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Die Vereinten Nationen:

Spielball der Mächtigen oder Garant


für Frieden?

Gliederung

1. Was sind die Vereinten Nationen?


2. Geschichte der Vereinten Nationen
3. Ziele der Vereinten Nationen
4. Grundsätze der Vereinten Nationen
5. Erfolge der Vereinten Nationen
6. Struktur der Vereinten Nationen
7. Die Vereinten Nationen in der Kritik
8. Abschließendes Urteil: UN – Garant für Frieden oder doch Spielball der
Mächtigen?
1. Was sind die Vereinten Nationen?

Bei den Vereinten Nationen handelt es sich um einen zwischenstaatlichen


Zusammenschluss, der sich vor allem die Sicherung des Weltfriedens zum Ziel
gesetzt hat. Mit gegenwärtig 191 Mitgliedsstaaten1 (Nicht-Mitglieder sind z.B. der
Vatikan und die nicht von allen Ländern anerkannten Staaten, wie zum Beispiel die
Sahara) umfassen die Vereinten Nationen nahezu alle Länder der Erde und somit
auch die verschiedensten Kulturen und Religionen.
International spricht man nicht von den Vereinten Nationen, sondern von der UN
(United Nations Organisation), im deutschen Sprachgebrauch ist auch oft die Rede
von der „UNO“.
Der Hauptsitz der UN befindet sich in New York, weitere Sitze
sind in Genf, Wien und Nairobi zu finden, während man
hingegen den Internationalen Gerichtshof in Den Haag antrifft.
Der Kopf der Organisation wird vom Generalsekretär gebildet.
Derzeitig begleitet dieses Amt der aus Ghana stammende KOFI
ANNAN4 (voraussichtlich bis 2006).

KOFI ANNAN

2. Geschichte der Vereinten Nationen

Zur Geschichte der UN soll lediglich gesagt werden, dass diese Organisation quasi
die Fortsetzung des am 28.04.1919 gegründeten Völkerbundes2 darstellt. Gegründet
wurde die UN offiziell am 26.06.1945, indem sich die 51 Gründungsmitglieder mit
ihrer Unterschrift gemeinsam zur so genannten Charta3 bekannten (Polen
unterzeichnete nachträglich). Die BRD und die DDR traten am 18.09.1973 bei, wobei
die DDR nach der Wiedervereinigung als Mitglied ausschied. Als bislang letzte
Nationen sind im September 2002 die Schweiz und Timor der UN beigetreten.

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1
Eine komplette Liste aller Mitglieder zu finden unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mitgliedstaaten_der_Vereinten_Nationen
2
Siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbund
3
Eine Art Grundgesetz der Vereinten Nationen, nähere Infos unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Charta_der_Vereinten_Nationen
4
Mehr zu KOFI ANNAN unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Kofi_Annan
3. Ziele der Vereinten Nationen

1. Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit.


2. Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen auf der Grundlage der Achtung
von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker.
3. Internationale Zusammenarbeit bei der Lösung internationaler Probleme
wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art und bei der Förderung
der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheit.
4. Gestaltung der Vereinten Nationen zu einem Zentrum, das die Maßnahmen
der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele koordiniert. [5]

4. Grundsätze der Vereinten Nationen

1. Die Organisation beruht auf der souveränen Gleichheit aller Mitglieder.


2. Alle Mitglieder erfüllen nach Treu und Glauben die Pflichten, die ihnen die
Charta auferlegt.
3. Alle Mitglieder regeln ihre internationalen Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln
ohne Gefährdung des Weltfriedens.
4. Alle Mitglieder enthalten sich der Gewaltanwendung oder Gewaltdrohung
gegen die territorialen Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit anderer
Staaten.
5. Alle Mitglieder unterstützen die Vereinten Nationen bei Aktionen, die sie im
Einklang mit den Zielen der Charta unternehmen.
6. Von Staaten, die nicht Mitglieder der Vereinten Nationen sind, wird erwartet,
dass sie nach diesen Grundsätzen handeln, soweit dies für die Wahrung des
Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlich ist.
7. Die Vereinten Nationen befolgen den Grundsatz der Nichteinmischung in die
inneren Angelegenheiten eines Staates. [5]

