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Moviemento & City-Kino

Februar 2015
Nr. 313 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

EIN FILM VON

isabelle

huppert

MARC FITOUSSI

JEAN-PIERRE

DARROUSSIN

MICHAEL

NYQVIST

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im Februar
20.000 Days on Earth............................ 8
American Sniper..................................... 7
Die süSSe Gier4����������������������������������������� 4
Foxcatcher.............................................. 3
Gruber geht............................................ 6
Heute bin ich Samba.............................. 6
Inherent Vice.......................................... 7
National Gallery................................... 5
Private Revolutions............................. 8
Sehnsucht nach Paris......................... 3
Selma......................................................... 5
Von Menschen und Pferden.............. 8
Wer rettet wen?.................................... 9
Whiplash................................................... 4
Winterschlaf......................................... 5

The Oscars∏

12 Stunden im Zeichen der Academy Awards
So 22. Februar, Moviemento
Am Oscar∏-Sonntag zeigen wir 14 der nominierten Filme, die wir im Programm haben bzw.
hatten. Kombitickets sind an der Kinokassa erhältlich: drei Filme um 16,50 €
Nominierungen

11.15, 18.30

GRAND BUDAPEST HOTEL

9

Bester Film

11.15

WHIPLASH

5

Bester Film

11.30

THE IMITATION GAME

8

Bester Film

13.10

BIRDMAN

9

Bester Film

13.10

FOXCATCHER

5

13.45

MR. TURNER – Meister des Lichts

4

15.30

BOYHOOD

6

Bester Film

Premiere: Red Army // Black Wings........... 9
Südwind....................................................... 9
Ak:kultur.................................................... 10
Babykino.................................................... 10
Filmring der Jugend................................... 10

15.45

die Entdeckung der
unendlichkeit Bester Film

5

16.45

Timbuktu

1

Bester fremdsprachiger Film

18.00

Citizenfour

1

Bester Dokumentarfilm

18.45

Das Salz der Erde

1

Bester Dokumentarfilm

20.15

SELMA

2

Bester Film

Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
BLZ: 54000, Kontonummer: 761858, lautend auf
»Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 313: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

2

20.30

DER GROSSE TRIP – WILD

2

20.45

Wild Tales

1

Bester fremdsprachiger Film

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

So 1. Februar
11.15 Österreich – Oben und Unten
11.30 Birdman
13.00 Die Entdeckung der Unendlichkeit
13.15 Winterkartoffelknödel
So 8. Februar
11.15 Gruber geht
11.15 Österreich – Oben und Unten
11.30 Birdman
13.00 Foxcatcher
13.00 Die süSSe Gier

So 15. Februar
11.15 Gruber geht
11.15 Sehnsucht nach Paris
11.30 Inherent Vice
13.00 Foxcatcher
13.00 Die süSSe Gier
So 22. Februar
11.15 Grand Budapest Hotel
11.15 Whiplash
11.30 The Imitation Game
13.10 Foxcatcher
13.10 Birdman

Sehnsucht nach Paris

Sehnsucht
nach Paris
Paris Follies
FR 2013, 98 min, Französisch OmU,
R/B: Marc Fitoussi,
K: Agnès Godard, S: Laure Gardette,
D: Isabelle Huppert, Jean-Pierre Darroussin,
Michael Nyqvist, Pio Marmaï, Jean-Charles
Clichet, Marina Foïs
Ab Freitag, 13. Februar
Komödie um eine Frau vom Land, die ihrem
Mann und der gemeinsamen Farm den Rücken kehrt und in Paris ein neues Leben und
neue Liebe sucht.
Brigitte und Xavier leben als Rinderzüchter
in der Normandie, teilen sich Alltag und Arbeit. Seitdem die Kinder aus dem Haus sind,
geht alles seinen geregelten Gang, das Geschäft läuft, ihr Zuchtbulle Ben Hur gewinnt
Preise, das lang verheiratete Paar hat sich
eingerichtet zwischen Tradition und Moderne, die Liebe brennt auf Sparflamme. Als die
attraktive Mittfünfzigerin den jungen Pariser
Stan bei einer Party im Nachbarhaus kennen lernt, genießt sie seine Komplimente
und den flirrenden Flirt unterm Sternenhimmel. Plötzlich spürt sie den dringlichen
Wunsch, aus der gewohnten Routine auszubrechen. Unter dem Vorwand, einen Dermatologen zu besuchen, fährt sie für zwei
Tage und Nächte in die Metropole. Nach
einem enttäuschenden Wiedersehen mit
Stan trifft sie den charmanten dänischen
Geschäftsmann Jesper und erlebt mit ihm
die Lichterstadt an der Seine von einer prickelnden und aufregenden Seite. Was sie
nicht weiß: Ihr Mann hat erfahren, dass der
Arzt schon lange nicht mehr praktiziert, und
ist ihr heimlich gefolgt…
Isabelle Huppert, einstige Muse von Claude
Chabrol (BIESTER, SÜSSES GIFT) beweist
sich in SEHNSUCHT NACH PARIS nicht als
glamouröse Femme fatale oder bourgeoise Madame, sondern als deftige Landfrau
mit Gummistiefeln. Und auch da macht die
ewig junge Ikone des französischen Kinos
eine wunderbare Figur. An ihrer Seite als
bodenständiger Rinderzüchter einer der
populärsten und beliebtesten männlichen
Stars Frankreich, Jean-Pierre Darroussin
(LE HAVRE). Als abenteuerlustige Träumerin
und solider Pragmatiker erlebt das Paar den
Beziehungs-Blues, geht mit großer Spielfreude und Intensität auf eine emotionale und
bewegende Reise, an deren Ende Hoffnung

Selma

Foxcatcher

auf Neubeginn steht. Ein charmant-verführerischer Michael Nyqvist komplettiert das
perfekte Duo. Marc Fitoussi (inszenierte Isabelle Huppert schon als Freigeist Babou in
COPACABANA) erzählt in dieser zauberhaften französischen Version der »comedy of
remarriage« mit Tiefgang, Esprit und Humor
von den Fallstricken der Gefühle, dem Spiel
mit dem Feuer, der Sehnsucht nach Freiheit.
Eine sanfte Ode an die Kraft der Liebe und
die Zärtlichkeit des Seins.

Foxcatcher

AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEUR MARC FITOUSSI
Nach COPACABANA und seiner unkonventionellen Heldin Babou haben Sie erneut Isabelle Huppert besetzt, diesmal als
Rinderzüchterin, eine Rolle, die man nicht
unbedingt von ihr erwartet. Was gab den
Ausschlag?
Schon bei COPACABANA wunderten sich
einige, wie Isabelle so eine leicht-luftige,
unzuverlässige und ungenierte Person verkörpern konnte. Klar, erst einmal bringt man
Isabelle Huppert in Verbindung mit einer gewissen Pariser Attitüde, vielleicht auch mit
einem intellektuelleren Kino. Man assoziiert
sie oft mit ziemlich kalten Charakteren, um
nicht zu sagen, monströsen. Aber als ich
sie jetzt erneut besetzte, hatte ich vollstes
Vertrauen, dass sie in die Haut dieser Landwirtin, eine Art Frau Jedermann, schlüpfen
kann, die in diametralem Gegensatz zu dem
steht, was man von ihr gewohnt ist. Zu Beginn glaubt man, sie sei wie Babou ein bisschen verrückt. Aber ziemlich schnell merkt
man durch den Umgang mit dem Ekzem
eine größere Ernsthaftigkeit. Sie ist eine im
wirklichen Leben verankerte Frau, die für
ihren Mann und den Mitarbeiter kocht, die
nähen kann und auch beim Kalben zupackt.
Mir war diese Situation sehr wichtig, aber
auch Isabelle Huppert war ganz vernarrt
darin und von der Szene mit der Geburt des
Kälbchens total begeistert. Nach unserer
tollen Zusammenarbeit bei COPACABANA
hatten wir einfach Lust auf einen gemeinsamen zweiten Film, ich hoffe, diese Lust
macht sich auf der Leinwand bemerkbar.

