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NEUES FORUM Sachsen

Roßmarktstraße 30
D - 04177 Leipzig
phone 0341 – 480 72 07 Š mobile 0163 321 02 78
neuesforum@gmx.de Š www.neuesforum.de

§ 1 Name und Sitz

(1) Die politische Vereinigung führt den Namen „NEUES FORUM Sachsen“.
Sie ist Landesverband des Bundesverbandes des NEUEN FORUM auf dem Gebiet des
Freistaates Sachsen. Die Kurzbezeichnung lautet FORUM.
(2) Sitz der Vereinigung ist Leipzig. Regionalverbände führen den Namen NEUES FORUM mit
dem Zusatz der Bezeichnung der Region oder des Ortes.

§ 2 Mitgliedschaft

(1) Mitglied des NEUEN FORUM kann werden, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat sowie die
Satzung und die Grundsätze des NEUEN FORUM anerkennt. Mitglied des NEUEN
FORUM darf nicht werden, wer offiziell oder inoffiziell für einen Geheimdienst arbeitet.
Die Aufnahme ehemaliger Funktionsträger und Mitarbeiter von bewaffneten Organen des
SED-Regimes regelt die zur Satzung gehörige Anlage „Aufnahmekriterien“.
(2) Über die Aufnahme eines Mitgliedes entscheidet das vertretungsberechtigte Gremium oder
die Mitgliederversammlung der jeweiligen Gebietsebene mit einfacher Mehrheit.
(3) Mandate oder Funktionen für das NEUE FORUM kann nicht wahrnehmen, wer Mitglied
einer anderen politischen Vereinigung gemäß Parteiengesetz bzw. wählbaren
konkurrierenden Vereinigungen ist.
(4) Wer Mandate und Funktionen für das NEUE FORUM innehat oder sich für diese bewirbt,
hat eine schriftliche Erklärung abzugeben, dass er für keinen ehemaligen oder
gegenwärtigen Geheimdienst wissentlich tätig war, ist oder sein wird bzw. dies vor dem
Vertrauensausschuss offenzulegen, zu begründen und von diesem bewerten zu lassen.
Gleichzeitig ist die schriftliche Zustimmung zur Überprüfung zu erteilen.
(5) Die Mitgliedschaft endet mit dem Austritt, durch Ausschluss oder Tod. Der Ausschluss ist
nur möglich bei schwerem Verstoß gegen die Satzung oder wenn dem NEUEN FORUM
schwerer Schaden zugefügt wurde oder wird. Über den Ausschluss entscheidet das jeweilige
Gremium mit einfacher Mehrheit. Bei mehr als sechsmonatigem Beitragsrückstand ruhen
die Mitgliederrechte, nach einmaliger erfolgloser Mahnung erlischt die Mitgliedschaft.
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§ 3 Rechte und Pflichten

(1) Jedes Mitglied hat das Recht,


- an der politische Willensbildung des NEUEN FORUM Sachsen durch Aussprachen,
Abstimmungen, Anträge und Wahlen mitzuwirken,
- im Rahmen der Gesetze und dieser Satzung das aktive und passive Wahlrecht auszuüben,
- an den Sitzungen und Versammlungen aller Gremien laut Geschäftsordnung
teilzunehmen.
(2) Jedes Mitglied hat die Pflicht,
- seine Beiträge zu entrichten,
- an Urabstimmungen teilzunehmen.

§ 4 Gliederung

(1) Der Landesverband gliedert sich in Basisgruppen und Regionalverbände. Basisgruppen


bestehen aus mindestens drei Mitgliedern. Jede Basisgruppe und jeder Regionalverband
bedürfen der Registrierung im Regional- bzw. Landesverband.
(2) Der Landesverband kann bei schwerwiegenden Verstößen gegen Satzung oder Grundsätze
des NEUEN FORUM über die Auflösung oder den Ausschluss von Regionalverbänden oder
Basisgruppen sowie die Amtsenthebung ganzer Organe derselben entscheiden.
Die Entscheidung tritt außer Kraft, wenn sie nicht durch den Bundesverband sowie das
nächste Landesforum bestätigt wird. Gegen diese Entscheidung ist Beschwerde bei der
Landesschlichtungsstelle möglich.

