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DEUTSCHE GRAMMATIK

VON

JACOB GRIMM

DRITTER THEIL

NEUER VERMEHRTER ABDRÜCK

BESORGT DURCH GUSTAV ROETHK UKD EDWARD SCHRÖDER

>-» ^ >

GÜTERSLOH

DRÜCK UND VERLAG VON C. BERTELSMANN

18 9 0.

LIEBER WILHELM, als du vorigen winter fo ki-ank

warft, mnfte ich mii- auch denken,

daß deine treuen äugen

Ich faß

vielleicht nicht mehr auf diefes buch fallen würden.

an deinem tifch, auf deinem ftuhl, und betrachtete mit un-

befchreiblicher wehmuth, wie fauber und ordentlich du die

ersten bände meines buchs gelefen und ausgezogen hatteft;

mii- war als wenn ich es nur für dich gefchrieben hätte und

es, wenn du niii' genommen würdeft, gar nicht mehr möchte

fertig fchreiben.

Gottes

gnade hat gewaltet und

dich uns

gelaßen, darum von rechtswegen gehört dii* auch das buch.

Zwar heißt es,

einige bücher würden für die nachweit ge-

fchrieben, aber ^iel wahi-er ift doch noch, daß ein jedes auch

auf den engen kreiß unferer gegenwart eingefchränkt , fein

innigftes verftändnis durch ihn bedingt ift und nachher wieder verfchloßen bleibt. Wenigftens wenn du mich liefeft, der du meine ganze art genau kennft, was lie gutes haben mag, und

was ihr gebricht; fo ift mir das lieber, als wenn mich hundert

andere lefeu. die mich hie und da nicht verftehen oder denen

meine arbeit an vielen ftellen gleichgültig ift. Du aber haft nicht nur der fache, fondeni auch meinetwegen für mich die

Sei alfo brüderlich

gleichmäßigfte unwandelbarfte theilnahme. mit allem zufrieden!

K

VORREDE.

rJach langer Unterbrechung erfclieinen die fieben übrigen

capitel des dritten buchs.

Bis zu feite 249 war noch in Gaffel

gefchrieben; alsdann mufte, gegen meine neigung, das werk faft ein ganzes jähr, ehe ich wieder hand daran legen konnte,

Der band erreicht nicht die ftärke der beiden

erften; es würde ihm jedoch nur unfchicklich fchon ein theil

der fyntax beigefügt worden fein.

Hat auch die nun zu ende gebrachte wortbüdungslehre

ftül liegen.

nicht den unmittelbaren reiz, den die unterfuchung der laute

und flexionen gewährte,, fo umfaßt fie gleichwohl neue und

daß mein

wichtige gegenftände.

Ich darf nicht erwarten,

verfuch, eine fo große und faft unabfehbare reihe von wort-

formen zu überwältigen, durchgängig gelungen ift; oft war es

aber nicht die menge, fondern der mangel des materials, der mich verlegen machte, denn für jeden einzelnen abfchnitt, wie

ich mir vorgenommen hatte, die hauptfächlichften quellen von

frifchem durchzulefen, dazu gebrach es mir an muße. Und da

wo nichts vorbeigegangen und eine gewiffe gleichförmigkeit

beobachtet werden foll, ift es eben fowenig leicht, die lücken

auszufüllen, als einzelnen materien ihr übergewicht zu ent-

ziehen. Der inhalt des vierten, beinahe auch des fünften capitels

gehört feiner natur nach zu den verworrenften theilen der

fprachforfchung überhaupt.

Pronominal- und partikelformen

erzeigen fich auf das vielgeftaltigfte, und je mehr fie das an-

fehen einer trügenden einfachheit gewinnen, defto mehr auf

der hut zu fein hat man,

daß fie einem nicht unter der hand

entfchlüpfen.

