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Moviemento & City-Kino

Juli/August 2015
Nr. 319 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

EIN FILM VON

JA FA R PA NA H I

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im Juli/August
Am grünen Rand der Welt................... 6
Amy.............................................................. 7
Atlantic...................................................15
Boy 7...........................................................12
Broadway Therapy................................. 3
Buoni a Nulla.......................................... 9
Camino de Santiago............................. 11
Das blaue Zimmer................................. 10
Das Märchen der Märchen.............. 10
Der kleine Rabe Socke 2 ....................15
Der Wald ist wie die Berge.................16
Die abhandene Welt.............................14
Die Lügen der Sieger.............................12
Dior und Ich............................................. 7
DUFF.– Hast du keine, bist du eine....12
Escobar – Paradise Lost..................... 7
Hedi Schneider steckt fest................ 3
Highway to Hellas................................ 11
Learning to Drive.................................. 9
Les grandes ondes (à l'ouest)......... 11
Liebe auf den ersten Schlag............. 6
Minions...................................................... 8
Mama gegen Papa.................................... 8
Ooops! Die Arche ist weg....................15
Papusza – Die Poetin der Roma.........16
Parcours d'amour................................13
Señor Kaplan.......................................... 9
Slow West................................................. 8
Taxi Teheran............................................ 3
Underdog................................................14
Wunder der Lebenskraft..................13
Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
IBAN: AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L
lautend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.
Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 319: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Manuel Kaiser.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

2

KULINARISCHES
SOMMERKINO
Di 21. Juli

Taxi Teheran

Fr 31. Juli

Kiss the Cook

Die persische Küche lockt mit außergewöhnlichen
Aromen und Variationen am reichhaltigen Buffet.
Wir werfen auch den Holzkohlegrill an.
Preis/Person inkl. Kinokarte: 29.50

So schmeckt das Leben – verspricht der Film!
STREETFOOD mit Leidenschaft gekocht,
in 4 Gängen serviert.
Preis/Person inkl. Kinokarte: 29.50

Ein Sommer in
der Provence

Fr 7. August

Ein farbenfrohes Gemüseangebot mit duftenden
Kräutern. Beim servierten Hauptgang wählen sie
zwischen Fisch, Lamm oder Vegan.
Preis/Person inkl. Kinokarte: 29.50

Di 25. August

Buoni a nulla

Wir bekochen die bezaubernde Komödie und
unsere Gäste mit einem 3-gängigen italienischen
Menü. Traditionelles neu interpretiert.
Preis/Person inkl. Kinokarte: 29.50

Kombitickets: limitierte Stückzahl
Bitte geben sie beim Reservieren bekannt, ob sie eine Fleisch, Fisch,
eine vegetarische oder vegane Variante möchten.

INFOS / KARTENVORVERKAUF / RESERVIERUNGEN:
GELBES KROKODIL // OK PLATZ 1 / 4020 LINZ / 0732 78 41 82 /
www.krokodil.at

Taxi Teheran

Taxi Teheran
IR 2014, 82 min, Iranisch OmU,
R/B: Jafar Panahi, D: Jafar Panahi,
Auf weitere Angaben wird zum Schutz
der Beteiligten verzichtet.
Berlinale 2015:
Goldener Bär & FIPRESCI-Preis
Ab Freitag, 24. Juli
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 21. Juli, 21.00
Jafar Panahi fährt als Taxifahrer durch
Teheran und lauscht seinen Fahrgästen.
Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die wechselnden Fahrgäste erzählen
freimütig, was sie umtreibt: ein Filmschmuggler vertickt die neueste Staffel von »The Walking Dead« und Filme von Woody Allen, zwei
alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle
aussetzen und ein vorlautes kleines Mädchen
erklärt ihren Anspruch auf Frappuccino und
ihre Nöte beim Verwirklichen eines Kurzfilmprojekts für die Schule. Am Steuer sitzt der
Regisseur selbst, der 2010 wegen »Propaganda gegen das System« zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde und nun
geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest…
Mit viel Herz und Humor zeichnet Jafar Panahi ein liebevolles Porträt der Menschen in
seiner Heimat und schafft damit einen hoffnungsvollen Kontrast zu den üblichen negativen Nachrichtenmeldungen. Dabei verbindet er mit Leichtigkeit Gesellschaftskritik
und Komödie und denkt nebenbei geschickt
über die Möglichkeiten des Kinos nach. Der
Gewinner der diesjährigen Berlinale ist intelligent und unterhaltsam zugleich und zeigt,
was Kino selbst unter ärgsten Restriktionen
zu sein vermag. Jafar Panahi gilt als einer
der wichtigsten unabhängigen Filmemacher des Irans und wurde bereits mit hochrangigen Preisen wie dem Goldenen Löwen
der Filmfestspiele von Venedig, der Goldenen Kamera des Festivals von Cannes und
dem Silbernen sowie dem Goldenen Bären
der Berlinale ausgezeichnet.
REGIESTATEMENT
Ich bin Filmemacher. Ich kann nichts anderes als Filme machen. Mit Kino drücke ich
mich aus, es ist mein Leben. Nichts kann
mich am Filmemachen hindern. Denn wenn
ich in die äußerste Ecke gedrängt werde,
ziehe ich mich in mein Innerstes zurück.
Und trotz aller Einschränkungen wird in die-

Broadway Therapy

ser inneren Abgeschlossenheit die Notwendigkeit, etwas zu erschaffen, zu einem immer größeren Trieb. Kino als Kunstform wird
zu meinem Hauptanliegen. Ich muss unter
allen Umstanden weiter Filme machen, um
der Kunst Respekt zu erweisen und mich lebendig zu fühlen.

TAXI TEHERAN ist eine spielerische Versuchsanordnung, in der sich die Themen
wie von selbst verdichten. [...] Panahis Film
mag einfach gebaut sein; wie er solche Episoden zu einer so aufschlussreichen wie
selbstreflexiven Untersuchung gegenwärtiger Laufbilder verknüpft, bereitet großes
Vergnügen. – Der Standard
Taxi Teheran ist ein kleiner, aber wichtiger Film, ein weiteres Zeichen eines Regisseurs, der sich nicht versteckt. – outnow.ch

Broadway Therapy
She's Funny That Way
US 2014, 93 min, Englisch OmU,
R: Peter Bogdanovich,
B: Peter Bogdanovich, Louise Stratten,
K: Yaron Orbach, S: Nick Moore,
Pax Wassermann, D: Owen Wilson,
Imogen Poots, Jennifer Aniston, Rhys Ifans,
Kathryn Hahn, Lucy Punch

Ab Freitag, 21. August
Leichtfüßige Komödie um einen Theaterregisseur, seine Frau, seine Geliebten und
weitere romantische Verwicklungen.
Statt ihren Schauspielträumen nachzugehen, hangelt sich das hübsche Escort-Girl
Izzy von einem Job zum nächsten. Ihre
Geldsorgen sind mit einem Mal passé, als ihr
ein galanter Kunde, der Schürzenjäger und
Broadway Regisseur Arnold, einen Batzen
Geld schenkt, damit sie der glamourösen
Filmkarriere ein kleines Stück näher kommt.
Als Izzy dann ausgerechnet bei ihm für eine
Rolle vorspricht, ist Arnold not amused –
die beiden Hauptdarsteller, seine Ehefrau
Delta und sein Kumpel Seth Gilbert, dafür
umso mehr. Als Izzy dann auch noch mit
dem Autor des Stückes anbandelt, der sich
als Lebensgefährte ihrer Psychotherapeutin
herausstellt, ist das Chaos vorprogrammiert.
Der amerikanische Meister-Regisseur Peter
Bogdanovich (IS’ WAS, DOC?) präsentiert
nach zwölfjähriger Pause mit BROADWAY

Hedi Schneider steckt fest

THERAPY eine hochkarätig besetzte, beschwingte Screwball-Comedy, die alles bietet, was dieses Genre ausmacht: turbulente
Verwicklungen, rasantes Tempo, präzises
Timing, funkelnde Dialoge, charmante Pointen. Auf dem Liebeskarussell mit LubitschSchwung flirtet und zankt mit sprühendem
Wortwitz eine hochkarätige Besetzung von
Owen Wilson über Imogen Poots und Rhys
Ifans bis Jennifer Aniston. Und Quentin Tarantino höchstpersönlich erteilt allen eine
kleine Lektion in Filmgeschichte. Bei der
Weltpremiere auf dem Festival von Venedig
wurde die amüsante Hommage an Wilder,
Capra und Co. mit Begeisterung gefeiert.

Bogdanovich präsentiert nicht wirklich
etwas Neues, aber »old school« in bester Form. So verneigt sich der 75Jährige
vor Meistern wie Lubitsch, Hawks, Wilder
und Allen und verknüpft feine Eleganz und
schwarzen Humor mit einer giftigen Prise
Bösartigkeit und Ironie. Der old fashioned
Charme ist »Funny that Way«, so der Originaltitel von Broadway Therapy. –
Blickpunkt:Film
Köstliche Komödien gehören zur Königsklasse der Filmkunst. [...] Wie so etwas
auch heute bestens funktioniert, beweist
Regie-Veteran Peter Bogdanovich mit makelloser Souveränität. – programmkino.de

Hedi Schneider
steckt fest
DE/NO 2015, 92 min, OdF,
R/B: Sonja Heiss,
K: Nikolai von Graevenitz, S: Andreas
Wodraschke, D: Laura Tonke, Hans Löw,
Leander Nitsche, Melanie Straub, Simon
Schwarz, Margarita Broich
Ab Freitag, 3. Juli
Tragikomödie über eine Mutter, deren Depression sie selbst und ihre Familie vor
große Herausforderungen stellt.
Hedi, Uli und ihr Sohn Finn sind eine glückliche Familie. Auch wenn die Eltern ihre Karriereträume nicht ausleben können, schlagen
sie sich mit Humor durch den anstrengenden Alltag. Eine Panikattacke, bei der Hedi
das Gefühl hat, einen Herzinfarkt zu bekommen, entpuppt sich als das Symptom
einer schweren Depression. Hedi probiert
3

Thema des Monats
Andrej Tarkowskij
von Peter Willnauer

Wer war Andrej Tarkowskij?
Auf diese Frage erhielt ich interessante
Antworten:
Nie gehört...
Ah ja, war das nicht ein russischer Politiker?
O ja, ich weiß es: ein Filmregisseur, aber welche Filme er...
Nur eine junge Dame jubilierte: Ich freu
mich, seine Filme einmal auf der großen
Leinwand zu sehen!
Andrej Tarkowskij , ein »Solitär!« ein einsam
leuchtendes Juwel in der Welt des künstlerischen Films! Ein Seelenverwandter, der
große Ingmar Bergman (auf dessen schwedischer Insel Faro Tarkowskij seinen letzten
Film Opfer realisiert hatte, sagt über ihn:
»Wenn der Film nicht Dokument ist, dann ist
er Traum. Darum ist Tarkowskij der Größte
von allen. Er bewegt sich im Raum der Träume mit schlafwandlerischer Sicherheit, er
erklärt nicht. Was sollte er übrigens erklären? Er ist ein Seher, der es vermocht hat,
seine Visionen in dem schwierigsten, aber
auch willigsten Medium zu inszenieren.«
Andrej Tarkowskij ist am 4. April 1932 als
Sohn eines Künstlerehepaares in einem
Dorf in Nordwestrussland, nahe der polnischen Grenze geboren. Sein Vater war damals schon ein berühmter Lyriker und seine
Gedichte werden in seiner Heimat immer
noch gelesen – die Russen sind von jeher ein
lyrikbegeistertes Volk gewesen! Der Sohn
fügte einige der Gedichte des Vaters in seine Werke ein. Nach der Trennung der Eltern
lebte er mit Mutter und Großmutter ab 1944
in Moskau. Dort wurden seine eminenten
musischen Begabungen bald erkannt und
von der Mutter gefördert. Er studierte in
den 1950er Jahren zunächst Musik, Malerei,
Bildhauer, Orientalistik und Geologie, bevor
er 1954 die Aufnahmeprüfung an der 1919
gegründeten und damit ältesten Filmhochschule der Welt in Moskau bestand.

1961
Sein Abschlussfilm ist DIE GEIGE UND DIE
WALZE (46 min, Farbe) und erzählt seine
Geschichte mit einem besonderen Feingefühl für den Umgang mit Kindern im Film.
Ein vielleicht sechs- oder siebenjähriger Bub,
der jeden Morgen zum Geigenunterricht
gehen will, hat Schwierigkeiten, den Innenhof seines mehrstöckigen Wohnhauses zu
durchqueren, weil ihn die anderen Kinder
hänseln. Bis eines Tages dieser Hof asphaltiert wird und der Fahrer einer großen roten
4

Straßenwalze für Sascha Partei ergreift. Daraus entwickelt sich eine spröde, aber um
so eindringlichere kurze Freundschaft: Der
Maschinist erlebt die gänzlich neue Welt der
Musik durch den ihm vorspielenden Knaben;
andererseits zeigt er dem jungen Geiger, wie
man sich in der Normalität des Alltags zurechtfindet und wie wichtig Arbeit und Brot
für den Menschen sind . Diese Freundschaft
zerbricht abrupt, als Sascha sieht, wie eine
junge Frau mit dem Maschinisten ins Kino
geht. Sascha flüchtet in einen Traum. Von
nun an spielen Träume in den Filmen Tarkowskijs – es sind »nur« sieben – nicht nur
in der Erzählung, sondern auch als Gestaltungsmittel eine überragende Rolle:

1962

IWANS KINDHEIT

RU 1962, 95 min, SW, OmU
Mi 29., Do 30. Juli, 20.00
Sa 1., So 2. August, 15.00, Moviemento
Ist ein Film, der die Grausamkeit des Krieges
am Beispiel eines Zwölfjährigen anprangert:
Durchnässt und verfroren ist Iwan, als er
eines Abends an den Ufern des Dnjepr von
sowjetischen Soldaten aufgegriffen wird.
Sein Vater ist zu Beginn des Krieges gefallen.
Mutter und Schwester sind verschollen, vielleicht tot. Er selbst wurde in ein Konzentrationslager gesperrt. Er entkommt, gesellt sich
zu den Partisanen und gelangt schließlich zu
einer Einheit. Von einer Aufklärungsabteilung
wird er als Späher eingesetzt, vermag doch
ein Kind leichter als ein Erwachsener hinter
die feindlichen Linien gelangen. Iwans Hass
auf die Deutschen und seine naive Sucht,
unbedingt ein Held sein zu wollen, kommen
seinen Auftraggebern entgegen… Auf sein
Drängen schicken sie ihn noch einmal hinter
die feindlichen Linien… Die Geschichte wird
aus der Perspektive des Kindes erzählt und
nicht aus der eines Erzählers was Tarkowskij beeindruckend durch die Einfügung von
Träumen erreicht.