§ 5 Gremien

Gremien sind:
- das Landesforum (Landesdelegiertenversammlung oder Mitgliederversammlung)
- die Mitgliederversammlung
- der Landessprecherrat
- die Landesschlichtungsstelle
- der Vertrauensausschuss
- die Revisionskommission.

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§ 6 Landesforum

(1) Das Landesforum ist das höchste Organ im NEUEN FORUM Sachsen. Es wird einberufen
auf Beschluss des Landesforum, des Landessprecherrates, von zwei Basisgruppen oder eines
Zehntels der Mitglieder.
(2) Das Landesforum ist die Versammlung von Delegierten oder Mitgliedern des NEUEN
FORUM Sachsen. Es findet mindestens jährlich statt. Bei Delegiertenversammlungen
werden die Delegierten in den Basisgruppen oder Regionalverbänden gewählt. Basisgruppen
bis zu 3 Mitgliedern können einen Delegierten wählen, je weitere angefangene 3 Mitglieder
einen weiteren Delegierten. Die Delegierten behalten ihr Mandat bis zur nächsten
Delegiertenwahl, höchstens jedoch für 2 Jahre.
(3) Das Landesforum wird vom Landessprecherrat spätestens sechs Wochen vorher unter
Bekanntgabe der vorläufigen Tagesordnung einberufen. Bei Delegiertenversammlungen
erfolgt die Einberufung schriftlich an die Geschäftsstellen oder Sprecherräte der jeweiligen
Ebene, bei Mitgliederversammlungen erhalten alle Mitglieder eine Einladung.
(4) Aufgaben des Landesforum:
(a) Beschlussfassung über
- die Politik des Landesverbandes
- die Satzung und Satzungsänderung
- den Rechenschaftsbericht des Landessprecherrates
- ordnungsgemäß vorgelegte Anträge
- die Teilnahme an Wahlen auf Landesebene
- die Tages-, Finanz-, Kassen-, Schlichtungs- und Geschäftsordnung.
(b) Entlastung und Wahl der Mitglieder des Landessprecherrates, des Vertreterrates, der
Landesschlichtungsstelle, des Vertrauensausschusses und der Revisionskommission.
(c) Wahl der sächsischen Kandidaten für den Bundesvorstand.
(5) Das außerordentliche Landesforum ist mit einer Frist von einer Woche einzuberufen
(a) auf Beschluss eines Ordentlichen Landesforum
(b) auf Beschluss des Landessprecherrates
(c) auf Antrag eines Zehntels der Mitglieder oder von zwei Regionalverbänden.
(6) Anträge an das Landesforum müssen mindestens zwei Wochen vorher, bei einem
Außerordentlichen Landesforum zu Beginn der Versammlung dem Landessprecherrat
vorliegen.

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§ 7 Landessprecherrat

(1) Der Landessprecherrat ist das oberste Gremium zwischen den Landesforen. Er besteht aus
mindestens 3 für die Dauer von höchstens zwei Jahren vom Landesforum zu wählenden
Mitgliedern des Landesverbandes. Aus der Mitte des Landessprecherrates wählt das
Landesforum den Vertreterrat, der aus drei Landessprechern besteht, von denen jeweils zwei
gemeinschaftlich den Landesverband nach außen vertreten.
(2) Der Landessprecherrat tritt in der Regel mindestens 5mal jährlich zusammen.
(3) Der Landessprecherrat gibt sich eine Geschäftsordnung.
(4) Der Landessprecherrat stellt den Landesgeschäftsführer sowie den/ die Mitarbeiter ein und
ist diesen weisungsbefugt.

