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Verdachtsmoment

© carsten thoben

Falls Sie, lieber Leser, diese Geschichte in der Hoffnung auf eine typische
Kriminalgeschichte nach dem Schema Mordfall-Tätersuche-Aufklärung zu lesen
beginnen, sollten Sie dieses Unterfangen auf der Stelle beenden. Die Zeit können Sie
sich sparen und in sinnvollere Dinge investieren. Sich die neue Kollektion von
Derrick auf DVD anschauen, um nur ein Beispiel zu nennen.
Denn hätte sich diese Geschichte wirklich so zugetragen, würde sie wohl als
ungewöhnlichster Kriminalfall in die Annalen unserer kleinen, beschaulichen Stadt
eingehen. Sie handelt von zwei jungen Menschen, die auf der Suche nach ihrem Platz
im Leben sind, und deren tragischer Verlauf schließlich die Polizei auf den Plan ruft.

Nun, lieber Leser, sollten Sie sich dazu entschieden haben, weiter zu lesen, möchte
ich Ihnen ohne weitere Umschweife die beiden Hauptpersonen der Geschichte
vorstellen. Johanna und Mirko studieren an der hiesigen Carl-von-Ossietzky-
Universität. Sie sind beide um die dreißig, ein paar Jahre mehr oder weniger, allzu
genau braucht das niemand zu wissen. Immerhin ist es ein Alter, in dem niemand
gerne über selbiges spricht. Auch wenn Sie, lieber Leser, vielleicht bestätigen können,
dass man selbst mit über 30 mitunter glücklich sein kann.
Seit vier Jahren sind Johanna und Mirko ein Paar. Das heißt, sie waren eines, denn
wenige Wochen, bevor diese Geschichte einsetzt, hat Johanna die Beziehung beendet.
Der Grund ist einfach: Sie wirft Mirko vor, nicht zu wissen, was er mit seinem Leben
anfangen will, während sie so langsam über Kinder, Familie und all die Sachen
nachdenkt, die in diesem Alter für Frauen einen exponentiellen Bedeutungszuwachs
erfahren. Kurz gesagt: Johanna ist auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Und
diesen glaubt sie in Mirko nicht gefunden zu haben. Also hat sie einen Schlussstrich
gezogen. Relativ emotionslos am Telefon. Als er versuchte, sie zu bekehren, hat sie
aufgelegt. Einfach so. Er musste es akzeptieren. Widerworte waren zwecklos.
Der Tag, an dem diese Geschichte einsetzt, ist ein regnerischer. Wie meistens
eigentlich in Oldenburg, dessen Existenz der Sonne an ungefähr 300 Tagen im Jahr
verborgen zu bleiben scheint. Als Mirko das Herman-Ehlers-Haus betritt, fallen ihm
die nassen Strähnen ungezügelt ins Gesicht. Die Regentropfen verstärken den
fettigen Glanz seiner seit Tagen ungewaschenen Haare. Unzählige Bartstoppeln
kämpfen mit der unreinen, schuppigen Haut um die Vorherrschaft. Auch seine
Klamotten haben schon bessere Tage gesehen. Auf seiner Jeans liefern sich unzählige
Löcher und bräunliche, undefinierbare Flecken, wahrscheinlich Essensreste, ein
unbarmherziges Gefecht. Wie Sie sich sicherlich denken können, lieber Leser, ist es
Mirko schon einmal besser ergangen. Seine Laune ist dementsprechend miserabel.
Eine Spur nasskalter Tropfen folgt ihm auf den Stufen in den fünften Stock. Der
Fahrstuhl ist außer Betrieb, zum ersten Mal seit Mirko das Haus vor knapp vier
Jahren betreten hat. Irgendwie symbolisch, finden Sie nicht?
Johanna ist von seinem Auftauchen wenig begeistert. Erst nach langem Bitten lässt
sie ihn herein.
„Aber glaub´ ja nicht, dass das etwas zu bedeuten hat“, stellt sie gleich zu Beginn
fest.