Ihre Verwandlung durch praefixe und fuffixe

fordert die angeftrengtefte aufmerkfamkeit und gewis noch

manche wiederholte betrachtung. Für die adjectivifchen ad-

VI

VORREDE.

verbia ift eine hauptfchwierigkeit, die erklänmg des; goth. ABA und ahd. 0, noch nicht zur befriedigung gelöft. Bei abhandlung des grammatifclien gefchlechts bin ich

nicht zurückgefclireckt vor dem geringen refultat, welches im

ganzen noch eine auf diefem wege geführte unterfuchung

geben konnte. Andere grammatiker haben bisher fo viel als gar keines gewonnen. Sie begnügen fich, einige beziehungen

der form auf das genus anzugeben und laßen gleich wieder

von der fache ab. Regeln müßen aber, wenn irgendwo, in der

vertheilung des gefchlechts unter alle fubftantiva wirkfam

gewefen fein und ich habe fie fo zu faßen gefucht,

daß ich,

finnliche von abftracten dingen abfcheidend, bei jenen bald

einen höheren fchwung, bald einen fchwächeren einfluß der

raenfchlichen phantafie annehme. So oft lie bis zu belebenden

perfonificationen auffteigt, kann an der beftimmten abficht, das

gefchlechtsverhältnis auf andere begriffe zu übertragen . nicht

Verfteckter fcheint der gang der fprache

da, wo fle bloße analogien oder einzelne äußerungen und eigenfchaften des natürlichen genus auf die finnliche er-

gezweifelt werden.

fcheinung einer menge von fachen anwendet. Die von feite

359476 mitgetheilten beifpiele follen keine erfchöpfende

fammlung, nur eine reiche auswahl der vorzüglichften genus-

beftimmungen darbieten, welche auch in anderer hinficht brauchbar fein und gleichfam eine kleine fynonymik abgeben

kann.

Übereinkunft nicht nur aller dialecte der deutfchen, fondern

auch fremder fprachen,

In

folchen fällen ift es von befonderem werth,

die

z. b. bei äuge, ohr und herz (f. 390),

bei zunge (f. 400), bei band und fuß (f. 403),

forgfam zu

beobachten; da, wo abweichungen eintreten, wird der grund-

fatz, daß die ältefte beftimmung insgemein auch die organifche

fei oder doch die der organifchen zunächft kommende. ir<'-

ringem bedenken unterliegen.

Einförmiger und fchon mehr an grammatifche bilduiigen

oder ableitungen gebunden ift das genus abftracter fubftaiitive.

deren aufzählung von feite 477—530, wie ich wohl geftehen

darf, mir unter allen abfchnitten diefes buchs tue größte mühe

verurfac.ht , indeffen einige nicht unwefentliche berichtigungen

der flexions- und ableitungslehre beigeführt hat.

(f. 503. 504. 515. 51(;)

her-

Die vier letzten capitel ftellen wenn nicht eben leichtere,

VORREDE.

Vn

fchon mehr abgefchloßene unterfuchimgen an. In ihnen fcheint

vielleicht die yei^leichung der fremden fprachen, die ich mit in den weiteren kreiß der deutfchen ziehe, allzufehr vor-

herfchend. Man wird hoffentlich wahraehmeu. daß ich aus

ihrer betiachtung immer noch erläutemngen der deutfchen

fprachi-egel. die Geh fonft nicht dargeboten hätten, zu fchöpfen

fache.

Seit erfcheinung der beiden erften bände hat Geh mir

durch foitgefetztes ftudium und durdi die belehrenden ent-

deckungen anderer fo viel neues ergeben, daß manche ab-

fchnitte einer gänzlichen Umarbeitung bedüiften mid ohne

verbeßerung und ergänzung keiner bleiben kann. Angehängte

nachtrage würden aber jetzt wenig ausrichten. Faft gereut

es mich, noch in diesem band die zwar theoretisch begründete,

aber der tonlofen vocale wegen fchwer auszufahrende unter-

fcheidung zwifchen e und e beibehalten zu haben. In ge-

ringerem grade tritt

zeichnung der langen vocale ein. Überhaupt wii'd manche,

in der freude der ersten findung zu fcharf aufgefteUte regel

bei der anwendung vielfach gemildeil: werden müßen. wiewohl

die herausgeber alter denkmale hier noch ein anderes gesetz

zu befolgen haben, als der grammatiker, dem fchon ein kleines

Übermaß von theorie zu gut zu halten ift.