Ab Donnerstag, 5. Februar
Bewegendes Drama über die bizarre Beziehung zwischen einem olympischen
Ringer-Brüderpaar und einem gestörten
Multimillionär.
Der Ringer und einstige Olympiasieger
Mark Schultz hat den Höhepunkt seiner
Karriere bereits überschritten, als er ein
Angebot bekommt, das er nicht ablehnen
kann: Der exzentrische Multimillionär John
du Pont lädt ihn ein, auf sein luxuriöses Anwesen zu ziehen und dort gemeinsam mit
dem US-Ringer-Team für die Olympischen
Spiele 1988 in Seoul zu trainieren. Marks
älterer Bruder und Mentor Dave, ebenfalls
Ringer und gemeinsam mit seinem Bruder
Doppel-Olympiasieger vier Jahre zuvor, soll
sich auch anschließen. Während Mark sich
schnell von den Verlockungen des reichen
Lebens einlullen lässt, zögert der reifere,
überlegtere Dave. Du Pont, waffenvernarrter
Neurotiker und Patriot mit Hang zum Größenwahn, verwickelt Mark währenddessen
in eine gefährliche Abhängigkeit – Lob und
Luxus werden gepaart mit Trainingsqualen
und Psychospielen. Als sich Dave eines Tages doch überreden lässt, Teil von »Team
Foxcatcher« zu werden und mit Frau und
Kindern auf das Anwesen zu ziehen, entfalten divergierende Ansichten, unterschwellige Aggressionen und du Ponts wachsende
Paranoia eine desaströse Dynamik.
Nach CAPOTE und MONEYBALL ist Bennett Millers Chronologie eines Mordes, der
sich nicht ankündigt, aber auch nicht abzuwenden ist, sein drittes Meisterwerk: ein
handwerklich perfekt umgesetzter Film mit
herausragenden Darstellerleistungen und
seltener psychologischer Tiefe. Denn noch
ungewöhnlicher und bizarrer als die Bluttat
selbst ist die Geschichte, die zu der Wahnsinnstat führt, eine Geschichte über Rivalität unter Geschwistern, familiäre Spannungen, maßlose Selbstüberschätzung gepaart
mit Minderwertigkeitskomplexen, Cäsarenwahn, fehlgeleiteten Patriotismus und eine
leise angedeutete homoerotische Kompo-

An der Seite von Huppert brilliert der
in Frankreich sehr populäre Jean-Pierre
Darroussin als Mann, der trotz seiner seelischen Verletzung und der emotionalen Zerreißprobe wieder aufsteht [...] Die subtile
Kamera, der »britische« Look und der von
englischer Elektromusik und Pop inspirierte
Grundton runden diese französische »comedy of remarriage« perfekt ab. – kino.de

US 2014, 134 min, Englisch OmU,
R: Bennett Miller, B: E. Max Frye,
Dan Futterman, K: Greig Fraser,
S: Jay Cassidy, Stuart Levy, Conor O'Neill,
D: Steve Carell, Channing Tatum, Mark
Ruffalo, Sienna Miller, Vanessa Redgrave,
Anthony Michael Hall, Guy Boyd
Cannes 2014: Beste Regie

3

Whiplash

nente. Alles steht im Raum und trägt zur
Dichte der Story und Tiefe der Figuren bei,
aber nichts wird plump ausformuliert.
REGIESTATEMENT
Die Umstände kamen mir aberkomisch und
absurd vor, aber das Endergebnis ist so
schrecklich und unmittelbar real. Die hochgradig merkwürdigen Dinge, die da unten
vorgefallen sind, sind so völlig anders als
alles andere, was mir jemals untergekommen ist oder was mir persönlich je passiert
wäre, und doch kam es mir sofort vertraut
und nachvollziehbar vor. Da steckte etwas in
dieser Geschichte, oder sollte ich besser sagen: unter der Oberfläche der Geschichte,
das überhaupt nicht merkwürdig und fremd
war. Genau das Gegenteil, würde ich sagen.

FOXCATCHER ist eine großartige Tragikomödie über das Betamännchen, über Verlierer und ewige Zweite. Dieser Film lässt Sie
nicht mehr los. – The Guardian
Steve Carell gibt eine Darstellung, die seine Karierre neu definieren wird. – Variety

Whiplash
US 2014, 105 min, Englisch OmU,
R/B: Damien Chazelle,
K: Sharone Meir, S: Tom Cross,
D: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser,
Melissa Benoist, Austin Stowell, Nate Lang
Sundance 2014: Großer Preis der Jury,
Publikumspreis

Die Süsse Gier

Chazelle in seiner zweiten Regiearbeit vom
Wettstreit eines Musiklehrers und eines
Schlagzeugtalents, die beide bereit sind,
für die Kunst bis zum Äußersten und darüber hinaus zu gehen. Wo CLUB DER TOTEN
DICHTER auf FULL METAL JACKET prallt,
entsteht ein Musikfilm mit der Power und
Energie eines Actionfilms, in dem die beiden
Hauptdarsteller Miles Teller und J.K. Simmons über sich selbst hinauswachsen. Eine
Sensation in Sundance und Cannes. Aufregender kann Kino nicht sein.

WHIPLASH ist ein brillant durchorchestriertes Psychoduell mit zwei sensationell
aufspielenden Hauptdarstellern. Regisseur Damien Chazelle trifft fast alle Töne
richtig und hat mit seinem Zweitling somit
einen mitreißenden Trip geschaffen, der
nicht nur für Musikliebhaber aufregend ist.
– outnow.ch
Nach ohrenverachtenden Abba-Musicals,
Westside-Story-Retorten und schludrig hingezimmerten Musiker-Biopics kommt mit
WHIPLASH ein intensiver Musik-Film daher,
der den Zuschauer physisch wie psychisch
kaum unberührt lässt. Regisseur Damien Chazelle fand für seinen Film zunächst
keine Geldgeber. Er dachte aber nicht ans
Aufgeben, sondern drehte vorerst nur einen Kurzfilm, den er beim Sundance Film
Festival 2013 einreichte. Prompt gewann er
mit seinem Werk den Preis für den besten
Kurzfilm, und kurz darauf rollte der Rubel
für WHIPLASH. – cineman.ch

Die süSSe Gier
Ab Freitag, 20. Februar
Elektrisierendes Drama über einen jungen
Jazzschlagzeuger, der an einem New Yorker
Konservatorium auf einen ebenso genialen wie sadistischen Lehrer prallt.
Andrew will seinem Vorbild Buddy Rich nacheifern und der beste Jazzdrummer werden –
dafür ist er bereit, jeden Preis zu bezahlen. In
einer New Yorker Eliteschule wird bald schon
Fletcher auf den jungen Einzelgänger aufmerksam, seines Zeichens bekannt als bester Lehrer des Konservatoriums, aber auch
als unerbittlicher, grausamer Pauker. Auch
Andrew lernt dessen Launen schnell kennen,
erweist sich aber als sein bester Schüler,
bis er zu einem wichtigen Konzert auch aus
Selbstverschulden zu spät kommt.
Mit unglaublicher Intensität erzählt Damien
4

Il capitale umano
IT/FR 2013, 110 min, Italienisch OmU,
R: Paolo Virzì, B: Paolo Virzì,
Francesco Piccolo, nach der Buchvorlage
von Stephen Amidon, K: Jérôme Alméras,
Simon Beaufils, S: Cecilia Zanuso,
D: Valeria Bruni-Tedeschi, Fabrizio Gifuni,
Fabrizio Bentivoglio, Valeria Golino,
Luigi Lo Cascio, Giovanni Anzaldo

Ab Freitag, 6. Februar
Vor dem Hintergrund der Finanzkrise Italiens verknüpft Regisseur Paolo Virzì die
Schicksale zweier Familien zu einer unheilvollen Geschichte über Gier und Egoismus.
Der Immobilienmakler Dino Ossola giert

