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Brustkrebsvorbeugung

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 27.07.2008

Es gibt Möglichkeiten der Brustkrebsvorbeugung, die etwas ganz anderes ist, als die Früherkennung. Während die
Früherkennung eine sehr eingreifende und gesundheitsschädliche Behandlung notwendig macht, ist das bei
erfolgreicher Vorbeugung nicht nötig. Deshalb sollte der Vorbeugung auf jeden Fall der Vorzug vor der Früherkennung
gegeben werden.

Bei uns wird leider nur die Früherkennung propagiert und das in einem Ausmaß und einer Ausschließlichkeit, die
verwundert.

Der wichtigste Brustkrebsrisikofaktor ist dichtes Brustgewebe. Und dagegen kann man etwas machen, wie hier
beschreiben wird:

Brustkrebsrisikofaktor "Dichtes Brustgewebe"

Der damit zusammenhängende allgemeine Risikofaktor für Krebs ist die Inaktivierung der Tumorabwehr durch
Progesteron. Die Wirkung des Progesterons betrifft seinen Einfluß auf das Immunsystem und nicht auf die Tumorzelle
selbst. Deshalb werden vermutlich auch andere Krebsarten durch das Progestoron begünstigt. Das Progestoron, um
das es hier geht, stammt zum großen Teil aus der Nahrung, und zwar aus den Milchprodukten, die aus Milch von
schwangeren Kühen hergestellt wird, aber auch aus Eiern und Rindfleisch von ehemaligen Milchkühen,
Suppenhühnern und so weiter, eben allem, was der Embryonalernährung dient und deshalb einen hohen Gehalt des
Schwangerschaftshormons Progesteron enthält. Durch Vermeidung progesteronhaltiger Produkte kann man diesen
Risikofaktor für die Krebsentstehung gewaltig reduzieren und oft sogar metastatischen Brustkrebs [Hoffnung! hierzu
fehlen leider gute Studien!] zurückdrängen.

Aber auch andere Mittel wie die Kortisone können Brustkrebs begünstigen, weshalb man sie so sparsam wie möglich
einsetzen sollte.
Neben der Vorbeugung durch koffeinhaltigen Kaffee, durch die aber nur bei erblichem Brustkrebs Vorteile zu erwarten
sind (siehe unten), gibt es Möglichkeiten durch Medikamente, die in den Östrogenstoffwechsel eingreifen und die
Eierstockentfernung. [Diese Medikamente haben leider in wissenschaftlichen Studien bereits gezeigt, dass die
Nachteile die Vorteile überwiegen.]

Eine weitere wenig gefährliche Möglichkeit, den Östrogenspiegel zu senken, kann in einer Ballaststoff reichen
Ernährung gesehen werden.

Ein Vorteil der Eierstockentfernung [ggf. im Zusammenhang mit nachgewiesenen BRCA-Genen oder bei bereits
bestehender Brustkrebserkrankung] ist die langjährige Erfahrung mit diesem Verfahren, die damit einhergeht, dass
auch zu weiteren Wirkungen dieser Operation Erfahrungen vorhanden sind, was bei neuen Medikamenten [und ihren
Nebenwirkungen] naturgemäß nicht der Fall ist. Natürlich kann die Eierstockentfernung nur eine Möglichkeit für
Frauen sein, die keine Kinder mehr haben wollen. Denn eigene Kinder kann man ohne Eierstöcke nicht mehr
bekommen.

Abgesehen von den Möglichkeiten, die Östrogene zu senken - ob durch Medikamente, Diäten oder der
Eierstockentfernung - könnte man auch [versuchen], bei den Wachstumsfaktoren ansetzen, die von Brustkrebszellen
ebenfalls zur Zellteilung gebraucht werden.

Vielleicht gibt es da noch mehr als die beiden, die ich hier im Auge habe, nämlich den

EGF - abgekürzt Epidermal Growth Factor oder epidermalen Wachstumsfaktor (unten auf der Seite)

und den

IGF-1, den Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor 1.

Krebsvorbeugung durch Senkung des IGF-1 Spiegels

Dass der Wachstumsfaktor IGF-1 bei Brustkrebs und ähnlichen Krebsarten wie Darm- und Prostatakrebs eine Rolle
spielt, ergibt sich unter anderem daraus, dass Menschen mit dem Laronsyndrom, die kein IGF-1 bilden können, nicht
an diesen Krebsarten leiden. Sie können deshalb nicht wachsen. Aber als Erwachsener muss man das ja auch nicht
mehr. Und deshalb kann man hier [möglicherweise] einen Naturstoff, das Quercetin, nutzen, das die Bildung eines
IGF-1 Bindungsproteins anregt. Dieses Bindungsprotein bindet das IGF-1 so, dass es nicht mehr wirken kann und
damit sein anregender Einfluss auf die Brustzellen und andere Drüsenzellen gehemmt wird. [Studien fehlen.]

