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DaZPod-Episode 49 Die Reklamation Wenn Sie beim Lesen die Episode noch einmal anhören, verstehen Sie

DaZPod-Episode 49 Die Reklamation

Wenn Sie beim Lesen die Episode noch einmal anhören, verstehen Sie noch mehr: hier das komplette Transkript zur aktuellen Episode mit Einleitung, Dialog , Kommentar und Abmoderation. Sie müssen nicht alles mitlesen und nicht alles durcharbeiten. Wählen Sie aus, was Ihnen Spaß macht, dann wird Ihnen auch das Deutschlernen mehr Spaß machen und leichter fallen.

 

Das Wichtigste ist und bleibt immer das Zuhören.

Und los geht's!

Inhaltsangabe

1. Einleitung

Seite 1

2. Dialog

Seite 1

3. Erläuterungen

Seite 2

4. Abmoderation

Seite 5

DaZPod erreichen Sie auf Twitter: @dazpod, im Web: www.dazpod.de per E-Mail: post@dazpod.de und auf Facebook: Dazpod - learn German online Deutsch lernen

Lernmaterial zu DaZPod-Episode 49: Die Reklamation © anders sprachenlernen 2014. Keine Verbreitung ohne Zustimmung der Autoren.

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Transkript

Einleitung

Herzlich willkommen zur neunundvierzigsten Episode von DaZPod, dem Podcast für Deutschlerner aus der ganzen Welt. Unsere heutige Folge heißt: "Die Reklamation". Mein Name ist Klaus Beutelspacher von anders sprachenlernen. Unser Podcast wird für Sie in Köln produziert, der liebenswerten, historischen Stadt am Rhein. Unterstützen sie uns gern, wenn Ihnen DaZPod gefällt! Erzählen Sie Ihren Freunden und Ihrer Familie von uns und liken Sie uns auf Facebook. Für Mitglieder bei DaZPod gibt es ab jetzt gratis das komplette Transkript zu jeder Episode! Mehr Informationen dazu findet man unter d-a- z-p-o-d.de

In unserer heutigen Folge geht es um Alfred, einen unzufriedenen Kunden, der sich am Telefon beschwert. Dorothea will ihm helfen, aber das wird ihr sehr schwer gemacht

Und los geht's!

Dialog

Dorothea: ABC Hausgeräte, guten Tag. Mein Name ist Dorothea Dröge. Was kann ich für Sie tun?

Alfred:

Hören Sie mal, ich hab doch vor ein paar Monaten diese Waschmaschine bei Ihnen gekauft

Dorothea: Ja? Welche Maschine?

Alfred:

Die ist der totale Schrott, sag ich Ihnen! Die wäscht überhaupt nicht richtig! Und …. und

Dorothea: Um welches Modell handelt es sich denn?

Alfred:

Lassen Sie mich gefälligst ausreden! Und die macht einen Radau, sag ich Ih- nen! Und jetzt, seit gestern, gar nix mehr! Keinen Mucks! Aus die Maus!

Dorothea: Das tut mir sehr leid….

Alfred:

Das WIRD Ihnen noch leidtun. Ich zeig Sie an! Ich verklage Sie!

Dorothea: Wir könnten Ihnen einen Monteur schicken, gleich morgen

Alfred:

Monteur? Ich bin doch nicht von gestern! Eure Wucherpreise für so was kenne ich aus dem Fernsehen!

Dorothea: Vielleicht sagen Sie mir Ihren Namen und Ihre Adresse…

Alfred:

Ha! Jetzt wollen Sie mich auch noch ausfragen, was? Für wie blöd halten Sie

Alfred:

mich eigentlich? Aaaaaber nicht mit mir. Wir sprechen uns noch! Das wird ein Nachspiel haben! Denen hab ichs jetzt aber mal so richtig gegeben…

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Erläuterungen

Dorothea meldet sich zu Beginn des Dialogs am Telefon mit: "ABC Hausgeräte, guten Tag. Mein Name ist Dorothea Dröge. Was kann ich für Sie tun?" So klingen Menschen, die in einem Unternehmen die Telefonzentrale oder die Service-Hotline betreuen. Man stellt sich vor, man wünscht einen guten Tag, man fragt freundlich, wie man helfen kann. Haushaltsgeräte oder Hausgeräte sind Geräte, also Maschinen, die man im Haus hat, etwa zum Kochen - einen Herd, oder einen Ofen, oder eine Mikrowelle. Einen Kühl- schrank, eine Waschmaschine, einen Toaster und viele andere mehr oder weniger nützli- che Sachen bezeichnet man als Hausgeräte.

