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Hallo, ihr Lieben!

Dezember 2008
Heute hört ihr mal wieder von mir (Rosi),
weil ich genügend Ruhezeit verordnet bekommen habe.

OP
Gestern war es genau eine Woche her, daß ich per Bauchschnitt meine Gebärmutter
herausoperiert bekam. Die Myome waren stark gewachsen, sodaß es höchste Zeit war.
Heute fühle ich mich ohne Frage reicher an Erfahrung, wie es einem vor, während und
nach so einer großen OP geht.
Ich hätte mir kein besseres Ärzteehepaar als Sonja und Humberto vorstellen können.
Beide kommen aus der Gemeinde, in die wir hier gehen, und beide haben mich operiert.
Liebevoll standen sie mir die ganze Zeit zur Seite.
Die Gewebeprobe war gutartig und 784 Gramm schwer. Hier kam ich schon nach 48
Stunden nach Hause, um noch weitere 4 Wochen totale Schonung zu haben.
Ein schönes Erlebnis in der ersten Nacht im Krankenhaus hatte ich mit Tícia. Als sie
das erste Mal als Nachtschwester an mein Bett kam, dachte ich bei mir: Was für eine
schöne junge Frau! Ihre Haare, ihr Gesicht, ihr Lächeln usw. Als ich später noch an sie
dachte, legte mir der Herr ein wunderschönes Kompliment für sie aufs Herz. Das gab
ich ihr dann später – beim nächsten Infusionswechsel – gerne weiter. Später in der
Nacht kamen wir so wundebar in ein tiefes Gespräch über Jesu Liebe. Ich sei die 3.
Patientin, die ihr von Jesu Liebe erzählen würde, meinte sie. Seit einiger Zeit besucht
sie mit ihrer dreijährigen Tochter Isabela eine christliche Gemeinde. Robson, der
Vater der Tochter, mit dem sie zusammen gewohnt hatte, hat sie verlassen und ihr einen
Haufen Schulden hinterlassen. So hat sie jetzt zwei Arbeitsstellen, um sie abzubezahlen.
Ihm gefällt es überhaupt nicht, daß Tìcia und die Tochter in eine christliche Gemeinde
gehen und versucht, ihr das Leben schwer zu machen.
Am Sonntag rief mich Tícia zuhause an und sagte, daß sie am Nachmittag in unsere
Gemeinde gehen werde. Unsere Herzen haben sich echt verbunden. Ob jemand für sie
betet?

Persönliche Lektion
Von Tag zu Tag fühle ich mich ein bischen besser. Meine drei Männer versorgen mich
sehr fürsorglich, und ich staune über ihre Kochkünste.
Überhaupt empfinde ich diese Auszeit als ein großes Geschenk. Wann hat man schon
mal so viel Zeit zum Schlafen, Lesen, Nachdenken und Beten? Bei dem großen Schlaf-
bedürfnis merke ich erst, wie anstrengend dieses Jahr war.
Eine wichtige Lektion war für mich: Wie gehe ich mit Erwartungen um? Es ist ja
ganz menschlich, Erwartungen zu haben, gerade auch , wenn man durch so einen
Krankheitsprozess geht. Manche haben sich erfüllt, andere nicht. Da, wo ich enttäuscht
war, fragte ich mich: Wie ging es Jesus damit? Als er Blutstropfen schwitzte, haben
seine drei engsten Freunde geschlafen. Als er festgenommen wurde, haben ihn alle
verlassen. Einer seiner engsten Freunde sagte kurze Zeit später, dass er ihn nicht kenne.
Hat Jesus je zu ihnen gesagt: „Warum habt ihr mich alle verlassen?“ Er hat sie nie zur
Rede gestellt, weil seine größte Freude der Vater war. Dessen Kraft und Gegenwart
bedeutete ihm alles. Dazu las ich in einer hilfreichen Andacht von Oswald Chambers:
„Die ganze Schule des Lebens soll uns einzig und allein dazu befähigen, in diese engste
Beziehung zu Jesus Christus zu treten. Es ist eine Freude für Jesus, wenn sich ein Jünger die Zeit nimmt,
in einer innigeren Vertrautheit mit Ihm zu wandeln. Das Fruchtbringen wird immer als Zeichen einer
nahen Verbundenheit mit Jesus erwähnt (Joh.15). Wenn wir einmal mit Jesus vertraut sind, fühlen wir uns
nicht mehr einsam; wir bedürfen keiner Anteilnahme; wir können dauernd geben, ohne feierlich zu
erscheinen. Der Heilige, der mit Jesus vertraut ist, wird nie einen Eindrück von sich selbst zurücklassen;
er wird nur den Eindruck eines Menschen machen, der Jesus ungehindert gewähren lässt, weil auch der
letzte Abgrund seines Wesens durch Ihn ausgefüllt worden ist. Der einzige Eindruck, den ein solches
Leben hinterlässt, ist derjenige einer starken, ruhigen inneren Gesundheit, die unser Herr denjenigen
verleiht, die mit Ihm vertraut sind.“