§ 8 Wahlen und Abstimmungen

Bei Abstimmungen zu Personalwahlen, Finanzentscheidungen und Entscheidungen den § 12


betreffend, haben nur Mitglieder des NEUEN FORUM Sachsen Stimmrecht, bei allen anderen auch
Nichtmitglieder.

§ 9 Schlichtungsstellen

(1) Die Landesschlichtungsstelle besteht aus drei vom Landesforum auf die Dauer von
höchstens drei Jahren zu wählenden Mitgliedern. Sie gibt sich eine Schlichtungsordnung. Im
Falle ihres Tätigwerdens kann jede der beiden Streitparteien einen Beisitzer benennen.
(2) Die Landesschlichtungsstelle entscheidet auf Antrag über die Beschwerde gegen den
Ausschluss eines Mitgliedes des Landesverbandes sowie bei strittiger Auslegung der
Satzung.
(3) Auf Antrag einer Mitgliederversammlung oder des Landessprecherrates kann eine
Ordnungsmaßnahme ausgesprochen werden. Ordnungsmaßnahmen sind der Ausschluss, die
Amtsenthebung, die Verwarnung und die Aussetzung der Mitgliedsrechte für höchstens ein
Jahr.
(4) Gegen Beschlüsse der Landesschlichtungsstelle ist Beschwerde bei der
Bundesschlichtungsstelle zulässig.

§ 10 Vertrauensausschuss

Der Vertrauensausschuss besteht aus drei vom Landesforum für höchstens vier Jahre zu wählenden
Mitgliedern und entscheidet auf Antrag über die Anwendung des § 2 (4).
Er gibt sich eine Geschäftsordnung.

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§ 11 Grundsätze der Finanzordnung

(1) Der Landessprecherrat legt öffentlich Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben des
Vorjahres ab. Der Rechenschaftsbericht muss jedem Mitglied des NEUEN FORUM
Sachsen zugänglich sein.
(2) Die Beitragshöhe beträgt 1% des monatlichen Nettoeinkommens. Schüler, Studenten,
Sozialhilfeempfänger und Bedürftige bestimmen ihre Beitragshöhe selbst.
(3) Es gilt die Kassenordnung des Bundesverbandes.
(4) Näheres regelt die Finanzordnung.

§ 12 Satzungsänderung, Auflösung, Verschmelzung

(1) Satzungsänderungen bedürfen einer 2/3-Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten.


(2) Über Auflösung oder Fusion entscheidet das Landesforum mit 2/3-Mehrheit. Der Beschluss
wird durch eine Urabstimmung aller Mitglieder mit 2/3-Mehrheit wirksam. Die
Urabstimmung hat schriftlich und anonym zu erfolgen. Nicht abgegebene Stimmen zählen
nicht. Regionalverbände, deren Mitglieder der Auflösung oder Fusion nicht mit mindestens
2/3-Mehrheit zugestimmt haben, bleiben als selbständige Verbände oder Teile des
Landesverbandes bestehen.
(3) Bei Auflösung von Regionalorganisationen geht deren Vermögen an den Landesverband,
bei Auflösung des Landesverbandes an den Bundesverband.

§ 13 Schlussbestimmung

Die Grundsätze des NEUEN FORUM (Bundesrahmensatzung) und die Anlage


„Aufnahmekriterien“ sind Bestandteile dieser Satzung.
Diese Satzung tritt mit Beschlussfassung am 12. Dezember 1998 auf dem Landesforum in Borna in
Kraft, geändert mit Beschluss des Landesforum am 28. Mai 2004 in Leipzig.

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Aufnahmekriterien

(Anlage zur Satzung des NEUEN FORUM Sachsen)

1. Die Verantwortlichen für die Beibehaltung eines Zustandes der Missachtung von
Menschenrechten, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 und den
beiden Pakten von 1966 niedergelegt sind und damit der Missachtung der Würde des Einzelnen und
der Missachtung demokratischer Mitbestimmungsrechte in der ehemaligen DDR Vorschub geleistet
haben oder diesen Zustand selbst aktiv beförderten, können grundsätzlich nicht Mitglied im
NEUEN FORUM werden.