Heute bin ich Samba

nach sozialem Aufstieg und Geld, dabei
helfen soll ihm Finanzhai Giovanni Bernaschi, mit dessen Sohn seine selbstbewusste
Teenagertochter liiert ist. Nach Anerkennung sehnt sich derweilen Giovannis Gattin
Carla, die ein ambitioniertes Theaterprojekt
verfolgt und mit ihrem künstlerischen Direktor eine Affäre beginnt. Sämtliche Beteiligte glauben sich kurz vor der Erfüllung ihrer
Träume, als ein Unfall mit Fahrerflucht das
Leben aller grundlegend verändert.
Drei (Liebes-)Geschichten und ein Todesfall. Ausgehend vom Ende, dem tragischen
Unfall, im Rückblick aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, reflektiert Paolo
Virzì – basierend auf Stephen Amidons
Bestseller – über Geld, Liebe, Klassen und
Ambitionen in Zeiten des hemmungslosen
Turbo-Kapitalismus. Ein formal raffiniert
umgesetzter, erlesen besetzter Mix als Finanzthriller, Lovestory und Kriminalfilm mit
bestechenden Schauspielerleistungen. Zu
Recht der italienische Oscar-Kandidat für
den besten nicht-englischsprachigen Film.
Ein Post-Berlusconi-Film, ein Drama um
die Unbarmherzigkeit und Widersinnigkeit
unserer modernen Finanzwirtschaft, angesiedelt in der glitzernden Welt der Schönen
und Reichen. Von der »süßen Gier« nach
Geld und der Angst, es wieder zu verlieren,
erzählt Virzì, von der Wirtschaftskrise und
ihren Opfern. Gleichzeitig geht es jedoch
auch um die wirklich wichtigen Dingen des
Lebens, um die Suche nach dem Glück, um
Liebe, Hoffnung und ein erfülltes Dasein.
IL CAPITALE UMANO, »Humankapital«,
heißt dieser radikale Mix im italienischen
Original, der Terminus technicus aus der
Versicherungsbranche bezieht sich auf
den Wert eines Opfers im Falle eines Schadensersatzanspruchs. Exakt 218.976 Euro
ist letztendlich der Fahrradfahrer wert, der
gleich im Opener Opfer einer Fahrerflucht
wird. In der Nacht vor Heiligabend drängt
ihn ein SUV – ein »Fuck You«-Aufkleber ziert
das Heck des Wagens – in den Straßengraben, und er erliegt im Krankenhaus seinen
Verletzungen.

DIE SÜSSE GIER ist ergreifende Tragödie
und eine illusionslose Zeitkritik ohne große
Versöhnungsangebote. – taz.de
Ein elegantes, wenn auch leicht oberflächliches Puzzle von einem Film, der von
Regisseur Virzì geschickt aufgebaut und von
starken Leistungen der Darsteller getragen
wird. – The Guardian

Selma

Selma
GB 2014, 124 min, Englisch OmU,
R: Ava DuVernay, B: Paul Webb,
K: Bradford Young, S: Spencer Averick,
D: David Oyelowo, Giovanni Ribisi,
Tim Roth, Oprah Winfrey, Cuba Gooding Jr.,
Carmen Ejogo
Ab Freitag, 20. Februar
Historiendrama über Martin Luther King
und seinen Marsch nach Montgomery, der
die USA grundlegend verändern sollte.
Obwohl Afro-Amerikaner bereits 1870 gesetzlich das Wahlrecht erhielten, wurde
insbesondere in den Südstaaten dermaßen
massiv gegen sie diskriminiert, dass sie
dort de facto fast ein weiteres Jahrhundert
vom Wahlgang ausgeschlossen waren. Dies
änderte sich erst mit dem Voting Rights
Act von 1965, den US-Präsident Lyndon B.
Johnson nicht zuletzt aufgrund des unermüdlichen und couragierten Einsatzes von
Martin Luther King und seiner friedvollen
Bürgerrechtsbewegung unterzeichnete.
Mit dem Auftakt, bestehend aus Martin
Luther Kings Nobelpreis-Entgegennahme,
einer tödlichen Bombenexplosion in einer
Kirche und dem erniedrigenden Spießrutenlauf, den eine Afro-Amerikanerin (Produzentin Oprah Winfrey) durch einen Wahlbeamten erfährt, vermittelt Ava DuVernay elegant
und eindringlich das gesellschaftspolitische
Klima der damaligen Zeit. Um auf die Ungerechtigkeit bei der Wahlpraxis aufmerksam
zu machen, organisieren Martin Luther King
und seine Berater einen Protestmarsch von
Selma in die Staatshauptstaat Montgomery. Bei ihrem ersten Versuch kommen sie
nicht weiter als über die Stadtbrücke, bevor
sie von gewalttätigen Bundespolizisten brutal zusammengeknüppelt werden, was bildstark wie ein dunkler Todestraum illustriert
wird. Doch die Medien sind präsent und die
beschämenden Bilder gehen um die Welt.
Nach diversen Komplikationen marschieren Martin Luther King und Scharen von
schwarzen und weißen Anhängern schließlich in jeder Weise erfolgreich an ihr Ziel.
In seiner komprimierenden Herangehensweise gleicht dieses erstaunlicherweise
erste allein auf Martin Luther King abonnierte Leinwand-Biopic Steven Spielbergs
LINCOLN. Ähnlich diesem weist es wortgewaltige Reden und aufwühlende Emotionen
auf, die das Publikum an ein entrüstendes
dunkles Kapitel in der amerikanischen
Geschichte erinnert. Die politische Figur

Winterschlaf

Martin Luther King wird geschickt mit vertraulichen Vignetten balanciert, wie mit
Ausschnitten aus seiner Ehe oder einer
»Glaubensspritze« von Gospelphänomen
Mahalia Jackson. Darüber hinaus verfügt
auch SELMA über eine beachtliche Riege von Ensemble-Schauspielern, doch
die große darstellerische Offenbarung ist
Hauptdarsteller David Oyelowo (MIDDLE
OF NOWHERE). Er vermittelt sowohl das
elektrisierende Charisma als auch die nagenden Selbstzweifel der facettenreichen
Figur. So empfiehlt sich DuVernay mit einer
stilvoll atmosphärischen und bewegenden
Inszenierung.

Trauriges Faktum ist, dass rassistische
Ungerechtigkeit aktueller denn je ist. Berechtigte Wut ist in der Luft. Und der Eifer aufzustehen ist bei SELMA überall.
– Rolling Stone

Winterschlaf
Kış Uykusu
DE/FR/TR 2014, 196 min, Türkisch OmU,
R: Nuri Bilge Ceylan,
B: Ebru Ceylan, Nuri Bilge Ceylan,
K: Gökhan Tiryaki, S: Nuri Bilge Ceylan,
Bora Göksingöl, D: Haluk Bilginer,
Melisa Sözen, Demet Akbag, Ayberk Pekcan,
Serhat Mustafa Kiliç, Nejat Isler
Cannes 2014: Goldene Palme

Ab Freitag, 20. Februar
Ein sich selbst und seiner Frau entfremdeter Schriftsteller sucht seinen Weg vor
dem Hintergrund sozialer Spannungen,
von Nuri Bilge Ceylan visuell eindrucksvoll
in Szene gesetzt in der grandiosen Landschaft des bitterarmen Anatoliens.
Ex-Schauspieler Aydin führt ein trendiges
Hotel im bitterarmen Kappadokien. Stoisch
und selbstbezogen, hat er sich seiner Umgebung, vor allem seiner jungen Frau Nihal
und seiner geschiedenen Schwester Necla,
entfremdet. Vor den Konflikten im Dorf zieht
er sich in sein Studio zurück und versucht
sich als Schriftsteller. Er beginnt tatsächlich
ein Buch zu schreiben. Nihal dagegen sieht
ihre Umwelt, engagiert sich, bemüht sich,
die Lebensverhältnisse der Dorfbewohner zu
verbessern. Sie steht auf verlorenem Posten.
Über oft ausufernde, dennoch fesselnde
Dialoge, meist in Schuss-Gegenschuss ge-

National Gallery

filmt, charakterisiert Ceylan seine Protagonisten. Der treibende Moment des Films ist
der Konflikt zwischen Reich und Arm, dargestellt durch die mit der Miete im Rückstand
befindliche Familie in einem seiner Häuser.
Aggression liegt in der Luft, die sich im
Steinwurf eines Jungen entlädt, der folgenschwere Ereignisse in Gang setzt. Der Umgang mit den Lebensbedingungen offenbart
die Kluft zwischen den Eheleuten: Während
Aydin sich vor der Konfrontation mit der
verstörenden Realität in die Stille seines
Studios zurückzieht, initiiert Nihal konkrete
Schritte zur Verbesserung der Situation der
Dorfbewohner.
Nuri Bilge Ceylan (ONCE UPON A TIME IN
ANATOLIA) lässt sein Beziehungsdrama
wieder im winterlichen Anatolien spielen.
Überwältigende Bildkompositionen, lange,
ungeschnittene Einstellungen der kargen
Natur spiegeln die Seelenlandschaft der
Protagonisten. Bei aller Distanz ist WINTERSCHLAF ein sinnliches Werk, das dem
Zuschauer etwas Geduld abverlangt, die am
Ende belohnt wird. Nach zwei Krimi-Dramen
kehrt Ceylan hier zurück zur Thematik von
Einsamkeit und Entfremdung wie in JAHRESZEITEN – IKLIMIER, bringt aber auch
die Schere sozialer Ungleichheit ins Spiel.