1966 / 1969 / 1973

ANDREJ RUBLJOW

RU 1966, 186 min, SW/Farbe, OmU
Mi 5., Do 6. August, 20.00
Sa 8., So 9. August, 15.00, Moviemento

Die Überlänge einiger seiner Filme zeigt die
Einstellung Tarkowskijs, dass sich die Dauer
eines Films dem Sujet anzugleichen habe –
und nicht dem damals üblichen kommerziellen Standard von 90 Minuten.
Der Regisseur hatte sich mit der Geschichte des berühmten Ikonenmalers Andrej
Rublow (etwa 1360 bis 1430) etwas Gewaltiges vorgenommen: das Panorama eines
bedeutenden Künstlers , Reflexion über die
Kunst überhaupt und die Einlassung auf
einen wichtigen Abschnitt der russischen
Geschichte, der dem friedfertigen Schaffen
des frommen Malers diametral entgegen
gesetzt war (Fürstenfehden, Tartareneinfall von 1408, u.a.). Tarkowskij zeichnet ein
Bild des russischen Mittelalters, das ohne
jede Schönfärberei ist, gestaltet mit einer
Schärfe und einer manchmal gewalttätigen Überdeutlichkeit, die geboren sind aus
der Sensibilität eines modernen Künstlers.
Sein eigentliches Thema ist die Position des
Künstlers und Intellektuellen in der Welt. Sie
erscheint in der Sicht des Künstlers prekär
und jederzeit bedroht. Der Künstler ist gefangen in einem engmaschigen Netz von
Abhängigkeiten. Die düstere Allegorie des
Tarkowskijschen Mittelalters als mögliche
Geschichtsdeutung auf die Gegenwart hin
war der sowjetischen Zensur unangenehm.
Schnitte wurden verfügt. Die interessierte
Öffentlichkeit konnte den Film erst 1969 in
Cannes sehen, allerdings gegen den Willen
der sowjetischen Instanzen und außer Konkurrenz. Nach dem triumphalen Erfolg in
Cannes wurde Andrej Rubljow erst 1973
für das Ausland freigegeben – fast zehn Jahre nach seinem Entstehen!

1972

SOLARIS

RU 1972, 160 min, SW/Farbe, OmU,
nach dem Roman von Stanislaw Lem
Mi 12., Do 13. August, 20.00
Sa 15., So 16. August, 15.00
Fr 11. September, 20.00, Moviemento
Seit Jahrzehnten steht eine Forschungsstation auf dem Planeten Solaris, der von einem
organischen, intelligenten Ozean bedeckt
ist. Aber die Solaristik tritt auf der Stelle. Die
Besatzung von anfangs 85 Mann schrumpft
auf drei. Der Psychologe Chris Kelvin wird
nach Solaris gesandt, um unerklärlichen
Vorkommnissen nachzuspüren. Er findet die
Station in chaotischem Zustand vor; die Män-

ner sind nervlich zerrüttet, einer hat sich umgebracht. Völlig rätselhaft ist die Existenz weiterer Personen – Kinder und junge Mädchen
– an Bord. Und schließlich steht Kelvin fassungslos vor seiner Frau Harey, die schon vor
Jahren Selbstmord begangen hat. All diese
»Gäste« sind nichts als Materialisationen von
Erinnerungen oder Obsessionen der Männer,
vom Solaris-Ozean produziert… Die Schlusssequenz von Solaris wieder lässt die Deutung zu, dass Tarkowskij, an den Menschen
appelliert, sich nicht in der Wissenschaftlichkeit zu verlieren, wenn der Psychologe Kelvin
wieder in einer Vision von der orbitalen Reise
zurückkehrt, um wie der verlorene Sohn vor
seinem Vater in der Welt irdischer Einfachheit
niederzuknien. Noch Jahre später betonte
Tarkowskij, dass es ihm um Menschheitsfragen gegangen sei, um die Fragen nach Glück,
Tod, Wahrheit, Sinn… – und nicht so sehr um
Science-Fiction-Effekte.

1973/74

DER SPIEGEL

RU 1975, 105 min, SW/Farbe, OmU
Mi 19., Do. 20. August, 20.00
Sa 22., So 23. August, 15.00, Moviemento
Mit diesem Film kehrt der Regisseur aus dem
außerirdischen, spirituell-philosophischen
Weltraum in sein Leben und in die Welt der
Erinnerungen zurück: Dieser Film ist auch
das vielschichtigste und geheimnisvollste
Werk Tarkowskijs und seine Bilder werden
den Betrachter lange begleiten. Die Geschichte zeigt ihren Erzähler Alexis, auf der
Suche nach der verlorenen Zeit und auf der
Suche nach sich selber, nach seinen Erinnerungen… Die Erzählung beginnt um 1930
und endet Anfang der 70er Jahre. Nach seiner glücklichen Kindheit auf einer von Wald
und Wiesen umgebenen Datscha erfolgt die
Trennung der Eltern; während der Vater in
die Stadt zieht und nur mehr gelegentlich ein
Gedicht schickt, bleibt der Sohn bei der Mutter… Immer wieder sind – wie Zeitmarkierungen Wochenschauaufnahmen eingeblendet:
vom Spanischen Bürgerkrieg, von der Belagerung Leningrads, vom Sturm auf Berlin…
Den inneren Halt gegenüber der politischen
Gegenwart vermitteln die überlieferten kulturellen Werte: Kafka klingt an, Dostojewski.
Leonardo da Vincis Bild der Muttergottes mit
dem Heiligen Johannes, dem Jesusknaben
und einem Engel, die sogenannte »Vergine
delle rocce« erscheint im Film.

1979

STALKER

RU 1997, 154 min, Farbe, OmU
Mi 26., Do. 27. August, 20.00
Sa 29., So 30. August, 15.00, Moviemento
Dies ist der letzte Film Tarkowskijs, der in
der Sowjetunion entstanden ist: Unter der
Führung des Stalkers, eines Pfadfinders
und Ortskundigen, begeben sich ein Wissenschafter und ein Schriftsteller in die
mysteriöse, verfallene und wasserdurchzogene Industrielandschaft – genannt »Zone«.
Auf dem gottverlassenen Terrain soll es angeblich einen Platz geben, an dem die geheimnisvollsten Wünsche der Menschen in
Erfüllung gehen. Schließlich werden an diesem sagenhaften Ort die unterschiedlichen
Motive der Protagonisten offenbart. Die
Expedition wird zu einer Bewusstseinsreise
und liefert Ausblicke auf eine gescheiterte
Zivilisation...
1983 emigrierte Andreij Tarkowskij mit seiner zweiten Frau Larissa nach Italien und
verwirklichte dort seinen ersten Film außerhalb seiner Heimat, nach der er sich bis in
den Tod unendlich sehnte. Der Film heißt
daher nicht zufällig »Nostalghia«!
Er erkrankt 1986 an Krebs. Als sein Sohn
1986 auf Intervention von Staatspräsident
Mitterand bei Generalsekretär Gorbatschow ausreisen darf, liegt sein Vater auf
dem Sterbebett. Er stirbt am 29. Dezember
1986. Bei seinem Begräbnis spielt vor der
russisch-orthodoxen Kirche und vor einer
unübersehbaren Trauergemeinde einer seiner besten Freunde, Mstislaw Rostropovic
unter Tränen aus der Solosuite in d-moll von
J.S. Bach, dem absoluten Lieblingskomponisten Tarkowskijs.

1983

NOSTALGHIA

RU 1983, 126 min, SW/Farbe
Mi 2., Do. 3. September, 20.00
Sa 5., So 6. Sept., 15.00, Moviemento
Der Held dieses Films ist der Dichter Gortschakov. Er ist auf den Spuren des Komponisten Sosnowskij um Material zu sammeln,
das er über dessen Leben schreiben will.
Sosnowkij war ein Leibeigener, der trotz Anerkennung und Ruhm in Italien wieder nach

Russland zu seinem Herrn zurückkehrte.
Dort beging er Selbstmord. Dieses Heimweh mit Todesahnung in sich bestimmt
nun auch Gortschakov, der, ein Fremder in
einer fremden Welt von der schönen Eugenia, engelsgleiches Wesen der Faszination,
das doch nicht die Frauen, allen voran seine Mutter und seine Ehefrau, vergessen
machen kann. Der Dichter trifft den vermeintlichen Irren, der nach Rom reist, um
sich dort aus Protest gegen die Selbstzerstörung der Menschheit (1983!) selbst zu
verbrennen. Vorher hatte der Gortschakov
ihm eine Kerze übergeben, mit der dieser
einen dreimaligen Versuch unternimmt ein
geleertes Thermalbecken zu durchwaten –
ein gleichnishafter Vorgang von ungeheurer
Eindruckskraft. Der Dichter, der ein kleines,
flackerndes Kerzenlicht vor dem Erlöschen
bewahrt für die eng umschriebene Strecke
eines schlüpfrigen Weges: Lebenslicht, Hoffnungslicht, Geisteslicht, Licht des Schöpferwillens des Künstlers…? Gortschakov stirbt
in Italien, erreicht nicht mehr das Ziel seines
Heimwehs …
Die erste Einstellung seines ersten Films
zeigt ein Kind, das neben einem jungen
Baum steht. Die letzte Einstellung seines
letzten Films zeigt ein Kind, das unter einem
abgestorbenen Baum liegt. Man könnte darunter einen sich schließenden Kreis und
ein Zeichen des Abschieds sehen. Aber als
Andrej diese Einstellung drehte, wusste er
nicht einmal, dass er krank war. Ein Rätsel,
das jeder mit Hilfe seiner eigenen Codes
entschlüsseln wird. Andere halten uns Moralpredigten, die ganz Großen lassen uns
mit unsrer Freiheit allein. Jeder wird für sich
entscheiden müssen, ob der Ozean aus
Solaris und die Zone aus Stalker existiert. Jeder wird seinen eigenen Schlüssel
finden müssen, um das Haus Tarkowskijs zu
betreten, des einzigen Regisseurs, dessen
Werk zwischen zwei Kindern und zwei Bäumen Platz findet. Auf seinem Grabstein im
russisch-orthodoxen Friedhof, nahe bei Paris, ist zu lesen: »Der Mann, der einen Engel
gesehen hat«

Lesempfehlung:
»Die versiegelte Zeit. Gedanken zur Kunst,
zur Ästhetik und Poetik des Films«
von Andreij Tarkowskij (Alexander-Verlag)
»Solaris«
von Stanislaw Lem (List Taschenbuch)
5

TaXi Teheran

alles mögliche aus, geht zum Psychologen,
macht Entspannungsübungen. Nichts hilft
wirklich. Ihr Sohn kann bald nichts mehr mit
ihr anfangen. Auch Uli verliert langsam die
Geduld. Eine Tragikomödie, die ernsthaft
und mit trockenem Humor, unverkrampft
und anschaulich die Krankheit Depression
und deren Auswirkungen auf die Beziehung
zum Partner und zum Kind schildert. Der
mit dem Hessischen Filmpreis prämierte
Film basiert auch auf eigenen Erfahrungen
der Regisseurin Sonja Heiss (HOTEL VERY
WELCOME) und zeichnet auch das liebevolle Porträt einer leicht verrückten, modernen
Kleinfamilie. Mit Laura Tonke hat Heiss eine
Hauptdarstellerin, die glaubwürdig jede Nuance von kindlich ausgelassen bis tief verzweifelt durchspielt.
REGIESTATEMENT
Nachdem es in meinem letzten Film HOTEL VERY WELCOME um die Sinnsuche
einer Generation ging, wollte ich mit HEDI
SCHNEIDER STECKT FEST vor allem eine
Liebesgeschichte erzählen. Ich wollte von
der Fragilität einer großen Liebe erzählen,
indem ich sie durch die plötzliche Schwächung einer der Liebenden in ein gefährliches Ungleichgewicht bringe. Eine Liebe,
in der die Angststörung einer Figur wie ein
Störenfried Unheil anrichtet.
Mir war dabei jedoch sehr wichtig, dass der
Fokus immer auf den Figuren und ihrer Beziehung liegt. Der innere Schrecken einer
psychischen Krise ist für mich ohnehin unverfilmbar. Man kann ihn kaum in Worte und
noch weniger in Bilder fassen. Auch deshalb
wollte ich nicht die Krankheit beobachten,
sondern untersuchen, was eine solche
Krankheit mit der Liebe macht, was mit einem Paar – oder auch einer kleinen Familie
– in einer solchen Situation passiert.

Der Schwere der Themen Angststörung
und Depression begegnet Regisseurin Sonja Heiss mit großer Leichtigkeit und einem
wunderbar musikalischen Film, der mit
aufrichtigen Dialogen und entwaffnendem
Humor stets den richtigen Ton trifft. Einem
Film, der nicht zuletzt durch Laura Tonke,
die als Hedi Schneider eine schlicht grandiose schauspielerische Leistung zeigt,
zu einer besonderen Kinoerfahrung wird.
– 3Sat close up
So cool, so ernst: HEDI SCHNEIDER
STECKT FEST. Ein leichter Film, der selbst in
schrecklichen Situationen seinen Witz nicht
verliert. – Tagesspiegel
6

Liebe auf den ersten schlag

Am Grünen rand der welt

Liebe auf den
ersten Schlag

Am grünen Rand
der Welt

Les Combattants

Far from the Madding Crowd

FR 2014, 99 min, Französisch OmU,
R: Thomas Cailley, B: Thomas Cailley,
Claude Le Pape, K: David Cailley,
S: Lilian Corbeille, D: Adèle Haenel,
Kévin Azaïs, Antoine Laurent, Brigitte
Roüan, William Lebghil, Thibault Berducat
César 2015: Bester Erstlingsfilm,
Beste Darstellerin – Adèle Haenel,
Bester Nachwuchsdarsteller – Kévin Azaïs

US/GB 2015, 119 min, Englisch OmU,
R: Thomas Vinterberg,
B: David Nicholls, nach der Buchvorlage
von Thomas Hardy, K: Charlotte Bruus
Christensen, S: Claire Simpson,
D: Carey Mulligan, Matthias Schoenaerts,
Michael Sheen, Tom Sturridge,
Juno Temple, Jessica Barden

Ab Freitag, 3. Juli
Skurrile Romanze um einen jungen Mann,
der seinen Sommerurlaub verbringen will
wie immer, und einer jungen Frau, die für
den Kampf ums nackte Überleben trainiert.
Nach dem Tod des Vaters übernimmt der
junge Arnaud mit seinem Bruder den Familienbetrieb, eine kleine Tischlerei. Durch
die Begegnung mit der schroffen Madeleine
gerät sein Weltbild ins Wanken. Als sie sich
zu einem Survival-Training bei der Armee
anmeldet, folgt er ihr und schnuppert hinein in den harten Drill. Doch dann haut er
ab und sie schließt sich ihm an. Es beginnt
ein Überlebenstraining, bei dem die beiden
zu einem Liebespaar werden und in höchste
Not geraten. Thomas Cailley erzählt in seinem ersten Langfilm eine sehr ungewöhnliche Love-Story zwischen zwei total gegensätzlichen Menschen, einer starken Frau
und einem Mann, der erst langsam zum
Kinohelden reift. Der Film greift die Ängste
junger Leute auf und nimmt sie ernst, verliert dennoch nicht seine Leichtigkeit und
seinen Humor. Die Botschaft der unkonventionell romantischen Komödie heißt, sich
nicht unterkriegen zu lassen, den eigenen
Weg zu gehen. Und das verkörpern die mit
einem César ausgezeichneten Hauptdarsteller Adèle Haenels und Kévin Azais überzeugend. Eine unkonventionelle Love-Story,
die gespannt macht auf weitere Regiearbeiten von Cailley.