Alfred ist gar nicht so freundlich, er meldet sich nicht, er sagt nicht wer er ist, er legt di- rekt sehr aggressiv los: "Hören Sie mal, ich hab doch vor ein paar Monaten diese Wasch-

maschine bei Ihnen gekauft Maschine?"

Alfred lässt sich nicht beirren und regt sich weiter auf: "Die", also die Waschmaschine, " ist der totale Schrott, sag ich Ihnen!" Schrott ist eigentlich Abfall, Müll, sofern er aus Me- tall ist, besonders aus Eisen. Im übertragenen Sinn bezeichnet meint man damit aber auch Geräte, die nicht funktionieren, die nicht nützlich sind, oder überhaupt etwas Un- brauchbares oder Minderwertiges. Diese Abwertung wird mit dem Adjektiv "total" noch verstärkt: Die Waschmaschine sei also wirklich nur Müll, denn "Die wäscht überhaupt nicht richtig! Und …. und…", stottert Alfred vor Ärger. Dorothea fragt geduldig nach: "Um welches Modell handelt es sich denn?" "Das Modell" hat viele Bedeutungen aus unter- schiedlichen Bereichen. Hier geht es um unterschiedliche Typen, verschiedene Arten ei- nes Fabrikats. Es gibt unterschiedliche Modelle von Flugzeugen oder Autos, von Compu- tern oder Tennisschlägern, und natürlich auch von Waschmaschinen.

Alfred befiehlt in sehr unfreundlichem Ton: "Lassen Sie mich gefälligst ausreden!" Ausre- den heißt: Reden bis man fertig ist, bis man alles gesagt hat. "Lassen sie mich" ausreden ist eine häufige Wendung, um sich in einer Diskussion oder einem Streitgespräch Gehör zu verschaffen - man will nicht von anderen unterbrochen werden. "Gefälligst" ist ein Adjektiv, das ursprünglich höflich, ja unterwürfig gemeint war: Tun Sie mir bitte den Ge- fallen, erweisen Sie mir die Freundlichkeit. Heutzutage bedeutet es das Gegenteil. Wenn man es im Befehlston benutzt, dann signalisiert man damit: Ich dulde keinen Wider- spruch. Das ist sehr unhöflich und lässt eine ruhige, sachliche Diskussion nicht zu.

Alfred erklärt weiter: "Und die macht einen Radau, sag ich Ihnen!" "der Radau" R-a-d-a-u ist ein ist ein umgangssprachliches Wort für lauten Lärm oder Krach. "Und jetzt, seit gestern, gar nix mehr!" "nix", n-i-x ist eine umgangssprachliche Form von "nichts", das heißt also, die Maschine funktioniert nicht mehr. Sie "macht keinen Mucks" mehr, das ist eine Redewendung, die bedeutet: Sie macht nicht mehr das kleinste Geräusch, nicht die kleinste Bewegung, denn das, ein kleines Geräusch, ist ein Mucks, M-u-c-k-s. "Aus die Maus" sagt man manchmal, wenn etwas zu Ende ist, wenn es vorbei ist. Früher sagte man das wohl, wenn man eine Maus gefangen hatte, weil es lustig klingt und weil man über jede Maus froh war, die nicht mehr frei herumlief. Der Satz "Aus die Maus" kommt auch immer am Ende der beliebtesten deutschen Kindersendung, der "Sendung mit der

", Dorothea fragt trotzdem freundlich nach: "Ja? Welche

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Maus" vom WDR aus Köln. Alfred meint hier mit bitterer Ironie, dass es wohl mit seiner neuen Waschmaschine - aus ist.

