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J. S.

BACH MESSE IN H-MOLL


MASS IN B MINOR · BWV 232
Sampson · Vondung · Johannsen · Berndt
Gächinger Kantorei Stuttgart · Freiburger Barockorchester
Hans-Christoph Rademann

CCarus
CCarus Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
MESSE IN H-MOLL
MASS IN B MINOR · BWV 232
Carolyn Sampson, Sopran · Anke Vondung, Alt
Daniel Johannsen, Tenor · Tobias Berndt, Bass
Gächinger Kantorei Stuttgart · Freiburger Barockorchester
Hans-Christoph Rademann

CD 1 CD 2
I. MISSA II. SYMBOLUM NICENUM
Kyrie Credo
1 Coro: Kyrie eleison I 9:58 1 Coro: Credo in unum Deum 1:39
2 Soprano & Alto: Christe eleison 4:48 2 Coro: Patrem omnipotentem 1:53
3 Coro: Kyrie eleison II 2:34 3 Soprano & Alto: Et in unum Dominum 4:22
Gloria 4 Coro: Et incarnatus est 3:23
4 Coro: Gloria in excelsis Deo 1:34
5 Coro: Crucifixus 3:03
5 Coro: Et in terra pax 4:34
6 Coro: Et resurrexit 3:38
6 Soprano: Laudamus te 4:06
7 Basso: Et in Spiritum Sanctum 4:44
7 Coro: Gratias agimus tibi 2:11
8 Coro: Confiteor 2:41
8 Soprano & Tenore: Domine Deus 5:20
9 Coro: Et expecto 3:14
9 Coro: Qui tollis 3:15
10 Alto: Qui sedes 4:26 III. SANCTUS
11 Basso: Quoniam tu solus Sanctus 4:06 10 Coro: Sanctus 2:14
12 Coro: Cum Sancto Spiritu 3:41 11 Coro: Pleni sunt coeli 1:54

Total time CD 1: 50:38

DIGITAL BOOKLET
CCarus

Coproduction by Südwestrundfunk and Carus-Verlag


Recorded at the Liederhalle Stuttgart,
IV. OSANNA, BENEDICTUS, 28 January & 31 January –3 February 2015
Executive producer: Dagmar Munck, SWR2
AGNUS DEI & DONA NOBIS PACEM Recording producer / post production:
12 Coro: Osanna in excelsis 2:26 Florian B. Schmidt, Pegasus Musikproduktion
13 Tenore: Benedictus 4:26 Recording engineer: Martin Vögele, SWR
14 Coro: Osanna repetatur 2:30 Cover: photo and design by Sven Cichowicz
15 Alto: Agnus Dei 5:34  © 2015 by Carus-Verlag, Stuttgart
16 Coro: Dona nobis pacem 2:58

BONUSTRACKS
17 Soprano & Tenore: Domine Deus
CCarus
Fassung der autographen Partitur /
version based on the autograph score 5:40
18 Basso: Quoniam tu solus Sanctus
Fassung der autographen Partitur /
version based on the autograph score 4:20
19 Coro: Sanctus
Fassung 1724 / version from 1724 2:00
20 Coro: Pleni sunt coeli Die verwendete Notenausgabe ist im Projekt Bach vocal
Fassung 1724 / version from 1724 2:02 von Carus erhältlich.
DIGITAL BOOKLET Total time CD 2: 65:20
Printed music available, published in the project Bach vocal.
Carus 31.232 / www.carus-verlag.com/bach.html
CCarus Die Idee des autonomen Kunstwerks, die die Dis-
kussion von Kunst seit dem 19. Jahrhundert be-
stimmt, war Johann Sebastian Bach und seinen Zeit-
Bach es selbst in seiner ursprünglichen Gestalt ab
1724 mehrmals aufgeführt hat.