2. Auf der Grundlage des Wissens um die neostalinistischen Strukturen der ehemaligen DDR
und in Anlehnung an entsprechende Regelungen im Einigungsvertrag und dem sächsischen
Beamtengesetz kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass vor den ersten freien Wahlen
am 18. März 1990 ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, der politischen
Polizei der DDR K 1 und Mitarbeiter der Verwaltung Aufklärung der NVA sowie
Nomenklaturkader der zentralen, bezirklichen, kreislichen und stadtbezirklichen Ebenen, aller
Organisationen, Parteien, Ministerien und nachgeordneten Einrichtungen ohne Ausnahme sowie
Mitarbeiter und Beauftragte des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, der Bezirks-, Kreis- und
Stadtbezirkseinsatzleitungen und der dazugehörigen inoffiziellen B-Beauftragten sowie
Mandatsträger von Wahlfunktionen aller Ebenen Verantwortliche im Sinne von Punkt 1 waren.

3. Eine Aufnahme der in Punkt 2 genannten Verantwortlichen für die Zustände in der DDR als
Mitglieder im NEUEN FORUM ist daher grundsätzlich ausgeschlossen, es sei denn, die oder der
Betreffende kann ihr oder sein gegen die neostalinistischen Strukturen gerichtetes Handeln
materiell, d. h. mit Hilfe entsprechender Dokumente oder Zeugen, belegen.

4. Wer sich die Aufnahme als Verantwortlicher im Sinne von Punkt 2 erschleicht, indem er vor
der Aufnahme eine in Punkt 2 genannte Funktion nicht gegenüber dem aufnehmenden
Regionalverband angibt, hat die Aufnahme beim NEUEN FORUM auch dann verwirkt, wenn er ein
gegen die neostalinistischen Strukturen gerichtetes Handeln im nachhinein materiell belegen kann.

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5. Auf der Grundlage des Wissens um die neostalinistischen Strukturen in der DDR und in
Anbetracht der Tatsache, dass ein in Partei- und Verwaltungsstrukturen eingebundener DDR-
Bürger, der keine der unter Punkt 2 genannten Funktionen ausübte, kein Verantwortlicher im Sinne
von Punkt 1 war, steht einer Aufnahme beim NEUEN FORUM nichts entgegen, solange Satzung
und Programm der Bürgerbewegung anerkannt werden.

6. Eine Aufnahme der in Punkt 5 genannten Personen beim NEUEN FORUM ist jedoch auch
dann grundsätzlich ausgeschlossen, wenn dem Betreffenden materiell nachgewiesen wird, dass er in
seinem Handeln Verantwortung trägt für die Missachtung der Menschenrechte im Sinne des
Punktes 1 dieses Beschlusses.

7. Der Regionalverband verpflichtet sich, für das sich aus vorliegendem Beschluss ergebende
Anhörungsverfahren von Betroffenen im Sinne von Punkt 2 bis zur übernächsten Sitzung ein
entsprechendes für die Mitglieder kontrollierbares Verfahren in schriftlicher Form als Anlage zu
diesem Beschluss auszuarbeiten.

Dieser Beschluss tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Verantwortliche im Sinne von Punkt 2, die
bis zum jetzigen Zeitpunkt evtl. Mitglied in einem Regionalverband sind, werden aufgefordert, dem
jeweiligen Regionalsprecherrat eine ehemalige Funktion nach Punkt 2 innerhalb dreier Monate in
geeigneter, aber unmißverständlicher Form anzuzeigen oder auszutreten.

Bischofswerda, 16. April 1994, bestätigt am 12. Dezember 1998 in Borna.

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