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Braucht eine Frau neben der progesteronfreien Ernährung die Antihormonbehandlung?

(Diät oder AHB)


[Vor der 2. Radiojodtherapie]

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 29.06.2008

Gestern habe ich noch mal hin und her überlegt und mich an die Anfänge meiner Behandlung nach Auftreten des
neuen Lymphödems erinnert.

Ich hatte mich damals schnell entschlossen, die Radiojodbehandlung zu wiederholen. Denn beim ersten Mal hatte sie
ja gut geklappt. Und ich hatte den Rückgang meines inflammatorischen Mammakarzinoms am Verschwinden des
Hautausschlags mit eigenen Augen beobachten können. Außerdem verschwand eine winzige Radiojod speichernde
Anreicherung in der Nähe des Brustbeins, also des Knochens, an dem vorne die Rippen ansetzen und die vielleicht ein
Lymphknoten oder sonst eine Metastase hätte sein können.

Ich hatte aber Angst, dass beim zweiten Mal die Jodspeicherung schlechter sein könnte als bei der ersten Behandlung.
Denn so eine Behandlung kann ja auch wie eine Selektion wirken. Die Jod speichernden Brustkrebszellen sterben und
die anderen bleiben über.

Deshalb hatte ich mir überlegt, die Jodspeicherung durch eine jodarme Diät zu ersetzen und fing damit ca. drei oder
vier Wochen vor der geplanten Behandlung an. Und ebenso auch damit, wieder Östrogene zu nehmen. Denn ohne
Östrogen und zusätzlich Progesteron nimmt die Brust und nehmen auch die Brustkrebszellen kein Jod auf.

Die jodfreie Diät war hart. Jod ist in allen Milchprodukten und auch in Seefisch in großer Menge vorhanden und dazu
kam noch, dass heute fast alle industriell hergestellten Lebensmittel jodiert sind. Ich konnte kaum etwas essen,
musste Brot selber backen und so weiter.

Zum Frühstück gab es selbstgebackenes Brot mit Erdnussbutter und Zwiebeln. Abends Bratkartoffeln in Öl und so
weiter. Dass ich zusätzlich Östrogene zu mir nehmen musste und die letzen Tage sogar Progestine, um die
Jodaufnahme zu fördern, versetzte mich wegen meines hohen Hormonrezeptor Status Score 12 für den
Östrogenrezeptor und Score 9 für den Progesteronrezeptor in Panik. Vor Angst zog ich den Behandlungstermin zwei
Tage vor und schluckte das radioaktive Jod schon an einem Mittwoch.
Während beim ersten Mal der Tumor ja vorher entfernt worden war und man keine großartige Speicherung erwarten
konnte, hatte ich ja jetzt mehrere große inoperable Tumoren und ich erwartete schon eine Speicherung. Aber in dem
gemachten Szintigramm zeigte sich nichts.

Aber der Tumormarker CA-15-3 ging runter und der andere CA-125, der am stärksten erhöht gewesen war, verzog
sich sogar in den Normalbereich.

Darauf hatte ich gar nicht mehr zu hoffen gewagt. Warum freute ich mich?

Jetzt weiß ich es! Wegen der jodarmen Diät musste ich auch alle Milchprodukte vermeiden, denn der Säugling und
auch der Milch trinkende Erwachsene wird ja durch die Milch mit Jod versorgt. Und so hatte ich durch die jodarme,
gleichzeitig eine Progesteron vermeidende, milcharme Diät gemacht und das hat meine beiden Tumormarker beide
runter gebracht, obwohl ich gleichzeitig Östrogen und kurz auch Progestine (Trisquenz) genommen habe.

Ich schließe daraus, dass die Progesteron vermeidende, also milcharme Diät auch ohne Antihormonbehandlung
funktioniert und man darauf vielleicht weitgehend verzichten kann, wenn man die Diät einhält oder die Milch, wie ich
hoffe bald, sicherer ist, nämlich progesteronfrei, weil nur noch von nicht trächtigen Kühen gemolken wird.

Nach der Radiojodbehandlung habe ich mit beidem, also mit Diät und Hormonaufnahme wieder aufgehört und nach
einigen Wochen stiegen die Tumormarker wieder an.

Text im Archiv der Library of Congress http://web.archive.org/web/20071216010939/http://www.erieping.de/diaet_oder_ahb.htm (16.12.2007)