Man könnte diesen Film mühelos in
zehn, zwanzig einzelne Szenen zerlegen.
Jeder dieser Splitter würde wie ein in sich
geschlossener Kurzfilm funktionieren, und
in jedem würde man die Meisterschaft des
Regisseurs Nuri Bilge Ceylan erkennen,
die seltsame Schönheit und diskursive
Kraft seines in türkischen Landschaften
und Stadtlandschaften verankerten Kinos.
– Die Zeit

National Gallery
FR/US 2014, 181 min, Englisch OmU,
R/S: Frederick Wiseman, K: John Davey

Ab Freitag, 27. Februar
Doku über das renommierte Londoner Museum, seine berühmten Werke, Besucher
und Macher.
Die National Gallery gehört zu den renommiertesten Museen der Welt und wird von
über fünf Millionen Menschen im Jahr besucht. Gemälde von Caravaggio, Da Vinci,
Tizian, Turner und Van Gogh sind zu bestau5

Gruber geht

nen. Führungen und Diskussionen finden
statt. Eine Tanzaufführung wird organisiert.
Restauratoren erklären ihre Arbeit.
Frederick Wiseman, zuletzt mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichneter Dokumentarfilmer, liefert nicht nur ein
spannendes, umfassendes Porträt der berühmten Londoner Kulturinstitution, ihrer
Mitarbeiter, ihrer Besucher und ihrer wertvollen Ausstellungsstücke, sondern schildert auch, wie ein Museum im Allgemeinen
funktioniert, wie Kunst vermittelt wird.
REGIESTATEMENT
Ich nähere mich der Malerei als aufgeklärter Liebhaber. Die National Gallery habe
ich gewählt, weil ihre Sammlung zu den
weltbesten gehört. Wie filmt man Gemälde?
Am wichtigsten war es mir, im Wechsel zwischen Totale und Nahsicht den Rahmen zu
überwinden und in das Gemälde zu treten.
Ich wollte vorführen, dass die Bilder leben
und eine Geschichte erzählen – und es gibt
nichts, keine einzige menschliche Erfahrung, die darin nicht vorkommt! Da ist alles,
von Grausamkeit bis Zärtlichkeit. Ich habe
insgesamt 170 Stunden gedreht und dann
im Schnitt wie auf einer Entdeckungsreise
eine Struktur und einen Rhythmus gefunden. Mein Film ist ein Mosaik.

Eine Sternstunde der Kunstvermittlung!
– TAZ
Eine der großartigsten Dokus die ich das
Jahr über gesehen habe! – NYT
Eines von Wisemans dichtesten und besten Werken – mit einem faszierenden Subtext über die elitäre Natur der Institution
und ihrer Sammlungsstücke! – Time Out

Gruber geht
AT 2014, 92 min, OdF, R: Marie Kreutzer,
B: Marie Kreutzer nach der Buchvorlage
von Doris Knecht,
K: Leena Koppe, S: Ulrike Kofler,
D: Manuel Rubey, Bernadette Heerwagen,
Doris Schretzmayer, Harald Windisch,
Patricia Hirschbichler, Thomas Stipsits

Ab Freitag, 30. Jänner
John Gruber ist Mitte 30 und lebt schnell,
teuer und egozentrisch, doch eine plötzli6

Foxcatcher

che Krebsdiagnose wirft ihn aus der Bahn.
Es ist nicht mehr so früh am Morgen, als
Gruber dem Postboten, der ihm einen Brief
überbringt, die Wohnungstür öffnet. Gruber
ist ein cooler, gut aussehender Gewinnertyp
mit Wiener Schmäh. Seine Familie hält er
auf Distanz, seine Freunde sind oberflächliche Bekanntschaften, und auf Beziehungen
zu Frauen lässt er sich schon gar nicht ein.
Den Schwächeanfall im Fitnessstudio ignoriert er genauso wie den ungeöffneten Brief
vom Krankenhaus. Auf einer Geschäftsreise
nach Zürich flirtet Gruber im Flugzeug mit
seiner Sitznachbarin, einer DJane aus Berlin. Bei einer weiteren zufälligen Begegnung
mit DJane Sarah entwickelt sich aus dem
Flirt ein Gespräch mit zahlreichen Referenzen auf Bob Dylan. Sarah und Gruber kommen sich näher und verbringen gemeinsame Stunden im Hotelzimmer. Sarah sieht in
Gruber mehr, als er von sich selbst preisgibt.
Beide überrascht über die Vertrautheit, bittet Gruber Sarah, den noch immer ungeöffneten Brief aus dem Krankenhaus vorzulesen. Konfrontiert mit seiner Krebsdiagnose,
verlässt die erschrockene Sarah das Hotel,
lädt Gruber aber noch zu ihrem Gig ein, den
Gruber aber nicht besucht. Stattdessen hinterlässt er ihr seine Nummer und versucht,
mit der Diagnose so ungerührt wie nur möglich umzugehen…
Marie Kreutzer (DIE VATERLOSEN) verfilmte den gleichnamigen Buch-Bestseller von
Doris Knecht mit Manuel Rubey und Bernadette Heerwagen in den Hauptrollen.
AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEURIN MARIE KREUTZER
In Die Vaterlosen gehen Sie zurück in
die Lebens- und Beziehungsmodelle der
Siebzigerjahre. Gruber geht spielt in der
unmittelbaren Gegenwart. Wie würden Sie
den Wandel in diesen dreißig, vierzig Jahren erfassen und beschreiben? Was hat
sich geändert?
Gruber ist eine extreme Figur, das hat mich
auch an ihm interessiert. Er steht für eine
Pseudo-Coolness, die vermittelt, dass man
Bindungen in keiner Form mehr braucht. Er
belächelt die Kleinfamilie und hätte auch
der Kommune gegenüber keine andere Haltung. Seine Schwester hat eine Kleinfamilie,
und er lässt sich immer wieder darüber aus.
Er will unabhängig, bindungsfrei und egozentrisch einfach gut für sich allein leben.
Ich glaube, da steht er sehr für unsere Zeit.
Ich denke, das rührt auch aus einer Desillusionierung von Ideologien und Beziehungskonzepten her.

Heute bin ich Samba

Heute bin ich Samba
Samba
FR 2014, 118 min, Französisch OmU,
R/B: Olivier Nakache, Eric Toledano,
K: Stéphane Fontaine,
S: Dorian Rigal-Ansous,
D: Omar Sy, Charlotte Gainsbourg,
Tahar Rahim, Izïa Higelin, Youngar Fall,
Issaka Sawadogo
Ab Freitag, 27. Februar
Eine weitere Ladung Sozialkritisches mit
Augenzwinkern von den Machern von
ZIEMLICH BESTE FREUNDE.
Zehn Jahre ist es her, dass Samba – nicht
ganz legal – aus dem Senegal nach Frankreich eingereist ist. Seitdem hält er sich
in Paris mit Aushilfsjobs über Wasser und
versucht dabei nicht aufzufallen. Zusammen mit seinem heißblütigen »brasilianischen« Freund Wilson, der aber eigentlich
aus Algerien stammt, schlüpft er in die unterschiedlichsten Verkleidungen und wechselt häufig den Job, wenn wieder mal was
schiefgeht. Dennoch hält Samba an seinem
großen Traum, eines Tages als Restaurantkoch zu arbeiten, optimistisch fest. Endlich
winkt ihm eine unbefristete Stelle und er
wird leichtsinnig, weil er glaubt, dass eine
Aufenthaltserlaubnis jetzt nur noch reine
Formsache ist. Doch dann verweigern ihm
die Behörden die ersehnten Papiere und er
landet postwendend in Abschiebehaft. Jetzt
steckt Samba richtig in der Klemme und
braucht dringend Hilfe. Die erhofft er sich von
der dünnhäutigen Karrierefrau Alice, die sich
nach einem Burn-out nun ehrenamtlich im
Sozialdienst engagiert. Samba ist ihr erster
»Fall«, und sie macht gleich alles falsch: Obwohl ihr die Kolleginnen eingeschärft haben,
immer die Distanz zu wahren, gibt sie Samba
schon am ersten Tag ihre Telefonnummer.
Drei Jahre nach ihrem Welterfolg ZIEMLICH
BESTE FREUNDE präsentieren Éric Toledano und Olivier Nakache mit ihrer fünften gemeinsamen Regiearbeit den ebenso
ernsthaften wie überraschend humorvollen
Film HEUTE BIN ICH SAMBA. Auch diesmal packt das Regie-Duo bedeutende Themen an und zeichnet mit unverkrampfter
Leichtigkeit ein vielschichtiges Porträt des
modernen Frankreichs. Doch HEUTE BIN
ICH SAMBA ist mehr als eine witzige, warmherzige Gesellschaftskomödie über Freundschaft in Zeiten sozialer Missstände, über
Identitätskrisen und den Mut, die Dinge zu
verändern. Sie erzählt auch eine hinreißen-