genossen fremd. Nahezu alle Kompositionen Bachs Am Anfang der Werkgeschichte steht ein Auftrag,
sind auf äußere Veranlassung hin entstanden, sei es den Bach sich selbst gesetzt hatte: Nach dem Tode
aus seinen Dienstpflichten als Konzert- und Kapell- August des Starken am 1. Februar 1733 wollte er
meister oder aus der Notwendigkeit des Unterrichts seinem neuen Landesherrn, Kurfürst Friedrich Au-
heraus. Bemerkenswert ist aber, dass er sich mit ei- gust II. von Sachsen (1696–1763), ein repräsenta-
nigen seiner Werke über größere Zeiträume immer tives Werk zueignen. Hiermit verbunden war die
wieder auseinandergesetzt hat. Die Eingriffe, die er Hoffnung auf einen Hoftitel, den Bach mit einiger
dabei vornahm, gingen zum Teil deutlich über das Verzögerung, wenn auch erst auf erneutes Bitten
hinaus, was für eine bloße Wiederaufführung not- im November 1736 als „Compositeur bei der Hof
wendig gewesen wäre, und lassen ein Bemühen er- Capelle“ auch erhielt.
kennen, eine „endgültige“ Werkgestalt zu schaffen.
In seinen letzten Lebensjahren, wahrscheinlich ab
Besonders komplex sind die Verhältnisse bei der 1748, hat sich Bach die Partitur der Kyrie-Gloria-
h-Moll-Messe BWV 232, wie wir sie heute nennen Messe noch einmal vorgenommen und sie aus
(Carl Philipp Emanuel Bach nannte sie in Abgren- bis heute ungeklärtem Anlass durch Hinzufügung
zung von den Kyrie-Gloria-Messen BWV 233–236 des Gloria, Sanctus (mit Osanna), Benedictus und
„die große catholische Messe“), denn ihre Entste- Agnus Dei zu einer Missa tota erweitert. Als An-
hungsgeschichte erstreckt sich über einen Zeit- lässe wurden unter anderem die für 1751 geplante
raum von mehr als 15 Jahren, und das Werk war Einweihung der Hofkirche in Dresden als auch ein
zum Zeitpunkt des Todes von Johann Sebastian Kompositionauftrag der Cäcilien-Kongregation in
Bach am 28. Juli 1750 zwar fertiggestellt, doch Wien diskutiert. Bei der Vervollständigung der Mes-
fehlte eine letzte Revision, die das Werk in einen se hat sich Bach weitgehend eines kompilierenden
aufführbaren Zustand überführt hätte. Entgegen Verfahrens bedient und die Mehrzahl der Sätze aus
Spekulationen, die immer wieder hervorgebracht älteren Kompositionen übernommen: Das sechs-
werden, machen es die vielen kleinen Lücken und stimmige Sanctus war bereits 1724 entstanden, und
Fehler in der Textunterlegung des Autographs die Mehrzahl der übrigen Einzelsätze stammt (wie
unwahrscheinlich, dass unter Bachs Aufsicht ein in den Kyrie-Gloria-Messen KV 233–236 in den
Stimmensatz angefertigt worden ist, der für eine späten 1730er-Jahren erfolgreich erprobt) aus ei-
Aufführung zu Lebzeiten des kränkelnden Tho- genen Kirchenkantaten, denen durch Parodie neue
maskantors hätte verwendet werden können. Bach lateinische statt der ursprünglichen deutschen Tex-
selbst hat also nach gegenwärtigem Kenntnisstand te unterlegt wurden. Offenbar ging es Bach dabei
die h-Moll-Messe als Ganzes und wahrscheinlich nicht in erster Linie um Arbeitsersparnis, denn er
auch die meisten ihrer Teilsätze nie gehört. Ledig- nahm weitreichende Anpassungen gegenüber den
lich vom Sanctus BWV 232 III ist bekannt, dass Vorlagen vor, die über das unbedingt Erforderliche
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CCarus deutlich hinausgehen. Vielmehr scheint Bach ideal-
typische Sätze, die das ganze Spektrum seiner Kunst
und seiner künstlerischen Entwicklung seit der Wei-
Glaubensbekenntnis im Credo. Durch das Sym-
bolum Nicenum und die ungewöhnliche zeitliche
Ausdehnung wird ein liturgischer Gebrauch der h-
marer Zeit umfasst, zu einer Einheit zusammenge- Moll-Messe zwar stark eingeschränkt, aber nicht
stellt zu haben. Der retrospektive Charakter, der vollständig ausgeschlossen: Messen mit außerge-
sich in Bachs letztem Lebensjahrzehnt auch sonst wöhnlichem Umfang und besonderen Anforderun-
beobachten lässt, wird auch aus der Verwendung gen sind im späten 18. Jahrhundert und frühen 19.
von Sätzen im Stile antico, etwa bei der Credo-In- Jahrhundert auch sonst gelegentlich anzutreffen. Zu
tonation, deutlich. In einem letzten Revisionsschritt denken ist beispielsweise an Mozarts (unvollendete)
entschied er sich, den Abschnitt „Et incarnatus est“, c-Moll-Messe KV 427, Haydns Missa cellensis Hob.
der zuvor in das „Et in unum Dominum“ integriert XXII:5 oder Beethovens Missa solemnis op. 123.
war, herauszulösen und durch eine Neukomposition
zu ersetzen. Auf diese Weise stehen in der h-Moll- Während der Stimmensatz von Kyrie und Gloria von
Messe der älteste Teilsatz „Crucifixus“, der auf dem 1733 in der Musiksammlung des kursächsischen
Eingangschor der Kantate Weinen, Klagen, Sorgen, Hofes in Dresden verblieb, aber dort bis weit ins 19.
Zagen BWV 12 von 1714 beruht, und die mutmaß- Jahrhundert hinein weiter keine Beachtung fand,
lich späteste Vokalkomposition Johann Sebastian gelangte die autographe Partitur nach Bachs Tod
Bachs, jenes spät ergänzte „Et incarnatus est“, an Carl Philipp Emanuel Bach, der die Handschrift in
unmittelbar nebeneinander. Zur Abrundung griff Berlin nicht nur verwahrte, sondern sich aktiv um die
Bach für das „Dona nobis pacem“ auf einen Satz Verbreitung der h-Moll-Messe kümmerte. Eine un-
aus dem ersten Teil des Werkes, hier das „Gratias günstige Konstellation aus schlechter Papierqualität
agimus tibi“, zurück, ein Verfahren, das in der Mes- und einer aggressiven Tinte, verbunden mit zahlrei-
skomposition häufig anzutreffen ist. Im Zuge der chen Korrekturen, die den Tintenauftrag erhöhten,
Erweiterung des Werkes zur Missa tota nahm Bach hatte schon zu dieser Zeit die Lesbarkeit der Hand-
auch an den Teilen Kyrie und Gloria kleinere Verän- schrift stark beeinträchtigt. Carl Philipp Emanuel
derungen vor. Dabei handelt es sich überwiegend Bach besserte daher die autographe Partitur an vie-
um Detailkorrekturen an der Textunterlegung sowie len Stellen aus, wobei er fehlende Textworte nach-
um melodische Korrekturen in den Vokalstimmen, trug, undeutliche Lesarten überschrieb oder durch
die teilweise dazu dienen sollten, parallele Quinten Tonbuchstaben verdeutlichte, aber auch an einigen
und Oktaven, die im fünfstimmigen Vokalsatz fast Stellen radierte und auch einzelne Verbesserungen
unvermeidbar sind, zu eliminieren. Nur im „Quoni- nach eigenem Gutdünken vornahm. Eine präzise
am“ hat Bach die solistische Bassstimme deutlich, Unterscheidung der Schriftanteile Johann Sebastian
in fast einem Fünftel der Vokaltakte, revidiert. Eine und Carl Philipp Emanuel Bachs an den „verdächti-
Besonderheit der h-Moll-Messe, die ebenfalls bis gen“ Stellen ist erst vor wenigen Jahren mittels einer
heute nicht schlüssig erklärt ist, ist die Verwendung Röntegenfluoreszenzanalyse möglich geworden.
des Nicänischen Glaubensbekenntnisses (Symbo- Obwohl der Bach-Sohn diese Änderungen in die
lum Nicenum) anstelle des üblichen Apostolischen autographe Partitur eintrug, ist es für eine Edition
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CCarus heute möglich, diese Eingriffe durch Vergleich mit
verschiedenen Abschriften, die vor 1786 angefertigt
wurden, weitgehend rückgängig zu machen.
re Verbreitung des Werkes ein, das heute aus dem
Konzertrepertoire nicht mehr wegzudenken ist.

