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Die Kapuzienerkresse stammt aus Südamerika, wo fast 80 verschiedene Arten dieser Pflanze

wachsen. In ihren Heimatländern werden die frischen Blätter zur Wundbehandlung genommen.

Bei uns zieht man die rot oder gelb blühende Kletterpflanze als Zierpflanze, sie wird aber auch als
Küchenkraut verwendet.

Die Blüten und die jungen Samen eignen sich als Gewürz in Salaten, am besten in Verbindung mit
Meerrettich. Sie haben einen würzigen, scharfen Geschmack und lassen sich auch gut mal nebenbei
essen. Achten Sie aber bitte darauf, nicht zuviel zu essen, sonst kann es zu Reizungen von Magen
und Darm kommen. Die schönen Blüten eignen sich übrigens gut als Dekoration für Käse- oder
Wurstplatten.
Die Samenhüllen werden auch in Essig eingelegt und als Kapernersatz genommen.
Als auswurfförderndes und desinfizierendes Mittel bei Atemwegserkrankungen ist die
Kapuzinerkresse schon lange bekannt. Zusätzlich hat die Kapuzinerkresse eine antibiotische
Wirkung. Da die Pflanze einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt hat, kann sie auch die körpereigene
Abwehrkraft steigern. Eine Wirksamkeit bei Tuberkulose ist ebenfalls gegeben.
Volksnamen
Kapernblume, gelbes Vögerl, Salatblume, großindische Kresse

Wirkung und Anwendung von Kapuzinerkresse


• Antibiotisch
• Auswurffördernd
• Blutreinigend
• Bronchitis
• Erkältungen
• Grippale Infekte und Erkältungen
• Infektion der Harnwege
• Mandelentzündungen
• Nierenleiden
• Schuppen
• Steigert Abwehrkräfte
• Tuberkulose
Anwendung
Erkältungen
1 Teelöffel Preßsaft in 1 Glas Wasser geben. Täglich zwei Gläser trinken.
Blutreinigung
Täglich einige frische Blätter essen.
Tinktur
100 g Blätter in 1/4 l Alkohol ansetzen, gelegentlich aufrütteln und nach 10 Tagen absieben.
Täglich 3 x 30 Tropfen einnehmen.
Gegen Schuppen
Zwei Händevoll Kapuzinerkresse in kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und eine
Viertelstunde leise köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen und nach dem Haarewaschen als letztes
Spülwasser verwenden.
Vorsicht
Kapuzinerkresse kann in grossen Mengen Magen- und Darmprobleme verursachen!
Kapuzinerkresse
Das natürliche Antibiotikum

Die Kapuzinerkresse stammt aus Peru und wurde im 17. Jahrhundert - wie auch die Kartoffel, die
Tomate und der Mais - von Südamerika nach Europa geholt. In Europa hielt man sie zunächst als
Zierpflanze in Gärten. Sehr bald stellte man aber fest, dass sie auch über außergewöhnliche
Heilkräfte verfügt.
Sowohl in den Blättern als auch in den Blüten und Früchten der Kapuzinerkresse findet sich ein
keimwidriger Stoff, der wie ein Antibiotikum die Vermehrung von krankheitsauslösenden Keimen
verhindert. Antibiotika sind Stoffe, die von bestimmten Organismen erzeugt werden, um andere
Organismen zu zerstören oder sie in ihrem Wachstum zu bremsen.

Vorteile der natürlichen Antibiotika


Die meisten Antibiotika, die heute therapeutisch genutzt werden, stammen von Pilzen oder
Bakterien. Die Kapuzinerkresse ist eine der wenigen bekannten höheren Pflanzen, die eine
antibiotisch wirkende Substanz zu bilden vermögen. Dieser Stoff besitzt einige Vorteile gegenüber
herkömmlichen Antibiotika:
• Er zerstört nicht die normale Bakterienflora des Verdauungstraktes. Das Antibiotikum der
Kapuzinerkresse löst keinen Durchfall aus und führt nicht zu Fäulnisprozessen im Darm, die
sehr häufige Nebeneffekte bei Einnahme herkömmlicher Antibiotika sind.
• Er führt nicht zu Überempfindlichkeitsreaktionen oder Allergien, die häufig bei Gebrauch
der synthetischen Antibiotika auftreten.
• Die Einnahme ist unkompliziert. Der Stoff muss weder gespritzt noch als lästiges Zäpfchen
zugeführt werden. Das Einzige, was man tun muss, ist, einen appetitlichen, herzhaft
schmeckenden Salat zu essen.