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5
ADAC-Verlag GmbH München 2000, Seite 265
ISBN: 3-87003-880-2
5. Erfolge der Vereinten Nationen

Viele ihrer Ziele haben die Vereinten Nationen bereits erreicht, so zum Beispiel

• Ausarbeitung der Menschenrechte 1948


• Ausrotten oder Eindämmen von Krankheiten (Pocken)
• Das Welternährungsprogramm der UNO stellt jährlich mehr als die Hälfte der
weltweit geleisteten Nahrungsmittelhilfe bereit
• Sie sorgt für Schutz von Flüchtlingen
• Sie bilden Minensucher aus, zum Beispiel gibt es in Afghanistan zehn
Millionen verlegte Minen
• 70 Prozent der Aktivitäten der UNO erstrecken sich auf die Bereiche
Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe. [6]

6. Struktur der Vereinten Nationen

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6
http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen
Generalversammlung: Die Generalversammlung ist eine Vollversammlung aller
Mitgliedsstaaten, wobei jedes Land bei Abstimmungen nach Artikel 18 der UN-Charta
genau eine Stimme besitzt. Die Generalversammlung darf über jedes Thema tagen,
so lange sich der Sicherheitsrat nicht mit diesem Thema auseinandersetzt (Artikel
10). Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Überprüfung des Haushaltsplanes, wobei
man auch über viele andere Resolutionen berät und diese auf Empfehlung annimmt.
Von der Generalversammlung stammende Resolutionen sind im Gegensatz zu den
im Sicherheitsrat völkerrechtlich nicht bindend. Die Stellung der
Generalversammlung ist alles in allem bei weitem nicht so stark, wie man annehmen
könnte oder sollte.

Sicherheitsrat: Hierbei handelt es sich zweifelsohne um das mächtigste Organ der


Vereinten Nationen. Der Sicherheitsrat setzt sich aus den fünf ständigen Mitgliedern
China, USA, Russland, Großbritannien, und Frankreich und zehn nichtständigen
Mitgliedern zusammen, von denen jeweils fünf jedes Jahr für die Dauer von zwei
Jahren gewählt werden. Beschlüsse kommen nur zustande, wenn sich mindestens
neun Mitglieder für einen Beschluss stimmen, wobei die fünf ständigen Mitglieder in
jedem Falle einverstanden sein müssen. Sollte dies nicht der Fall sein, so können die
ständigen Mitglieder von ihrem Veto-Recht Gebrauch machen. Dem Sicherheitsrat
unterliegt nach Artikel 24 die Hauptaufgabe für die Bewahrung des Weltfriedens und
der internationalen Sicherheit.

Sekretariat: Das UN-Sekretariat hat seinen Hauptsitz in New York und jeweils
Nebensitze in Genf, Wien und Nairobi. Seine Aufgabe ist es, die UN-Organe bei
organisatorischen Angelegenheiten zu unterstützen, Konferenzen anzusetzen und
den Haushaltsplan aufzustellen. Der für fünf Jahre gewählte Generalsekretär bildet
den Kopf der Vereinten Nationen und gilt als der wichtigste Repräsentant.

Internationaler Gerichtshof: Der Sitz des Internationalen Gerichtshofes befindet sich


