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GASSCHU TZ UND LUFTSCHUTZ

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14. JA H R G AN G N'R. 2, S. 19 - 32 FEBRUAR 1944

In sämtlIChen Aufsätzen handelt es stch um die persönlichen Ansichten der Verfasser ulld n icht u m Anschauungen '
amtlirher Stellen

Der Luftschutz nach dem Weltkrieg' his zur Bestel1ung' des


Reichskoinmissars für die Luftfahrt (1933)*) :1. Fortsetzung
. I
Bearbeitet auf Grund amtlichen Aktenmaterials der Kriegswjssensch aftli~hell Abteilu ng
der Luftwaffe, des Heeresarchivs und anderer Dienststellen von General der Flak-
artiJleri e z. V. H. Gr i mmet, EhreRpräsident des Reichsluftschut7. bu ndes
Lm Januar 19i8 wal' e:; wieder das Reichswehr - in der Anlage (siehe uJlten ) habe ich eine Zu -
ministerium, das sich mit folgender Eingabe an sammenstellung der hauptsächlichsten Gebiete
den Reichskanzler wandte: des Verkehrs und der Wirtschaft aufgeführt und
.. Reichswehrmini s ter (Heei') erläutert, inwieweit das Reich aus Gründen de:r
Land esverteidigung interessiert ist. über Bau-
Berlin, den l ~ . Januar 1928. vorhaben auf diesen Gebieten frühzeitig unter-
An den Herrn Reichskanzler, Berlin. richtet zu werden, ist für mich von größter Be-
. deutung, da ich nur dann in der Lage bin,
H e t 1'. : Berücksichtigung der Interessen der Lan - meinen Einfluß rechtzeitig geltend zu machen.
. desvertSidigung bei Bauvorhaben. [ch betone dabei au s drücklich ~ daß es mir im
Die Sorge um clie Wahrung der Interessen dei Hinblick auf un sere schlechte wirtschaftliche
Landesverteidigung veranlaßt mich, nachstehende Lage' durchaus klar ist} daß keine Forderungen
Darl egungen zu unterbreiten: an Ba u vorhaben gestellt werden können, die ' das
Die Entwicklung der Technik während des Krie- betreffende Projekt finanziell undurchführbar
machen würden. Dennoch zwingt uns unsere
ges und in der Nachkriegszeit hat die Aufgaben Lage, 'edes wichtige Vorhaben gewissenhaft dar-
der Landesverteidig ung vermehrt. Während früher ' I
auf zu prüfen, ob nicht ohne wesenlIiche Mehr-
, Fordail'ungen im Interesse der' Sicherheit des ausgaben den Forderungen der Landesverteidi-
Reiches vorwiegend an die Eisenbahnen zu stell en gung genügt werden kann .. . .
waren berühren h eute die Belange der Landesver- ~chwier'igkeiten könn~n voqwssi.c htlich nur
teidig~ng ausgedehnte Gebiete des Verkehrs und bel den Forderungen entstehdn, fur die z. Zt.
der Wirtsch aft. Ihre Berücksichtigung ist für die überhaupt keine gl!setzgeberische Grundlage vor-
Erhaltu ng von Volk und Staat von höchster Be- handen ist. Di ll Erfüllung dieser Forderungen,
de u tun~. die z. T .... private Tank- und Industrieeinrich-
Bei dem jetzigen 'tande der Kriegstec!1nik habeu tungen betreffen, ist a us diesem Grunde in der
wir damit zu rechnen~ daß der Gegner lD d Luft Anlage vorläufig nur a ls wünschenswert bezeich -
alle ihm lohn end ersch einenden Ziele innerhalb net worden. Es m uß in den betreffenden Fällen
des gesamten Reichsgebiets mit i}riegsflugzeugen zunächst' versu$:ht 'werden, durch Aufklärung
angreifen kann .. ~ . der beteiligten Kreise eine Berücksichtigung der
Die wichtigsten Kraftquellen unserer Volkswirt- Interessen der Reichsvel'teidigung zu rreichen . ..
schaft zu zerstören und die B ereitstellung unserer :!..
bescheidenen Abwehrkräfte zu 'verbindern. wird ''Ä~f ' G~~d 'vorstehender Darlegungen bitte ich
dabei sein erstes Ziel sein. den Herrn Reichskanzler, die Ministerien des
Das Reich trägt' die Verantwortung dafür, daß Reiches und der Länder dahin zu unterrichten,
zum Schutz des Reiches rechtzeitig alles geschieht, daß:
was in unser er Lage .nur irgend möglich ist. Ge- d . Bauvorhaben des Verkehrs und der Wirt-
rade b ei der Unzulänglichkeit unserer Wehrmacht schaft, die unter die in der Anlage aufgeführ-
und den di e Landesverteidigung angehenden Be- ten Gebiete fallen, so frühzeitig zur ,Kenntnis
timmungen des Versailler Vertrages gewinnen die des Reichswehrministeriums gebracht werden,
mehr mittelbaren Schutz- und Abwehrmaßnahmen, daß die im Interesse der Landesverteidigung
hinsichtlich deren wir keiner a ußenpolitischen Be- etwa zu stellenden Forderungen rechtzeitig 'an-
schränku ng unterliegen, besoncfere Bedeutung: gemeldet und mit . den betreffenden Zivil-
Drei Gebiete der Landesverteidigu ng sind es, bel b ehördep hinsichtlich der Kostenfra.ge geprüft
denen derartig vorausschauende Maßnahmen des werden 'können . • ,
Staates eine wirksame Hilfe bMeuten: 2.. . . . . . . . . .
I. Müssen für die Gesamtheit wichtige Anlagen.
' ) Alle Rechte aus dem Gesetz vom 19. J uni 1901 l owl. das Ober ·
und Betriebe geschützt und in Tätigkeit. erhalten selzungarecht sind vorbeha lten Copr. J 943 E . S. Mittler & Sohn .
·werden . .. BerHn.

Infolge kriegsbedingter Ereignisse ist das Ersche fnen unserer Zeitschrift " Gasschutz und . Luft-
schiltz" vorübergehend unterbrochen'"worden. Es wird alle.s getan, um den Z eitverlust so schnell
wie möglich wieder· auszugleichen. ~. •
Schriftwaltung und Verlag "Gasschutz und Luftschutz"

19.
Anlage: der Polizeibehörd e ll \Alllage <:l) uell
1. Eisenbahnen. \Vehrkrei skommandos b ei gespanntel' po liti scher
2. Eisenbahnkunstbautell. Lage die Möglichkeit geben s ollten, die Obel'-
3. Wasserstraßen und der en Kun stbauten, z. B. präsidenten und Länderregierungen b ei> der Aus-
Häfen, Schleusen. gab e von Anw eis ungen an die Poliz eib ehörden
4. Luftverkehrsanlage n, z. B. Flughäfen .
5. Wichtige Bau vorhaben im Nachrichtenver- 7,u unters tütz en.· Im Juni 1928 lenkte das R eich s-
kehr, z. B. Draht-, I{ abel-, Funkverbindun gen. wehrministerium die Aufm erksamkeit des
6. Großkraftw erk e für Gasfernversorgung, Elek- Reichs wirtschaftsmini s teriums auch a uf die fort-
trizitäts- und Wasserversorgung, 01- und schr eitende Aus dehnung der Ferngasversorgung.
Betriebsstoff-Ta nkanl agen. Das Rei ch swehJ'mini ste riurn erhoffte hi ervoll
7. Roh stoff- un d Fabrikanl agen lebens- und zwar eine wesentlich e Stärkung der mittel-
kriegsw ichtiger Art." Jeutschen Indus tri e - ein e Entwicklung, die
Im April 1928 ließ das Reich swehrministerium der Landesverteidigung ' nut' von Nutzen sein
unter Berufung auf den Kabinettsbeschluß vom konnte - , hielt es ab er a uf der ander en Seite
3. November 1927 23 ) und auf die dabei und bei für dringend geboten, der b etreff enden Aktien-
den späteren Besprechungen grundsätzlich an- gese llschaft für Kohl everwert un g r echtz eitig von
erkannte Notwendigkeit passiver Luftschutz- Reichs wegen die Verpfli chtung aufzu erl egen.
maßnahmen ein Schreiben an das Reichsfinanz- für denkbar größte Sich erh eit in der Gas liefe-
ministerium folgen , in ,d em es die praktische Be- rung und im B etri eb dieses ~ e t zes zu s orgen
rücksichtigung des Luftschutzes für behördliche und die dazu zu treff enden Anordnungen s o
Neubauten .für unerläßlich hielt. Ein Me l' k .- rechtzeitig zu erlassen, da ll si e b ei den zur Zeit
bl a t t (Anlage 5) über einige Mi n d·e s t- irri Bau befindlichen Anlagen n och berück s ich-
sc hut z maß nah m e n für militärische Neu- tigt werden konnten. B ei der dieserhalb durch
bauten war mit dem Bemerken, beigefügt, daß das Reichswirtschaftsministerium im Augu st
bei Bewährung der in dem Merkblatt genannten 1928 veranlaßten Besprechung wurde in organi-
Maßnahmen diese auch für die. Neubauten der satorischer Beziehung fes tgelegt, daß zentral e
übrigen Reichs- und Landesbehörden. über- Erzeugungsanlagen und wichtige Gasv ertei-
nommen werden könnten. Der Reichswirtschafts- lungsstellen außerhalb der Städte und lebens -
minister gab über das ihm zur Kenntnis zuge- wichtiger. Objekte, di e Angi'iffen b esonder s aus-
sandte Merkblatt sein Urteil dahin ab, daß er gesetzt wären, errichtet w erden müßten, und in
"das Merkblatt für eine brauchbare Grundlage halte technischer Beziehung, daß außerd em Maßnah-
zur Berücksichtigung der MögliChkeit von Luft- men und Einrichtungen getroffen w erden müß-
angriffen bei der Bearbeitung a 11 e r s t a a t 1 ich e n ten, die es ermöglichten, einen B ezirk mit dem
Neubauten. daß er es begrüßen würde, wenn mög- anderen zu verbinden und, wenn nötig, al s Er-
lichst bald bei all e n Neubauten des Reiches auf die satz für ausfallende Erzeugungsgebiete einzu-
Notwendigkeit eines Luftschutzes gebührend Rück-
sicht genommen würde, und daß er nicht besonders schalten. Die notwendigen Bauten, z. B, Gas-
auf die Wichtigkeit hinzuweisen brauche, bei ein em behälter, s ollten in weiten Abs tänd en von ein -
etwaigen Angriff das Weiterarbeiten aller staatlichen ander errichtet werden; der Verlauf d er L eitung
Einrichtungen zu sichern". dürfte nicht an der Oberfläche kenntlich und
Etwa gleichzeitig im Frühjahr ' 1928 hatte müßte als weit auseinanderliegende Dopp el-
das Reichswehrminis terium mit dem Reichs- leitung vorgesehen sein, damit nicht durch einen
ministerium des Innern vereinbart, daß von Bombenangriff beide Leitungen zerstört würden ;
ersterem ausgearbeitete Bestimmungen über auch müßten durch Stahlschi eber die Gas-
Aufstellung eines Reichsluftschutzes vorläufig leitungen für bestimmte Gebiete abgedrosselt
noch vom Reichswehrmini s terium durchgeführt werden können .. Am 28. Juli 1928 schien i nsofern
werden sollten, auch die Aufstellung de~ ein Fortschritt einzutreten, dm' üb er d en Ra hmen
Luftschutzhilfsd ienstes, der eigentlich aus- der nur "bürokratischen" vertrauli ch en B ear-
schließlich und von vornherein nur Sache der beitung des Luftschutzes hin a u sging, a ls der
Zivilbehörden war, . bis die Organisation des Reichsminister des Innern S e v e r i n g, ein So-
Reichsluftschutzes ganz vom Reichsminis terium zialdemokrat, a diesem Tage sein Einverständ -
des tnnern übernommen würde. Diese Bestim- nis zu. folgende Maßnahmen gab: •
mungen sahen Luftschutzkreise vor, deren Gren- ,,1, Für das la ufende Haushaltsjahr sollen für den
zen etwa mit den damaligen sieben Wehrkreisen zivilen Luftschutz beim Reichsfinanzministerium
zusammenfielen, und verlangten die Ausarbei- RM. 300 000,- angeford ert werd en,
tung von Anweisung'en an die Kommunalbehör- ,2, Die künftige Aufbringung der Mi.ttel für den zi-
den zur , Aufstertung von Luftschutzhilfsdienst- vilen Luftschutz soll im Kabin ett besprochen
werden,
Verbänden. Der Luftschutzhilfsdienst sollte im 3. Die L ä n der s i n d baI d t u 11 1 ich s tin
Fall einer Mobilmachung spätestens bis zum e iner Bespr ec hun g üb er di e Fra ge
vierten AUfstellungstage behelfsmäßig organi- des Lu f t s c h u t·z e s der Z i v i I b e v ö 1 ]( e -
siert sein, wobei berücksichtigt werden mußte , run g zu u n t e r I' ich t e n 25) .
daß der Reichspräsident die Aufstellung des 4. Anfragen über die Stellung der Heichsregierung
l
Reichsluftschutzes vor Beginn der allgemeinen zum Luftschutzverein sind gemäß Kabin etts-
Aufstellung befehlen konnte. Obige Bestimmun- beschluß dahIn zu beantworten, daß pie Maß-
gen enthielten außerdem Anordnungen für den nahmen der Reichsregierung von denen des Luft-
schutzvereins losgelöst sind, Dem Luftschutzver-
Luftschutzoffizier vom Platz, f-ur den Luftschutz ein ist mitzuteilen, daß die ReiChsregierung den
der Zivilbevölkerung und Richtlinien für Luft- betreffenden t<ommunen nicht empfehlen kann ,
schutzmaßnahmen der Polizeibehörden, Die ihre Archive über Luftangriffe im Kri ege dem
Anweisungen an die KomIJlunalbe- Verein zur Verfügung zu stellen."
hör den zur AUfstellung von Luftschutzhilfs- So bedauerlich die völlige Loslösung vom L:uft-
dienst-Verbänden sollten für alle größeren Städte schutzverein war, ohne' eine- andere Art Auf-
und Orte mit kriegswichtigen Betrieben und Ver- klärungs- und Belehrungsorganisation dafür n e'u
kehrsanlagen ausgearbeitet und bereitgelegt
werden (Anlage 4) 24), während die R ich t - 23) Siehe "Gasschutz und Luftschutz " 13 (1943) 303, 14 (19441 10.
24) Im Auszull; Dur das Wichtigst e ist aufgenommen .
I i nie n für L u f t s c h ·u -t z maß nah m e n 25 1 Sperrunll~ durcb Ver/a .. er. I

