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Oktober 2008

MISSIONSDIENST PANAMA

Liebe Freunde,

als ich Noemi zum Zahnarzt begleitete, warteten wir durch persönliche Kontakte meinem Nächsten Jesus
wie gewohnt im Warteraum auf die Behandlung Christus lieb zu machen. Eine besonders
meiner Tochter. Erst fielen mir zur linken Seite die ermutigende Begegnung hatte ich in den
vielen Diplome an der Wand auf, welche sich der vergangenen Monaten mit einer 27-jährigen
Zahnarzt wohl mit viel Studium und Arbeit erworben Sekretärin, mit welcher ich hin und wieder einige
hat. Aus Mundpropaganda hatte ich gehört, dass es Worte wechselte und gelegentlich christliche
der Beste in seinem Fach in Santiago sei. Die Literatur weitergab. Im Gespräch mit ihr
Diplome schienen dies zu bestätigen. Als ich jedoch präsentierte sie bemerkenswerte gute
auf die gegenüberliegende Wand schaute, war ich Lebensprinzipien. Anderseits gehören auch ihre
noch mehr beeindruckt als von den Papieren, welche spontane und lebensfrohe Natur, trotz ihrer sehr
sein Wissen und Können bestätigten. Die rechte schwierigen Kinder und Jugendzeit, zu ihrer
Wand an meiner Seite war mit einem grossen Persönlichkeit. Eines Tages bat sie mich um Rat,
Ölgemälde dekoriert. Darauf sah man im was die Beziehung zu ihrem Freund anbelangte.
Operationssaal den Zahnchirurgen mit seinen Ich machte ihr klar, dass ich ihr den Rat an Hand
Gehilfen in naturgetreuem Abbild aufgepinselt. Beim biblischer Prinzipien geben werde. Sie willigte ein.
näheren hinsehen bemerkte ich einen ganz Es folgte ein stundenlanges Gespräch in dem ihr
besonderen Helfer, welcher ihm ermutigend die linke Freundschaftsproblem plötzlich Nebensache wurde.
Hand auf die Schulter legt und mit der rechten Hand, Sie merkte, dass sie ein viel grösseres Problem
die Hand des Zahnchirurgen führt. Ohne Zweifel wird hatte. Beim gemeinsamen Lesen der Bibel, wurde
dem Betrachter des Bildes klar, dass dieser sie für einen Moment ganz still und verharrte
aussergewöhnliche Helfer, nicht in OP-Uniform längere Zeit mit dem Blick auf den Bibeltext
gekleidet, Jesus darstellt. Ich habe meine gerichtet. Als sie den Blick hob und mir in Augen
persönlichen Zahnarzttermine immer wieder schaute, sagte sie mir: „Herr Zimmermann es sind
aufgeschoben. Nach dem Betrachten des Bildes mir die Augen geöffnet worden.“ Von diesem
schwand plötzlich das mulmige Gefühl, das mich seit Moment an sass eine geistlich erneuerte Person vor
meiner Kindheit begleitet, wenn ich das Wort mir. Keine spektakulären äusseren Erscheinungen.
Zahnarzt höre. Noch am selben Nachmittag meldete
ich mich gleich für einen Termin an.

Mögen auch wir bei unseren verschiedenen Arbeiten


immer wieder bewusst Gottes Hilfe und Weisheit in
Anspruch nehmen. Als geliebte Kinder Gottes haben
wir ja in dieser Hinsicht ein besonderes Vorrecht und
Verheissungen.