in Den Haag. Die 15 Richter müssen aus 15 unterschiedlichen Nationen stammen.
Alle drei Jahre werden fünf neue Richter gemeinsam von der Generalversammlung
und dem Sicherheitsrat gewählt, wobei Wiederwahlen möglich sind. Nur Staaten
können sich an den Internationalen Gerichtshof wenden, die Richter müssen hierbei
selbstverständlich neutral bleiben und dürfen nicht im Interesse ihres Landes
urteilen.
Wirtschafts- und Sozialrat: „Zusammen mit der UN-Generalversammlung engagiert
sich der Wirtschafts- und Sozialrat auf wirtschaftlichen und sozialen Gebieten.
Konkrete Aufgaben sind zum Beispiel die Hebung des allgemeinen Lebensstandards
in der Welt und die Förderung der Menschenrechte. Entsprechend seiner Aufgaben
sind die Sitze im Rat verteilt, so dass die Entwicklungsländer mit überproportional
vielen Sitzen vertreten sind. 14 Mitglieder vertreten die afrikanische, 11 die
asiatische, 6 die osteuropäische, 10 die lateinamerikanisch-karibische
Regionalgruppe und 13 die Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten.
Jedes Jahr werden 1/3 der 54 Mitglieder für eine Amtszeit von 3 Jahren neu gewählt,
wobei eine unmittelbare Wiederwahl nicht ausgeschlossen wird. Der Präsident des
Wirtschafts- und Sozialrates wird jährlich mit der einfache Mehrheit unter den
Mitgliedern gewählt. Der Rat trifft jedes Jahr im Juli abwechselnd in New York und
Genf zusammen.“ [7]

Insgesamt verzeichnet die UN weitere 22 Nebenorgane bzw. 16 zwischenstaatliche


Sonder-Organisationen, wobei einige davon schon älter als die Vereinten Nationen
selbst sind. Die bekanntesten Organisationen sind hierbei wohl das Kinderhilfswerk
UNICEF und UNESCO, die Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Ebenfalls bekannt sind UNEP (Umweltorganisation), WFP
(Welternährungsprogramm), UNDP (Entwicklungsprogramm), WHO
(Weltgesundheitsorganisation), IAO (Internationale Arbeiterorganisation) oder vom
IWF (Internationaler Währungsfond) gehört.

7. Die Vereinten Nationen in der Kritik

Auch wenn die UN international anerkannt ist, so muss sie doch in vielen Bereichen
Kritik einstecken. Die Effizienz der Vereinten Nationen leidet zum einen unter den
zahlreichen Organen, Nebenorganen und Unterorganisationen, da viele Arbeiten
doppelt und dreifach erledigt werden, vor allem aber unter den Blockaden –
insbesondere von den ständigen Mitgliedern – im Sicherheitsrat. Durch das Veto-
Recht der ständigen Mitglieder können teilweise selbst Resolutionen mit 14:1
Stimmen nicht beschlossen werden. Gerade die diversen staatlichen Beziehungen
untereinander erschweren die Findung eines Konsenses. So bleiben Israel
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7
http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Wirtschafts-_und_Sozialrat
beispielsweise immer wieder Sanktionen erspart, da die USA bei derartigen Anträgen
ihr Veto einlegen. Befinden sich arabische Staaten im Sicherheitsrat, so werden im
Umkehrschluss Anträge zu Gunsten von Israel blockiert. Vor allem stellt sich aber die
Frage, wie viel Macht die nichtständigen Mitglieder eigentlich besitzen. Denkt man
genauer darüber nach, so muss man leider sagen, nicht viel. Sie dürfen im Konzert
der Großen zwar mitspielen, doch im Grunde genommen müssen sie sich mit der
zweiten Geige begnügen. Von vielen Seiten wird auch bemängelt, dass
beispielsweise Frankreich mit 60 Millionen Einwohnern einen ständigen Sitz im UN-
Sicherheitsrat haben, Staaten mit weit mehr Einwohnern jedoch nicht, genauso
wenig Vorreiterländer wie Deutschland und Japan. Eine Änderung der
Machtverhältnisse ist allerdings so lange ausgeschlossen, bis Änderungen per
Antrag beschlossen werden. Da die jetzigen ständigen Mitglieder dann allerdings an
Macht einbüßen würden, wird es wohl nie zu einem derartigen Beschluss kommen.
Des Weiteren muss man sagen, dass die Vereinten Nationen nur bedingt ernst
genommen werden. Werden Resolutionen nicht beachtet, so hat dies in den
seltensten Fällen Konsequenzen zu Folge. Dies hängt unter anderem auch damit
zusammen, dass man von einigen Ländern zu abhängig ist. So können die USA im
Prinzip schalten und walten wie sie wollen, es wird wohl oder übel geduldet.
Einen schwerwiegenden Kritikpunkt bringt auch die UN-Charta mit sich. Schenkt man
den Informationen aus dem Internet Glauben, so handelt es sich hierbei um ein
Dokument, welches überaus unpräzise formuliert ist und somit viel
Interpretationsspielraum offen lässt. Dies geht sogar so weit, dass sich die Charta in
vielen Fällen selbst widerspricht, teilweise sogar in essentiellen Dingen. Es ist kaum
anzunehmen, dass man bei einer konkreten Charta einen Bund schließen könnte,
dem 191 Mitgliedsstaaten angehören. Insofern kann man vermuten, dass die Charta
bewusst viele Fragen offen lässt.
Als letzter Kritikpunkt sei noch die öffentliche Transparenz genannt. Sind wir ehrlich,
so bekommen wir von den Vereinten Nationen nahezu nichts mit. KOFI ANNAN ist uns
ein Begriff, ansonsten wissen wir jedoch reichlich wenig über die UN. So ist es fast
unmöglich aufgrund der Medien ein Urteil über die UN zu fällen, dazu bedarf erst
einmal einer gründlichen Recherche. Wir wissen weder Bescheid was genau in der
Charta steht noch haben wir Durchblick, was die einzelnen Resolutionen anbelangt.
Wenn die Vereinten Nationen ernster genommen werden wollen, so muss die Arbeit
in Zukunft deutlich transparenter erfolgen und nicht hinter verschlossenen Türen.
8. Abschließendes Urteil: UN – Garant für Frieden oder doch Spielball der
Mächtigen?