American Sniper

de Liebesgeschichte von zwei Menschen,
die sich oft selbst im Weg stehen. Gespielt
wird dieses ungleiche Paar vom französischen Shootingstar Omar Sy (ZIEMLICH
BESTE FREUNDE), der wieder als hinreißend charmanter Spaßvogel brilliert, aber
ebenso überzeugend die kontrastreichen
emotionalen Facetten des Titelhelden auslotet, und von der unvergleichlich sensiblen
Charlotte Gainsbourg (NYMPHOMANIAC,
ANLEITUNG ZUM TRÄUMEN), die hier auch
mal ihre komische Seite zeigen kann. In einer weiteren Rolle tritt zudem der charismatische Newcomer Tahar Rahim (LE PASSÉ)
in Erscheinung. Im September 2014 erlebte
HEUTE BIN ICH SAMBA beim Toronto International Film Festival (TIFF) seine Weltpremiere und wurde von Publikum und Kritikern
gleichermaßen gefeiert.

Eric Toledano und Olivier Nakache zeigen
ein sehr authentisches Bild vom Alltagsleben der Asylanten in Europa. Sie spielen
Probleme nicht herunter und schaffen mit
SAMBA trotzdem einen Film, der Spaß
macht. – filmosophie

Inherent Vice

Trotz der Gefahr und der gravierenden Auswirkungen auf seine Lieben daheim bewährt
sich Chris in vier grauenhaften Einsätzen
im Irak, wobei er persönlich für das SEALMotto einsteht, dass »kein Mann zurückgelassen wird«. Doch als er endlich zu seiner
Frau Taya Renae Kyle und zu seinen Kindern
zurückkehrt, merkt Chris, dass es der Krieg
ist, den er nicht hinter sich lassen kann.
Der Film basiert auf Chris Kyles Autobiographie »American Sniper: The Autobiography
of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History«, die er zusammen mit Scott McEwen
und Jim DeFelice schrieb. Chris Kyle wurde
nur 38 Jahre alt, da er 2013 von einem anderen Irakkriegs-Veteranen an einem texanischen Schießstand erschossen wurde.
Filmografie // Clint Eastwood
(Regie, Auswahl)
2004 MILLION DOLLAR BABY
2006 FLAGS OF OUR FATHERS
2006 LETTERS FROM IWO JIMA
2008 GRAN TORINO
2009 INVICTUS
2011 J. EDGAR
2014 JERSEY BOYS
2014 AMERICAN SNIPER

American Sniper
US 2014, 132 min, Englisch OmU,
R: Clint Eastwood, B: Jason Dean Hall,
nach der Buchvorlage von Chris Kyle,
K: Tom Stern, S: Joel Cox, Gary Roach,
D: Bradley Cooper, Sienna Miller, Eric Close,
Kyle Gallner, Jake McDorman, Luke Grimes

Ab Freitag, 27. Februar
Actionthriller um den erfolgreichsten
Scharfschützen des US-Militärs, der u.a.
im Irakkrieg aktiv war.
U.S. Navy SEAL Chris Kyle hat bei seinem
Einsatz im Irak eine einzige Aufgabe: seine
Kameraden zu schützen. Seine überragende Treffsicherheit rettet auf dem Schlachtfeld unzähligen Soldaten das Leben, und
als die Berichte seiner mutigen Taten die
Runde machen, verdient er sich den Spitznamen »Legende«. Doch auch auf der Seite
des Feindes wird sein Name bekannt: Als
ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird, gerät
er ins Visier der Aufständischen. Einen ganz
anderen Kampf muss er an der Heimatfront
bestehen: Wie soll er sich als Ehemann und
Vater bewähren, wenn die halbe Welt zwischen ihm und seiner Familie liegt?

Inherent Vice –
Natürliche Mängel
Inherent Vice
US 2014, 148 min, Englisch OmU,
R: Paul Thomas Anderson,
B: Paul Thomas Anderson, nach der Buchvorlage von Thomas Pynchon,
K: Robert Elswit, S: Leslie Jones,
D: Joaquin Phoenix, Josh Brolin,
Owen Wilson, Katherine Waterston,
Reese Witherspoon, Benicio Del Toro
Ab Freitag, 13. Februar
Adaption des gleichnamigen Krimis von
Thomas Pynchon um einen kiffenden Privatdetektiv im Los Angeles von 1969.
Der Ärger beginnt, als eines Abends Larry »Doc« Sportellos Ex aus dem Nichts
auftaucht und von einem Komplott gegen
den jüdischen Baulöwen Mickey Wolfmann
berichtet. Kurz darauf erwacht Privatschnüffler Doc Sportello neben dem toten
Bodyguard des Milliardärs – und gerät ins
Visier von Lieutenant »Bigfoot« Bjornson:
Der notorische Hippie-Hasser ist gerade

Sehnsucht nach Paris

dabei, den Mord an seinem Partner aufzuklären. Und irgendwie hat er das Gefühl,
dass ihm der dauernd bekiffte Doc dabei
von Nutzen sein könnte. INHERENT VICE
katapultiert den Zuschauer ins Jahr 1970,
in ein psychedelisches Chaos aus wirren
Andeutungen und falschen Fährten. Die Dialoge, die in ihrer skurrilen Absurdität auch
David Lynch und Quentin Tarantino zur Ehre
gereicht hätten, sorgen meist mehr für Verwirrung als für Aufklärung. Ständig tauchen
neue Namen und Figuren auf, und es ist
reine Spekulation, ob sie für die Handlung
von Bedeutung sind. Ist der Saxofonist Coy
Harlington wirklich tot, oder ist er untergetaucht, um für die Geheimorganisation
»Kalifornien, erwache!« zu spionieren? Und
ist der »Goldene Fangzahn« ein Steuersparmodell für Zahnärzte, oder steckt dahinter
ein Heroinkartell? INHERENT VICE ist der
paranoide, drogengeschwängerte HippieAlbtraum eines Film noir, so unentwirrbar
wie Raymond Chandlers TOTE SCHLAFEN
FEST und so illusionslos wie Roman Polanskis CHINATOWN. Eine durchgeknallte Halluzination, die man auch nüchtern wie im
Rausch erlebt. INHERENT VICE basiert auf
dem gleichnamigen Roman von Thomas
Pynchon, den Regisseur Paul Thomas Anderson persönlich in ein Drehbuch verwandelte, wie es heißt, mit Pynchons Segen. Der
2009 erschienene Detektiv-Roman wurde
in Deutschland im selben Jahr unter dem
Titel »Natürliche Mängel« veröffentlicht.
Schon Paul Thomas Andersons zweiter
Film, das Porno-Business-Drama BOOGIE
NIGHTS, spielte zum Teil in den 1970er-Jahren. Für die Hauptrolle des Larry Sportello
war ursprünglich Robert Downey jr. vorgesehen, der Part ging dann aber an Joaquin
Phoenix, mit dem Regisseur Paul Thomas
Anderson bereits bei seinem vorigen Film
THE MASTER zusammengearbeitet hatte.
Zuletzt verliebte sich Joaquin Phoenix in der
Science-Fiction-Romanze HER in ein intelligentes Computer-Betriebssystem. Katherine Waterston war in ihrem Kino-Debüt-Jahr
2007 im Anwalts-Drama MICHAEL CLAYTON zu sehen und spielte in einigen Folgen
der Mafia-Serie »Boardwalk Empire«mit,
Filmografie // Paul Thomas Anderson
(Regie, Auswahl)
1997 BOOGIE NIGHTS
1999 MAGNOLIA
2002 PUNCH-DRUNK LOVE
2007 THERE WILL BE BLOOD
2012 THE MASTER
2014 INHERENT VICE
7

