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RUFINUS

HISTORIA

MONACHORUM

w

DE

G

PATRISTISCHE TEXTE UND

STUDIEN

IM AUFTRAG

DER

PATRISTISCHEN

KOMMISSION

DER

AKADEMIEN

DER

WISSENSCHAFTEN

IN DER

BUNDESREPUBLIK

DEUTSCHLAND

HERAUSGEGEBEN

VON

K. ALAND

UND E.

MÜHLENBERG

BAND

34

WALTER DE GRUYTER · BERLIN · NEW YORK

1990

TYRANNIUS

RUFINUS

HISTORIA

MONACHORUM

SIVE

DE VITA

SANCTORUM

PATRUM

HERAUSGEGEBEN

VON

EVA

SCHULZ-FLÜGEL

WALTER DE GRUYTER · BERLIN · NEW YORK

1990

Gefördert mit Mitteln der

Bund-Länder-Finanzierung

— Akademienprogramm —

Gedruckt auf säurefreiem Papier

(alterungsbeständig

— pH 7, neutral)

CIP-Titelaufnahme

der Deutschen

Bibliothek

Rufinus (Aquileiensis):

Historia monachorum sive de vita sanctorum patrum / Tyrannius Rufinus. Hrsg. von Eva Schulz-Flügel. — Berlin ; New York : de Gruyter, 1990

(Patristische Texte und Studien ; Bd. 34) ISBN 3-11-012040-2 NE: Schulz-Flügel, Eva [Hrsg.]; GT

ISSN 0553-4003

© Copyright 1990 by Walter de Gruyter & Co., D-1000 Berlin 30 Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikro- verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Printed in Germany Satz und Druck: Arthur Collignon GmbH, Berlin 30 Buchbinderische Verarbeitung: Lüderitz & Bauer, Berlin 61

VORWORT

Daß hier ein Text, der von den Anfangen des Mönchtums im lateini- schen Westen das asketische Leben begleitet, wieder in der Gestalt erschei- nen kann, die er so oder zumindest annähernd so anfangs besaß, ist einem nicht kleinen Kreis von Menschen zu verdanken, die eine neue Edition ermöglichten, förderten und durch Mitarbeit realisierten: Karl Suso Frank OFM, Freiburg, der auf das Desiderat einer Editio critica aufmerksam machte und das Projekt begleitete, Carl Andresen, der als Leiter der Kommission zur Erforschung altchristlichen Mönchtums der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen diese Arbeit in das Forschungsprogramm aufnahm und bis zu seinem Tode mit großem Engagement vorantrieb, und Ekkehard Mühlenberg, der als sein Nachfolger die Arbeit bis zur Drucklegung betreute. Klaus Nickau, Göttingen, und Basil Studer OSB, Rom, begleiteten als Kommissionsmitglieder das Forschungsprojekt mit Rat und Tat. Wahrhafte wissenschaftliche Gastfreundschaft durfte ich im Vetus Latina Institut unter seinem Leiter H. J. Frede gemessen, der mir nicht nur Einblick in das Material des Instituts gestattete, sondern auch wertvolle Hinweise beisteuerte. Den Leitern und Mitarbeitern aller Bibliotheken namentlich zu danken, die mir nicht nur großzügig Arbeitsmöglichkeiten boten und Mikrofilme und Photographien zur Verfügung stellten, sondern auch unzählige Infor- mationen lieferten, verbietet leider die große Zahl der Handschriften, die zur Edition nötig waren. Ebenso verdienen die Vielen, die als wissenschaftliche Hilfskräfte mit großem Einsatz Beiträge zur vorliegenden Arbeit lieferten, meinen Dank, besonders die langjährigen Mitarbeiter Bettina Schiffmann, Frank von Hof, Adelheid Wellhausen und Christian Kohn. Last but not least möchte ich meinem Freund Rolf Heine, Göttingen, danken, dessen profunder Sachverstand und sprachliche Phantasie in vielen Stunden gemeinsamen Arbeitsvergnügens in die vorliegende Edition ein- geflossen sind. Ich hoffe, daß auf diese Weise die Arbeit des letzten Editors, Herbert Rosweyde, angemessen fortgeführt werden konnte.

Eva Schulz-Flügel Beuron, im November 1989

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort Sigelliste der Handschriften der Textrekonstruktion Bibliographie Textausgaben, Ubersetzungen Monographien und Aufsätze Handschriftenkataloge und Verwandtes Abkürzungsverzeichnis
Vorwort
Sigelliste der Handschriften der Textrekonstruktion
Bibliographie
Textausgaben, Ubersetzungen
Monographien und Aufsätze
Handschriftenkataloge und Verwandtes
Abkürzungsverzeichnis
Biblische Bücher
Abgekürzt zitierte Quellen
Sonstige Abkürzungen
Abgekürzt zitierte Literatur
V
IX
XI
XI
XV
XVIII
XXI
XXI
XXI
XXIII
XXIV
Praefatio
Α Die griechiche Vorlage der Historia monachorum
A 1 Zum Text und zur Geschichte der Historia monachorum
3
.
.
3
A 2
Der griechische Text
Der Inhalt der Historia monachorum
Vermutungen zu den Quellen der Historia monachorum
5
A 3
17
A 4
.
20
A 5
Die Übersetzungen
Die Bedeutung des griechischen Textes für die Edition
lateinischen Version
23
A 6
der
27
Β
Der lateinische Text der Historia monachorum
1 Testimonien
Verbreitung, Titel, Autor
Rufin als Autor der Historia monachorum
Die Sprache Rufins als indirektes Zeugnis
Rufin als Bearbeiter der lateinischen Historia monachorum
32
Β
32
Β
2
35
Β
3
37
Β
4
39
Β
5
46
Β
6
Das Verhältnis des lateinischen Textes zur griechischen Vor-
lage
48
Β
7
Β
8
Die Sprache der lateinischen Historia monachorum
Spezielle Probleme des lateinischen Textes
68
71
Β
9
Die Schriftzitate in
der Historia monachorum
86
C
Die Rekonstruktion des lateinischen Textes
90
C
1
Die handschriftliche Überlieferung (Liste der Handschriften)
90
C
2
Überblick über den Charakter der Textüberlieferung
.
103

VIII

Inhaltsverzeichnis

  • C Die Handschriften der Textrekonstruktion und ihre Beschrei- bung Die Hss. der Familie α: CUZH Die Hss. der Familie ß: BVGb

3

Die Hss. der

Familie y: NQ

Die Hss. der Familie 5: XFD

Die

Hss.

der

Familie

ε: YPRE

Die Hss. der Familie ζ: LOJWA

Die Hss. der Familie η: T/TaMS

C

4

Die

Hs.

der

Familie

κ:

Κ

Die Variantenträger der zweiten Schicht

Die Familie α Die Familie β Die Familie γ Die Familie δ Die Familie ε Die Familie ζ Die Familie η

C

C

C

C

C

5

6

7

8

9

Die Familie κ

Die äußere Gestalt als Hilfe für die Stemmatisierung

Das Verhältnis der Familien zueinander

Die

Die

Variantenträger der ersten Schicht φσξ ψ

Hyparchetypen

ω

1

co 2 ω 3

und

der Archetyp ω

Die Drucke

  • C Ziel und Gestalt der Textrekonstruktion

10

  • C Anmerkungen zu den Apparaten

l l

...

.

110

112

117

121

123

126

131

137

140

143

146

152

158

162

174

193

199

202

207

214

224

227

230

233

235

Text

Historia monachorum sive de vita sanctorum (patrum) Conspectus siglorum Text

239

241

243

Indices

Index locorum scripturarum Index locorum auetorum Index nominum personarum Index locorum et loca inhabitantium Index rerum ad vitam et conversationem monachorum pertinentium Index verborum locutionumque notabilium A Index verborum locutionumque notabilium Β

389

394

398

399

400

414

418

 

SIGELLISTE

 
 

DER

HANDSCHRIFTEN

DER

TEXTREKONSTRUKTION

 
 

Eine Liste sämtlicher bekannter Handschriften befindet sich auf den Seiten

91-103.

 

A

Vaticano, Chig. lat. F. VIII

208, s.X

 

136

 

Torino,

Bibl. Naz. Univ. Cod.

Bobb.

F.

IV.

25, s.X

117

 

b

Milano, Bibl. Ambros. D 525 Inf., s.XI

120

 

C

Chartres,

Bibl.

Mun.

5

(16),

s.

VIII,

foil. l-43 v

112

 

Ca

Chartres,

Bibl.

Mun.

5

(16),

s.

VIII;

foil. 214-219 v

116

D

Salzburg, Bibl. Arch. d. Erzabtei

St. Peter

Cod. a VIII

25, s.X

126

 

Milano, Bibl. Ambros.

I

89 Sup.,

s.

X

130

 

F

Bruxelles, Bibl. Roy. 8216-18 (3595), s. IX

 

124

G

Roma, Bibl. Vallicelliana Tom. XII, s. XI

119

 

Budapest, Magyar. Nemzeti Muz. lat. 108, s. XIII/XIV

115

 

J

Rouen, Bibl. de Rouen

U

108,

s. IX

 

133

 

München, Univ. Bibl. 4° 3 (Cim. 23), s. VIII/IX

 

140

 

L

Paris, Β. N. lat. 2135, s. X

 

131

 

Madrid,

Bibl.

de la Real Acad.

13 (F

177), s. X/XI

138

Novara,

Bibl. Capit. del Duomo LXI, s. IX/X

 

121

Paris,

Β.

N.

lat. 5314, s. XI/XII

 

132

Paris,

Β.

N.

lat. 3330, s.X

128

 

Q

Paris,

Β.

N.

lat.

12596,

s.

XI

122

 

R

Berlin, Staatsbibl. Preuss. Kulturbesitz theol. lat. fol. 275, s. X

 

129

 

S

Paris,

Β.

N.

lat. NA

2178, s.

XI

 

139

 

Madrid,

Bibl.

Nac.

10007

(Toi.

10,25),

X,

foil.

 

.

137

 

Ta

Madrid,

Bibl.

Nac. 10007

(Toi. 10,25), X,

foil.

137 v -172 1-1 3

137

 

U

Paris,

Β.

N.

lat.

10841, s. XV

 

114

 

V

Paris, Β. N.

lat.

9729,

s.

IX

118

W

Worcester, Chapter Library F. 48, s. X

 

135

 

X

München,

B.

S.

B.

Clm

6393, s. VIII/IX

123

Y

München,

B.

S.

B. Clm

23591,

s. IX

126

 

Marseille, Bibl. Mun.

1233, s.

X

115

 

Ro

Editio Heriberti Rosweyde, Antwerpen 1615

 
 

Consensus

mss.

C Ca

U

Consensus

mss.

 

V

G

b

 

y

Consensus mss. Ν Q

 

Consensus mss. X F

D

Consensus mss. Υ Ρ R Ε

 

χ

Sigelliste der Handschriften der

Textrekonstruktion

ζ

Consensus

mss. L

Ο J

W

A

η

Consensus mss.

Τ

Ta Μ

S

κ

Lectiones propriae manuscripti Κ

 

Außerdem sind folgende Sigel für griechische Handschriften und griechi- sche sowie syrische Editionen verwendet:

gr.

gr.

gr.

gr.

gr.

Ο

Π

Σ

P 5

ρ

ν

C 2

syr.

Editio A. J. Festugiere, Subsidia Hagiographica 53, Bruxelles 1971

Cod. Paris, Β. N. graec.

1627

Codd.

Paris, Β. N. graec.

1596 et 1597

 

Codd. Wien

Ö.

S.

B. hist.

gr.

84 et 9;

Paris

Β. N. graec.

1532

Cod.

Paris, Β. N. Coisl.

282

 

Oxford, Bodl. Libr. Cromwell 18 gr. Patmos, Kloster Johannes der Theologe, gr. 176 Sinai, St. Katharina, Cod. graec. 432

 

Editio E. A. W. Budge, The Book of Paradise, London

1904 II,

  • p. 345-43 1 (textus); I, p. 485-58 5

(translatio)

Griechisch:

BIBLIOGRAPHIE

TEXTAUSGABEN,

ÜBERSETZUNGEN

Historia

Monachorum

Palladius und Rufinus, ed. Preuschen, E., Glessen 1897

Augoustinos Iordanites, Παλλαδίου έτπσκόττου Έλευουττόλεωζ ή πρόξ Λαϋσον ιστορία ήτοι Λαυσαϊκόν και ή κατ' Αϊγυτττον των μοναχών Ιστορία, Hierosolymis 1914, ρ. 188 — 269. Historia Monachorum in Aegypto, ed. Festugiere, A. J., Subsidia Hagiographica 34, Bruxelles 1961; mit Übers, und Anmerkungen (frz): Subsidia Hagiographica 53, Bruxelles

  • 1971 Ed. HM

Lateinisch:

Vitae Patrum, ed. Rosweyde, H., Antwerpen

342-370; Antwerpen 1628 = 1615

Ro

1615,

S.

448 — 485;

Antwerpen

1617,

S.

Die erste Edition nachgedruckt in: ML 21,387 — 462 HM

Syrisch:

Bedjan, P., ed. Acta Martyrum et Sanctorum, Bd. 7, S. 329—441, Paris 1897

Budge, A. W., The Book of Paradise, 2 vol., London 1904. HM: Bd. II, S. 345-431 (Text);

Bd. I, S. 485-585 (Übers.) Koptisch:

HM syr

Devos, P., Feuillets coptes nouveaux et anciens concernant S. Jean de Siout, Analecta Bollandiana 88, 1970, S. 153-187 —, Fragments coptes de l'Historia monachorum (Vie de S. Jean de Lycopolis), Analecta Bollandiana 87, 1969, S. 417 sqq.

Armenisch:

Vitae Patrum, Versio armeniaca, Venedig 1855 (HM: torn. I, S. 207-270)

Georgisch:

Outtier, B., Un fragment georgien de l'Historia monachorum in Aegypto, Bedi Karthlisa

36, 1978, S.

49-5 2

Slavisch:

Eremin, I. P., Κ istorii Drevne-russkoy Perevodnoy Povesti (On the History of Old-Russian

Translated Narrative), Trudy Otdela Drevne-russkoy III, 1936,

S. 37 — 57

Heppel, M., Slavonic Translations of Early Byzantine Ascetical Literature, Journal of Ecclesiastical History 5, 1945, S. 94—96

Übersetzungen:

Arnold, G., ed. Das Leben der Altväter, Halle 1700 Rufinus Tyrannius, Die Heiligen in der Wüste (Rufinus, Die Mönchsgeschichten, Mittl. Teil), Übers. R. Reinhold, Kl. Historische Monographien, fasc. 23, Wien 1930 Frank, K. S., Mönche im frühchristlichen Ägypten, Düsseldorf 1967

XII

Bibliographie

The Lives of the desert Fathers. The Historia monachorum in Aegypto, transl. by Russell,

N., introd. by Ward, B., London/Kalamazoo 1981

Lives of the Desert Fathers

Griechisch:

Historia

hausiaca

Butler, C., The Lausiac History of Palladius I/II, Texts and Studies 6,2, Cambridge

  • 1904 Lausiac History

Palladii Helenopolitani Historia Lausiaca, ed. G. J. M. Bartelink, Fondatione L. Valla, Milano 1974

Lateinisch:

Historia Lausiaca, Versiones latinae: ML 74,243-342 (= BHL 6532), ML 74,343 - 382

(=

BHL 6534)

Syrisch:

Draguet, R., Les formes Syriaques de la matiere de l'Histoire Lausiaque, CSCO Vol.

389 (Scr. Syr. 169); Vol. 390 (Set.

Syr. 170);

Vol. 398 (Scr. Syr. 173); Vol. 399 (Scr.

