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www.lauf.de
Das Magazin für
Laufer Kneipennacht Seite 28Die kulinarischen Seiten Seite 32Immobilien, Heim und Garten Seite 38
 
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November 2009
Lauf Thema: Naturschutz in Lauf
Lauf soll eine für alle Bürgerinnen und Bürger lebenswerte Stadt sein, die auch für Touristen vieles zu bie- ten hat. Neben der Schaffung von at- traktiven Bildungs-, Kultur- und Frei-zeitangeboten für alle Generationen gehören deshalb Natur-, Klima- und Umweltschutz und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu den Hauptaufga-ben der Kommune. Die Förderung regenerativer Energie-quellen ist hier ebenso ein Thema  wie die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau des Radwe-genetzes und die Erhaltung von na- türlichen Lebensräumen und Ökosy-stemen. Und hier hat man in Lauf in den vergangenen Jahren viel getan.Natur erleben, verstehen und schüt-zen“ – das ist die Idee, die hinter dem Gemeinschaftsprojekt
„Ökostation“
der Stadt Lauf mit dem Landratsamt Nürnberger Land, dem Obst- und Gartenbauverein Lauf und den Laufer Schulen steht.  Auf einer 5000 Quadratmeter großen Grünlandfläche am Kunigundenberg entsteht derzeit ein Umweltbildungs-ort mit verschiedenen Biotoptypen, der Jung und Alt zahlreiche Möglich-keiten bietet, die heimische Flora und Fauna praktisch kennenzulernen. Geplant sind unter anderem der Bau eines Insektenhotels und einer Tot-holzinsel sowie das Anlegen eines Bio- und Kräutergartens und einer Streuobstwiese.Die Erhaltung und das Neuanlegen  von
Streuobstwiesen
 als ein wich- tiger Beitrag zum Erhalt unserer Kul- turlandschaft sind ein traditionelles, landschaftsprägendes Element der Frankenalb. So gehören die einmalige Kombinati-on von Baum und Wiese und die sich daraus entwickelnden Kleinstruk- turen zu den wertvollsten Lebensräu-
Stadt Lauf macht sich für den Erhalt von natürlichen Lebensräumen und Ökosystemen stark
Laufer Natur erleben und schützen
men für Tiere und Pflanzen und för-dern somit den Artenreichtum. Auch Hecken in der freien Landschaft bieten Vielfalt auf engstem Raum. Sie  trennen nicht nur Flächen optisch  voneinander, sondern erfüllen auch Schutzfunktionen in Sachen Erosi-on und Klima, sind Deckungs-, Rück-zugs-, Nist- und Überwinterungsstät- te sowie Nahrungslieferant für viele  Tierarten. Mit dem geplanten Projekt
Blumen- wiese
 in der Stadt werden zusätz-liche ökologische Lebensräume für Mensch, Flora und Fauna geschaffen.Ein weiterer Baustein im Biotopver-bundsystem sind
Bachrenaturie-rungen
 wie beispielsweise die des Maasenbachs in Heuchling im ver-gangenen November. Auf Initiative der Stadt Lauf und in Zusammenarbeit mit der Unteren Na- turschutzbehörde des Landratsamts Nürnberger Land und dem Wasser- wirtschaftsamt Nürnberg befreite man das Gewässer aus seinem „Korsett“. Mit Wasserbausteinen wurden soge-nannte Sohlrampen eingebaut, die die Fließgewässerdynamik beeinflus-sen und so zu einer größeren For-men- und Strömungsvielfalt beitra-gen. Durch die Aufweitung des Ufers und die Gestaltung unterschiedlicher Bö-schungsneigungen wurden zudem gewässertypische Strukturen geschaf-fen, die eine Vielzahl unterschied-licher Lebensräume für Flora und Fauna bieten. So haben sich dort mittlerweile bereits Pflanzen wie der Igelkolben, die Schwertlilie, der Blut- weiderich und das Mädesüß etabliert.  Als Ufergehölze wurden Weidensteck-linge gesetzt, die ebenfalls gut ausge- trieben haben und sich zu Kopfwei-den entwickeln sollen.Zudem wurde durch das Anlegen  von
Gelände- und Flutmulden,
 wie in der Pegnitztalaue zwischen Sie-chenloh und Karlstraße, weiterer Le-bensraum für Pflanzen und Tiere der Feuchtstandorte und damit gleichzei- tig ein Nahrungsbiotop für die Vogel- welt, so zum Beispiel den Weißstorch, geschaffen. Auch der Wiederherstellung ehema-liger
Hutanger 
 widmet man sich in Lauf. Hutanger sind ein lebendiges Zeugnis der Hirtenkultur, ein Natur- und Kulturerbe, und von großer Be-deutung für den Arten-, Natur- und Landschaftsschutz. Beispiele hier-für sind der Brandanger und der Wei-berslohanger bei Weigenhofen, der seit 2005 mit White-Galloway-Rin-dern beweidet wird, sowie der Gei- teranger bei Heuchling mit Schafras-sen wie Merino, Coburger Fuchs, Suf-folk und Schwarzkopfschafen. In den  Wintermonaten 2009/2010 steht nun
Hecken als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tierarten Foto: Wölfel Geiteranger bei Heuchling Foto: Wöfel Wo sich noch vor kurzem ein schnur- gerader Bach seinen Weg durchs Grün bahnte, ist mittlerweile ein dynamisches Gewässer mit natürlicher Ufervegetati- on entstanden Foto: Wölfel 
 