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Ihr Zimmer ist klein, geradezu winzig. Zehn Quadratmeter vielleicht. Die orangenen
Vorhänge sind dicht vor die Fenster gezogen. Lassen kaum Licht herein. Die kleine
Couch ist ausgezogen, Bettwäsche liegt ungeordnet darauf. Neben unzähligen
Büchern, aus denen Notizzettel schauen. Vorbereitungen für ihre Examensarbeit. Auf
ihrem Schreibtisch brennt eine Kerze. Eine halbleere Flasche Wein steht direkt
daneben.
Dekorative Gegenstände sucht man hier vergebens. Ebenso wie Persönliches. Kein
Poster vom Lieblingsfilm, Fotos von Familie und Freunden oder ähnliches. Das hatte
Mirko schon immer gestört und verwundert. Ein Raum wirkt hier so anonym wie
der andere. IKEA-Massenproduktion.
„Möchtest du einen Kaffee?“, fragt Johanna.
Mirko schüttelt den Kopf. Er hat bereits zwei Liter intus, ist seit neun Uhr morgens
auf den Beinen. Nicht etwa, weil er etwas zu tun gehabt hätte, sondern einfach weil
er nicht mehr schlafen konnte. Wie immer eigentlich, seit sie mit ihm Schluss
gemacht hat. Zu viele Gedanken in seinem Kopf.
„Also“, beginnt Johanna, „was willst du hier?“
„Das kannst du dir doch denken, oder etwa nicht?“, antwortet Mirko.
„Wenn du hier bist, um mich umzustimmen, kannst du gleich wieder gehen.“
„Glaubst du nicht, dass du mir nach vier Jahren zumindest eine Erklärung schuldig
bist?“
Mirko fummelt die Schachtel Zigaretten aus seinen durchnässten Jeans. Verzichtet
aber darauf, sich eine anzuzünden. Johanna ist strikte Nichtraucherin. Ein ewiger
Streitpunkt zwischen den beiden.
„Ich meine…“, Mirko zögert einen kurzen Moment, setzt die Worte in seinem Kopf
zu einem sinnvollen Satz zusammen. „Nach so langer Zeit machst du Schluss.
Einfach so. Und ich habe keine Ahnung, warum.“
„Was glaubst du denn?“
„Ist das hier jetzt ein verficktes Ratespiel, oder was?“
Entschuldigen Sie den anstößigen Ausdruck, aber Mirko neigt dazu, sich in der
Wortwahl zu vergreifen, sobald er wütend wird. Ein Hitzkopf, könnte man sagen.
„Okay Mirko“, sagt Johanna mit einem Tonfall, der sie wie eine Lehrerin vor einer
Grundschulklasse wirken lässt, „dann erzähl mir doch mal, wo du dich in zehn
Jahren siehst.“
Bitte nicht schon wieder dieses Gespräch, denkt Mirko, und antwortet dann: „Ich
habe absolut keine Ahnung.“
„Du musst doch irgend einen Plan davon haben, was du in Zukunft machen willst“,
sagt sie, „du kannst ja nicht ewig studieren.“
In diesem Moment erscheint vermutlich das Gesicht seiner Mutter vor Mirkos
innerem Auge. Die gleichen Worte. Immer und immer wieder. Kein Verständnis.
„Du weißt, was ich will“, stellt er fest, „das hab ich dir schon oft genug erzählt.“
„Ja, aber von dem, was du willst, kannst du nicht leben.“
„Ach, und warum nicht?“
„Hör endlich auf zu träumen...“, wirft ihm Johanna an den Kopf.
Sie müssen wissen, lieber Leser, dass dies nicht das erste Gespräch ist, das eine
solche Richtung einschlägt. Endlose Stunden haben sie mit Diskussionen über ihre
Zukunft verbracht. Ihre gemeinsame und die individuelle, meistens die von Mirko.
Johanna wirft ihrem Freund vor, keine Perspektive im Leben zu haben, während

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Mirko nichts weniger erwartet, als dass sie ihn versteht. Für ihn ist die Zukunft
nichts anderes als die Zeit nach der Gegenwart. Eine ziemlich überbewertete Sache.
„Wenn dich meine unsichere Zukunft so sehr beschäftigt, warum bist du dann
überhaupt so lange mit mir zusammen gewesen“, fragt Mirko, „ist ja nicht so, dass
du das erst seit gestern weißt.“
„Weil ich dich liebe“, antwortet Johanna, ohne auch nur einen Augenblick darüber
nachzudenken.
Klingt logisch. Irgendwie. Oder was denken Sie, lieber Leser?
Mirko nimmt eine Zigarette aus der durchweichten Schachtel und steckt sie sich in
den Mund. „Ich muss jetzt unbedingt eine rauchen.“
Johanna setzt eine ernste Miene auf. „Du weißt, dass das hier drinnen nicht erlaubt
ist.“
„Dann lass uns aufs Dach gehen“, schlägt Mirko vor. Dort oben haben die beiden
immer viel Zeit miteinander verbracht. Ihre Beine in die Tiefe baumeln lassen. Die
Sonne untergehen sehen, sich hemmungslos geliebt. Manchmal mehrmals.
Ohne ihre Antwort abzuwarten verschwindet Mirko auf den Flur.