Syr. 174), Louvain 1978

Formes Syriaques de la Matiere de l'HL

Übersetzung:

Palladius, Historia Lausiaca, Die frühen Heiligen in der Wüste, herausgegeben und aus

dem Griechischen übertragen von J. Laager, Zürich 1987

Apophtbegmata

Griechisch:

Collectio

alphabetica, MG 65,71 -44 0

Collectio anonymica, Revue d'Orient Chretien 12-14; 17-18, 1907-1909; 1912-1913),

ed. Nau (nicht vollständig) Collectio systematica cf. Lateinisch

Verba Seniorum PJ

Lateinisch:

Verba seniorum (Coli, syst.), interpretatione Johannis et Pelagii, ML 73,851 — 1052

(BHL 6527; 6529) PJ Verba seniorum Ps-Rufini, ML 73,739-810 (BHL 6525)

Paschasius Dumensis, Apophthegmata Patrum, ed. J. G. Freire, Α versaö latina por

Pascäsio de Dume, Tom. I/II, Co'fmbra 1971

Apophthegmata

Commonitiones Sanctorum Patrum, ed. J. G. Freire, Uma nova collecgäo de apotegmas,

Co'imbra 1974

Commonitiones

Batlle, C. M., „Vetera Nuova", Vorläufige kritische Ausgabe bei Rosweyde fehlender Vätersprüche. Festschrift B. Bischoff, Stuttgart 1971, S. 32-42

Koptisch:

Le manuscrit de la version copte en dialecte Sahidique des „Apophthegmata Patrum" par

Μ. Chaine, Publications de l'Institut Frar^ais d'Archeologie Orientale, Bibliotheque d'Etudes Coptes, Tom. VI, Cairo 1960

Andere

Texte

Vita Abrahae, ML 73,281 -29 4 Agrapha, Aussercanonische Schriftfragmente, ed. A. Resch, Texte und Untersuchungen NF 15,3/4, Leipzig 1906 2 (Repr. Nachdruck Darmstadt 1974) Vita Antonii, auetore Athanasio, MG 26,837 — 976

Textausgaben, Übersetzungen XIII

Vita di Antonio, Testo critico commento a cura di G. J. M. Bartelink, Vite dei Santi I, Fondazione Lorenzo Valla, Milano 1974

Augustinus,

de civitate dei,

CC

47 — 48,

1955. Ad

fidem

4. ed. Teubnerianae

quam

a. 1928/29 cur. B. Dombart et A. Kalb paucis em. mutatis add.

—, de cura pro mortuis gerenda, CSEL 41, 1900, ed. J. Zycha

Basilius, Regula a Rufino Latine versa, CSEL 86, 1986, ed. K. Zelzer Benedicti regula, CSEL 75, 1977 2 , ed. R. Hanslik Cassianus, Conlationes, CSEL 13, 1886, ed. M. Petschenig —, Institutiones, CSEL 17, 1888, ed. M. Petschenig Cassiodorus, Expositio psalmorum, 150,5 CC 97 — 98, 1958, ed. M. Adriaen Clemens Alexandrinus, ed. O. Stählin, L. Früchtel Protreptikos/Paidagogos: GCS 12, 1905 (1972 3 ) Stromata: GCS 52, 1960 Didache, ed. W. Rordorf/A. Tuilier, Sources Chretiennes 248, Paris 1978 Diognet (Brief an D.), in: Die apostolischen Väter, ed. K. Bihlmeyer, 2. Aufl. m.e. Nachtrag von W. Schneemelcher, Tübingen 1956, S. 141 — 149 Egerie, Itineraire, Introduction, Texte critique, Tradition, Notes, Index et Cartes par Pierre Maraval, Sources Chretiennes 296, Paris 1982 Egerie Vita Eugeniae, ML 73,605-624 Eutropius von Valencia, Epistola de districtione monachorum, ML 80,9—20 Evagrius Ponticus, Opera, MG 40,1213-1286 Opera syriace, ed. W. Frankenberg, Abh. Akad. d. Wissensch. Göttingen, Phil. Hist. Kl. NF XIII 2, Berlin 1912 Les six Centuries des ,Kephalaia Gnostica' d'Evagre le Pontique, ed. A. Guillaumont,

Ρ. Ο. XVIII

1, 1958

Das Decretum Gelasianum de libris recipiendis et non recipiendis, in kritischem Text

herausgegeben und untersucht von E. v. Dobschütz, Leipzig 1912 Ed. Decr. Gelas. Gennadius, Liber de viris illustribus: E. C. Richardson, Hieronymus, Liber de viris illustribus, Gennadius, Liber de viris illustribus, Texte und Untersuchungen 14 I, Leipzig 1896 The Book of Governors: The historia monastica of Thomas bishop of Margä a. d. 840, Budge, A. W., ed., London 1893 Grimlaicus, Regula Solitariorum, in: L. Holstenius, Codex Regularum I —II, Augsburg 1759, Photomech. Nachdruck Graz 1957, Sp. 294-345 Hieronymus, Apologia adversus libros Rufini, ML 23,397—456 Epistulae, CSEL 54, 1910; 55, 1912; 56, 1918, ed. I. Hilberg Honorius, De luminaribus ecclesiae sive de scriptoribus ecclesiasticis, ML 172,197—234 Isaias Monachos, MG 40,1105-1206

—, Guillaumont, Α., L'asceticon copte de l'Abbe Isafe, Bibliotheque d'Etudes Coptes, Tom. V, Cairo 1956 Isidor, Etymologiarum sive Originum libri 20, ed. W. M. Lindsay, Oxford 1911 Johannes von Lykopolis: Rignell, L. G., Briefe von Johannes dem Einsiedler, Mit krit.

Apparat, Einleitung und Übersetzung, Diss. Lund 1941 —, Peeters, P., Une vie copte de S. Jean de Lycopolis, Analecta Bollandiana 54, 1936, S. 359-381

Julianus, Imp. Caesaris Flavii Claudii Iuliani Epistulae Leges Poematia Fragmenta Varia, ed. J. Bidez/F. Cumont, Paris 1922

XIV

Bibliographie

Koptische Heiligen- und Märtyrerlegenden, ed. W. Till, Orientalia Christiana Analecta

tom. 108,

1936, S.

5-2 7

Marius Victorinus, Adversus Arium libri 4, CSEL 83, 1, 1971, ed. P. Henry, P. Hadot

Origenes, De oratione, GCS 3, 1899, ed. P. Koetschau, S. 297-403 —, Vier Bücher von den Prinzipien, Herausgegeben, übersetzt, mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von H. Görgemanns und H. Karpp, Darm- stadt 1976

Orosius, Historiarum adversus paganos libri 7, CSEL 5, 1882, ed. C. Zangemeister Pachomiana Latina. Regle et Epitres de S. Pachome, Epitre de S. Theodore et ,Liber' de S. Orsiesius. Texte latin de S. Jerome, ed. A. Boon, Louvain 1932 —, Sancti Pachomii Vitae Graecae, ed. Hagiographi Bollandiani ex recensione Ε Halkin, Subsidia Hagiographica 19, Bruxelles 1932

—, Festugiere, A. J., La premiere vie grecque de S. Pachome, Les moines d'orient IV/ 2, Paris 1965 Pelagie la Penitente, Metamorphoses d'une legende, Tome I, Les textes et leur histoire, Grec, Latin, Syriaque, Arabe, Armenien, Georgien, Slavon, Dossier rassemble par

  • P. Petitmengin (u. a.), Etudes Augustiniennes, Paris 1981

—, Petitmengin, P. u. a., Les Vies Latines de sainte Pelagie, Recherches Augustiniennes 12, 1977, S. 279-305 und 15, 1980, S. 265-304 Tabula Peutingeriana: La table de Peutinger d'apres l'original conserve ä Vienne, ed.

  • E. Desjardins, Paris 1869 sqq.

Regula Magistri: La Regle du Maitre, Introduction, texte, traduction et notes par Α.

de Vogüe, Tom. I —III, Sources Chretiennes 105-107, Paris 1964-1965 Regula Patrum: Les Regies des Saints Peres, Tom. I: Trois Regies de Lerins au V e siecle, Introduction, texte, traduction et notes par Α. de Vogüe, Sources Chretiennes 297, Paris 1982; Tom. II: Trois Regies du VI e siecle incorporant des textes Leriniens, Introduction, texte, traduction et notes par Α. de Vogüe, Sources Chretiennes 298, Paris 1982 Tyrannius Rufinus, Librorum Adamantii Origenis adversus haereticos interpretatio, ed.

  • V. Buchheit, Studia et Testimonia Antiqua 1, München 1966

Adamant.

—, Historia Ecclesiastica (Ubersetzung und Ergänzung der Hist. Eccl. des Eusebius),

—,

GCS 9, 1-2 , 1903/8, ed. Th. Mommsen Opera, CC 20, 1961, ed. M. Simonetti Simonetti

—, Die Pseudoklementinen, Rekognitionen in Rufins Übersetzung, GCS 51, 1965, ed.

  • B. Rehm

—, II Salterio di Rufino, Ed. crit. a cura di F. Merlo, Comm. da J. Gribomont,

Collectanea biblica Latina 14, Roma 1972

Serapion von Thmuis, Epistula ad monachos, MG 40,925—942

Socrates, Historia Ecclesiastica, MG 67,29 — 872

Sozomenos, Historia Ecclesiastica, GCS 50, 1960, ed. J. Bidez/G. C. Hansen Sulpicius Severus, Dialogi, CSEL 1, 1866, ed. C. Halm —, Vita Martini (Vie de Saint Martin), ed. J. Fontaine, Sources Chretiennes 133, 1961 Tertullian, De virginibus velandis, CSEL 76, 1957, ed. V. Bulhart Evangelium secundum Thomam, ed. A. Guillaumont, H. Ch. Puech, W. Till, 'Abd Al- Maslh, Leiden 1959 Das Totenbuch der Ägypter (Das äg. Totenbuch deutsch), eingeleitet, übersetzt und erläutert von E. Hornung, Zürich 1979 Valerius Berdigensis, Opuscula, ML 87,421—470 Vincentius Bellovacensis, Speculum historiale, Straßburg 1473

Monographien und Aufsätze

XV

MONOGRAPHIEN UND AUFSÄTZE (AUSWAHL)

Batlle, C. M., Miscellen A. Albareda I, Analecta Montserratensia IX, Montserrat 1962

—, De suscepta editione latinae versionis „Verba Seniorum" communiter Studia Monastica 1, 1959, S. 115-120

adpellatae,

Baumeister, Th., Der Märtyrer Philemon, Pietas, Festschrift B. Kötting, Münster 1980,

  • S. 267-279

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Cat. gen. dep. (Quarto)

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Diaz y

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Nomina Sacra

Zellerer, J., Palaeographicae et criticae de Sulpicio Severo Aquit. Commentationes,

Diss. München 1911

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

BIBLISCHE

BÜCHER

 
 

Mt.

Matthaeus

Mc.

Marcus

Lc.

Lucas

Jo.

Johannes

Act.

Actus Apostolorum

Rm.

ad Romanos

1. Cor.

ad Corinthios I

2. Cor.

ad Corinthios II

Gal.

ad Galatas

Eph.

ad Ephesios

Phil.

ad Philippenses

Col.

ad Colossenses

1.

Th.

ad Thessalonicenses I

1.

Tm.

ad Timotheum I

2.

Tm.

ad Timotheum II

Tt.

ad Titum

Hbr.

ad Hebraeos

Jac.

Iacobus

1.

Pt.

Petrus I

1.

Jo.

Iohannes II

Jud.

Judas

Apc.

Apocalypsis

QUELLEN

Gn.

 

Genesis

Ex.

Exodus

Dt.

Deuteronomium

Jos.

 

Josue

Jdc.

Iudicum

3.

Rg.

Regum III

4.

Rg.

RegumIV

1.

Par.

Paralipomenon I

Ne.

Nehemias

Tb.

Tobias

Jb.

Job

Ps.

Psalmi

Prv.

 

Proverbia

Ecl.

Ecclesiastes

Sap.

Sapientia

Sir.

Sirach

Is.

Isaias

J'·

Jeremias

Dn.

 

Daniel

Am.

Arnos

Hab.

Habacuc

2.

Mcc.

Macchabaeorum II

Aeg. Totenbuch

 

AP alph.

 

AP Chaine

AP Nau

 

Apophthegmata

AP Paschasius

AP

(BHL 6525)

Verba seniorum

Aug. civ. — cur mort. — serm.

 

Augustinus,

Basil,

reg.

Basil, ad. fil. spirit.

 

Bened. reg.

 

ABGEKÜRZT ZITIERTE

Das Totenbuch der Ägypter, ed. Hornung, Zürich 1979 Apophthegmata patrum, Collectio alphabetica, MG 65, 71—440 Apophthegmata, versio coptica, ed. Chaine, Cairo 1960

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Chretien 12-14 ; 17-1 8

Paschasius Dumiensis, Apophthegmata patrum, ed. Freire, Coi'm- bra 1971

Ps. Rufini, ML 73, 739-81 0

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1962, 200-24 5 1977 2

des Mittelalters 5, Stuttgart Benedict! regula, CSEL 75,

XXII

Abkürzungsverzeichnis

Cael. in Cie. epist.

Cass. Conl. — Inst. Cassiodor in psalm. Cie. fin. Clem. Al. Strom. Comm. patr. Decr. Gel. Ep. Eugippii. Ep. Paschasii Evagr. Gnost.

— Cent. Ev. Thom. Ev. Ps. Matth.

Freire Apophthegmata Genn. vir. ill. Grimlaicus reg. solit.

Hier, epist.

 

Hil. Trin.

HL gr.

HL (BHL 6532) HL (BHL 6534)

HL

Ia

HL

I

HL

Ia

HL

II

HM

HM gr.

 

HM syr.

Isid. Etym.

Julian, epist. Lucr. rer. nat. Mag. reg.

Mar.

Ar.

I

Oros. Hist. Eccl.

PJ

Plaut. Mere. Plin. nat. Ps. Moz. Reg. Mac. Alex. Reg. Pach. Reg. tertia patrum

Cicero, Epistulae ad familiares, Stuttgart 1988 (darin: Briefe des Caelius an Cicero) Cassianus, Conlationes, CSEL 13, 1888 - , Institutiones, CSEL 17, 1888

Cassiodor, Expositio Psalmorum,

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Decretum Gelasianum, Leipzig 1912 Epistula Eugippii, CSEL 9, 1, 1845,

1- 4

Epistula Paschasii, CSEL 9, 1, 1885, 68-7 0 Evagrius Ponticus, Gnostikos, ed. W. Frankenberg, 1912 (syr. mit griech. Rückübersetzung)

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S. 306 sq., ed. Hennecke/Schneemelcher, Bd. I, Tübingen 1968 4 cf. AP Paschasius Gennadius, De viris illustribus, TU 14, 1, 1896 Grimlaicus, Regula Solitariorum, Holstenius, Codex regularum,

294-345

Hieronymus, Epistulae, CSEL 54; 55; 56, 1910-18 Hilarius, De Trinitate, CC 62; 62A, 1979/80 Historia Lausiaca, ed. C. Butler, Cambridge 1904

—, versio latina, ML 74,

243 — 342

Historia Lausiaca, Versio latina, ML 74, 343 — 382 kurze (ursprüngliche) Form von HL 6532 erweiterte Form von HL 6532 erweiterte Form von HL 6532 mit Omissionen zweite lat. Übersetzung = HL 6534, jedoch nicht ganz identisch mit diesem Text, sondern den Hss. folgend Historia monachorum, versio latina — textus graecus — versiones syriacae Isidor, Etymologiarum libri 20, Oxford 1911 Iulianus Imperator, Epistulae, Paris 1922 Lucretius, De rerum natura, ed. Bailey Oxford 1922 2 Magistri regula, Paris 1964/65

Marius Victorinus, Adversus Arium, CSEL 83, 1, 1971, 54-27 2 Orosius, Historiarum adversus paganos libri 7, CSEL 5, 1882 Verba seniorum, interpretatione Johannis et Pelagii, ML 73,

851-1052

Plautus, Mercator, ed. Lindsay, Oxford 1903 Plinius, Naturalis historia, ed. Jan-Mayhoff, 1875 sqq. Psalterium Mozarabicum sog. Regula Macarii, SC 298, 1982, 372-388 Regula Pachomii, in: A. Boon, Pachomiana Latina, Louvain 1932 sog. Regula tertia patrum, SC 298, 1982, 532-542

Sonstige Abkürzungen

XXIII

Rufin Adamant.