20
zu :-;c haffen oder den Luftsc hutzverein p ersönli ch folgend e Au szug zeigt, wie eingehend und wie
und sachli ch , wenn er der Regi erung in. dieser fol geri chtig man sich im Reich swehrministerium
Form ni cht paßte, umzuform en, so erfreulich er- mit d iesen Fragen b e chäftig t hatte und damit
schi en die Absich t, sich an die Länder zu wen- owoh l dem Rei ch swirtschaftsm inisterium al s
den. um endl ich ein e breiter e Grundlage für den auch dem R~ich s inn en mini s t er ium ' von Nutzen
Luftschutz zu schaffen und in a ll en Teilen des ",ar:
Reiches di ese n zu ein er von der R eich sr egierung "Grun dsätzli ch ' wird beme rk t, daß bei besteh end en
gewollten un d nunmehr durchzuführenden Auf- An jagen Schutzmaßnahm en d. E . mit Rü ck sicht a uf
gab e zu mac h en. Die Bekanntgab e dieser Ab- wirtschaftliche Gesichtsp'unkte nur sehr beschränkt'
n ac h t r ä g I ich durchgeführt werden k önnen.
sicht war wahrsch einlich dadurch entstanden,
daß irl1 Rei ch swehrmini sterium im Mai 1928 I?agegen s ind a u s Gründen der Landesverteidigung
be l N e u an l ag e n Maßnahmen für de n zivilen Luft-
Zweifel au fgetaucht war en , ob das Schreiben an schutz, s o w e i t s ie w · r t sc h a f t li e h e n G e-
dio Länd erreg ierungen, das vom R eichsministe- . i c h t s pun kt e n nicht w i d e r pr ec h e n .
rium des Inn ern au sgeh en sollte, bald herau - nach ~1 öglic hk e it zu b erücksichti gen.
kommen würde. I n einem am 1. Juli 1928 dem Das Bestr eben der Großs tä clte, d ie traßen zu ver-
Reich präs identen gehaltene n Vortrag über den breitern und zu bepfl a nzen und I zahlreiche Rasen -
Luftschutz hatte dah er der Rei ch swehrminister fl äch en und P a rks im Stadtinnern anzulegen , ist
G l' o 'e n e r geklagt, daß die T e il nah m e der ni cht nur a.us volk shygienisch en und verkehrstech-
L änderreg i erunge n a n den Luft - ni sch en Gründ en , sondern a u~ vom Luftschutzsta nd-
s rhutzv o r a rb e it e n no c h nicht ge- punkt zu unterstützen, da hi erdurch das übergreifen
r e ge l t se i u n' d d a ß da h e r ein e Ein - ein es durch Brandbomben ent st and en en Feu ers ein'-
s t e ll u n g de r Pol i z e i. Fe u er weh r . geschrä nkt wird ...
Kommu nen und des ' Roten Kreuz es Der Bau von Hochhä us ern ist unerwünscht, weil
sie gut s ichtbare Ziele für Fli eger ind und wei l ihr
a uf Luf t sc hut za ufgaben no c h nicht Einsturz die umliegenden Hä u ser in verm ebrtem
hat tee r f 0 I gen k ö n n e n. Groe er hatte Um fan ge gefä brd et und schwerwiegend e Verkehrs-
hinzu gefü gt, da ß die Fortführung der Luftschutz- störungen zur Folge b at . . ,
maßnahm en des Rei ch wehrmini teriums un d . .. sind Werks- und Wohns ied lun gen r ä umlich
der R eichsba hn sowie die Einrichtung einer getr ennt zu bau en . Di e Zahl der techni sch en Be-
Di enstste ll e für Luftschutzbauten beim Reichs- amten und Arb eiter, di e a u s Betri ebsgründ en in un-
wirt sch aftsmin isterium 26 ) in Frage gestellt wä- mittelbarer Näh e des W erk es wohn en müssen, ist
ren, da neue Mittel seitens des Reichsministe- a uf ein Mindestma.ß zu b eschränk en .
In bestehe nd en Wohnb äu sern I<önn en Kell er -
riums eies Inn ern ni cht in den Haushalt einge- gewölb e von mind esten s ein em Stein Stä r!<e, über
stellt waren ; er wünsch e, daß aas Rei ch smini- denen sicb ein e AufSChüttung und darüber Fußbod en
st erium des Inn ern sich nicht mit den vom oder Estrich befind et, al s hi11l'eich e.n d er Schutz gegen
Reichsfin anzm inisterium für Luft chutzzwecke Bombenwirkung a ngeseh en w erd en. Solche Kell er
zur Verfügun g ges tellten RM. 250000,- begnü- find en sich im all gemein en aber nur in den Gebä u-
gen . sondern im Nachtragsetat 1!0 Millionen für d en ä ltes ter Kon struktion sart.
Luftschut zzweck e anfordern . oll e. In diesem ' Di e Kost en für den Au sbau gewöhnli ch er KeIl er-
Sinne war dann ohne Zweifel ans chließend r ä um e zum Schutz gegen 50-kg-Bomb en-Volltreff er
und di e Trümm er der elnstürzencl en ob er en tock-
durch den Minister Gro en er ein Druck auf den werke lassen sieb bei der Ver schi eden artigk eit d er
- Mini tel' Severing ausgeübt worden. tä dtisch en Wohngebäud e gen au ni cht angeben. Für
Inz wisch en hatte das Reichswehrministerium ein fünfstöckiges Groß~t a dtwohnbnu s mit zu sa mm en
noch ein e andere Arbeit b egonn en Da nach 30 Wohnungen im Voroer-. Seiten- und Qu er l!'ebäud e
sein er An s icht In dustrieanlageh ihrer Eigenart und ein er gescb ätzten B plegun g vo n nmel HiO P er-
nach · oft ganz ver schiedene Luftschutzmaßnä h- sonen wü rd e durch Veri'lUirkun g d er Kell erwäncJ.e des
men verl a n gten und ausreich ende Erfahrungen Vorel erhausps ein Schuf zraum von ausr eichender
Größe gesch a ffen werel en könnrn. Di e Ko ~ 1 e n
überhaupt no ch ni cht vorlagen . hatte es im Ver- , für oin not wendigen Arbeitl'n s inel überschlä gig
lau fe des J ahres 1928 eine Untersuchung der mi.t RM. 9000.- , d. h . a l ~ o RM. 60.- pro Kopf. 'er-
wi chtigs ten Inclustriegattungen in Aussicht ge- mittelt werd en. Di e Kosfen ei nl'r Brliiftun!!sanlage.
nommen. um f\ir jede einzelne Gattung unf er werden scb ä tzungsweisn R 1. 2000.- betra gen .
Berü ck si chti gung der b er eits ge. ammelten Er- Die aufzuwendenelen Mi1tel sind al ~o oprart erh eb-
fahrun gen die zweckmäßig te Ar.t des passiven li ch, daß eli e Verwirklichun g für di e All gemeinhpjt
Luftschutzes festzulegen . In Frage sollten zu- in absehb arpr Zeit ni cht in Frage komm en dürfte.
n äch t komm en: Unfer diesen Um~tiind e n ""i'i rfl zu erwä!!en. nie Be-
völkHung d er GroBstndfe mit (;a sschu1urpr i'it (Einzel-
Dampfkr a ftw erk e, srhufz) a uzurü sten. Dip Reantworfun!! h ii n l!'t davon
vVasserkraftwerk e, ab. ob es gelingt. ein billi l!'es uno gutCl'; Volkss rhutz-
G sw erke und Kok ereien , ger ät zu kon struipren. das ohn e uroß e t erhni scb e
P lver -. Züod er-, P a tron cn- und W a ffen- I Schw{flrigk eit.en und wirfsrhAftlichp Bpla ~ tl1n gen dem
ütb iken , jewpilhren Sfand der ch emi. eh en Kr;pgsi nou<:tri e an -
Ch emi sch e F a.brik en, \ genABt wern en kann . Di e Aussirhten hi erfür sind
Gro ßtank a nl age n und Benzin- und Schmieröl- nirht un!!i.in stir!. Di e AufhflwFlhrun g d er Gf'rä te
fabrik en , rnü ßte unfer hphörolirhf'r Aufsicht zl'ntrl'l l erfOlge n . ..
Ho cho fen-. Stah l- uQd W a lzwerk e. Dpr unmittelhAre Luftschllfz von Wprk en . die große
Metallh ütten , Rpzirke mit Ener!!'ie vpr~orUQJl . wie 'Va~sp r -. Licbt-,
Kra ftfahrz eugfabrik en. Kraft- pnd Gaswerke, ist b esond er s schwierig.
F abril,en für elektri sch e Maschin en.
Bei b esteb end en W erk en könn en h öch s ten s Kessel -
Die ge~ammelten Unterlagen ollten dem Reichs- häuser, Turbin en. Schaltvorri chtung-Iln . Tran sform a-
wirtschaftsm ini sterium zur Aufstellun g von toren und ähnli ch e Zentralanla!!'6'11 durch das Errich-
Richtlini en. zugeleitet werden, die dann durch ten von Scheidewänd en gesrhii t zt werden . Da ein
eine gemeinsame B esichtigun gskommi sion in dera.rtiger chVtz di e üb ersichtlichkeit d es Betri eb es
.ie ein em Musterwerk überprüft werden sollten. - - - -- -
2ß] Im Juli 1929 klagt das R eichswirtschaHsministe rium dem R eichs-
Mit diesem Vorschlag verband das Reichswehr- ministerium des Innern gegenüber immer nooh. dan die von ihm
mini sterium die sehr ausführliche Beantwortung beabsich tigt e Bauberatun g'sst ell e und das Heranziehen eine. Saohver-
eines ihm im Juni 1928 über andten Frag!e- ' tänd igen . des Professors Rülh von der T eohnisohen Hoch.obule
Darmsludt . nicht weite rkommt . weil da s Reich sministerium des Innern
hogen . oe!' R eich wirtschaftsmini teriums. Dp1' kein e Mill el in sei nen Haushalt 1929 /30 eingesetzt hat.

21
we!!entlich erschwert und m ehr Bedienungspersonal ,Entwickeln und Erprobell VOll Tarn -, Deckungs-.
erfordert, kann er erst im Ernstfall e eingerichtet achrichten- undBeobachtungsmitteln, darun ter
werden. Erfahru ngsgemäß h aben sieh Barrikaden a ls h esonders wichtig die Entwicklung einer
aus Sandsä cken gut bewährt. . Alarmsirene, ähn lich, wie sie b ereits hei den
Für die im Alarm falle in den W erken zurück -
bleibend e Notbelegschaft muß innerhalb der einzel - Freiwilligen F euerwehren in der Umgebung von
nen Betriebe für S'p li tterschutz gesorgt w erderl. . B erlin für die Alarmierung der Mannsc haften
Bei Neubau von Werkeri so llten die bereits erwähn- regelmäßig b enutzt wurde.
ten leben swichtigen Anlagen, sofern es technischen Oktober 1928 ·hatte der seit 13 Jah ren - im
.und wirtschaftlichen Ge:ichtspunkten nicht wider- Weltkrieg dienstlich in der I nspektion der Fl u g-
spri cht, bombensicher ein gebaut werd en ... abwehrk a nonen und im Stabe des Kommandi e-
Bei der Wichtigkeit der Wa.c;servel'sorgung der Be-
völkerung empfi ehlt es sich, a uß er den Wasser- renden General s der Luftstr eitkräfte und in der
leitungen Ti efbrunn en anzul egen, die im Notfall e als Nac~kriegszeit freiwillig al s Schriftführer des
Ersatz herangezogen werelen können. ... Verdun - Vereins ehemaUger Angehöriger der Flugabwehr
kelung der W erke unel der an ihr Lichtnetz' a nge- - für den Luftschutz tätige Archivrat GI' 0 ß -
schl ossenen Ortschaften muß von einer Zentralstell e kr e ti tz eine D en k schri ft an das R eichswehr-
aus mÖ1!lich sein. , Oberlichter sind b ei all en bau- ministerium eingereicht, die wegen ihrer noch
li ch en An lagen zu vermeielen oder wenigstens mit heute gültigen gru ndlegend en Gedanken 27 ) und
Abblendevorrichtungen zu ve rseh en. wegen dElI' R ichtigkeit, mit der die damali gen
Sche inanlftgen sind aus Spionagegründen erst im u nd zukünftigen Verhältnisse im Luftschutz ge-
Ernslfa ll e anzulegen. Sie müsse n in ihrer Größe und schil dert u nd beurteilt wurden. im Auszup:
Art dem zu schü tzenden Obj ekt angepaßt sein ...
wi ed ergegeben werden s oll :
Äh nlichen Gesichtspunkten wie die Kraftz entr alen
unterli e1!en die Verkehrsanla gen, in erster Linie di e
R e ich sb ahn. Dfe Verkehrsan la1!en sin d wohl der Wä hrend aber der militärische Luftschutz bei um:
em ofindlichste T eil unter all en Ob.iekten, die gegen unter Ausschluß der öffentlichkeit b earbeitet wer-
Angriffe aus der Luft zu schützen sind, und zwar den m u ß, braucht der durcb das P ariser Luftfahrt-
desh alb, weil es sich dabei. nicht nur um elen Schutz abkommen vom Mai 1926 ' dem Deutschen Reich e zu-
großer Mensch en ansammlungen. wertvoller Güter, gestandene zivile Luftschutz das Licht der öffentlich-
großer Mengen feuergefährl ich en Materials un d keit nicht zu sch euen. Ja., es besteht sogar nicht ein-
empfindlich er technischer Anl age n h an delt, sondern mal die Möglichk eit, ihn durchzuführen, wenn es
weil auch .iede Störun g in ihrem Betriebe sich wir1 - nicht ge l i n g ti das ge sam te V 0 1 k v on
schaftli ch in weitere Kreise fortpflanzt ' " sei. n e I' N.o.t wen d i g k e i t zu übe r z e u ge n.
Besond erer W ert ist a ußerdem auf splittersiCheren So Ist der ZIvIle Luftscbutz - und das scheint. doch
Einbau eier Stellwerke zu legen. " Insbesond er e muß noch häufig übersehen zu werden - nicht nur ein
schnell e Verteilun g der kostbaren Zugmaschinen ge- organisatorisch-technisches, sondern, und ' zwar in
währl eistet sein. Das jetzige System, bei dem all e erster Linie, ein p s y c hol 0 gis c h e s Pro b 1 e m.
in einem Schuppen befindlichen Lokomotiven eine In seiner Lösung li egt zunächst die Hauptschwierig-
Dreh sch eibe pa ssieren mü ssen, ist unzweckmäßig. keit. Sie ist b egründet ganz a.ll gemein darin, daß die
Der Ausbau zahlreich er Ausweichlini en unter Um- Zivilbevölkerun g sich gegen die ihr unbequeme Wahr-
gehun g besonders gefä hrd eter Knotenpunkte ist vor- h eit sträubt, im Zukunftskri ege unmittelbares Ob
dringlich " . • jekt von Kriegsh andlungen zu werden. Im be s 0 n -
. Eine teil weise Umsied lun g der Großstadtb evölk e- der e n t ritt noch erschwerend in Deutschland die
rung aus de r Gefahrzon e in weni ger gefährliche pazifistisch und wehrfein lich beeinflußte Gesinnung
Gegend ist unbedingt anzustreb en. Das Wirtsch afts- weiter Volkskreise hinzu '" Das dankbarste un d
leben darf dadurch n ich t gestört werden. In Frage vermög-e ei n er straffen parteipolitis chen und gewerl\
komm en daher in der ' Ha uptsache arbeitsunfähi ge sch aftlich en Orga niSA tion am leichtesten zu beein
Erwach sen e und SChulpfli chtige Kin der mit dem er - flussen de ObJekt genannteI' Bestrebungen ist die
, ford erli ch en Pflege- und Aufsichtspersonal. Arbeiter schaft. Wi e stark sie von diesen GedAn k en-
gän gen beeinflußt ist, h at der Fall des Panzer-
Allefd in gs würde bei Durchführung de r 'Urnsi e'd - kreuzers A ge zei gt, wo ' di e Gefol gsch Hft sogar den
.l un g erst im Kriegsfalle das ohn ehin bis zum eigenen Führern den Gehorsam aufgesagt hat. Um
, äu ßer sten beanspruch te Verk ehrsn etz derart belastet, wieviel weni ger ist Z\I el'wArten, daß ein e derartig
daß der ordnu ng~mä ßige ach schub an Mensch en, eingestell te Masse für den zivilen Luftscbu tz zu ge-
Leben smitteln und Material für das Heer in Frage wi nn en sein wird , wenn dieser Gedanke von der
gestellt würde. Die Ums iedlun g muß also seiten s der W ebrmHcht aus an sie berAngetragen wird , gegen di e
Vel'waltungs-, Wirtscbafts- und Verkehrsbehörden so - in ihre r jetzjgen Gestalt - sich .ia ger ade der
vorbereitet sein, daß sie bei gespannter politisch er Kampf richt et. Ohn e oder ga.r gegen die vorher ge·
Lage in kürzesteI' Zeit vo rgenommen werden k ann . ken nzeichn eten Kreise ist ab er pei den inn erpoIi ·
\ tischen Zustän den Deutschla nd s elie Einrich tung des
Di e Verlegun g eier wichtigste n Reichs- und Landes- zivil en Luftschutzes undenkbar. Abges eh en davon
Zentralbehörden 'ist a n sich zwec!< mäßig, aber nur . wir kt sich der zivil e Luftschutz bis in die einzelne
bei fri edensmäßiger Vorb e r e itun f~ der erforderli ch en Familie aus und ist dadurch ein em rein behördlichen
Nnchrichtenzentralen möglich. Mit Rü cksicht auf die Zwangs- und Aufsichtsverfahren entzogen. Ohne frei-
mornliRch e Rü ckwirku n g in deI" Allgemeinheit wäre williges und verständnisvolles Eingeben auf di e
die Zahl" der zu ve rl e~e nd en Behörden auf ein Min- Gebote des zivi len Luftschutzes seitens der gesamten
deRtmaß zu b eschränken . .. BAvölk erung oder wenigstens ihrer üb erwi egenden
Der n eu e, noch in Beratung befindliche Städtebau- Mehrh eit sin d die J:}esten Luftschutzbestimmungen
gesp.tzentwu rf ford>ert aus volkshvgienisch eri und der Behörden praktisch wertlos. . ,
verkehrstechnisch en ~ü nden b er eits Dezen trali -
. , sation ( ~ 18, 2: Im Inter esse des gesunden W ohn ens Es bleibt aher kein a nd er er Weg, wenn an der
ist darauf zu seh en, da ß in ausgiebi ger Zahl un d der zivile Luftschu tz nich t ein papiernes Dasein in
Größe Erbolungsflächeri vorh and en sind . - ~ 18. 4: den Akten der Behörd en führen soll, als
Die Straßenbreite ist entsprechend den Verkehrs- und
Wohnüngsbed ürfni ssen ver schi eden festzusetzen ). 1. aucb dIe Gegn er jeder der Land esver teidigung di e-
Di ese Bauford erungen werd en unterstrichen durch n enden Maßnahm en für den zivilen Luftschutz zu
die Belange' des passiven Luftschutzes . . ." gewinnen, was bei dessen E iiensch aft als nicht-
Außer obiger Untersu chung 'forderte das Reichs- militärisch er Selbstschutz mögli ch ist, und , \venn
diese Vorbedingung erfüllt ist.
wehrministerium di e Ausbildung von Luft-
schutzpers onal und auß erdem eine Zusam men -
stellung der bish er angestellten VersuchE' zum
2; Sieh e den Aufruf zur Gründun~ des
'pö ter w;.derzu~ebenden Anh~ . 7
ROich~ luft.chutzbund .. in der