Szenenwechsel. Johanna ist kalt. Trotz des Kaffees, der in einem Plastikbecher in
ihren Händen vor sich hindampft. Sie hat sich keine Jacke übergezogen. Zu
unerwartet war das, was heute Abend passiert ist. Sie mag Krankenhäuser nicht.
Verabscheut sie.
Eigentlich hätte er auf der Stelle tot sein müssen. Doch ein dichter Busch hat seinen
Sturz irgendwie abgefedert. Jetzt liegt er auf der Intensiv und sie weiß nicht, wie es
ihm geht. Ob er stirbt oder morgen in der Nordwest-Zeitung von einem
medizinischen Wunder berichtet wird. Immerhin waren es elf Stockwerke. Mehr als
20 Meter. Das kann niemand überleben. Unmöglich.
Eine Tür am Ende des Ganges öffnet sich. Endlich ein Verantwortlicher, hofft sie. Seit
einer gefühlten halben Ewigkeit sitzt sie jetzt hier, und noch immer hat sich keiner
der Ärzte oder Schwestern bei ihr blicken lassen. Als die Person näher kommt, setzt
die Enttäuschung ein. Der Mann trägt Uniform. Ein Polizist. Gemächlich kommt er
auf sie zu und sucht ihren Blickkontakt. Beginnt zu sprechen, als er in Hörweite ist.
Auf seiner Stirn haben sich Schweißtropfen gebildet. Merkwürdig, findet Johanna,
wo es hier doch so verdammt kalt ist.
„Frau Schneider?“ Der Polizist blickt sie fragend an.
Johanna nickt mit dem Kopf.
„Ich muss sie bitten, mit mir aufs Revier zu kommen.“
Johanna versteht nicht. Die Worte ergeben einfach keinen Sinn.
„Es gibt einige Dinge zu besprechen“, fährt der Polizist fort. „Herr Koopmann ist
gerade eben seinen Verletzungen erlegen. Um die Umstände seines Todes zu klären,
bitte ich Sie, mich zu begleiten.“
Johanna überlegt, worüber sie mehr geschockt sein soll. Über Mirkos Tod oder über
die Tatsache, dass sie mit aufs Revier kommen soll. Wozu das Ganze?
Er hat sich umgebracht. Das Hochhaus runter gestürzt. Weil er es nicht verkraftet
hat. Sie die Frau seines Lebens war. Passiert halt. Hat man schon oft genug in der
Zeitung gelesen. Tragisch zwar, aber doch irgendwie nachvollziehbar, oder was
meinen Sie, lieber Leser?

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Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Diesen Schwachsinn von wegen
Geschenk Gottes, das man nicht einfach so vergeuden dürfe, hat Johanna nie
verstanden.
„So lange wir keinen Abschiedsbrief oder Ähnliches gefunden haben, gelten Sie als
Verdächtige“, unterbricht der Polizist ihre Gedanken. „Schließlich waren Sie zum
Tatzeitpunkt mit dem Verstorbenen auf dem Dach.“
Johanna rührt sich nicht. Sie sagt kein Wort. Ist schlicht und ergreifend unfähig, ihre
Lippen zu bewegen.
„Ich bitte Sie noch einmal, mit mir zu kommen.“
Johanna erhebt sich langsam, einem Roboter gleich, der von einer Fernbedienung
gelenkt wird. Ihre Beine fühlen sich ein wenig taub an. Drohen ihr wie Streichhölzer
unter dem Körper weg zu brechen. Der Polizist fragt sie, ob alles in Ordnung sei, und
schiebt ihr dann, ohne eine Antwort abzuwarten, die Hand an den Rücken, um sie zu
stützen.

Als sie aufwacht, weiß Johanna, dass alles nur ein Traum war. Mirko lebt. Sie reißt
den Wecker mit einer schnellen Handbewegung vom Nachttisch. Er verstummt, als
er auf dem Boden aufschlägt.
Sie greift nach ihrem Handy und wählt seine Nummer. Auswendig, denn aus dem
Telefonbuch hat sie ihn schon gestrichen. Genau wie aus ihrem Leben. Eigentlich
zumindest. Denn in diesem Moment muss sie sich vergewissern, dass alles wirklich
nur ein Traum war.
Nach dem zweiten Signalton hört sie seine schläfrige Stimme am anderen Ende der
Leitung: „Hey, was gibt´s?“
„Ach, ich wollte nur deine Stimme hören“, antwortet Johanna ein wenig verlegen.
Unsicher, wie sie ihm die Situation erklären soll. Besorgt, ihm Hoffnung zu machen,
dass sie es sich anders überlegt hat und wieder mit ihm zusammen sein will.
Sie erzählt ihm von ihrem Traum.
„Na ja, wie du siehst lebe ich ja noch“, erwidert Mirko, als sie fertig ist, „aber jetzt
würde ich gern noch ein wenig weiter schlafen. Sehen wir uns heut Abend nach der
Uni?“
„Mirko, bitte“, antwortet Johanna. „nicht schon wieder.“
Sie ist froh, dass er lebt, auch wenn Sie den Rest des Lebens vermutlich nicht mehr
viel miteinander zu tun haben dürften. Denn wer glaubt schon an das Märchen, dass
man nach einer gescheiterten Beziehung noch gut befreundet sein kann. Sie
vielleicht, lieber Leser?
„Wie meinst du das?“ fragt Mirko. Seine Verwirrung ist auch durch die Entfernung
der Leitung mit Händen zu greifen.
„Das hatten wir doch alles schon“, erklärt Johanna. „Es ist vorbei, und du kannst
mich auch nicht umstimmen, indem wir uns noch einmal sehen. Akzeptier es
einfach.“
„Wovon zum Teufel redest du da bloß, habe ich irgendwas nicht mitgekriegt?“ Wäre
dies ein Comicheft, lieber Leser, so würde an dieser Stelle vermutlich ein großes
Fragezeichen über Mirkos Kopf erscheinen.
„Die Tour ist ja jetzt wohl ein wenig billig, findest du nicht. Ich bin zwar froh, dass
du am Leben bist, aber zwischen uns ändert das rein gar nichts.“
„Ändert nichts woran? Jetzt sprich doch mal Klartext.“