Rufinus, Librorum Adamanti adversus haereticos interpretatio, München 1966

— AH — AO — ben. — Clement. — Ct. — Epist. Clement.

Verg, Aen.

— Apologia contra Hieronymum, CC 20, 37—123 — De adulteratione librorum Origenis, CC 20, 7 — 17 —, de benedictionibus patriarchum CC 20, 189—228 — Die Pseudoklementinen, GCS 51, 1965 — Commentarius Origenis in Ct., GCS 33, 61—241 — Epistula Clementis, GCS 51, 373 — 387

— Gn.

Origenis in Gn. homiliae,

GCS 29,

1 — 144

— Hist. Eccl. — Orig. princ. Serapion Thmuit. epist.

— Historia Ecclesiastica, GCS 9, 1903 — Übersetzung von: Origenes, De principiis, Darmstadt 1976 Serapion Thmuitensis, Epistula ad monachos, MG 40,

ad mon.

925-942

Socr. Hist. Eccl.

Socrates, Historia Ecclesiastica,

MG

67, 29 — 842

Soz. Hist. Eccl. Sulp. Sev. Dial. — epist. app. Tert. virg. vel. Treb. Poll. trig. tyr.

Sozomenos, Historia Ecclesiastica GCS 50, 1960 Sulpicius Severus, Dialogi, CSEL 1, 1866 — Epistula dubia, CSEL 1, 1866 Tertullian, De virginibus velandis, CSEL 76, 1957 Trebellius Pollio, Triginta tyranni: Scriptores historiae Augustae II 99-132, Leipzig 1965 2 Vergil, Aeneis, Oxford 1900

— Georg.

- , Georgica, Oxford 1900

Vit. Abrahae

Vita Abrahae, ML 73, 281-294

Vit. Ant.

Vita Antonii, MP 26, 837-976

— Bartelink

—, ed. Bartelink, Vite dei Santi I, Fondazione Valla 1974

— Evagr.

Übers, des Evagrios, MG 26, 833-976

Vit. Eugeniae

Vita Eugeniae, ML 73, 605-624

Vit. Pach

Vita Pachomii, Subsidia Hagiographica 19, Bruxelles 1932

VL/Vet. Lat.

Vetus Latina

Vulg.

Vulgata

 

SONSTIGE

ABKÜRZUNGEN

ac.

vor der Korrektur

add.

fügt hinzu

aut sim.

oder ähnlich

Br.

Vulgata-Text der HM im engl. Raum

col.

Spalte (in Handschriften)

corr.

korrigiert

Fa.

Vulgata-Text der HM im franz. Raum

Fb.

ebenso, andere Version

Fe.

ebenso, dritte Version

gr.

griechisch

It.

Vulgata-Text der HM im ital. Raum

hont.

kontaminiert

lat.

lateinisch

litt.

Zeile (in Handschriften)

litt.

Buchstabenzahl (in Handschriften)

XXIV

Abkürzungsverzeichnis

om.

läßt aus

pc.

nach der Korrektur

prim.

erstes Vorkommen in einer Zeile

Sd.

Vulgata-Text der HM im süddeutschen Raum

sec.

zweites Vorkommen in einer Zeile

syr.

syrisch

IRHT

Institut de Recherche et d'Histoire des Textes, Paris

ABGEKÜRZT ZITIERTE LITERATUR

AB

Analecta Bollandiana, Bruxelles 1882 sqq.

1901)

ALMA

Archivum Latinitatis Medii Aevi, Bruxelles 1924 sqq.

BHL

Bibliographia hagiographica latina et mediae aetatis, ed. Socii Bol-

landiani, (Subsidia Hagiographica 6, Tom. 1 und 2, Bruxelles 1898/

Bischoff,

Bischoff, B., Die südostdeutschen

Schreibschulen und Bibliotheken

Schreibschulen

in der Karolingerzeit 1, Wiesbaden 1974 3

Boll. Bruxelles

Socii Bollandiani, Catalogus codicum hagiographicorum bibliothe-

cae regiae Bruxellensis, Pars 1, Codices latini membr., Bruxelles

1886/89

Boll. Roma

Poncelet, Α., Catalogus codicum hagiographicorum latinorum bi-

Boll. Vatic.

bliothecarum Romanarum praeter quam Vaticanae, Bruxelles 1909 Catalogus codicum hagiographicorum latinorum bibliothecae Vati-

Bulhart, Praef.

canae, Bruxelles 1910 Bulhart, V., De sermone Tertulliani, in: CSEL 76, 1957, IX-LVI

Cat. gen.

Bibliotheque National, Catalogue general des manuscrits latins, 4

Cat. gen. dep.

Bände, Paris 1939/1958 Catalogue general des manuscrits des bibliotheques publiques de

France,

Departements,

51 Bände, Paris 1886 — 1956

CC

Corpus Christianorum, series latina, Turnhout 1954 sqq.

CLA

E.A.Lowe, Codices latini antiquiores, Oxford 1934sqq.

CSCO Corpus scriptorum ecclesiasticorum orientalium, Paris/Louvain

CSEL

1903 sqq. Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, Wien 1866 sqq.

Diet. Spirit.

Dictionnaire de spiritualite ascetique et mystique, Paris 1932 sqq.

Festugiere Historia Monachorum in Aegypto, ed. A. J. Festugiere, Subsidia

Hagiographica 34, Bruxelles 1961; mit Übers, und Anm. (frz.):

GCS

Subsidia Hagiographica 53, Bruxelles 1971 Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhun-

derte, Leipzig 1897 sqq.; Berlin 1953 sqq. Georges K.E.Georges, Ausführliches Lateinisch—Deutsches Handwörter- buch, Hannover 1969 12 Gheyn J. van den Gheyn, Catalogue des manuscrits de la bibliotheque royale de Belgique II-VI, Bruxelles 1902/1906 Halm C. Halm u. a., Catalogus codicum latinorum bibliothecae regiae

Hoppe, Rufin als Übersetzer

Monacensis, 7 Bände I 1-3 ; II 1-4 , München 1868-1881 Hoppe, H., Rufin als Übersetzer, Studi dedicati alla memoria dl P. Ubaldi, Milano 1937, S. 146-150

Abgekürzt zitierte Literatur

XXV

—, Syntax und JThS NS

Stil

Jungmann,

Liturgie

Lendle,

Editionstechnik

LHS

Löfstedt,

Komm.

Aeth.

Loewe/v. Härtel

 

Mazzatinti

Menge

MG

ML

Oldfather

PO

RA

RAC

RB

Reifferscheidt

 

RHE

Rönsch

Rose

Salonius

SC

Schenkl

Simonetti

Svennung

ThLL

TU

—, Syntax und Stil des Tertullian, Leipzig 1903 The Journal of Theological Studies, New Series, Oxford 1950 sqq. Jungmann, J. Α., Liturgie der christlichen Frühzeit, Freiburg 1967 Lendle, O., Allgemeine Studien zur Editionstechnik, in: Gregor von Nyssa, Encomium in S. Stephanum protomartyrem, Leiden 1968, S. 49-9 8 Hofmann, J. B., Szantyr, Α., Lateinische Syntax und Stilistik, Mün- chen 1956 Löfstedt, E., Philologischer Kommentar zur Peregrinatio Aethe-

riae, Arbeten utg. med. und. of V. Ekmans Univ. fonds 9, Uppsala

1911

Loewe, G., V. Härtel, W., Bibliotheca patrum latinorum Hispanien- sis I, Wien 1897

Mazzatinti, G., Sorbelli, Α., Inventari dei manoscritti delle bibliote- che d'Italia I-LXXV , Forli/Florenz 1890 sqq. Menge, H., Repetitorium der lateinischen Syntax und Stilistik,

München 1965 14 Patrologia Graeca, hg. von J.P. Migne, Paris 1864 sqq.

Patrologia Latina, hg. von J.P. Migne, Paris 1844 sqq. Oldfather, W. A. u. a., Studies in the Text Traditions of St. Jerome's Vitae Patrum Urbana/Ill. 1943 Patrologia Orientalis, Paris/Freiburg 1903 sqq. Recherches Augustiniennes, Paris 1958 sqq. Reallexikon für Antike und Christentum, hg. Th. Klauser u. a., Stuttgart (1941) 1950 sqq. Revue Benedictine, Maredsous 1884 sqq. Reifferscheidt, Α., Bibliotheca Patrum Latinorum Italica, 2 Bände, Wien 1870/71 Revue d'histoire ecclesiastique, Louvain 1900 sqq. Rönsch, H., Itala und Vulgata, Das Sprachidiom der urchristlichen Itala und der katholischen Vulgata unter Berücksichtigung der römischen Volkssprache, Marburg 1879 2 (Neudruck München

1965)

Rose, V., Verzeichnis der lateinischen Handschriften I, II 2, II 3:

Die Hss.-Verzeichnisse der königlichen Bibliothek zu Berlin, Berlin 1893-190 5 Salonius, Α. H., Vitae patrum, Kritische Untersuchungen über Text, Syntax und Wortschatz der spätlateinischen Vitae patrum, Lund 1920 Sources Chretiennes, Paris 1941 sqq. Schenkl, H., Bibliotheca Patrum Latinorum Britannica I —III, Wien 1891-190 5 (Nachdruck Hildesheim/New York 1969) Rufinus, Opera, CC 20, 1961, ed. M. Simonetti Svennung, J., Untersuchung zu Palladius und zur lateinischen Fach- und Volkssprache, Uppsala 1935 Thesaurus Linguae Latinae Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Lite- ratur, Leipzig/Berlin 1882 sqq.

A

DIE GRIECHISCHE VORLAGE DER

LATEINISCHEN

HISTORIA

MONACHORUM

A

1

ZUM TEX T

UN D ZUR

GESCHICHTE DE R

HISTORIA

MONACHORU M

Die sogenannte Historia monachorum bildet zusammen mit den Mönchsviten des Hieronymus, der Vita Antonii und verschiedenen Apo-

phthegmensammlungen den Grundstock zum lateinischen Corpus Vitae patrum, das in mannigfacher Gestalt das mönchische Leben im Westen als Lehrbuch der Askese neben den Regeln bestimmte. Die große Zahl der erhaltenen und aus alten Katalogen und Handschriftenverzeichnissen bekannten Handschriften 1 und die ebenfalls beachtliche Zahl der gedruck- ten Ausgaben legen Zeugnis dafür ab, wie intensiv die Benutzung dieser

Texte war.

Ihre Bedeutung wird bestätigt durch die

Testimonien 2 und die

Aufnahme der Texte auch in nichtmonastische Literatur wie zum Beispiel in das Speculum historiale des Vinzenz von Beauvais 3 bis hin in die Erbau- ungsliteratur des Pietismus 4 .

Wie die Vita Antonii und die Apophthegmen ist die Historia mona- chorum aus dem Griechischen übersetzt worden. Die Frage, ob nicht vielmehr der lateinische Text das Original sei, stand lange zur Diskussion. Nach zahlreichen, ζ. T. sorgfaltigen Untersuchungen 5 kann der Streit als entschieden gelten: der griechische Text erweist sich nicht nur in Details, die vor allem von A. J. Festugiere zusammengestellt wurden 6 , als Original, sondern besonders auch durch seinen literarischen Charakter: der griechi-

  • 1 Cf. die Handschriftenliste p. 91 — 103; hier sind nur die erhaltenen Handschriften aufge- führt, nicht aber verschollene, zerstörte oder nur aus Verzeichnissen nicht mehr bestehen- der Bibliotheken bekannte Exemplare. Eine Zusammenstellung von Handschriften unter dem Namen Vitae Patrum aus mittelalterlichen Katalogen findet sich bei C. M. Batlle, Adhortationes 151-207 .

  • 2 Cf.

p. 32

sqq.

  • 3 Vincentius Bellovacensis, Speculum historiale (ca. 1244 abgeschlossen), 13,15.17.18; 14,62—76; 17,4—8. Dort findet sich fast der gesamte Text der HM, vermischt mit Apophthegmen und Material aus Soz. Hist. Eccl. und Socr. Hist. Eccl.

  • 4 So ζ. B. Vitae Patrum, Das Leben der Altväter und anderer Gottseligen Personen, Gottfried Arnold, Halle 1700. Hier werden den Mönchen der ägyptischen Wüste zeitgenös- sische „Gottselige Personen" gegenübergestellt.

  • 5 Preuschen, Palladius und Rufinus 170 sqq.; 191 — 196; Butler, Lausiac History I 10 — 15; 198-203 ; 257—277; Reitzenstein, HM und HL 3 sq.; 11-1 7 und passim; Festugiere; Probleme litteraire; idem, Ed. HM p. V.

  • 6 Festugiere, Probleme litteraire.

4

Die griechische Vorlage der Historia

monachorum

sehe Text trägt noch deutlich die Spuren seiner Entstehung als Kompilation aus verschiedenartigem Quellenmaterial. Brüche und logische Ungereimt- heiten machen die Nahtstellen deutlich; ein kunstloser und auch volkstüm- licher Stil zeigt die Herkunft der Quellen aus der Kleinliteratur. Dagegen trägt der lateinische Text die Anzeichen einer Übersetzung oder vielmehr einer Bearbeitung: die Brüche und Unebenheiten sind zumindest zum großen Teil geglättet worden, einer erkennbaren Tendenz folgend sind anstößige Stellen entfernt und andererseits längere Passagen eingefügt worden, die durch ihren eher theoretischen Inhalt als Fremdkörper in einem Text stehen, der das Anekdotische und die Schilderung der Lebens- praxis in den Vordergrund stellt. Das Bemühen um eine Überhöhung des Textes durch rhetorische Glanzlichter, die im krassen Gegensatz stehen zur Schlichtheit des Originals, unterstreicht den Übersetzungscharakter der lateinischen Version 7 . Schwierigkeiten, das Verhältnis zwischen dem lateinischen und dem griechischen Text der Historia monachorum eindeutig zu bestimmen, bereiteten bisher die Passagen in der Kirchengeschichte des Sozomenos, die Material der Historia monachorum enthalten und dabei einmal der griechischen und einmal der lateinischen Version folgen 8 . Wenn man allerdings voraussetzt, Sozomenos habe dieses Material nur aus einer einzigen Quelle entnommen, ist man gezwungen, eine griechische Grund- schrift zu vindizieren, die zumindest einen Teil des lateinischen Sondergu- tes bereits enthielt 9 . Berücksichtigt man aber, daß sowohl der Kompilator als auch der lateinische Bearbeiter sich älteren Quellenmaterials bedienten, das Sozome- nos sehr wohl noch zur Verfügung stehen konnte, und er außerdem die Historia monachorum in beiden Versionen benutzt haben kann, treten diese Schwierigkeiten zurück 10 . Allerdings gibt es Indizien, die vermuten lassen, daß der griechische Text, der die Grundlage für die lateinische Bearbeitung war, anders aussah

7

Cf.

p.

39-46 ;

48-67 .

  • 8 Detaillierte Vergleiche bei Butler, Lausiac History 268 — 282; Preuschen, Palladius und Rufinus 180 — 191; Festugiere, Probleme litteraire 277 — 281. Auf noch ungeklärte Pro- bleme macht D. J. Chitty, JThS NS XIII, 1962, 172 aufmerksam.

  • 9 So in Butler's Stemma der Geschichte des Textes (Lausiac History I 268). Die Tatsache, daß Sozomenos für die Abschnitte über die Mönche Ägyptens (Hist. Eccl. I 13.14; III 14; VI 28 — 31) mehrere Quellen benutzte, machte bereits Schoo, Quellen, 1911, S. 55, deutlich. Für das mit der HM übereinstimmende Material scheint er sich im Prinzip an das von ihm zitierte Werk des Timotheus gehalten zu haben (cf. p. 20—23 mit Anmerkungen) und zusätzlich Details aus der griechischen und lateinischen Form der HM verwertet zu haben. Außerdem kann man noch eine „pachomianische" Quelle annehmen (für III 14), dazu die Historia Lausiaca oder deren Quellen. Das Thema der Quellen des Sozomenos für den Abschnitt über die ägyptischen Mönche, insbesonders das zitierte Werk des Timotheus, wird gesondert behandelt werden.