Thomas Cailleys Film ist eine Liebesgeschichte, gepaart mit einer Geschichte vom
Überleben. Er ist eine sonderbare Mischung
von CASABLANCA und RAMBO. Besonders
Hauptdarstellerin Adèle Haenel ist eine
Wucht. – Tagesanzeiger
Ein angenehmer, sommerlicher Kurztrip.
– filmosophie.com

Ab Freitag, 17. Juli
Werkgetreue Verfilmung von Thomas Hardys Roman über eine stolze Gutsbesitzerin
im Viktorianischen England, die von drei
Männern begehrt wird, aber unabhängig
bleiben will.
Als Farmer Oak durch einen tragischen
Vorfall alles verliert, treibt ihn das Schicksal
zum Hof von Bathsheba, den er vor einem
Großbrand rettet. Niemand ahnt, dass Oak,
der zum neuen Verwalter bestellt wird, und
die Gutsherrin ein Geheimnis teilen. Als
Bathsheba noch mittellos war, hatte sie
Oaks Heiratsantrag abgelehnt. Ihre Unabhängigkeit verteidigt sie auch gegenüber
ihrem spröden, aber gutmütigen Nachbarn
Boldwood. Doch als Troy, ein von der Liebe
enttäuschter Soldat, mit ihr flirtet, gibt sie
seinen Avancen nach – mit fatalen Folgen.
Thomas Vinterberg hält sich eng an Hardys
Roman, inszeniert sujetgerecht mit schönen Breitwandtableaus, aber auch vielen
Nahaufnahmen. Craig Armstrongs Musik
unterstreicht den romantischen Ton dieser
Adaption, die als Zeitreise in das Viktorianische Universum wie auch als Porträt einer
Frau überzeugt, die ihre Unabhängigkeit
nicht opfern will. Vinterbergs Verfilmung
wirkt durch Carey Mulligans Lieblichkeit etwas sanfter als »Die Herrin von Thornhill«,
die berühmte Adaption von 1967, die Arroganz und Strenge stärker betonte.

Ein höchst unterhaltsamer Kostümfilm
als lässige Romanze mit EmanzipationsAnspruch. – programmkino.de
Nach dem Drama Die Jagd [...] zeigt der
Dogma-Däne Thomas Vinterberg in der
wunderbar fotografierten und mit Carey
Mulligan, Matthias Schoenaerts und Michael Sheen exzellent besetzten Thomas
Hardy-Verfilmung erneut sein Können. –
Filmtabs.de

amy

Amy
GB 2015, 127 min, Englisch OmU,
R: Asif Kapadia, S: Chris King
Ab Freitag, 17. Juli
Premiere im Sommerkino:
Mittwoch, 15. Juli, 21.15
Aufwühlender Dokumentarfilm von Asif
Kapdia (SENNA) über die für ihre Musik
und ihre Exzesse berühmte, leider zu früh
verstorbene Sängerin, Amy Winehouse.
Amy Winehouse, die Beehive-Ikone mit der
unvergleichlichen Soulstimme, die mit ihren
persönlichen Texten Millionen Menschen
bewegte und sechs Grammys einheimsen
konnte: Das ist dieselbe Amy, deren Drogenexzesse die Schlagzeilen weit über England hinaus bestimmten, deren betrunkene
Auftritte für Aufsehen sorgten und die am
23. Juli 2011 viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen musste. Wer aber war die
Amy hinter den Kulissen? Was spornte sie
an auf ihrem Weg, und wer waren ihre Begleiter? Der Dokumentarfilm AMY erzählt
mit großer Sensibilität die Geschichte einer
Ausnahmekünstlerin, die eine unendliche
Leidenschaft für die Musik, viel Humor und
immer ihren eigenen Kopf hatte, aber auch
ihre Unsicherheiten, ihre Zwänge und ein
unersättliches Verlangen, geliebt zu werden.
Der Film zeigt einen fröhlichen Teenager, die
junge Jazzsängerin, die ihre musikalische
Heimat auf kleinen Festivals und in Independent-Clubs fand. Er begleitet sie weiter
durch die Zeit des plötzlichen Ruhms, der
großen Shows und Duette (u.a. mit JazzLegende Tony Bennett) und die Versuche,
wieder zu sich zu finden. Dabei ist AMY so
ehrlich, roh und überraschend wie seine
Protagonistin selbst. Amy Winehouse besaß ein musikalisches Talent, wie es in jeder
Generation wohl nur einmal vorkommt. Und
mit Hits wie »Rehab« und dem zugehörigen
Album »Back to Black« stieg sie schließlich
zur erfolgreichsten Künstlerin ihrer Zeit auf.
Regisseur Asif Kapadia, für seine Dokumentation SENNA 2012 mit einem Bafta Award
ausgezeichnet, gelingt es, dem unvergleichlichen künstlerischen Aufstieg und harten
Zusammenbruch seiner Heldin ehrlich und
schonungslos zu folgen. Als filmisch musikalisches Fotoalbum verliert die sensible
Charakterstudie trotz privater Einblicke nie
den Respekt vor dem Menschen hinter dem
großen Namen. AMY feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seine
von Publikum und Kritik umjubelte Premiere.

Dior und ich

Die aufwändig zusammengestellte Dokumentation trumpft groß auf mit unzähligen
bisher unveröffentlichten Archivaufnahmen
und Interviews. Das ist interessant und auch
bedrückend. Wenn Amy mit über zwei Stunden auch etwas gar lange dauert, so ist er
doch ein würdiger Abschied der jungen
Frau. – outnow.ch

Dior und Ich
Dior and I
FR 2014, 89 min, Französisch OmU,
R/B: Frédéric Tcheng,
K: Gilles Piquard,
S: Julio C. Perez IV, Frédéric Tcheng,

Ab Freitag, 4. September
Dokumentarfilm, der einen Blick hinter die
Kulissen des Modehauses von Christian
Dior wirft und den neuen Chefdesigner Raf
Simons bei der Arbeit beobachtet.
Die Fashion Dokumentation DIOR UND ICH
gewährt nie gesehene, private Einblicke in
die vielschichtige Welt des Modehauses
Dior und einen einmaligen Blick hinter die
Kulissen während der nur zweimonatigen
Entstehung der ersten Haute Couture Kollektion des neu ernannten Chefdesigners
Raf Simons – eine wahre Herzensarbeit
und das Ergebnis des perfekten Zusammenspiels eines leidenschaftlichen Teams,
das nach der spontanen Ernennung von
Raf Simons vor einer großen Herausforderung steht. Regisseur Frédéric Tcheng
kommt dem scheuen Genie ungewöhnlich
nah und stellt eine überraschende Parallele
zu Christian Dior her. DIOR UND ICH fängt
all die schönen und echten, herzlichen und
stressigen, lustigen und mitfühlenden Momente ein: als Raf Simons dem Atelier zum
ersten Mal vorgestellt wird, als er seinem
Atelier-Team scheinbar unmöglich zu realisierende Entwürfe zeigt, seine Ideen Gestalt
annehmen und endlich der große Moment
der Show gekommen ist.
Noch nie hat ein Filmteam die Arbeit im legendären Modehaus Dior derart hautnah
begleiten dürfen. Dabei werden die inneren
Mechanismen des Ateliers von den kreativen
Entwürfen des Chefdesigners bis zur Umsetzung durch die professionellen Schneiderinnen im Atelier ebenso dokumentiert wie
die persönlichen Beziehungen, die sich zwischen den Mitarbeitern entwickeln.

Escobar – Paradise Lost

Escobar –
Paradise Lost
FR/ES/BE/PA 2014, 114 min, Englisch
OmU, R/B: Andrea Di Stefano,
K: Luis Sansans, S: Maryline Monthieux,
David Brenner, D: Josh Hutcherson,
Benicio Del Toro, Brady Corbet,
Claudia Traisac, Ana Girardot,
Carlos Bardem
Ab Freitag, 10. Juli
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 7. Juli, 21.15
Krimidrama über einen jungen Amerikaner, der in die Familie von Drogenboss Pablo Escobar aufgenommen wird.
Der junge Surfer Nick Brady will sich gemeinsam mit seinem Bruder Dylan an der
kolumbianischen Küste den Traum einer
eigenen Surfschule erfüllen. Dort verliebt
sich Nick in Maria, die Nichte des berüchtigten kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar. Das anfänglich unbeschwerte
Liebesglück – wohlwollend geduldet vom
mächtigen »Patrón« – ist jedoch nicht von
langer Dauer. Marias skrupelloser Onkel
führt einen blutigen Kampf gegen die kolumbianische Regierung. Mehr und mehr lässt
sich der unbedarfte Nick in die schmutzigen
Machenschaften des Medellín-Kartells verstricken, bis Escobar schließlich seinen neugewonnenen »Sohn« vor eine folgenschwere, tödliche Entscheidung stellt.
Eine Art »Escobar privat« liefert Andrea Di
Stefano in seinem Kinoerstling vor traumhafter Palmenkulisse. Er zeigt eher den Familienmenschen als den notorischen Verbrecher. Mit differenziertem Spiel erweckt
Oscar-Preisträger Benicio del Toro den monomanen Gangster zum Leben, geschickt
mixt der Filmemacher nach eigenem Skript
Fakten mit Fiktion. Aus der Perspektive
Nicks, der mit Josh Hutcherson ansehnlich
besetzt ist, wird das (Kriminal-)Drama erzählt, als formschönes »love interest« gefällt
Soap-Star Claudia Traisac.
ESCOBAR – PARADISE LOST ist ein packender Thriller, der gepaart mit einer romantischen Liebesgeschichte, episch und mitreißend aus dem Leben des berüchtigten
Drogenbarons erzählt. Perfekt besetzt mit
Benicio del Toro (TRAFFIC – MACHT DES
KARTELLS, CHE) als Pablo Escobar sowie
Josh Hutcherson (7 TAGE IN HAVANNA,
MITTERNACHTSZIRKUS) und Brady Corbet
(THIRTEEN, FUNNY GAMES).
7

Mama gegen papa

Mama gegen Papa

Slow West

Papa ou maman

US/NZ 2014, 84 min, Englisch OmU,
R/B: John Maclean, K: Robbie Ryan,
S: Jon Gregory, Roland Gallois,
D: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee,
Caren Pistorius, Ben Mendelsohn,
Rory McCann, Brooke Williams

FR/BE 2015, 85 min, Französisch OmU,
R: Martin Bourboulon,
B: Alexandre de la Patellière,
Matthieu Delaporte, K: Laurent Dailland,
S: Virginie Bruant, D: Marina Foïs,
Laurent Lafitte, Alexandre Desrousseaux,
Anna Lemarchand, Achille Potier,
Judith El Zein
Ab Donnerstag, 9. Juli
Beim Rosenkrieg auf Französisch liefern
sich Marina Foïs und Laurent Lafitte einen
harten Schlagabtausch bis zum versöhnlichen Ende.
Florence und Vincent Leroy sind ein Vorzeigepaar. Sie haben tolle Jobs, führen eine
augenscheinlich perfekte Ehe mit drei wohlgeratenen Kindern. Irgendwann aber ist ihnen die Leidenschaft abhanden gekommen.
Und jetzt soll auch ihre Scheidung ein Erfolg
werden. Gütertrennung? Sorgerecht? Alles
einvernehmlich geregelt. Doch dann bekommen beide das Jobangebot ihres Lebens.
Nur die Kids stehen dem Karriereschritt
der zukünftigen Single-Eltern im Weg! Von
nun an lassen Florence und Vincent nichts
unversucht, sich selbst in ein schlechtes
Licht zu stellen, damit sich die Kinder für
den jeweils anderen Elternteil entscheiden.
Ein absurder Rosenkrieg mit umgekehrten
Vorzeichen um das Sorgerecht beginnt...
Scheidung auf Französisch: Politisch unkorrekt, erfrischend böse und überraschend
aberwitzig hat Regie-Newcomer Martin
Bourboulon, eine temperamentvolle EheKomödie in Szene gesetzt, die sich hinter
Hollywood-Kultfilmen wie DER ROSENKRIEG nicht verstecken muss. Das Drehbuch schrieben Matthieu Delaporte und
Alexandre de La Patellière, die Autoren des
Theater- und Kinoerfolgs DER VORNAME,
und sie beweisen auch hier erneut, dass sie
Meister der scharfen Bonmots, grausamen
Sticheleien und unerwarteten Wendungen
sind. Trotzdem ist ein Film natürlich immer
nur so gut wie seine Stars. Deshalb setzen
die Macher auf zwei der größten Namen
der französischen Kinolandschaft: Marina
Foïs (Sehnsucht nach Paris, POLIEZEI)
und Laurent Lafitte (DIE SCHÖNEN TAGE,
EIN MORDSTEAM), die sich einen hinreißend gnadenlosen Schlagabtausch liefern.
In Frankreich wurde MAMA GEGEN PAPA zu
einem Kassenschlager und lockte bislang
rund 3 Millionen Zuschauer in die Kinos.
8

