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Montag 14.07.

1997

Wachsgespenst in Giekanne
Mit"Geistererscheinung 2"ging es im StudioTheater mal wieder gruselig zu
Blutrot schimmert das Bhnenlicht. Aus dem Synthesizer drhnen
Laszlo Fraters dstere, mit viel Hall aufgepeppte Tondichtungen,
versehen mit so erbaulichen Titeln wie Flammendes Inferno 2" und
aus den schwarzen Vorhngen schlt sich eine bleiche Gestalt. Es
knnte einen im"Studio-Theater" frwahr das kalte Grausen
packen. Wte man nicht, da der Horror im "Studio-Theater" zum
Programm zhlt. Allmonatlich lockt da etwa die "Fright Night", und
vor allem bleckt hier Saarbrckens Ober-Vampirin "Carmilla"
theatralisch die Beierchen. Aber auch die literarische Performance
"Geistererscheinung 2" erwies sich nun als Publikumsmagnet:
ansehnlich gefllte Reihen trotz besten Biergartenwetters. Die
Performance lebte vor allem von Eugen Grittmanns Texten und
Enthllungen. Im Wechsel mit dem Regisseur des Grusel-Abends,
Steffen Gresch, rezitierte der Dillinger Autor mit bebender Stimme
seine Erzhlungen. Geschichten, die formal an klassische
Gruselstories anknpfen. Dazu enthllt er mit groem Pathos eher
banale denn skurrile Objekte. Etwa ein Wachs-Gespenst in einer
winzigen Giekanne. Da berkommt einen mehr als einmal das
Loreley-Gefhl: ich wei nicht, was soll es bedeuten. In solchen
Momenten ist es dann gut zu wissen, da Geistererscheinungen
zumindest zeitlich Ma halten. Nach przisen 60 Minuten war die
Geisterstunde vorber. oli