10

Der griechische Text

5

als derjenige, der sich aus den erhaltenen Handschriften rekonstruieren läßt» Einige Gemeinsamkeiten der syrischen Version der Historia mona- chorum mit dem lateinischen Text gegen den (bekannten) griechischen 12 machen es wahrscheinlich, daß beide Übersetzungen gemeinsam auf eine griechische Textform zurückgehen, die von den uns bekannten abweicht. Ob dieser griechische Text sogar der ursprünglichere war, läßt sich nicht beantworten, bevor eine kritische Edition des syrischen Textes vorliegt, die für die Überlieferungsgeschichte der Historia monachorum ein Deside- rat ersten Ranges ist. Trotz der Vermutung, daß der uns zur Verfügung stehende griechische

Text 13 nicht

die unmittelbare Vorlage für die lateinische Version war, und

trotz der großen Abweichungen, die durch die Bearbeitung entstanden, ist die Verwandtschaft immer noch so stark, daß ohne ein Verständnis der griechischen auch das der lateinischen Version nicht möglich ist und daß an einigen Stellen der vorhandene griechische Text zur Rekonstruktion des lateinischen herangezogen werden kann.

Aus diesem Grund wird hier der Edition des lateinischen Textes eine Analyse der griechischen Vorlage vorangestellt.

A

2

DER GRIECHISCHE

TEXT

Seinem literarischen Charakter gemäß war der Text im Laufe seiner Geschichte vielen Veränderungen unterworfen, so daß es schwierig ist, zu seiner ursprünglichen Gestalt vorzudringen. Für uns greifbar ist der Text zuerst in syrischer Übersetzung in Hand- schriften des 6. Jahrhunderts 1 ; die griechische Überlieferung ist hand-

  • 11 Sowohl Butler, Lausiac History I 268 — 277, als auch Festugiere, Probleme litteraire, 279 — 281, und Ed. HM p. XLI und CXVI, vermuten, daß die lateinische Version der HM auf einen anderen Text zurückgeht als den griechischen textus receptus. (Cf. auch p. 48-53).

  • 12 Cf. p. 26 sq. und 48.

  • 13 Zwei Editionen stehen zur Verfügung: diejenige von E. Preuschen, Palladius und Rufinus, Glessen 1897; die von A. J. Festugiere, Historia Monachorum in Aegypto, Subsidia Hagiographica 34, Bruxelles 1961, bzw. deren anastatischer Nachdruck in Subsidia Hagio- graphica 53, Bruxelles 1971 (Historia Monachorum in Aegypto, Edition critique du texte grec et traduction annotee). Im folgenden wird stets auf die letztgenannte Edition Bezug genommen. Die Edition Festugieres hat viel (verdiente und unverdiente) Kritik erfahren. Sie bietet jedoch eine solide Arbeitsunterlage für die Edierung der Ubersetzungen der HM. Sobald eine Ausgabe der syrischen Version vorliegt, wird man sich auch um den griechischen Text noch einmal bemühen müssen.

1 Die ältesten bekannten syrischen Handschriften sind London, Β. M. Add 17176 (Wright Nr. 924), anno 532; Add 12175 (Wright Nr. 727), anno 534; Add 14597 (Wright Nr. 730), anno 569; dazu noch die undatierten, jedoch ebenfalls aus dem VI. Jh. stammenden: Add

6

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

schriftlich zurückzuverfolgen bis ins 9./10. Jahrhundert 2 . Die Historia monachorum erscheint in einem Teil der griechischen Uberlieferung im Anschluß an die Historia Lausiaca oder vermischt mit diesem Text. Teil-

weise hat die HM keinen eigenen Titel und wird so zu einem Teil der

Historia Lausiaca und anderen Handschriften

damit auch Palladius als Autor zugeordnet 3 . In

wird

als Titel

angegeben

ή

κατ

Αΐγυπτον των

4

μοναχών ιστορία

Einige

. Handschriften nennen Hieronymus als Autor 5 . Beide Zuwei-

sungen erscheinen auch in der syrischen Überlieferung, auch die Überlieferungsgemeinschaft mit der HL ist hier die vorherrschende 6 .

Eine kleine Handschriftengruppe (Paris, Β. N. Coisl. 282 und Oxford,

Bodl. Libr.

Cromwell 18) 7 , die auch sonst von der übrigen Überlieferung

abweichen, bietet den Titel βίοξ των iv Αΐγύτττω μοναχών, ohne einen Autor zu nennen. In beiden Handschriften ist der Text unvollständig, der Coislinianus enthält nur die Kapitel Johannes von Lyko, Apollo und Paphnutius (I, VII und XVI lat.), der Oxforder Codex enthält die Kapitel I-VII , XVII, XXV, XXVI, XVI, XXXII, XXXIII, VIII-XV , XVIII (nach lat. Zählung). Während diese Reihenfolge durch mechani-

sche Einwirkung zustandegekommen sein mag und auch die Anordnung in einigen syrischen Handschriften von der Willkür des Schreibers abzuhängen scheint, lassen sich zwei Grundtypen der Kapitelreihenfolge herausschälen:

14648; Add 17177; Add

14646; Add 14609 und Add 12173 und Add 14650 (beide s. VI/

VII). Zur syrischen Überlieferung cf. Butler, Lausiac History I, 266 sq.; Preuschen, Palladius und Rufinus 152 — 159. Cf. auch Bousset, Apophthegmata 26 — 34.

  • 2 Die ältesten bekannten griechischen Handschriften sind: Paris, Coisl. 83; München gr. 498; Leyden Voss. Fol. 46; Vaticano Pakt. 41. Zu den Handschriften der gr. HM cf. Preuschen, Palladius und Rufinus 137-152 ; Festugiere, Ed. HM XIII-CXXXII I und Tabula siglorum.

  • 3 So ζ. B. München gr. 498; Wien hist. gr. 84; Venedig Marc. gr. 338; Paris gr. 1532; Paris gr. 1596; Paris gr. 1627. Auch der Vaticanus Palat. gr. 41 schreibt die HM Palladius zu.

  • 4 Paris Coisl. 83; Paris gr. 464; Paris gr. 1628; Paris gr. 1597; Leyden Voss. Fol. 46.

  • 5 Paris gr. 835; Paris Coisl. 83, beide s. X; Torino 141, s. XVI (zerstört).

  • 6 Palladius zugeschrieben wird die HM in Add 14609; Add 14646; Add 17177 (vermutlich). Hieronymus wird als Autor genannt in Add 12173; Add 14650; Add 14648. Die drei letztgenannten Handschriften enthalten die HM in Uberlieferungsgemeinschaft mit der HL, (14648 nicht ganz sicher); dazu auch die Hss. Add 17177 und Add 14579 (nach den

Angaben Wright's im Katalog und Butler, Lausiac

History I 89 — 93).

Der Titel erscheint

  • 7 in der

Hs.

Paris, Coisl.

282,

s.

XI.

Die Hs. Patmos

176,

s.

XII,

die

damit eng verwandt ist, bringt für die HM keinen Titel. Ebenso fehlt in der Hs. Oxford,

Bodl. Libr. Cromwell

18 der Prolog und somit der Titel. Das

Kapitel I beginnt p.

353

mit περί 'Ιωάννου τοΰ έν τη Λυκφ.

Der griechische Text

7

 

Α

Β

  • 1. Johannes v. Lyko

1.

Johannes v. Lyko

  • 2. Or

2.

Or

  • 3. Ammon

3. Ammon

  • 4. Bes

4.

Bes

  • 5. Oxyrinchus

5. Oxyrinchus

  • 6. Theon

6. Theon

  • 7. Elias

7. Apollo

  • 8. Apollo

8. Amun

  • 9. Amun

9. Copres u. Patermutius

  • 10. Copres u. Patermutius

10. Surus

  • 11. Surus

11. Hellen

  • 12. Hellen

12. Elias

  • 13. Apelles u. Johannes

13. Pityrion

  • 14. Paphnutius

14. Eulogius

  • 15. Pityrion

15. Apelles u. Johannes

  • 16. Eulogius

16. Paphnutius

  • 17. Isidor

17. Isidor

  • 18. Sarapion

18. Sarapion

  • 19. Apollonius Martyr

19. Apollonius Martyr

  • 20. Dioscorus

20. Dioscorus

  • 21. Nitria u. Kellia:

21.

Nitria u. Kellia:

Ammonius

Ammonius

Didymus

Didymus

Kronides

Kronides

Drei Brüder

Drei Brüder

Evagrius

Evagrius

  • 22. Makarius der Ägypter

22. Makarius der Ägypter

  • 23. Amun

23. Amun

  • 24. Makarius v. Alexandria

24.

Makarius v. Alexandria

  • 25. Paulus Simplex

25. Paulus Simplex

  • 26. Piammon

26. Piammon

  • 27. Johannes von Diolkos

27. Johannes von Diolkos

Die Unterschiede der beiden Reihenfolgen betreffen also die Stellung des Kapitels Elias und des Kapitelpaars Pityrion/Eulogius (VII und XV/XVI in A). Da der Text mit dem Anspruch auftritt, ein Reisebericht zu sein, hat man versucht, einer geographisch „richtigen" Route folgend, die erstere Reihenfolge als die ursprüngliche zu beweisen 8 . Da aber der Reisebericht

8

Butler, Lausiac History I 198-203 ; Desert Fathers 4 — 6.

Festugiere,

Ed.

HM

p.

XL;

bes. Ward,

Lives of

the

8

Die griechische Vorlage der Historia

monachorum

nur ein fiktiver ist und ein Teil der Kapitel aus dem Text heraus nicht geographisch festzulegen ist, sich überdies immer Unstimmigkeiten erge-

ben 9 , welche

Version man auch vorzieht, kann auf diesem Wege keine

Entscheidung gefallt werden. Mit dem Stichwort „fiktiv" wird eine andere Frage berührt, die nach dem literarischen Charakter der Historia monachorum. Der aufmerksame Leser des griechischen Textes muß feststellen, daß es

sich nicht um ein Werk aus einem Guß handelt. Schon R. Reitzenstein hat darauf hingewiesen, daß die Historia monachorum wie die Historia Lau- siaca „Sammelwerke" sind, die im Rahmen einer Reisenovelle verschiedene

schriftliche oder auch mündliche Quellen

verwerten 10 . So machte er auf-

merksam auf die Brüche im Kapitel VIII (lat. VII) und erklärte sie mit der Benutzung zweier Quellen 11 . Brüche dieser Art weist der Text auch

sonst auf; es gibt aber außerdem bereits äußere und formale Hinweise auf die Uneinheitlichkeit des Textes. Als erstes fallt der äußerst unterschiedliche Umfang der Kapitel auf — man vergleiche Kap. VIII (VII lat.) „Apollon" mit Johannes von Diolkos (XXVI gr., XXXIII lat.). Genauso unterschiedlich ist die formale und inhaltliche Gestaltung der Kapitel. Entgegen einem ersten Eindruck von stereotyper Wiederholung in den Schilderungen der Asketenpersönlichkeiten schälen sich mindestens vier verschiedene Grundtypen heraus:

1. Der Bericht eines Besuches beschränkt sich auf die Aufzählung folgender Fakten: Name, Anzahl der Schüler und Anhänger, Äußeres

(είκωνίσμος), asketische Praktiken und eine besondere Gnadengabe. Dieser βίος kann durch ein angefügtes Apophthegma illustriert werden (ζ. B. XIII).

  • 2. Die Schilderung des Asketen hat die Form einer Vita, d. h. einzelne

Stationen des Lebens werden in chronologischer Folge erwähnt; angerei- chert werden diese Viten durch novellistische Einschübe, die ebenfalls Apophthegmen ähneln, und durch Reden, die oft als „Regel" des betreffen- den Mönchsvaters angesehen werden können (ζ. Β. II).

  • 3. Einige Kapitel sind in sich geschlossene Erzählungen mit durchge-

hender Handlung und einheitlicher Struktur, so die Kapitel Χ, XVI und XIX (XI, XIV und XIX gr.). Auch die drei Mönchsnovellen, die in

9 Besonders das Kapitel V (Oxyrhinchus) ist „falsch" piaziert, ebenso ist der Umweg über

Diolkos (Cap. XXXI I lat.) von Memphis in die nitrische Wüste (wenn man dem Epilog glauben soll) unwahrscheinlich. Besonders aber ist der Beginn der Route an ihrem südlichsten Punkt Lykopolis für eine Reisegruppe aus Jerusalem nicht glaubhaft, cf. auch

p.

11 sq.

  • 10 Reitzenstein, HM und HL 1 — 11. Obwohl sich Reitzenstein bezüglich der Frage, ob der griechische oder der lateinische Text das Original sei, täuschte, hat er das literarische Genus der HM besser erkannt als die meisten Bearbeiter dieses Textes.

  • 11 Reitzenstein, HM und

HL

70-77 .

Der griechische

Text

9

den Rahmen des ersten Kapitels eingebaut sind 12 , gehören zu diesen abgeschlossenen Erzählungen.

  • 4. Eine letzte Gruppe besteht aus lose aneinandergereihten apophtheg-

menähnlichen Elementen. Die Abfolge der Erzählelemente ist eher von assoziativen als logischen Gesichtspunkten bestimmt. Die Kapitel über Helenus und die beiden Macarii (XI; XXVII I und XXIX/XI , XX I und XXIII gr.) vertreten diesen Typus am deutlichsten. Eine klare Quellen- scheidung ist zwar nicht möglich, trotzdem haben sich offensichtliche Spuren typischer Merkmale der einzelnen Quellen im Text der HM erhal-

ten. So scheint die erste Quelle ihre Kapitel mit einem stereotypen εΐδομεν begonnen zu haben, die zweite mit έθεασάμεθα. Im Kapitel VII (VIII gr.) wechseln die Quellen einander ab. Das Kapitel

beginnt mit Quelle 2 (εθεασάμεθα), um dann in § 2 (gr.) noch einmal mit

εΐδομεν einzusetzen; dazwischen schiebt sich (§ la gr.) das εΐδομεν Kompilators, der hier seine eigenen touristischen Erlebnisse einflicht.

des

Auch der Prolog ist vermutlich aus zwei Vorlagen zusammengesetzt

und durch zusätzliche Elemente des Kompilators verbunden: Eingebettet in die Einleitung §§1—3 gr. und die Erklärung über die Absicht der Schrift §§12 und 13 gr., die vermutlich vom Kompilator stammen, finden sich zwei in sich vollständige Prologe. Der erste (§§4 — 9 gr.) bezieht sich auf eine Reise zu den Asketen, die „in der Wüste verstreut" wohnen, ein vollständiges Vergessen der Welt zeichnet sie aus, durch das sie die volle παρρησία 1 3 bei Gott erreichen; und durch sie „besteht überhaupt noch die Welt".

Der zweite Prolog (§§ 10 und 11 gr.) wird dann auch folgerichtig mit εΐδον δε και 'έτερον πλήθος eingeleitet. Hier gilt das Interesse den Mönchen „in Ägypten und der Thebais". Dieser Prolog lebt vom Gegensatz zweier asketischer Lebensformen, des Eremitentums und des koinobitischen Le- bens in Siedlungsnähe. Offenbar bestand Grund, diese zweite Gruppe zu verteidigen und ihre Gleichwertigkeit mit den Eremiten zu betonen 14 . Entsprechend der Aussage des ersten Prologs „durch sie besteht die Welt" findet sich im zweiten Prolog das Urteil „ihren Gebeten vertrauen die Menschen ringsum" (§ 10b gr.). Eine zweite Doublette, nämlich der Vergleich mit einem Heer (§ 7 und § 1 0 gr.), hat wohl ebenfalls ihre Wurzeln in der Verknüpfung zweier Vorlagen.

