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Menandros & Thaïs

Liebe, Verzweiflung und blutige Schlachten.
Experimentelles Sandalen-, Liebes-, Actionroadmovie.
Tschechische Republik / Österreich 2016
129 Minuten

Distributionsbeginn:
Prag: 28.4. 2016
Wien: 2.6. 2016

Bestätigte Vorführungen:
Prag: 21.3.-23.3. 2016, XXIII. IFF Febiofest, www.febiofest.cz
Prag: 28.4.-4.5. 2016, Kino Pilotů, Donská 19, Praha 10, www.kinopilotu.cz
Wien: 2.6. und 4.6.-8.6. 2016, Burgkino, Opernring 19, 1010 Wien, www.burgkino.at

Kontakt für Österreich:
Ondřej Cikán
0043 681 104 108 74
die.gruppe@gmx.at
www.menandros.cz

Zögern Sie nicht, einen Link zum ganzen Film anzufordern.

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Kopie: DCP im Format Cinemascope, 24 fps
Kameras: Canon EOS 5D Mark II, GoPro 2, Sony Z5
Ton: 5.1 Dolby
Sprachen: Deutsch, Tschechisch, Finnisch, Vietnamesisch
Untertitel: zweisprachig Deutsch und Tschechisch ODER nur Englisch

Synopsis kurz
Eine wunderschöne Braut. Ein gebrochener Held. Eine surreale Odyssee.
Thaïs wird während ihrer Hochzeit mit Menandros von Piraten entführt. Auf der
Suche nach ihr verwandelt sich der Bräutigam in ein blutrünstiges Monster, seinem
Pferd wachsen Flügel, eine Hexe verspricht ihn einer anderen Frau, König Xerxes
lässt ihn entmannen, und doch geht am Ende alles glücklich aus. Wirklich glücklich?

Synopsis lang
Thaïs wird während ihrer Hochzeit mit Menandros von Piraten entführt. Der
Bräutigam macht sich mit seinem Diener Eudromos auf den Weg, sie zu befreien. Sie
verwandeln sich in Kolkraben, werden zu skythischen Heerführern, fallen mit ihrem
Heer im Persischen Großreich ein, Menandros erhält ein fliegendes Pferd, schmiedet
ihm eine Rüstung und reitet auf ihm der Grenze zu Indien entgegen.
Thaïs wird versklavt, ihre Besitzer wechseln, sie wird von einem tapferen Zwerg
befreit, aber dann doch wieder gefangen und als Göttin verehrt. Immer wird sie von
ihrer ungewöhnlichen Schönheit vor dem schlimmsten Übel bewahrt.
Die Hetäre Chryseïs, von der Menandros lang vor seiner Hochzeit in die
Geheimnisse der Liebe eingeführt worden ist, will ihren Liebling zurück und lässt sich
von einer bösen Hexe helfen. Diese Hexe beschirmt wie Menandros so auch Thaïs,
um beide wieder glücklich nach Hause zurückkehren und ihre Liebe zur Langeweile
des Alltags werden zu lassen. Nur auf diese Weise wird Menandros, nach Meinung
der Hexe, seine Thaïs eines Tages verlassen.
Dieses sein Schicksal erfährt Menandros aus dem Mund des verstorbenen Vaters
der Thaïs. Er gibt seine Suche also auf und will sterben.
Im Kontrast zu der antiken Handlung steht der Erzähler mit seiner eigenen Odyssee
in der Gegenwart, die die Handlung der antiken Helden beeinflusst. Er und
Menandros begegnen einander in Fieberträumen.
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Stab (mehr Informationen zu den Mitwirkenden auf www.menandros.cz)
Regie: Antonín Šilar, Ondřej Cikán
Kamera: Šimon Dvořáček
Schnitt: Zuzana Walter
Musik: Hans Wagner
Ton: Hannes Plattmeier
Präpariertes Klavier: Philip Zoubek
Ausstattung: Antonín Šilar
Kostüme: Adriana Černá, Antonín Šilar
Drehbuch: Anatol Vitouch, Ondřej Cikán
Nach dem Roman „Menandros und Thaïs“ von Ondřej Cikán (Wien, Labor, 2011)
Tonpostproduktion: Bystrouška, Klenkasound
Bildpostproduktion: Magiclab
Executive Producer: Rudolf Stueger
Produktion: Tschechien / Österreich: Die Gruppe, Nutprodukce, FAMU, Magiclab.
Produzenten: Anna Tydlitátová, Ondřej Cikán (Die Gruppe)

