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Formschema Danse sacrale

Binnenform Ziffer Inhalt


A a1 142 Kleinste Motive, engräumig, asymetrischer
Rhythmus, fast ständig wechselnde Zählzeiten,
a2 144
harte Dissonanzen, sempre ff
a1' 146
B b1 149 Klangteppich der Steicher, auf dem von den
Posaunen ein elementaisches Sechstonmotiv
b2 151
hingeworfen wird; chromatisch, im Sekundraum
b1' 162 fallend; pp beginnend
A' 167 Wie A, doch einen Halbton tiefer
C c1 174 Glissando-Figuren in den Posaunen;
Vorschlagsketten, auch synkopisch in den
c2 1.Takt nach
Bläsern; dies alles zusammen ergibt einen sehr
175
komplexen Abschnitt der Partitur.
c1' 177
A'' 180 A nur noch als Rudiment; ein Zitat dieses Teils
genügt, um beim Hörer die Vorstellung des
Ganzen zu wecken; Steigerung durch Raffung.
C' 181 C erscheint hier verkürzt und klanglich noch
mehr geschärft; Glissandi und Vorschläge in noch
kürzeren Abständen, womit eine weitere
Steigerung erzielt wird.
A''' 186 Letzte Steigerung durch weitere Aufsplitterung,
weitere Verschärfung der Dissonanzen
Stretta 192 Ab 192 beginnt die eigentliche Stretta
(Engführung).
„Reihung, Kombination, Koordination mehrerer,
gleichzeitiger Rhythmen, Überlagerung
verschiedener melodischer Richtungen und
harmonischer Felder – in dieser eruptiven
Steigerung vollzieht sich das Frühlingsopfer.“
(Scherliess S. 85)

Der Jahrhundertskandal bei der Uraufführung 1913 in Paris markiert den Beginn der Moderne. Schüler
können beim ersten Hören des Ausschnitts den Paradigmenbruch gut nachvollziehen. Die Umwertung
bezieht sich auf fast alle Parameter der Musik:

• Instrumentation: Die Streicher (als bisherige 'Gefühlsinstrumente') übernehmen eine


schlagzeugähnliche/perkussive Funktion; die Bläser und die Schlaginstrumente werden
'aufgewertet'.
• Asymmetrie in Rhythmik und Periodik
• Reduktion der Melodik auf 3 bis 5-tönige Floskeln
• Reduktion der Harmonik auf ostinate Flächen
• Repetition statt Entwicklung
• Dissonante, fast geräuschhafte Klänge
• "Rohheit" des Ausdrucks