12 I 4,1-11 ; I 5,2-14 ; I 6,2-2 4 lat. 13 Das Zeichen dafür, daß
12
I 4,1-11 ;
I 5,2-14 ;
I 6,2-2 4
lat.
13
Das Zeichen
dafür, daß man den vertrauten Umgang
und die Nähe Gottes erreicht
hat,
d.
h.
daß
man
der
παρρησία
(fiducia)
teilhaftig
ist
und
damit
einen
hohen
Grad
an
Vollkommenheit erreicht hat, ist die Tatsache, daß Gott die Bitten dieses
Vollkommenen
sämtlich und ohne Einschränkung erfüllt (cf. P. Miquel, Art Parrhesia, Diet. Spirit.
12,1,
1984, 262 sq.:
Sens apostolique et
spirituel).
14
oi
δε
εγγυθεν
μή
της
κακίας
αύτοΐς
πανταχόθεν
όχλούσης
ήττον
των
πορρωτάτω
εΰδοκιμήσωσιν.

10

Die griechische Vorlage der Historia

monachorum

Ob auch im Prolog έθεασάμην (§ 2 gr.) und εΐδον (§§ 3, 5 und 10 gr.)

äußere Anzeichen verschiedener Quellen sind, muß zumindest in Erwä- gung gezogen werden.

Die Kapitel des Typus 3 und 4 kennen als Einleitung die Fiktion der Autopsie durch εΐδομεν oder εθεασάμεθα nicht, sondern beginnen mit den auch für die novellistischen Apophthegmen gebräuchlichen Formeln: ήν γάρ πατήρ τις; άλλοτε; ή ν δέ τις. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den verschiedenen Vorla-

gen zeigt sich in der Verwendung von Schriftzitaten 15 : die Quelle 1 (είδομεν) benutzt kein einziges ausdrückliches Bibelzitat, dagegen finden sich in den Typen 3 und 4 an exponierten Stellen vereinzelt solche Zitate. Die Quelle 2 arbeitet dagegen offenbar ganz bewußt mit diesem Mittel, gehäuft treten Zitate in den beiden umfangreichen Kapiteln I und VIII gr. (VII lat.) auf, besonders in den Rahmenerzählungen und den Redeteilen.

Mit Schriftzitaten arbeiten auch Prolog und Epilog, dieser besonders im zweiten stark stilisierten Teil über die „acht Gefahren der Reise". Die ungleiche Verteilung der Bibelzitate über den Text läßt sich nur schwer erklären, wenn man den Text als homogene Arbeit eines Verfassers voraussetzt. Auch die bereits erwähnten Brüche und Ungereimtheiten des Textes sprechen nicht für ein Werk aus einer Hand. Einige Beispiele genügen, um den Charakter der Brüche im Text zu umreißen.

1. Mißverständnisse

In einigen Fällen scheint der Kompilator seine Quellen nicht oder falsch verstanden zu haben. Das gravierendste Beispiel ist XX 14 gr.:

Wir sahen auch drei gewisse Brüder, tüchtige Männer, die wegen ihres Lebenswandels voller Tugenden zum Episkopat gezwungen werden sollten und sich aus großer Scheu ihre Ohren abschnitten. Sie handelten zwar kühn, aber aus einem guten Grund, es sollte sie nämlich niemand mehr belästigen.

Hinter dieser absurden Geschichte wird man unschwer die bekannte Anekdote über Ammonios erkennen, der mit der Selbstverstümmelung

dem Amt entgehen wollte 16 . Hinter den „drei

Brüdern" steckt natürlich

die Tatsache, daß Ammonios drei Brüder hatte. Wie aber konnte ein

wirklicher Kenner der Materie die Anekdote so entstellt wiedergeben? Ein anderes MißVerständnis scheint in XX 7 gr. vorzuliegen. Die Mönchssiedlungen Nitria und Kellia waren offensichtlich allgemein als die

  • 15 Ich stütze mich auf die Angaben bei Preuschen, Palladius und Rufinus, und Festugiere, Ed. HM, obwohl diese nicht alle erkennbaren Schriftzitate enthalten, soweit es die mit είδομεν beginnenden Kapitel betrifft, jedoch mit Recht kein einziges Bibelwort vermerken.

  • 16 Cf. Soz. Hist. Eccl. VI 30.

Der griechische Text

11

beiden benachbarten berühmten Siedlungen bekannt 17 . Der Kompilator hat jedoch „Kellia" nicht als geographischen Namen erkannt und damit auch nicht den Einschnitt im Text. Er begriff κελλία als die Behausungen der Asketen in Nitria und führte den Text daher weiter. Dadurch ist der — irrtümliche — Eindruck entstanden, die lateinische HM füge das Kapitel über die Kellia zusätzlich ein 18 . Richtig ist jedoch, daß im lateinischen Text die sicher ursprünglich vorhandene Teilung in „Nitria" und „Kellia" wiederhergestellt ist.

2.

Doubletten

Die Prophezeiung des Todes Theodosius' durch Johannes von Lyko wird zweimal berichtet (I 2 und 64 gr.), offensichtlich aus zwei verschiede- nen Quellen: einmal richtet sich die Prophezeiung an einen Offizier des Kaisers, das zweite Mal an die fiktive Reisegruppe der HM. Aus zwei Quellen stammt gewiß auch die doppelte Berufung des Apollo zur Gründung einer Mönchsgemeinschaft (VIII 3 und 17 gr.); weitere

Doubletten in diesem Kapitel kommen weiter unten zur Sprache 19 .

3. Formale

Unstimmigkeiten

Die Anzahl der Reisenden wird mit „sieben", dann mit „drei" angege- ben, dann wieder wird in der ersten Person im Singular gesprochen 20 ; das wird eher ein Indiz für verschiedene Vorlagen sein — zumal die Drei- und Siebenzahl auch in Apophthegmen beliebt ist, die von reisenden Brüdern

sprechen 21 — und nicht so sehr die

realen Verhältnisse der Reisegruppe

vom Ölberg widerspiegeln 22 . Ähnliche Unstimmigkeiten finden sich auch in der Reiseroute, wie sie sowohl aus der Kapitelreihenfolge Α als auch der Version Β hervorgeht. Grundsätzlich muß man fragen, warum der Weg einer Gruppe aus Jerusa- lem in Lykopolis beginnen soll. Soweit bekannt, gab es keine Route, die diesen Ausgangspunkt ermöglichte; der übliche Weg führte natürlich an der Küste entlang ins Nildelta, wie wir es auch von Egeria wissen 23 . Die Kapitelfolge Α ergibt folgenden Weg: Lyko, „Thebais", Oxyrinchus, Antinopolis, Hermopolis, Achoris, Herakleopolis, „Thebais", Arsinoe,

  • 17 Cf. Evelyn White, Nitria 17-42 ;

Guillaumont,

Cellia.

 
  • 18 Ed.

So noch Festugiere,

HM

p.

XLI:

 

que

v.

lat. ajoute un paragraphe sur les

 

Cellia

.

.

.

au chapitre sur la Nitrie".

  • 19 Cf.

p.

13-16 .

  • 20 113 ; VIII 48; VIII 50 gr.

  • 21 Cf.

ζ. B.

PJ

X

14 (ML 73,914

B9;

X

94

(929 D);

XVII

20

(976 D);

Ch'aine Nr.

91

und

225.

  • 22 Gegen Ward, Lives of the Desert Fathers 5—7.

 
  • 23 Cf. Maraval,

Egerie, 80 und

104 sqq.; im Text erwähnt Egeria selbst diese Route

vom

Nildelta über Pelusium nach Jerusalem (9,6.7). Cf. auch die Tabulae Peutingerianae.

12

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

Babylon, Memphis, „Thebais", Nitria und Kellia (wobei auffällig ist, daß Dioskoros in der Thebais beheimatet ist und der Text nach den Handschrif- ten dann nahtlos und ohne neuen Kapitelanfang in das Gebiet von Nitria übergeht), Diolkos. Die Route nach der Kapitelfolge Β ist folgende: Lyko, „Thebais", Oxyrinchus, Hermopolis, Antinopolis, „Thebais", Achoris, Herakleopolis, „Thebais", Arsinoe, Babylon, Memphis, „Thebais", Nitria, Kellia, Diolkos. Bei allen Erklärungsversuchen muß zumindest die Position von Oxyrin- chus rätselhaft bleiben, aber auch die Stationen Antinopolis, Hermopolis und Achoris geben keinen sehr schlüssigen Weg an. Wenn, wie es die anderen Indizien auch vermuten lassen, der Text der HM aus mehreren Vorlagen zusammengeschrieben worden ist, wird man eine vollkommen schlüssige Reiseroute auch nicht erwarten können.

4.

Inhaltliche

Brüche

Im Kapitel VII gr. wird im Paragraphen 1 gesagt, Elias hielte sich bereits siebzig Jahre an diesem Orte auf; wenige Zeilen weiter (§ 3) wird dagegen gesagt, keiner der Mitbrüder wisse sich zu erinnern, wann er dorthin gekommen sei.

Im Kapitel XI gr. wird an eine Erzählung, wie Helles sich die wilden Tiere zu Helfern macht, eine winzige Episode angeschlossen, die in ihrer

jetzigen Form

wohl

nur

ein

Bruchstück

ist:

διαθέντος

επ' αυτά

δε

αύτοϋ

τούς

άρτους

και

θηρία προς

5b).

Zwar

τάς όπώρας

πηγήν.

την

eine

existiert

έν

τω

ήλίω

και άψάμενα

assoziative

ήλθον

μόνον

των

Verbindung

ώς

εθος

είχον

άρτων άττέψυξαν

zur

vorangehenden

τά

(XII

Ge-

schichte, aber die Anekdote ist gewiß verstümmelt und ähnelte in ihrer ursprünglichen Form etwa der Parallele in der Vita Antonii 24 . Um vieles unlogischer ist die Passage XIII 7 gr. Johannes lebt in äußerster Askese, indem er sich weder setzt noch legt und allein von der allsonntäglichen Eucharistie lebt (§ 4). Als seine Füße durch diese Lebensweise krank werden, erscheint ihm ein Engel, berührt seinen Mund und sagt:

Christus wird dir die wahre Speise und der heilige Geist dir der wahre Trank sein; und es wird dir die geistliche Nahrung genug sein, damit du nicht vollgestopft erbrechen mußt 2 5 .

Danach wird er geheilt, lebt ohne festen Sitz in der Wüste und ernährt sich von Kräutern (§ 8). Im nächsten Satz wird plötzlich erwähnt, daß er

  • 24 Vit. Ant. 50.

  • 25 Der Nebensatz ϊυα

ist

Zitat

(Prv. 25,16).

Es

steht

innerhalb

der

Warnung, nicht zuviel Honig zu essen, im größeren Zusammenhang der Ermahnung zum Maßhalten, ist also an der genannten Stelle in der HM kaum passend.

Der griechische Text

13

Zaumzeuge anfertigt, eine Tätigkeit, die nicht recht zu einem Wüstenwan- derer paßt, ebensowenig wie die Aufforderung an jemanden, der nur von Brot und Wein der Kommunion lebt, sich nicht mit Nahrung vollzustop- fen. Möglicherweise stammt dieses Zitat aus einer Episode, die übertrie- bene Askese tadelt. In ähnlicher Weise dient ζ. B. Prv. 25,16 in Verbindung mit Sir. 3,22 als Warnung vor übersteigertem und unangemessenem Bemü- hen in der Praefatio zur Vita Ioannis Eleemos. (ML 73,338/339). Hier scheinen also die Geschichten einer Heilung, einer Zusage himmli- scher Speise, einer Warnung vor übertriebener Askese und einiges andere mehr durcheinandergeraten zu sein. Besonders gut läßt sich die nicht immer gelungene Verknüpfung zweier Quellen im Kapitel VIII (lat. VII) beobachten. Auch Sozomenos hat offenbar zwei Quellen benutzt, die von Apollos bzw. Apollonios berichteten 26 . Beide Abschnitte des Sozomenos bieten dieselben Fakten: im Jünglingsalter wendet sich der Held der φιλοσοφία zu und geht als Anachoret in die siedlungsferne Wüste. Nach vielen Jahren strenger Askese ergeht an ihn die Berufung von Gott, in die stadtnahe Wüste zu gehen und dort „Vater vieler Mönche" zu werden. Mit der Berufung bekommt er die Zusage, von Gott alles zu erlangen, worum er bittet. Der Wüstenvater zeichnet sich sowohl als πρακτικός wie als θεωρη- τικός aus 27 . In seiner ersten Version stellt Sozomenos — vermutlich seiner Vorlage folgend — Apollonios in den Zusammenhang mit pachomiani- schem Mönchtum. Diesen Zusammenhang scheinen auch andere Quellen über Apollos/Apollonios zu bestätigen 28 .

Das Schema der Vita bezieht sein Vorbild aus dem Leben des Pachomius, der zuerst als Anachoret lebte und durch eine Berufung zur Gründung einer Gemeinschaft veranlaßt wurde. Dieses Schema wurde offensichtlich auch den Viten weiterer Mönchsväter zugrundegelegt, wie es besonders das Kapitel II (gr. und lat.) der HM zeigt. Möglicherweise gab es eine Sammlung von Viten nach diesem Muster in einer Asketentradition, die sich selbst in der Nachfolge des Pachomius sah. Allerdings wird dessen Name (oder auch die Bezeichnung Tabennensiotes) nicht genannt.

Das Kapitel über Apollos/Apollonios in der HM ist aus mehreren Viten dieses Schemas zusammengestellt. Die Brüche und Widersprüche, die sich aus der Kompilation ergaben, sind im lateinischen Text teilweise geglättet und entfernt, vor allem werden Zahlenangaben und der Wechsel zwischen

  • 26 Eccl.

Soz. Hist.

III

14

und VI

29.

  • 27 και των eis φιλοσοφίαν ήκόντων διδάσκαλο?.

III 14: καϊ πρακτικός

. . .

  • 28 Nämlich das Kapitel VIII gr. (VII lat.) der HM selbst: sowohl die Kleidungsstücke (VIII 6 gr./VII 2,6 lat.) entsprechen der pachomianischen Tracht (cf. HL XIX BHL 6532 = 38 gr.); VIII 18 gr. werden für die Gemeinschaft des Apollonios die typisch pachomianischen Ausdrücke κοινό ν τόν βίον έχόντων καϊ τράπεζαν μίαν διαιτωμένων benutzt.

14

Die griechische Vorlage der Historia

monachorum

Plural und Singular vermieden, da durch sie die Nahtstellen besonders auffallig waren 29 . Die folgende Analyse orientiert sich am griechischen Text: Das Kapitel beginnt mit έθεασάμεθα 30 , um noch im selben Paragraphen eine mit εΐδομεν eingeleitete Passage über die Autopsie des gerade erwähnten Tempels einzufügen. Mit εΐδομεν 31 beginnt (§ 2) auch der eigentliche Bericht: Apol- los ist Vater von 500 Mönchen in der Wüste „auf dem Berg"; Gott tut viele Wunder durch ihn, in der Jugend hat er strenge Askese geübt, im reifen Alter die Gnade erlangt, diese Wunder zu tun, im Alter von achtzig Jahren ist er „Vater" von 500 vollendeten Männern (τελείων ανδρών πεντακοσίων). Nach dieser eigentlich vollständigen Vita setzt § 3 wieder an der Stelle ein, an der Apollos mit 15 Jahren in die ferne Wüste zieht und sich

strenger

Askese widmet 32 . Danach folgt die Berufung mit dem Auftrag,

Mönche

um sich zu sammeln, und die Zusage der παρρησία (§ 4) nach

  • 40 Jahren

Askese 33 . In der siedlungsnahen Wüste (εν τη πλησίον έρήμω)

wohnt er auf dem Berg in einer Höhle (cf. Soz.Hist.Eccl. VI 29) und verrichtet hundert Gebete täglich und in der Nacht (§ 5). Ein Rückblick berichtet vom Empfang himmlischer Speise während der Zeit in der fernen Wüste (§ 6), auch die Beschreibung seiner Kleidung — im übrigen ganz pachomianisch 34 — endet mit der rückblickenden Bemerkung, „in der Wüste" seien seine Kleider nicht gealtert. § 7 kehrt wieder zur Oikumene zurück: Apollos tut Wunder und sammelt Mönche um sich und zeichnet sich sowohl als θεωρητικός wie als πρακτικός aus (cf. Soz.Hist.Eccl. III 14) (§ 8). Er läßt jeden nach eigenem Vermögen Askese üben 35 , am Sonntag aber ißt die Gemeinschaft an einem Tisch (§ 9) 36 .