diefelbe fchwierigkeit

auch

bei

be-

ünfere quellen haben durch die glückliche bekannt-

machung des gothifchen zweiten briefs an die Corinther,

welche wü- dem gelehrten grafen Caftiglione verdanken, durch

Graffs Diutifka und Schmellei"s HeUand fi-uchtbaren Zuwachs

erlangt. Dem letztgenannten herausgeber war neulich die überrafchende entdeckung eines gedichts vorbehalten, das nun

ganz entfchieden und ficher den gebrauch der alliteration auch dem hochdeutfchen volksftamm zueignet; zum ärger der- jenigen, welche, längft fchon gezwungen, ihre Verbreitung über die grenze Scandinaviens und Angelfachfens einzuräumen,

fie mindeftens auf das nördliche Deutfchland einfchränken

möchten.

die bildung der alten Alemannen und Baiern bezeugen könnte.

Von mehrem feiten bin ich angegangen worden, diefem

bände ein regifter beizufügen. Die mühe es abzufaßen würde

Wie vieles untergegangen ift

von dem was uns

ich keinen augenblick fcheuen,

wenn ich mich von

feiner

Zweckmäßigkeit überzeugen könnte. Denn welcherlei Wörter

VIII

VORREDE.

follte es verzeichnen? Genauere Inhaltsangabe für ein buch, das überall nach den materien geordnet ift, fcheint mir fehl

entbehrlich; auch find bei einzelnen fchwerer zu ttberfehendeii

materien bereits confpecte angehängt. Sollte das regifter aber

vollftändig alle in dem buch vorkommenden Wörter umfaßen

d. h. alle mannigfaltigen formen eines und deffelben wortj

(denn welche wäre die unwichtigere?), fo würde damit eii

unverhältnismäßiger räum verfchwendet werden und die un vermeidliche untereinandermischung der verschiednen dialect«

den vortheil der alphabetischen Ordnung beinahe wieder auf

heben.

Die bloße anführung nebenbei erklärter, nicht ftreng(

zu dem Inhalt gehöriger Wörter wäre thunlich; ich denke mii

aber nicht, daß ihrentwegen jemand meine gi-ammatik ge

brauchen wird,

und die fie fonft gebrauchen,

finden

danr

auch etwas, was fie nicht gerade erwarteten.

Bei vieler

einzelnen beziehungen, Wiederholungen und verbeßerungen if

die verweifende angäbe der feitenzahl nicht gefpart worden

Göttingen 29. jirli 1831.

ZUM NEUEN ABDRUCK.

Es ift Wilhelm Scherer nicht befchieden gewefen, die

neue ausgäbe der Grimmfchen grammatik über die erfte hälfte

hinaus zu fördern. Als er die vorrede zum zweiten bände des neudrucks in Straßburg unterzeichnete, stand er schon

mit einem fuße in Berlin, wo ein neuer großer Wirkungskreis

ihn voll in anfpruch nahm, wo eigne umfaffende wiffenfchaft- liche plane, die die hingäbe aller feiner kräfte dringender

erheifchten, ihn von dem nebenwerke abzogen. Schon vor

fechs Jahren, noch ehe die erften fchatten des todes mahnend in fein fchaffenshelles leben gefallen waren, hatte er fich ent-

fchloffen,

die arbeit an der grammatik mit mir zu teilen; fo

viel er mir von der einrichtung des manufcripts zu überlaffen gedachte, er wollte doch auch ferner fein äuge über den fort-

fchritten der liebgewordenen arbeit halten, er wollte auch den letzten bänden geleitende worte mit auf den weg geben; mit

faft eiferfüchtiger liebe verfolgte er meine tätigkeit für die

grammatik, und er freute fich befonders darauf, den vierten band bei gelegenheit des neudrucks wieder einmal eindringend

Auch das hat der tod ihm

und im zufammenhang zu lefen.

gewehrt.

Die hilfe, die er mir an fchwierigern ftellen und bei den correcturen zu leiften gewillt war, hat Edward Schröder für

ihn übernommen. Es ift dem neudruck hoffentlich zu gute gekommen, daß vier äugen über ihm wachten und nicht nur

zwei.

An luft und fleiß hat es uns nicht gefehlt.

Leider war

ich durch anfprüche des berufs und andre hemmniffe gehindert,

den

druck fo fchnell und fortlaufend zu beforgen,

wie es

wünfchenswert gewefen

wäre;

er

hat lieh

über jähre hin-

gezerrt, und da find leife fchwankungen in äußerlichkeiten der

einrichtung nicht ganz ausgeblieben.