Slow West

Ab Freitag, 31. Juli
Premiere im SommerkiNO:
Dienstag, 28. Juli, 21.00
Western-Drama um einen jungen Mann,
der seiner großen Liebe in den Wilden
Westen folgt.
Im amerikanischen Westen des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist kaum jemand so
sehr fehl am Platz wie Jay Cavendish. Der
naive 16-Jährige und Sohn aus adligem Hause ist auf eigene Faust aus Schottland aufgebrochen, um das Mädchen zu finden, an
das er sein Herz verloren hat. Doch obwohl
er mit einem Kompass auf seinem Pferd unterwegs ist und nachts mit Revolver in der
Hand schläft, ist er überhaupt nicht vorbereitet auf das Abenteuer, das ihn in Colorado erwartet. Da kommt der wortkarge, aber
treffsichere Vagabund Silas, der sich ihm als
Wegbegleiter Richtung Westen anbietet, gerade recht. Dass der Fremde dabei auf mehr
aus ist als die 100 Dollar, die er für seine
Dienste verlangt, ahnt Jay nicht. Denn tatsächlich ist auf seine Angebetete und ihren
Vater in der neuen Welt ein hohes Kopfgeld
ausgesetzt – und so sind Wölfe und Indianer bald nicht die einzigen, die Jay und Silas
durch Prärien und Wälder verfolgen.
Den klassischen Regeln des Western zu folgen und dem Genre gleichzeitig zu frischem
Wind und einem modernen Anstrich zu
verhelfen – dieses bemerkenswerte Kunststück gelingt SLOW WEST auf spannende
und unterhaltsame Weise. Die Hauptrolle
der ebenso bildgewaltigen wie poetischen
Geschichte spielt Shooting Star Kodi SmitMcPhee, der mit der Bestseller-Verfilmung
THE ROAD bekannt wurde und zuletzt in
PLANET DER AFFEN: REVOLUTION zu sehen war. Tatkräftige und bisweilen undurchsichtige Unterstützung bekommt er dabei
von Michael Fassbender, der nach Filmen
wie INGLOURIOUS BASTERDS, SHAME und
12 YEARS A SLAVE seine Karriere mit SLOW
WEST um eine faszinierende neue Facette
ergänzt. Für den Schotten John Maclean,
seines Zeichens Gründungsmitglied der
erfolgreichen Indie-Band »The Beta Band«,
stellt SLOW WEST sein Kinodebüt dar. Zu-

Minions

vor hatte der Regisseur und Drehbuchautor für den Kurzfilm PITCH BLACK HEIST
bereits einen BAFTA Award gewonnen. Seine Weltpremiere feierte SLOW WEST 2015
beim Sundance Film Festival, wo er mit dem
Grand Jury Prize ausgezeichnet wurde.

Minions
US 2015, 119 min, 3D, Englisch OmU,
R: Pierre Coffin, Kyle Balda,
B: Brian Lynch, Ken Daurio, Cinco Paul

Ab Freitag, 3. Juli
Erstes Spinoff des ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH-Franchise, in dem die
Minions sich als Handlanger des ersten
weiblichen Superbösewichts andienen.
Die Geschichte von Universal Pictures und
den Illumination Entertainment Minions beginnt am Anfang der Zeitrechnung. Allmählich entwickelten sich aus den ursprünglichen gelben Einzellern die Minions, die stets
den unverbesserlichsten aller unverbesserlichen Herren zu dienen haben. Allerdings war
das Glück der Minions nie von Dauer. Von
T.Rex bis Napoleon konnten sie keinen Herrscher für sich behalten. So standen sie eines
Tages herrenlos da – und verfielen in tiefe
Depression. Nur ein Minion, Kevin, hat einen
Plan. Zusammen mit seinem rebellischen
Teenie-Kumpel Stuart und dem liebenswerten Mini-Minion Bob macht sich das Trio auf
die Socken, um irgendwo in der Welt einen
neuen, schrecklichen Herren und Meister zu
finden, dem sie fortan folgen können. Ihre
aufregende Mission führt sie zu ihrem potentiellen nächsten Meister: Scarlett Overkill
(im Original mit der Stimme von Oscar-Gewinnerin Sandra Bullock besetzt), die erste
weibliche Superschurkin der Welt! Doch
zuvor gilt es, zahlreiche Abenteuer – etwa
in der frostigen Antarktis oder im quirligen
New York – zu bestehen. Doch ihre größte
Aufgabe erwartet sie im London der Swingin’
60ies, wo sie die gesamte Minion-Population
vor dem Aussterben zu retten versuchen
müssen. Untermalt von vielen zeitlosen Hits
der 60er Jahre, faszinieren die Minions in
ihrem ersten eigenen Film, produziert von
den Illumination-Stars Chris Meledandri und
Janet Healy. Regie führten Pierre Coffin und
Kyle Balda, das Drehbuch stammt aus der
Feder von Brian Lynch und verantwortlich für
die Produktion zeichnete Chris Renaud.

Buoni a nulla

Buoni a Nulla
IT 2014, 87 min, Italienisch OmU,
R: Gianni Di Gregorio,
B: G. Di Gregoria, Pietro Albino Di Pasquale,
K: Gian Enrico Bianchi, S: Marco Spoletini,
D: Gianni Di Gregorio, Marco Marzocca,
Valentina Lodovini, Daniela Giordano,
Gianfelice Imparato, Marco Messeri
Ab Freitag, 7. August
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 25. August, 20.30
Nach FESTMAHL IM AUGUST und GIANNI
UND DIE FRAUEN eine neue bezaubernde,
unterhaltsame und beschwingte Komödie
von Gianni di Gregorio.
Kurz bevor Gianni seinen wohlverdienten
Ruhestand antreten kann, eröffnet ihm
sein Chef, dass die italienische Regierung
die Pensionierungsbedingungen geändert
hat. Nicht nur soll Gianni zwei Jahre länger
arbeiten, sondern er wird auch in ein modernes Büro in die Agglomeration Roms
versetzt. Als ob es nicht schon genug wäre,
dass sich seine Exfrau in seine Privatangelegenheiten einmischt und ihn zusammen
mit ihrer Tochter dazu drängt, aus seiner
schönen Altbauwohnung im Zentrum von
Rom auszuziehen, macht ihm nun auch
die neue Chefin das Leben unnötig schwer.
Aber Gianni lässt sich nicht unterkriegen
und beschließt, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen. Zusammen mit seinem neuen
Arbeitskollegen Marco will er sich von nun
an den nötigen Respekt verschaffen.

Eine urkomische und klug ausgedachte Komödie über die Notwendigkeit, sich
Respekt zu verschaffen. Gianni di Gregorio
beglückt uns abermals mit seinem scharfsinnigen Sinn für Humor. – Cineuropa
Gianni Di Gregorio ist als Schauspieler
und Regisseur ein Multitalent, eine Mischung
zwischen Nanni Moretti und Jacques Tati. Die
Handlung und die Dialoge sind ein wahrer
Genuss – köstlich! – prima pagina
Trotz kleinen Slapstickeinlagen inszeniert
di Gregorio erneut eine Comédie humaine
der zarten Töne, wie sie im italienischen,
vom schrillen TV-Klamauk beeinflussten
Kino selten zu finden ist. Die italienische
Kunst des Sichdurchwurstelns wird dabei
ebenso glorifiziert wie auch in ihrer gesellschafts- und geisteslähmenden Ziellosigkeit
hinterfragt und problematisiert. – nzz.ch

Learning to Drive

Learning
to Drive
US 2014, 90 min, Englisch OmU,
R: Isabel Coixet, B: Sarah Kernochan,
K: Manel Ruiz, S: Thelma Schoonmaker,
Keith Reamer, D: Patricia Clarkson,
Sir Ben Kingsley, Grace Gummer, Jake
Weber, Sarita Choudhury, Matt Salinger
Ab Freitag, 7. August
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 4. August, 20.45
Romantische Tragikomödie in der eine
geschiedene Autorin aus Manhattan Fahrstunden bei einem Sikh nimmt.
Eine New Yorker Schriftstellerin vor dem
Ende ihrer Ehe und ein indischer Taxifahrer
kurz vor der Hochzeit – zwei Menschen, die
unterschiedlicher kaum sein könnten und einander doch ihr Herz öffnen. Als Wendy nach
21 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen
wird, fällt es ihr anfangs schwer, das Leben
plötzlich alleine zu bestreiten. Um ihre Tochter Tasha in Vermont besuchen zu können,
beschließt sie Fahrstunden bei Darwan zu
nehmen. Im Laufe der gemeinsamen Fahrstunden tauchen die impulsive Wendy und
der strenge, aber sanftmütige Darwan immer
tiefer in die so unterschiedliche Lebenswelt
des jeweils anderen ein. Worauf es im Leben
wirklich ankommt, wird beiden jedoch erst
nach und nach wieder bewusst – die Augen
geradeaus in die Zukunft gerichtet mit dem
Mut, alle Herausforderungen zu meistern.
Sensibel, humorvoll und mit einmaligem
Gespür für die schweren und leichten Momente des Lebens: LEARNING TO DRIVE
wird in diesem Sommer Ihr Herz erobern!
Regisseurin Isabel Coixet erzählt eine bewegende Geschichte über Neuanfang,
Culture Clash und eine außergewöhnliche
Freundschaft mit dem unnachahmlichen
Schauspiel-Duo Patricia Clarkson und Ben
Kingsley in den Hauptrollen. Die beiden brillieren als ungleiches Paar, das vom Schicksal zusammengeführt wird. Und auch wenn
sie anfangs scheinbar nur wenig miteinander gemein haben, wagen sie doch eine Reise in die Welt des jeweils andern, die beider
Leben nachhaltig verändern wird.

Coixets Film ist entspanntes, schön anzusehendes Kino, das in Sachen Emotion nicht
übertreibt, sondern wahrhaftig bleibt. Er ist
leise, ruhig, manchmal fast kontemplativ, aber
dadurch umso wirkungsvoller. – cineman.ch

Señor Kaplan

Señor Kaplan
Mr. Kaplan
ES/UY/DE 2014, 98 min, Spanisch OmU,
R/B: Álvaro Brechner, K: Álvaro Gutiérrez,
S: Nacho Ruiz Capillas,
D: Héctor Noguera, Néstor Guzzini,
Rolf Becker, Leonor Svarcas, Nidia Telles,
Gustavo Saffores
Ab Freitag, 14. August
Premiere im Sommerkino:
Freitag, 14. August, 20.45
Drama über einen Rentner in Uruguy, der
im Besitzer einer Strandbar einen alten
Nazi entdeckt zu haben glaubt.
Jacob Kaplan ist 76 Jahre alt, lebt in Montevideo und hat noch immer keine Heldentat vollbracht. Wenig unterscheidet ihn von
seinen alten Freunden in der jüdischen Gemeinde, die einen sonnenverwöhnten, aber
schrecklich gewöhnlichen Lebensabend
verbringen. Doch in Jacob grummelt der Ärger darüber, dass er sein Leben einfach so
verstreichen ließ, ohne dass die Welt durch
ihn eine bessere wurde. Hinzu kommt die
leidige Sehschwäche, die Jacob unerbittlich daran erinnert, dass die Uhr tickt. Aber
als in der Gemeinde das Gerücht kursiert,
ein deutscher Nazi halte sich seit Jahren
an der Küste Uruguays versteckt, klopft
die Gelegenheit an. Jacob verpflichtet den
chaotischen und chronisch abgebrannten
Ex-Polizisten Wilson, mit ihm auf Nazijagd
zu gehen. Gemeinsam entdecken sie vielsagende Spuren, die der Deutsche über die
Jahre beinahe erfolgreich verwischt hat, um
ihn am Ende, so hofft Jacob Kaplan, den israelischen Behörden zu übergeben. Doch
die internationale Operation, die die beiden
anzetteln, ist gefährlicher als sie denken.
Denn gerade als ihr ausgeklügelter Entführungsplan zwischen Tiefkühlfisch und Sinnsuche so richtig Fahrt aufnimmt, kommt der
Deutsche ihnen auf die Schliche.
In glühend-warmen Farben erzählt die uruguayische Komödie SEÑOR KAPLAN von
offenen Rechnungen mit der Geschichte
und ungeraden Bilanzierungen im Alter. Mit
der Leichtigkeit eines Strandausflugs erinnert der Film an eine allzu oft vergessene
Vergangenheit und macht augenzwinkernd
deutlich, dass auch ein Narkotikum für Nilpferde dem kollektiven Gedächtnis auf die
Sprünge helfen kann.
Regiestatement
Altern ist für jeden schwierig. Doch beson9

Das märchen der märchen

ders schmerzhaft ist es für Jacob Kaplan,
der mit seinen 76 Jahren anfängt, sich gefährliche Fragen zu stellen:
 »Welchen Sinn
hatte mein Leben?« und »Habe ich der Welt
dazu verholfen, zu einem besseren Ort zu
werden?«. Als Kind glaubte Kaplan noch
daran, dass ihn ein außergewöhnliches
Schicksal erwarten würde – immerhin trägt
er den Namen des biblischen Patriarchen
Jakob. Doch heute fühlt er sich bedrängt
von den intellektuellen und moralischen
Erwartungen, die er und seine Familie zu erfüllen haben. Als Patriarch ohne Patriarchat,
als ein Mitglied einer Gemeinschaft, die ihn
die meiste Zeit übersieht und als Teil einer
Familie, die kein Interesse an ihrem kulturellen Erbe zeigt. Als Jakob auch noch seinen
Führerschein verliert, befürchtet er, dies sei
ein Zeichen für den Anfang vom Ende. Aber
dann kommt die Gelegenheit, seine letzte
Chance, endlich in ein Abenteuer einzutauchen, das sein Leben vollständig verändern
wird. Gemeinsam mit seinem Weggefährten
Wilson Contreras begibt er sich auf eine epische Reise, die beide Männer auf ganz unterschiedliche Weise prägen wird.

Das Märchen
der Märchen
Tale of Tales
IT/FR 2015, 125 min, Englisch OmU,
R: Matteo Garrone,
B: Edoardo Albinati, Ugo Chiti,
Matteo Garrone, Massimo Gaudioso, nach
der Buchvorlage von Giambattista Basile,
K: Peter Suschitzky, S: Marco Spoletini,
D: Salma Hayek, Vincent Cassel, Toby
Jones, John C. Reilly, Shirley Henderson,
Hayley Carmichael
Ab Donnerstag, 27. August
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 18. August, 20.30
Bildgewaltiges Horror-Märchen das zahlreiche Elemente aus dem 1634 publizierten Klassiker »Das Pentameron« von
Giambattista Basile verwebt.
Der Film erzählt drei Geschichten zwischen
Faszination und Erschrecken: Die Sehnsucht
der Königin von Longtrellis nach einem Erben, die sie das Leben ihres Mannes einbüßen lässt ... Zwei mysteriöse Schwestern, die
die Leidenschaft des Königs von Strongcliff
heraufbeschwören ... Die Besessenheit des
10

Zweite Chance

Königs von Highhills von einem riesenhaften
Floh, der seine Tochter ins Unglück stürzt ...
Diese drei Geschichten verweben das Wunderschöne mit dem Grotesken und schaffen
so ein atemberaubendes und einzigartiges
Werk des europäischen Fantasy-Kinos, eine
Mischung aus Pier Paolo Pasolini und Mario
Bava. Inspiriert durch das berühmte Werk
»Pentamerone« oder »Il Racconto dei Racconti« des neapolitanischen Barock-Autors
Giambattista Basile, hat Kultregisseur Matteo Garrone (GOMORRHA – REISE IN DAS
REICH DER CAMORRA) mit DAS MÄRCHEN
DER MÄRCHEN ein Stück poetische Filmgeschichte geschrieben. Mit gewaltigen Bildern
und von einem großartigen Cast in Szene gesetzt, sorgte der Film bereits bei seiner Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele
in Cannes für Aufsehen.