Eigenschaften und Verwendung:


Alle Pflanzenteile der Kapuzinerkresse enthalten ein schwefelhaltiges Glykosid (Glykotropaeolin),
das durch die Wirkung der Mirosinase (ein Enzym, das sich in der Pflanze befindet und beim
Zerreiben freigesetzt wird), in ein schwefelhaltiges ätherisches Öl und andere Stoffe zerfällt. Das
ätherische Öl wirkt relativ stark antibiotisch. Beim Verzehr der Pflanze geht es in das Blut über und
wird anschließend über die Atem- und Harnwege wieder aus dem Körper ausgeschieden. In diesen
Organen erreicht der Stoff die höchste Konzentration, und entfaltet dort seine keimwidrige
Wirkung, indem er das Wachstum und die Vermehrung der Keime hemmt. Aus dieser
Wirkungsweise ergeben sich die Hauptanwendungsgebiete der Kapuzinerkresse:
• Infektionen der Atemwege. Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Schnupfen,
Rachenentzündung und besonders akute und chronische Bronchitis. In der
pflanzenheilkundlichen Fachliteratur findet man Hinweise darauf, dass durch den Verzehr
von Kapuzinerkresse der Nasen- oder Bronchialschleim dünnflüssiger wird und sich so
leichter nach außen befördern bzw. abhusten lässt. Die Kapuzinerkresse ist auch hilfreich bei
Grippe und Erkältungskrankheiten, weil sie hauptsächlich im Bereich der Atmungsorgane
wirkt, die Bronchien entlastet und den Husten lindert.
• Entzündungen der Harnwege. Entzündung des Nierenbeckens und der Niere
(Pyelonephritis) und Entzündung der Harnblase (Zystitis) sind Erkrankungen, bei denen die
Kapuzinerkresse hilfreich sein kann. Dr. Schneider berichtet über Untersuchungen, die nach
dem Verzehr von Kapuzinerkressesalat gemacht worden sind: Demnach sollen noch neun
Stunden nach dem Verzehr Stoffe mit antibiotischer Wirkung im Urin nachweisbar sein.
Neben der antibiotischen Wirkung weist die Kapuzinerkresse die folgenden Eigenschaften auf:
• Sie unterstützt die Hautfunktionen. Diese Wirkung ist auf den hohen Gehalt an Schwefel
zurückzuführen. Bei äußerlicher Anwendung wirkt Kapuzinerkresse wundheilend, auch auf
Hautgeschwüre. Das Gewebe erneuert sich, und die trockene Haut wird wieder weich und
glatt. Vor allem aber regt die Pflanze den Haarbalg und die Haarwurzel an, wodurch das
Haar neue Kraft erhält und stärker wächst. Daher wird die Kapuzinerkresse häufig bei der
Behandlung von Haarausfall eingesetzt. Die Wirkung der Kapuzinerkresse in diesem
Bereich verstärkt sich, wenn man zuvor die Haare ganz abrasiert (für Mutige!).
• Stärkend und kräftigend. Dieser Effekt ist vermutlich auf den hohen Vitamin-C-Gehalt
(285 mg je 100 g frische Blätter - Zitronen haben zum Vergleich 50 mg Vitamin C je 100 g
Fruchtfleisch) zurückzuführen.
• Reguliert die Monatsblutung. Nach Messegue regulieren und normalisieren Sitzbäder mit
Blüten und Früchten der Kapuzinerkresse die Menstruation.
• Aphrodisiakum. Es scheint Hinweise darauf zu geben, dass die Kapuzinerkresse eine das
Sexualverlangen steigernde, aphrodisierende Wirkung hat. Nicht umsonst trägt sie im
Spanischen den Namen flor de amor ("Blüte der Liebe").
Es hat sich gezeigt, dass die Kapuzinerkresse eine der wirksamsten Heilpflanzen für die
Behandlung von Infektionen der Atem- und Harnwege ist. Außerdem verwendet man ihre
Wirkstoffe in verschiedenen Heilpräparaten, die den Haarwuchs anregen.

Innerliche Anwendung
Rohkostsalat (regt den Appetit an und stärkt): Es werden die zarten Blüten und Blätter verwendet.
Sie lassen sich gut mit grünem Salat kombinieren.
Aufguss oder Abkochung: Je Liter Wasser 30g Blüten, Blätter und Früchte ansetzen. Alle 4
Stunden 1 Tasse trinken.

ÄUßERLICHE Anwendung
Sitzbäder: Eine Handvoll Blüten oder Früchte je Liter Wasser verwenden. Das Bad muss heiß
genommen werden.
Abreibungen: Etwa 2 Handvoll (rund 100 g) frische Blätter, Blüten und Samen 2 Wochen lang in
0,5 Liter Äthylalkohol (96 %) stehen lassen. Es können 10 Brennnesselblätter, 5 Buchsbaumblätter
und 1 Esslöffel Rosmarinblätter hinzugefügt werden. Nach 2 Wochen die Pflanzenteile abfiltrieren.
Mit dem verdünnten alkoholischen Auszug kräftig die Kopfhaut einreiben.
aus "Saatkorn-Gesundheitsbibliothek", Wegweiser-Verlag, 2104 Spillern