Der

fchade

ift nicht

X

ZUM NEUEN ABDRÜCK.

groß; hinter der fülle der fchwankungen ,

die wir aus dem

original ohne weiteres zu übernehmen hatten, bleiben rie weit zurück.

Die grundfätze, nach denen der text der neuen ausgäbe

durch Scherers Vorgang vor-

find ihnen aus voller Über-

gezeichnet gewefen,

zu geftalten war,

find uns

und

wir

zeugung im wefentlichen treu geblieben. Aber nicht in allem,

und wir haben Herman Grimm zu danken für das vertrauen,

mit dem er uns freie hand ließ abzugehn von dem in den

erften beiden bänden herschenden brauch. Daß dadurch eine

ungleichmäßigkeit in den neudruck gekommen ift, wird uns

niemand zum Vorwurf machen, der unfre abweichungen von

Scherers verfahren an lieh billigt. Für feine methode war es

nicht ohne bedeutung, daß er lie zunächft für den erften band

der grammatik feftzulegen hatte. Der war durch neuere

forfchung fo weit überholt, daß ihm gegenüber die pietät-

vollfte behandlung, wie fie dem hiftorifchen denkmal gebührt,

-»^afczß-^sKaj--

am pwo

Bei den

drei folgenden bänden liegt die

q-g ß^^

yjjg

j^q^Ij ^^1

2u

fchade,

um

,^^f^^^ wiffenfchaft den platz einer Ihnen nur m der gefchichte .

.^^^^. ^.^ ^-^^^ ^^^^^ ,,^t^ ^

fache doch anders.

^.

ehrwürdigen verfteinerung zu gb

im emzelnen veraltet, im ganzen fo^.,-

unentbehrHch und zu

^^ ^^^ reichen

lebendigem wirken berufen wie je, zumal' ^^

^jj^g wohl-

zufätzen des handexemplars , und da fchien Uu^^ ^^j^^^ ^j(,jj|.

verftandne pietät, die das lebendige am leben erhaltt, .^j^j. j^j^jj

einbalfamiren will, mit dem grundfatz eines ftarren 'i^^j^ ^^^^

nicht an' fchlecht verträglich.

So wenig es uns in a^

^^j^^

kommen konnte , an der fprachlichen form oder gar a ^^^^^i

wiffenfcliaftlichen gedankengelialtder urfprüngliehen faffungjjgj,

nur ein iota zu ändern, fo vollkommen wir den gründeu,^gj.

stimmen , mit denen Scherer jede fachliche umgeftaltung ^^^^

ergänzung für untliunlich erklärt, fo dringend fchien es un&g-

gTund eigner, am zweiten bände gemachter erfahrungen gebo^^^

die praktifche brauchbarkeit des noch heute jugendfrifc^^|

Werkes foweit zu erhöhen, wie das rein äußerlich, ohne irge»^

welchen eingriff" in feinen Organismus, möglich war. StilgeniH^ anpaffung an die bedürfnilfe des heutigen benutzers erftrebt(_ wir, wenn wir Scherers einrichtung und auch dem buch

stäblichen Wortlaut de.«? alten drucks in einigen puncten untrek

worden.

^

ZUM NEUEN ABDBÜCK.

XI

Die eckigen klainmeni, durch die die znfatze des h^id-

exemplars kenntlicli gemacht werden, dürften nicht fortfanen,

fo häßlich fie wiiken : es war unerläßKch, diefe Jüngern fchichten

der grammatifchen arbeiten und famnilnng^ Grimms, die über

den standpunct der urfprnnglichen falTung oft genug heraus- führen, unzweideutig auszuzeichnen, wenn nicht ein unerträg-

licher Wirrwarr entitehn follte. Näher lag es, die nachtrage,

die am fchluile jedes bandes ftehn, wenigftens in klammem

in den text einzufügen : daß das nicht gefchehe, auch da nicht,

wo der einfchub keinerlei widerfpruch oder Unebenheit mit

ach brachte, gebot der wunfch, jedes citat aus der Original-

ausgabe auch im neudruck leicht findbar zu machen.