Von Menschen und Pferden

20.000 days on earth

20.000
Days on Earth

Von Menschen
und Pferden

GB 2014, 97 min, Englisch OmU,
R: Iain Forsyth, Jane Pollard,
B: Iain Forsyth, Jane Pollard, Nick Cave,
K: Erik Wilson, S: Jonathan Amos,
D: Nick Cave, Susie Cave, Warren Ellis,
Ray Winstone, Kylie Minogue, Arthur Cave

Hross í oss

Ab Freitag, 6. Februar
Origineller Mix aus Doku und Fiktion, der
einen imaginären Tag im Leben des Musikers Nick Cave beschreibt.
Es ist der 20.000ste Tag im Leben von Nick
Cave – er beginnt mit einem Weckerklingeln
und endet mitten in seiner Seele. Was bedeutet es, sich ununterbrochen im kreativen Prozess zu befinden? Wie füllt man sein
Leben fernab der Bühne, und was geschieht
bei dem Schritt darauf? Und woraus besteht
ein Leben gerade rückblickend überhaupt?
Auf der Couch eines Therapeuten oder im
Auto mit Wegbegleitern wie Kylie Minogue
und Blixa Bargeld nähert sich Nick Cave
solch essentiellen Fragen. Der Blick in das
Innenleben dieser Ikone liefert schließlich
magische und beglückende Einsichten in
das menschliche Dasein. Dabei bleibt zu jeder Zeit unklar, ob es sich um gefilmte Realität oder geniale Inszenierung handelt.
Das Kinodebüt des Künstlerduos Iain & Jane
ist ein sorgfältig durchkomponiertes, genresprengendes Werk, changierend zwischen
Doku und Fiktion. Es ist nicht nur ein atemberaubendes Denkmal für den Kultmusiker
Nick Cave, sondern auch ein Porträt rastloser Kreativität und eine ganz universelle Poesie des Lebens.

Nick Caves zwanzigtausendster Tag
auf der Erde mündet in einem beeindruckenden Konzert mit Streichorchester und
Kinderchor. Während des Songs »Jubilee
Street« erleben wir dann tatsächlich seine
Transformation: Er schüttelt seinen Körper
und singt immer wieder »I'm transforming,
I'm vibrating – look at me now«. Dann hebt
er förmlich ab: »I'm glowing, I'm flying –
look at me now.« Cave ist nicht der Baum
im Sturm, er ist selber der Sturm. – Die Zeit
Einfach verblüffend! – Variety
Das feinsinnigste Rockstar-Biopic überhaupt ... wunderschön fotografiert. – Sight
and Sound
8

IS 2013, 80 min, Isländisch OmU,
R/B: Benedikt Erlingsson,
K: Bergsteinn Björgúlfsson,
S: Daniel Alexander Corno,
D: Ingvar E. Sigurdsson, Charlotte Bøving,
Helgi Björnsson, Steinn Ármann Magnússon,
Kristbjörg Kjeld, Sigríður María Egilsdóttir
Ab Freitag, 27. Februar
In einem abgelegenen Tal in Island beobachten Nachbarn einander, als wäre Intimität die wertloseste Nebensache der Welt.
Der erste offizielle Besuch von Kolbeinn
bei der jungen Witwe Solveig wird folglich
streng überwacht – aus Distanz und mit
entsprechend vielen Ferngläsern. Solveigs
Hengst Brúnn und Kolbeinns Stute Grána
interessiert das wenig. Unter Beobachtung
aller kommen die Isländer-Pferde zu genau der Sache, an die die frisch Verliebten
kaum wagen zu denken. VON MENSCHEN
UND PFERDEN ist ein Film über die Liebe,
in all ihren Formen und ihren Irrungen und
Wirrungen. Aus dem Blickwinkel der Pferde betrachtet erscheint das Verhalten der
Menschen geradezu tragisch-komisch bis
absurd. Das Spielfilmdebüt des isländischen Schauspielers und Theaterregisseurs
Benedikt Erlingsson betört durch fantastische Bildwelten, schrägen Humor und einem Faible für skurrile Gestalten.
AUS EINEM INTERVIEW MIT REGISSEUR
Benedikt Erlingsson
In Ihrem Film ist die Landschaft ein wichtiges dramaturgisches Element. Welche
Verbindung haben Sie zur Natur?
Ich bin in Reykjavik geboren und aufgewachsen, aber als Junge wurde ich zum Arbeiten
auf das Land geschickt. Das ist üblich in
Island: Jugendliche lernen, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Beim ersten Mal war
ich 12. Die Person, die mich zu den Bauern
schickte, hatte denen wohl gesagt, ich sei
14 und sehr stark, aber ich war klein und
schmächtig. Als sie mich sahen, konnte ich
in ihren Augen sehen, dass dies ein langer
Sommer für mich werden würde. Letztendlich verbrachte ich drei Arbeitssommer hintereinander auf dem Land. Das erste Jahr
war ein echter Schock für mich. Man könnte
sagen, dieser Film ist so etwas wie eine Erholung von diesem Schock.

Private Revolutions

Ihr Film ist ein Porträt eines suggestiven
und zum Teil brutalen Mikrokosmos, in
dem die weiblichen Figuren herausragen.
Ist so Island?
Die Hauptidee des Filmes ist das Zusammenleben von Mensch und Pferd. Ich wollte nicht die Geschichte eines kulturellen
Mikrokosmos erzählen, sondern die der
menschlichen Natur. Diese Menschen leben in einer dünnbesiedelten Gegend, leben
weit voneinander entfernt und sie wollen alles vom anderen wissen. In großen Städten
findet genau das Gegenteil statt. Es gibt wenig Platz, jeder will für sich sein, dafür gibt
es Einsamkeit. Ja, die Frauen in Island sind
genau so. Sie sind stark, und wir leben fast
in einer matriachalischen Kultur, was man
übrigens auch bei den Pferden sehen kann:
die Stute ist diejenige, die entscheidet.

Private
Revolutions
AT 2014, 98 min, Englisch/Arabisch OmU,
R: Alexandra Schneider,
K: Sandra Merseburger, A. Schneider,
S: Alexandra Löwy
Crossing Europe 2014:
Social Awareness Award – Local Artist
Ab Freitag, 20. Februar
Im Arabischen Frühling begleitete die Wiener Regisseurin Alexandra Schneider vier
Frauen, die für ihre Ideale kämpfen.
Vier junge Ägypterinnen kämpfen für die
Verbesserung ihrer Welt: Amani engagiert
sich mit einer eigenen Radiostation und
einem Verlag für mehr Frauenrechte und
stößt mit ihrem unverheirateten Businessdasein ihre Umgebung vor den Kopf. Fatema zerreißt es zwischen ihrer politischen
Karriere bei den Muslimbrüdern und ihren
Verpflichtungen als Mutter und Ehefrau. Die
Nubierin May beendet ihren erfolgreichen
Job als Bankerin, um ein Entwicklungsprojekt im konservativen Süden Ägyptens
aufzubauen. Sharbat widersetzt sich ihrem
Mann und ihrem sozialen Umfeld und riskiert alles, wenn sie gemeinsam mit ihren
Kindern in den Straßen Kairos gegen das
herrschende Militärregime demonstriert.
Mit ihrem Engagement stoßen sie an die
Grenzen einer männerdominierten Welt,
aber sie lassen sich nicht unterkriegen. Sie
sind souverän, wortgewandt und zielstrebig.

Whiplash

Wer rettet wen?

Amani, Fatema, May und Sharbat rütteln an
unseren Klischees über die islamische Frau
in der arabischen Welt. Wir sind mitten in gelebter ägyptischer Frauenpower. Und eine
Filmemacherin auf der Suche nach Verständigung entdeckt, dass das Politische auch
privat, das Selbstverständliche eher die
Ausnahme und das eigene Frauenbild ein
Kaleidoskop ist.

Wer rettet wen?

AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEURIN ALEXANDRA SCHNEIDER
Was hat Sie mit der Filmkamera in den Arabischen Frühling geführt?
Die Neugierde. Ich war sehr berührt von den
Themen, für die die Menschen auf die Straße
gingen: Themen wie Freiheit, Solidarität, Brüderlichkeit. Der Slogan lautete: »Brot, Freiheit
und mehr soziale Gerechtigkeit«. Die Slogans
bezogen sich nie »gegen Mubarak« oder
»gegen etwas«, sondern von Beginn an »für
etwas«. Es hat mich persönlich begeistert,
dass ganz junge Frauen plötzlich von sich reden machten, und zwar nicht die altbekannten Feministinnen. Zum Beispiel Asma Mahfouz, die zu Hause am Computer ein Video
gedreht hat und sagt: »Ich werde morgen am
Tahrir-Platz stehen, und wenn ich mit meinem Schild dort alleine stehe und rund um
mich hunderte Polizisten, dann sind nicht nur
sie daran schuld, sondern auch ihr, denn ich
kämpfe für mehr Gerechtigkeit für uns alle.«
Es hat mich beeindruckt, dass Frauen da so
aktiv sind. Eine Freundin, die in ihrer Kindheit
in Ägypten aufgewachsen und jetzt Fotografin ist, war bereit, mit mir nach Ägypten zu
fahren, Daniela Praher, die Produzentin, war
auch sehr angetan, und wir beschlossen,
zunächst zur Recherche nach Ägypten zu
reisen, um herauszufinden, was denn überhaupt machbar sei. Die Freundin hatte noch
Kontakt zu ehemaligen Schulfreundinnen, da
trafen wir schon auf viel positives Feedback.
Die Grünen im Europa-Parlament unterstützten uns ebenfalls. Sie luden uns nach Brüssel
ein, wo eine Delegation junger Ägypterinnen
zu Gast war, mit denen wir in Kontakt treten
konnten. Bei unserer Recherche-Reise im
Juni 2011 herrschten noch große Euphorie
und Stolz in Ägypten, dass sie es geschafft
hatten. Es war Aufbruchsstimmung und große Offenheit. Das hat sich dann stark gewandelt. Die Drehbedingungen wurden zu einem
späteren Zeitpunkt sehr unlustig. Da hatten
wir uns aber bereits eine solide Basis und
einen guten Kontakt zu unseren Protagonistinnen aufgebaut. Im Juni haben wir uns mit
mehr als 20 Frauen getroffen, damit kam alles ins Rollen.

Premiere: Mittwoch, 11. Februar,
20.00, Moviemento –
Eine Kooperation mit Attac
Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue
Rettungsfonds, während mitten in Europa
Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur ist keine Rettung
in Sicht. Für große Banken ist die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die
ständig »verstimmten« und »enttäuschten«
Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden
muss. Wer rettet also wen? Die Reichen die
Armen? Die Politiker die Banken? Die Rettungsschirme Europa? Oder die Steuerzahler einige wenige Individuen?
Der Film WER RETTET WEN? ist kein Aufruf zur Hoffnungslosigkeit. Er zeigt auch
verschiedene Beispiele der Umverteilung
von oben nach unten, vor allem durch Entschuldung. Eine politische Alternative sind
sogenannte Schuldenaudits, wie sie in
Spanien und Lateinamerika vorgenommen
wurden. In Ecuador wurde so die komplette
Entschuldung des Staats erreicht. In Island
hat sich das Volk in mehreren Volksabstimmungen der Bankenrettung durch die Bürger verweigert. Die Gläubiger wurden nicht
entschädigt. In den USA gibt es organisierte
Schuldenstreiks, bei denen sich Menschen
kollektiv der Tilgung ihrer Privatschulden
verweigern. Das sind vielleicht keine revolutionären Schritte, aber gewiss doch Schritte
in eine Richtung ohne Alternative.
Nach WATER MAKES MONEY und BAHN
UNTER DEM HAMMER wirft auch der neue
Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz
einen Blick von unten auf die Probleme, die
uns alle angehen.

DE 2015, 104 min, OdF,
R: Leslie Franke,
B: Herdolor Lorenz, K: Herdolor Lorenz,
Stefan Corinth, Leslie Franke, u.a.,
S: Hermann Dolores, Leslie Franke,
Alexander Grasseck

Attac ist eine internationale Bewegung, die
sich für eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft
einsetzt. Attac informiert über wirtschaftspolitische Zusammenhänge, entwickelt politische Forderungen, vernetzt sich mit sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt und
fördert Alternativen auf lokaler Ebene.

Red army

Red Army //
Black Wings
Premiere: Red Army
Do 5. Februar, Moviemento –
in Anwesenheit der BlAck Wings
18.30 Eintreffen der Mannschaft

(Meet & Greet)
19.00 Filmbeginn
Dokumentation über das berühmte sowjetische Eishockey-Team in den Siebzigerund Achtzigerjahren.
Der von Werner Herzog und Jerry Weintraub
koproduzierte Film spiegelt anhand der Geschichte des sowjetischen Eishockey-Teams
die soziale, kulturelle und ideologische Entwicklung des Landes – von der Nachkriegszeit über Gorbatschow bis hin zu Putin und
Sotschi – und beschreibt eindrucksvoll den
Kampf zwischen Kommunismus und Kapitalismus, Kollektivität und Individualität, der in
allen Lebensbereichen zu spüren war. Unumstrittener Mittelpunkt ist die charismatische
Eishockeylegende Slawa Fetissow, dessen
unglaubliche Biografie vom strahlenden
Helden des Sports über den geächteten Landesverräter bis hin zum russischen Sportminister und engen Vertrauten Putins reicht.
Mit intimen Interviews und spektakulärem
Archivmaterial lässt Regisseur Gabe Polsky
die Zeit des Kalten Krieges wieder aufleben.

Südwind
My Name is Salt
Fr 6. Februar, 19.00, Moviemento
Im Europäischen Jahr für Entwicklung weht
der Südwind nach Monatsthemen. Der Februar steht im Zeichen der Bildung. Nicht
selbstverständlich ist sie für die Kinder der
indischen Salzbauernfamilien, von denen
der Film MY NAME IS SALT der indischen
Regisseurin Farida Pacha erzählt. Doch seit
kurzem gehen die Kinder des Salzbauern
Sanabhai in die neue Schule, eine weitere
Hütte mitten im weiten Nichts der Wüste,
jedoch mit einem Unterschied: Die Kinder
haben Papierblumen um sie herum »gepflanzt«.
Mehr zum entwicklungspolitischen
Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe
9

Filmring
VIVA LA LIBERTÀ
Mo 23. – Fr 27. Februar, 17.30, City-Kino
Enrico Oliveri, Chef der wichtigsten italienischen Oppositionspartei, steckt in einer
vollen Krise. Miese Umfragewerte und politische Intrigen setzen ihm zu, sodass er sich
eines Nachts heimlich nach Paris absetzt,
um dort seine ehemalige Geliebte aufzusuchen. In der Parteispitze herrscht große
Aufregung. Keiner weiß, wo Oliveri geblieben ist. In der Not hat dessen engster Mitarbeiter Andrea Bottini eine geniale Idee: Er
überzeugt Oliveris Zwillingsbruder Giovanni,
die Rolle des Verschollenen einzunehmen…

Roberto Andòs Film diskutiert in Wirklichkeit den fundamentalen Widerspruch
in der Ausübung der Macht. Macht ist ihrem Wesen nach eine Maske; die, die sie
ausüben, repräsentieren immer etwas anderes als sich selbst. – Mas­simo Cacciari
Der Filmring der Jugend ist der älteste Filmclub Österreichs. Er bietet besonders interessante Filme, manchmal mit anschließender Diskussion, an. Die Filmvorführungen
finden zirka einmal monatlich statt.
www.filmring-linz.at

CINÉFÊTE 2015
Mo 9. – Fr 13. Februar, Moviemento
Cinéfête in Linz ist eine gemeinsame Veranstaltung von Institut Français de Vienne,
Filmladen und Moviemento. Cinéfête in Linz findet von 9. bis 13. Februar 2015 im
Moviemento statt und zeigt fünf Filme in französischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln für alle Schulstufen. Zu allen Filmen von Cinéfête in Linz gibt es
unter www.kinomachtschule.at/cinefete pädagogische Dossiers.
Beginnzeiten: 8.00, 10.00 und 14.00 Uhr
Reservierung: p.mueller@moviemento.at
Auch vom Plan abweichende Spielzeiten können
mit dem Moviemento direkt vereinbart werden.
Eintrittspreis: 5,– (Begleitlehrer_innen frei!)