Nebst den Mitarbeiterseminaren in Rio Luis und El


Piro, welche mich persönlich immer wieder durch die
Gemeinschaft mit den einheimischen Mitarbeitern Geöffnete Augen für die Wahrheit durch Bibellesen
ermutigen, ist es mir auch ein Anliegen im Alltag
Das spektakuläre war, dass sie erkannt hatte, eine Ameisen angegriffen wurden. Es schien als hätten
sehr religiöse Person gewesen zu sein ohne eine sie es vor allem auf mich abgesehen
persönliche Beziehung zu Jesus gehabt zu haben.
Kurz daraufhin äusserte sie den tiefen
Herzenswunsch, Gottes Willen zu tun und ihm zu
dienen. Ich hatte das Vorrecht sie noch einige
Wochen in ihrem geistlichen Wachstum zu Begleiten
und Zeuge zu sein wie sie mit ihrem alten Leben
abgeschlossen hat und mutig unter ihren Freunden
von ihrer geistlichen Geburt Zeugnis gab. Kurz
darauf ist sie nach Argentinien gezogen. Dort nimmt
sie nun weiter die Führung Gottes in ihrem Alltag in
Anspruch.
Detailarbeit beim Polieren des Zementbodens
Hilda wurde durch das Zeugnis einer Verkäuferin
Auch die folgenden Nächte waren nicht besonders
ermutigt, welche ihr nochmals für den
erholsam, weil ich von einem Grippenvirus
evangelistischen Kalender dankte, welcher ihr als
angesteckt wurde. Trotzdem fand ich während des
Wegweiser zur Wahrheit diente. Sie kam später mit
Tages genügend Kraft, um mit Roberto Barria den
einer anderen Christin in Kontakt, welche sie in eine
Betonboden zu legen. Roberto Barria hat mir in den
Gemeinde einlud und dort bekommt sie nun geistliche
vergangenen Monaten oft administrative Arbeiten
Nahrung. Dieselbe Verkäuferin beobachtete ihre
abgenommen und die Planung, Einkauf und
Chefin, welche ebenfalls von Hilda einen Kalender
Transport der verschiedenen Bauprojekte von
erhielt, ihm aber keine Beachtung schenkte und ihn in
Kapellen im Urwaldgebiet übernommen. Ich bin
eine Schublade versteckte. Als die Verkäuferin
sehr dankbar in ihm einen treuen, sehr dynamischen
durch die täglichen Botschaften getroffen und ihr
Mitarbeiter zur Seite zu haben. Durch den
Herz verändert wurde, bat sie die Chefin, ihr den
Reisedienst und den Seminaren, auf welchen er
ungenutzten Kalender zu schenken, um ihn einer ihrer
mich in den letzten Jahren begleitete ist eine
Familienangehörigen weiter zu geben. Auch bei
verbindliche Freundschaft entstanden.
dieser Person durfte der gute Same aufgehen und
Ein Wochenende verbrachten wir im Nachbardorf
zeugte neues Leben. Gegen Jahresende erhalten wir
Platanal. Dort durften wir erneut Zeugen von 17
eine Sendung von diesen stillen Missionaren „Die
Täuflingen sein, welche durch die Glaubenstaufe
gute Saat“. Es ist uns ein Anliegen, sie suchenden,
Zeugnis gaben, neues Leben in Jesus Christus
vorbereiteten Menschen bringen zu können, bei
erhalten zu haben.
welchen der gute Same aufgehen und viel Frucht zur
Ehre Gottes bringen kann.

Vor einer Woche bin ich von einer zweiwöchigen


Urwaldreise zurückgekommen. Wir konnten eines der
vielen im Moment ausstehenden Bauprojekte
ausführen. In Platanal / Concepcion, wo ich vor
Jahren die ersten Besuche unter den
Guaymieindianern machte, ist in den vergangenen
Jahren unter der Leitung von Guaymiemissionar
Leonsio Carrera starkes Gemeindewachstum zu
verzeichnen. Auf Wunsch von den Gemeindegliedern
von Platanal, Barrera und San Antonio legten wir Glaubenstaufe in Platanal
einen Betonboden in der neuen Kapelle von Barrera.
Die Männer hatten eine hervorragende Vorarbeit Auch in den vergangenen Monaten wurden wir
geleistet. Mit Blättern von 200 Palmen hatten sie durch Eure Verbundenheit getragen und gestärkt.
kunstvoll ein schönes Naturdach angefertigt. Speziell Dank Eurer finanziellen Unterstützung konnten wir
für unseren Besuch hatten sie auch eine Hütte wieder manchen Menschen die Liebe Gottes in
fertiggestellt. Die erste Nacht war für mich eine der praktischer Weise zeigen. Hilda begleitet weiterhin
unruhigsten in den vergangenen Jahren, weil wir von kranke Menschen ins Spital oder zu einem
Arzttermin. Manchmal können wir kleinere Arzt-
und Medikamentenkosten übernehmen. Die Teuerung ihren Familien in extrem ärmlichen
der Lebensmittel und Medikamente wirkt sich gerade Wohnsituationen anzutreffen.
unter der extremen Armut tragisch aus. Die
Mitarbeiterseminare sind ein grosser Segen für die
regionale Gemeindearbeit, dessen Frucht wir heute
ernten dürfen. Auch diese könnten mit dem nötigen
Materialbedarf ohne Euer treues Mittragen nicht
stattfinden. Der Mitarbeiterkreis ist in den
vergangenen Jahren zahlenmässig gewachsen und im
Glauben gefestigt worden. Manch ein Mitarbeiter
braucht hin und wieder einen kleinen finanziellen
Zustupf. Ein neues praktisches Projekt, welches ich
für das nächste Jahr auf dem Herzen habe, ist unseren
langjährigen, treuen Mitarbeitern eine angemessenere
Hütte zu ermöglichen. Ich war auf der letzten Reise
beschämt, unsere gesegneten Guaymiemissionare mit Hütte von Missionar Leonsio Carrera