22
2. mit der Aufkl ärung der 'Bevö lker un g übel' Not- ge n Spielraum zur Anpassung an die b esonderen Ver-
wen digkeit und Al't des zi\'ilen Luftschutzes zu be- hältnisse der einz eln en Schutzobjekte und ihrer tech-
ginn en , um s ie zu se lbstve rantwortlicher Mitarbeit nischen W eiterentwicklung zu lassen.
in ihrem eigenen In te resse zu veran lasse n. Also a uch die. t e c h n i s c h e Seite des zivilen
' Uie erste Aufgabe li egt vorneh m li ch a uf pol i - Luftschutzes verträgt keine sta rre Zwangs regelung
ti s c h e m Gebiet, die zweite is t eine EI' z i e h u n g s - all ein durch die Beh örden; auch sie wei st auf en ge
auf gab e. Beid e eignen sich , obwohl in ihrem Ur- Fühlungsnahme mit den lebendi gen Kräft en hin , die
sprung auf die Erfordernisse der Land esvert eidigung in J'eichem Maße in den Körpers chaften des öffent-
zurückgeh end, hin sich tli ch der praktischen Au sfüh - lich en, wirtschaftlichen und Berufsl ebens vorhanden
mng nicht zur Beh and lun g vom r ei n militärisch en sind ...
Standpunkte a us. Sie werden im Gegenteil um so Ein Vergleich der tatsächli ch en Verh ältni sse mit
leichter zu lösen sein, je weniger der lllilitärische vorstehenden . . . Schlußfolgerungen zeigt, wieweit
Anlaß und am tli ch er Zwang in die Erscheinun g die Luftschutzarbeit noch von dem Ziel entfernt ist,
treten. . das im In teresse der Landesverteidigun g allfgestellt
Ist erst auf di ese W eise die psychOlogisch e Vor- werden muß, wenn das Luftschutzproblem in seiner
bedingun g für d e~ zivilen Luftschutz geschaffen, so GesamtHeit als Angelegenheit des ganzen Volkes er-
werden auch die mit den technischen Problemen qes faßt wird. . . . '
Luftschutz es verbundenen Schwierigkeiten leichter Das seiner ganzen Natur nach aber weit schwieri-
zu überwinden sein. Sie sind da rin b egründet, daß gere Luftschutzprobl em 28 ) ist das des z iv i l 'e n
die für den zivil en Luftschutz erford erlichen Maß- Lu f t sc hut z es. Den hierüber gemachten Da r-
nahmen nicht nur als unb equ em em pfunden werden, legungen bl eibt nur noch hinzuzufü gen . daß es sich
sondern auch m ateriell e Opfer von den Ausfü hrenden beim zivilen Luftschutz um Arb eiten auf lange Sicht
verlangen .. . handelt, deren praktiSCh e Auswirkung erst n ach
Es wird dah er sorgfälti g überlegt werden müssen , Jahren, zum Teil erst n ach Jahrzehnten zu erwarten
wieweit die Erford ernisse des zivil en Luftschutzes ist. Um so notwendiger ist es, den 'zivil en Luftschutz
mit denen des Wirtschaftsl ebens im Frieden in Ein- ungesäumt und mit all er Dringli chkeit, die diese
klang gebrach t werden können , um so die unver- lebenswichtige und staatsnotwendige Frage erfordert.
meidlichen Kost en nach Möglichl< eit zu verringern . in Angriff zu nehmen.
Hierzu bedarf es der Mitarb eit der von den zivil en Demgegl!nüber muß leid er festgestellt werden , daß
Luftschutzmaßnahm en betroffenen I(reise, in erster nunmehr schon üb er zwei Jahre vergangen sind , seit-
Linie der Kommun al- und ' Wirtschaftsverbände .. . dem in den Pariser Luftfahrtverhandlun ge n dem
lAuf solche W eise wird es auch am eh esten gelingen, Deutsch en Reich e der zivile Luftschutz auch offiziell
diese Organ e für de n zivil en Luftschutz zu interessie- zugestanden wurde, ohn e daß ein greifbares Resultat
ren und über sie auf di e SU!dte und Einzelbetriebe zur erzielt worden ist. Auch die von privater Seite in den
Ausführunp; der Luftschutzm a ßn a hm en einzuwirken. letzten llh Jahren unternomm enen Bemühungen, die
Eine rein b ehördlich e Regelun g ohn e Hinzuziehung ReiCh sr egierung zu positiven Schritten in cler Luft-
der genannten Kreise wird, zumal angesichts der !'chutzfrage zu veranlassen, Rind trotz an fänglich en
ohnehin besteh end en Einschränkung der kommuna- . Entgegenkommens ' der Regierun g ergebnislos ge·
len Selbstverwaltun g au f fin a nziell.em Gebiet unel des blieben . . .
sta rken au f un se r er Wirtsch a ft lastend en Druck s Daß die Führung in ei ner für Staat lind Volk so
durch Steu ern und Soziallasten , Widerstände hervor- wichtigen Frage wie der des zivilen Luftschutzes in
rufen, di e letzt en Endes darauf hinnuslaufen , die cl er Hand der Regierung liegen muß. ist sehon früher
all einil!e Verantwortun g un el dip f! e s am te n Kosten h ervorgehoben worden und versteht sich von selbst.
für den zivil en Luftschutz au f clas Reich abzuwälzen. ' Vie aber so)) jemflls die Umsetzung des Gedanl\'ens
Es liegt aber in der Nat· · r de~ zivilen Luftschutzes, in die Tat. die praktisch e Ausführung der zivil en
daß er nur dann voll \'. irkSfl.m werd en kann , wenn Luftscbutzmaßnabmen erzielt werden, wenn nicht
diejenigen. wel che ihn pra\di sch :w!lführ en woll en , dfls ganze Volk und im beRonderen diej enigen Kreise.
von vornherein d:11'fln gewöhnt und dazu erzogen welchen der 7.ivil e Luft chutz fin'fl nzi elle Opfel' auf-
werden , sich nl !l !'e lh !l t ve r fl ntwortliche . prl egt, bereit sind . di e dadurch hedingten Unhequem-
T r ä ger des z i v i I e n L u f t s c hut z e s zu be- licbkeiten und Lflsfen auf sich zu n ebm en? Behörd -
trach ten , wozu auch die üb ernahm e eine!' T eiles der 1icb~r Zwang wi rd diesp Berritsch aft niemals er-
KO!lten gebört. Gesrhi eht dflR ni cht, so bürdet die r eich en , b esonders nicht hei einem innerlicb so zer-.
Regierung. insbesondere die W ehrma cht. sich eine ri ss(' nen und in der Masse !'!cbwer um Reine Existenz
Ver antwortung au f, dj e zu tragen sie im Ernstfall e ringenden Volke wie dem deutschen . .. "
. nicht in oer La p:e ist. Der· Wandel im Grundch ar ak-
ter des Kri eges. der ni cht mehr einen r ein mi'Jitä- WaR hier von Großkreutz ausgesprochen
rischen .W affengan /Z onrstellt, sondern das ganze wurd e. war a llm ähli ch die Meinung eines brei-
Volk in MitlE'id enRch aft 7.ieht. zwingt clflZU. die ge- teren Teil'es der Offlmtlichkeit. vor a ll em der
s A,m te N R f ion auf cl('n T{rieg und sei n e unm ittel- I national gesinn t en Krei se geworden. in der der
bflren Einwirkum! en nu ch nuf clie Zivilhevölkerung Luftschutz von J a hr zu J a hr wachsend in Presse-
vor7.UherAiten . . . . (;('wiß I,Rnn clf'1' zi vil e Luftschutz a ufsätzen und Vorfrä!!'fln und in sich steigernder
ni cht g'anz des am tli ch en Zwa n l!s ('nfhrhren . f'benso Unruhe über die Untätigkeit der Regierung er-
wie seine Eig'enart eine rii'htun g\\'f'i!'('n df' , einheit-
lich e Leitung durch die Regir run p: nötig macht ... Zu örtert w urd e. an verl angte B ewei se, da ß wirk-
Qeacht en ist dab"i, welch e Umwä lzungf'n seit 1918 . lich etwas geschehe. waR über die ,.bürokra-
durch -di e Nachkri egsentwicldung sowohl des I(ri egs- tische" Erledi!!'ung hinausginge und was den
flu gwesens und sei n er An griffsmitt el Als auch der politischen Einflüssen entzo!!'en sei. Die Durch-
Wirtschaft, des Verk ehrs, der Technik und aller mit führung von praktischen Arbeiten wurde da-
Sied lun jr und Städtehnu zu sam menh ä ngenden Fragen durch beeinträchtigt. daß im Reichsmini stetium
ei.ng ~ treten sind. Sie üb An zwa ngslä ufig eine n Ein- des Tnn ern noch immer k ein Luftschutzreferat
fluß auf die Gestaltun g d e~ zivil en Luftschutzes a us oder ein e LuftschutzabteHung eingerichtet war
und werfen n e u e Proolem e auf, so daß W eltk1;:iegs-
erfflhrun gen nur bedingt verwertbar sind. Auch die entsprechend dem Umfang und der Wichti~~
könn en di ese Probl eme' ni cht l<urzerhand dUl'ch he- keit der LVft.schutzarb eit mit genü!!'end PerRonal,
hördlichen Ma chtspruch oder militä rischen Befehl das außerdem über Fachkenntnisse verfügen
gelöst werden; sie erford ern i m Gege nteil die sach - mußte, besetzt war, sondern daß nur ein Sach-
ver ständhre Mitarbeit der Fa chl eute aus Wirtschaft. b earbeiter im Nebenamt die l eider im wahrsten
Verkehr, T echnik. Sied lung und Städtebau. Erst auf Sinne des Wortes nur "federführend" gebliebene
clieser Grundlage i. t e möglich. in Abwandlung der Arbeit erledigte. Solange der Luftschutz, der das
Kriegserfahrungen Ri chtlinien für den 7.ivi len Luft-
schutz au fzu stellen . die nur a I I ge m ein er Natur 28) Im Vergleich zum vorher erörterten, bi er nicht wied e rg e~.benen '
~e in k'öl:m en . um den ausführenden Stellen den nöti- militärischen Luftschutz . . ,

23
ganze Volk anging, immer nur "streng geheim" neten ](o::;len auf die gesa.m te .I::l c\'o lk l'rung, ::;0 \\ lInl< '
bearbeitet wurde, konnte es nicht gelingen, die sich ein Ropfanteil von RM. 100..- ergeben, wozu
Di enststell en der R egierungen der Länder, der noch 10 % für laufe n de Instandhaltung d er Geräte
Verwaltun gen , der Kommunen und letzten Endes ger echnet vver'd en müßten ."
auch der Rei ch swehr mit diesem Luftschutz zu Di e Kosten würden sich al so auf rd. 7 Milli a rde!1
durchdringen. Das Reichswehrministerium tat R eichsmark belaufen. '
wirklich sein Möglichs tes in der Beratung, An- 2. Professor Dr. R ü. t h betr. bauli che Maß-
regung und Unterstützung des Reichsministe- nahmen (Schutzraum) :
riums des Inn ern. Auf die Dauer und ganz be- "Es sind die für' d en Schutz gegen schw erste be-
son.der s im Hinblick a uf eine Mobilmachung war ka nnte Bomb en erforderli ch en Maßnahm en zugrun de
e unmöglich, .daß das Reichswehrminis terium gelegt. Bei Unter s tellun g . des Ba u es vo n Unterstän-
die Verantwortung für die Durchführung einer den für j e 500 Ma nn, die mit unterirdi sch en Gün ge n
Fülle von Luftschutzmaßnahmen tragen sollte, mit den Wohnhä u sern verbund en sind, und h ei Be-
die es gar nicht tragen konnte, weil sehr viel rü cksichtigung des Schutzes leben swi ch tiger Anlagen
nicht seine Sache, sondern die der Verwaltungs- (Iüa ftwerk e, Wasse r a nl age n, Eisenbahn ) h ä It er eine
e inma lige Au sgabe von 10 Milliard en Reich s m ark für
behörden und Kommunen war20 ) . Es war ein e rford erlich."
hartes Urt eil, das ein so guter Kenner aller Ver-
häl tnisse der Landesverteidigung und der da- 3. Oberbranddirektor Ge m P Tl betr. Aus-
maligen deutsch en Innen- und Außenpolitik wie rü stung der Feuerwehr:
der Generaloberst von See c k t in seinem Buch "Die Rosten für die Ausrütsung deI' F eu erw ehr
"Gedanken eines Soldaten" 1928/29 fällte: würden, a uf di e gesamte Bevölkerun g umgelegt, nach
Schätzung einen Kopfanteil von RM. 10.- ergebe n."
"Es wäre frivol, die Gefahren und Schrecken de::;
Lufta ngriffes a uf das Hinterl and, besonders in Ver - Diese Kosten würden also 650 Millionen R ei chs-
bindung mit der Verwendung von Gas, leu gnen oder mark bedeuten.
b eschönigen zu woll en. Er bringt auf neu em Kampf- Derartige Projekte in ein e m Anlauf von
platz die gleichen Gefahre n und die gleich en Au s- seiten der Reichsregierung durchzuführen oder
sichten; di e tätige .Abwelll' fä llt d,er Lu"twa ffe zu , den Ländern und der Bevölkerung zur Durch-
di e a ls beste Gege nwirkung versucht, den An griff in führung aufzuerlegen, war geldlich, rohstoff-
das feindliche Land zu tragen ' od er wenigsten s den mäßig und vielleicht auch infolge der hoh en
Angreifer zu vernichten. Al s n eues E rfordernis gegen Zahl der benötigten Arbeitskräfte nicht möglich.
diese Art Kri egsgefahr entsteht di e Vorsorge für di e Der Zweck derartiger Berechnungen und Auf-
passive Sicherung der Leb en szentral en eines La ndes,
welche vi ell eicht kostspi eli g und unbequ em ist. Daß stellungen und ihre Anerkennung durch die Ver-
bei un s in D e u t sc h I a n d , wo un s die a kt i v e treter der wichtigsten Reichsressorts' war wahr-
L u f t ver t e id i g u n g Jl e r sag t ist, für , die - scheinlich der, gelegentlich der international en
se n pa s s i v e n S c hut z n ich t s, ab e r a u c h Abrüstungsverhandlungen auf dem Wege des
ga r nicht s ges chieht, ist s chw e r zu ver- d~mals in dieser Form prak.t isch unmöglich
' s t e h e nun d s c h wer erz u v e r a n t w 0 r t e n 3O ) . durchzuführenden Gasschutzes und Schutzraum-
Dem B estr eben, breite 'Kreise der Bevölkerung baues zur völligen Unterbindung der Gaswaffe,
von der Notwendigkeit des Luftschutzes zu über- insbesondere der Anwendung von Gas und
zeugen, war es abtr:äglich, wenn international , Brisanz, zu gelan gen. Um diesen Zweck zu er-
d. h . bei den K 0 n f e r en zen des 1 n t e r - r eichen , wurden von den Teilnehmern der B e-
n at ion a l e n Rot e n Kr e uze s, durch die sor echung auch keine Bedenken gegen eine fr eie
Vertreter ,des Deutschen Roten Kreuze der Meinungsäußerung der Sachverständigen über
Standpunkt vertreten werden sollte, daß unvoll- die obigen Urteile erhob~n. soweit k ein Int er esse
kommene Luft chutzmaßnahmen kein en Zweck deI' Landesverteidigung entgegenstand und ihre
hätten, daß nur ein vollkommener Schutz ver- in ' der Öffentlichkeit gemachten Äuß erungen
tret en w erden könnte, daß es aber eine Unmög- lediglich als persönliche Ansicht der Sachver-
li chk eit sei. die dafür erforderlichen I{osten auf-· ständigen hingestellt werden würden. Es bedarf
zubrinP.'en. Di e auf Veranlas s un ~ des Internatio- kaum einer besond er en Erwähnung, daß mit der-
n qlen . Rot en Kreuzes eb enso wie in allen Län- artigen Zahl en die Unwissend en oder diejenigen,
dern auch in 'Dputsrhl a nd gebildete deutsche die sich nur oberflächlich mit dem Luftschutz
int ern e Sachverständigen kommi ssion hatte als beschäftigt hatten, ' abgeschreckt wurden, dqß
Studip.nkommission für den Luftschutz der Zivil- jedenfalls dieser damals I außenpoliti sch für
bevölkerung den Auftrag erhalten, Berechnun- ri chtig und notwendig gehaltene W eg der Ge-
gen über die vorau ssichtlichen Ko sten der winTlUng der wirtschaftlich unct geldlich Den-
Schutzmaßnahmen aufzu stell en. Die drei be- kenden auch aus den nation a len IÜ'eisen sehr
fragten SaChverständigen 'gaben in einer Be- geschadet und die Propaganda . für den Luft-
sprechung b eim Auswärtigen Amt im März 1929, schutz sehr erschwert hat. weil ' sich die Gegn er
an der Au wärtiges Amt, Reich swirtschafts-, des Luftschut7.es dieser Zahl en bedi enten, um sie
R eich<;innen-, Beichsju tizmini sterium, H eeres- gegen 'seine Einführung zu benutzen.
un~ Marineleitun g und der Staatssel<,retär v-o n Das zum Luftschutz stets positiv ei n gestellte
Moll end 0 I' f als deutscher Vertreter beim Reichswirtschaftsministerium übersandte im
... Intetnationalen Komitee vom Roten Kreuz teil- April 1929 dem Reich sminister des Inn ern Auf-
nahmen. ihr Urteil folgendermaßen ab": . zeichnungen. in denen es zum Ausdruck brachte,
1. Dr. H ans I i an betr. Gasschutz: . daß Deutschland infol ge Fehlen s der Abwehr
"Eine Gasmask e, die zum Schutz gegen di e bish er von der Erde und des Gegenangriffs aus der Luft
vlll'wend eten Atemgifte ausreicht, stellt sich auf gezwungen sei. den Sc.hutz · seiner Bevölk erung
RM. 10.-. Ein e Gasmaske, die gegen all e, au ch die und seiner wichtigen Industrien und Verkehrs-
zun ächst nur im Laborl}torium h ergestellten Gase anlagen auf anderem Wege ,zu versuchen . daß
wirl<!"llm ist uno die zum Schutz für die ,aktive Be- ei n dementsnre.chendes Verlangen in der Öffent-
völkerung-' (F euerwehr. Polizei. Rettung'smann sch a f- lichkeit wiederholt geäußert. daß im R eich stag
ten) verwennpt werden mü ßt e, würde sich auf zwei Anträge auf Bewilligen von Mitteln für di e
RM . 60 ':"" s tell en. Zu herücksichtij!en sei fern er der
HmIt!"chutz. für' nen Mitt el er st noch g'efunden wer- 29) Siehe Großkr eutz 23, linke Spalt • .
den müßten, Verteilt man die g-esamten so errech - :10) Sperrung durch Vorla •.ser.