Dorothea meint: "Das tut mir sehr leid". Tatsächlich darf Alfred nach dem Gesetz die Waschmaschine umtauschen, oder er bekommt sein Geld zurück. Eine neue Waschma- schine darf ja nicht einfach so kaputtgehen. Aber während Dorotheas "Das tut mir leid" Verständnis und Mitgefühl ausdrückt, ist die Redewendung "Das WIRD Ihnen noch leid tun.", die dasselbe im Futur, in der Zukunft ausdrückt, eine Drohung. Und tatsächlich droht Alfred offen: "Ich zeig Sie an!", das heißt: Ich melde Sie bei der Polizei, und "Ich ver- klage Sie!", das heißt, ich nehme mir einen Anwalt und klage gegen Sie vor einem Ge- richt.

Dorothea bleibt freundlich. "Wir könnten Ihnen einen Monteur schicken, gleich mor-

gen

bauen oder reparieren kann. So gibt es eben auch Monteure für Hausgeräte. Davon will Alfred nichts wissen: "Monteur? Ich bin doch nicht von gestern!" "Von gestern" ist je- mand, der rückständig oder dumm ist, der nicht Bescheid weiß, der sich veräppeln lässt. Alfred natürlich nicht, denn er weiß Bescheid: "Eure Wucherpreise für so was kenne ich aus dem Fernsehen!", meint er. "Wucher" W-u-c-h-e-r ist es, wenn jemand viel zu viel Geld für etwas verlangt. Es gibt Mietwucher, wenn die Mieten viel zu hoch sind, oder Zinswucher, wenn die Bank zu hohe Zinsen verlangt. Und manche Handwerker, manche Monteure verlangen auch viel Geld für ihre Dienste, das stimmt schon. Nur: Eigentlich müsste Alfred wohl gar nichts bezahlen, und sicherlich würde Dorothea ihm das auch anbieten.

Zunächst bittet sie aber Alfred: "Vielleicht sagen Sie mir Ihren Namen und Ihre Adres- se…" Bisher weiß sie ja nicht, wer er ist, wie soll sie ihm helfen? Jetzt wird Alfred aber richtig wütend. "Ha! Jetzt wollen Sie mich auch noch ausfragen, was?", mutmaßt er, er meint also, Dorothea wolle durch gezielte Fragen Informationen aus ihm herausbe- kommen, wolle ihn aushorchen. Das nämlich bedeutet "ausfragen".Und dann folgen weitere Redewendungen, die typisch für erhitzte Diskussionen und Streitereien sind:

"Für wie blöd halten Sie mich eigentlich?" heißt: Ich bin nicht so dumm, wie Sie denken. Sie sind ein unverschämter Mensch, weil Sie mich für dumm halten. Dann: "Aaaaaber nicht mit mir". Das heißt: Ich lasse das nicht mit mir machen. Vielleicht können Sie das mit anderen Menschen machen, mit mir aber eben nicht. "Wir sprechen uns noch" und "das wird ein Nachspiel haben" sind wieder Drohungen, aber ganz allgemeine, nicht so konkrete wie vorhin das "Ich verklage Sie". Es drückt einfach aus: Irgendetwas Schlim- mes wird noch passieren. Ähnlich unspezifisch wäre etwa "Ich bin noch nicht fertig mit Ihnen", oder "Sie werden mich noch kennenlernen".

Alfred hat Dorothea noch immer nicht verraten, wer er ist. Trotzdem legt er wütend das Telefon auf. "Denen hab ichs jetzt aber mal so richtig gegeben… ", meint er am Ende zu- frieden. In dieser Redewendung steckt das häufige Verb "geben" mit einer sehr speziel- len Bedeutung. "es jemandem geben" heißt nämlich, jemandem die Meinung sagen, ihn so richtig in die Schranken weisen. Manchmal heißt es auch jemanden verprügeln. Hmm… man könnte sagen, Alfred hat tatsächlich seine Wut rausgelassen. Aber was hat

",

schlägt sie vor. Ein Monteur ist ein Fachmann, der komplizierte Dinge zusammen-

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er jetzt eigentlich davon? Hören Sie nun das ganze Geschimpfe, also den ganzen Dialog, noch einmal in normaler Mecker-Geschwindigkeit.

Abmoderation

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DaZPod ist eine Produktion von anders sprachenlernen, Klaus Beutelspacher in Köln. DaZPod ist freier Content unter Creative Commons Lizenz by-nc-nd, d.h. die nicht kom- merzielle Verbreitung und Nutzung mit Namensnennung ist gestattet, eine Bearbeitung hingegen nicht.

Viel Spaß beim Lernen und bis zum nächsten Mal!

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