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„Am Ende unserer Beziehung, du Idiot.“ Langsam aber sicher weicht Johannas
Erleichterung einem Zustand des Genervtseins.
Stille am anderen Ende der Leitung.
„Willst du mich jetzt verarschen? Erst reißt du mich morgens aus dem Schlaf, um mir
von deinem seltsamen Traum zu erzählen und am Ende unseres Gesprächs soll
unsere Beziehung wie aus heiterem Himmel vorbei sein?“
„Wie aus heiterem Himmel?“, fährt ihm Johanna ins Wort. „Du spinnst wohl. Ich
habe Schluss gemacht. Vor genau fünf Tagen, wie du dich vielleicht erinnern
kannst.“
„Das hast du offensichtlich auch geträumt.“
An diesem Punkt reicht es Johanna. Sie legt auf. Etwas, das sie gerne tut, wenn ihr
ein Gesprächspartner auf die Nerven geht. Oder sie einfach nicht mehr weiß, was sie
erwidern soll. Sie hat mit ihm Schluss gemacht. Mirko will sie verarschen. Ihre
Verwirrtheit nach dem Traum ausnutzen, so viel steht fest. Sie liebt ihn noch. Aber es
würde nicht funktionieren. In der Gegenwart vielleicht. Aber in der Zukunft… auf
gar keinen Fall.

Das grelle Neonlicht schneidet Johanna in die Augen. Sie muss die Hand über selbige
legen, um den Polizisten auf der anderen Seite des Tisches erkennen zu können.
Notizblock und Bleistift liegen akkurat geordnet vor ihm. Geschrieben hat er noch
nichts.
„So, Frau Schneider, nun hören Sie mal auf zu träumen, und antworten Sie auf meine
Fragen…“
„Was wollen Sie eigentlich von mir?“
„Antworten wären nicht schlecht“, entgegnet der Polizist lapidar.
„Sehr witzig“, erwidert Johanna, obwohl sie weit davon entfernt ist, die Situation
derart einzuschätzen. „Mirko hat sich umgebracht. Was sollen Sie denn von mir
hören?“
„Nun, als Polizist habe ich die Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden. Und da gibt
es für mich zwei Möglichkeiten: Entweder hat sich Herr Koopmann, wie Sie
behaupten, tatsächlich umgebracht. Oder, und da kommt ihre Anwesenheit in
diesem Raum ins Spiel, er ist durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen.“
„Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ich Mirko umgebracht habe!?“, unterbricht
ihn Johanna.
„Was ich glaube, ist vollkommen irrelevant“, entgegnet der Polizist in bestem
Beamtendeutsch. „Fest steht, dass sie zum Todeszeitpunkt mit Herrn Koopmann auf
dem Dach waren und damit als potentielle Täterin in Frage kommen.“
Johanna ist kurz davor anzumerken, dass sie zum Todeszeitpunkt im Krankenhaus
war, aber sie befürchtet sich durch eine solche Klugscheißerei noch tiefer ins Elend
zu reiten.
„Und was sollte ich für ein Motiv gehabt haben? Hat er vielleicht irgendwelche
immensen Geldsummen hinterlassen, von denen ich nichts weiß?“
„Sie haben anscheinend zu viele schlechte Krimis gelesen“, wirft der Polizist ein,
„oder glauben Sie ernsthaft, dass Geld das einzige Motiv ist, um jemand anderen zu
töten?“
Johanna, so müssen Sie wissen, lieber Leser, liest grundsätzlich keine Krimis. Zu
standardisiert. Langweilig. Immer das Gleiche… Spätestens nach der Hälfte weiß