Die komplizierte Entstehungs- und Überlieferungs-


Angesichts des großen musikalischen und techni- geschichte der h-Moll-Messe bringt es mit sich,
schen Anspruchs, der ebenso wie das Fehlen geeig- dass von einer verbindlichen Werkgestalt gar nicht
neter Konzertformate eine Aufführung in der zwei- gesprochen werden kann. Zwar bildet die autogra-
ten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahezu unmöglich phe Partitur die wichtigste Quelle, die das Werk als
machte, muss die große Zahl an Abschriften, die bis Ganzes umfasst, doch enthält sie spätere Eintragun-
zum Erscheinen des Erstdrucks angefertigt wurden, gen, die nur durch den Vergleich mit den ältesten
überraschen. Insgesamt sind fast 20 weitgehend Abschriften eliminiert werden können. Aufgrund
vollständige Partiturabschriften des Werkes aus des schlechten Zustands der Originalhandschrift, die
dem 18. und frühen 19. Jahrhundert bekannt. Zu durch konservatorische Maßnahmen zwar vor dem
den prominenten Besitzern derartiger Handschrif- weiteren Verfall bewahrt, aber nicht mehr in allen
ten gehören der Bach-Schüler Johann Philipp Kirn- Details rekonstruiert werden kann, ist es unmöglich,
berger und seine Mentorin Prinzessin Anna Ama- den genauen Zustand des Autographs bei Bachs Tod
lia von Preußen in Berlin. Erst vor wenigen Jahren zu bestimmen. Selbst wenn dies gelänge, wären Ein-
konnte gezeigt werden, dass der österreichische Ge- griffe in Bachs Original notwendig, da der zweite Teil
sandte am preußischen Hof, Gottfried van Swieten, der Messe bedingt durch Bachs schlechten Gesund-
in Berlin eine Kopie des Werkes erworben hat und heitszustand nicht in allen Details ausgearbeitet war.
nach seiner Rückkehr nach Wien offenbar Haydn, Wir müssen darauf vertrauen, dass Bachs Sohn Carl
Mozart und Beethoven mit diesem Meisterwerk Philipp Emanuel seine Änderungen in der Berliner
bekannt machte. Mozarts c-Moll-Messe mit ihren Zeit mit großer Pietät und aus zeitlicher Nähe und
bewussten Rückgriffen auf die Musiksprache des guter Kenntnis des väterlichen Stils vorgenommen
Barockzeitalters ist beispielsweise ohne die Kenntnis und auf das Nötigste beschränkt hat. Die Einrichtung
von Bachs h-Moll-Messe kaum vorstellbar. des Credo von 1786 für ein Hamburger Benefizkon-
zert bedeutet hingegen eine aufführungspraktische
Die Drucklegung der h-Moll-Messe, die der Zü- Einrichtung, die in erster Linie rezeptionsgeschicht-
richer Verleger Hans Georg Nägeli als zeitweiliger liche Aufmerksamkeit beanspruchen kann, aber
Besitzer des Autographs als „größtes Kunstwerk keine Rückschlüsse für die Aufführungspraxis unter
aller Zeiten und Völker“ 1818 ankündigte, gestal- Johann Sebastian Bach selbst erlaubt. Für die Sät-
tete sich schwierig. Während Kyrie und Gloria 1833 ze vom Credo bis zum „Dona nobis pacem“ bildet
gedruckt wurden, kam es wegen geringer Subskri- somit die Originalpartitur die entscheidende Quelle.
bentenzahlen erst 1845 zur Veröffentlichung des
zweiten Teils der Messe. Mit der Edition in einem Für den ersten Teil der Messe, bestehend aus den
der ersten Bände der Gesamtausgabe der Bach- Sätzen Kyrie und Gloria, war eine Grundsatzent-
Gesellschaft 1856/57 setzte allmählich eine weite- scheidung zu treffen. Allen bisherigen Ausgaben
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CCarus und damit auch den allermeisten Einspielungen
liegt das Partiturautograph als Hauptquelle zu-
grunde. In der Carus-Ausgabe (Hg. Ulrich Leisinger,
Stuttgart 2014; Carus 31.232), die der vorliegenden
Aufnahme zugrundeliegt, wurden hingegen die von
Bach bis ins Detail fixierten Lesarten der Dresdner
Originalstimmen als Haupttext angesehen. Die
Carus-Ausgabe liefert somit für die beiden Teile des
Werkes den jeweils besten, das heißt von Bach am
weitesten ausgearbeiteten Text. Durch diese kon-
sequente Trennung bietet die auf der Neuausgabe
basierende Einspielung auch die Möglichkeit, nicht
nur die h-Moll-Messe als Ganzes, sondern auch die
bislang in der musikalischen Praxis gänzlich vernach-
lässigte Dresdner Fassung des Werkes als eine Kyrie-
Gloria-Messe auf CD 1 separat anzuhören. Beson-
ders reizvoll ist es, auf den zusätzlichen Tracks von
CD 2 auch die alternativen Fassungen jener Sätze zu
studieren, die Bach im Zuge der langjährigen Arbeit
am stärksten verändert hat: Die erste Fassung des
„Domine Deus“ (CD 2, 17 ) ist in der Partitur in einer
schlichten Fassung notiert, wohingegen die Dresd-
ner Stimmen reizvolle lombardische Rhythmen auf-
weisen. Die ursprünglich für zwei Flöten unisono
vorgesehene Stimme hat Bach dabei einer Soloflö-
te zugewiesen. Bei der Erweiterung der Missa von
1733 zur h-Moll-Messe hat Bach in das „Quoniam“
am stärksten eingegriffen und in der autographen
Partitur fast in einem Fünftel der Takte der Singstim- Autographe Stimme „Soprano I“ aus dem Stimmensatz
men Änderungen vorgenommen. Diese geänderte von 1733 (Beginn des Kyrie).
Staats- und Universitätsbibliothek – Sächsische Landes-
Fassung (CD 2, 18 ) ist in bisherigen Einspielungen
bibliothek Dresden, Signatur: Mus. 2405-D-21.
üblicherweise zu hören. Die ursprüngliche Fassung Abbildung mit freundlicher Genehmigung.
des Sanctus und „Pleni sunt coeli“, die ursprünglich
1724 entstanden ist und die ungewöhnliche Beset-
zung von drei Sopranstimmen, Alt, Tenor, Bass und
Orchester aufweist, wird gleichfalls wiedergegeben
(CD 2, 19 – 20 ). Ulrich Leisinger
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CCarus The idea of an autonomous work of art that has
governed discussions of art ever since the nine-
teenth century was alien to Johann Sebastian
The history of the B-minor Mass begins with
a task that Bach took upon himself. After the
death of August the Strong on 1 February 1733,
Bach and his contemporaries. Almost all of Bach’s he wanted to dedicate a lavish work to his new
compositions were written for external occasions, sovereign, Prince-Elector Frederick August II of
whether in fulfillment of his duties as concert- and Saxony (1696–1763). Connected with this task
chapel-master or to meet the needs of his lessons. was his hope of receiving a court title, which was
Remarkably, however, he returned to some of his indeed, after a renewed petition, belatedly be-
works again and again over long periods of time. stowed upon him in November 1736, when he
Some of the alterations he made went far beyond was named “Compositeur bei der Hof Capelle”
what was necessary for a simple revival, suggest- (Composer to the Court Chapel).
ing that he was intent on putting these works into
a “definitive”shape. In the final years of his life, probably beginning in
1748, Bach again took the score of the Kyrie-Glo-
The circumstances surrounding the Mass in ria Mass in hand and, for reasons still unknown
B minor BWV 232, to use the name we give it today, expanded it into a Missa tota by adding
today (Carl Philipp Emanuel Bach called it “the the Credo, Sanctus (with Osanna), Benedictus,
great Catholic Mass” to distinguish it from his and Agnus Dei. The planned consecration of the
father’s Kyrie-Gloria Masses, BWV 233–236), are Court Church in Dresden in 1751 as well as a
especially complex. Its genesis was spread over a commission by the Caecilian Congregation in Vi-
period of more than fifteen years, and the work, enna were two of the occasions under discussion.
though finished at the time of Bach’s death (on When completing the mass, he did so largely by
28 July 1750), still awaited a final revision to put compiling the bulk of the movements from earlier
it into performable condition. Despite frequently compositions: the six-voice Sanctus had already
heard speculations to the contrary, the many been composed in 1724, and most of the remain-
small gaps and mistakes in the textual underlay ing separate movements (as successfully tried out
of the autograph make it unlikely that Bach over- in the Kyrie-Gloria Masses BWV 233–236 in the
saw the preparation of a set of parts that might late 1730s) were borrowed from his own church
have been used in a performance during the ailing cantatas, with the original German words now
composer’s lifetime. In other words Bach himself, replaced by new Latin texts in a process known
as far as we can tell today, never heard the B- as parody. Evidently Bach’s primary concern was
minor Mass in its entirety, and probably not even not to reduce the amount of labor involved, for he
the majority of its movements. Only the Sanctus also made far-reaching changes to the originals
BWV 232 III in its original form is known to have that went well beyond what was absolutely nec-
been performed several times since 1724 under essary. Rather, he seems to have gathered togeth-
his direction. er archetypical movements encompassing the full

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CCarus spectrum of his art and his artistic evolution since
his days in Weimar. In expanding the work into
a Missa tota, he also made minor alterations to
copies that were produced before 1786, and to
rescind most of them for a contemporary edition.