Trotz aller exzessiven Künstlichkeit, trotz
der scheinbar grenzenlosen Fantasterei ist
dieser Film, sind die Erzählungen, deren er
sich annimmt, im Herzen kunstfeindlich.
[...] Es ist mit Sicherheit nicht angebracht,
hier dem Kurzschluss, das alles sei ein mahnender, vielleicht altbackener Fingerzeig,
der in Richtung unserer Gegenwart klagt,
zu erliegen, dafür gefällt sich Märchen der
Märchen (gottseidank) zu sehr in seiner
mystischen Geschlossenheit, eben in seiner Künstlichkeit. Tatsache aber ist, dass er
von einer tiefen Sehnsucht (das mag für das
Märchen oft, vielleicht sogar im Allgemeinen
gelten) nach sicheren Ordnungen beseelt
ist, der Ordnung der Körper und der Proportionen. – critic.de

Das blaue Zimmer
La chambre bleue
FR 2014, 76 min, Französisch OmU,
R: Mathieu Amalric, B: Mathieu Amalric,
Stéphanie Cléau, nach der Romanvorlage
von Georges Simenon, K: C. Beaucarne,
S: François Gédigier, D: Léa Drucker,
Mathieu Amalric, Stéphanie Cléau, Laurent
Poitreneaux, Serge Bozon, Blutch

Ab Freitag, 17. Juli
Georges-Simenon-Adaption von und mit
dem französischen Schauspielstar Mathieu Amalric: Raffiniertes Verwirrspiel zwischen sinnlichem Liebes- und trockenem
Gerichtsdrama.

Broadway Therapy

Julien Gahyde ist Kleinunternehmer, lebt
glücklich mit Frau und Tochter in einem
schönen Haus. Der soziale Aufstieg ist geschafft, auch wenn er eine gewisse Leere
spürt. Als er zufällig seine Jugendfreundin
Esther trifft, stürzt er sich in eine heiße Affäre, beide sind verheiratet. Ohne den Grund
zu wissen, wird er verhaftet und muss im
Verhör mit Polizei und Psychologe seine
Sicht auf die verbotene Beziehung schildern. Was ist passiert? Ist er Täter oder Opfer einer perfiden weiblichen Intrige?
Amalric bleibt seiner gegen den Strich gebürsteten Erzählweise treu, entwickelt die
Anzeichen des Dramas sukzessive, bis verständlich wird, was der Hauptperson passiert ist. Dabei durchbricht er Zeitebenen,
führt permanent auf falsche Fährten und
verwirrt den Betrachter. Mal verweilt er länger bei der Exploration der Vergangenheit,
dann wieder jagt er durch die Handlung,
an deren Ende zwei Menschen tot sind,
seine Frau und der Gatte der Geliebten. Irgendwann verliert man den Faden und weiß
nicht, ist der Angeklagte Täter oder nur Opfer eines perfiden weiblichen Intrigenspiels.
Dabei erreicht er vielleicht nicht die dunkle
Doppelbödigkeit eines Claude Chabrol (dem
der Stoff von Gérard Depardieu einmal vorgeschlagen wurde), überzeugt dafür aber
mit fast impressionistischen Bildern und
spannt die Zuschauer-Fantasie auf die Folter. Der Schauspieler-Regisseur verkörpert
mit großer Intensität den Wankelmütigen –
ihm gelingt der Spagat zwischen trockenem
Justizprozedere mit endlosen Verhören und
einem mehr spielerischen Whodunit.

LA CHAMBRE BLEUE ist ein einschneidender Film, in dem sich schwindelerregende Abgründe auftun. – arte-tv
Ein Mann, der eines Schwerverbrechens
angeklagt wird. Eine böse Frau, die dem
Film Noir entstiegen ist. Eine verhängnisvolle Affäre und zerredete Leidenschaft.
Ein Gerichtsdrama ohne Wahrheitsfindung.
All das und noch viel mehr ist Das blaue
ZimmeR von und mit Matthieu Amalric.
– programmkino.de
Mit Das blaue ZimmeR hat Mathieu
Amalric seine Doppelrolle als Schauspieler
und Regisseur perfektioniert und zusammen mit seiner Frau als Spiel- und Drehbuchpartnerin die Essenz des SimenonRomans eben so packend wie souverän
in ein unterhaltsames kleines Kunstwerk
überführt. – sennhausersfilmblog.ch

Les grandes ondes (à l'ouest)

Les grandes ondes
(à l'ouest)
CH/FR 2014, 85 min,
Französisch/Portugiesisch OmU,
R: Lionel Baier, B: Lionel Baier, J. Bouissoux,
K: Patrick Lindenmaier, S: Pauline Gaillard,
David Brenner, D: Valérie Donzelli, Michel
Vuillermoz, Patrick Lapp, Francisco Belard,
Jean-Stéphane Bron, Adrien Barazzone
Ab Freitag, 17. Juli
Premiere im Sommerkino:
Dienstag, 14. Juli, 21.15
Drei harm- und glücklose Radioreporter
aus der Schweiz sollen in Portugal Stimmung für die Eidgenossen machen - und
landen mitten in der Nelkenrevolution.
April 1974. Zwei Journalisten vom Schweizer
Radio sollen aus Portugal über die Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft berichten. Bob, ein Techniker
kurz vor dem Ruhestand, begleitet sie mit
seinem unverwüstlichen VW-Bus. Aber an
Ort und Stelle läuft nichts nach Plan: Vor
dem Hintergrund der unvollendeten Kooperationsprojekte, die Salazars Anhängern als
Vorwand für kolonialistische Thesen dienen,
kommt es zur Zerreißprobe zwischen Julie,
der Feministin, und Cauvin, dem durchtriebenen Kriegsreporter. Pelé, der junge portugiesische Dolmetscher, bemüht sich redlich, aber vergeblich: Das kleine Team gibt
sich geschlagen.
Der Wind der Geschichte treibt den VW-Bus
jedoch mitten ins revolutionäre Geschehen.
Cauvin wird zum Volkshelden, obwohl er
kein Wort Portugiesisch spricht; Julie zur
Pasionaria, nur nicht ganz so befreit, wie sie
dachte; und Pelé zum motivierten Revolutionär, allerdings mit Nelkenallergie. Bob wiederum will sich in jener schönen Nacht im
April '74 keinesfalls die sexuelle Freiheit, von
der die gesamte europäische Jugend seit
Mai '68 schwärmt, entgehen lassen.
Aus einem Interview mit
Regisseur Lionel Baier
Wie kam es zu der Idee von zum Film?
2009 wurde ich vom Schweizer Radio aufgefordert, an einer Reihe von Sendungen
zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner
Mauer teilzunehmen. Ich reiste mit zwei
Journalisten und einem Techniker in die
Tschechische Republik. Ich habe ihren Alltag miterlebt, ihre Abende in Provinzhotels,
die Beziehungen zu ihren Vorgesetzten. Ich

Camino de Santiago

begann Notizen zu machen, denn ich hatte
Spaß an unserer kleinen Schweizer Truppe, die in der großen Geschichte Europas
umherirrte. Später haben die realistischen
Elemente der Nelkenrevolution und die
Schweizer Berichterstattung darüber das
Drehbuch von Les grandes ondes (à
l'ouest) zusätzlich bereichert.

Camino de Santiago
CH 2015, 82 min, OdF,
R: Jonas Frei, Manuel Schweizer,
B: Ivan Hernandez, Manuel Schweizer,
K: Alan Sahin, Manuel Schweizer,
Jonas Frei, S: Alan Sahin,

Ab Freitag, 10. Juli
Dokumentation über den Jakobsweg und
die verschiedenen Schicksale seiner Pilger.
Ein Weg, tausend Schicksale. Lebens- und
Leidensgeschichten, Familien und Aussteiger, Hoffnungsvolle und Verzweifelte: Der
Camino de Santiago (Jakobsweg) lockt
jedes Jahr unzählige Menschen auf eine
Reise zu sich selbst. Einige suchen die Entspannung, andere das Abenteuer oder eine
spirituelle Erfahrung. An einem bestimmten
Punkt kreuzen sich die Wege dieser Menschen. Der Dokumentarfilm CAMINO DE
SANTIAGO zeigt, dass es auf dem Jakobsweg um weit mehr als nur um eine Pilgerreise geht. Zwischen schönen Landschaften,
kulinarischen Erlebnissen und viel Musik
prallen Welten aufeinander, die nicht selten
echte Freundschaften zur Folge hat. Hier
treffen glückliche und tragische Lebensgeschichten aufeinander und verschmelzen
auf und mit dem Weg, der längst selbst zur
Legende geworden ist.
Über 200.000 Menschen machen sich jedes
Jahr auf, die ehemalige hochmittelalterliche
Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von
den Pyrenäen zum Jakobsgrab in Santiago
de Compostela in Galicien (Spanien), zu
Fuß zu erkunden. Die Regisseure Jonas Frei
und Manuel Schweizer setzen die Route und
seine vielfältigen, einzigartigen Naturlandschaften in wundervollen Bildern in Szene.
Der Weg und seine Geschichte, aber auch
die Geschichten der Menschen, die Frei und
Schweizer entlang der Strecke getroffen
haben, erzählen von kleinen und großen
Abenteuern einer Reise, die ebenso populär wie individuell ist.Der Dokumentarfilm

Highway to Hellas

bewegt sich auf dem Jakobsweg, begegnet
dabei den unterschiedlichsten Menschen,
ihren ganz eigenen Lebensgeschichten und
Erkenntnissen. Wir wandern mit, auf diesem
geschichts- und symbolträchtigen Weg, bei
dem es um weit mehr als das reine Pilgern
geht. So glücklich viele Leute auf dem Weg
sind oder werden, so groß ist der Kontrast
der traurigen und tragischen Geschichten
mancher. CAMINO DE SANTIGO macht die
Faszination des Pilgerns erlebbar: Schöne
Landschaften, feines Essen, nette Bekanntschaften, frohe Musik, Freud und Leid. Willkommen auf dem Jakobsweg.

Highway to Hellas
DE 2015, 89 min, OdF, R: Aron Lehmann,
B: Arnd Schimkat, Moses Wolff, Aron
Lehmann, K: Nikolaus Summerer, S: Simon
Gstöttmayr, D: Christoph Maria Herbst,
Adam Bousdoukos, Akillas Karazisis,
Christos Valavanidis, Giorgos Kotanidis,
Georgia Tsangkaraki

Ab Freitag, 7. August
Culture-Clash-Komödie um einen Deutschen, der auf einer griechischen Insel die
Kreditwürdigkeit der Bewohner prüfen will.
Die Deutschen kommen! Um mal wieder
zu schnüffeln und zu kontrollieren, weil die
Griechen wie immer unter dem Verdacht
stehen, gelogen und betrogen zu haben. Zu
Recht! Jörg Geissner, ein Angestellter der
Münchner AVO-Bank, erreicht die kleine,
griechische Insel Paladiki, um dort die Sicherheiten für einen vor Jahren gewährten
Kredit zu überprüfen. Sein Verdacht: die
angegeben Sicherheiten – ein Krankenhaus
und ein Elektrizitätswerk – existieren nicht.
Doch die Griechen sind nicht dumm. Geissner soll ihnen erst einmal beweisen, dass die
Sicherheiten nicht existieren! Für den überforderten Bankangestellten beginnt eine unerwartete Odyssee, bei welcher er auf sich
allein gestellt ist. Er gegen den Rest der Insel. Und als ständiger Begleiter der gewitzte
Gigolo und Deutsch-Grieche Panos, welcher
dafür sorgt, dass Geissner auf seiner Suche
nach dem Elektrizitätswerk nicht zu schnell
vorankommt. Währenddessen versucht
Paladikis Bürgermeister Spyros in seiner
Verzweiflung etwas herzuzaubern, das wenigstens bei Nacht und im betrunkenen
Zustand annähernd so aussieht, als könn11

DUFF.– Hast du keine, bist du eine

te es ein Elektrizitätswerk sein. Der Verlust
des Kredits wäre für seine ohnehin schon
völlig verarmte Insel eine Katastrophe und
würde den sicheren Bankrott bedeuten. So
folgen ereignisreiche Tage auf der Insel Paladiki, in welchen sich ein klappriger Schafstall in ein E-Werk verwandelt und sich der
penible Wirtschaftsprüfer Geissner und der
freiheitsliebenden Lebemann Panos auf
den gemeinsamen Irrfahrten näher kennen
– und irgendwie auch mögen lernen. Vor
allem Geissner verändert die Reise. Er trifft
die junge, schrullige Witwe Eleni und macht
Bekanntschaft mit Panos unehelichen Sohn
Dimitri, der mit seiner alleinerziehenden
Mutter Maria versucht, das letzte noch
bestehende Hotel im Ort irgendwie über
Wasser zu halten. Je mehr Geissner Einblick in die Geschichten und den Alltag der
Leute hier bekommt, umso mehr wird ihm
die Brisanz seiner Rolle klar: Der Ausgang
seiner Reise entscheidet über die Zukunft
dieser Insel und Geissner muss sich die Frage stellen, wem gegenüber er sich wirklich
verantwortlich fühlt – seiner Bank oder den
Menschen von Paladiki.