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man sowieso, wer der Mörder ist. Findet sie zumindest. Dass ausgerechnet sie nun
Bestandteil einer Kriminalgeschichte geworden ist, erscheint grotesk. Die viel zitierte
Ironie des Lebens.
„Gut, Sie wollen Antworten, dann gebe ich Ihnen welche“, beginnt Johanna. „Ihnen
ist doch sicherlich bekannt, dass Mirko depressiv war und oftmals mit Selbstmord
gedroht hat?“
„Woher sollte ich das wissen?“, fragt der Polizist.
„Nun, dann rufen Sie doch am besten im Landeskrankenhaus Wehnen an, da wird
man Ihnen vielleicht mehr Auskunft über seine psychische Verfassung geben
können.“
„Herr Koopmann war dort zu Gast?“
Zu Gast ist gut, geht es Johanna durch den Kopf, ist ja nicht so, dass es sich dort um
ein Erholungsheim für kurzzeitig vom Alltag überforderte Menschen handeln
würde.
„Er war dort eine Zeit lang eingewiesen, nachdem er sich eines Abends nach einer
Party betrunken in ein Auto setzen und vor einen Baum fahren wollte. Wussten Sie
das etwa nicht“, fragt Johanna spöttisch.
Sie ist sich vollkommen sicher, dass sie in wenigen Stunden die Polizeistation am
Waffenplatz verlassen kann. Einzig die Tatsache, dass sie mit Mirko auf dem Dach
war, als es passierte, macht sie zur Verdächtigen. Aus Polizeisicht vielleicht
verständlich, aus ihrer einfach nur schwachsinnig.
„Und Sie haben Herrn Koopmann verlassen, obwohl Sie über seinen labilen
seelischen Zustand Bescheid wussten?“
„Was soll ich denn ihrer Meinung nach tun? Auf ewig bei ihm bleiben und mein
eigenes Leben kaputt machen, nur um ein anderes Leben, das er nicht will, zu
erhalten?“ Johanna beginnt mit ihrem Metallstuhl zu kippeln, wie sie es zu
Schulzeiten immer getan hat. „Sehen Sie es doch mal so: Sein Selbstmord hat ein
Leben gerettet. Und zwar meines.“
„Vielleicht haben Sie ihr Leben aber auch gerettet, wie Sie es formulieren, indem Sie
ihm einen kleinen Schubs gegeben haben. Damit Sie eine Sorge weniger haben.“
„So ein Unsinn. Ich habe ihn geliebt. Es war seine freie Entscheidung.“
„Haben Sie eigentlich versucht, ihn daran zu hindern?“
„Natürlich“, antwortet Johanna und umgeht die Falle des Polizisten. Sonst will man
sie noch wegen unterlassener Hilfeleistung belangen.
„Nun gut, Frau Schneider, ich werde ihre Ausführungen natürlich überprüfen.“ Der
Polizist notiert sich etwas auf seinem Zettel. „Aber es gibt da immer noch eine Sache,
die mich stutzig macht.“
„Und die wäre?“
„Sie sind so vollkommen unberührt von der ganzen Angelegenheit. Ich meine… ihr
Freund hat sich, wie Sie behaupten, vor Ihren Augen umgebracht. Und sie sitzen
hier: emotionslos, nicht das kleinste bisschen schockiert, keine Tränen, die über ihre
Wangen rollen… Und ich frage mich, warum?“
„Sollte ich mich vielleicht mehr darüber freuen, wenn er ein Leben führt, dass ihn
unglücklich macht. Dass er einfach nicht führen will? Ist es das, was in ihren Augen
Freundschaft, gar Liebe ausmacht?“

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Sprachlosigkeit auf der gegenüber liegenden Seite des Tisches. Erneut macht sich der
Polizist eine kurze Notiz auf dem Zettel, der mittlerweile zu drei Vierteln mit
kleinen, kaum lesbaren Buchstaben gefüllt ist. Dann steht er langsam auf.
„Ich bin in wenigen Minuten wieder da“, sagt er und verlässt den Raum.