the Kyrie and Gloria. Most of them had to do The publication of the B-minor Mass was an-
with details in the textual underlay and melodic nounced in 1818 by the Zurich publisher Hans
corrections in the vocal parts, partly to eliminate Georg Naegeli, the sometime owner of the auto-
parallel fifths and octaves, which are practically graph, who advertised it as the “greatest work of
unavoidable in five-voice textures. Only in the art of all ages and nations.” The process proved
“Quoniam” did he clearly revise the solo bass arduous: though the Kyrie and Gloria appeared
part, altering almost a fifth of its measures. in 1833, the publication of the second part of the
Mass was delayed to 1845 owing to the small
Whereas the set of parts of the Kyrie and Gloria number of subscribers. With its publication in one
from 1733 remained in the music collection of the of the first volumes of the complete edition of the
Electoral Saxon court in Dresden – where they at- Bach-Gesellschaft in 1856/57, a wider dissemina-
tracted no attention until well into the nineteenth tion of the Mass gradually took place, making the
century – the autograph score was passed on, work into an indispensable constituent of today’s
after Bach’s death, to Carl Philipp Emanuel Bach concert repertoire.
in Berlin, who not only preserved the manuscript
but actively took part in the work’s dissemination. Owing to its complex genesis and source his-
By this time an unfortunate combination of poor tory, the B-minor Mass cannot be said to exist
paper quality and aggressive ink, together with in a definitive form. True, the autograph score
many alterations that increased the amount of ink is the most important source for the work as a
applied, had already seriously damaged the man- whole, but it contains subsequent inscriptions
uscript’s legibility. Therefore Carl Philipp Emanuel that can only be eliminated through a compari-
Bach made improvements in many places to the son with the earliest copyists’ manuscripts. Due
autograph score, entering missing words in the to the poor condition of the original manuscript
text, overwriting indistinct passages, and clarify- – which, although it was saved from further
ing pitches with letter notation. But he also made decay by conservatory measures, was too dam-
erasures in several passages and entered some aged for all the details to be reconstructed – it is
individual improvements as he saw fit. A precise impossible to determine the precise state of the
distinction between that written by Johann Se- manuscript at the time of Bach’s death. Even if
bastian and that written by Carl Philipp Emanuel this could be done, it would be necessary to inter-
Bach at the “suspicious” points only became pos- vene in Bach’s original, since Bach’s poor health
sible a few years ago by means of X-ray fluores- prevented him from working out the second part
cence analysis. Even though Bach’s son entered of the Mass in every detail. We will have to trust
these amendments in the autograph score, it is that his son Carl Philipp Emanuel made his chang-
possible to compare these changes with various es in the Berlin period with great reverence, close
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CCarus temporal proximity, and a solid knowledge of his
father’s style, and that he limited them to what
was absolutely necessary. On the other hand, his
is notated in the score in plain version, while
the Dresden parts contain charming Lombardic
rhythms. In so doing, Bach assigned the part
arrangement of the Credo for a Hamburg benefit which was originally intended for two unison
concert in 1786 involved performance markings flutes to one solo flute. In the expansion of the
that primarily merit the attention of reception work from the Missa of 1733 to the B-minor Mass,
historians but allow no conclusions to be drawn Bach’s largest modification was of the “Quoniam”
regarding performances under Johann Sebastian in which he made amendments in the autograph
Bach himself. Thus, the original score forms the score to almost one fifth of the vocal parts. This
decisive source for the movements from the Cre- amended version (CD 2, 18 ) is the one that has
do to the “Dona nobis pacem.” usually been heard in recordings up to now. The
initial version of the Sanctus and “Pleni sunt co-
A basic decision had to be made for the first part eli”, which was originally composed in 1724 for
of the Mass consisting of the Kyrie and Gloria the unusual combination of three soprano voices,
movements. All previous editions, as well as al- contralto, tenor, bass and orchestra, can be heard
most all recordings, have taken the autograph on this recording as well (CD 2, 19 – 20 ).
score as their primary source. However, in the
Carus edition (edited by Ulrich Leisinger, Stutt- Ulrich Leisinger
gart, 2014; Carus 31.232) upon which the pres- Translation (abridged):
ent recording is based, the readings set down by J. Bradford Robinson, David Kosviner
Bach in detail in the Dresden parts have been
taken as the main text for the first part of the
Mass. The Carus edition thus provides the best
text for both parts, i. e., supplying that which was
most elaborately wrought by Johann Sebastian
Bach. By consistently following this distinction,
the recording based on our new edition also en-
ables not only the B-minor Mass as a whole but
also the Dresden version of 1733 to be heard
separately as a Kyrie-Gloria Mass on CD 1 – an Photos:
option wholly neglected in musical praxis until p. 3, 19: Concert in Berlin, 27 January 2015
now. It is especially charming to also study the (Holger Schneider)
alternative versions of those movements which p. 11f.: Carolyn Sampson (Marco Borggreve),
Bach, during his many years of working on the Anke Vondung (Undine Hess), Daniel Johannsen
(Anette Friedel), Tobias Berndt (Boris Orlob)
piece, amended most extensively (these are to
p. 13: Gächinger Kantorei Stuttgart (Holger Schneider)
be found on the additional tracks on CD 2). The p. 14: Freiburger Barockorchester (Marco Borggreve)
first version of the “Domine Deus” (CD 2, 17 )
DIGITAL BOOKLET p. 15: Hans-Christoph Rademann (Holger Schneider)

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CCarus Auf der Konzert- und
der Opernbühne glei-
chermaßen zu Hause,
Anke Vondung wurde
in Speyer geboren und
studierte bei Profes-
hat Carolyn Sampson sor Rudolf Piernay an
in den letzten Jahren der Musikhochschule
weltweit beträchtliche Mannheim. Von der
Erfolge gefeiert. Ne- Spielzeit 1999/2000
ben Engagements u. a. bis Ende der Spielzeit
an der English National 2001/02 war sie En-
Opera, beim Glynde- semblemitglied des
bourne Festival und Tiroler Landestheaters
Boston Early Music Festival, an der Opéra de Pa- in Innsbruck, wo sie zentrale Partien ihres Fa-
ris, Opéra de Lille, Opéra de Montpellier sowie ches sang. Es folgten Gastverpflichtungen u. a.
an der Opéra National du Rhin führten sie Kon- am Théâtre du Châtelet Paris, an der Staatsoper
zerte u. a. zu den BBC Proms. In Europa gehören München, bei den Salzburger Festspielen und
zu ihren vielen Auftritten Konzerte mit dem Royal den Mozart-Festwochen Salzburg, an der Opé-
Concertgebouw Orchestra, The English Concert, ra Bastille Paris, dem Grand Théâtre de Genève,
dem Freiburger Barockorchester, dem Sinfonieor- beim Glyndebourne Festival, an der Nederlandse
chester des Bayerischen Rundfunks, dem WDR Opera Amsterdam, der Staatsoper Berlin, der San
Sinfonieorchester, den Wiener Philharmonikern, Diego Opera, bei den Münchner Opernfestspie-
dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa len, dem Flandern-Festival, sowie an der Staats-
Cecilia und dem Gewandhausorchester Leipzig. In oper Hamburg. Im Oktober 2007 debütierte sie
den Vereinigten Staaten von Amerika trat sie als als Cherubino in Le nozze di Figaro an der Me-
Solistin mit der San Francisco Symphony, dem De- tropolitan Opera New York, wo sie zudem in
troit Symphony Orchestra, dem St. Paul Chamber Mozart’s La clemenza di Tito mitwirkte. In den
Orchestra und dem Philadelphia Orchestra auf. Spielzeiten 2003/04 bis 2005/06 war sie Ensem-
Zahlreiche CD-Aufnahmen mit Carolyn Sampson blemitglied der Staatsoper Dresden; seitdem ist
sind erschienen, u. a . eine gefeierte Einspielung sie dem Haus als Gast eng verbunden. Im Kon-
von Strawinskys Les Noces und seiner Messe. Ihre zert- und Liederabendbereich konzertierte Anke
CD mit Purcell-Liedern wurde im Dezember 2007 Vondung mit renommierten Orchestern unter
vom Gramophone Magazine als „Editor’s Choice Dirigenten wie James Conlon, Helmuth Rilling,
of the Month“ ausgezeichnet, ebenso wie ihre Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe, Edo
erste Recital-CD Fleurs im Mai 2015. de Waart, Kent Nagano, Peter Schreier, Dietrich
Fischer-Dieskau, James Levine, Marek Janowski,
Alexander Shelley, Enoch zu Guttenberg, Hans-
Christoph Rademann und Jeffrey Tate.