DUFF.– Hast du
keine, bist du eine
The Duff
US 2015, 97 min, Englisch OmU,
R: Ari Sandel, B: Josh A. Cagan, nach der
Buchvorlage von Kody Keplinger,
K: David Hennings, S: Wendy Greene
Bricmont, D: Mae Whitman, Robbie Amell,
Bella Thorne, Bianca A. Santos, Skyler
Samuels, Nick Eversman
Ab Freitag, 10. Juli
Highschool-Komödie um eine Schülerin,
die die Hackordnung ihrer Kollegen durcheinander wirbelt.
Seit ihrer Kindheit sind die HighschoolSchülerinnen Bianca, Jess und Casey ein
Herz und eine Seele. Bis Biancas Sandkastenfreund, Football-Star und Mädchenschwarm Wesley, ihr gegenüber beiläufig
erwähnt, dass alle in ihr nur die »DUFF«
(Designated Ugly Fat Friend) sehen: Als weniger attraktives Anhängsel der Clique wird
sie von den Jungs ausgenutzt, um leichter
an Jess und Casey ranzukommen. Wütend
stellt sie ihre Freundinnen zur Rede, die gar
nicht wissen, wie ihnen geschieht. Schließ12

Die Lügen der Sieger

lich eskaliert der Streit in einer »Unfriend«Aktion auf allen sozialen Netzwerken und
Bianca sucht ausgerechnet Rat bei Wesley.
Im Gegenzug für Nachhilfe in Chemie soll
er ihr helfen das unschöne »DUFF«-Label
loszuwerden und ihren Schwarm Toby zu
erobern. Gesagt, getan – wäre da nicht Wesleys zickige Ex Madison, die mit allen Mitteln
versucht, Bianca zu sabotieren.
Bin ich beliebt? Was denken meine Freunde
von mir? Wie erobere ich meine heimliche
Liebe? DUFF ist der Überraschungshit der
aktuellen US-Kinosaison und beschäftigt
sich höchst amüsant mit den ewig gleichen Fragen des Teenager-Daseins. Mit
Charme, Witz und Ironie werden Themen
wie Cyber-Mobbing und Erwachsenwerden
authentisch porträtiert. Die clevere HighSchool-Komödie von Oscar-Gewinner Ari
Sandel (WEST BANK STORY) basiert auf
dem gleichnamigen Roman (deutscher
Titel »Von wegen Liebe«, 2010) von Kody
Keplinger. Die damals 17-jährige verarbeitet
in ihrem Buch die Erfahrungen der eigenen
Schulzeit, in der die Dauerpräsenz auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter,
Instagram und YouTube nicht mehr wegzudenken ist.

Die Lügen
der Sieger
DE/FR 2014, 112 min, OdF, R: Christoph
Hochhäusler, B: Christoph Hochhäusler,
Ulrich Peltzer, K: Reinhold Vorschneider,
S: Stefan Stabenow, D: Florian David Fitz,
Lilith Stangenberg, Horst Kotterba,
Ursina Lardi, Arved Birnbaum, Jakob Diehl
Ab Freitag, 21. August
Thriller um einen ehrgeizigen Enthüllungsjournalisten, der sich in einem Netz aus
Lügen und Intrigen verstrickt.
Fabian Groys ist ein renommierter Journalist in der Hauptstadtredaktion eines politischen Nachrichtenmagazins. Gemeinsam
mit Nadja, einer ihm zugeteilten Praktikantin, recherchiert er eine brisante Story über
die zweifelhafte Invalidenpolitik der Bundeswehr. Als sie ihm wegbricht, weil sein Informant abspringt, schwenkt Groys auf einen
Giftmüllskandal um. Dann mehren sich Anzeichen, dass beide Geschichten zusammenhängen, und die Story nimmt Fahrt auf.
Doch etwas weckt Groys’ Argwohn: Kann er

Boy 7

seinen Informationen wirklich trauen?
In seinem Polit-Thriller DIE LÜGEN DER SIEGER beleuchtet Regisseur Christoph Hochhäusler ein hochaktuelles Thema: Die Auseinandersetzung mit Macht, Lobbyismus
und die Manipulation von Medien. DIE LÜGEN DER SIEGER entspinnt ein geschicktes
Spiel um gezielte Indiskretionen, lancierte
Halbwahrheiten, die Jagd nach der großen
Enthüllungsstory und die mitunter zwielichtige Arbeitsweise von Lobbyisten. So wirft
Hochhäusler einen Blick auf die Akteure
jenseits der öffentlichen Bühne und offenbart, wie sie politische und journalistische
Prozesse beeinflussen und steuern. Damit
geht es in DIE LÜGEN DER SIEGER um nicht
weniger als die Integrität unserer Entscheidungsträger und die Verlässlichkeit unserer
Informationsquellen.

Boy 7
DE 2015, 104 min, OdF, R: Özgür Yildrim,
B: Marco van Geffen, Philip Delmaar,
Özgür Yildirim, nach der Buchvorlage von
Mirjam Mous, K: Matthias Bolliger,
S: Sebastian Thümler, D: David Kross,
Emilia Schüle, Liv Lisa Fries, Ben Münchow,
Jens Harzer, Jörg Hartmann

Ab Freitag, 21. August
Verfilmung des gleichnamigen Romans von
Mirjam Mous über einen jungen Mann, der
sein Gedächtnis verloren hat und feststellt,
dass er sich in Lebensgefahr befindet.
Ein junger Mann kommt mitten in der Nacht
auf den Gleisen in einem U-Bahn-Tunnel
zu sich. Weder erinnert er sich an seinen
Namen, noch weiß er, wie er dorthin gekommen ist. Als er sich plötzlich auf einem
Fahndungsbild entdeckt, begreift er, dass
sein Leben in höchster Gefahr ist. Doch zum
Nachdenken bleibt nicht viel Zeit, denn seine Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen.
Unverhofft findet er ein Tagebuch, verfasst
in seiner eigenen Handschrift und scheinbar
der Schlüssel zu allem. Als schließlich auch
noch eine junge Frau auftaucht, die wie er
eine Brandwunde an der linken Hand hat,
beginnt eine gefährliche Reise in die Vergangenheit. Mit jedem weiteren Puzzlestück
enthüllt sich eine abgründige Verschwörung, die sich in höchste gesellschaftliche
Kreise zieht. BOY 7 entführt uns auf einen
wilden Trip in eine dystopische Welt – mit-

Parcours d'amour

reißend, überraschend und unfassbar spannend. Basierend auf der gleichnamigen
Romanvorlage von Mirjam Mous gelang
Regisseur Özgür Yildirim ein ebenso atmosphärischer wie intelligenter Thriller, visuell
außergewöhnlich und erstklassig besetzt.
Özgür Yildirim beweist auch mit seinem
dritten Kinofilm, dass er wie kaum ein anderer deutscher Regisseur für mitreißendes
deutsches Genre-Kino steht.

Parcours d'amour
FR/DE 2014, 99 min, Französisch OmU,
R/B: Bettina Blümner,
K: Mathias Schöningh, Axel Schneppat,
S: Denise Vindevogel

Ab Freitag, 24. Juli
Dokumentarfilm über Oldies, die in Pariser
Tanzbars nach einem Partner suchen.
Die Pariser Clubszene mal anders: Ältere Damen und Herren treffen sich schick gewandet zum Tanz, bei Walzer, Tango oder Paso
Doble. In schummrigen Etablissements mit
Namen wie »Memphis« oder »Chalet du lac«
kommen sich die Herrschaften näher oder
auch nicht, suchen Zweisamkeit und ein
bisschen Zuneigung. Und manchmal zahlen
betuchte Ladies auch einen schicken »Taxiboy«, der mit ihnen für 60 Euro die Stunde
über das Parkett gleitet. Ein Gentleman gegen Geld. Mit der Metro fahren die meisten
am Ende nach Hause. Allein. Bettina Blümer
gibt Einblick in das wechselhafte Leben der

Hedi Schneider steckt fest

Wunder der Lebenskraft

betagten Protagonisten, die offen von ihren
Erfahrungen und Enttäuschungen, Sehnsüchten und Gefühlen erzählen, aber immer
wieder bereit sind, unter der Disco-Kugel
dem Glück eine Chance zu geben und sei es
nur für kurze Zeit. Es ist bewundernswert,
wie nahe die Regisseurin den Menschen
kommt, ihnen respektvoll zuhört und dabei
zeigt, dass Liebe keine Frage des Alters ist,
sondern der ganz persönlichen Einstellung.

Wunder der
Lebenskraft

REGIESTATEMENT
Bei der Betrachtung der ständig wechselnden, tanzenden Paare im »Memphis«
bin ich beeindruckt von deren Vitalität und
Schnelligkeit. Ein 70jähriger Mann wirbelt
eine etwa gleichaltrige Frau durch die Luft
und dreht Pirouetten. Eine ältere Dame
wackelt mit den Hüften wie ein 16 jähriges Mädchen, ein jung gebliebener Mann
wippt zur Musik und schnippt elegant mit
den Fingern. Die vom Leben gezeichneten
Damen und Herren sind in Sachen Vitalität
und Ausdruckskraft ganz vorne. Ich bin mit
Abstand die Jüngste der Anwesenden, aber
der Altersunterschied scheint niemanden
zu stören. Ich bin fasziniert von den Tanzdarbietungen und habe eigentlich nicht
vor, meine Beobachterrolle aus der Warte
der »jüngeren Welt« aufzugeben. Doch es
kommt anders. Ich werde nacheinander von
drei charmanten, etwa 80 jährigen Männern
zum Tanz aufgefordert. Alle drei behaupten,
sie wären Anfang 60 und damit viel jünger,
als sie aussehen. Ich lasse mich zu einem
langsamen Walzer verführen und versuche
mich krampfhaft an die Schritte zu erinnern,
die ich vor vielen Jahren in der Tanzschule
gelernt habe.

Ab Freitag, 28. August
Der Filmemacher ist bei Heilern und Schamanen auf der Suche nach Lebenskraft
und ganzheitlichen Medizinmethoden.
Den Umstand, dass einige Menschen anfälliger für Erkrankungen und weniger belastbar als andere sind, führen manche auf
die Existenz einer unsichtbaren Ur-Energie
zurück, die alle Bereiche des Lebens beeinflusst. Diese vermeintliche Kraft, die in China auf die Bezeichnung Chi hört, in Japan
als Ki bekannt ist und in Indien Prana oder
Kundalini genannt wird, soll in der richtigen
Menge angeblich für inneren Frieden, stabile Gesundheit und unbändige Energie im
Alltag sorgen. In der Dokumentation WUNDER DER LEBENSKRAFT wird aufgezeigt,
wie Menschen in unterschiedlichen Regionen der Welt versuchen, mit verschiedenen
Methoden jene Lebenskraft zu steigern, um
innerhalb kurzer Zeit das volle menschliche
Potential zu verwirklichen und so ein glücklicheres Dasein zu führen. Und wie schnell
sich die Lebenskraft bei jedem Einzelnen
steigern lässt gibt dem Regisseur Stephan
Petrowitsch Hoffnung. Für Stephan Petrowitsch soll dieser Film Wege und Menschen
zeigen, die andere dabei unterstützen, die

DER NEUE

DE 2015, 94 min, OdF,
R/B/K: Stephan Petrowitsch,
S: Dennis Feyh, Manuela Mayer-Hasselwander, Laila Milon, Argyris Germanidis,
Stephan Petrowitsch

FESTIVAL #28

HEIMATFILM
MI 26. – SO 30. AUGUST 2015
LOCAL-BÜHNE FREISTADT

www.local-buehne.at
13

Underdog

Lebenskraft in kurzer Zeit zu steigern. »Mehr
innerer Frieden und Freiheit sowie tiefe Erlebnisse bis hin zu mystischen Erfahrung
werden möglich. Wer dies erlebt, für den
verändert sich alles - ihm muss keiner mehr
sagen, dass er seinen Nächsten lieben solle,
er kann gar nicht mehr anders«, meint Petrowitsch. Im April hatte der Film im Rahmen
des Cosmic Cine – Filmfestivals Weltpremiere in 5 deutschen Städten, am Tag danach
in Zürich. Alle Vorstellungen waren ausverkauft oder nahezu ausverkauft. Schließlich
gewann »Wunder der Lebenskraft« auch
den »Cosmic Angel Audience Award«, den 1.
Preis in der Publikumswertung.

Underdog
Fehér isten
HU/DE/SE 2014, 121 min, Ungarisch OmU,
R: Kornél Mundruczó,
B: Kornél Mundruczó, Viktória Petrányi,
Kata Wéber, K: Marcell Rév,
S: David Jancsó, D: Zsófia Psotta,
Sándor Zsótér, Lili Monori, Lili Horváth,
László Gálffi, Ervin Nagy

Ab Freitag, 24. Juli
Ungarisches Drama über ein junges Mädchen, das sich auf die Suche nach ihrem
ausgesetzten Hund begibt.
Verzweifelt sucht die dreizehnjährige Lili
ihren geliebten Mischlingshund Hagen, den
ihr Vater auf einer Straßenkreuzung ausgesetzt hat. Hagen hat sich inzwischen einem
kleinen Rudel Streuner angeschlossen und
muss schmerzlich erfahren, dass nicht alle
Menschen seine besten Freunde sind. Das
ehemalige Haustier muss den städtischen
Hundefängern entkommen, wird von einem ausgefuchsten Bettler verhökert und
gerät in die Hände eines Kampfhundetrainers, der mit grausamen Methoden seinen
Kampfgeist anstachelt. Als er schließlich im
Tierheim landet, zettelt er als Anführer der
entrechteten Hunde einen Aufstand gegen
die Menschen an. Und Lili ist die Einzige,
die den unerbittlichen Krieg zwischen Hund
und Mensch noch aufhalten kann.
Ein junges Mädchen fährt auf dem Fahrrad
durch ein unheimlich menschenleeres Budapest. Auf einer Brücke radelt sie an einem
Auto mit offenen Türen vorbei, weit und
breit kein Fahrer in Sicht. Als würde sie eine
diffuse Gefahr spüren, schaut sie sich um:
14

Die abhandene Welt

So wie einst dem Rattenfänger von Hameln
die Ratten folgen ihr Heerscharen streunender Hunde, die sich auf rätselhafte Weise
gegen die Menschheit verschworen haben.
Schon den ersten Bildern von Kornél Mundruczós Film UNDERDOG wohnt ein subtil
beunruhigendes Geheimnis inne, das sich
im Lauf der Ereignisse stetig zuspitzt.
In seinem sechsten Film entwirft der ungarische Regisseur ein Schreckensszenario
vom Aufstand einer gedemütigten Spezies gegen ihre Peiniger, eine Parabel auf die
gesellschaftlichen Missstände, nicht nur in
Ungarn, sondern in der ganzen Welt. Schleichend kippt die Coming of Age-Geschichte
eines dreizehnjährigen Mädchens in einen
Horrorfilm, der Erinnerungen an Hitchcocks
DIE VÖGEL weckt, aber auch an die Rebellion der Primaten in DER PLANET DER
AFFEN. Gedreht wurde ganz real auf den
Straßen von Budapest, mit Hunden, die
keine computeranimierten Statisten sind,
sondern von erstklassigen Tiertrainern angeleitete Schauspieler, die in der Sektion
Un Certain Régard auf dem Filmfestival von
Cannes mit einer »Hunde-Palme« ausgezeichnet wurden.
Alles beginnt mit einer scheinbar harmlosen
Maßnahme zur Regulation der Hundezucht.
Um reinrassige Vierbeiner zu begünstigen,
werden Mischlingshunde in Ungarn mit einer hohen Steuer belegt, woraufhin massenhaft Hundebesitzer ihre ungeliebten
Bastarde aussetzen. In der Folge sind die
Tierheime bald hoffnungslos überfüllt.