Erneuter Szenenwechsel. Als Mirko aufwacht, ist er verwirrt. Hat er das Ganze nur
geträumt? Es kann nicht anders sein. Darf es einfach nicht.
Er dreht sich um. Die rechte Seite seines Bettes, jene auf der Johanna immer schläft,
ist verlassen. Kissen und Decke liegen ungeordnet herum. Die Zimmertür ist offen,
und das Geräusch der Dusche dringt in den Raum. Er steht auf. Schleicht über den
Flur und öffnet die Badezimmertür, die sich nicht abschließen lässt. Vorsichtig. In
der Hoffnung, im nächsten Moment nicht seinem nackten Mitbewohner gegenüber
zu stehen. Oder noch schlimmer: dessen Freundin. Wäre verdammt peinlich, das
Ganze.
„Johanna?“, ruft Mirko in den von Wasserwolken überfluteten Raum. Keine
Antwort.
Langsam geht er auf die Dusche zu und schiebt den Vorhang zur Seite. Ein kurzer
Aufschrei. „Verdammt, hast du mich erschreckt!“
Seine nackte Freundin steht vor ihm. Eine farbige Tätowierung schlängelt sich vom
Bauchnabel zum Busen. „Alles in Ordnung?“
Mirko nickt kurz.
„Na dann komm endlich unter die Dusche.“
Ohne lange zu überlegen, kommt Mirko ihrer Aufforderung nach. Er gibt ihr einen
innigen Kuss, streichelt sanft über ihren zierlichen Körper. Der Auftakt zu einem
zärtlichen nassfeuchten Liebespiel.
Kurz nachdem Mirko gekommen ist und sich die beiden abtrocknen, fragt ihn
Johanna, ob er nach der Uni bei ihr vorbei kommt. „Ich habe bis sechs Uhr
Vorlesung“, sagt sie mit einem vorfreudigen Lächeln.
Mirko nickt und küsst sie auf den Nacken. Noch immer verwirrt über seinen Traum.
In diesem hat ihn Johanna verlassen und er war kurz davor, sich umzubringen.
Einzig das Aufwachen hat ihn vor dem Tod bewahrt.
„Verdammt, ich bin spät dran!“ Johanna stürzt in den Flur. Zieht sich Schuhe und
Jacke an, die Tasche um die Schultern und verschwindet mit einem kurzen „Bis
nachher“ aus der Tür. Keine Umarmung. Kein Kuss. Gar nichts.
Mirko setzt sich an das geöffnete Wohnzimmerfenster. Beobachtet, wie sich seine
Freundin einen Weg durch die Menschen bahnt. Die größte Fußgängerzone
Deutschlands, das war so ziemlich das erste, was ihm über diese Stadt erzählt wurde,
als er vor Jahren zum Studium hergekommen war. Jetzt wohnt er mitten in ihr. Die
Miete ist billig, die Wohnung im Gegenzug ziemlich herunter gekommen. Das
Stromnetz marode, das Badezimmer ein Gewächshaus für Schimmelkulturen.
Ein Drehorgelspieler läuft durch die Straße. Irgendein altbekanntes Volkslied hallt
durch die Gassen. Immer wieder unterbrochen von der piepsigen Stimme des älteren
Herren vor der Hirsch-Apotheke. „Einfach mal den Obdachlosen helfen“, ruft er in
die vorbei schleichende Menge. Stundenlang wird er an ein und derselben Stelle
stehen. Und niemand ihm Beachtung schenken. Die Menschen machen einen Bogen
um ihn. Anscheinend passt er nicht ins Bild dieser ach so beschaulichen Stadt, denkt

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Mirko. Schade bloß, dass man Tatsachen nicht aus der Welt schafft, indem man sie
ignoriert. Das weiß er aus bitterer Erfahrung.
Mirko zündet sich eine Zigarette an. Er hat heute nichts zu tun. Keine Vorlesung, die
ihn zur Uni zieht. Die Wohnung ist verlassen, seine Mitbewohner nicht da. Es
herrscht Stille, abgesehen vom monotonen Geräusch des Fernsehers. Dem besten
Freund in schlechten Zeiten. Weil er dich ablenkt. Deine Sinne betäubt und die
schlechte Laune in Stumpfsinn ertränkt.
An diesem Vormittag will es nicht funktionieren. Stück für Stück wandert die
Zimmerdecke nach unten. Droht ihn langsam zu erdrücken. Der Ventilator ihn zu
enthaupten. Die Tabletten liegen in Johannas Badezimmerschrank.
Mirko schaut nach unten. Auf den von Taubenkacke überzogenen Asphalt. Das
reicht nicht, geht es ihm durch den Kopf. Er würde sich vielleicht das Bein brechen
und die Passanten verschrecken. Alle würden sie mit dem Finger auf ihn zeigen.
Hinter vorgehaltener Hand Worte austauschen.