Inhalt 
 
2
 Lauf Thema
4
 Rathaus aktuell
7
 Auf dem Laufenden
9
 Information und Service
10
 Lauf Kultur
12
 Kaleidoskop
14
 Jung in Lauf 
15
 Der Müllkalender
16
 Über Laufs Grenzen hinaus
17
 Neues aus den Vereinen
20
 Adventsmärkte in der Region
22
 Kirchliche Nachrichten
23
 Der Veranstaltungskalender
28
 Laufer Kneipennacht 
30
 Hund-Katze-Maus
31
 Bildung und Beruf 
32
 Die kulinarischen Seiten
36
 Recht und Finanzen
38
 Immobilien, Heim u. Garten
48
 Gesundheit und Soziales
55
 Impressum u. Infos zum Heft  Beilagen: Sport Weber, Schnaittach Öffnungszeitenbroschüre 09 www.lauf.de  www.mit.fahnerverlag.de
 
Lauf Thema: Naturschutz in Lauf
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3November 2009
Ein ungenutzter Fischweiher in Oe-denberg wurde durch Ersatzgelder aus dem Bayerischen Naturschutz-fonds zu einem ökologischen Bio- topweiher umgebaut. Um die Been-digung des Umbaues zu besiegeln,  wurden nun Edelkrebse eingesetzt. Der Laufer Bürgermeister Benedikt Bi-sping ließ es sich nicht nehmen, bei der Aktion mit dabei zu sein. Zusam-men mit Karlheinz Pühl und Dr. Karl Rauenbusch von der Unteren Natur-schutzbehörde und Dieter Wölfel von der Stadt Lauf gab er den Flusskreb-sen eine neue Heimat. Bürgermeister Bisping betonte, es lie-ge ihm besonders am Herzen, die Ar- tenvielfalt auch im heimischen Um-feld zu erhalten. Dieter Wölfel, der Leiter der Abteilung Grün-, Baum-pflanzung/Naturschutz am Städ- tischen Bauhof in Lauf, wies darauf hin, dass die Renaturierungsmaß-nahme vor allem auch mit der Hil-fe von Gernot Deinzer vom Wasser- wirtschaftsamt und Dr. Thomas Vor-dermeier, Fischereifachberater des Bezirks Mittelfranken, ermöglicht  wurde. Vordermeier stellte auch die Flusskrebse zur Verfügung.
Umfangreiche Sanierungsarbeiten
Zum Hintergrund der Aktion: Da der  Weiher nicht mehr genutzt wurde und nur wenig Wasser führte, wuchs die Weiherfläche fast ganz mit Rohr-kolben zu. Zusätzlich war der Weiher stark verschlammt und an einigen
Oedenberger Weiher wurde neu belebt
„Wir wollen die Artenvielfalt im heimischen Umfeld erhalten“
Stellen des Damms undicht, auch der Zulauf über Rohre war weitgehend  verstopft. Daraufhin entschloss sich die Untere Naturschutzbehörde, den  Weiher neu zu beleben. Im Zuge der Sanierungsarbeiten mus-ste die alte Brücke neben dem Wei-her erneuert werden, weil sie baufäl-lig war. Es wurde ein neuer Straßen-durchlass für den Bach geschaffen, der auch die ökologische Durchgän-gigkeit von Fließgewässern berück-sichtigt. Weiter wurden Leiteinrich- tungen für Amphibien installiert, da-mit diese nicht mehr auf der Straße überfahren werden. Mit der Beseitigung des Schlamms und dem Anlegen von Flachwasser-zonen wurde durch die Teichbaufirma Schickert ein Uferbereich geschaffen, der Lebensraum für viele Vogelarten, Insekten, Fische und Tiere verschie-denster Art bietet. Kleine Steinschüt- tungen im Weiher bieten den selten gewordenen und streng geschützten Edelkrebsen einen Lebensraum. Im folgenden Jahr sollen Teichmuscheln als natürliche „Wasserfilter“ einge-setzt werden. Ebenso Kleinfischarten  wie Bitterling, Elritze, Moderlieschen und Gründling. Der Bitterling lebt mit der Teichmuschel in einer Lebensge-meinschaft. Er legt seine Eier in den Kiemenraum der Teichmuschel, wo sich der Embryo geschützt entwickeln kann und nach vier Wochen die Mu-schel wieder verlässt. Im Gegenzug nisten sich die Muschellarven bevor-zugt in Haut und Kiemen des Bitter-lings ein, bis sie sich zu kleinen Mu-schelformen entwickelt haben. Ein Geben und Nehmen.