Die

Unbequemlichkeit, die früher darin lag, daß jeder der kleinen

zahlreichen nachtrage am fchlnß des bandes aufgefudit werden

mufte, haben wir Termieden, indem wir fie auf der feite, auf

die fie fich beziehn, aber unter dem texte und mit randangabe

ihrer alten feitenzahl abdrucken ließen:

[f. nachtr.] im texte ift bdbehalten worden.

das hinweifende

Sätze,

die Jacob Grimm nach den notizen des hand-

exemplars hatte ftreichen woUen, find wirklich von uns ge-

ftrichen worden; ebenfo wurden die änderungen des textes,

die er angibt, unbedenklich ToIIzogen. Scherer hat audi in

diefen fallen den text meift nicht angetaftet und fich damit

begnügt, Grimms bemeikung in eckiger klammer daneben zu

fetzen. Aber er fand felbfl, daß damit die gewiftenhaftigkeit

zu weit getrieben fei. Es handelt fich weit überwiegend um

die erklämng tou formen und beifpielen, die lediglich auf

lesefehlem der herausgeber beruhten und aKo keinen anfpmdi auf fchonung hatten. Unterblieben ist die ftreichung nur p. 279, z. 32 fgg., wo ich die belege für in Notkers Boethius ftdm

ließ, trotzdem Grimm wiederholt bemerkt, daß immer ja zu lefen fei: fie waren ohne gewaltsamkeit aus dem zusammen-

hange nicht zu löfen, zumal Grimm fich an andern ftellen

auf fie zui-ück bezieht. Es war nur confequent, wenn ich auch

falfche beifpiele befeitigte, die Jacob Grimm zufallig nicht

bemerkt hatte, die uns aber auffielen. Natürlich konnte es

fich da nur um zweifellos falfch gelefenes handeln, nidit etwa um fchlechtere lesarten, die für den grammatiker immer noch

wert behalten,

anfangen kann.

auch wenn

der kritiker nichts

mit ihnen

Es hat ja fein intereffe; zu fehn, wie Jacob

XII

ZUM NEUEN ABDRÜCK.

Grimm auch dem unerklärbaren feinen Icharflinn leiht; darum

aber diefe verwirrenden fehllefungen und ihre deutungen, die

er felbft bei einem neudruck ficher entfernt hätte, im texte

zu laffen, fühlte ich mich nicht verfucht. Der hiftorifchen treue

wird genügt fein, wenn ich in der anmerkung^) die ftellen ver-

dieme

hleitarpaiimum, für dierai, dömi, dem goth. J)dimei entfprechend ?' auf

grund der gleichfalls geftrichnen bemerkung in den nachtragen: 'Ib", 32 in

quibus entfprechend muß getilgt werden, da K. 26i» die hf dietn, nicht

diemee, lieft

') 15,

z. 6 wurde geftrichen:

'in quibus

lateribus K. 26^»

in

(Diut. 3, 202)'. 37, 20 wurde hinter fih '(fibi)' geftrichen,

wie der mitgeteilte zufatz Grimms

es

erforderte. 60,

19

hat Grimm

felbft das urfprüngliche 'ungebräuchlichen' in 'wenig gebräuchlichen' ver-

ändert. 76, 37

lind am

fchluß des abfatzes b) geftrichen die worte:

'N. liebt die pluralform:

flu alliu einero andere (? anderiu) bedürfen, pf.

32, 15, einero ift gen. pl.';

einero anderro, das beifpiel gehört alfo unter c'; dort ift der beleg unter-

gebracht. 91, 24 geftrichen: 'Bth. 202 fcheint folkclicliön adverb, der

form nach wäre es lediglich ein fchw. gen pl. , ich halte aber das on für

verfchrieben und ftelle foUeclichon zu hitemon;' auf grund des auch ge-

tilgten nachtrags: '97, 10. es fteht Bih, 202 foUeclichör (plenius) und damit zerfallen alle vermuthungen über das vermeinte foUeclichon'. Aus dem-

felben gründe

dazu bemerkt Grimm am rande:

'die hf. hat

fielen

91, 29 vor 'järilihhun'

die worte

'foUeclichon und'

290^' fteht im orig. fälfchlich unter den

beifpielen für ^frua\ 104, 14 wurden mit Grimm die worte 'pruffaba

(afpere) Tit. 1, 13 ift noch unficher' befeitigt und das richtige hraffnha an

feinen alphabetifchen platz geftellt. 129, 15 'ic xoeiic (femper) MS. 1, 1471)'

aus. 92, 19. das citat 'N. Cap.

mit Grimm geftrichen; er bemerkt: *ift:

*0. IV.

ie

waege'.