Wenige Stunden später tritt Mirko aus dem Fahrstuhl im Hermann-Ehlers-Haus. An


Johannas Zimmertür hängt ein Zettel: „Bin auf dem Dach. Bis gleich, mein Schatz.“
Ein grinsender Smiley darunter.
Der Flur sechs Stockwerke höher ist unbeleuchtet. Vorsichtig bewegt sich Mirko über
den veloursbelegten Teppich zu der schmalen Treppe am Ende des Ganges. Schritt
für Schritt tastet er sich durch die Dunkelheit nach oben. Bis seine Finger das kalte
Metall der Tür berühren. Draußen schlägt ihm die regennasse Kälte entgegen. Sein
Atem kondensiert in der Abendluft. Durchweichte Pappbecher und Luftgirlanden,
offensichtliche Überreste der letzten Studentenfete, liegen verstreut über den Boden
verteilt. Mirko zündet sich eine Zigarette an und erblickt Johanna, die am Rand des
Daches sitzt und gedankenversunken in die Ferne starrt. Er setzt sich neben sie.
„Hallo, mein Schatz, wie war´s an der Uni?“
Johanna gibt ihm einen Kuss und lehnt ihren Kopf an seine Schulter.
„Langweilig“, antwortet sie abwesend.
Mirko spürt ihren warmen Atem auf seinem Arm. Er lässt seine Beine über dem
Nichts baumeln. Beobachtet, wie zwei Fahrradfahrer in der Größe von Insekten
kollidieren. Einkäufe purzeln über den Boden. Schimpfwörter werden ausgetauscht,
die selbst hier oben einem Flüstern gleich in Mirkos Ohren wandern. Passanten
verhindern eine Prügelei.
Er kann sich nicht erklären, warum, aber in diesem Moment erscheint ihm die
Aussicht, nach unten zu springen, sehr verlockend zu sein. Er kann sich selber dabei
beobachten, wie er die Kippe über den Rand des Daches wirft und sich nach vorne
fallen lässt. Wie in Zeitlupe. Unendlich langsam bewegt er sich auf den kalten
Betonboden zu. Mitten im Sturz greifen seine Finger nach der Zigarette. Versuchen,
sie zu umklammern. Wie Spiderman, der versucht seine Maryjane zu retten. Ein
letzter Zug wäre schön, geht es ihm durch den Kopf. Ein letzter Zug bevor die Glut
erlischt und ihn der kalte Beton zu verschlucken droht. Kein Spinnfaden würde ihn
vor dem Aufschlag retten und heroisch in den Himmel gleiten lassen. Auf, auf und
davon.
Johannas Worte reißen Mirko aus seiner sehnsüchtigen Phantasie. „Schatz, wo bist
du schon wieder mit deinen Gedanken?“

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Ihre katzengrünen Augen beobachten ihn neugierig. Plötzlich wird es ihm bewusst.
Mit einer Wucht, als wenn ihm jemand einen Vorschlaghammer über den Schädel
gezogen hätte. Sie ist es. Absolut. Sie ist es. Der einzige Grund. Der einzige Grund,
warum er in der Lage ist, sein Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Dieses nicht schon
längst beendet hat. Ohne sie würde er nicht hier sitzen und der Sonne beim
Untergehen zu sehen.
„Ich liebe dich!“ Mirko gibt seiner Freundin einen Kuss auf die Stirn. Er kann spüren,
wie die Gänsehaut langsam ihren Rücken und ihre Arme hinaufkrabbelt. Von ihrem
Körper Besitz ergreift.
„Ich dich noch vielmehr“, antwortet Johanna und kuschelt sich noch tiefer in seine
Arme.

Das Telefon klingelt. Einmal. Ein zweites Mal. Vor dem dritten Klingeln wird der
Hörer abgehoben.
„Herr Hauptkommissar, Sie müssen sofort vorbeikommen“, ruft eine aufgeregte
Stimme in den Hörer.
Der Polizist, eben jener, den Sie bereits kennen lernen durften, lieber Leser, schält
sich mühsam aus dem Bett. In Nachthemd und Unterhose gekleidet. Die Uniform
hängt akkurat gefaltet und gebügelt an einem Kleiderhaken neben dem Bett.
Als der Polizist kurze Zeit später, es dürfte ungefähr 3 Uhr nachts sein, am
Hermann-Ehlers- Haus eintrifft, sind die Sanitäter bereits vor Ort.
Zwei Krankenwagen stehen auf einer breiten Rasenfläche. Ihr Anblick könnte nicht
unterschiedlicher sein. Links hektische Wiederbelebungsversuche. Rechts
verschlossene Türen. Kein Licht. Nur Zigarettenrauch, der aus dem Beifahrerfenster
gen Himmel steigt.
„Der Busch dort drüben hat ihn aufgefangen.“ Ein Kollege zeigt auf einen Busch in
der Nähe, der nur noch wenige Blätter trägt. Ob durch die Wucht des Aufpralls oder
irgendwelchen Schädlingsbefall, kann der Polizist nicht beurteilen.
Wenige Meter entfernt zeichnet sich im Schein der Fensterbeleuchtung ein großer
Blutfleck auf dem Boden ab. Der Beton ist von kleinen Rissen überzogen.
„Vom Dach aus sind es über 20 Meter, unmöglich, dass das jemand überlebt.“
„Irgend welche Anhaltspunkte?“, fragt der Polizist.
„Nein. Wir haben das Zimmer durchsucht, aber keinen Abschiedsbrief oder
Ähnliches gefunden.“
„Irgend etwas, das auf ein Verbrechen hindeutet?“
Ein Kopfschütteln. „Nichts.“
Ein Sanitäter schlägt die Tür des linken Krankenwagens zu und nimmt auf dem
Fahrersitz Platz. Die Wagen setzen sich zeitgleich in Bewegung. Erneut der
unterschiedliche Anblick. Der eine Wagen rast mit hoher Geschwindigkeit und
Blaulicht davon, während ihm der zweite gemächlich folgt. Es ist schlicht und
ergreifend egal, wie schnell er am Krankenhaus ankommt. Jegliche Hilfsmaßnahmen
sind längst zu spät.
Als der Polizist mit seinem Dienstwagen auf dem Heimweg ist – es dürfte
mittlerweile so gegen sieben Uhr sein – hört er im Radio von dem Vorfall.
„Oldenburg. Zwei Studenten stürzen sich vom Hermann-Ehlers-Haus“, berichtet die
Sprecherin.