29

So ζ. Β. ήκουσα VIII 21/didicimus VII 6,1.

 

30

Also mit der Quelle 2, cf. p. 8 sq.

 

31

Also vermutlich aus der Quelle 1, cf. p. 8 sq.

 

32

 

ούτος ττεντΕκαίδεκσ έτών άναχωρήσας τοΰ κόσμου και τεσσαράκοντα διατελέσας πδσάν τε άρετήν άκριβώς έξασκήσας.

 

33

(VIII

4).

34

Πορεύου,

 
 

.

λεβιτών,

 

προσαγορεύουσιν,

 

κεφαλήν αύτοΰ,

VIII

6;

cf.

Reg.

Pach.

Praef. 4: lebitonariajamictum

lineum\cucullos\meloten\

balteolum lineum.

 

35

Merkwürdigerweise hat hier die lateinische Version den stärker pachomianisch geprägten

Text:

unumquemque

apud

semetipsum

exercere

abstinentiam,

quam posset,

sinebat

(cf.

Permittes

unicuique ut tantum quantum possit

et cibi sumat et potus

et iuxta

vires paribus

quoque operibus

eos subiungts,

et

neque quemquam

teiunare

neque

manducare probibebis

HL XI X (BHL 6532),

während

der

griechische

Text

hier nur

bietet:

 

Soz. Hist.

Eccl.

έκάστω,

36

« ς

ήν,

III 14 (zu Pachomius): συγχωρεΐν μή.

έργάζεσθαι,

κατά κυριακήν μόνον μετ' αύτών μετελάμβανεν, VIII 9.

 

Der griechische

Text

15

Nach der Episode 10—13a, die Apollos eher als Missionar zeigt 37 , fährt die Erzählung mit der Schilderung der Gemeinschaft um Apollos fort (§ 13b) und schließt einige seiner Lehren an (§ 14 und 15).

Mit § 16 setzt wieder eine andere Quelle ein, die noch einmal die Zusage der παρρησία erzählt und (§ 17) eine andere Version der Berufung bringt, allerdings ebenso mit dem Auftrag, von nun an Mönche um sich zu sammeln. Wiederum strömen bei ihm viele Mönche zusammen und bilden eine συνοικία (cf. Soz.Hist.Eccl. III 14) mit der typisch pachomianischen Kennzeichnung κοινόν τόν βίου εχόντων και τράπεζαν μίαν διαιτωμένων.

Die Zahl 500 wird auch hier noch einmal erwähnt. Die Schilderung der Gemeinschaft endet mit ihrer Bezeichnung als „himmlisches Heer", wie es auch in HM II 12b gr. geschieht 38 . Die Paragraphen 21—23 sind deutliche Fremdkörper, es handelt sich um zwei verschiedene Erklärungs- versuche ägyptischer Religion. Die erste stützt sich auf euhemeristische Argumente, die zweite auf die jüdische Vätertradition 39 . Danach folgen Episoden, die Apollos als Wundertäter und Heidenbekehrer zeigen. Sie werden wie im § 16 eingeleitet durch die Bemerkung, daß „mehr als von den Worten des Heiligen von seinen Taten die Rede sein soll" (§ 24), die Episoden spielen offenbar in der siedlungsnahen Wüste (zumindest

§§30-35).

Nach der dritten Episode dieser Art (§§ 36 und 37) erfolgt wieder ein Rückblick auf die erste Zeit in Siedlungsnähe, als er mit fünf Brüdern auf dem Berge saß (§§ 38 — 41). Assoziativ schließen sich weitere Geschichten zum Stichwort „Hunger und wunderbare Ernährung" an (§§ 42 — 47), wieder wird auf die Zahl von 500 Mönchen hingewiesen. Ab § 48 berichtet ein Reisender aus einer Gruppe von drei Brüdern vom Besuch des Vaters Apollos. Die Schilderung stimmt auffallend mit der Szene II 7.8 überein, sogar der unvermittelte Übergang von der Empfangsszene zur Schilderung der Gewohnheiten in der Gemeinschaft

37

Cf. Reitzenstein,

38

HM

und

H L

72 sqq.

(im Kapitel IV

„Der Mönch

als

Apostel").

. . . ΰμνοις τον θεόν δοξαζόντων (II 12); cf. και ήν ίδεΤν αυτούς άγγελικήν τινα αληθώς στρατιάυ κεκοσμημένηυ κόσμω πάντι λευκοφορούντων (VIII 19).

ήν δέ ΐδεΤν τό πλήθος

οίον χορούς τινας δικαίων λαμπροφορούντων και άπαυστοΤς

39

Im Paragraphen 22 werden die gängigen Topoi gegen die ägyptische Religion wiederholt; wegen ihres allgemeinen Charakters ist eine direkte Quelle nicht auszumachen (cf. auch Festugiere Ed. HM, Anmerkung 139 zur Übersetzung der Stelle, S. 53: „II s'agit lä d'un lieu commun tres banal"); die ganz ähnliche Passage in den Akten des Apollonius (Knopf- Krüger, Ausgewählte Märtyrerakten 32.12,15) ist vermutlich unabhängig aus eben diesen gängigen Topoi zusammengestellt worden. Dagegen ist die Erklärung der ägyptischen Götter im Paragraphen 23, daß nämlich die Ägypter, die das Volk Israel beim Auszug nicht verfolgten, weil sie mit anderen Dingen beschäftigt waren, diese Dinge zu Göttern erklärt hätten, weil sie sie vor dem Untergang bewahrt hätten, offenbar einer anderen Tradition verpflichtet. Eine Vorlage habe ich nicht ermitteln können.

16

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

findet sich hier wie dort 40 . Hier erscheint der Erzähler als einzelner Besucher (οϋς εγώ αυτός αύτοψί έθεασάμην § 50b). An die abschließende Bemerkung ή ν δέ ίδεΤν αυτούς άγαλλιωμένους (cf. § 19 und II 12b) wird assoziativ ein Wort des Apollos über die Freude angefügt (§ 53). Es folgt eine Sammlung von Lehren, die an die Besucher (nun wieder

im Plural) gerichtet

sind, sie wird eingeleitet

mit

(§ 54)

δ'άν

τί αύτοΰ χάριν. Mit § 60 wird durch dieselben Worte

και

τις

εΐποι diese Sammlung abgeschlossen — oder aber die folgende Abschiedsszene eingeleitet: και τί άυ τις εΐποι τάς διδαχάς αύτοΰ. Die vielen Doubletten und der Wechsel von Zeit und Ort sowie von

την

εν

λόγοις

Singular und Plural beim Erzähler machen deutlich, daß hier mehrere Erzählungen oder Erzählelemente zu einer Vita Apollos zusammengefügt wurden, wenn sich auch diese Quellen nicht mehr genau trennen, ge- schweige denn identifizieren lassen. Auch der Epilog ist nicht so homogen, wie es auf den ersten Blick scheint. Nach einer eigentlich abschließenden Notiz, man habe auch noch andere Asketen besucht „in ganz Ägypten", habe aber eine Reihe von ihnen wegen der Gefahren im Lande nicht sehen können, obwohl ihre Leistungen noch größer und sicher bestaunenswerter sind (§ 1 — 3a), folgt die Schilderung der Gefahren, denen die Reisenden auf ihrer Route entron- nen sind.

Obwohl diese Schilderung, wie oft bemerkt wurde, sehr lebensnah ist — in die erwähnten Situationen konnten wirklich nur Landesunkundige geraten —, ist die Passage stilistisch sehr bewußt gestaltet: der Verfasser spielt mit dem Hiob-Zitat (Jb. 5,10) ebenso wie mit den acht Gefahren „in itinere" aus dem 2. Corintherbrief (2. Cor. 11,26). Diese acht Gefahren werden mit Reisestationen verbunden, die zumindest im letzten Teil genau benannt werden: die fünfte Station ist die Küstenstraße, die nach Diolkos führt (Ep. 8 gr.). Danach folgt die Überfahrt über den Nil (Ep. 9 gr.), der Aufenthalt auf einer Insel im Mareotis-See (Ep. 10 gr.) und das Krokodil- Abenteuer auf dem Weg zu den nitrischen Klöstern (Ep. 11 gr.), wo diese Reise auch endet (Ep. 13 gr.). Dieser Abschnitt entspricht also nicht der fiktiven Reiseroute des Textes. Eher könnte er den letzten Teil der üblichen Route vom Heiligen Land zu den ägyptischen Einsiedlern darstellen; auch die ersten vier Angaben passen zu einem solchen Weg: die fünf Tage und Nächte in menschenleerer Wüste, bis man ins Gebiet des Nildeltas mit

40

Cf.

zur

Stelle p.

74.

8. εθος γάρ

τοις μεγάλοι;

.

.

σαρκί, ττρίυ

(II 7.8); ττρός τήν άνάτταυσιν ττροετρέψατο.

ερχομένοις άδελφοϊ οϋ ττρότερον της τροφής μετελάμβανον,

άδελφοΐς.

50.

(VIII

49

sq.).

 

Der Inhalt der Historia monachorum

17

seinen Sümpfen kommt und als Landesunkundiger von der Nilschwelle

überrascht wird, entsprechen

den geographischen

Gegebenheiten 41 .

Damit stellt sich der zweite Teil des jetzigen Epilogs eher als der Prolog zu einer Reise zu den Einsiedlern der nitrischen Wüste dar, der dem Kompilator der HM geeignet schien, seinem Epilog den krönenden Ab- schluß zu geben 42 . Diese Beispiele mögen genügen, um den griechischen Text der HM als Ergebnis einer Kompilation darzustellen. Über die Person dieses Kompilators lassen sich keine Vermutungen anstellen, jedoch ist die Angabe, er habe den Bericht über die ägyptischen Mönche auf Bitten der Brüder vom Ölbergkloster geschrieben, durchaus glaubwürdig. Als terminus post quem für die Abfassung dient das Todesjahr des Theodo- sius (395); auf dieses Ereignis wird in I 64 gr. Bezug genommen. Daß diese Datierung nur für die abschließende Kompilation gilt und die benutzten Vorlagen älter sein können, braucht nicht betont zu werden.

A 3

DER INHALT DER HISTORIA

MONACHORUM

Durch

seine

Entstehungsweise

bedingt

enthält

der

Bericht

über

die

Mönche in Ägypten keine einheitliche Schilderung einer bestimmten aske- tischen Richtung 1 , sondern gibt geradezu einen Überblick über die Vielfalt mönchischer Lebensweisen.

41 Cf. ζ. B. Herodot III 5 sq. Anders erklärt Ward, Lives of the Desert Fathers 6, die Stationen des Epilogs, aber auch sie hält die dort genannten Reiseabschnitte offenbar nur für den letzten Teil der Reise und nicht, wie es der Text im jetzigen Zustand suggerieren will, für die Beschreibung der ganzen Route. 42 In der syrischen Handschrift, die Budge für seine Edition benutzte (cf. p. 25 mit Anmerkung 12 und 13), steht der Epilog unmittelbar vor dem Kapitel „Nitria" und nach dem Kapitel „Pityrion". Ob der syrische Autor, der die asketische Sammlung, die diese Handschrift enthält, ein Vorbild für diese Reihenfolge hatte, muß bis jetzt offenbleiben. Zumindest ist es auffällig, daß auch die gr. Handschriften der Familie ν, V 1 und V 2 (cf. Festugiere Ed. HM p. CXXX sq.) den Epilog bereits nach dem Kapitel „Sarapion" bringen und damit den Text schließen (V 1 bietet nur den Schluß des Sarapion-Kapitels, daran anschließend Johannes XXVI gr. und den Epilog, ohne die drei Stücke voneinander abzusetzen). Auch die Handschrift Ο schließt mit dem Ende des Kapitels Sarapion (XVIII

16 — 19) wie V 1 , fügt dann aber nur σώσας την αΐγυπτο ν τϊ) χάριτι τοΟ

statt des Epilogs

eine Doxologie

an:

και

έν

λιμω

κυρίου 'Ιησού Χρίστου φ ή δόξα και τό κράτος

. . .

Es ist zu fragen, ob nicht eine alte Texttradition mit dem Kapitel XVIII gr./lat. eine

Zäsur zwischen zwei „Reiseberichten" bot (die Kapitel XIX und XX, besonders XIX als Märtyrerlegende, fallen aus dem Schema sowieso heraus), wobei der zweite Bericht, nämlich eine Reise zu den nitrischen und sketischen Klöstern von einer Vorform des jetzigen Epilogs eingeleitet wurde.

1 Bereits der Prolog deutet dies an, indem dort von verschiedenen Lebensformen gespro- chen wird. Eine Bevorzugung einer Gruppe wird ausdrücklich vermieden (cf. Prol. 11

gr·)·

18

Die griechische Vorlage der Historia

monachorum

Besonders im ersten Teil (Kap. II —XVIII) finden sich viele Mönchsge- stalten, die in der Apophthegmenliteratur keine Erwähnung finden. Ande-

rerseits fehlen in diesem Teil und auch in dem Abschnitt Nitria/Kellia die

großen

Namen wie Moyses, Didymus 2 , Dorotheus, Arsenius, Isidor 3 und

Antonius, der nur indirekt durch seine Schüler ins Spiel kommt. Die Berühmtheiten der alexandrinisch beeinflußten Mönchslandschaft, die in der Historia monachorum Erwähnung finden, werden seltsam kurz abgehandelt, so Evagrius und die „Langen Brüder" (XX 9 — 11; 14; 15); auch berühren die Berichte von ihnen so wenig Typisches, daß sie von einem schlecht unterrichteten Verfasser zu stammen scheinen 4 .

Eine Ausnahme bilden Paulus Simplex und die beiden Macarii und der Gründer Nitrias, Amun (XXI —XXIII gr.), während Pachomius nicht einmal namentlich genannt wird, obwohl von einer Gemeinschaft von ,Tabennensioten' berichtet wird (III). Zwei andere Kapitel tragen starke pachomianische Züge, ohne daß ihre Helden ausdrücklich so bezeichnet werden: Apollo und Or (VIII und II gr.). Ihre Viten, die nach demselben Schema gearbeitet sind, orientieren sich so stark an der Vita Pachomii, daß eine zufallige Übereinstimmung unmöglich ist: nach einer Zeit der Bewährung durch strenge Askeseübungen in der fernen Wüste werden sie durch einen Engel zur Gründung einer Mönchsgemeinschaft in Siedlungs- nähe berufen. Die Kennzeichen dieser Gemeinschaft sind der „gemeinsame Tisch", eine einheitliche Kleidung (die Elemente dieser Kleidung stimmen mit der pachomianischen überein), Schweigen während des Essens, frei gewählte Askesepraktiken der Brüder mit Ausnahme der strengen Gemein- samkeit am Sonntag. Das Essen wird erst nach Empfang der Eucharistie eingenommen; ausdrücklich wird in der Gemeinschaft und besonders von ihrem Pater sowohl der Weg des πρακτικός wie des θεωρητικός gepflegt, wobei die Tat dem Wort voransteht 5 . Auch der Bericht über Patermutius trägt einige der genannten Charakteristika, wie ζ. B. die Einkleidung des neuen Schülers mit den typisch pachomianischen Mönchsgewändern 6 , der

  • 2 Der Didymus des Kapitels X X Didymus dem Blinden.

12 gr. (XXI V lat.) ist offenbar nur ein Namensvetter von

  • 3 Auch der Isidor des Kapitels XVII gr. und lat. kann nicht mit einer der bekannten Gestalten dieses Namens gleichgesetzt werden (cf. Butler, Lausiac History II 185).

  • 4 Zwar wird Evagrius als άνήρ σοφός και λόγιος bezeichnet, der ein Meister der διάκρισις ist; das nachfolgende Apophthegma (XX 16 gr.) ist jedoch für diese Charakterisierung nicht übermäßig passend. Die „Drei Brüder" werden nur in einer entstellten Anekdote erwähnt (X X 14 gr.), Ammonios der Große selbst wird nur als besonderer Vertreter großer Gastfreundschaft dargestellt (XX 9 — 11). In der lateinischen Version kommen die charakteristischen Züge der beiden dagegen zur Geltung (cf. p. 64 sq.).