24
Durchführun g des Luftsc hutz es vorge legt sei e n B es tim m u n gen e n t g e gen s ehe, wal'
und daß, ein e groß e Zahl a u sländisch er, in d er für das Rei ch s wehrminis terium ein w esentlich er
h1i1itärischen Abw ehr fr ei er Staaten Lufts chutz- Fortschritt, weil damit ein e feste Grund lage für
maßnahm en in Au ssicht ge nomm en hätte, wa~ die eigene weitere Arbeit gesch affen war. Noch
ein B eweis für d ie Erfol gsau ssi chten d i eser Ma ß - im gleichen J a hr e (1929) wur den "An h altspu nkte
na hm en se i. Di ese Maßna hm en im Au s lanrl für Verwendung der F eu erwehren im R eich s-
war en wie f ol g t gegliedert: luftschutz" zusammenges te)lt.' Di ese waren dazu
,,1. Beobachtungs-, Melde- un d ' Warndienst zur r echt- b es timmt, im Mobil mac hun gs fall e den Luft-
ze iti gen F ests tellun g ein es fein dli ch en' Luft - sc hutzoffizieren vom Platz Ri chtlin i en für die
a ng riffs und zur Al a rmi erung deI" Bevölk erun g. zweckmäßigs t e Organ isation und den Ein sa tz
2. In dividue ll e r Schutz de r Beyölk el"un g (Ga s maske ll. d er F euerwehr en im R a h men des Luftscbutz-
gasdi ch te Kl eidung), det' infolge der Schwi arig- hilf dien s t es zu geben. Di e Anhalt punkte wur-
I,eit der Beschaffun g und der Erforder li chlw il d e n den W ehrkreiskomm andos üb er sandt mit
ein er gen au en Unterwe isun g der Bevölk erung ill dem Zusatz, daß die Aus h ändigun g an d i e Zivil-
el em Gebr auch deI" Schu tzm ittel vore rst nur für b ehörden erst b eim Aufruf des R eich s luftschut-
ITilfs- und Rrttungsma nn schaften in Frage kom -
m enk ön nte. zes erfolgen dürfe. Ende d es Jahres wurden in
:3 . Koll ektiyer Schut z ei er Bevö lk'e'rung elurch Sch a f- einem Vortrag bei dem R ei ch swehrmini s ter
fun g bomb en- 'unel gas ich e'r er Unterkunfts räum e. (Groener ) folg ende Aufgab en a ls vor~lringlich
4. Sich erun g des Betri ebes lebens\yichti ger Anlage n:' bezeichnet, wen n s i c h cl a s R e i c h s m i n i -
Mit di esen Aufzeichnung.e n war ohn'e Zw eifel b e- s terium de ' I nne rn de r ihm vom
absichtigt, einen Dru ck auf das R ei ch s mini s t e- Rei c h s kabinett üb ert ra genen V er-
rium des Inn ern auszuüben: s i e schlo ssen mit antwortung nicht e ntziehen wollte:
den 'Wort en: "d a ß in vi e ie n au s I ä nd i - ., l. Di e Mit a l' b e i tel e r L ii n eI e r l' e g i e run g -
s chen Staaten derLuftschutzfrage ge n s ich e r z u s t e ll e n und die Ein ri c h -
in Th eo ri e und Praxi s w e it grö ß e- t ung b eso nderer Luft schutzel i e n st-
r es Inter esse e ntg ege ngebra c ht ste ll e n bei den L ä nderr eg i er un ge n
w ird a l s in ' Deut sc hland" 31). und b e i d e n pr e ußi sc h e n Pr ov inz e n
zu v e r a n l as s e n.32 ) ,
Im J a hre 1929 ergriff auch das Reich s wehr- 2. Die Abhaltun g größere r übungen von Polizei.
ministerium ern eut die Initiativ e. D a v erlautet e, F euerw e'hr, R e i ch sb~ n usw. gegenüb er der Offe nt- .
daß der R ei"ch s minister ei es Inn ern (Severin~) di e li chk eit zu veran twort en, eI am i t e n.el l ich
vom R ei ch s wehrminist erium vorgeschl agen e, in a lls g i'e bi g e Er f a h run gen üb e I' eI i e
d e n Etat einzusetz ende Summe von 1,3 Millionen z w ec k m ä ß i g s t e 0 r g a n i sa t i o n und
R eichs mark auf 150000 RM kürz en wollte, fand t ec hni sc h e Au s rü st un g eli eser Di e nst -
im März ein e Bespre chun g ' G r 0 e n e r s mit zw e ig e für den Luft sc hutzhilf s -
Severin g üb el' all e diese Frage n statt. Auch diese die n s t ge s'a m m e l t w e r d en k ö n n e n. 32 )
:3. Di e Au s b i I eI u n g vo n L u f t s c hut z I e hr -
Besprechun g führt e no ch zu kein em unmittel- per s 0 n a 1 i n die W eg e zu l e i t e n. 32 )
b a r en Erfolg, so daß d er R ei ch s wehrmini s ter im 4. Gesetzli ch e Bestimmun gen für Ber ück ichti gun g
Juli 1929 ein Schreiben an d en Reich s mini s ter _des Luftschutzes bei Neub auten. soweit fin a nzielle
des Inn ern richtete: Aufwendungen damit nicb t verhunden s ind , b er-
"... Da elas Reichs minis terium des Inn ern für eli e a u szu geben.
Vorb er ei tun g ei es zivil en Luftschutz es feel erführenel Di e ~e Ford erungen sind bereits in elem vom Reichs-
is t, möchte ich nicht ohn e Ihre Zu s timmun g di e er - wehrmini sterium im Sommer lf129 üherreich ten Ar-
weit erte Bearb eitun g elrr im Rahmen eler Lanel es- beitsprogramm enthalten." (Fortsetzun g fo lgt.)
verteidigun g un rnt heh ; li ch en Bes timmun ge n für el en
. zivil en Luftschutz fort se tzen, 31) u, 32) Sp errung durch Verfa sse r .
Ich gestatte mir , daher unter Bezugn a hm e auf
müncllich h er eits gegeben e Anregun ge n el e n ergeben- Anlage'
sten ' Vorschla g. elaß An h alt · für eine Anwei"Hmg 8n Kommllllltl-
1. elie von mein e m Mini s tehum au sgea rb eit eten Be- behörden z ur Au fRtellung- fIes Luftschutzhilfs-
stimmunlren n ach Prüfung unel Anbrin gun g etwa,
notw en di g ersch ein en eIer Änd erungen durch Ihre d~n s tes l )
F llrh rpfprf'n ten unter Zuzi ehun l! geeigneterPel'- I. Allgemein e An gaben üb er den Luftschutzbilfs-
sönlichk eitC' n au s Verwaltu Ilg, Polizei, F eu erwehr di enst.
u sw. a nerk:1.nnt werd en, 1. Die zu erwartend en Angriffe au s der Luft habel!
2. el i e L ä n cl e r'r e g- i e run ge n v e r a n l aß t nicht all ein militä ri sch e Anl agen zum Zi el, Es ist
w e r cl e n, ihr e I' se i t s ge e i g n e t e P e r s ö n - der Abwurf von ,Bomben all er Art auch a uf u nsere
li c hk e it e n mit W a hrn e hmun g d e r berl eutend en ' Stä dte, di e gr oßen Inc1u strie- und Ver-
Lu f t s c hut z bel a n g e z u b ell u f -{ r ag e n '2). h,1)hrsa nlagen zu erwart en, Di e WJrkung der Flieger-
Na ch F erti gs tellun g eier untr r 1, gen a nnten Bes tim - bomben kann sich als Detonationswirkun g, Splitter-
mun Iren h ätte dann di e Einzelbearbe itun g durch dI e wirkung, Ga swirlwn g und Brandwirkun g geltend
Lä nel erregierungen i m Ben ehm e n mit den W ehrkreis- mach en ... Di o aktive militä rische Abwehr muß
kommandos zu edolgen. Kosten ents teh en durch eli e durch pa ssive Luftschutzmaßn ahm en unterstützt
vorl!eschlal!e ne Arbeit ni cht. Um baldgefällige Mit- werden. Ihre Durchführung ist in er ste i' Lini e Sa ch e
teilun g, wknn Ih n en die b ersenelung ei er Bestim- privater Tätigkeit. Mu ster für die an die Bevölk e-
mungen gen ehm ist, da rf ich ergebenst bitten. rung zu verteilenden Merkbl ä tter über vorb eu gend e
, gez. Gro ~ ner . " Sicherungsma ßnahmen und Verhalten während ein e
Die darauf erfol gte Antwort, in der s ich· der Luftangriffs sind bei genomm en 2 ) . De r Selbstschutz
Rei c h s mini s ter de s lnnern mit dem wird er gänz t elui'ch den Luftschu tzhilfsdi en st ,
vom R e i c, h s weh r m i n ist e I' vor g e - ' 1) Aufg.stdlt im F ebruar 1928 vom R eichswe hrm ini ster ium,
ch l ag-enen, Verfahren der Vorbe - 2) Die Merkbl ä tt er sind nicht a uf ~en omme n .
Luft schutzm erkblatt t wa r ei n Aufruf " An All el " mit Aufklärung
reitung sar b e it e n ei n es Luft sc hut- über Bombenan~riHe und mit Vors<h~ lt e n für allgemeine s Ve rhalten .
ze s der Zivilb e völkerung durch da Lultschutzm erkblatt 2 war "A n. alle Ha use igentümer und Bet ri eb s'
leiter" gerichtet mit Anordnungen für Schutz maßnahm en der Hä user
'R eie h s weh r m i n ist e r i u m ein ver - und Betriebe.
s t a n den er k 1 ä r t e und s c h r j e b. daß Luftschutzll'\erkblatt 3 " All d ie Pol ize ibehörden" mit Vorschrift en
e r d erZ u se n d UJ1 g der im Re ich s- für die Pflichten d er Poli zei zur V o rb c r e i tun ~ de s Luftschutzes vor
e inem AngriH und zu sei ner Durchführun g w ähre nd und nach einem
\V P h r m i n ist (> I' i u m a l l s 'g e ar h (> i t e t e n An~ri" .