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„Woher wissen die das bloß schon wieder?“, murmelt der Polizist leise vor sich hin.
Ein Reporter war ihm nicht aufgefallen.
Zuhause angekommen fischt er die Nordwest-Zeitung aus dem Briefkasten.
Nirgendwo ein Hinweis auf den Vorfall, wie auch, er ereignete sich weit nach
Redaktionsschluss. Der Polizist freut sich jetzt schon auf die Anrufe der Journalisten.
Ihre bohrenden Fragen. Warum, wieso, weshalb? Er würde ihnen keine Antwort
geben können.
Das Bild erscheint vor seinen Augen. So schnell wird es ihn nicht wieder loslassen.
Ihr zertrümmerter Körper. Das Blut überall auf dem Boden. Ein Wunder, dass er es
überlebt hat. So wie der Polizist die Situation im Moment einschätzt, sind sie
nebeneinander gesprungen. Vielleicht haben sie sich an den Händen gehalten. Unter
ihm war ein Busch, unter ihr der kalte Beton. Der Unterschied zwischen Leben und
Tod.
Er öffnet die Haustür. Der Hund seiner Tochter trottet ihm verschlafen entgegen.
Bellt kurz, um sich dann wieder in seinen Korb unter der Treppe zurückzuziehen.
Der Polizist hat eine Dusche dringend nötig. In knapp zwei Stunden muss er wieder
an seinem Arbeitsplatz sein. Die Ermittlungen beginnen.
Er hofft inständig, dass ein Abschiedsbrief gefunden wird, damit der Fall schnell als
Suizid zu den Akten gelegt werden kann. Denn selbst wenn der Verletzte den Tag
überleben sollte, würde es lange dauern, bis er vernehmungsfähig ist.
Das Telefon im Wohnzimmer beginnt zu klingeln. Einmal. Ein zweites Mal. Der
Hund bellt. Um diese Uhrzeit kann es keine gute Nachricht sein. Der Polizist
ignoriert es. In dem Wissen, dass er der schlechten Nachricht nicht ewig aus dem
Weg gehen kann. Doch nach einer Dusche und einer Tasse Kaffee würde es ihm
weitaus leichter fallen, sie zu akzeptieren. Als er die Treppenstufen nach oben steigt,
verstummt das Telefon.

Nun, lieber Leser, an dieser Stelle endet die Geschichte. Sie werden jetzt vielleicht in
ihrem Sessel, im sonnigen Garten oder sonst wo sitzen und aufschreien: „Was soll
denn der Unsinn, ich will aber wissen, was…“
Es tut mir leid, sie an dieser Stelle unterbrechen zu müssen, aber ich habe sie zu
Beginn der Geschichte gewarnt. Ich teile Johannas Kritik an Kriminalgeschichten. Bin
ein Liebhaber offener Enden. Warum immer alles erläutern und am Ende mit der
Holzhammermethode aufklären?
Nur so viel: Der Verletzte hat nicht überlebt. Ist noch am selben Tag gestorben. Die
Ermittlungen sind nach wenigen Wochen mangels Zeugen und Beweisen eingestellt
worden. Vermutlich Suizid ist als Vermerk in der Akte zu lesen, die vollständige
Wahrheit nie ans Licht gekommen.
Es ist Ihnen, lieber Leser, natürlich frei gestellt, ihre eigene Variante zu finden.
Möglichkeiten gibt es viele. Und denken Sie auf ihrer möglichen Suche immer an die
Worte eines spanischen Dichters: „Die Wahrheit ist ein Verdacht, der sich bestätigt.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Aufklärung,

Ihr unbekannter Autor.

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P.S. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ihren Verdacht mitteilen würden. Wenn
Sie Lust haben, kontaktieren sie mich doch einfach unter verdachtsmoment@web.de.

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