Betrachten wir diese Fragestellung, so sollten wir sie vielleicht besser in zwei Fragen
zerlegen. Selbst wenn die Vereinten Nationen ein Spielball der Mächtigen wären, so
schließt das nicht zwangsläufig aus, dass sie nicht gleichzeitig den Frieden sichern.
Denken wir uns das „oder“ also besser zunächst einmal weg.
Die erstere der beiden Fragen, nämlich ob die UN ein Garant für Friede sei, lässt
sich nur sehr schwer beantworten. Fakt ist, dass es zumindest seit Bestehen der UN
keinen Weltkrieg mehr gegeben hat. Fakt ist auch, dass die UN in vielen
Krisengebieten Frieden gestiftet hat. Ob wir aber auch ohne die Vereinten Nationen
einen Weltfrieden hätten bzw. wie sehr diese Organisation zu einem solchen beiträgt,
können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Wir erachten die Vereinten Nationen in
dieser Hinsicht zumindest als hilfreich, doch von einem Garant für Frieden zu
sprechen, wäre wohl zu hoch gegriffen, da die Super-Mächte wie die USA im
Zweifelsfalle doch machen, was sie wollen.
Die Vereinten Nationen als Spielball der Mächtigen zu bezeichnen, ist ziemlich hart
formuliert, doch völlig abzuweisen ist dieser Vorwurf nicht. Gerade im Sicherheitsrat
kann es viel zu leicht zu Missbräuchen kommen, ein einfaches Veto genügt hierbei
den ständigen Mitgliedern. Allerdings sollte ein jeder sich selbst einmal überlegen, ob
er sich im Ernstfall lieber von einer starken Industrienation verteidigen lässt oder von
einem bevölkerungsreichen Land wie Indien. Insofern sehen wir die Machtverteilung
als solche vielleicht als ungerecht, aber dennoch für sinnvoll an, sodass es letztlich
nur an gewissen Details hadert, die auf diverse Schwächen der Charta
zurückzuführen sind.
Auch unser Kurs ließ andeuten, dass es niemanden gibt, der voll und ganz für die
UN ist noch gibt es Leute, die voll und ganz gegen die UN sind. Dies ist aber auch
bei einer solch komplexen Organisation nicht anders zu erwarten. Positiv sind
natürlich die Friedensbemühungen zu sehen, wobei man sich als Deutscher fragen
muss, ob Deutschland von der UN tatsächlich profitiert oder ob man nur einer der
großen Geber ist. Dass man kein endgültiges Urteil treffen kann, liegt im Endeffekt
wohl auch an der mangelnden Transparenz der UN-Arbeit. Alles in allem wird die UN
als solches aber akzeptiert.