Superb gespieltes allegorisches Drama
mit einem Höhepunkt, der nicht nur atemberaubend aufregend, sondern auch makellos umgesetzt ist. – Empire UK

Die abhandene Welt
DE 2015, 101 min, OdF,
R/B: Margarethe von Trotta,
K: Axel Block, S: Bettina Böhler,
D: Barbara Sukowa, Katja Riemann,
Matthias Habich, Gunnar Möller,
Robert Seeliger, Karin Dor

Ab Freitag, 10. Juli
Drama um einen Vater und seine Tochter,
die in dem Foto einer Opernsängerin aus
den USA die totgeglaubte Frau und Mutter
wiederzuerkennen glauben.

Amy

Durch Zufall entdeckt Paul Kromberger im
Internet das Foto der US-amerikanischen
Operndiva Caterina Fabiani, die seiner verstorbenen Frau Evelyn zum Verwechseln
ähnlich sieht. Er bittet seine Tochter Sophie,
nach New York zu fliegen und Kontakt zu der
vermeintlich Fremden aufzunehmen. Caterina begegnet Sophie abweisend und ohne
jede Bereitschaft, Auskunft über sich und
ihre Familie zu geben. Ein Besuch bei Caterinas, im Pflegeheim lebender Mutter Rosa,
bestärkt Sophie jedoch in dem Glauben,
dass sie der Lösung eines langverborgenen
Geheimnissen ein Stück näher gekommen
ist. Aber erst als Sophie nach ihrer Rückkehr den Vater zur Rede stellt, kommen die
bisher verschwiegenen und verdrängten Familiengeheimnisse ans Tageslicht, in denen
auch Pauls verhasster Bruder Ralf eine entscheidende Rolle spielt.
Mit DIE ABHANDENE WELT kehrt Margarethe von Trotta zu jenem Schwestern-Thema
zurück, das sie bereits in ihren, auch international, viel beachteten Filmen SCHWESTERN ODER DIE BALANCE DES GLÜCKS
(1979), DIE BLEIERNE ZEIT (1981), FÜRCHTEN UND LIEBEN (1988) und dem TV-Film
SCHWESTER (2010) aufgegriffen hatte. Mit
großer Emotion erzählt der Film vom plötzlichen und unvermuteten Einbrechen der Vergangenheit in die Gegenwart, von verdrängter Angst und Schuld. Ein Wechselspiel der
Gefühle mit ungewissem Ausgang und eine
autobiographisch geprägte Familiengeschichte über zwei Frauen, die entdecken,
dass sie Schwestern sind. Nach dem Tod ihrer Mutter erhielt Margarethe von Trotta den
Brief einer Frau, die sich nach Geburtsort
und Vorname der Verstorbenen erkundigte.
Es stellte sich heraus, dass die Briefschreiberin ihre 15 Jahre ältere Schwester ist, die
ihre Mutter nach der Geburt zur Adoption
freigegeben hatte. Ein Geheimnis, das die
Mutter mit ins Grab nahm. Unbewusst trieb
das Thema »Schwestern« die Filmemacherin schon öfters in ihren Filmen um. Mit ihrem neuesten Werk und dem evidenten persönlichen Bezug zieht sie subtil den Bogen
vom Unbewussten zum Bewussten und beweist wieder einmal, dass sie zu den besten
deutschen Filmemacherinnen gehört.
Katja Riemann und Barbara Sukowa, erstmals gemeinsam vor der Kamera, spielen
dieses Schwesternpaar mit großem Einfühlungsvermögen, ganz auf der Höhe ihrer schauspielerischen Leistungskraft. Sie
scheinen wie zwei Seiten einer Medaille: Sophie, die empathische Jazzsängerin und Caterina, die eher in sich verschlossene Opern-

Atlantic

diva. Ihre Annäherung ist zu Beginn mühsam
und schmerzhaft und entwickelt sich dann
doch für beide zu einem Glücksfall.

Atlantic
NL/BE/DE/MA 2014, 94 min, diverse OmU,
R: Jan-Willem van Ewijk,
B: Jan-Willem van Ewijk, Abdelhadi Samih,
K: Jasper Wolf, S: Mona Bräuer,
D: Fettah Lamara, Thekla Reuten,
Mohamed Majid, Boujmaa Guilloul,
Hassna Souidi, Soufyan Sahli

Ab Freitag, 14. August
Drama um einen jungen Marokkaner, der
versucht mit seinem Surfboard nach Europa zu kommen.
Der junge Fischer Fettah hat unter den europäischen Touristen, die jedes Jahr zum
Windsurfen in sein kleines Dorf an der marokkanischen Atlantikküste kommen, viele
Freunde gefunden. Auch er ist ein fantastischer Wellenreiter. Doch jedes Mal, wenn
seine Freunde wieder zurück in ihre Heimat
ziehen, hinterlassen sie eine unerträgliche
Leere, die Fettah von einem Leben weit
weg von Zuhause träumen lässt. In einem
Sommer verliebt sich der sensible Fettah in
Alexandra, die Freundin eines holländischen
Surffreunds. Obwohl sie unerreichbar für
ihn scheint, bricht etwas in ihm zusammen,
als Alexandra abreist. Sein wunderschönes
Fischerdorf wird ihm unerträglich eng. Der
Verlust gibt Fettah die Kraft, sich loszureißen. Er packt seinen Rucksack, nimmt sein
Surfbrett und begibt sich auf eine epische
Reise entlang der Atlantikküste in Richtung
Europa. Als ihn der Wind nach Norden trägt,
vorbei an Casablanca und raus aufs wilde
und erbarmungslose, offene Meer, realisiert
Fettah, dass es kein Glück gibt, das keine
Opfer verlangt.
Diese atemlose Reise und Liebesgeschichte
über die Weiten des Ozeans hinweg entführt
in eine Welt voller Naturgewalten und unbändiger Sehnsucht. In visueller Schönheit
steuert ATLANTIC. durch atemberaubende
Landschaften und erzählt mit großer Kraft
vom Traum eines Neuanfangs und von einem
Abenteuer, das größer nicht sein könnte.

In anderen Händen hätte diese Geschichte zum Thesenfilm, zum rauen Windsurferabenteuer oder auch zu Sehnsuchts-

Der kleine Rabe Socke 2

kitsch werden können. Doch der Holländer
Jan Willem van Ewijk wählt einen sehr eigenen Weg. Er überführt die Story des jungen
Marokkaners und Windsurfers Fettah, der
seine Heimat und seine Familie zurücklässt,
um über den offenen Ozean nach Europa zu
gelangen, in ein Werk von schwebender, lyrischer Freiheit. – epdFilm

Der kleine
Rabe Socke 2 –
Das Grosse Rennen
DE 2015, 73 min, OdF,
R: Ute von Münchow-Pohl, Sandor Jesse,
B: Katja Grübel, nach der Buchvorlage von
Nele Moost, Annet Rudolph

Ab Freitag, 21. August
Zweites Leinwandabenteuer des animierten Helden, der ein großes Rennen gewinnen will, um mit der Prämie Vorräte zu
kaufen.
Als dem frechen kleinen Raben Socke durch
ein Missgeschick die gesamte Ernte der
Waldtiere in den Fluss purzelt, muss ganz
dringend Nachschub her, bevor Frau Dachs
etwas merkt! Das Geld für neue Wintervorräte will Socke beim großen Rennen durch
den Wald gewinnen. Doch die Konkurrenz
ist groß: Der rasende Rinaldo, ein Papagei
aus Südamerika, macht Socke und seinen
Freunden Eddi-Bär und Bibermädchen Fritzi das Leben ganz schön schwer. Achtung,
fertig, los: Ein neues aufregendes Abenteuer
beginnt! Die lustigen Abenteuer des kleinen
Raben Socke aus der Feder von Nele Moost
und Annet Rudolph verkauften sich millionenfach, sind humorvoll, lehrreich und begeistern nicht nur Kinder. Basierend auf der
gleichnamigen Kinderbuchreihe und nach
dem Kinoerfolg von DER KLEINE RABE SOCKE – GEMEINSAM BIN ICH STARK kehrt
der beliebte Rabenvogel nun mit DER KLEINE RABE SOCKE 2 – DAS GROSSE RENNEN auf die große Leinwand zurück. Ute von
Münchow-Pohl (KLEINER DODO, LAURAS
STERN UND DIE TRAUMMONSTER) führt
mit Sandor Jesse (DER KLEINE KÖNIG MACIUS) erneut Regie. Auch der beliebte deutsche Musikstar Jan Delay leiht Rabe Socke
wieder seine unverwechselbare Stimme.
An seiner Seite sind ebenfalls wieder die
renommierten Schauspielerinnen Anna und

Ooops! Die Arche ist weg

Katharina Thalbach als Kleiner Dachs und
Frau Dachs zu hören. Darüber hinaus gibt
der Sportmoderator Gerhard Delling in der
Rolle des Rennleiterbibers sein Debüt als
Animationssprecher.

Ooops!
Die Arche ist weg
DE/IR 2015, 87 min, OdF, R: Toby Genkel,
B: Marteinn Thorisson, Mark B. Hodkinson, Richard Conroy, Toby Genkel, S: Reza
Memari
Ab Do 30. Juli
Animationsspaß über die Abenteuer der
Tiere, die es nicht auf Noahs Arche geschafft haben.
Was ist eigentlich mit all den Lebewesen
passiert, die damals die Arche verpasst
haben? Der junge Nestrier Finny und das
Grymp Mädchen Leah versäumen durch
ein dummes Missgeschick den Stapellauf
des gigantischen Schiffes und bleiben ganz
allein zurück. Arche weg – Eltern weg – Sintflut da! Notgedrungen begeben sich die beiden Kids nun als Weggefährten wider Willen
auf eine verrückte Heldenreise – immer der
Arche hinterher – denn nur im Team können
sie dieses lustige und spannende Abenteuer
bestehen. Auf der Arche setzen Nestrier-Papa Dave und Grymp-Mama Kate – krank vor
Sorge um ihre Kinder - mit List und Einfallsreichtum alles daran, ein Wendemanöver zu
starten, um ihren Nachwuchs zu retten …

CHINA REVERSE
AT 2014, 91 min, OmU,
R/K: Judith Benedikt, B: Judith Benedikt,
Gregor Stadlober, S: Andrea Wagner,
Niki Mossböck
Di 7. Juli, 20.00, Moviemento – In Anwesenheit von Judith Benedikt
CHINA REVERSE begleitet ChinesInnen,
die vor vielen Jahren in Wien landeten, um
eine bessere Zukunft zu suchen.
Inzwischen haben sie sich einiges erarbeitet, wie sie nicht müde werden zu betonen,
die Zukunft aber, die suchen sie noch immer, wenngleich heute eher für ihre Kinder.
15

Der Wald ist wie die Berge

Heimweh? Vielleicht, wonach eigentlich?
Ganz zurückkehren geht kaum. Zuviel wurde in Österreich erlebt, aufgebaut, und
ebenso viel in China versäumt. Einige, die
früh genug zurückgingen, errichteten große
Firmen und schmunzeln heute über jene,
die in der Fremde geblieben sind. »Man weiß
nicht, ob man es richtig oder falsch gemacht
hat«, sagt sie. »Das werden die Enkelkinder
entscheiden.« Ihre Einkäufe sind ebenso
eine Investition in die Zukunft ihrer Nachfahren, wie die teure Privatschule für die Kinder
ihrer Bekannten. »Bisher haben wir den
Kaffee vernachlässigt«, erklärt er und stellt
chinesischen Geschäftsleuten jene Variante
des Wiener Kaffees vor, die zur asiatischen
Küche passen könnte. Ein neues Geschäft
winkt. Die Globalisierung mischt alles, Waren, Orte, Menschen. So könnten die ProtagonstInnen aus CHINA REVERSE überall
in Europa leben. Sie würden das Gleiche
essen, die gleichen Geschäfte haben und
ähnlich erfolgreich sein. Lange schon leben
die ProtagonistInnen in Wien. Untrennbar
gehören die zwei Welten zueinander, und
doch wirken sie nachdenklich, wenn sie von
China sprechen. Wie sie ihrem Leben rastlos, mit immer neuen Ideen nachgehen und
sich kaum ein Innehalten erlauben, konzentriert sich die Kamera auf die Darstellung
des Alltäglichen. Die wenigen Momente, in
denen sich der Blick auf die darunterliegenden Zweifel richtet, reichen aus, um nichts
zu fragen und alles in Frage zu stellen.

Der Wald
ist wie die Berge
Padurea e ca muntele, vezi?
DE/RU 2014, 101 min, Rumänisch OmU,
R: Christiane Schmidt, Didier Guillain,
K: Christiane Schmidt, S: Lena Hatebur
Ab Freitag, 3. Juli
Doku über den Alltag in einem Roma-Dorf,
das vom Zusammenhalt der Menschen
und von den Jahreszeiten geprägt ist.
Nahe der rumänischen Kreisstadt Sfântu
Gheorghe liegt ein Roma-Dorf. Die Bewohner arbeiten hart, leben im Einklang mit der
Natur und bestellen ihre Felder. Doch ihre
Ressourcen sind knapp und ohne Bildung
ist selbst eine Zukunft in der Landwirtschaft
nicht mehr gesichert. Dorf-Vorsteher Aaron
weiß: Ohne Geld ist auch kein politischer
16

Papusza – Die Poetin der Roma

Einfluss möglich, der für eine unterdrückte
Minderheit besonders wichtig ist. Dennoch
gibt die Gemeinschaft nicht auf – Zusammenhalt ist ihre stärkste Waffe. Frei von den
gängigen Armuts- oder Folklore-Klischees
und ohne die Roma als ewige Opfer darzustellen, zeichnet die Dokumentation von
Christiane Schmidt, die damit ihren Abschlussfilm an der HFF München abliefert,
und Didier Guillain ein differenziertes Bild
einer starken kleinen Gemeinschaft. Ihr
Respekt gegenüber den Menschen und ihr
beschwerliches Alltagsleben, das sich Natur
und Jahreszeiten anpasst, ist spürbar.