Solch ein Mensch möchte ich gerne werden, so ist mir jeder Anruf, Besuch oder E-mail
ein echtes Geschenk und Überraschung, aber keine Selbstverständlichkeit mehr.

Größte dreitägige Fernseh-Evangelisation in Brasilien


Was für eine wunderbare Möglichkeit, Menschen das Evangelium nahezubringen,
einfach zuhause vor dem Fernseher. Da kam mir die Idee, per Computer kleine
Einladungen zu entwerfen und all denjenigen zu geben, die ich so kenne, in der
Nachbarschaft, im Bekanntenkreis oder durch meinen Morgenlauf. Unsere Gemeinde
hatte das Projekt, die Sendung mit Interessierten zusammen anzusehen und danach
darüber zu sprechen. Hans war gerade auf Reisen. Aber Manuel, Michael und mir legte
der Herr die verschiedensten Personen aufs Herz. Insgesamt 14 Leute. Würden sie alle
kommen? Sie kannten sich ja nicht gegenseitig. Aber die meisten von ihnen kamen
wirklich. Danke für eure Gebete, die wir bei den Gesprächen danach so sehr spürten! Es
war so eine Offenheit und Ehrlichkeit da, als wenn wir uns schon lange kennen würden.
Wir sind sicher, Gott wirkt weiter. Wenn jemand für sie beten möchte, hier sind ihre
Namen: Katja, Zé, Camila, João Victor, Edlamar, Breno, Sergio, Regina und Gimena.

Unsere Söhne
Sie machen uns beide sehr viel Freude. Es ist schön zu sehen, wie sie mit dem Herrn
gehen. Manuel beendet in diesen Tagen das 6. Semester seines Medizinstudiums. Es
gefällt ihm weiterhin sehr gut, auch wenn es ihm alles abverlangt. Die nächsten 6
Semester hat er keine Ferien mehr, so will er diese noch zu einer Reise in die USA
nutzen (zum dortigen WEC-Missionshaus), um zu jobben, sein Englisch aufzubessern
und die Umgebung kennenzulernen.
Bei Michael wird sich im Januar entscheiden, ob er auf eine Militärschule geht oder ob
er gleich mit dem Vorbereitungskursus zum Sportlehrer anfängt. Noch genießt er seine
freie Zeit, denn das kommende Jahr wird recht fordernd. Fußball bleibt weiter ein
schönes Hobby für ihn.

Unsere Dienstreisen
Kurz vor meiner OP kamen wir von Kolumbien und El Salvador zurück. Danke für
eure Gebete! Das spüren wir sehr, gerade als Gott bei manch einem schwierigen
Gespräch den Durchbruch schenkte.
Für den 5.-14. Januar sind wir von der Deutschen-Indianer-Pionier-Mission (DIPM)
eingeladen worden, bei ihrer Jahreskonferenz im Süden Brasiliens die Bibelarbeiten zu
halten. Michael begleitet uns. Wir beten um das rechte Wort zur rechten Zeit.

Vielen Dank für alle Verbundenheit und Unterstützung in jeder Hinsicht. Der Herr
schenke euch besinnliche Weihnachtstage und ein reich gesegnetes Neues Jahr 2009.

Seid ganz lieb gegrüßt,

Eure Rosi, Hans, Manuel und Michael

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