5

Cf. VIII

8b und 16: πρώτον

λόγω μεν ουν μεγάλα ταϋτα έν τοις λόγοις διδάγματα, . . . έν δέ τοις εργοις μείζονα έπετέλει.

δεικνϋς εργω

όπερ

ποιεΐν αυτούς ένουθέτει.

— Εϊχεν

  • 6 Cf. Χ 9: ό δέ ευθύς ενδύσας αυτόν λεβιτώνα και κουκούλιον τή κεφαλή ττεριθείς.

Der Inhalt der Historie

monachorum

19

Aufenthalt in der Wüste, bevor er Schüler aufnimmt, und eine enge und dauernde Kommunität dieser Schüler, in der die wundersame Frucht, die Patermutius von seiner Paradieswanderung mitbrachte, lange aufbewahrt und gezeigt werden konnte. Zugleich übt Patermutius den Dienst der επίσκεψις über Brüder aus, die nicht zu seiner Gemeinschaft gehören. Der Besuch zur geistlichen Ermahnung und Erbauung anderer Mönche oder Asketengemeinschaften gehört auch zu der Lebensweise von Helles (XII gr.) und Johannes (XIII gr.); dieser übt die επίσκεψις aus der Ferne aus, indem er Visionen über die Väter und Brüder benachbarter Gemeinschaften empfängt und dann Briefe zu ihrer Ermahnung und Erbauung sendet. Johannes verkörpert außerdem den Typus des Asketen, der einige Zeit allerstrengster Kasteiung übt, um dann zur heimatlosen Wüstenwanderschaft berufen zu werden.

Der häufigste Typus in der HM ist allerdings der des Vaters einer losen Gemeinschaft von Schülern und Anhängern; teilweise sind die Gemeinschaf- ten auch streng organisiert, wie bei Isidor und Sarapion. Während die μονή des Isidor sich strengster Klausur und offenbar rein beschaulicher Lebensweise verschrieben hat, übt die Kommunität des Sarapion die praktische, indem sie Arme und Gefangene versorgt. Auch Eremiten mit jeweils eigener Observanz werden in der HM erwähnt, wie Theon, der dreißigjähriges Schweigen übte, oder Bes, dessen Askese in äußerster Demutsübung bestand, so daß er kaum zu einem ρήμα zu bewegen war. Incluse wie Theon ist auch Johannes von Lyko, der jedoch nicht das Schweigen, sondern den Dienst an den Mitmenschen durch Heilungen und Rat in den Mittelpunkt stellt. Durch eine besondere Begabung zur Prophetie steigt er bis zum kaiserlichen Ratgeber auf, ohne seine Klausur zu verlassen. Eremiten sind auch die Bewohner von Nitria und Kellia, jedoch sind sie trotz

weit auseinanderliegender Wohnstätten miteinander „durch brüderliche Liebe verbunden", d. h. gegenseitige Besuche bei Krankheit und die gemeinsame Feier von Gottesdiensten am Sonnabend und Sonntag macht die Bewohner der Kellia zur Gemeinschaft; die nitrischen Asketen scheinen mehr Berührung untereinander zu haben, sie wetteifern miteinander in praktischer und beschau- licher Askese und tun sich in Gastfreundschaft und bereitwilliger Aufnahme von Neuankömmlingen hervor. Eine Mönchs- und Nonnensiedlung von eher städtischem Charakter findet sich in Oxyrinchus; Armenpflege und Übung der Gastfreundschaft sind ihre besonderen Tugenden. Einige Patres sind zugleich Priester, wie Piammon, Eulogius, Dioscorus, ein anderer, Apollonius der Märtyrer, Diakon (XIX). In anderen Kapiteln schimmert ein eher distanziertes Verhältnis zum Priestertum durch: der Priester im Kapitel „Helles" erweist sich als Feigling (XII 9 gr.); Johannes zählt den Wunsch nach einem Priesteramt zu den vitia, die hinderlich sind für eine wahre Absage an die Welt (I 3,16 sqq. lat.). Auch die Frage, ob das tätige oder das beschauliche Leben vorzuziehen sei, wird nicht übereinstimmend in allen Kapiteln beantwortet.

20

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

Am ehesten neigt Johannes von Lyko zu einer klaren Entscheidung für

die Lebensweise des θεωρητικός oder γνωστικός, so besonders I 62/63 gr.; von Gottesschau und Erkenntnis Gottes wird auch in I 26 gesprochen.

Die Tendenz, dem Leben des γνωστικός den Vorrang zu geben, er- scheint auch im Kapitel über Paphnutius (XIV gr.): an drei Beispielen wird gezeigt, daß gute Werke, auch asketische, nur die Vorstufe zur Vollendung sind; die Krönung aller Tugenden ist ή ττάνσοφος περί θεοΰ γνώσις (XI V 14).

Auch im Bericht des Anuf über seine κατορθώματα (XI 4—7 gr.) wird das Ideal des γνωστικός sichtbar. Von Apollo wird sehr stark das Sowohl-Als-auch der beiden Pole betont (VIII 8 und 16 gr.); besonders deutlich wird die Gleichwertigkeit der beiden asketischen Wege im Nitria-Kapitel hervorgehoben (X X 5/6 gr.,

oi

μεν

. . .

περί την θεωρίαν, oi δε περί τήν ττρακτικήν ήσχολοϋντο).

Für Johannes dagegen ist die praktische Askese nur eine Vorstufe für

die Vollendung (XIII 11 gr. πρός τήν τελειοτέραν κατάστασιν). Die übrigen Kapitel der HM gr. berühren die Alternative πρακτικός/θεωρητι- κός überhaupt nicht, hier stehen vielmehr die Gnadengaben des Wundertä- ters im Vordergrund. Selbst Evagrius, der wichtige Vertreter des spirituel-

len Mönchtums, wird zwar als σοφός

και λόγιος (X X 15 gr.) bezeichnet,

gerühmt wird jedoch im Text nur seine Gabe der διάκρισις.

An der Verschiedenartigkeit der Inhalte und Tendenzen wird noch

einmal deutlich, daß der Text der HM nicht aus einem Guß ist und unterschiedliches Quellenmaterial in sich vereinigt.

A

4

VERMUTUNGE N

ZU DE N QUELLE N DE R HISTORIA

MONACHORUM

Wie bereits betont, ist eine Quellenscheidung nicht bis in alle Einzelhei- ten hinein möglich, zumal die Quellen selbst zumindest zu diesem Zeit- punkt als verloren gelten müssen. Jedoch lassen sich einige Spuren er- kennen. Die wichtigste ist die vielbesprochene 1 Viten-Sammlung des Timotheus,

die Sozomenos erwähnt (Hist.

Eccl. VI

.

.

.

ιστορεί

Τιμόθεος

ό

τήν

Άλεξανδρέων

μάλα

αΰτοΟ

και

τους βίους διεξελθών.

πολλών

ών

επεμνήσθην και

29): Άλλ' οία έκκλησίαν άλλών

μεν άγωγή έπιτροπεύσας, εύ μοναχών

έχρήτο

δοκίμων

Daß die Reihenfolge der Wüstenväter, die Sozomenos im Vorausgehen- den aufzählt, ziemlich genau der Reihenfolge in der HM entspricht, ist

1 Cf. Schoo, Quellen 49-52 ; Butler, Lausiac History I 268-282 ; Preuschen, Palladius und Rufinus 180—191 und 230; Chitty, Desert 51 mit Anmerkung 42 (S. 62). Schoo ist allerdings der Meinung, Sozomenos habe ein entsprechendes Werk eines Timotheus zwar gekannt, aber nicht benutzt (loc. cit.). Sein Argument gegen eine Benutzung ist, daß Sozomenos seine tatsächlichen Quellen niemals nenne (op. cit. 13 sq.).

Vermutungen zu den Quellen der Historia

monachorum

21

längst aufgefallen 2 . Er nennt Johannes von Lyko, Or, Amon, Bes, Theon, Copres, Hellen, Elia, Apelles, Isidor, Serapion, Dioscorus, Eulogius und, diese Reihe abschließend, Apollos. Von Johannes bis Apelles entspricht dies dem Gerüst der HM in der Reihenfolge ρ gr., lat., syr. 2 : es fehlen das in jeder Weise (geographisch wie formal) herausfallende Kapitel über die Stadt Oxyrinchus und die Partien, die auch in der HM nicht Stationen der Reise, sondern Erzählungen der Wüstenväter sind: Patermutius, Anuf (XI gr.) 3 , Johannes der Wüstenwanderer (XIII 3 — 12 gr.). Es fehlt auch das Kapitel Pityrion, das in der lateinischen Tradition nicht selbständig, son- dern als Anhang zu dem Kapitel Elias überliefert ist, es fehlen im zweiten Teil die auch in der HM als selbständige Erzählungen auftauchenden Kapitel über Paphnutius und die Märtyrerlegende Apollonius. Es erschei- nen jedoch alle Kapitel, die in der HM mit εΐδομεν beginnen: Isidor, Sarapion, Dioscorus und Eulogius, wobei letzterer wohl aus inhaltlichen Gründen neben Dioscorus gerückt ist 4 . Apollos (auch dies Kapitel ohne den offensichtlichen Anhang Amun 5 ) scheint für Sozomenos das Stichwort gewesen zu sein, eine seiner Quellen zu erwähnen. Daß hier die Person des Timotheus, den Sozomenos έττιτρο-

  • 2 Daß Sozomenos jedoch gerade die Abschnitte der H M nicht erwähnt, die als Zusätze kenntlich sind, da sie als Erzählungen aus zweiter Hand gekennzeichnet sind, ist offenbar bisher nicht aufgefallen. Wenn sich Sozomenos hauptsächlich am griechischen und lateini- schen Text der umfangreichen

H M orientiert hätte, ist nicht verständlich, warum er diese teilweise sehr Abschnitte (ζ. B. die über Patermutius und Johanne s den Wüsten wanderer,

die beide ihre übergeordnete Rahmenerzählung an Stoff und Umfang übertreffen (cf. Capp. IX und X V lat.)) unbeachtet ließ. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß die Sammlung des Timotheus diese Zusätze noch nicht enthielt und vielleicht auch nach der Grupp e Isidor, Sarapion, Dioscorus, Eulogius endete. Sozomeno s hielt sich im Kapitel VI 28 an das Werk des Timotheus und füllte es mit Details aus den beiden Versionen der H M auf. Nachdem er zu Anfang des Kapitels VI 29 darauf hingewiesen hat, daß Timotheus viele der vorher erwähnten Mönche ebenfalls behandelt hat, benutzt er dann offensichtlich die H L als Vorlage, wie die Reihenfolge der nun behandelten Väter erkennen läßt.

  • 3 Anuf, der eigentliche Held des Kapitels X lat./XI gr., das meist nach dem zuerst im Text genannten Surus/Syrus benannt wird, taucht zwar bei Sozomenos an anderer Stelle (III 14) im Zusammenhang mit pachomianischen Mönchen auf und stammt, wie die Erwäh- nung des Apollonios (VII lat./VIII gr.) an eben dieser Stelle, wohl aus einer anderen Quelle. Di e in diesem Abschnitt ebenfalls erwähnten Mönche Paphnutius und Pityrion sind nicht identisch mit ihren Namensvettern in der H M (zumindest gibt es keinen inhaltlichen Anhaltspunkt dafür).

  • 4 Beide Kapitel betreffen die rechte Einstellung zur Eucharistie. E s ist aber auch möglich, daß in dem Werk des Timotheus die Reihenfolge Dioscorus, Eulogius stand, wenn nicht Dioscorus von Sozomenos aus der H M entnommen ist.

  • 5 Da s Kapitel I X gr./VIII lat. beginnt weder mit εΐδομεν noch mit έθεασάμεθα, sondern entstammt wohl den eigenen Erfahrungen des griechischen Kompilators: Πορευομένων

. . .

όρώμεν σϋρμα μεγάλου δράκοντος. Auch die lateinische Version beginnt

δέ ήμών das Kapitel nicht mit dem stereotypen Vidimus (cf. den Text zur Stelle, S. 307).

22

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

πεύσας nennt,

rätselhaft bleibt, ist nicht von

Bedeutung 6 . Auf jeden Fall

ist die Angabe des Sozomenos unverdächtig, er hatte keinen Grund, eine solche Quelle zu erfinden. Die Vermutung liegt nahe, daß diese Quelle, die Sozomenos kannte und möglicherweise auch noch in der Hand hatte, auch eine der Grundlagen für die Historia monachorum gewesen ist. Vielleicht war schon sie in der Form eines Reiseberichtes geschrieben und vererbte der HM den Kapitelanfang εΐδομεν und einen Prolog (?). Ebenfalls aus Sozomenos läßt sich eine weitere Quelle vermuten: in Hist.Eccl. III 14 erwähnt er ebenfalls Apollos (allerdings hier unter der Namensvariante Apollonios); daß es sich um denselben Vater handelt, bestätigt die Übereinstimmung der Inhalte 7 . Dieser Apollonius wird von Sozomenos anschließend an Pachomius und die Tabennensioten genannt, was mit dem oben erwähnten „pachomianischen" Charakter des Apollo- Kapitels in der HM harmoniert 8 . Dieses Kapitel in der HM ist, wie erwähnt, aus mindestens zwei Hauptquellen zusammengeschrieben, die offenbar von Sozomenos getrennt benutzt wurden.

Eine weitere Vorlage war vermutlich ein Reisebericht, der sich auf die

Mönche von Nitria und Kellia beschränkte und zu dem vielleicht der jetzige zweite Teil des Epilogs gehörte 9 . (Die Stellung des Epilogs vor

dem Nitria-Kapitel

in einer der syrischen Traditionen 10 ist wohl sekundär,

beruht aber eventuell auf Kenntnis oder Vermutung ursprünglicher Zusam- menhänge).

Die Reise zur Mönchssiedlung im Nildelta ist, wie erwähnt 11 , recht unergiebig und reizte daher zur Auffüllung mit anderem Material: um die beiden Macarii hatte sich gewiß bald ein Kreis von Erzählungen gerankt, der auch Stoff für die Historia Lausiaca, Sozomenos' Historia Ecclesiastica

  • 6 Versuche, Timotheus zu identifizieren, sind bisher gescheitert. Natürlich hat man an den Bischof Timotheus von Alexandria gedacht; dessen Todesdatum (385) muß nicht gegen eine Verfasserschaft der von Sozomenos erwähnten Schrift sprechen, denn der terminus post quem für die HM (der Tod des Theodosius 395, erwähnt im Kap. I) muß nicht für den Timotheus-Text gelten, der die betreffende Rahmenerzählung gar nicht enthält (cf. dazu auch Schoo, quellen 50). Wie Chitty, Desert 62, Anm. 42 bemerkt, nennt jedoch Sozomenos Timotheus έτητροττεύσας, was seiner Meinung nach der Bezeichnung für einen Archidiakon sein könnte. Warum aber Sozomenos überhaupt diese ungewöhnliche Bezeichnung wählt, bleibt unklar. Weitere Vorschläge zur Identifikation bei Butler, Lausiac History I 276 sq. und Preuschen, Palladius und Rufinus 190 sq.

  • 7 Cf. die Analyse des Kapitels VIII

8

9

10

11

Cf. p.

Cf.

p.

13.

16 sq.

Cf. Abschnitt A

Cf. p.

17.

2, Anm.

42.

(VII lat.), p.

14-16 .

Die Übersetzungen

23

und auch für Rufins Bearbeitung der Historia monachorum liefern sollte 12 . Auch von Paulus Simplex existierten gewiß mündliche oder schriftliche Sammlungen von Anekdoten 13 , wie auch vom Gründer der nitrischen Siedlung Amun 14 . Weitere Erzählungen, wie sie auch in die späteren Apophthegmensamm- lungen eingegangen sind, und sicherlich Allgemeingut asketischer Kreise waren, dienten ebenso zur Ergänzung der „Timotheus-Quelle" (so die Kapitelabschnitte Patermutius, Surus, Johannes, Paphnutius und Apollo- nius Martyr). Daß ein Teil des Textes dennoch eigene Zutat des Kompilators und Ergeb- nis einer eigenen Reise ist, ist wahrscheinlich, so besonders die mehr „touri- stischen" Passagen wie der Besuch der Pyramiden und der Gedächtnisstätte des Märtyrers Apollonius (XVIII 3; XIX 12 gr.); das zusätzliche Kapitel über einen Besuch in Oxyrinchus und die Begegnung mit dem Bruder, der unbedingt das Ungeheuer erlegen will (IX gr.) zählen vielleicht auch zu diesen eigenen Erlebnissen, wie auch einige Szenen aus den Kapiteln I und

  • VIII gr 15 .