2S
i. Ver L u f t s c hut z h i I I s die n s t gliedert sich dUl'ch Scheinanlagen und Vernebelung. Eine solche
in Warn-, Deckungs-; Tarn-, Brandschutz-, Gasschutz- kommt nur für Betriebe und Verkehrsanlagen in
und Sanitätsdienst. ' Frage, deren Erhaltung von ausschlaggebender Wicb -
Zur Du rchführung des L uftschu tztiilfsdienstes ist tigkeit ist. .
das Reichsgebiet unter Berücksichtigung wirtschaft- 2. " . Sie gliedern sich in Facbgruppen, und zwar
licher Zusamm engehörigkeit in W arnbezirke .ein - für Ta rnung bestehender Anlag'en, Tarnung durch
geteilt. Die Leitung des Luftschutzhilfsdienstes in Scheinanlagen, Tarnun g durch Abbl endung. Auf-
ein em W a rnb ezirk h a t der ..Luftschutzoffizier vom stellung von Nebelzügen kommt erst in Frage, wenn
Platz" ... Die Aufstellung der übrigen Verbände des der Komm andeur des Reichsluftschutzes das erforder-
Luftschutzhilfsdienstes, und zwar Luftschutzbauab - liche Sondergerät zur Verfügung stellen kann.
teilun~en; Ta rnabteilungen, Luftschutzfeuerwachen, Bereitstellung von Bau arb eitern zur H erstellung
Gasschutzkommandos und Luftschutzsanitätskom- und Instand setzung der Tarnanlagen ist Sache der
mandos, wird den Kommunalbehörden übertragen . von der .. Stadt" b eauftragten Betriebsleitung oder
Dill Zahl der a ufzustell enden Verbände richtet sich Behörde ...
nach Größe und Bedeutung der im Warnbezirk ge-
legenen Städte, Industrie- und Verkehrsanlagen ... V. Lu f t sc h u t'z f e u ~ r w ac h e n.
Bei jeder Kommunalverwaltung ist eine Di enststeHe Die Luftschutzfeuerwachen haben die Aufgabe.
:,Luftschutz" einzurichten, der die Verbindung mit ohn e Rücksicht auf persönliChe Gefahr all e während
dem Luftschutzoffizier vom Platz obliegt. Der Luft- eines Luftangriffs entstenenden, oft zahlreichen und
s chutzdienststelle müssen grundsätzlich Vertreter örtlich weit auseinander li egenden Brä nde zu be-
rler Feuerwehr angehören ... kämpfen , gefq.hrdete Personen und wertvolJ es Gut zu
3. Die Luftschutzhilfsdienst-Verbände .. , ' können retten und begonnene Feu erlöscharbeiten a uch .bei
im öffentlichen Arbeitsdienst verwendet werden ... Eintritt eines 'L uftangriffs planm äßig fortzu setzen .. .
Di e Art der Verwendung muß sofortige Bereitscha fl , tuftschutzfeuerwachen sind in a ll en Orten mit ·
für Luftschutzaufgaben gewährleisten. über 10000 Einwohnern und in den von der .. Stadt"
Bei planmäßigem Einsatz mehrerer Hilfsd ien stver- besonders bezeichneten Orten, in deren Bereich sich
bä nde für eine gemeinsam e Luftschutza ufgabe be- kriegs- und lebenswiChtige Anlagen befind en, einzu -
stimmt der Luftschutzoffizier vom Platz den Führer. richten.
Treffen Hilfsdienstverbände während eines Luft- SämtJ)che Berufs- und freiwilligen Feuerwehren
angriffs, zusammen, so übernimmt deI' dienstälteste dieser Orte werden mit ihren Spitzenorganisationen
Führer vom Brandschut di enst grundi;ätzlich die unbeschadet ihrer normalen Aufgaben in den Luft-
Leitung ... schutzhilfsdienst übernommen ... '
. 4. Der Luftscllutzhilfsdienst ergänzt si ch in erster Angehörige der Berufsfeuerwehren dürfen weder
Linie au s Freiwilligen .. . Nter über 35 Jahre (bei fr'e.iwillig in andere W ehrmachtver'bänd e übertreten
Führern im Offiziersrang' 40 Jahre) oder mangelnde noch einberufen werden, wenn ni cht die 'zuständige
Frontverwe ndungsfähigkeit .. , .,Stadt" die Genehmi g'u ng in jedem einzeln en Fall
ausdrücklich erteilt.
Die Angehörigen der Luftschutzhilfsdienst-Ver- 3. Die Verteilung der .Feuerw achen muß di e Mög-
bänd e tr agen im Dienst als Abzeichen am rechten - lichkeit ausschließen, daß ein e Bombe das Feuer-
Oberarm eine weiße Binde mit der Aufschrift ..L" löschwesen eines größeren Bezirks a uf lange Zeit
und dem Dienststempel der Kommunalverwaltung, lahmlel1;en kann. Die Kommunalbeh örd en stellen .
welch e ' den betreffenden Verband aufgestellt hat ... ' daher ~n Anlehnung an die besteh end e Glied erung
n. War n s tell e n . des Personals und Materi als mögliChst viele räumlich
1. ......... .
verteilte Luftschutzfeu erwachen auf. Ihre Zahl wird
begr enzt durch die Forderung, daß ' jede Luftschutz-
2. Anschluß an di e Warnzentral e können die für feuerwache einen zu selbständigem Arbeiten befähig-
die Durchführun g des passiven Luftschutzes verant- ten F euerlöschzug umfassen muß ...
wortlichen Kommunalbehörden und die Vorständ e \
staatlicher und ,privater Anlagen und Betriebe auf VI. Gas s c hut z kom man dos.
Antra g rrh alten . über den Antrag entscheidet der L Den Gasschutzkomm andos obli egt die Bergung
Luftschutzoffizi er vom Platz ... aller Person en, die einer Vergiftung durch Kampf-
Tn. Lu f t s c hut z bau abt e il u n ge n . gase unmittelbar ausgesetzt sind, die erste Hilfe-
leistung bei Krank en , n i.r Abtransport in ä rztliche
1. Di e Lufts chutzbauabteilunl!en sollen alle Betriebe Behandlung oder Abgabe an die Sa nitä tsl<ümmandos.
und Pri vatperson en des Warnbezirks b ei .der Durch- die EntJ1;iftung vergaster Rä ume und Flächen und
führun g von Deckunl!smRßnahmen berat.en und un - die Belehrun g der Bevölk erung über d as VerhaltAn
tArRtüt.zen und Luftschutzbauten für Staats- und gegenüber Kampfgasen ...
Kommtmalh ehörd en au sfiihr An, wenn diese üb er ge-
eil!"n eteR P ersonal nicht verfügen ... Die Luftschut.z- VII. Lu f t sc hut z san i t ä t s kom m a n do s.
bauabtrilun l!en . werrlen wlihrend ei n eR Luftangriffs Die Luftschutzsanitätskommandos haben die A uf-
mit den Luftschutzfeuerwachen zUr Bettung ver- I!abe, für die bei einem Luftangriff Verl etzten ohn e
scbütteter P ersonen eingesetzt. Unmittelb.ar nach Verzögerung die ärztliche Hilfe uTjd ihren Transpor1
.einem Luftangriff werden sie für Räumungsarbeiten, in Dau erpflege sicherzustell en.
Ausb esserung und Stützung beschädil!"ter Gebäude
verwendet ... Ein Luftschutzsanitätskommando besteht aus 5-6
Luftschutzsanitätswathen. Jede Wache muß so aus-
Alle Orte bi s herab zu etwa 30000 Einwphnern l1;estattet sein, daß sie für sich allein 7.ur ä rztlichen
stell en Lllftschutzbauzüge auf, und zwar für je Hilfeleistunl1; und zum Transport von 6-10 Verwun
:lG-50 000 Einwohner einen Zug. deten befähigt ist . , ,
Wo größ ~r e Baufirmen 'mit reichlichem eigenem • Die Kommuna.lverwaltungen · aller Orte bi s herab
Personal und guter Ausstattung am Orte sind, wird zu etwa 30000 Einwohnern stellen Luftscbutzsanitäts-
die AUfstellung. einzelner Zü ge oder ganzer Abtei - wachen auf, und zwar für je 30000 bi s 50000 "Ein-
.Iungen diesen übertragen ... wohner eine Wl;jche.
(V. T a r n a bt eil u n gen. Das Personal ist den Sanitätseinrichtun gen der
1. Die Tarnabteilun/len .sollen beratend, helfend
Kommpnalbehörden, des Roten Kreuzes und Privat-
oder leitend jenen Stell en zur Seite stehen, die a\.l'f kliniken zu ent.ne·h men und bei Bedarf durch Privat -
ä~te Zu ergänzen.
Grund des R'elchsverte iCligunl!s/lesetzes . von der
"Stadt"l) mit Tarnun g' ih~'er Werke und Betriebe bie A~sstattung mit Sanitätsl!erät und I{ranken -
beauftragt sind. Aktive Mitwirkunl1; der Tarnabtei- transpor(fahrzeugen sowie der Ersatz verbrauchten
lut'tgen I ist grundSätzlich notwendig bei Tarnung Materials erfolgt durch die aufstellende KommunAI -
vprwaltung .. .
I) Decknam. für .. Wehrkrel '"

26
Anlage 5 Anlage 6
Reichswehrministerium r. 422/2. 28 v. 31. April 192
An den Herrn Reichsminister der Finanzen. Vorschlag der Orgarii at.ion des indu triellen
Luftschutze
Merkblatt für Berücksichtigung des Luftschutze;;
bei miJitäriseh en Ne ubauten (Zusammenarbeit mit Behörden.)
Industrie, Behörden,
Oie Entwicklung der Luftwaffe erfordert Bel·ück · 1. Haupt - Verbindung mit Reichs-
sichtigun g des Luftschu tzes bei Neubau~en. In fol - kommission wirtschaftsministerium
gendem s ind die Gesichtspunkte zusammengestellt, leitet' Luft chutzarbeiLen bzw. behördlicher Leitun g
die künftig bei militärischen Neubauten zu beachten im Einverständn is mit des Luftschutzes, später
s ind. Si e bilden di e Ergänzung der Garnisongebäude - Behöl'den , bearbeitet feipht in einen Industrie
ordnung. grundsätzli che Fragen; hClrat umzunilden .
1. Neubauten sind unauffälli g ihrer Umgebung an - ihr unterstellt sind
zupassen. Ihr,e militärische Bedeutung muß dem technisch e T<ommissio
feindlich en Fli eger verborgen bleiben ... Anhäufung nen.
militär ischer Anlagen au f be chränktem Raum LI Arbeitsorgan IS I der Ar
unstatthaft ... beitsau sschu ß.
2. Der Ge amtba u ist in mehrel'e kleine Bauten mit 11. E t w a 1 0 H e g i 0 Verbindung mit behörd
ein er Höhe ' von nicht mehr a,.ls drei Stockwerken n a l .k 0 m m iss ion e n . lich er LuftschutzsteIle
einschli eßlich Erdgeschoß zu zerlegen ... Der Abstand Zu ammen fa ung der In- am Sitz eier Regi onal-
~wisc h e n den ei nzeln en Gebäuden soll minde tens dip du strie in zehn Gruppen . Kommissionen. Verkebr
rJoppe1te Gebäudeh öh e betragen. Leitun g der Arbeiten der mit zentralen Behörden
3. Alle Kell ergeschosse der Gebäu de sind so einzu: örtl ichen Industrievertre- nur durch H aup tkom
richten , daß sie Schutz gege]l pli tterwirkung der lungen ( iehe 111.) nach mission
Bomben , gegen dep Detonationsd ruck und gegen Angaben eier Hauptkom -
Kampfgase bieten ... Die Decken müssen eine der- mission.
artige StärkE! erhalten, daß bei Einsturz des Hause!'
'lin Durchschlagen unwahl'scheinlich ist ... 111. 0 I' t I ich e in · Enge Y'erbindung mit ört-
Gas- un d Dampfleitungen, welche die KellelTäume dustrievertl'etung lichen Luftschutzb eh ör-
berühren müssen von einer besond eren, au ßerhalb leitet unmittelbar Luft- rlen, insbesondere bezü g-
oer Unte~treträume gelegeJ,len Stell e aus ' abgesperrt schutzarbeiten in der Ort- lich übermittlung eier Er ·
werden können , bevor die Untertreträume a ufgesucht schaft auf Grund der Di - gebni se des Warndien -
werden. rektiv'e n der Reg-iona 1- stes a n einzelne Firmen .
kommi1'sion . . Gemeinsame Ausnutzung
4. Di e Kellerräum e müssen durch a ll e im Hause vo n gas- und bomben -
untergebrachten oder a ußerha]b in ' sei n er Nähe be- sicheren Untertreträu -
findlichen P er sonen schnell erreicht werd en könn en . men , Verteilung rl fl r vor-
Bei der An]age der Treppen und Hause in gänge ist handen en Gasmasken .
hi erauf Rü cksicht zu nehmen . All e zu einem G'eb äude Unterrichtung der Bevöl
gehörigen Untertretr ä um e si nd mitei nander zu ver- ' kerung usw.
binden die ei nzeln en Räume jedoch durch lO'äftige
eisern ~ Türe-n gegeneinander abzu schließen. Von IV. Ei nzeln e Fabrik. Verbindung mit Orts-
ieder zu sa mm enhängenden Gruppe von Untertreträu- Durchführung der Luft- behörde möglichst nur
men müs en verschi edene Wege n ach außen führen . schutzarbeiten im W erk durch örtliche Indust,'ie-
i"e sind gewinke]t a n zul egen, damit plitter un.d gemäß Direktiven der ört- " 1't1'etung-.
Luftdruck der vor ihnen detoni er end en-Bomben nicht lichen Industrievertretun -
Itnmittelbar eindringen könn en. Treppen in den gen. Teubauten im Ein
Unterstandein gängen sind zu vel'meiden und durch vernehmon mit Bera -
Rampen zu ersetzen. tungsstelle der . Haupt-
6. Sämtli che Untertreträume mü sen gassicher.
kommission (Verbindung
d. h . mit Ga sfiltern un d Belüftun gsan] agen odel' gas- a uf dem Geschäftswege).
dicht mit Lufterneuerungsanlagen a usgestattet sei n . chaffung von Untertret-
Trockene Lagerräume für Gasschu tzgerät (ei n schließ- räumen, evtl. zusammen
li ch Ga sma sk en für die gesa.D',lte Belegung) und Ch]or- mit benachbarten Unter-
kalk s ind erforderlich , desglei ch en Verl;>a nd- und nehmungen.
Warteräum e für Verwundete und Vergaste, in denen Besch affung - falls not-
Wasserleitu,n g, Wasch ge]egenh eit und Nebengelaß wendig - von Gasschutz-
zum Abstellen sanitäre n und wirtschaftlichen Gerätes gerät für Sicherheits- und
vorzusehen sind . Feu erwehrperso nal. Un-
terriChtung der . Beleg-
7. Schn ell e A]armierung der Bel egschaft ist durch schaft, Abtransport von
Einba u ei n es LäUtewerk s sicherzu stell en. Fra uen, Kindern und
8. Die Erri chtun g bomben sich erer Untertreträum e nicht nötigen Arbeitern
ist Ausnahm e. Sie komm\ nur , für Führerstäbe vorbereiten. Teilnahme
höh erer Komma ndobeh örden in Frage. an Warn dien tübungen ,
Bombensichere (Untertreträum e sind im Freien Prüfun g der Deckung der'
a u ß e rb a lb der Gebäude an'zul eg-en. Ihre Ausfüh - Anlagen gegen Sicht usw .
rung wird im Frieden oft nicht möglich sein . ..
Bemerkungen:
Sondc>ranweisung-für di ~ B~rü ck ichtilrun g (J e Zu r. H a u p t kom m iss ion :
Lurtschutzes bei Munitionsniederlagen Besteh end aus Vertretern der Fachgruppen und
land sch aftli chen Verbände des Reichsverbandes.
. -....... . Sie bildet als arbeitendes Organ einen Arbeitsaus-
1 Jede Reg-elmäßigkeit in der Anlage i t zu ver-' schuß, bestehend aus:
rneiden. . . / dem Vorsitzenden. Personalunion mit H aupt-
2.' . .. . .. . . . . kommission,
3. ' Unterbringung der Munitionsniederlagen in sowie Vertreter des Reich sverbandes der Deut.
Wäld ern oder gartenähnli chen Anlagen mit stul'kem sch en Indu strie, Dr. Herle, f
Baumwuchs- zwis chen den Gebäud en erleichert di e Fachgruppe B()r gbau ,
Ta rnung .. de r Eisen sch affenden Indu strie.
4. bis 6. . . . . . . . . . . Maschinenbau.
7. An]agen I'I pli ttersicherel" Untertreträuffi e. Rlektroter.hnik .

27
Fach g l'upp e Stem e und ErdeJI. a u sschuß bes timmt, im übrigen nimmt der Hauptaus·
Bauindu s trie, schuß a uf die Zusa mm en setzung der Regionalkom ·
Chemie. missionen nur b er ate nd Einfluß .
n Textilindustri e. Zu III. 0 r t I ich e In d u s tri e \" e r t r e tun g :
La ndschaftlicher Verband Baye rn, Wird von der n eg ion a lkommiss ion einger ichtet.
" "Sach eD.
Ministerialrat R 0 nd e und Prof. R ü t h werd elJ Zu IV : Ein z e In e Fa b r i k :
zu jeder itzung d er H auptkommission bzw. c! rs Di e örtliche Indu strieve.rtretung se tzt sich mit Lie n
Arb eitsausschu es einge laden. einzelnen Fabriken in Verbindung und vereinbart
Zu 11. R e g ion alk 0 m m i ss ion e n : mit diesen den Leiter des Luftschutzes inn e rhalb f1f'r
Leiter der Regionalkommis ion wird vom Haupt- Pflbl'ik.