Quercetin kommt in vielen Pflanzenteilen vor, die damit vor dem Gefressenwerden durch Tiere geschützt werden
sollen. Denn für die Pflanze ist es nur in seltenen Fällen nützlich, von Tieren gefressen zu werden, zum Beispiel zur
Verbreitung von Samen. Ansonsten produzieren Pflanzen viele Gifte, die die Tiere vergiften sollen. Die Störung der
IGF-1 Wirkung könnte zum Beispiel das Wachstum von Tieren stören. Für das Wachstum bzw. die Teilung von
Krebszellen können wir diese Wirkung des IGF-1 nutzen.

Quercetindiskussion

Noch wichtiger in Bezug auf den IGF-1-Spiegel ist aber auch wieder die Vermeidung von Milchprodukten. Denn die
darin enthaltenen Hormone, besonders Östrogene und Progesterone, können die eigene IGF-1-Produktion anregen
(Queiroga FL2008).

Vorbeugung durch Raloxifen/Evista

Frauen mit Osteoporose, die Raloxifen, ein Medikament von Eli Lilly bekamen, erfuhren ein um 66% niedrigeres
Brustkrebsvorkommen als solche, die ein Plazebo erhielten. Raloxifen ist unter dem Markennahmen Evista auf dem
Markt. Weitere Informationen unter Brustkrebsvorbeugung mit Evista.

Aber Raloxifen ist wie das ähnlich wirkende und viel billigere Tamoxifen natürlich ein Mittel, das chemisch so etwas
wie eine Kastration bewirkt. Das ist ein sehr starker Eingriff, stärker noch als die Eierstockentfernung, bei der
wenigstens die Hormonproduktion aus der Nebennierenrinde erhalten bleibt.

Vorbeugung durch Entfernung der Eierstöcke

Durch die Entfernung der Eierstöcke, auch Ovarektomie genannt, kann eine Frau dem epidemischen und dem
erblichen Brustkrebs vorbeugen, s.a. Brustkrebsvorbeugung durch Entfernung der Eierstöcke.
Die Eierstöcke bilden auch Progesteron. Das könnte ein Grund für die starke Verminderung der Brustkrebsentstehung
sein.

Vorbeugung durch Cox-2-Inhibitoren

COX-2 Inhibitoren verringern Brustkrebs, sind aber nicht ungefährlich. Ähnlich wie COX-2-Inhibitoren wirkt das Aspirin.
Es ist ungefährlicher, wenn man keine Magenprobleme hat, wirkt aber auch nicht so stark.

Bevor man aber Aspirin auf Dauer einnimmt, sollte man sich genauer informieren, besonders falls man noch andere
gesundheitliche Probleme hat, zum Beispiel wegen Thrombosegefahr Medikamente einnehmen muß.

Aspirin ist ein sehr wirksames Medikament. Ein solches über Jahre einzunehmen, ist sicher nicht harmlos und muss
gut überlegt werden.

Selen

In ihrem Buch über Selen zitieren Josef Beuth und Verena Drebing eine Untersuchung an behandelten
Hautkrebspatienten, bei denen die Selenbehandlung keine Auswirkungen, und zwar keine Wirkung auf die Wiederkehr
der ursprünglichen Krankheit, nämlich Hautkrebs hatte.

Es gab aber einen interessanten Nebenbefund: Andere Krebsarten, besonders Darmkrebs, traten bei den mit
zusätzlichem Selen versorgten Menschen wesentlich seltener auf. Darmkrebs ist wie Brustkrebs ein
Drüsenkrebs und reagiert insofern oft ähnlich.

Das könnte es sinnvoll machen, zu versuchen, Selenmangel zur Krebsvorbeugung auszugleichen. [Dieser
Nebenbefund ruht aber auf etwas schwachen Schultern!]

Bevor man sich entschließt, Selen vielleicht über Jahre einzunehmen, sollte man seinen Selenspiegel messen lassen.
Und man muss Beuth und Drebing dankbar sein, dass sie darauf aufmerksam machen, dass es diese Möglichkeit gibt.
Mehr über das Selenbuch hier.

Mehr über Selen von Elisabeth Rieping


Wenn man wegen Mutationen im BRCA-1 oder BRCA-2-Gen eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, Brust- und auch
Darm-, Eierstock-, Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit der
Vorbeugung, die hier beschrieben wird.

Permalink Archiv der Library of Congress:


http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/brustkrebsvorbeugung.htm (nicht verfügbar?)