A

5

DIE

ÜBERSETZUNGE N

Die Historia monachorum ist in viele Sprachen

übersetzt worden 1 ; Fragmente

einer koptischen und einer georgischen Version sind bekanntgeworden. Beide gehen, soweit sich das an den verhältnismäßig kurzen Abschnitten feststellen

läßt, auf die uns bekannte griechische

Textgestalt zurück 2 . Die slavische Über-

  • 12 Es ist auffallig, wie sich die Anfange der Kapitel über die beiden Macarii in der HL XVII gr. (lat. VI, BHL 6532), davon vermutlich abhängig Soz. Hist. Eccl. III 14, und Rufins Anfang des Kapitels XXVIII der HM, gleichen; allen liegt folgendes Schema zugrunde: „es gab zwei berühmte Mönche mit Namen Makarios, davon war der eine Ägypter, der andere Alexandriner. Zuerst soll von dem Ägypter berichtet werden . . Text der HM kennt diese Einleitung nicht, die beiden Macarii sind außerdem durch das

.". Der griechische

Kapitel über Amun getrennt. Hier scheint Rufin der griechischen Vorlage eine Sammlung vorgezogen zu haben, deren Einleitung oben skizziert wurde.

  • 13 Cf. HL XXII gr. und die Apophthegmen über Paulus Simplex (AP alph.).

  • 14 Auch über Amun liefen Erzählungen in verschiedenen Versionen um, wie Vit. Ant. 60; HL VIII gr.; Soz. Hist. Eccl. I 14; Socr. Hist. Eccl. IV 23 und die beiden Versionen gr. und lat. der HM beweisen (cf. dazu Reitzenstein, HM und HL 24—34).

  • 15 So z.B. I 13-16.18-21.64.65; VIII 1.50b.61.62 (I 1,26-2,9.2,11-16. 7,11-14; VII 1,1.2. 14,2. 16,1-5 lat.).

    • 1 Cf.

die Angaben in: Clavis Patrum Graecorum Nr. 5620, Vol. III 95 — 97.

  • 2 Cf. P. Devos, Fragments coptes de l'Historia Monachorum (An. Boll. 87, 1969, 417 — 440). Devos weist nach, daß die erhaltenen koptischen Textpartien abhängig sind vom griechi- schen Typ der Handschrift P 2 (Festugiere) (op. cit. 424). Zur georgischen Übersetzung cf. B. Outtier, Un fragment georgien de l'Historia Monachorum in Aegypto (Bedi Karthlisa 36, 1978, 49 — 52). Outtier stellt eine Verwandtschaft des georgischen Textes

24

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

setzung ist fast vollständig im sog. „Egipetskiy Paterik" erhalten, auch sie beruht offenbar auf dem griechischen Text 3 . Dagegen ist die armenische Historia monachorum allen Anzeichen nach aus dem Syrischen übersetzt worden 4 . Diese syrische Übersetzung — oder vielmehr Übersetzungen — nehmen in der Überlieferungsgeschichte der HM einen wichtigen Platz ein, da sie offenbar sehr früh erfolgten; die syrischen Handschriften stammen teilweise aus dem 6. Jahrhundert und sind damit die ältesten Zeugen für den Text überhaupt. Da die bisher einzige Edition völlig ungenügend ist, kann man sich über die syrische Überlieferung zur Zeit kein exaktes Bild machen 5 . Nach den Ergebnissen der Untersuchungen E. Preuschens gibt es minde- stens vier verschiedene Übersetzungen 6 . Die erste Version bringt die HM unter dem Titel: „Ferner Geschichten von den Mönchen, die in Ägypten sind" und zwar in Überlieferungsge- meinschaft mit einer Apophthegmensammlung. Die Kapitelreihenfolge der HM entspricht dem griechischen Typus A (cf. p. 7) 7 . Die zweite Übersetzung gibt als Titel an: „Geschichte der Einsiedler in Ägypten". Der HM voraus gehen Ep. Joh., Vita Jacob. Nisib., Theodoret,

mit den Familien χ und y (Festugiere) fest, jedoch gibt es auch Übereinstimmungen mit den sog. Aberrantes (op. cit. 50).

  • 3 Zum slavischen Text der HM cf. M. Heppel, Slavonic Translations of Early Byzantine Ascetical Literature (Journal of Ecclesiastical History 5, 1954, 86 — 100). Dort (S. 94 sq.) referiert Heppel das Ergebnis einer Untersuchung I. P. Eremins (K Istorii Drevne-russkoy Perevodnoy Povesti, Trudy Otdela Drevne-russkoy Literatury III, 1936, 37—57) des Manuskriptes 458 (635) des Solovetsk-Klosters. Die darin enthaltene Übersetzung der HM ist demnach abhängig vom griechischen Text.

  • 4 Cf. Preuschen, Palladius und Rufinus 160 sq.

  • 5 Die Edition und Übersetzung von E. A. W. Budge, The Book of Paradise, 2 Vol., London 1904 und seine angeblich mit weiteren Handschriften revidierte Übersetzung The Paradise of the Holy Fathers, 2 Vol., London 1907, hatten eine Vorgängerin in P. Bedjans Abdruck des Textes in den Acta Martyrum et Sanctorum VII, Paris 1897. Beide Texte beruhen jedoch auf Handschriften, die die HM im Rahmen der asketischen Sammlung des Anan- Iesus (7. Jh.) enthalten. Bedjan stützte sich auf die Handschriften Vat. syr. 126 und London Β. M. Add 17174, Budge vermutlich für die Edition 1904 ausschließlich auf die Abschrift einer Handschrift, die er in Mossul gefunden hatte, für die Übersetzung 1907 nach seinen vagen Angaben in der Vorrede auch auf andere. Von einer kritischen Edition kann also nicht die Rede sein, da vor allem die übrigen drei abweichenden syrischen Versionen nicht berücksichtigt sind und nicht geklärt ist, ob und wie Anan-Iesus einen vorgefundenen syrischen Text bearbeitete (zu Anan-Iesus cf. The Book of the Governors, ed. Ε. A. W. Budge, London 1893, II 9). Zu den syrischen Übersetzungen cf. Preuschen, Palladius und Rufinus 152-159; 219 sq.; Butler, Lausiac History I 77-96 ; 266 sq.; Bousset, Apophthegmata 26 — 34.

  • 6 Cf. Preuschen und Butler, wie in Anmerkung 5 angegeben.

  • 7 London, Β. M. syr. Add 17176; Add 12173; nach Add 12173 gehörte auch die HL zu diesem Corpus.

Die

Übersetzungen

25

also keine der griechischen Tradition vergleichbaren Texte. Die Kapitelrei- henfolge entspricht derjenigen des Typus Β gr. und damit auch der lateinischen Version 8 . Diese beiden syrischen Übersetzungen scheinen keine Angaben zum Autor zu machen.

Aus der von E. Preuschen erschlossenen dritten Übersetzung kann man den Titel „Siege der Väter" 9 und „Ferner Geschichten von den Einsiedlern in Ägypten in der Thebais" entnehmen, auch hier wird offenbar kein Autor für die HM genannt. Die Kapitelreihenfolge geht aus den Angaben

des Katalogs nicht hervor 10 .

Die vierte Übersetzung glaubt E. Preuschen in Exzerpten unter dem

Titel „Geschichten der Einsiedler" zu finden. Welcher Übersetzung der Text des Cod. Sinait. syr. 16, saec. VII zuzuordnen ist, ist ohne Prüfung der Handschrift nicht zu entscheiden. Hier lautet der Titel: „Geschichte von den Taten der Väter aus dem Griechischen ins Syrische übersetzt"

bzw.

„Geschichte der Einsiedler in Ägypten" 11 .

In späteren Handschriften scheint die syrische HM im Anschluß an die Historia Lausiaca überliefert worden zu sein, die Autorenzuweisung an Hieronymus hat sich offenbar durchgesetzt, geblieben ist der Titel in der Form: „Die Geschichten der Einsiedlerbrüder der ägyptischen Wüste". Die Kapitelreihenfolge der beiden Handschriften, die diese spätere

Sammlung vertreten — Vat. syr. 6, anno 1233, und diejenige aus Mossul,

auf der zumindest hauptsächlich die Edition von

Budge beruht 12 , ist wohl

sekundär: Prol. Johannes von Lyko, Or, Ammon, Bes, Oxyrinchus, Theon,

Elias, Apollo, Ammon, Helles, Apelles, Paphnutius, Eulogius, Isidor, Dioscorus, Copres, Surus, Evagrius, Pityrion, Epilog, Nitria und Kellia, Ammon der Erste, Ammon von Nitria, Didymus, Chronius, die drei Brüder, Piammon, Johannes, Sarapion, Apollonius martyr. Trotzdem kann man aus der Stellung des Kapitels „Elias" zwischen Theon und Apollo erschließen, daß die zugrundeliegende Reihenfolge dem

Typus Α entsprach. Auf der zweiten dieser Handschriften beruht die Edition von Α. E.

Wallis Budge 13 , die somit nur einen Überlieferungsstrang — und dazu in einer späten Form — repräsentiert.

  • 8 London, Β. M. syr. Add 14609; Add 14646; die Autorenangabe „Palladius" (nach Wright III 1088 und 1086) müßte an den Handschriften überprüft werden. Die HM scheint eher anonym überliefert zu sein.

  • 9 London, Β. M. syr. Add 14650 (Wright

III

1103).

  • 10 Die HM wird zusammen mit Exzerpten aus der HL überliefert, der Text der HM scheint

vollständig zu sein.

 

Cf.

  • 11 Preuschen,

Palladius und

Rufinus

157-159 .

  • 12 Cf. weiter oben Anmerkung 5.

  • 13 Cf. weiter oben Anmerkung 5.

26

Die griechische Vorlage der Historia monachorum

Daher kann, wie bereits gesagt, über das Verhältnis der griechischen zu den syrischen Textformen nichts Endgültiges gesagt werden. Trotzdem gibt es einige Anzeichen dafür, daß die syrische Übersetzung nicht den griechischen Text zur Vorlage hatte, der von den Familien χ und y (Festugiere) repräsentiert wird, sondern einen, der auf noch zu klärende Weise der Ausgangstext für die Familie p, die Handschrift P 5 und die Gruppe C 2 /Oxford Cromwell 18 gewesen ist und außerdem auch die Grundlage für die lateinische Übersetzung darstellte.

Für diese Hypothese sprechen einige Abweichungen des syrischen Tex- tes, wie er durch die Edition Budge's bekannt ist, von der griechischen Version x/y, die er mit dem lateinischen Text 14 und von Fall zu Fall mit den genannten griechischen Versionen teilt. 1. Die oben als zumindest unlogisch kritisierte Rede des Engels an Johannes Ινα μή πλησθεϊς έξεμέσης (XIII 7 gr.) fehlt sowohl im lateinischen wie im syrischen Text.

  • 2. Dagegen hat zumindest ein Teil der lateinischen Überlieferung in IX

4,5 (X 14 gr.) einen Zusatz, der sich auch in der syrischen Version findet:

At Uli cum intellexissent ad eius fidem solem stetisse, timore magno exterriti sunt (syr. und lat.; ad — stetisse nur 5 und ε) 15 steht das griechische τούς δέ ευθύς ύττεισήλθευ φόβος gegenüber (ευθύς νοήσασιν ρ).

  • 3. Im Epilog haben syr., lat. und die griechische Familie ρ gemeinsam die

zusätzliche Phrase τοΰ Θεοΰ πάντοτε ή μας διασώσαντος Ερ. 5 lat./3 gr.).

  • 4. Der letzte Satz des Paragraphen XX

12 άλλά γάρ και πολλοί

ετεροι

των δοκούντων υπ' αυτών άνηρέθησαν των Θηρίων μόνον άψάμενοι κτλ. fehlt sowohl in lat., syr. und der griechischen Hs P 5 .

5. Das griechische Iv τοις άτοπήμασιν (XIX 3 gr.) wird lateinisch und syrisch wiedergegeben mit omni populo amabilis, was der griechischen Fami- lie ρ entspricht: άγαπώ μένος υπό τοΰ πλήθους.

  • 6. In XII 7 gr. steht folgende Rede des Priesters an Helles: κάλλιστον

εχεις ΐμάτιον της ψυχής, αδελφέ. Diese wird von lat., syr. und gr. ρ

ausgelassen.

Nicht so schwerwiegend sind zwei weitere Übereinstimmungen, da es sich um Zahlenangaben handelt, die oft in der Überlieferung schwanken:

  • 7. VIII 24 gr. heißt es και κώμαι δέ και μάλλον αί πλησίον αύτοϋ τήν

δαιμονικήν είδολολατρείαν έσέβοντο. Im lateinischen und syrischen Text ist von %ehn Dörfern die Rede, die vermutliche richtige Schreibung δέκα für δέ και haben auch die griechischen Vertreter V p M P'C 1 .

  • 8. Statt der ziemlich unwahrscheinlichen Anzahl von hundert Schiffen,

mit denen ein Kaufmann seine Waren transportiert, geben syr. und lat. mit C 2 p gr. nur drei an (XIV 19 gr./XVI 3,2 lat.). Auf die Übereinstimmung

  • 14 sq.

p.

Cf.

48

  • 15 Cf.

p.

76.

Die Bedeutung des griechischen Textes für die Edition der lat. Version

27

von lat., ρ gr. und einem Teil der syrischen Überlieferung bezüglich der Kapitelreihenfolge wurde weiter oben schon hingewiesen 16 . Falls eine Edition des syrischen Textes es ergeben sollte, daß die syrische Übersetzung die lateinische Version in weiterem Ausmaß gegen

den x/y Text

gr. stützt, wäre es notwendig, eine neue griechische Edition 17

zu schaffen, die die hypothetische Vorlage für syr. und lat. eventuell als

die Version erweisen könnte, die dem Original nähersteht als der x/y Text. Die lateinische Übersetzung muß, wenn man davon ausgeht, daß Rufin sie besorgt hat, zeitlich sehr bald nach der Entstehungszeit des griechischen Textes angesetzt werden, d. h. spätestens im Jahre 410, dem Todesjahr Rufins. Damit ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß die lateinische Überset- zung auf einem griechischen Text beruht, der dem Original sehr nahestand.

A

6

DIE BEDEUTUNG

DES

GRIECHISCHEN

TEXTES

DER LATEINISCHEN

VERSION

FÜR DIE

EDITION

Wie im vorigen Abschnitt dargelegt, kann man bei dem jetzigen Stand der Forschung von dem griechischen Text nicht sprechen. Die Editionen Preuschens und Festugieres 1 orientieren sich an den Familien χ und y 2 , die offenbar nur einen Zweig der griechischen Tradition repräsentieren. Vielleicht sind sie eher als „Vulgataformen" anzusehen und mehr Bearbeitungen unterworfen als teilweise die von Festugiere so genannten „Aberrantes". Allerdings scheint sich der Text der Familien χ und y mehr durchgesetzt zu haben, was aber nicht unbedingt für seine Ursprünglichkeit spricht. Auch Festugiere räumt ein, daß diese beiden Familien von bewußten und willkürlichen Änderungen nicht frei sind 3 . Die von ihm als „Aberrantes" bezeichneten Familien und Handschriften ρ ν P 5 C 2 (dazu gehören auch die Hss. Oxford, Bodl. Libr. Cromwell 18; Patmos 176 und Katharinenkloster gr. 432), haben jeweils ihre eigenen Varianten, stimmen aber auch häufig gemeinsam gegen die Vulgataform x/y überein 4 .

  • 16 Cf. p. 24 sq. unten zur zweiten syrischen Übersetzung, mit Anmerkung 8.

  • 17