verordnungen zu den Gesetzen des Parlaments. (Dies ist
CiviCampus eine parlamentarische Tätigkeit.)
➔ – Das Bundesgericht wählt die Angestellten der Gerichtsverwaltung, wie Gerichts­
www.verlag-fuchs.ch/staat schreiber usw. (Dies ist eigentlich eine Tätigkeit der Regierung.)