Zm- Entwicklung des Gasschutzes. (1. Fortsetzung)

Die im vorigen Heft befiandelte Entwicklung leistungen ergab. Die im Einschichteneinsatz


des Filterg-eräts in seinen ersten Phasen zeigt dmn nassen Diatomit aufgestäubte :ruderkohle
deutlich, daß das dringend erforderliche Ab- kam in folge der Feuchtigkeit nicht voll zur Wir-
w~hrmitt el gegen Ga außerordentlich schnell kung und büßte diese im Laufe der Zeit fast
gefunden wurde. Die vereinz elt im gastechni - völlig ein. Sehr viel besser arbeiteten A&orp-
sch en Schrifttum vorhandene, immer wieder auf- tionskohlen , die, von den nassen Diatomit-
tretende Behauptung, daß e . zunächst gegen körnern getr ennt, im Einsatz untergebracht
dieses n eue Kampfmittel k eine Abwehr gegeb en waren. 'Versuche zeigten, daß eine Schicht
und es infolgedessen Furcht und Schrecken in Außiger Kohle im Einsatz nicht nur erstaunli ch
die Reihen un er er Feinde getragen hätte, ist in große Mengen von T- und B-Stoff aufzunehmen
dieser Form unrichtig. Tatsächlich waren der- vermochte, sondern daß auch nicht unb eträcht-
artige Vorkommnisse nur vereinzelt und be- liche Mengen von Pho. gen durch die Kohl e zu-
'schränkten . sich auf den ersten Gasangriff bei rückgehalten oder in Gegenwart von Wasser -
Ypern. wo jeder Gasschutz beim Gegner fehlt e. . puren in Salzsäur e übergeführt wurden.
ab er innerhalb dreimal '24 Stunden. wenn auch Auf Grund obiger Beobachtungen ergab sich
nur behelfsmäßig, ge chaffen werden konnte. schließli ch in dem neuen Filtereinsatzmodell
ferner auf Gaskampfhandlungen an der Ostfront. ' eine d r e ich ich ti g e Anordnung. Die VOI' -
wo auf russi scher Seite Gasschutz und Gas- der te Schicht (Außenschicht) diente vorzugs-
disziplin überhaupt nicht oder nur unvollkom- weise der Aufnahme des Chlors und enthielt die
men vorhanden waren. gleiche Füllmasse w ie der Einschichteneinsatz.
Kehren wir jedoch zur Entwi cklung des F i 1 - Die Mittelschicht war trockene körni ge Aktiv-
te r ein atz es zurück: Der Einschichten- kohl e. Die Mundschicht bestand aus einem kör-
einsatz Modell 21/8 befriedigte noch nicht re t- nigen Trägerstoff (Diatomit oder Bimskies), der
los. Der, chutz gegen Pho gen war beschränkt neben Pottasch e und p-Stoff eini ge Gramm
und mußte unverzüglich ver tärkt werden, 'da Stoff enthielt. Das Mengenverhältnis der Schich-
die Bedeutung des Phosgens als I(ampfstoff ten ,\;ar zunäah t so bemes en, daß der Filter-
immer m ehr' wuchs. Da kohl en aure Alkali der einsatz nach einer gewissen Zeit bei einer 'Be-
Füllmasse r eagierte nur träge mit dem Phosgen . la tung mit 4/ 5 Chlor und 1/ 5 Pho gen annähernd
und so mußte nach' einem Chemikal gesucht gleichzeitig gegen beide toffe unwirksam zu
werden, das schneller wirkte. Versuche nach werden begann.
dem objektiven Verfahren ergaben, daß aus der Die Einführung des neuen Einsatzes, der die
organischen Chemie zwei toffe ' für den ge- Bezeichnung "D r eis chi c h t e n 'e ins atz",
dachten Zweck in Frage kamen, nämlich ' da Mo delI 11 / 11, erhielt, wurde im 1 ovember 1915
Piperazin (P - S t 0 i f) urrd das Urotropin, das beschlossen. Seine technis che Durchbildung be-
Vereinigungsprodukt von Formaldehyd und Am- r eitete so große Schwierigkeiten, daß sie anfäng-
moniak ( - S t 0 f f). Die Hoffnung, daß ein ein- lich von industrieller Seite für unmöglich erklärt
faches Hin zufügen des einen oder anderen Stoffes wurde. Die drei Schichten mußten peinlich ge-
zur Tränklösung befriedigen würde, erfüllte sich trennt gehalten werden und durften sich auch
nicht. Ein derart getränkter Elnsatz besaß zwar bei der Beförderung und beim Gebrauch nicht
ein genügendes Aufnahmevermögen für Phos- mischen. Die Trennung erfolgte zunächst durch
gen, versagte jedoch gegen Chlor sowie gegen ein Zwischen siebe au s Dra htgewebe. Um diese groß-
Chlor-Phosgen-Gemisch. Es zeigte sich nämlich, tflchnis,c h zu b efe tigen, mußte das ur prüngliche
daß beim Einwirken von Chlor auf P- oder U- Modell des Blechtopfes umgestaltet werden und
toff techend riechende Chloramine entstanden, erhielt nunmehr die aus Zylinder und I(onus
die ein Durchatmen des Ein atzes unmögli ch bestehende Form, die auch später beibeh1:l-lten
machten. Die glei chen Erfahrungen machten die wurde. Gleichzeitig wurde der obere Verschluß
Fl'anzosen mit ihren beiden Ma kenmodellen des Einsatzes zweckentsprechend umgeändert.
"Ma 'que Tambutc nouveau" und "Masque M 2" da er beim Eins·chichteneinsatz Anlaß zu Schwie-
und erlitten, da sie den grund ätzlichen Fehler rigkeiten gegeben hatte. Die technis'c he Ausfüh-
nicht rechtzeitig erkannten, erhebliche acken- rung de Filtereinsatztopfes wurde im Kaiser-
chl äge im Feldgebrauch. Auf deut cher Seite Wilhelm-Institut in -Zu ammenarbeit mit der
zog man au den ersten Beobachtungen sofort Auergesell schaft entwickelt, während die Me-
die ri chtige Folgerung, indem man die Schicht thoden zur großtechnischen Fülhmg des Ein-
zur Wegnahme des Chlor von der Schicht zur atz es mit der Aktiengesellschaft für An ilin -
Wegnahme des Phosge ns grundsätzli ch trennte, fabrikation durchgebildet wurden.
al 0 einen Filtereinsatz mit mindestens zwei Die ersten Dreischichtenein ätze wurden im
Schichten entwickelte. Anfang des Jahres 1916 gefertigt. Bereits im
In zwiscl)en hatte man weiter festgestellt, daß April konnte die Fertigung des Einschichten-
tr 0 ck e n e Adso1'J~ tionskohle erhebli ch e Schutz- einsatze ganz eingestellt werden . Zu gleichem

28
•t
Z~itpunkt waren auch alle Truppen bei Vel'dull g leich beständigen Chlorierung prod ukt des
mIt dem neuen Einsatz ausgerüstet, was um so Naphthalins irnprägn iert waren, wodurch das
n?tw endiger war, als der Phosgen-B eschuß durch läs tige Rosten der Sieb e endgültig behoben
dIe fra nzösisc he Artillerie, der am 21. Februar wurde. So gelangte man allmähl ich zu einenl
1916 begonnen hatte, immer stärker e Ausmaß e Atemwider tand von G mm ' VS.
annahm. Ber eits im Herbst 1916 war das ge- All e d i e~e Abänderungen und Verbesserun gc lI
samte deutsc he H eer mit dem Dreischi chten - ha tten k em e grun d ätzliche Änderuno- des ur-
einsatz ausgestattet. sprünglichen Mod ell s zur Folge. Erst mit der Ein-
In drr Folgezeit blieb der Drei sc hi cbteneinsa tz fuhrun g. des Chlor pik r in s a ls Kampfs toff ·
in sein en Grundlagen unveränd ert. Er hatte zu- wurde em n eues Mod ell erforderli ch, da dieser
nächs t einen Atemwid r stand von 12 mm ' Vasser- reaktion s träge Stoff durch dünn e I\: ohleschichten
säul e. Die Auß enschicht des Füllraum es enthi elt nur u nvo llkommen zurück geha lten wurde. Im
in 135 cm 3 Rauminhalt 66 g de I" gleichen ch emi - Laufe des J.ah~·e s .1.917, in de~ die Verwendung
sch en Füllun g wi e der Einschi chten ein satz. Di e \' on ChlorpIkrm-MIschung sowoh l i m Blasver-
an chli eßend e mittlere Schi cht mit 70 cm 3 Inhalt fahren als au ch im Ga schi eß en imm er m ehr a n
bes tand aus 36 gAußi gel' Ad sorptionskohle. Di e Umfang gewann, wur de nach län ger en Vor-
Mundschi cht hatte einen Rauminhalt von 55 cm 3 arb eiten ein neue Einsatz!Uod ell, der 11/ C/ 1L
und en thielt wiederum 15 g Diatomit oder Bim .- E. in s .a t z, mit ~esteigerter Chlorpikrinl eistung
kies, ge tränkt mit Potta ch e, P-Stoff und U- toff. ewgefuhrt, der SIch vom l1/ l1-Einsatz daduTCh
Im Laufe der Zeit wurden einige Änderungen .unterschied, daß die Kohl escbi ch t auf Kosten der
vorgenommen, . di e vor allem auf eine Herab- Außenschicht vermehrt wurde. Di e Auß en schicht
setzung des Atemwid·er standes, der mit 12 mm betrug nunmehr an teIl e von 135 cm 3 nur n och
Wasse rsäu le vi el zu h och war, zielten. Dies er- 100 cm 3 , di e Kohleschicht s ti eg von 70 cm 3 a uf
t'ei chte man vor ::tll em durch Verringerung deI" 105 cm 3 , währen d die Mundsc hicht mit 55 cm S
aufges täubten Puderkohle und Vergröberung de unverändert erhalten blieb. Gleichzeitig konnte
. Korns der Trockenkohle. Die Kohl e kam an- der Atemwiderstand auf 5 bi 4 mm Wassersäu le
fängli ch nur in Form eines ziemlfch feinen, zer- ge enkt w erden. Die Verkleinerung der Auß en-
brec hli chen un d zur taubbildung neigen den sc hicht war insofern unb edenkli ch , a ls die Be-
Kornes zur Verwendung. Um bei dem Füll en des deutung des Chlors al s Kampf toff infolge Nach-
Einsatzes die Kohl eschicht nicht zu zerbrö ckeln , lasse n. der Blasangriffe ganz erheblich ges unken
mußte die Einpre ung der letzten Außenschicht war. Im Juni 1917 wurde die F ertigung der a lten
mit größter Vorsicht erfolgen. Zur Verminderun g Drei schichteneinsätz e zugun sten der 11/C / 11 -
des Preßdruckes wurde die Kohl eschi cht anfäng- Ein sätze eingestellt.
li ch zwisch en weiche Lapp en aus Baumwoll- Für di e Mal' in e b lieb jedoch das a lte Modell
Molton gebettet, stand also mit den Drahtsieben 11 / 11 mit sein er grö ßeren Außens·chicht, 'die ein
nicht in unmittelbarer Berührung, sond ern legte bedeutend es Aufnahmevermögen für S t i c k-
sich an je einen Moltonlappen an. Dadurch s t 0 f f d i 0 x y d besaß, erhalten. ' Die e Ga war
WUrde vermieden, daß s taubförmige Kohl e k ein chemischer Kampf toff, sondern trat erfa h-
partikel in· die Mund- oder Außen schi cht fiel en rungsgemäß vor allem an Bord der Kriegsschiffe
oder durch die Atmung verbla en wurden. J e- ,bei ?er Deflagration von Kartu chladungen auf.
doch war der Anteil, den die Molton scheiben Da Jedoch die gleichzeitig hi erbei entsteh enden
selbst an der Höhe des Atemwid er standes hatten , niedrigen Oxydations tufen des Sticks toffes und
k eineswegs unerh·e blich. Di e an sich re cht hoh e vor all~m d.as gebildete K 0 h I e n 0 x y d nich t
Luftdurchlässigkeit des Ge\\·ebe k am insofern vom Fliterew satz aufgenomm en wurd en ließ
nicht voll. zur Auswirkung, al s sich de r Molton- sich nur ein T~il s c~utz gegen D eflagl'atiOl~ sgase
toff auf der einen Seite an das feinmaschi ge durch den FIlterem atz erzi ehm .· Im merh i n
Drahtsieb preßte, a\lf der anderen durch den fü~rten die. günstigen praktisch en Erfahrun gen
staubförmigen Abfall der weichen Kohl e allmäh- b e~ der Ma~'me zu de m Wuns ch e, die Bra u chbar-
li ch verstopft wllf"de. Erst die Vergröß erung de keIt des FIltergerätes durch Hinzufügung eine.
KOhl ekQrns und vor I\llem die Steigerung seiner K 0 h I e no x y d s c hut z e zu erweitern. Aber
Härte wiesen auf eine Möglichkeit, die Molton- nicht nur für die Marine, sondern auch für da!'
lappen wegzu lassen. Ihr konnte aber solange Feldheer , gewann die Frage des Kohlenoxyd-
nicht nachgegangen werden, als die Drahtsiebe sc hutzes durch ein Filtergerät gewisse Bedeu-
sich bei unmftte(barer Berührung mit der Kohle tung. So wurde es vom psychologisch en Stand-
alJmäh.lich durch Ro tansatz verstopften. Ver- punkte aus al s Nachteil empfunden dem So l-
zinnung der Siebe reichte nicht aus, auch war daten immer wieder sagen zu müssen', daß sein e
das Zinn knapp. Erst nach Erprobung geeigneter M~. k e bzw. ein Filtereinsatz gegen alle Gase
Lackierungsverfahren kam man der Lösung "mIt Ausnahme von Kohlen oxyd" schütz e. Di e
näher und konnte schließlich auf die Molton- F-rage des Schutze gegen nitrose Ga e war beim
scheiben verzichten. Dadurch wurde eine Herab- Heere un wich ~ig, wenn auch deren Bildung bei
setzung de Atemwider tande um ein Drittel der Defl agratIOn schlechter Brisanzmunition
seines bisherigen W ~rtes, al so auf 8 mm, er- ~äufig .beoba~ht~t werden konnte; demgegen -
r~icht. Die nach dem 10. 6. 1916 h ergestellten ub el' spIel te dI e I\.ohl enoxydgefahr im H eere einJ
EInsätz e waren "moltonfrei" gepackt und wur- · ganz außerordentlich e RoH e und trat b esond ers
den im Gegen atz zu den äl teren Einsätzen als nach Sprengungen in Minen toll en in Erschei-
"L ei c h tat m er" bezeichnet. Eine weitere nung. E mußte also den oldaten schärfsten ·
He~ab se tzung des Atemwiderstandes konnte eingeprägt werden, keinesfall s derartige Sto ll ell
einige Monate später ·durch Einführung eines unter der Maske zu betreten .
verhältni smäßig grobkörnigen Diatomits für die Vorstehende Gesichtspunkte waren der G}.'Und
Außenschicht an ·Stelle des zur Zusammen- daß auch bei Gasdienststell en des H eer es imme;
ballung neigenden Bimskieses erzielt werden. wi.~der die Frage eines Koh.lenoxyd-Filtergerätes
Schließlich wurden an Stelle d"er Drahtsiebe erortert .wurde. Man war SIch darüber klar da ß
Siebe aus Pernagewebe .(Papiergeweb e) verwen- bei der Reaktionsträgheit des KohlenoxY d~ der
det. die mit einem gegen Säuren und Alk1l.lien Weg zu einer Bindun g über die Oxydation zur