BELLE ET SÉBASTIEN
Belle & Sebastian
FR 2013, 95 min, R: Nicolas Vanier // empfohlen ab 10 Jahren
Mo 9. Februar, 8.00 / Di 10. Februar, 14.00 / Mi 11. Februar, 8.00 /
Fr 13. Februar, 10.00
Frankreich während des 2. Weltkriegs: In einem abgelegenen Bergdorf soll eine
Bestie ihr Unwesen treiben und die Schafe reißen. Doch der kleine Waisenjunge
Sebastian findet heraus, dass das angebliche Ungeheuer ein harmloser Hund ist,
mit dem er sich schnell anfreundet.

LES GARÇONS ET GUILLAUME, À TABLE!
Maman und ich
FR 2013, 87 min, R: Guillaume Gallienne // empfohlen ab 16 Jahren

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mi 4. Februar zeigen wir
Der groSSe Trip – Wild (9.30) /
Birdman (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

AK-Kultur
DIE Süsse Gier
Fr 13. Februar, 21.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten. Das Einführungsreferat für
den Februar-Film DIE Süsse Gier hält der
Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer.

Do 12. Februar, 8.00 / Fr 13. Februar, 14.00
Eine ebenso hochkomische wie tief berührende Geschichte eines ungewöhnlichen Coming-out. Guillaume fühlt sich als das Mädchen, das seine Mutter nach
zwei Söhnen bekommen wollte, er treibt seinen Vater durch seine Unsportlichkeit
und seine Verkleidungen als Sisi zum Wahnsinn und ist auf der verzweifelten Suche nach seiner sexuellen Identität.

DANS LA MAISON
In ihrem Haus
FR 2012, 105 min, R: François Ozon // empfohlen ab 16 Jahren
Mi 11. Februar, 14.00 / Fr 13. Februar, 8.00
Der Französischlehrer Germain beschließt, einem talentierten Schüler ein wenig
auf die Sprünge zu helfen, mischt sich allerdings etwas zu sehr ein und löst damit
eine Kette von Ereignissen aus. François Ozon entfacht ein Feuerwerk sprühender Ideen, überraschender Wendungen und intellektueller Finessen und lässt die
Genregrenzen ebenso verschwimmen wie Fiktion und Realität.

JAPPELOUP
Jappeloup – Eine Legende
FR 2013, 130 min, R: Christian Duguay // empfohlen ab 12 Jahren
Mo 9. Februar, 14.00 / Di 10. Februar, 8.00 / Mi 11. Februar, 10.00 /
Do 12. Februar, 10.00
Das Leben schreibt oft die spannendsten Geschichten – und so ist JAPPELOUP
ein echter Krimi. Christian Duguay inszenierte die fesselnde Geschichte des berühmten Reitpferds Jappeloup. Obwohl es für das Springreiten zu klein ist, glaubt
der junge Reiter Pierre Durand an die Qualitäten seines Pferdes.

ZARAFA
Die Abenteuer der kleinen Giraffe Zarafa
FR/BE 2011, 78 min, R: Rémi Bezançon, Jean-Christophe Lie // ab 6 Jahren
Mo 9. Februar, 10.00 / Di 10. Februar, 10.30 / Do 12. Februar, 14.00
Ein weiser Alter erzählt die Geschichte des Jungen Maki, der Freundschaft mit der
jungen Giraffe Zarafa schließt. Als Zarafa gefangen wird, um dem französischen König geschenkt zu werden, verspricht er der Giraffenmutter, Zarafa zurückzubringen.

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KLaSSIK
Im KINO
FEbRuaR/mÄRz

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Live Oper aus dem Royal Opera House, London
Di 24. Februar, 20.15, City-Kino

ROmEO uND JuLIa

Ballett aus dem Bolschoi Theater, Moskau
So 8. März, 17.00, City-Kino

ScHwaNENSEE

Live Ballett aus dem Royal Opera House, London
Do 17. März, 20.15, City-Kino

Karten-Infos: 0732 666 500 | www.theater-phoenix.at

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Moviemento & City-Kino
Februar 2015

Die spielzeiten und - orte entnehmen sie bitte
unserem Wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

FilmBrunch

Filmstarts
ab Fr 30. JÄnner

GruBer Geht

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

ab Fr 20. Februar
odF

PrIVate reVolutIonS omu

at 2014, 92 min, r: marie Kreutzer
laufzeit: mindestens 3 Wochen

at 2014, 98 min, r: alexandra schneider
laufzeit: mindestens 1 Woche

ab Do 5. Februar

Selma omu

Foxcatcher omu

us 2014, 134 min, r: bennett miller
laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Fr 6. Februar

20.000 DayS on earth omu

Gb 2014, 97 min, r: iain Forsyth, Jane pollard
laufzeit: mindestens 3 Wochen

DIe SüSSe GIer omu

Gb 2014, 124 min, r: ava DuVernay
laufzeit: mindestens 4 Wochen

WhIPlaSh omu

us 2014, 105 min, r: Damien chazelle
laufzeit: mindestens 4 Wochen

WInterSchlaF omu

Kiş uykusu
DE/Fr/tr 2014, 196 min, r: nuri bilge ceylan
laufzeit: mindestens 2 Wochen

il capitale umano
it/Fr 2013, 110 min, r: paolo Virzì
laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Fr 27. Februar

ab MI 11. Februar

us 2014, 132 min, r: clint Eastwood
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Wer rettet Wen? odF

DE 2015, 104 min, r: leslie Franke
laufzeit: mindestens 1 Woche

ab Fr 13. Februar

Inherent VIce –
natürlIche mänGel omu

inherent vice
us 2014, 148 min, r: paul thomas anderson
laufzeit: mindestens 3 Wochen

SehnSucht nach ParIS omu

Paris Follies
Fr 2013, 98 min, r: marc Fitoussi
laufzeit: mindestens 3 Wochen

amerIcan SnIPer omu

heute BIn Ich SamBa omu

Samba
Fr 2014, 118 min,
r: olivier nakache, Eric toledano
laufzeit: mindestens 3 Wochen

natIonal Gallery omu

Fr/us 2014, 181 min, r: Frederick Wiseman
laufzeit: mindestens 1 Woche

Von menSchen
unD PFerDen omu

Hross í oss
is 2013, 80 min, r: benedikt Erlingsson
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Do 5. Februar, 19.00
Premiere: reD armY
18.30 meet & Greet mit den black Wings

MI 11. Februar, 20.00
Premiere: Wer rettet Wen?

so 8. Februar
11.15
Gruber Geht
11.15
ÖSterreich – oben unD unten
11.30
birDman
13.00 Foxcatcher
13.00 Die SüSSe Gier
so 15. Februar
11.15
Gruber Geht
11.15
SehnSucht nach PariS
11.30
inherent Vice
13.00 Foxcatcher
13.00 Die SüSSe Gier
so 22. Februar
11.15
GranD buDaPeSt hotel
11.15
WhiPlaSh
11.30
the imitation Game
13.10
Foxcatcher
13.10
birDman
Es stehen für den brunch zwei termine
zur Verfügung:
1. termin 10.00 - 11.15 uhr,
2. termin 11.45 - 13.00 uhr
tischreservierung im Gelben Krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

Babykino
im City-Kino

MI 4. Februar
9.30 Der GroSSe triP – WilD
10.00 birDman

Specials
im Moviemento

so 1. Februar
11.15
ÖSterreich – oben unD unten
11.30
birDman
13.00 Die entDeckunG
Der unenDlichkeit
13.15
WinterkartoFFelknÖDel

Filmgespräche
mit Markus Vorauer

Fr 6. Februar, 21.00, MoVIeMenTo
hÖhere GeWalt
mit der Volkshochschule

Klassik im Kino
im City-Kino

Fr 13. Februar, 21.00, MoVIeMenTo
Die SüSSe Gier

DI 24. Februar, 20.15
Der FlieGenDe hollÄnDer

mit der arbeiterkammer

live ballett aus dem royal opera house

Filmring der Jugend

cinéfête

Südwind

Mo 23. – Fr 27. Februar, 17.30
ViVa la libertÀ

Mo 9. – Fr 13. Februar, MoVIeMenTo
FeStiVal DeS FranZÖSiSchSPrachiGen FilmS Für Schulen

Fr 6. Februar, 19.00, MoVIeMenTo
mY name iS Salt

so 22. Februar,
oScar-SonntaG

im City-Kino

siehe seite 9

Moviemento OK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

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Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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