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CCarus Der österreichische Te-
nor Daniel Johannsen
gehört zu den gefrag-
Tobias Berndt begann
seine musikalische Aus-
bildung im Dresdner
testen Evangelisten und Kreuzchor. Er studierte
Bach-Interpreten seiner bei Hermann Christian
Generation. Nach der Polster in Leipzig und
Ausbildung zum Kir- setzte seine Ausbildung
chenmusiker studierte bei Rudolf Piernay in
er Gesang bei Margit Mannheim fort. Zu
Klaushofer und Robert seinen Lehrern gehö-
Holl in Wien; er war ren außerdem Dietrich
Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau, Fischer-Dieskau und Thomas Quasthoff. Er war
Nicolai Gedda sowie Christa Ludwig und ist Preisträger zahlreicher renommierter Gesangs-
Preis träger des Bach-, Schumann-, Mozart-, wettbewerbe, u. a. gewann er den internationalen
Hilde-Zadek- und Wigmore-Hall-Wettbewerbs. Wettbewerb Das Lied in Berlin, den internationa-
Seit seinem Debüt 1998 führen ihn Auftritte als len Brahms-Wettbewerb und den Cantilena Ge-
Konzert-, Lied- und Opernsänger mit Werken al- sangswettbewerb. Als Opern- und Konzertsänger
ler Epochen in die großen Musikzentren Europas, hat sich Tobias Berndt weit über die Landesgren-
Nordamerikas, Japans und des Nahen Ostens. zen hinaus etabliert. Er arbeitete mit Dirigenten
Daniel Johannsen ist zu Gast bei zahlreichen Fes- wie Philippe Herreweghe, Helmuth Rilling, Frie-
tivals (Styriarte Graz, Salzburger Festspiele, Israel der Bernius, Teodor Currentzis, Marcus Creed,
Festival, La Folle Journée, Bachfest Leipzig); er Hans-Christoph Rademann, Andrea Marcon, Ma-
musiziert unter der Leitung namhafter Dirigenten rek Janowski und Sir Roger Norrington zusammen
wie Sir Neville Marriner, Trevor Pinnock, Bertrand und war in der Berliner Philharmonie, der Tonhalle
de Billy und Enoch zu Guttenberg. Liederabende in Zürich, dem Concertgebouw Amsterdam, im
bilden einen Schwerpunkt in der Tätigkeit des Leipziger Gewandhaus, der Tschaikowsky Con-
Sängers, der mit Pianisten wie Graham Johnson, cert Hall in Moskau, dem Teatro Colon in Buenos
Charles Spencer und Helmut Deutsch zusammen- Aires und im Lincoln Center New York zu erleben.
arbeitet. Zahlreiche (zum Teil preisgekrönte) Ton- Er gastierte bei bedeutenden Festivals wie dem
träger sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen Prager Frühling, dem Rheingau Musik Festival,
dokumentieren seine künstlerische Arbeit. den Händel-Festspielen in Göttingen und Halle,
dem Bachfest Leipzig, dem Oregon Bachfestival
und dem International Music Festival in Peking.
Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert sei-
ne vielseitige künstlerische Tätigkeit.

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CCarus

Die Gächinger Kantorei Stuttgart steht seit Au- Auftritten mit dem Partner-Ensemble Bach-Col-
gust 2013 unter der künstlerischen Leitung von legium Stuttgart arbeitet sie auch vielfach mit
Hans-Christoph Rademann, dem Leiter der In- Orchestern wie den Wiener Philharmonikern,
ternationalen Bachakademie Stuttgart. Unter der New York Philharmonic oder Israel Philharmonic
Trägerschaft der Bachakademie gestaltet der Chor zusammen. Eine besonders enge Partnerschaft
eine Vielzahl an Konzerten und Gastspielen, Hör- besteht zum Radio-Sinfonieorchester Stuttgart
funk- und CD-Aufnahmen entscheidend mit. Im des SWR. Am Pult des Chores stehen regelmä-
Zentrum der Chorarbeit steht neben vielfältiger ßig Gastdirigenten wie Masaaki Suzuki, Krzysztof
Mitwirkung am MUSIKFESTUTTGART eine große Penderecki, Alexander Liebreich oder Sir Roger
Konzertreihe mit oratorischen Programmen von Norrington. Gastspiele führten das Ensemble u.
Schütz bis zu zeitgenössischen Auftragswerken. a. nach China, Lateinamerika und zu den großen
Einen besonderen Fokus bildet seit jeher die Inter- Festspielen in Salzburg, Luzern, Prag, New York,
pretation der Vokalwerke von Johann Sebastian Paris, London, Wien und Seoul. Hunderte von
Bach. Nach einem kleinen Dorf auf der Schwäbi- CD-Einspielungen umfassen neben dem gesam-
schen Alb benannt und 1954 von Helmuth Rilling ten Vokalwerk Bachs unterschiedlichste orato-
gegründet, gilt die Gächinger Kantorei Stuttgart rische Literatur vom 18. Jahrhundert bis hin zu
seit Jahrzehnten als einer der herausragenden etlichen Uraufführungen, darunter Werke von
Konzertchöre der Welt. Neben regelmäßigen Penderecki, Pärt oder Rihm.
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CCarus