Papusza –
Die Poetin der Roma
PO 2013, 101 min, div OmU, R/B: Joanna
Kos-Krauze, Krzysztof Krauze, K: Krzysztof
Ptak, Wojciech Staron, S: Krzysztof Szpetmanski, D: Jowita Miondlikowska, Zbigniew
Walerys, Antoni Pawlicki, Paloma Mirga,
Andrzej Walden, Artur Steranko
Ab Freitag, 10. Juli
In poetischen Schwarz-Weiß gestaltetes
Drama über die Roma-Poetin Bronislawa
Wajs, das als Künstlerporträt und Zeitzeugnis funktioniert.
Bronislawa Wajs, 1910 in Ostpolen geboren
und liebevoll »Papusza« (»Puppe«) genannt,
entdeckt als Kind ihre Leidenschaft für Worte, als sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin Lesen und Schreiben lernte und ihr
im Gegenzug ein gestohlenes Huhn brachte.
Später verliebt sie sich in den polnischen Literaten Jerzy Ficowski, der zeitweise mit den
Roma reist und Papuszas Begabung fördert.
Ihre Gedichte über die Natur, das Reisen
und den Zusammenhalt machten sie zur
wichtigsten Dichterin der Roma. Nah an der
Biografie der Dichterin und den historischen
Ereignissen, haben die Regisseure und Eheleute Joanna Kos-Krauze und Krzysztof
Krauze einen poetischen Film in monumentalen Schwarzweiß-Aufnahmen gestaltet. Er
zeugt nicht nur vom Lebensalltag des Wandervolkes und dem plötzlichen Ruhm einer
aus armen Verhältnissen stammenden Frau,
sondern auch vom repressiven, Sesshaftigkeit einfordernden Umgang der polnischen
Regierung mit der Minderheit. Das ergibt
eine überzeugende Mischung aus Zeitzeugnis und Künstlerporträt.

100% Dakar

Südwind
100% Dakar –
more than art
Montag, 13. Juli, 20.00, Moviemento
Im Europäischen Jahr für Entwicklung weht
der Südwind im Kino nach Monatsthemen,
im Juli ist dies Kinder und Jugend. Passend
dazu der Film 100 % DAKAR – ein Portrait
über die junge, urbane Kunst- und Kulturszene in der Hauptstadt des Senegal. Der
Dokumentarfilm der Linzer Filmemacherin
Sandra Krampelhuber begleitet die ZuseherInnen durch eine Stadt, die sich neben ihren ökonomischen und politischen
Schwierigkeiten durch eine enorme kreative
Energie auszeichnet, die kaum in Europa zu
finden sind und stellt die Leidenschaft und
Stärke junger Kunst- und Kulturschaffender
als »cultural warriors« ihrer Generation in
den Fokus. Im Anschluss an den Film wird
die Regisseurin und Produzentin Sandra
Krampelhuber für ein Filmgespräch dem
Publikum zur Verfügung stehen.
Nähere Informationen zum Film:
www.100-dakar.com
Mehr zum entwicklungspolitischen Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mittwoch, 1. Juli zeigen wir
Zweite Chance (9.30) /
Mein herz tanzt (10.00)
Am Mittwoch, 5. August zeigen wir
Taxi Teheran (9.30) /
Broadway Therapy (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

voestalpine open space
LINZ • OK PLATZ • 7. JULI – 31. AUGUST

Di 7. 7.

21.15

PREMIERE

Sa 1. 8.

20.45

MAGIC IN THE MOONLIGHT

ESCOBAR – PARADISE LOST

So 2. 8.

20.45

DIE SPRACHE DES HERZENS

Mo 3. 8.

20.45

STILL ALICE

Mi 8. 7.

21.15

LIEBE AUF DEN ERSTEN SCHLAG

Do 9. 7.

21.15

ZU ENDE IST ALLES ERST AM SCHLUSS

Di 4. 8.

20.45

PREMIERE LEARNING TO DRIVE

Fr 10. 7.

21.15

PREMIERE

Mi 5. 8.

20.45

BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL 2

WENN DU WÜSSTEST,
WIE SCHÖN ES HIER IST

Do 6. 8.

20.45

DER GROSSE TRIP – WILD

Sa 11. 7.

21.15

HUBERT VON GOISERN –
BRENNA TUAT‘S SCHON LANG

Fr 7. 8.

20.45

EIN SOMMER IN DER PROVENCE

Sa 8. 8.

20.45

ALEXIS SORBAS

So 12. 7.

21.15

GRAND BUDAPEST HOTEL

So 9. 8.

20.45

DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT

Mo 13. 7.

21.15

NUR EINE STUNDE RUHE!

Mo 10. 8.

20.45

ONLY LOVERS LEFT ALIVE

Di 14. 7.

21.15

PREMIERE

Di 11. 8.

20.45

VIELEN DANK FÜR NICHTS

LES GRANDES ONDES (À L‘OUEST)

Mi 12. 8.

20.45

PREMIERE PLANET OTTAKRING

Do 13. 8.

20.45

MADAME MALLORY UND
DER DUFT VON CURRY

Mi 15. 7.

21.15

PREMIERE AMY

Do 16. 7.

21.15

DAS EWIGE LEBEN

Fr 17. 7.

21.15

FAMILIENTAG

Fr 14. 8.

20.45

PREMIERE SEÑOR KAPLAN

SHAUN DAS SCHAF – DER FILM

Sa 15. 8.

20.45

12 YEARS A SLAVE

Sa 18. 7.

21.15

PLÖTZLICH GIGOLO

So 16. 8.

20.45

VOR-PREMIERE AM ENDE EIN FEST

So 19. 7.

21.15

VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS?

Mo 17. 8.

20.30

VOR-PREMIERE DER SOMMER MIT MAMÃ

Mo 20. 7.

21.15

MEIN HERZ TANZT

Di 18. 8.

20.30

PREMIERE DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN

Di 21. 7.

21.00

PREMIERE TAXI TEHERAN

Mi 19. 8.

20.30

PREMIERE BROADWAY THERAPY

Mi 22. 7.

21.00

HEUTE BIN ICH SAMBA

Do 20. 8.

20.30

WINTERKARTOFFELKNÖDEL

Do 23. 7.

21.00

//

Fr 21. 8.

20.30

ÖSTERREICH – OBEN UND UNTEN

Fr 24. 7.

21.00

MONSIEUR CLAUDE UND
SEINE TÖCHTER

Sa 22. 8.

20.30

DALLAS BUYERS CLUB

So 23. 8.

20.30

VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS?

Mo 24. 8.

20.30

SEHNSUCHT NACH PARIS

Sa 25. 7.

21.00

HONIG IM KOPF

So 26. 7.

21.00

WILD TALES –
JEDER DREHT MAL DURCH!

Di 25. 8.

20.30

PREMIERE BUONI A NULLA

Mi 26. 8.

20.30

KISS THE COOK

Do 27. 8.

20.30

TRENKER –
DER SCHMALE GRAT DER WAHRHEIT

Mo 27. 7.

21.00

DAS FINSTERE TAL

Di 28. 7.

21.00

PREMIERE SLOW WEST

Mi 29. 7.

21.00

EX MACHINA

Fr 28. 8.

20.30

THE IMITATION GAME

Do 30. 7.

21.00

CONDUCTA

Sa 29. 8.

20.30

GRUBER GEHT

Fr 31. 7.

21.00

KISS THE COOK

So 30.8.

20.30

BIRDMAN

Mo 31. 8.

20.30

PREMIERE DER TOTE AM TEICH

www.moviemento.at

17

Begegnungen

SUNNSEITN 2015
Sa 25. 7.
Brauhaus Freistadt
TRADITIONELL
GROSSMÜTTERCHEN HATZ
SALON ORKESTAR
C-BRA 2/3
QUARTETT BOSANSKI LONAC

INTERNATIONALES

BRUCKNERFEST LINZ

2015

MENTÉS MÁSKÉNT
WIADAWÖ!

In der Zeit von 9. Sept. bis 7. Okt.

ARNAUD „NANO“ MÉTHIVIER

Partnerland China

DIE BORGLER
KINDERVOLKSTANZGRUPPE
HIRSCHBACH

presented by

Karten und Info: +43 (0) 732 77 52 30, www.brucknerfest.at

ALTERNATIVE
ELEKTRO GUZZI
DER NINO AUS WIEN
CID RIM LIVE
(LUCKYME, AFFINE RECORDS)
YASMO & DIE KLANGKANTINE

BRAUNBERGHÜTTE • ST. OSWALD • FREISTADT
Open Air Kino mit Blick übers Mühlviertler Hügelland
www.kino-freistadt.at

1ER KODA & BAUER MAX
FEAT. STEEL CITY SOUND SYSTEM
MOVEMENT
7 CITIZENS (PRATEREI/HUNDRED20)
MEHMET ACUMA (CLICHÉ‘81)

Mi 1. 7. VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS
Mi 8. 7. CAMINO DE SANTIAGO
Mi 15. 7. MEIN HERZ TANZT
Mi 22. 7. KISS THE COOK
Mi 29. 7. HUBERT VON GOISERN –
BRENNA TUAT’S SCHON LANG
Mi 5. 8. LIEBE AUF DEN ERSTEN SCHLAG
BEGINN BEI EINBRUCH DER DUNKELHEIT
BEI SCHLECHTWETTER: VORSTELLUNG ENTFÄLLT!

18

INFO-TELEFON
079 4 2  /  7 7 7 1 1

www.local-buehne.at

Moviemento & City-Kino
Juli/August 2015

die Spielzeiten und - orte entnehmen Sie bitte
unserem Wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

filmstarts
aB Fr 3. JULI

aB Fr 17. JULI

aB Fr 14. aUGUsT

der waLd IST
wIe dIe BerGe omu

am Grünen rand der weLT omu

aTLanTIc omu

Far from the Madding Crowd
uS/gB 2015, 119 min, r: thomas vinterberg
laufzeit: mindestens 3 Wochen

nl/Be/de/mA 2014, 94 min,
r: Jan-Willem van ewijk
laufzeit: mindestens 2 Wochen

amy omu

Señor kapLan omu

Far from the Madding Crowd
gB 2015, 127 min, omu, r: Asif kapadia
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Mr. Kaplan
eS/uy/de 2014, 98 min, r: Álvaro Brechner
laufzeit: mindestens 3 Wochen

daS BLaUe ZImmer omu

aB Fr 21. aUGUsT

Padurea e ca muntele, vezi?
de/ru 2014, 101 min,
r: christiane Schmidt, didier guillain
laufzeit: mindestens 1 Woche

hedI SchneIder
STeckT feST odF

de/no 2015, 92 min, r: Sonja heiss
laufzeit: mindestens 3 Wochen

LIeBe aUf den erSTen
SchLaG omu

les Combattants
Fr 2014, 99 min, r: thomas cailley
laufzeit: mindestens 3 Wochen

mInIonS omu

uS 2015, 119 min, 3d,
r: pierre coffin, kyle Balda
laufzeit: mindestens 4 Wochen

mama GeGen papa omu

Papa ou maman
Fr/Be 2015, 85 min, r: martin Bourboulon
laufzeit: mindestens 3 Wochen

camIno de SanTIaGo odF
ch 2015, 82 min,
r: Jonas Frei, manuel Schweizer
laufzeit: mindestens 3 Wochen

ch/Fr 2014, 85 min, r: lionel Baier
laufzeit: mindestens 2 Wochen

she‘s Funny that Way
uS 2014, 93 min, r: peter Bogdanovich
laufzeit: mindestens 4 Wochen

aB Fr 24. JULI

dIe LüGen der SIeGer odF

parcoUrS d‘amoUr omu

de/Fr 2014, 112 min,
r: christoph hochhäusler
laufzeit: mindestens 2 Wochen

TaxI Teheran omu

aB Do 27. aUGUsT

daS märchen der
märchen omu

ir 2014, 82 min, r: Jafar panahi
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Fehér isten
hu/de/Se 2014, 121 min, r: kornél mundruczó
laufzeit: mindestens 2 Wochen

SLow weST omu

de 2015, 101 min, r: margarethe von trotta
laufzeit: mindestens 2 Wochen

uS/nZ 2014, 84 min, r: John maclean
laufzeit: mindestens 3 Wochen

dUff. – haST dU keIne,
BIST dU eIne omu

aB Fr 7. aUGUsT

the Duff
uS 2015, 97 min, r: Ari Sandel
laufzeit: mindestens 2 Wochen

eScoBar – paradISe LoST omu

Fr/eS/Be/pA 2014, 114 min,
r: Andrea di Stefano
laufzeit: mindestens 3 Wochen

papUSZa –
dIe poeTIn der roma

aB Fr 29. aUGUsT

de 2015, 94 min, odF, r: Stephan petrowitsch
laufzeit: mindestens 2 Wochen

andrej Tarkowkij

BUonI a nULLa omu

Retrospektive im Moviemento

it 2014, 87 min, r: gianni di gregorio
laufzeit: mindestens 3 Wochen

spIELTErMInE IM HEFT
THEMA DES MONATS

hIGhway To heLLaS odF

kinderkino

de 2015, 89 min, r: Aron lehmann
laufzeit: mindestens 3 Wochen

LearnInG To drIve omu
omu

tale of tales
it/Fr 2015, 125 min, r: matteo garrone
laufzeit: mindestens 2 Wochen

wUnder
der LeBenSkrafT omu

aB Fr 31. JULI
odF

de 2015, 104 min, r: Özgür yildrim
laufzeit: mindestens 2 Wochen

Broadway Therapy omu

UnderdoG omu

aB Fr 10. JULI

Boy 7 odF

LeS GrandeS ondeS
(à L‘oUeST) omu

Fr/de 2014, 99 min, r: Bettina Blümner
laufzeit: mindestens 2 Wochen

aB Do 9. JULI

dIe aBhandene weLT

la chambre bleue
Fr 2014, 76 min, r: mathieu Amalric
laufzeit: mindestens 2 Wochen

uS 2014, 90 min, r: isabel coixet
laufzeit: mindestens 3 Wochen

im City-Kino

aB Do 30. JULI
OOOPS! DIE ARCHE IST WEG
aB Fr 21. aUGUsT
DER KLEINE RABE SOCKE 2

po 2013, 101 min,
r: Joanna kos-krauze, krzysztof krauze
laufzeit: mindestens 1 Wochen

Moviemento OK Platz 1, 4020 linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

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a b 2 1. 8 .
im k in o

Seit den frühen Woody Allen-Filmen der witzigste, turbulenteste
und charmanteste Film über die New Yorker Bohème und ihre
amourösen und intellektuellen Verstrickungen!

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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