29
Kohl ensäure (ühren mußte. Die Aussichten im allem aber war man nun mehr in der Lage.
eine praktische Verwirklichung dieser Lösung dickeren und weniger elastisch en Werkstoff als
waren jedoch zunäch.st gering, bis gegen Ende den Gummistoff zum Bau des Mask en körpers
des Jahres 1916 dem Kaiser-Wilhelm-Institut heranzuzi ehen. So gelangte man zur L e der -
eine Entdeckung des Professors Thiele in Straß- m a s k e, deren Haup tvorteil in ihrer erheblich
burg bekann t wurd e. Prof. Thiele hatte fest- größeren Widerstandsfähigkeit gegen äußere
gestellt, daß ein in geeigneter Weise mit Silber- Verletzungen lag, ein militärisch es Erfordernis,
permanganat geträn kter Diatomit beim Dmch- das bei den im Jahre 1917 immer häufiger statt-
leiten eines Lufts trom es mit niederer Kohlen- findenden Kampfhandlungen unter aufgesetzter
oxydkonzentration bei gewöhnlicher Temperatur Mfl.sk~ äußerst zwingend geworden war.
, rasch in Reaktion tritt und das Kohlenoxyd in
Kohlendioxyd umwandelt. Dieser Gedanke wurde Es ist bereits im vorigen Heft gesagt wor -
sofort aufgenommen un d' führte ch ließlich 'zu den, daß die Frage des Gasschutzes im ersten
den Kohl enoxyd-Filtergeräten in den verschie- . Weltkriege zunäch st nur an der W es t -
densten Formen . fr 0 n t aktuell war , und hi er waren es die
Kämpfe bei Verd un 1916, wo die deutschr
Im Juli 1917 kam en zum erstenmal Kampf- Heeresmask e . die erste Probe ihrer Bewährung
stoffe vom B lau k I' e uzt Y p auf deutscher ablegt e. Wenn es au ch an dieser Front nicht zu
Seite zum Einsatz. Die Schwebstoff teilchen dieser Blasl;l.ngriffen kam, so wurden dafür auf beiden
~(ampfstoffe wmden von den für Gase und Seiten zum er sten Male Gasgranaten in großem
Dämpfe bestimmten Filterschich ten nur sehr uri- Umfange verschossen, und zwaJ;" nicht nur Reiz-
vollkommen zurü ckgehalten. Sehr viel geeig~ granaten, sondern auch Gasgranaten mit . er-
neter dafür waren Schichten aus tierischem oder stick enden Kampfstoffen. Gerade dieser W echsel
pflanzli·ch em Faserstoff. Da tierische Wolle ei n zwischen mehr oder weniger gefährlichen che-
parstoff war, wurde sau gfähiges 'P apier a ls mischen Kampfstoffen stellte an die Truppe, die
Filtermittel gewählt. Das Kaiser - Wilhelm- im Gaskampf noch ungeschult war, erh eblich e
Institut entwickelte in Verbindung mit der Auer- Anforderungen, aber sie bestand diese Probe,
gesellschaft einen durchlöcherten Blechdeckel. weil ie ei:ne vorzügliche Gasabwehrwaffe besaß.
der üb er den Filtereinsatz gedrückt und duroh Unzweifelhaft waren die Franzosen Meis ter in
dr ei Federn unterhalb des Bördeirandes festge- der Verschl eierung ihres Artilleriebeschusses.
halten wurde. In diesen sogen. "S c h n a p p - Sie mischten Brisanz- mit Reiz- und Giftgrana ten
I d eck e I" wurde eine runde Sch eibe a us F ilter- oder wech selten in kurzen Zeitabständen mit.
papier eingelegt, deren Rand durch den Metall- diesen drei Arten. So kam es, daß Soldaten, die
deckel auf den Bördelrand des Einsatzes gepreßt ungestraft Reizstoffschwaden eingeatmet hatte'n ,
wurde. Messungen ergaben, daß man beim nur scl\wer davon zu üb erzeugen waren, daß sie
chnappdeckel mit einem 50prozentigen Abfan- ähnlich au ssehende Schwaden bei Beschuß mit
gen der Schwebstoffe re chnen konnte. Ein ach- Phosgengranaten k einesfalls vertragen würden,
teil war die beträchtliche Erhöhung des Atem- oder mit anderen WOl'ten, daß sie in jedem Falle
wider standes, .die jedoch insofern in Kauf ge- ihre Maske aufsetzen müßten. Eine besondere
. nommen werden konnte, ais mit einem Blau- Schwierigk eit e~wuchs aus den Nachtbeschießun-
kreuzeinsatz von Seiteri des Gegners im ersten \ gen, wo als Iüiterium des Erkennens von Gas-
Weltkriege nicht zu rechnen war und ein solcher granaten lediglich der ' schwache Detonations-
au ch nicht erfol gt ist. Der SChnappde.ckel diente knall vorhanden war. Die Truppe mUßte sich
also lediglich dem Schutz un serer Truppe gegen daran gewöhnen, wenn auch nicht stä,ndig unter
eigene Blaukreuzschwaden. der Maske zu schlafen, so sie doch aber imm er ,
Im März 191 kam die Außenschicht des bis- auch nachts, griffbereit in unmittelbarer Nahe
herigen Dreischichteneinsatzes völlig in Wegfall. bei sich zu hab en. Bereits bei Verdun wurde die
Der gesamte freiwerdende Füllraum, 205 cm 8 , Gasmaske zu einer unentb ehrlichen Abwehr-
diente im Zweischichteneinsatz 1918, dem sogen . waffe des Soldaten, von der er sicb in keinem
"S 0 n n tag se i ri s ·a t z", zm Vergrößerung so- Falle trennte.

~
wohl der nunmehr mit 58 g Adsorptionskohle ie
beschickten Außenschicht als auch der Mund- I Frage t-{achtbeschießungen zeitigten auch die
der , "g a s d ich te nUn tell' s t ä n d.e",
schicht. Die damit verbundene Erhöhung der in denen der Soldat unberührt von Kampfstoffen
Phosgenbi ndung war im Hinblick auf cl,ie eng- und ohne aufg.esetzte Gasmaske er wohlver-
lischen Gaswerferangriffe sehr willkommen . 'dienten Nachtruhe pflegen konnte. Derartige
, Was nun die Entwicklung des M 'a s k e n - Unterstände waren im eigentlichen Sinne des
k {) I' per s betrifft, so wurde durch Einführung Wortes weder als g'asdicht, noch als luftdicht zu
.der sogen. "K I ars c'h e i b en" hier ein ganz er- bezeichnen und entstanden in der Form', daß
heblic~er Fortschritt erzielt. Es war en dies aus- man die üblichen brisanzsicheren Unterstände
wech selbare Zelluloidscheiben in Größe der mit Einrichtungen zur Herabsetzung des Luft-'
Augenfenster, die auch bei vielstündigem Tragen zuges versah, wodurch ein Stillegen der Luft-
der Maske nicht beschlugen, da eine innen aUf- menge im Innenraum err~icht und dadurch ein
getragene Gelatin eschicht die Feuc~tigkeit der Eindringen der Kampfstoffe von außen für ge-
Ausatmungsluft aufnahm und beim. Trocknen an wisse Zeit vermieden, jedenfalls aber verzögert
freier Luft wieder abgab, so daß die Scheibe er- wurde. "Derartige ,Schutzeinrichtungen waren
neut Verwendung finden konnte. Die Vorteile, das Aufhängen von wollenen Decken hinter den
die durch Einführung dieser Klarscheiben erzielt Türen und das Verstopfen oder Verschließen
. wurden, waren mannigfaltige. Zunächst 'einmal aller übrigen Öffnungen ' der Unterstände. Bei
konnten die W i s c h f alt e n wegfall en und da- größeren Unterständen für Befehlsstellen, Tele-
durch ap Werkstoff gespart werden. Aus der Stoff- phon- oder Sanitätsdiensträumen legte man auf
menge. für 7 Masken mit Wischfalten ließen sich gut schließende Türen mit Stoffabdichtungen an
12 wischfaltenlose Mas~en fertigen. Zum' anderen den Fugen W ert. Soweit als Türverschluß nur
wurde der "T 0 t I' a u m"~ dessen Schädlichkeit Wolldecken dienten, besprengte man diese mit
man schon frühz eitig erkann t hatte, kl einer. Vor alk a hschen Schutzsalzlösungen, wie Soda und

30
Pottasche, die man meist behelfsmaßig aus ver- dene Roll e gespielt, wohingegen auf Seiten der
branntem Holz gewann. Im großen und ganzen Franzosen und auch der Russen ihr Ausbau mit
haben jepoch auf deutscher Seite die gasdichten ach druck bis zu einem gewissen Grade der
Unt e)'stände ein e verhältni smäßig nrn' beschei- Vollkommenheit betrieben wu~. \

Vormilitärische Gasahwehraushildung·. .1. Teil (Schluß)


Albert Don I e, Oberlt. an der H eeresgasschutzschule 2, Bromberg
über eines aber müssen wir uns klar sein: Die fecht solche Stoffe an die Organe des feindlichel\
überl egenh eit der Abwehrmittel und -methoden Körper s heranbringen kann ..
allein tut es natürlich nicht. Der stärkste Schild Wenn wir uns nun unseren Körper daraufhin
schützte nur, wenn er in sicherer Handhabung einmal ansehen, so stellen wir fest, daß fast alle
stets vor die gerade gefährdete Körp erstell e. ge- unsere Organe, vor allem die empfindlichen und
halten wurde. Ein Panzerabwehrgeschütz, das verletzlichen, sich wohlgeschützt im Inneren des
von seiner Bedienung nicht restlos beherrscht Gefäßes . befinden, den unser Körp er für sie
wird, kann seine technische überlegenheit gar bildet. Wenn man einen Kampfstoff dort wirken
nicht 'zum Tragen bringen. vVenn im Osten die lassen will, so muß man also für ihn einen Weg
Abschußzahlen die Überl egenheit unserer Pan- in das Körperinnere finden.
zerjäger täglich erneut unter Beweis s tellen, so Die Worte "vergiften" oder "Giftmisch er" im
' geschieht dies keineswegs nur deshalb, weil die landläufigen Sinne sind in unserer Auffassupg
Mittel t echnisch hochentwickelt sind, sondern in bereits mit einem solchen W eg verbunden, dem
erster Linie darum) weil unsere Soldaten es ge- Weg über die Nahrungsaufnahme. Als einst
lernt hab en, diese Mit~el in jeder Lage meister- Sokrates "den Becher nahm", als die berüchtigte
haft anzuwenden. . Lucrezia Borgia ihren Opfe.Q1 vergifteten Wein
In der Gasabwehr gilt genau dasselbe. Die und vergiftete Speisen r eichte, da nahmen diese
Mittel sind da, die Methoden entwick-eIt, das das Gift, mit den Nahrungsmitteln vermischt, in
wissen wir. An uns ist es jetzt, ihnen Leben ein- sich auf, es gelangte so an die Organe im Körper-
zuhauchen, uns mit ihnen vertraut zu machen, inneren heran und tat seine zerstörende Wir-
un s restlos in sie einzuleben. überlegene Sicher- kung. .
heit wirt! dann unser Lohn sein und dem Feinde Die chemischen Kampfstoffe sind nun keine
wird die Anwendung dieses Kampfmittels gegen "Gifte" im üblichen Sinne. Viele von ihnen
uns nur bittere Enttäusch.ungen bringen. wirken sich gar nicht tödlich, sondern nur hin-
Zur Parade einer Waffe gehört in erster Linie dernd aus. Vor allem .aber werden sie dem
·genaue Kenntnis ihres 'W esens. Deshalb fragen Körper nicht mi~der Nahrung zugeführt. Dieser
wir uns zunächst: Weg ist auch im Kriege kaum gangbar, wie
Wa s in d den n "C h e m i s ehe schon eine kurze überlegung zeigt. Die Nah-
Kam p f s t 0 f f e ?" rungsmittel befinden sich wohlbewacht hinter
Schon die Mehrzahl im Nameh verrät uns, daß der Front und sind in dem hier nötigen weiten
Umfang nicht erreichbar. ~
es sich hier nicht um eine einzelne Waffe han-
delt, sondern um einen Sammelbegriff für meh- Es verbl eibt aber ein zweiter W eg i ns I n -
rere gleichartige Kampfmittel. n e red e s K ö r per s, ein Weg, der im Gegen-
Betrachten 'wir ein Beispiel aus einem anderen satz zur Nahrung nicht nur mitunter, sondern
Waffengebiet: "Schußwaffen". Auch hier haben ' fortwährend in ständigem Rhythmus beschritten
wir solch einen, Sammelbegriff, der von der wird: der Weg, den die Atemluft ununterbrochen
PistOle bis zum schweren \ Geschütz eine große in unsere Lunge hinein nimmt. . Wenn es mög-
Zahl einzelner, im 'Grunde gleichartiger Waffen lich wäre, ·Gifte in diese Atemluft hineinzu -
umfaßt. Um in dieser Vielfalt klar zu sehen und mischen, so wäre das Ziel erreicht. Daß dies
ich auszukennen, muß man zunächst einmal tatsächlich möglich ist, ist uns aus . vielen Un-
sichten un d gliedern. fällen des täglichen Lebens bekannt, wenn Men-
Eine solche GI i e der u n g führt auch bei schen mit der Atemluft aus Unachtsamkeit gif-
unseren chemischen Kampfstoffen zu . völlig tiges Leuchtgas einatmen und dabei Schaden
klaren, reicht verständlichen Verhältnissen. Wir nehmen.
stellen fe st, daß es z w e i voneinander in An - Dieser Weg kennzeichnet die eine der beiden
wendung und Abwehr sehr verschiedene G r u p - großen Gruppen der c emis chen Kampfstoffe,
p e n von K a na p f mit tein sind, die wir von denen wir hörten. Da sie auf dem Wege über
hier zu unterscheiden hab"en. die At,e mluft zur Wirkung kommen, h eißen sie
W·i r wollen nun zunächst den Begriff "Che- "L u f t kam p f s t 0 f f e". Über ihr genaues
!!lisehe Kampfstoffe" unter diE! Lupe nehmen und Wesen, ihre Anwendung und ihre Abwehr wer-
ihm seine scheinbaren Scb.wier'igkeiten nehmen,- deI! wir uns noch völlige Klarheit schaffen .'
indem. wir einen Vergleich ziehen, der in vielen Nun zunächst ein B.lic,k auf di e andere Grupp e.
Stücken ähnliche Verhältnisse aufzeigt und un Sind tatsächlich alle unsere Organe wohlver -
daher das Verständnis erleichtern wird. Gifte wahrt im Inneren unseres Körp ers unterge-
- das wissen wir - sind Stoffe, die die Organe bracht? Betrachten wir unseren Körper no'ch ein-
des menschlichen Körpers schädigen oder zer- mal genauer, so finden wir ein Organ, das in
~tören . Die chemischen Kampfstoffe wirken sich seiner ganzen Ausdehnung völlig ungeschützt
ahnlieh aus, sie sollen als Waffe .nicht durch außerhalb des Körpers zutage liegt: die Hau t .
Stich oder Schuß, sondern durch Einwirkung Wer schon einmal einen Ausschlag hatte, der
auf die Körperorgane des Feinde~ dessen Kampf- weiß, daß die Haut tatsächlich ein Organ ist, da
unfähigkeit h erbeiführen. Es ist nun nötig, Me- auch erkranken kann, und wer schon einmal in
thoden zu schaffen, mit deren Hilfe man im Ge- Brennessein gefaßt hat, hat erfahren ~üssen ,

31
daß so lche Hautschäden auch durch äußere Ein - man nicht b eso ndere Maßnahm en dagegen er-
wirkungen mögli ch sind. Schon im Mittelalter , griffen h at, so hab en wir das gr undSätzliche
kannte man übrigens Kampfmethod en, die auf W ese n di eser zweiten großen Kampfstoffgrupp e
ein e Schädigung der Haut ab zielten. An den begriffen. W eil d iese Kam pfstoffe oft im Geländ e
Ritterburgen b efanden sich "Pechn a en " ; au s liegen, wie wir es in un ser em Beispiel eben
ihll en wurde auf die Angreifer siedendes Pech h örten, da rum h eiß e n si e " G e I ä nd e kam p f ~
a bgegossen, das si e dann durch Verbrennun g der s t 0 f f e". Auch ihr W ese n und ihre Abw ehr
Haut auß er Gefech t setzte. w erden uns noch ein geh end b esch ä fti gen.
un lassen wir einmal un ser er Phantasie die Schon j etzt a b er i s t es un s wohl klar geworden,
.Zugel schießen. Stellen wir un s ein Gelände vor, daß die b eiden großen Gruppen d er Kam pfstoffe
das völlig m it Brennessein bedeck t ist. Denk en sehr von einander ver schi eden s ind und daß da-
lViI' un s weiter die an sic h ja vö llig harmlose h er auch die Abwehr sehr unterschi edli ch sein
Wirkun g dieser Nesse ln bis zur gefährli ch en wird. Das ist a n si ch gar nichts B esonder es, d enn
Hautschädigung verstäl'kt. Wenn wir nun noch auch Pistole und Geschütz, b eide An geh öri ge d er
h Öl'en, daß der Stoff, der di ese \Virkungen h er- gemein sam e n Gattung "Schußwaffen '\, verlangen
vorruft un d den wir zu m besseren Vers tändnis eine völlig v er sc hi edene Abwehr.
mit d en Brenn esseIn v erglichen haben, in vVirl{ - So wo lle n wir uns an di ese Trennung halten
lichkeit eine öli ge Flüssigkeit ist, die durch die und uns im demnächst fol gend en 2. T eil zunäch s t
Schuhe und Kl eiqer hindurchdringt und s ich an . der ein en Grupp e der ch em isch en Kampfstoffe
fast all e Teile der Haut ihren W eg su cht , sofern zuw enden, den Luftk amp fs toff en .