Das Freiburger Barockorchester (FBO) blickt auf schaften äußert sich in zahlreichen CD-Produktio-
eine über fünfundzwanzigjährige Erfolgsgeschichte nen und der Verleihung prominenter Auszeichnun-
zurück: Aus studentischen Anfängen entstand in- gen wie dem ECHO Klassik Deutscher Musikpreis
nerhalb weniger Jahre ein international gefragter 2011, 2012, 2013 und 2014, dem Edison Classical
Klangkörper, der inzwischen regelmäßig in den be- Music Award 2012 und 2013, dem Gramopho-
deutendsten Konzert- und Opernhäusern gastiert. ne Award 2011 und 2012, sowie dem Jahrespreis
Seit Mai 2012 verfügen die „Freiburger“ gemein- der Deutschen Schallplattenkritik 2009. Unter der
sam mit ihren Kollegen vom ensemble recherche künstlerischen Leitung seiner beiden Konzertmeis-
über ein international einzigartiges Domizil: das En- ter Gottfried von der Goltz und Petra Müllejans so-
semblehaus Freiburg, eine musikalische Werkstatt wie unter der Stabführung ausgewählter Dirigen-
und Ideenschmiede für zwei Spitzenensembles der ten präsentiert sich das FBO mit rund einhundert
Alten und Neuen Musik unter einem Dach. Das Auftritten pro Jahr in unterschiedlichen Besetzun-
FBO arbeitet mit bedeutenden Künstlern wie René gen vom Kammer- bis zum Opernorchester: ein
Jacobs, Andreas Staier, Jean-Guihen Queyras, Isa- selbstverwaltetes Ensemble mit eigenen Konzert-
belle Faust, Kristian Bezuidenhout, Christian Ger- reihen im Freiburger Konzerthaus, in der Stuttgar-
haher und Pablo Heras-Casado zusammen. Der ter Liederhalle und der Berliner Philharmonie und
künstlerische Erfolg dieser musikalischen Partner- mit Tourneen in der ganzen Welt.
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CCarus Hans-Christoph Rademann wurde in Dresden
geboren und wuchs in Schwarzenberg (Erzge-
birge) auf. Er studierte an der Musikhochschule
Dresden Chor- und Orchesterdirigieren. Bereits
während seines Studiums gründete er den Dresd-
ner Kammerchor, den er noch heute leitet. Bis
1999 war er Dirigent der Singakademie Dres-
den. Von 1999 bis 2004 war er Chefdirigent des
NDR Chors. Gastspiele führten ihn an die Pulte
anderer führender Chöre und Orchester (Col-
legium Vocale Gent, BR Chor, Rundfunkchor
Berlin, MDR Chor, Freiburger Barockorches-
ter, Akademie für Alte Musik Berlin, Sächsische
Staatskapelle Dresden, u. a.). Ein Schwerpunkt
seiner Arbeit ist die Alte Musik, insbesondere die
Erschließung bislang unbekannter Schätze der
Dresdner und der sächsischen Musikgeschichte.
Im Bereich der Neuen Musik liegt sein Interesse
v. a. im Ausloten neuer Perspektiven zur Weiter-
entwicklung vokalen Komponierens. Zahlreiche
(Erst-)Einspielungen mit Werken u. a. von Ernst
Krenek und Wolfgang Rihm dokumentieren
darüber hinaus seine Auseinandersetzung mit
der jüngeren Musikgeschichte. Hans-Christoph
Rademann ist seit 2007 Chefdirigent des RIAS
Kammerchors, seit 2010 Intendant des Musikfest
Erzgebirge und seit Juni 2013 Akademieleiter der
Internationalen Bachakademie Stuttgart; darüber
hinaus hat er eine Professur für Chorleitung an
der Hochschule für Musik Carl Maria von We-
ber in Dresden. Für seine Verdienste erhielt er
zahlreiche Auszeichnungen, u. a. die Sächsische
Verfassungsmedaille (2008), die Johann Walter
Plakette des Sächsischen Musikrats e. V. sowie letzt 2014) ausgezeichnet und erhielten außer-
den Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden dem u. a. den Classics Today 10/10 oder den Best
(2014). Seine Aufnahmen wurden mehrfach mit Baroque Vocal Award 2014 für seine Einspielung
dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik (zu- von Carl Philipp Emanuel Bachs Magnificat.
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CCarus Equally at home on the concert and opera stages,
Carolyn Sampson has enjoyed notable successes
all over the world. In addition to engagements
the Grand Théâtre de Genève, the Glyndebourne
Festival, the Nederlandse Opera Amsterdam, the
Staatsoper Berlin, the San Diego Opera, the Mu-
with, among others, the English National Op- nich Opera Festival, the Flanders Festival as well
era, the Glyndebourne Festival, the Boston Early as the Hamburg State Opera. She gave her debut
Music Festival, the Opéra de Paris, the Opéra at the Metropolitan Opera New York in October
de Lille, the Opéra de Montpellier as well as the 2007 singing Cherubino in Le nozze di Figaro,
Opéra National du Rhin, she has sung concerts, where she later also sang in Mozart’s La clemenza
among others at the BBC Proms. In Europe her di Tito. She was an ensemble member of the
many appearances have included concerts with Saxon State Opera Dresden for the seasons from
the Royal Concertgebouw Orchestra, The English 2003/04 to 2005/06, and has remained closely
Concert, Freiburg Baroque Orchestra, Symphony connected with the opera house as a guest artist.
Orchestra of the Bayerischer Rundfunk, WDR As a concert and lied singer, Anke Vondung has
Symphony Orchestra, Vienna Philharmonic, Or- performed with renowned orchestras under con-
chestra dell’Accademia Nazionale di Santa Ceci- ductors such as James Conlon, Helmuth Rilling,
lia, and the Leipzig Gewandhaus Orchestra. In Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe, Edo
the US Carolyn Sampson has featured as soloist de Waart, Kent Nagano, Peter Schreier, Dietrich
with San Francisco Symphony, Detroit Symphony Fischer-Dieskau, James Levine, Marek Janowski,
Orchestra, St Paul Chamber Orchestra and Phila- Alexander Shelley, Enoch zu Guttenberg, Hans-
delphia Orchestra. Her many recordings include Christoph Rademann and Jeffrey Tate.
a highly-acclaimed CD of Stravinsky’s Les Noces
and Mass. Her recording of Purcell songs was se- The Austrian tenor Daniel Johannsen is one of
lected as Editor’s Choice in the December 2007 the most sought-after Evangelists and Bach inter-
issue of Gramophone Magazine, as was her first preters of his generation. After studying church
recital CD, Fleurs, in May 2015. music, he studied singing with Margit Klaus-
hofer and Robert Holl in Vienna; he participated
Anke Vondung was born in Speyer and studied in master classes with Dietrich Fischer-Dieskau,
with Professor Rudolf Piernay at the Mannheim Nicolai Gedda as well as Christa Ludwig, and he
University of Music and Performing Arts. She has been awarded prizes in the Bach, Schumann,
was an ensemble member at the Tiroler Landes- Mozart, Hilde Zadek und Wigmore Hall competi-
theater in Innsbruck from the 1999/2000 season tions. Since his debut in 1998, he has performed
until the end of the 2001/02 season where she as a concert, lied and opera singer – with works
sang the central roles of her voice type. This was from all periods – in the large music centers of Eu-
followed by guest appearances, among others, rope, North America, Japan and the Middle East.
at the Théâtre du Châtelet Paris, the Bayerische Daniel Johannsen has performed at numerous
Staatsoper Munich, the Salzburg Festival and the festivals (Styriarte Graz, Salzburger Festspiele, Is-
Mozart Week Salzburg, the Opéra Bastille Paris, rael Festival, La Folle Journée, Bachfest Leipzig);
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CCarus he has performed under the direction of notable
conductors such as Sir Neville Marriner, Trevor
Pinnock, Bertrand de Billy and Enoch zu Gutten-
Since August 2013, the Gächinger Kantorei
Stuttgart has been under the artistic direction of
Hans-Christoph Rademann, the director of the
berg. Lied recitals form the main focus of his ac- Internationale Bachakademie Stuttgart. Under
tivity, and he has collaborated with pianists such the patronage of the Bachakademie, the choir
as Graham Johnson, Charles Spencer und Helmut plays a decisive role in a wide range of concerts,
Deutsch. Numerous CDs, some of which have guest performances and recordings for both ra-
been awarded prizes, as well radio and television dio and CD. The center of the choir’s activities
recordings attest to his artistic activities. consists, in addition to its manifold activities in
the MUSIKFESTUTTGART, of a large concert se-
Tobias Berndt began his musical education in the ries with oratorio programs ranging from Schütz
Dresden Kreuzchor. He studied with Christian to commissioned contemporary works. The
Polster in Leipzig and continued his training with interpretation of vocal works by Johann Sebas-
Rudolf Piernay in Mannheim. He also studied with tian Bach has always been a special focus of the
Dietrich Fischer-Dieskau and Thomas Quasthoff. choir. The Gächinger Kantorei Stuttgart, which is
He was a laureate in numerous renowned sing- named after a small village in the Swabian Alb
ing competitions, winning – among others – the and was founded by Helmuth Rilling in 1954, has
International Das Lied Competition in Berlin, the ranked as one of the outstanding concert choirs
International Brahms Competition and the Can- of the world for decades. In addition to regular
tilena Singing Competition. Tobias Berndt has also performances with its partner ensemble, the
established himself abroad as an opera and concert Bach-Collegium Stuttgart, the choir frequently
singer. He has collaborated with conductors such works together with orchestras such as the Vi-
as Philippe Herreweghe, Helmuth Rilling, Frieder enna Philharmonic, the New York Philharmonic
Bernius, Teodor Currentzis, Marcus Creed, Hans- and the Israel Philharmonic. It also has a particu-
Christoph Rademann, Andrea Marcon, Marek larly close relationship with the Stuttgart Radio
Janowski and Sir Roger Norrington and has per- Symphony Orchestra of the SWR. The choir is
formed at the Berliner Philharmonie, the Tonhalle regularly conducted by guest conductors such as
in Zurich, the Concertgebouw Amsterdam, the Masaaki Suzuki, Krzysztof Penderecki, Alexander
Leipzig Gewandhaus, the Tchaikovsky Concert Hall Liebreich and Sir Roger Norrington. Guest perfor-
in Moscow, the Teatro Colon in Buenos Aires and at mances have led the ensemble to, among others,
Lincoln Center in New York. He has also performed China and Latin America, as well as to the large
at important festivals such as the Prague Spring, festivals Salzburg, Lucerne, Prague, New York,
the Rheingau Musik Festival, the Händel Festivals Paris, London, Vienna and Seoul. The choir has
in Göttingen und Halle, the Bachfest Leipzig, the recorded hundreds of CDs which include Bach’s
Oregon Bach Festival and the International Music complete vocal works, diverse 18th century orato-
Festival in Peking. An extensive discography attests rios as well as several world premieres including
to his versatile artistic activities. works by Penderecki, Pärt and Rihm.
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CCarus The Freiburger Barockorchester (Freiburg Ba-
roque Orchestra, FBO) can look back on a suc-
cess story lasting over 25 years: From student
Hans-Christoph Rademann was born in Dresden
and grew up in Schwarzenberg (Erzgebirge). He
studied choral and orchestral conducting in Dres-
beginnings, within a few years an internation- den. Whilst still a student he founded the Dresdner
ally-recognized orchestra developed which now Kammerchor which he continues to conduct. He
performs regularly at leading concert halls and was Musical Director of the Singakademie Dres-
opera houses. Since May 2012 the “Freiburger”, den until 1999. From 1999 to 2004 he was Chief
together with their colleagues from ensemble re- Conductor of the Norddeutscher Rundfunk Cho-
cherche, have been able to enjoy an internation- rus. He has guest conducted other leading choirs
ally unique home: the Ensemblehaus Freiburg, and orchestras including Collegium Vocale Gent,
a music workshop and think tank for two top BR Choir, Rundfunkchor Berlin, MDR Choir, the
ensembles in the early and contemporary mu- Freiburg Baroque Orchestra, Akademie für Alte
sic scene under one roof. The FBO continuously Musik Berlin and the Staatskapelle Dresden. One
collaborates with important artists such as René of his specialisms is early music, in particular ex-
Jacobs, Andreas Staier, Jean-Guihen Queyras, ploring the long-forgotten riches of Dresden and
Isabelle Faust, Kristian Bezuidenhout, Christian Saxony’s musical heritage. In the area of new mu-
Gerhaher, and Pablo Heras-Casado. The artistic sic his interest lies in constantly exploring new per-
success of these musical partnerships is manifest- spectives to further develop composing for voices.
ed in numerous CD productions and the receipt Numerous (first) recordings with works by com-
of prominent awards, such as the ECHO Classical posers such as Ernst Krenek and Wolfgang Rihm
German Music Prize 2011, 2012, 2013, and 2014, reflect Rademann’s close involvement with con-
the Edison Classical Music Award 2012 and 2013, temporary music. Rademann has been Chief Con-
the Gramophone Award 2011 and 2012, as well ductor of the RIAS Kammerchor since 2007, Arti-
as the Jahrespreis der Deutschen Schallplatten- stic Director of the Erzgebirge Music Festival since
kritik 2009. Under the artistic directorship of its 2010 and Academy Director of the Internationale
two concert-masters Gottfried von der Goltz and Bachakademie Stuttgart since June 2013. He is also
Petra Müllejans, and under the baton of selected Professor of Choral Conducting at the Hochschu-
conductors, the FBO presents itself with about le für Musik “Carl Maria von Weber” in Dresden.
one hundred performances per year in a variety He received numerous awards for his work inclu-
of formations from chamber to opera orches- ding the Saxon Constitutional Medal (2008), the
tra: a self-administrated ensemble with its own Johann Walter Medal of the Saxon Music Council
subscription concerts at Freiburg’s Concert Hall, and the Art Prize of the City of Dresden (2014).
Stuttgart’s Liederhalle, and Berlin’s Philharmonie His recordings have won the German Record Cri-
and with tours all over the world. tics’ Award several times (most recently in 2014) as
well as the Classics Today Prize 10/10 and the Best
Baroque Vocal Award (2014) for performing Carl
Philipp Emanuel Bach’s Magnificat.
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CCarus

