Sie sind auf Seite 1von 1

Kabiren Gruppe

Als Kabirengruppe (auch Kabiren-Vasen), bezeichnet man eine Gattung botischer


Vasen, die im schwarzfigurigen Stil verziert wurden. Neben dem Stil werden auch die
Knstler der Kabiren-Vasen Kabiren-Gruppe genannt.

Kabirenskyphos. Prozession zum Heiligtum der Kabiren. Aus Theben. Vom MystaiMaler. Sptes 5., frhes 4. Jahrhundert v. Chr.
Bei den Kabiren-Vasen handelt es sich um die Hauptgattung schwarzfiguriger Vasen aus
Botien. Sie erhielten ihren Namen nach dem Kabirenheiligtum bei Theben, wo ein
Groteil der Vasen gefunden wurde. Zudem wurden auch Vasen in den Grbern der 338 v.
Chr. bei Cheironea gefallenen Thebaner gefunden. Es wurden vor allem Skyphoi,
daneben auch tiefe, kugelige Kantharoi mit vertikalen Ringhenkeln, als Bildtrger
verwendet. Andere Formen wie Lebes, Schalen und Pyxiden treten nur selten auf. Die
Vasen wurden etwa in der Zeit zwischen 425/420 und 350 v. Chr. produziert, vielleicht
auch noch etwas darber hinaus. Es werden Kultszenen gezeigt, die meist mythologische
Themen karikieren. Auerdem gibt es Szenen von Symposien, die im Heiligtum
stattfanden. Kennzeichnend fr die Gattung sind die humorige-berzeichneten
Darstellungen, die jedoch nur auf einem Teil der Bildtrger vorkommen. Neben den
humorigen Szenen gibt es auch ernsthafte Darstellungen aus dem kultischen Leben. Der
grere Teil der Vasen ist nur mit Pflanzenmustern verziert. Viele der Gefe wurden nur
auf der Vorderseite bemalt. In der Forschung wurden mehrere Malerhnde geschieden,
darunter der Mystai-Maler.

Literatur

Ursula Heimberg: Die Keramik des Kabirions (= Das Kabirenheiligtum bei


Theben. Bd. 3). de Gruyter, Berlin 1982, ISBN 3-11-005755-7.
John Boardman: Early Greek Vase Painting. 11th 6th Century BC. A Handbook.
Thames and Hudson, London 1998, ISBN 0-500-20309-1, S. 258.
Matthias Steinhart: Schwarzfigurige Vasenmalerei. II. Ausserattisch. In: Der Neue
Pauly (DNP). Band 11, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01481-9, Sp. 277.
Thomas Mannack: Griechische Vasenmalerei. Eine Einfhrung. Theiss, Stuttgart
2002, ISBN 3-8062-1743-2, S. 129.