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Ein kurzer Brief. An IHN gewidmet.

Ich verstehe IHN langsam.

Er ist zwar ein merkwürdiger Mensch. Doch auch ein verlorener Junge. Leider weiß ich auch nicht
sonderlich viel von dieser Person. Doch das wird sich schon noch im Lauf der Zeit ändern. Das sagt
mein Gefühl. Doch es weiß nicht, ob dies positiv oder negativ ausgeht.

Ich weiß nur, dass er herumirrt. Und dies veranlasst durch Gott und der Umgebung.
Gott sowieso. Denn dieser möchte uns lehren. Doch was ist das andere Umfeld?
Es ist die Schule.
Verzeihung. Doch die Schule ist-gnadenlos gesagt- schlimmer als der tiefste und verseuchteste
Dschungel überhaupt. Schlimmer sogar als die Vorhölle.
Was uns die Beamten antun, möchten Sie nicht wissen. Ich erfahre es Tag für Tag. Ohne die
Unterstützung meiner liebsten Eltern wäre ich schon längst... Suchen Sie sich das passende Verb
heraus. Ist mir egal, was Sie einsetzen. Hauptsache Sie verstehen, was ich meine.
Zur Zeit bin ich nicht mehr die Heulsuse, doch ein trübes und etwas schwerwiegendes Gemüt macht
sich breit, wenn ich eine schlechte Note bekomme oder ich Ungerechtigkeiten erfahre.
Glauben Sie mir: Ich bin keine ahnungslose, herumirrende Rebellin. Ich bin eine wissende und
kluge und noch lernende Rebellin! Denn auch ich liebe die Bildung und ich gebe mir Tag für Tag
bei den Arbeiten und Hausaufgaben Mühe! Das müssen Sie mir schon glauben.
Doch ich möchte nicht über die Schule schreiben. Ich möchte über IHN schreiben.
Ich habe ein Gefühl, das sagt, es gibt Bande zwischen uns. Bitte! Denken Sie doch nicht gleicht, ich
sei verliebt oder verknallt oder was weiß ich! Dem ist nicht so! Ich kann IHN überhaupt nicht
ausstehen! Und er mich auch nicht... Es trifft zwar zu, dass er sehr hübsch ausschaut, doch mehr als
„Schwärmen wegen der Schönheit und Klugheit“ ist nicht drinnen. Nunja...Sagen wir es so:
Wenn er mich mögen würde, würde ich ihn auch mögen. Aber eher weniger lieben.
Wie erwähnt: Es gibt Bande zwischen uns! Und ich weiß auch nicht genau, warum! Ist es vielleicht,
weil wir schon ähnelnde Gedankengänge haben? Wir seelenverwandt sein könnten, wenn er eine
Freundschaft zulassen könnte? Seine Furcht kann ich nicht nachvollziehen. Doch die anderen Dinge
schon. Zuallererst muss ich doch erklären, was ich mit Furcht meine.
Nun. Er ist eigentlich ein richtiger Angsthase. Er hängt lieber mit den Falschen rum, die zahlreich
sind, als gute und wenige Freunde zu haben. Das nenne ich zumal Furcht. Auch ist ein weiterer
Punkt, dass er schon Angst vor Entwicklung hat. Er lebt lieber in seinen Trugbildern, als die Realität
zu sehen. Deswegen mag er es nicht, wenn ich mit ihm spreche, weil ich ihn sicher zum
Fortschreiten zwinge. Und deswegen entfernt er sich auch von mir. Doch dann kommt er wieder!
Und dies ist so, weil der Gedanke aufkommt: „Hm...Also interessant könnte es schon werden.“
Aber nunmal ehrlich: Er hat das Potenzial, ein kluger und guter Mensch zu werden. Aber er ist so
dumm und blockiert sich selbst! Feigling!

Doch kommen wir nun zu dem anderen Punkt: zu seiner Wut


Wut? Was redet dieses Mädchen denn?
Nun. Würden Sie nicht wütend werden, wenn ihnen das Leben nur Unglückseligkeit gibt? Denn in
manchen Perioden schmeißt Sie das Leben regelrecht damit zu. Aber nur, damit Sie lernen!
Aber das ist eine andere Geschichte. Fest steht, dass man wütend wird, nachdem man seine
Traurigkeit „herausgeheult“ hat. Und das trifft auf ihn zu. Auf mich auch. Doch meine Wut
verblasst schnell oder ich lasse sie an falschen Stellen ab....Seine eher nicht. Diese wird in der
Schule abgelassen. Genau richtig also. Haha! Würden meine Eltern sagen. „Wenn die Schule dich
vollmüllt, dann müll sie auch voll! Hier herrscht das Wechselwirkungsgesetz!“ Nun. Und eben
heute musste ich mit dieser Person zusammenarbeiten. An einem Brief gegen einen Verräter. Nun,
ich schlug vor zu dramatisieren. Sätze wie „Wieso hast du das getan?!“ zu schreiben. Er stimmte
auch zu. Dann geriet er in sein Element und am Ende kamen Sätze raus wie:
„Du wirst kein gutes Leben mehr haben!“ (Was ist das für ein schlimmer Fluch?!?) „Hoffentlich
stirbst du!“ „Der Teufel soll dich holen!“ ... Nundenn... Und seine schlechte Laune konnte ich von
seinen schon nach unten gezogenen Mundwinkeln und von seinen Augen ablesen. Er hat ein
Lächeln wie ein böser und unzufriedener Geschäftsmann! Mein Armer! Wie konntest du nur so
werden? Weshalb?!
Siehst du nicht, dass ich und meine Gruppe dir seelische Unterstützung anbieten? Siehst du nicht,
dass du bei den Falschen bist? Sie dabei aber auch noch lenkst, weil du so schlau bist?

Nundenn. Auch wenn wir Bande besitzen; zwingen kann ich IHN nicht. Doch das ist nicht schlimm.
Ich biete ihm meine Hilfe an. Wenn er sie annimmt, gerne, wenn nicht, ist dies etwas schade. Doch
ich weiß, dass das Leben IHN schon irgendwie dazu bringen wird, den richtigen Weg
einzuschlagen. Und wenn er dann alleine in der Mitte der Straße stehen wird, werde ich ihn
umarmen und sagen: „Da bist du ja!“