SCHRIFTTUM
HlIIllIIIIIlIIllIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillilillllilllllll1l1I111~:"11I11I1II1II1I11I1l1l1l1l1l11i1

Luftskyddets Transportproblem (Luft chu tz-Tra us- Karren (Bonlbenkarren ) ge legL und dann hinter einem
portprobleme. Sch wedisch). Von Er ic Er i c s 0 n. Pel'sonenkt'a ftwage n nachgeschlepp t w erden. Der
In "F lygla rm" 1943 ,\ NI'. 6, S, 205/206. Aufrä umungsdien st erford ert gleichfalls schw er e
Bei Li er Verteilung d er verf ügba ren Las tkraftwagen Las tkra ftwage n, j edoch k ön nten di ese zum Teil a u ch
müssen in erster Linie die Bedürfnisse der W ehl'- für a ndere Zwecke, z. B. in d er Produktion , ve n ven-
macht berü cksichtigt werden. Ande rer eits steht illl det werd en . Di e Notwend ig keit von schw er er en Fahr-
totalen Kri ege un eingeschränlüe Luftlu'iegfüh r un g zu zeugen für den techn isch en Di enst is t er wiesen .
er warten, so daß die ver schieden en Lu ft schu tzei n- Dessen Ab teilun gen sind verhäJtni s mä ßig g roß, ihre
heiten in großem Umfang ständig zum Ausrucken Ausrüstung und Gerä tscha ften schwer. Auch an der
ber!')it li egen müs·s en. In manchen Fällen werden da- Sch a d enstell e se lbst kann un mittelbar er Einsatz von
bei eigens a usgerüste te (für ihre' Aufgaben umgebaute starKe n Fahrzeuge n (z. B. für d ie schnell e Abbeförde-
oder mit besonder en EinriChtungen a usgestattete) rung hinderlicher Schuttm asse n oder das Umreißen
Fahrzeuge nötig, z, B. im F euerlösch-, San ltäts- und ein er d em Einsturz n ahen j la uswand, vor a ll em aber
Blindgängerbesei tigungsdienst. All e diese Dienste für das JI er anschaffen vo n i\ late. ri a l für d ie Rettungs-
dürften bei einem uneingeschränkten Luftkri eg voll arb eit) erforderli ch sein.
in Anspruch genommen werden, so daß ni ~ht da r a n Dem Sanitätsdien st müssen F a hrzeuge mit so
zu denken ist, deren Spezia!fahrzeuge bei ein em An - groß er Fl äc h e zugete ilt werd en, daß di e Krank en-
griff jeweils a uf- un d abz u montier en. Der Vorsch lag, transpol'te inrichtunge n da r auf unter gebracht werd e n
daß die Luftschu.tzeinheiten, wenigstens in ge wissem können a l 0 'c h\V~ r e l' e Lastkraftwagen, 'd eren Trag-
Umfang, iht·e Fahrzeuge m it Produktiom,.'untel' neh - fähi gke'it hierbeli jedoch nie vo ll au sge n~tzt wird. Di ll
men teilen soll len , kann viell eicht zu ei ner zwin gen - Luftschutzin spektion befaßt sich zur Zelt darmt, elll e
den Notwendigkeit werden , ist aber nicht zu empteh- l<ra nkenb eförderun gseinl'i chtun g neuen Typs auszu-
len. Soweit wie möglich müsse a nder e Ausw ege a rbeiten, di e a uf leichtere n Last kra ft\\'agen u n ler -
ge u cht werden. Dabei er gibt sich die Frage: ist es gebracht werd e n kann un d nicht bl' eiter ist a ls e in
a ngängig, die Lastkraftwagen des Luftschutz es gegen • Kra ftwa gen im a ll ge m ein en. Dur ch ejne besondere
Personenkr aftwagen mit od er ohne Anhä nger a u - Anordnun g k ann di e lI öhe yerämlel't wc rden, so da B'
zuta uschen ? Dies dürfte zu bejahen sein. ein solch es I<ran ke nb eförde l'ungsauto in ein er ge-
Lastkraftwagen benötigen innerhalb des Luft - wöhn lich en Ga rage un tergcs tell t " 'erden k a nn . Da -
schutzes in erster Linie der techni che Di enst und mit dü rfte ocr Sanitätsdi en 't auf schw erere Last-
die Transportab teilungen d es Sanitä tswesens. Di e kraftw age n vo ll stän dig verzichten un d zu le ich ter en
übrigen Dienstzweige können weitgeh end, vielleich t üb el'geh en könn en, I m Notfall kann die Einricht un g
ganz, 'von. P erson en kraftwagen mit od er ohne An- a u ch a uf ein e m Pferd e-Pla nwa ge n angeordnet w er-
hä nger bedient werde n. Beisp ielswe ise kommt ein e den der dann von ein em Pferd gezogen od er vo n
aus einem Befeh lshaber und 8 Ma nn bes tehende e in ~m Kraftwagen geschl eppt werde n könnte .
Feu erlöschabteilung (mit lüaftspri tzen-Anh änger, Bei Anwend un g vo n Anh ä ngern müßte den Ku pp-
~ t e ckl e iter n und sonstiger Ausrüstung) mit zw ei P er - lungsvorrichtungen besond er e Au fmerksa I111, eit. ge-
onenkraftwagen un d e in~ Anhä nger gu t a us. DeI' widmet \-v erd en. F'e d ernd e I{upplu nge n waren VOI ·-
eine Kraftwagen zieht die Motors pritze, der a nd er e zuzieh en , jedoch wird man leid er a uf d ie I\ osten
den Anhä nger. Das eine Auto wird a ußerdem auf Rü cksicht n ehme n mü ssen. Zu beachte n h a t man ,
de.m V e~'deck - n ach dem Vorbild der La utsprech er -" daß di e in Schw eden am Marlü befind li chen An-
wagen - mit ein er Befestigungsyorri chtung für di e h ä nger mit höch st unter schi ed lich en J(upplun g? n
L.eitern ver seh en . Schläuche und son st iges Materia l au sgerüstet ind. Vom Standp unk t_ de r W e hrb e l~e Jt­
werden auf' dem Anhänger mitgeführt, d ie Leute a uf schaft a us wä re eine Normung der Ku pp lun g vorrIch -
die beiden P ersonenkraftwagen verteilt. Größere Ab-
teilungen würden n a türlich m ehr Kra ftw age n erfor-
tungen
, .
erwün scht. 31.
dern. Der Wiederherstellungsdienst dürfte ebenfa lls Berichtigun·g.
in großem Umfang mit Person enkraftwagen und An-
h ä ngern auskommen. Der schwer e plitterschutz d er In de m Aufsa tz von Stabsarzt Dr. Sc h i 1 d, " H a ut -
Geschoßbeseitigungsabteilungen kann dagegen nur entgiftung für .Jederman n", in "Gasschutz und Luft-
auf Lastwagen mit ve rhältnismäßig großer Trag- schutz" 13 (1943) 31 311 ist durch Verseh en em
fäh igkeit un tergebracht werden. Das Fahrzeug h ätte s innentste ll end er F ehl er enth alten. Di e l{] am m er
dabei 'a uch den Bombenkarren mit der Bomb e zu a m Schluß der Arbeit: ,, (unwirksam gege n Sticksto ff-
ziehen. Für Leitungsmaste sind gleiChfall s schwere lost! )" gehört nicht dorthin , sondern a n de n Sch luß
Fahrzeuge erforderlich ; im Notfall könnte aber das I des Ab satzes: ,Entgiftung mit Ch]or·kalkbl;ei" hinter
die Worte : , .n ~,chhe r mit Wa sser abgespült".
ein e Ende a uf ein en Holzschlitten oder ein en ,
32
daß so lch e Hautschäden auch durch äußere Ein- man nicht besonder e Maßnahm en dagegen er-
wirkun gen möglich s ind. Schon im Mittelalter , griffen hat, so haben wir das grundsätzliche
kannte man übrigens Kampfmethoden , die auf Wes en dieser zw eiten großen Kampfs toffgruppe
eine Schädigung der Haut abzielten. An den begriffen. Weil diese Kampfstoffe oft im Geländ e
Ri tterburgen befanden s ich "Pe chnasen " ; aus liegen, wie wir es in un serem Beispiel eben
ihnen wurde auf die Angreifer s i edendes Pech hörten, darum beiß en s ie " G e I ä nd e kam p f ~
abgegossen, das s i e dann durch Verbre nnun g der s t 0 f f e" . Auch ihr \Vesen und ihre Abw ehr
Haut außer Gefe ch t setzte. w erd en uns noch eingehend b eschäfti ge n.
un lassen wir einmal un s erer Phantas i e die chon jetzt aber i s t es un s wohl klar geworden,
Zugel schießen. Stellen wir un s ein GeJärlCle vor, daß die b ei den groß en Gruppen der Kam pfstoffe
·das völlig mit Brennessein bedeckt ist. D enk en sehr voneinander verschieden s ind und daß da-
wir uns weiter die an s i ch ja völlig harmlose her auch di e Abwehr sehr unterschi edlich sein
Wirkung dieser N e~se ln bis zur gefährlichen wird. Das i s t an sich gar nichts B esonder es, d enn
Hautschädigung v erstärkt. Wenn wir nun noch auch Pisto le und Geschütz, b eide Angebörige der
hören, daß der Stoff, der dies e "Wirkungen her- gemeinsamen Gattung "Schußwaffen" ,. verlangen
vorruft und den wir zum b esseren Verständnis eine völlig v erschiedene Abwebr.
mit d en Brennes ein v erglichen baben, in Wirk- So wollen wir uns an di ese Trennung halten
lichkeit eine ölige Flüssigkeit is t, die durch die und uns im demnächs t fol genden 2. Teil zunächst
Schube und Kleider hindurcbdringt und sich an , der einen Gruppe der ch e mi schen Ka mpfs toffe
fas t all e T eile del~ Haut ihren Weg sucht, sofern zuwenden, den Luftk ampfstoffeIl.

SCHRIFTTUM
HlllllmIlIlIIllIlIlIlIlIllIlIIllIlIlIlIlIllIllIlIlIlIlIllIllHlIlIlIllllllllllllmIllIIllIlIlIllIlIUIII~'"1II1UIliIllIIllIlIlIlIlIlIlIll

Luftskyddets Transportproblem (Luftschutz-Trans- Karren (Bombenkarren ) ge leg t und da nn hinter einem


porLprobleme. Schwedisch). Von Eric Er i c s 0 n. Per onenkraftwagen nachgeschleppt werd en. Der
In "Flyglarm" 1943,\ Nr. 6, S. 205/206. Aufräumun g diens t erfordert g leichfa lls schwere
Bei der Verteilun g der verfügbaren La tk raftwagen La tkl'aflwagen, j edoch könnten di ese zum Teil auch
müssen in er tel' Linie die Bedürfnisse der W ehr- für andere Zwecke, z. B. in der Produktion, verw en-
macht berücksichtigt werden. Andererseits steht im det werden. Die Notwendig keit von schwereren Fahr-
totalen Kriege un eill geschrä nh:te Luftkl'iegführung zu zeugen für den tecbnischen Di en st is t erw iesen.
erwa rten, so daß d ie verschieden e n Luftschutzein- Dessen Abteilun gen s ind verhältnismäßig g roß, ihre
heiLen in großem mfang s tändig zum Ausrucken Ausrüstung und Gerä tschaften schw er. Auch an der
berpit liegen müs·sen. In manchen Fällen werden da- SchadensteIle selbst kann un mitte lbarer Einsatz von
bei eigens a usgerüstete (für ihre Aufgaben umgebaute starke n Fahrzeug en (z. B. für di e schnell e Ab·b eförde-
oder mit besond eren Einrichtungen a usgestattete) run g hinderlicher Schuttmasse n oder das Umreißen
Fahrzeuge nötig, z. B. im Feu erlösch-, S'an"ltät - und ein ei' dem Einsturz nahen Hauswand, vo r all em aber
Blindgängerbeseitigungsdien st. Alle diese Dienste für das Heranschaffen von l\faterial für di e Rettungs-
dürften bei einem un eingeschränkten Luftkrieg voll a rb eit) erforde rlich sein.
in Anspruch genommen werden, so daß ni~ht daran Dem Sanitätsdienst müsse n Fahrz euge mit so
zu denken ist, deren !5pezialfahrzeuge b ei ein em An- groß er Fläche zu ge teilt werden, daß di e Krank en-
griff jeweils a uf- und abzumontieren. Der Vorschlag, transporte inrichtunge n darauf untergebracht w erden
daß die Luftschu tze inheiten , wenigsten s in gewissem könn en, a lso sc hw~ r e r e Lastkraftwagen, 'deren Trag-
Umfang, ihre F a hrzeuge mit Produktions'unterneh- fähi gk eit hi erbeli jedoch nie voll a usgenu tzt wird . Di(\
m en teilen sollten, ka nn viell eicht zu ein er zwin ge n- Luftschutzin spektion befaßt s ich zur Zeit damit , ein e
den Notwendigkeit werden , i t aber nicht zu empleh- I<rankenbeförd erun gse inrichtun g neuen Typs au szu-
len. Sow eit wie möglich mü se n'" a ndere Ausw ege arbe iten , di e a uf leichteren LFis tkraft\\ agen unte r-
geSucht werd en. Da bei ergibt sich die Frage: i t es gebracht werden kann und nicht br eiter ist al e in
a ngängig, die Lastkraftwagen des Luftschutzes gegen • Kra ftwa gen im allgem ein en. Durch ein e beso nd ere
Personenkraftwagen m it oder ohne Anhänger aus- Anordnun g I, ann die Höhe yeränllcrt \\"(' rden , so da ß '
zutauschen'? Di es dürfte zu b ejahen ein. ein solches Krankenbeförderungsauto in ein ei' ge-
Las tkraftwagen benötigen innerhalb des Luft - wöhnlichen Gara ge unterge stell t \\" erdl.."O kann. DFI -
schutzes in erster Linie der technische Di enst und mit dürfte oer Sanitätsdienst a uf sc hw erere Last-
die Transportabteilun gen des anitätswesens. Di e kraftwagen vo ll ständi g verzichte n un 1 zu leichter en
übrigen Dienstzweigll können \\" eitgehend, vielleich t üb ergeh en könn en. Im KoUall kann die Einrich tu ng
ganz, von. P ersonen kraftwage n mit od er ohne An- a uch auf ein em Pferd e-Pl a nwa gen angeordnet wer-
hänger bedient werden. BeIspielsweise kommt e in ~ den, dei' da nn VOI;! ein em Pferd gezoge n od I' von
aus einem Befehl haber und 8 Mann bestehend e ein em Kraftwagen gesch leppt werde n könnt e.
, Feuerlöschabteilung (mit Kraftspritz en-Anhänger, Bei Anwendun g vo n Anhä ngern müßte de n Kupp-
Steckleitern und sonstiger Au rüstung) mit zwei P er " lun gsvorrichtungen besondere Aufm erksam1, e it ge-
onenkraftwage n un d ein e.m Anhän ger gut aus. Der widmet werd en. F'e dernde Kupplun ge n wä ren vor-
eine Kraftwagen zieht die ~10tor spritze, der a nd er e zuzi eh en, jedoch wird man leid er a uf d ie E osten
den Anhä nger. Das eine Auto wird a ußerdem auf Rücksicht nehm e ll müssen. Zu beacht en hat man ,
dem Ve~'d eck - nach dem Vorbild der Lautsprech er-" daß die in Schweden am Ma rU befin dli chen An-
wagen - mit ein er BefestigungsyolTichtung für di e hänger mit h öchst unter schiedlich en I(upplun ge n
Leitern versehen. Schläuche und sonstiges Material ausgerü stet sind. Vom Standpunkt der W ehrb ereit-
werd en auf dem Anhänger mitgefüh,rt, die Leute fluf sch aft a u s wä re eine ormung der Ku pp lun gsvorrich-
die beiden P ersonenkraftwagen verteilt. Größere Ab- tungen erwünscht. 31.
teilungen würden n a türlich mehl' Kra ftwa gen erfor- \ '
dern. Der Wied erherstellungsdienst dürfte eben fa lls Berichtigun·g.
in großem Umfang mit Person enkraftwagen und An-
hängern au kommen. Der scliwere Splitterschutz der In dem Aufsatz von Stabsarzt 01'. chi 1 d, "Haut-
Geschoßbeseitigungsabteilungen kann dagegen nur entgiftun g für Jed erman n", in "Gasschutz und Lu~t­
auf Lastwagen mit verhältnismäßig großer Trag- schutz" 13 (1943) 310-311 i t durch Versehen ell1
fähigkeit untergebracht werden. Das Fahrzeug hätte sinn entstell ender Fehler enthalten. Di e Kl a mmer
dabe i "auch den Bombenkarren mit der Bombe zu am Schluß der Arbeit: ,,(unwirksam gege n Stickstoff-
ziehen. Für Leitungsmaste sind gleichfalls schwere lostl)" gehört nicht dorthin, so ndern a n den Schluß
Fahrzeuge erford erlich ; im Notfall könnte aber das I des Absatzes : "Entgiftung mit Chlorkalkbrei" hinter
ein e Ende a.u f ein en Holzscblit.ten oder ein en die Worte : "na.chher mit Wasser abgespült".
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