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Betriebsgebetskreis

Betriebsgebetskreis -
Erfahrungen
Gottfried Frenzen, Korntal-Münchingen, arbeitet seit 20 Jahren als Mathe-
matiker in der Softwareentwicklung bei Bosch Motor-Steuergeräte. Er ist
Mitglied des Vorstands des DCTB e.V.

Damals ... Dort trifft man sich: in kleinem


Kreis, Junge und Alte, meist beruf-
  Mal wieder Dienstag, morgens, lich Gestresste. Ein paar, die es auch
alles schläft. Piep-piep, piep-piep, „geschafft“ haben, ein paar unter
piep-piep: Der Wecker klingelt vielen anderen Christen im Betrieb,
– früher als sonst. Soll ich ...? die wir kennen und an die wir auch
Schlafen ist auch schön! Aber: ich im Gebet denken. Man begrüßt
werde erwartet! Also? Will ich – soll sich und tauscht sich noch ein
ich – muss ich? Viel Zeit für die wenig aus. Einer hält eine Andacht,
Entscheidung bleibt nicht, sonst ist über ein Wort, ein Thema, welches
es eh zu spät. Ich will (nicht immer, ihn aktuell bewegt. Dann folgt das
aber meistens). Es wird durchge- Gebet: viel Dank, viele Bitten - für
startet, während das „Fraule“ sich Persönliches, für Kollegen, Chefs,
noch mal umdreht, ihr‘n „Mohle“ die Firma, für unsere Gesellschaft,
ob seines eisernen Willens ein we- die Mission und Israel.
nig bewundernd und lobend („bist „Gebet verändert die Welt“,
du eine treue Seele“): raus aus den so heißt es. Und es stimmt:
Federn, Toilette, Milch trinken, Zwar weiß ich nicht, ob
Bibel lesen, Zähne putzen, viel- sich meine Chefs oder
leicht rasieren, anziehen, pa- meine Kollegen durch
cken, radeln, duschen, ins Büro, das Gebet ändern oder
Computer einschalten und wie die Entscheidungen
los geht’s, einen Apfel der Geschäftsleitung
kauend, zum dadurch beeinflusst
Bosch-Gebetskreis. werden, und ich

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Das Fundament 5/2007

weiß auch nicht, was unser Gebet Aber Luthers Erfahrung „Wer
in der weiten Welt bewegt. viel arbeitet, muss auch viel beten“
Aber eines weiß ich: Ich gehe gilt auch hier. Und die Gebetsge-
anders in diesen Arbeitstag: Mein meinschaft mit den Glaubensge-
Blick hat sich geweitet, weg von schwistern lohnt sich in mehrfacher
dem, was mich bedrängt, dem Hinsicht: Sei es als erholsame Pause,
Stress und den Aufgaben, hin als ein Begegnen von Gleichgesinn-
zu dem, was meine Glaubensge- ten, aneinander Anteil nehmender
schwister bewegt, hin zu dem, der Glaubensgeschwister oder die Aus-
unser guter Hirte ist und mit uns richtung auf unseren allmächtigen
durch den Tag geht. Ist das aber Gott und Erlöser Jesus Christus. So
eine halbe Stunde Schlaf und eine gehe ich erholt, erfreut und befreit
Stunde weniger Arbeitszeit wert? nach der Gebetsrunde an die Arbeit.
- Ich habe noch keinen dieser Tage
bereut. Aber ich habe schon einige
Dienstage bereut, an denen ich
morgens in aller Frühe eine andere Warum?
Entscheidung getroffen habe.
Neben vielen anderen zur Gebets-
gemeinschaft ermutigenden Versen
ist mir 1. Timotheus 2, 8 in letzter
Zeit wichtig geworden: „Ich will
... und heute nun, dass die Männer an jedem
So wie oben habe ich es vor ein paar Ort beten, indem sie heilige Hände
Jahren formuliert. Mittlerweile hat aufheben, ohne Zorn und zweifeln-
sich einiges geändert. Durch Stand- de Überlegung,“ (Rev. Elberfelder
ortwechsel ist aus dem Dienstag- ein Übersetzung). Hier stichwortartig
Mittwoch-, dann ein Montagmor- ein paar Gedanken dazu:
gen und schließlich ein Freitagmit-
• „Männer“ sollen beten – nicht
tag geworden. Und früher aufstehen
(nur) die Frauen: vielleicht, weil
muss ich auch nicht mehr. Dafür ist
es uns Männern schwerer fällt?
der Stress im Betrieb größer gewor-
• „an jedem Ort“ – also nicht nur
den und damit vermeintlich auch
„allezeit“, also auch „auf der
das zeitliche Opfer, das wir für den
Arbeit“.
Gebetskreis aufbringen.

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Betriebsgebetskreis

• „heilig“ – unser Herr will uns Anleitung, die auch im Internet zur
reinigen, auch von der Schuld, Verfügung steht: http://www.dctb.
die wir während der beruflichen de/dctb/beruf/bete-und-arbeite.php.
Arbeit auf uns laden. Dort gibt es auch eine Liste schon
• „Hände aufheben“ – (oder auch bestehender Kreise. Und wenn Sie
„falten“) in dieser Haltung kann noch Fragen haben, dann dürfen Sie
man nicht arbeiten, das heißt, sich gerne bei mir melden: gottfried.
wir sollen eine Pause einlegen frenzen@web.de.
und uns „nach oben“ ausrichten. Lasst uns die Chance nutzen,
• „ohne Zorn“ – wir dürfen in- die Gegenwart unseres Herrn Jesus
nerlich zur Ruhe kommen und Christus zu erfahren nach Matthä-
Frieden finden, da uns doch us 18, 20. 
„alle Dinge zum Guten mitwir-
ken“ (Römer 8, 28).
• „ohne Zweifel“ – unser Herr ist
allmächtig und liebt uns: „wie
wird er uns mit ihm (Jesus) nicht
auch alles schenken?“ (Römer
8, 32): Gott kann und will
uns auch im beruflichen Alltag
mit seiner Allwissenheit und
Allmacht zur Seite stehen!

Auf geht’s ...


Ich möchte Sie ermutigen, schon
bestehende Gebetskreise im Be-
trieb zu besuchen oder auch neue Hier sind Sie willkommen!
zu gründen. Letzteres ist ungleich
schwerer und manches ist dabei
zu bedenken, aber es gibt mit -Stand
dem „know how: Betriebsgebets-
kreis“ vom DCTB eine hilfreiche
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