130, 25.

das citat

7, 55'

fteht im

original zwei zeilen tiefer

hinter 'Jun. 200'.

130,27 mit Grimm geftrichen 'und //ttm» N. 77, 57 von einem fem. heima?'. 133, 5 mit Grimm geftrichen '(merkwürdig anderlhalbonfc Parc. 21 222)'; cbenfo der nachtrag: '138, 4. anderthalbenfc ift verdruckt. Die fgaller hf.

lieft: nu was e^ ovch andcrthalbn fo chom; die münchner: nu was xz,

anderhalp fo chomen (Lachm.)'. 136, 22 geftrichen das fälfchlich von

feineu

rechten platz 135, 14 umgefelzt wurde. 137, 27 mit Grimm geftrichen

Grimm hierher geftellte '/uwer unde tointer Diut. 3, 67',

das an

'endrhalp Parc. 3«45'.

(fponte) 0, V. 25,

123'.

138, 13

138, 2

mit Grimm geftrichen 'fi\r thm witlon (am fchluß der anm.) mit Grimm

v.

u.

geftrichen: 'N. Arift. 65 beidiuhalp ift fchwer zu vertheidigen, oder nur

ebenfo die beffernug im

nachtrag: '142, 42. N. Arift. 65 fteht beidinhalb'.

als plur. ncutr. von

da>;

halp ftAtt diu halbe';

140,8. das citat '0. I.

20, 12' fteht im original fälfchlicli zwei zeilen höher unter den beifpielen

für in (fdfif. 141, 1 geftricbon 'und in /c6n6 (pulchre) 0. I. 5,91', elienfo

141,3 'und fcAna', 141,4 v. u. 'rc6ni', da bei 0. nur A-ono fteht. 144. 1

mit Orimm geftrichen '2» firdtr (ad pompam?) N. ('ap. 70 von dem

neiitr.

gercitc': (!r bemerkt : 'nach Lachm. zcgreite (diöuü)!'; cbenfo fiel im noch-

trag /u

14 7, 30; 'ae greitc muö geftrichen werden, es ift das particip, wie

ZUM NEUEN ABDRUCK.

XIH

zeichne, wo wir nach Grimms Vorgang oder auch gelegentlich

felbftändig auf dem von ihm eingelchlagnen wege weiter

gehend von dem texte des erften drucks wefentlich abwichen.

auderwärts bei N. uuzegreite^'. 149, 18 geftricheu 'ajter kande ipoftea)

Eu. 2092.

nhd. nach dtr hund"; in

der En. heißts ajttr landt,

die nhd,

Wendung gehört unter

die beifpiele mit nach. 152, 16. das citat

0. Y.

25, 15 ftand bei Grimm fälfchlich unter den beifpielen für in min tcär.

166, 1

T. o. Beov. 42 geftrichen. 179, 19. 20

und 215, 11 geftrichen '0. 1.

10, 25'. 'V. 8, 97',

wo die hff. nicht iowanne,

fondern y« wanne lefen.

181, 12

geftrichen '0. III. 4, 41', wo nicht icanta, fondem wänta gemeint

ift. 185, 30 am ende

geftrichen 'indts N. 41, 5';

das cit. unter inindes

geftellt.

197, 30. im original fleht K. 57» (= K. Il8) unter den beifpielen

für ü^^an. 209, 25 geftrichen 'miezuut MS. 2, 93^ gehört wohl nicht hier- her und fteht für man iezunt?'. 210, 36 geftrichen 'ahd. einzent (Qngu-

latim) N 44,15'; die hf. hat eimen. 210,37 geftrichen 'in ättentrit dero

werlte (undique) N. 60, 3'; hf. 'in allen fint'; dementfprechend wurde 211,21

vor weftert 'einzent', nach weftert 'in allentfit «.für in allen fitou)' befeitigt.

211, 7

Herb. lOO^' unter nkren geftellt. 231, 6 geftrichen die klammer '(Cap.

