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NEUES FORUM LEIPZIG

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12. Juni 1994

Tel. / Fax (0341) 2 61 53 66 12. Juni 1994 WAHL für LEIPZIG

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Auszug aus dem Kommunalprogramm (Teil 2) des NEUEN FORUM Leipzig (Beschluß vom 23. April 1994 anläßlich der Wahllistenaufstellung):

vom 23. April 1994 anläßlich der Wahllistenaufstellung): Wohnen in Leipzig Die berüchtigte " Leipziger Wohnungs-

Wohnen in Leipzig

anläßlich der Wahllistenaufstellung): Wohnen in Leipzig Die berüchtigte " Leipziger Wohnungs- und

Die berüchtigte "Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft" ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Der inzwischen entlassene Geschäftsführer Karl Trabalski hat Verluste von schwindelerregenden 791 Millionen gemacht. Er hatte von der "Kreditanstalt für Wiederaufbau" (KfW) Kredite in Höhe von 678 Millionen Mark aufgenommen und davon allein 336 Millionen für die Instandhaltung von 56.000 Gebäuden investiert, die der Stadt gar nicht mehr gehörten - für die bereits Rückerstattungsansprüche geltend gemacht wurden! Wie mag Trabalski zu diesen großzügigen Geschenken an die Hausbesitzer motiviert worden sein? Hier ist Ihre Phantasie gefragt. Übrigens ist Lehmann-Grube (SPD) als OBM Gesellschafter der LWB, ursprünglich hatte er sich um den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden beworben, doch dereinst bestand die CDU darauf, diesen Posten an ihre Partei zu vergeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende der LWB war deshalb Bürgermeister Rudolf Ahnert (CDU) geworden. Die Wohnungen werden teurer. Seit dem LWB-Skandal werden die alten Bauten überhaupt nicht mehr saniert.

Einmalig in Deutschland:

Zwangsprivatisierung des Wohnungsbestandes durch CDU-Politik

Durch das Altschuldengesetz und die Gemeindeordnung diktieren CDU/FDP- Bundes- und CDU-Landesregierung ihre Politik der Privatisierung. Die mehrheitlich SPD-regierte Stadt Leipzig setzt dies einfach um. Den sächsischen Kommunen wird in der Gemeindeordnung vorgeschrieben, auf wieviel Wohnungen ihnen der Zugriff noch erlaubt ist. Das wohnungspolitische Konzept Leipzigs sieht bei ca. 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nur noch für 50.000 Wohnungen kommunale Belegungsrechte bei der LWB vor. Der Rest wird privatisiert und selbst Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften sollen ihre eigenen Wohnungen kaufen. Doch was wird aus "Wohnungskäufern", falls sie arbeitslos werden?

Die CDU brachte im _ 97 diesen Passus unter: "Im Bereich der Wohnungswirtschaft sind diese Voraussetzungen in der Regel nur erfüllt, wenn der von der Gemeinde unmittelbar oder mittelbar gehaltene Wohnungsbestand 20 von Hundert des gesamten Wohnungsbestandes in der Gemeinde nicht überschreitet und ein Unternehmen nicht mehr als 15.000 Wohnungen verwaltet." - Selten wird politisches Interesse an Privatisierung so klar und unbegründet ausgedrückt. Vergleichen wir das Gesetz einmal mit der Realität in Westdeutschland, so weisen Großstädte höhere Prozentsätze an Wohnungen auf, welche diese Wohnungskategorie betreffen:

z. B. Hamburg 37%, Bremen 33% und der Westteil Berlins 41%.

Dieser Anteil - allgemein als Sozialwohnungen bezeichnet - umfaßt

1. Wohnungen, die im unmittelbaren Besitz der Kommune sind und

2. Wohnungen, für welche Kommunen die Belegungsrechte (meist zeitlich

begrenzt) von Genossenschaften und Privaten erworben haben.

Für beide gilt, daß sie mit öffentlichen Mitteln gefördert sein müssen, um in der Mietpreis- bzw. Belegungsbindung gehalten werden zu können. So wird bezahlbarer Wohnraum für jene bereitgehalten, deren Einkommen gering sind. Nach den Maßgaben des 2. Wohnungsbaugesetzes haben ca. 2/3 der sächsischen Haushalte Anspruch auf Sozialwohnungen. 90% von ihnen wohnen in Mietwohnungen. Für diese Haushalte dauerhaft bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten, muß Ausgangspunkt aller sozialen Wohnungspolitik sein. Genossenschaften sichern durch ihre spezifische Eigentumsform ihren Mitgliedern dauerhaft bezahlbaren Wohnraum. Der Anteil an Genossenschaftswohnungen am Gesamtwohnbestand einer Kommune wirkt sich erheblich auf die zur Verfügung stehende Zahl von Sozialwohnungen aus. Die Kommune muß die Zusammensetzung ihres Wohnungsbestandes selbst steuern können. Wird hier die kommunale Selbstverwaltung durch die CDU- Landespolitik zwangsweise aufgehoben, sind unsoziale Folgen absehbar.

Das NEUE FORUM fordert:

1. Erhalt und Sicherung statt Privatisierung des kommunalen Wohnungsbestandes!

2. Nichtanerkennung der sogenannten "Altschulden"!

3. ÖFFENTLICHE Kontrolle der städtischen Wohnungsgesellschaften durch das Stadtparlament!

4. Keine Privatisierung von kommunalem Grund und Boden!

(Zum Thema Wohnen vgl. auch in Teil 1: Wohnungstauschzentrale, „Altschulden“, Privatisierung)

Wohnungs tauschzentrale, „Altschulden“, Privatisierung) Wir danken allen, die durch ihre Unterstützungsunterschrift

Wir danken allen, die durch ihre Unterstützungsunterschrift den Antritt des NEUEN FORUM zur Europawahl ermöglicht haben.

Unter den oben genannten Telefonnummern kann das Leipziger Kommunalprogramm des NEUEN FORUM bestellt werden.

NEUES FORUM zulassen!

Für die Zulassung zur Landtagswahl benötigen wir noch einmal Unterstützungsunterschriften. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie bereit wären, unseren Antritt mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen - Sie müssen uns deshalb nicht wählen! (Bisher waren Abgeordnete des NEUEN FORUM im Landtag in der Fraktion Bündnis 90 / Grüne vertreten, doch spätestens seitdem Abgeordnete des angepaßten Bündnis 90 / Grüne offen über eine künftige gemeinsame Koalition mit der CDU spekulieren - halten wir einen selbständiger Antritt des NEUEN FORUM für politisch notwendig. Dies haben wir anläßlich des Landesforum in Bischofswerda beschlossen.)

anläßlich des Landesforum in Bischofswerda beschlossen.) Für eine glaubwürdige Opposition! Jede Spende stärkt

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