Gächinger Kantorei Stuttgart Freiburger Barockorchester

Sopran I Miriam Burkhardt, Lucy De Butts, Flöte Karl Kaiser, Susanne Kaiser
Isabel Jantschek, Ranveig Laegreid, Oboe Katharina Arfken, Philipp Wagner,
Ellen Mayer, Christiane Opfermann Judith Schneider
Sopran II Beate Heitzmann, Stephanie Lönne, Fagott Benny Aghassi, Josep Casadella
Anja Scherg, Birgit Schneider, Horn Bart Aerbeydt
Anna Ullrich, Leoni Zehle Trompete Jaroslav Roucek, Hannes Rux,
Alt I Anne Hartmann, Judith Mayer, Almut Rux
Franziska Neumann Pauke Charlie Fischer
Alt II Magdalena Fischer, Constanze Hirsch, Violine I Shunske Sato (Konzertmeister),
Anna Krawzcuk, Brynne McLeod Beatrix Hülsemann, Brigitte Täubl,
Tenor I Christian Aretz, Florian Feth, Eva Borhi, Marie Desgoutte
Tobias Mäthger Violine II Gerd-Uwe Klein, Martina Graulich,
Tenor II Wolfgang Frisch, Daniel Karrasch, Peter Barzci, Lotta Suvanto
Julian Metzger Viola Werner Saller, Lothar Haass,
Bass I Tobias Germeshausen, Lucile Chionchini
Menno Koller, Julian Millán, Violoncello Guido Larisch, Ute Petersilge
Florian Schmitt-Bohn Kontrabass Dane Roberts, David Sinclair
Bass II Simón Millán, Martin Schicketanz, Orgel Torsten Johann
Stefan Weiler
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CCarus
CD 1 – I. MISSA

KYRIE
1 Coro
Kyrie eleison. Herr, erbarme dich unser. Lord, have mercy on us.
2 Soprano & Alto
Christe eleison. Christus, erbarme dich unser. Christ, have mercy on us.
3 Coro
Kyrie eleison. Herr, erbarme dich unser. Lord, have mercy on us.

GLORIA
4 Coro
Gloria in excelsis Deo. Ehre sei Gott in der Höhe. Glory be to God on high.
5 Coro
Et in terra pax hominibus Und Friede auf Erden den And on earth peace to men
bonae voluntatis. Menschen, die guten Willens sind. of good will.
6 Soprano
Laudamus te, benedicimus te, Wir loben dich, wir preisen dich, We praise thee; we bless thee;
adoramus te, glorificamus te. wir beten dich an, wir rühmen dich. we adore thee; we glorify thee.
7 Coro
Gratias agimus tibi Wir danken dir, We give thee thanks
propter magnam gloriam tuam. denn groß ist deine Herrlichkeit. for thy great glory.
8 Soprano & Tenore
Domine Deus, Rex caelestis, Herr und Gott, König des Himmels, Lord God, heavenly King,
Deus Pater omnipotens. Gott, allmächtiger Vater. God the almighty Father.
Domine Fili unigenite, Herr Jesus Christus, O Lord, the only-begotten Son,
Jesu Christe. eingeborener Sohn, Jesus Christ,
Domine Deus, Agnus Dei, Herr und Gott, Lamm Gottes, O Lord God, Lamb of God,
Filius Patris. Sohn des Vaters. Son of the Father.
9 Coro
Qui tollis peccata mundi, Du nimmst hinweg die Sünden Thou who takest away the sins
miserere nobis. der Welt, erbarme dich unser; of the world, have mercy
Suscipe deprecationem nostram. Nimm an unser Gebet. upon us. Receive our prayer.
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20 CD 1
CCarus
10 Alto
Qui sedes Du sitzest Thou that sittest at the
ad dexteram Patris, zur Rechten des Vaters: right hand of God the Father,
miserere nobis. erbarme dich unser. have mercy upon us.
11 Basso
Quoniam tu solus Sanctus, Denn du allein bist der Heilige, For thou alone art the Holy One,
tu solus Dominus, du allein der Herr, thou alone art the Lord,
tu solus Altissimus, du allein der Höchste, thou alone art the Most High,
Jesu Christe. Jesus Christus. Jesus Christ.
12 Coro
Cum Sancto Spiritu, Mit dem Heiligen Geist, zur With the Holy Ghost in the
in gloria Dei Patris. Amen. Ehre Gottes, des Vaters. Amen. glory of God the Father. Amen.