20 ih meinon fehlerhaft)', da dort richtig ih memo fteht. 231, 22 im orig.

die citate wurden zu odtrwäno

gefetzt. 238, 12 am ende geftrichen 'endlich ift Matth. 26, 65 tde

yvy

14 066'. 213, 16 Heren

im original 'nttret/tr^halp Parc. 5443.

138, 11';

ödotcäno belegt durch 'N. 123, 1.

ilxoCaitxt übertragen fdikgga häuGdedu^, wo freilich fäikgga die beiden

Worte tJf yCy zu vertreten hat; ga dürfte man zu dem folgenden verbum

fchlagen, aber dann bliebe faikg und häuQan ift fonft gewöhnlicher als

gahäuijan'; Grimm bemerkt am rande:

orig. 'fine N. 39, 10'; es heißt dort ßno. 238, 21

'1. fäi nn gahäus'. 238, 19 im

hinter pf. 140b die auf

druckfehler beruhende angäbe '(wo Gnoh)' geftrichen. 238, 24 lautet der

fatz im orig. : 'dem goth. fäikgga gleicht endlich das J. 364 zweimal ftehende

legi;

diefes gi und jenes kga

fcheint' etc.

239, 37 heißts im original:

'foll man nun nicht in dem goth. fäikgga , ahd. fegi eine häufung zweier fyno-

nymer partikeln, des fäi und ikgga fuchen?' 266, 6 geftrichen '0. I. 1, 71',

wo thoh, nicht thö fteht. 279, 21 mit Grimm geltrichen: 'in einem minnel.

Gotfrieds 2, 61 ö herreV; er beruft

Am fchluß des erften nachtrags auf p. 280 (z. 3 v. u.) geftrichen: 'Auch

lieh auf: 'Lachmann zu Iw. p. 382'.

erfcheint diefe interj.

noch

im

mhd. löl MS. 1, 2li> und läl hoerent

mich! MS. 1, 169»'; beide lefungen find falfch. 283, 20 geftrichen 'weJago!

T. 92'; das citat unter 'tcolagaV geftellt. 283, 2 v. u. 'fäikgga' vor 'fegi'

geftrichen. 288, 14 vor

2, 12b' 'wäfenä' eingefügt. 291, 37 geftrichen

'daher die fchreibung äh>/'. MS. 1, llßb 2, 221b und ähti! MS. 1,5b, analog

dem wechfel zwifchen hi und hei';

das citat für dhei trifft nicht zu;

die

hinter 'hei

und hi' : 'ahei und ahi'. Der zu 336, 22 gehörige nachtrag : '339, 4 htme

wird amgb. 15b ft. lanze zu lefen fein' wurde erfetzt durch aufnähme des citats>, das er bringt. 341, 23 fg. heißt im original 'fniija (ferpens, ib. 278.

belege wurden auf z. 34 zu ähi geftellt. 293, 3 geftrichen

XIV

ZUM NEUEN ABDRUCK.

Grleich gewiffenhafte rechenfchaft über die von Grimm

oder uns verbefferten druck- und fchreibfehler der erften auf-

läge wird man weder verlangen noch wünfchen. Ich hätte

vielleicht in der ftillfchweigenden correctur offenbarer verfehn

noch weiter gehn foUen:

wie ich z. b. 612, 15

'veftrum' in

'alterum' änderte,

hätte ich 546, 32

getroft für cidina das

vor 'biene' mit Grimm 'männl.' geftrichen.

ftrichen 'troj. 10 744'. 426, 28

--

400,

22

mit Grimm ge-

des

fchrieb Grimm zu reced 'mafc' ftatt

urfprünglichen 'wahrfcheinlich neutr.' 444, 12 mit Grimm 'ahd. chlcit^

geftrichen. 446, 23

eckigen klammer citirt. 454, 32 'Friged. 1313' geftrichen, da diefer beleg

für fchäl auf misverftändnis beruht. 476, 1 v. u. mit Grimm geftrichen

'trüge ift vom fem. trüge'. 483, 5 fchrieb

'0.

III.

9, 18'

geftrichen;

die ftelle

wird in der

'Walth. 33, 18'; er bemerkt:

Grimm 'beffer' für