Gebetsanliegen:

- Unsere evangelistischen Teams haben sich das Ziel gesetzt, bis Ende dieses Jahres alle Dörfer in
der Region mit dem evangelistischen Film "Das Leben Jesu" in der Bugleresprache zu erreichen.
Immer wieder berichten sie von offenen Türen, was auch Nacharbeit erfordert.

- Bitten wir weiterhin um Bewahrung auf den langen Fussmärschen und Einheit im Team.

- Unser Haus ist immer wieder über längere Zeit von kranken Menschen besucht. So ist Hilda viel
unterwegs im Spital und in Privatkliniken, wohin sie die Kranken begleitet. Im Moment ist noch
eine junge gläubige Frau "Esilda" bei uns, welche vor kurzem operiert wurde und vorläufig noch
bei uns wohnen wird. Sie hat immer wieder mit depressiven Anfällen zu kämpfen. Betet, dass sie
ganzheitlich gesund werden kann. Auch für Weisheit für Hilda, welche oft lange Gespräche mit
Esilda führt.

- Noemi schliesst dieses Jahr das Abitur ab. Es war ein sehr schwieriges Jahr für sie. Vor allem weil
ihr auch die Augen für die bestehende Korruption hier in Panama geöffnet wurden. Da sie einen
ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, fällt es ihr besonders schwer zu akzeptieren, das auch
Studienplätze oft über Beziehungen, politischen und finanziellen Einfluss vergeben werden. Ihren
ehemaligen Traumberuf Ärztin hat sie vorläufig abgeschrieben. Sie hat jedoch weiter den Wunsch
einen Beruf zu erlernen, welchen sie direkt mit der missionarischen Tätigkeit in Verbindung setzen
kann. Im Moment zieht sie Krankenschwester oder Physiotherapeutin in Betracht.

- Manuela und Erika werden auf Ende Jahr ihre 3º Sekundarschule abschliessen und sich für eine
Berufsrichtung im Gymnasium entscheiden müssen. Beide bevorzugen eine administrative
Ausbildung. Als Eltern brauchen wir in Bezug auf die schwierige Teenagerzeit von Manuela immer
wieder viel Liebe, Weisheit und Geduld.

- Hilda musste in den vergangen Monaten verschiedene medizinische Untersuche machen. Es wurde
ihr empfohlen eine Ganzkörper - Tomografie zu machen. Ob dieser grosse Kostenaufwand wirklich
nötig ist, muss in den nächsten Wochen noch eine Spezialistin anhand von anderen Untersuchungen
bestätigen.

In dankbarer Verbundenheit

Familie Zimmermann
Die geltenden Adressen:
Adresse und Kontoverbindung
der Schweizerischen Missions-
Familie Gemeinschaft (SMG): Rundbriefversand:
Werner und Hilda Zürchstr.106 Ueli Mörgeli
Apdo. 183 CH-8700 Küsnacht ZH Hof Oberkirch 7
Santiago/Veraguas Tel. 044 910 73 91 CH-8722 Kaltbrunn
Rep. de Panama Fax 044 910 92 28 E-Mail: info@mbrz.ch

Postcheck: 80-42881-3
Vermerk:
Fam. W. und H. Zimmermann