CD 2 – II. SYMBOLUM NICENUM

CREDO
1 Coro
Credo in unum Deum, Ich glaube an den einen Gott, I believe in one God,
2 Coro
Patrem omnipotentem, den allmächtigen Vater, the Father almighty,
factorem coeli et terrae, der alles geschaffen hat, Maker of heaven and earth
visibilium omnium, Himmel und Erde, die sichtbare and of all things visible
et invisibilium. und die unsichtbare Welt. and invisible.
3 Soprano & Alto
Et in unum Dominum Und an den einen Herrn And in one Lord
Jesum Christum, Jesus Christus, Jesus Christ,
Filium Dei unigenitum. Gottes eingeborenen Sohn, the only-begotten Son of God,
Et ex Patre natum aus dem Vater geboren begotten of his Father
ante omnia saecula. vor aller Zeit: before all ages.
Deum de Deo, lumen de lumine, Gott von Gott, Licht vom Licht, God of God, light of light,
Deum verum de Deo vero. wahrer Gott vom wahren Gott, true God of true God,
Genitum, non factum, gezeugt, nicht geschaffen, begotten, not made, being of
consubstantialem Patri: eines Wesens mit dem Vater; one substance with the Father,
per quem omnia facta sunt. durch ihn ist alles geschaffen. by whom all things were made.
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CD 1 / CD 2 21
CCarus
Qui propter nos homines, Für uns Menschen Who for us men
et propter nostram salutem und zu unserem Heil and for our salvation
descendit de coelis. ist er vom Himmel gekommen. came down from heaven.
4 Coro
Et incarnatus est Er hat Fleisch angenommen And was incarnate
de Spiritu Sancto durch den Heiligen Geist by the Holy Ghost
ex Maria Virgine: von der Jungfrau Maria of the Virgin Mary
et homo factus est. und ist Mensch geworden. and was made man.
5 Coro
Crucifixus etiam pro nobis: Er wurde für uns gekreuzigt, And was crucified also for us;
sub Pontio Pilato hat unter Pontius Pilatus gelitten suffered under Pontius Pilate
passus et sepultus est. und ist begraben worden. and was buried.
6 Coro
Et resurrexit tertia die, Er ist am dritten Tag And the third day he rose again
secundum Scripturas. auferstanden nach der Schrift, according to the scriptures.
Et ascendit in caelum: aufgefahren in den Himmel. Ascended into heaven.
sedet ad dexteram Patris. Er sitzt zur Rechten des Vaters. He sitteth on the right hand of
Et iterum venturus est Er wird wiederkommen the Father. And he shall come
cum gloria, in Herrlichkeit, zu richten die again with glory, to judge both
judicare vivos et mortuos: Lebenden und die Toten: seiner the quick and the dead; whose
cujus regni non erit finis. Herrschaft wird kein Ende sein. kingdom shall have no end.
7 Basso
Et in Spiritum Sanctum, Ich glaube an den Heiligen Geist, And I believe in the Holy Ghost,
Dominum, et vivificantem: der Herr ist und lebendig macht: the Lord and Giver of Life,
Qui ex Patre der aus dem Vater who proceedeth from
Filioque procedit. und dem Sohn hervorgeht. the Father and the Son,
Qui cum Patre et Filio Er wird mit dem Vater und dem who with the Father and the
simul adoratur, Sohn angebetet Son together is worshipped
et conglorificatur: und verherrlicht, der gesprochen and glorified,
Qui locutus est per Prophetas. hat durch die Propheten. who spoke by the Prophets.
Et unam sanctam catholicam Und an die eine, heilige, katho- And I believe in one holy
et apostolicam Ecclesiam. lische und apostolische Kirche. catholic and apostolic Church,
8 Coro
Confiteor unum baptisma Ich bekenne die eine Taufe I acknowledge one Baptism
in remissionem peccatorum. zur Vergebung der Sünden. for the remission of sins,
DIGITAL BOOKLET
22 CD 2
CCarus
9 Coro
Et expecto Ich erwarte die Auferstehung and I look for the resurrection
resurrectionem mortuorum. der Toten und das Leben der of the dead and the life of the
Et vitam venturi saeculi. Amen. kommenden Welt. Amen. world to come. Amen.

III. SANCTUS
10 Coro
Sanctus, Sanctus, Sanctus, Heilig, heilig, heilig, Gott, Holy, Holy, Holy,
Dominus Deus Sabaoth. Herr aller Mächte und Gewalten. Lord God of hosts.
11 Coro
Pleni sunt coeli et terra Erfüllt sind Himmel und Erde Heaven and earth are full
gloria tua. von deiner Herrlichkeit. of thy glory.

IV. OSANNA, BENEDICTUS, AGNUS DEI & DONA NOBIS PACEM


12 Coro
Osanna in excelsis. Hosanna in der Höhe. Hosanna in the highest.
13 Tenore
Benedictus qui venit Gebenedeit sei, der da kommt Blessed be he that cometh
in nomine Domini. im Namen des Herrn. in the name of the Lord.
14 Coro
Osanna in excelsis. Hosanna in der Höhe. Hosanna in the highest.
15 Alto
Agnus Dei, Lamm Gottes, Lamb of God,
qui tollis peccata mundi: du nimmst hinweg die Sünden who takest away the sins of the
miserere nobis. der Welt, erbarme dich unser. world, have mercy on us.
16 Coro
Dona nobis pacem. Gib uns Frieden. Grant us peace.

BONUSTRACKS
17 Soprano & Tenore: Domine Deus (s. CD 1, 8 ) – Fassung der autographen Partitur
18 Basso: Quoniam tu solus Sanctus (s. CD 1, 11 ) – Fassung der autographen Partitur
19 Coro: Sanctus (s. CD 2, 10 ) – Fassung 1724
20 Coro: Pleni sunt coeli (s. CD 2, 11 ) – Fassung 1724
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CD 2 23
CCarus
Johann Sebastian Bach
MESSE IN H-MOLL
MASS IN B MINOR · BWV 232
EDITION DELUXE
2 CDs & Bonus DVD
Carus 83.315
Carolyn Sampson · Anke Vondung · Daniel Johannsen · Tobias Berndt
Gächinger Kantorei Stuttgart · Freiburger Barockorchester
Hans-Christoph Rademann

Die Edition Deluxe beinhaltet neben der CD-Einspielung und einem umfangreichen Booklet
eine Bonus-DVD mit zusätzlichen Materialien.
The Edition Deluxe contains, in addition to the CD recording and a comprehensive booklet,
a bonus DVD with additional material.

FILM: BACHS GEHEIMNISVOLLES ERBE · BACH’S SECRET LEGACY


Hans-Christoph Rademann auf der Suche nach der wahren h-Moll-Messe
Hans-Christoph Rademann in search of the true B-minor Mass
KONZERTMITSCHNITT · LIVE CONCERT RECORDING
„Kyrie eleison I“, live in the Beethovensaal, Liederhalle Stuttgart (31 January 2015)
BACHS HANDSCHRIFT · BACH’S MANUSCRIPT
Die „Dresdner Stimmen“ · The “Dresden Parts”

Thank you for purchasing this Carus recording – we hope you enjoy it.

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