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Information für die Presse


SPD-Unterbezirk Hameln
Arbeitsgemeinschaft sozialdemokrtischer Frauen (AsF)
Ansprechpartner: Kirsten Martens
Telefon: (  ) , Mail: kirsten-martens@web.de

Dienstag, . März 

Internationaler Frauentag- in Deutschland heute noch zeitgemäß?


Gedanken zum internationalen Frauentag: Von Kirsten Martens,Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft
sozialdemokratischer Frauen des SPD Unterbezirk Vorstandes Hameln-Pyrmont
Fragt man insbesondere Mädchen oder junge Frauen nach der Bedeutung des . März - also dem Tag
der vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden - wird man in der Regel verdutz-
tes Aufblicken oder gleichgültiges Schulterzucken ernten. Ich weiß worüber ich rede. Meine -jährige
Tochter, im Bewusstsein der Bedeutung dieses Tages aufgewachsen, reagiert amüsiert bei meiner Be-
geisterung diesem Tag eine besondere Bedeutung zu geben. Recht hat sie! Mädchen sind heute besser
gebildet als Jungen, sie entscheiden selbst über Kinder, Karriere und Partnerwahl. Ist damit die Gleich-
stellung der Frauen, gemeinhin bekannt als Emanzipation, kein Thema mehr?
Die Frauen, die sich immer noch mit diesen Themen auseinandersetzen, gelten leicht als antiquiert, als
„Opfer der Verhältnisse“ oder in der Politik „Quotenfrauen“: Kein Attribut mit dem sich moderne Frau-
en wirklich identifizieren wollen!
Wie stellen sich junge Männer diesem Thema? Ein guter Freund meiner Tochter stellte unlängst am
Beispiel des Tierreiches und der Naturvölker fest, dass dort zumindest in den ersten  Jahren die Mütter
meistens die Verantwortung für die Brut haben. An dieser Stelle sollten sich junge Frauen aufgerufen
und unbehaglich fühlen! “Die Hälfte von allem kann nicht reichen“ lautete früher mal eine provokante
Frauenforderung - mir will scheinen, dass bis heute die Hälfte bei weitem nicht erreicht ist.
In der Politik und Wirtschaft herrscht nach wie vor eine vehemente Diskrepanz zwischen Frauen und
Männern in Führungspositionen. In Deutschland geht die Gehaltsschere im Vergleich zu anderen eu-
ropäischen Ländern signifikant auseinander. Junge Frauen landen nach wie vor in so genannten Frau-
enberufen mit niedrigen Einkommen.
Spätestens beim ersten Kind ist klar, wohin die Reise geht. Nach wie vor tragen Frauen die größeren
Familienlasten, arbeiten inTeilzeitarbeiteitsverhältnissen, verhindern damit eigene Karrieren und ge-
hen somit das Risiko der Altersarmut ein. Meine  jährige Tochter würde sagen: „Selber schuld!“ Recht
hat sie! Aber müssen nicht alle Frauen nach wie vor die Frage stellen, woran es liegt, dass gerade in
Deutschland diesen Themen so wenig Bedeutung beigemessen wird?
Verhindern familienfeindliche Arbeitsbedingungen, falsch verstandene Mutterklischees, drohende Er-
schöpfung von arbeitenden Müttern und verbreitete Kinderlosigkeit von Akademikerinnen die tatsäch-
liche Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland?
Werfen wir weiterhin einen Blick auf die Lebensbedingungen von Frauen mit Migrationshintergrund
bei uns!
Zwangsehen, arrangierte Ehen und häufige Gewalt in einigen Familien sollte auch uns interessieren
und aktiv werden lassen! Beschneidung in vielen afrikanischen Staaten und sogar hier bei uns in Euro-
pa geht uns alle an!
Zugegeben, eine reine „Frauenfrage“ ist es nicht, sondern vielmehr der Versuch sich aktuellen Miß-
ständen zu stellen und unabhängig von althergebrachten Geschlechterrollen Lösungen zu suchen und
umzusetzen.