Entwicklung zu einem naturnahen Biotopweiher 
Durch die Bau- und Pflegemaßnah-men wurden gute Voraussetzungen geschaffen, damit sich durch die na- türliche Eigendynamik und Sukzessi-on ein naturnaher Biotopweiher ent- wickeln kann. Dieter Wölfel, in seiner Funktion als ehrenamtlicher Natur-schutzbeauftragter des Landkreises,  wird diesen Weiher in Zukunft be- treuen. Dazu gehört, dass der Wei-her zirka alle vier oder fünf Jahre ab-gelassen wird, um den Fischbestand zu kontrollieren und zu regulieren. Gleiches gilt auch für Röhrichtpflan-zen und Gehölzbestände.
Dieter Wölfel, Benedikt Bisping, Dr. Karl Rauenbusch und Karlheinz Pühl beim Ein- setzen von Flusskrebsen (von links) Foto: Häusler 
die Wiederherstellung des ursprüng-lichen Hutangercharakters bei Be-erbach, des sogenannten Dorne-span, an.
 Verantwortungsvolle Waldwirt-schaft,
 hin zu natürlichen Waldge-sellschaften mit klimaangepassten und standortgerechten Baumarten, ist ein weiterer Punkt im Konzept „Öko-logische Landschaft“. Hierzu gehört der Verzicht auf den Einsatz von Chemie ebenso wie die Erhaltung von Alt- und Biotopbäu-men für Schwarzspecht, Fledermäu-se und Co.Darüber hinaus engagiert man sich für den Schutz jahrhundertealter Na- turdenkmäler wie der Beerbacher To- teneiche oder die Heuchlinger Flu-reiche, deren Erhaltung wegen ihrer Schönheit, Seltenheit, Eigenart oder ihrer ökologischen, wissenschaft-lichen, geschichtlichen, volks- oder heimatkundlichen Bedeutung von öf-fentlichem Interesse ist.Eine Besonderheit im Laufer Stadt-gebiet ist auch die
Sandhochterras-se
an der Ottensooser Straße. Bayern- weit gibt es nur noch wenige Gebiete  wie dieses, das hochspezialisierten  Tier- und Pflanzenarten wie beispiels- weise der Sandgrasnelke und der blauflügeligen Ödlandschrecke Le-bensraum bieten.
Naturlandschaften in der Stadt – Ökologische Lebensräume für Bienen & Co
 Auch im Kernbereich der Stadt Lauf  wird man in den nächsten Tagen da-mit beginnen, weitere ökologische Le-bensräume zu schaffen. Bislang in- tensiv gemähte Grünflächen sol-len sich zu blühenden Blumen- be-ziehungsweise Bienenweiden entwi-ckeln.  Auf ausgesuchten Flächen im Stadt-gebiet wie an der Ahornstraße, in der Eichenhainstraße oder an der Kuni-gundenschule, wird maschinell eine  Ansaat vorbereitet, die nächstes Jahr im April durchgeführt wird. Eine Spezialmischung aus ein-, zwei- und mehrjährigen Wild- und Kul- turarten, die reichhaltiges Nahrung-sangebot an Nektar und Pollen für Bienen und andere Insektenarten, Vö-gel und Säugetiere bietet, für arten-reiche Pflanzengesellschaften sorgt und gleichzeitig einen Blütenreich- tum im Wandel der Jahreszeiten dar-stellt. Mit dieser Maßnahme wird ein  weiteres wichtiges Ziel des Land-schaftsplanes umgesetzt.
Die Vorstände des Imkervereins Lauf an der Pegnitz, Rudolf und Peter Günther Lorenz, informierten Bürgermeister Be- nedikt Bisping und den Leiter der Ab- teilung Grün- und Baumpflege/Natur- schutz im Städtischen Bauhof, Dieter Wölfel, zum Thema Bienenzucht. Foto: Adam Die Flureiche in Heuchling Foto: Wölfel Foto: Adam

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