In den Hauptrollen:
Menandros: Jakub Gottwald
Thaïs: Jessyca R. Hauser
Eudromos: Ondřej Bauer
Chryseïs: Violetta Zupančič
und weiter in der Reihenfolge des Auftretens:
Aristoboulos: Petr Růžička
Stimme des Aristoboulos: Rudolf Stärz
Sänger: Armin Knauthe
Polyploos: Pasi Mäkelä
Erzähler: Alexander Krittl
Erste Gastgeberin: Marie Syrová
Zwerg: Pavel Ponocný
Stimme des Zwergs: Ondřej Bauer
Buffalo Bill und persischer Offizier: Benedikt Bauernberger
Xerxes: Alexander Almásy
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Amirah: Amira Ben Saoud
Stimme der Amirah: Petra Staduan
Mandalotos: Tomáš Jeřábek
Myrrhine: Elisabeth Vitouch
Salbenmischer: Petr Vančura

Lebensläufe der Regisseure
Antonín Šilar, geboren 1986 in Prag, Bühnenbildner. 2011 Diplom am Institut für
alternatives Theater der Prager Theaterakademie DAMU und Beginn des
Doktoratsstudiums ebendort. 2010 Studium des Lichtdesigns in Helsinki. Am Theater
arbeitet er vorwiegend mit der Regisseurin Petra Tejnorová zusammen. Ihre letzten
großen gemeinsamen Projekte waren: 2014 das Live-Cinema-Stück „Nevina“ in der
ehemaligen Fabrik Chirana und 2016 „Láska a informace“ an der Neuen Szene des
Prager Nationaltheaters.

Ondřej Cikán, geboren 1985 in Prag, lebt seit 1991 in Wien, klassischer Philologe,
Übersetzer, Schriftsteller. 2013 Diplom im Fach der Gräzistik an der Universität Wien
(die Masterarbeit war eine Rekonstruktion des verlorenen antiken Romans „Das
Unglaubliche jenseits von Thule“) und Beginn des Doktorandenstudiums im Fach
Byzantinistik. Sein Roman „Menandros und Thaïs“ erscheint 2011 im Wiener Verlag
Labor, ebenda dann 2012 seine Übersetzung des tschechischen Langgedichts „Mai“
von Karel Hynek Mácha mit Illustrationen von Antonín Šilar und 2013 sein eigenes
Langgedicht „Prinz Aberjaja“ nach dem Märchen „Princ Bajaja“ aus der Sammlung
von Božena Němcová.

Erklärung der Regisseure Ondřej Cikán (Romanvorlage, Produktion, Regie) und
Antonín Šilar (Ausstattung, Kostüme, Regie)

Den Beschluss, ein großes Filmprojekt in Angriff zu nehmen, trafen wir während
einer Fahrt mit der Prager U-Bahn zwischen den Stationen Náměstí míru und
Muzeum im Herbst 2011. Wir kennen einander seit unserer Kindheit, wuchsen jedoch
von einander getrennt in Wien und Prag auf und beobachteten die Arbeit des jeweils
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anderen aus der Ferne. Nun wollten wir uns an einem Film versuchen, der uns
beiden den größtmöglichen Spaß bereiten würde. Er sollte einerseits unseren
literarischen und künstlerischen Vorstellungen entsprechen und andererseits
unserem Traum von einem ordentlichen Schinken, der Erotik und Kostümabenteuer,
Traumhaftigkeit und Pathos, Grausamkeit und Romantik in sich vereinen würde.
Zugleich lockte uns, unsere jeweiligen Kollegenkreise von Filmemachern, Musikern
und Theaterleuten aus Tschechien und Österreich miteinander zu verbinden.
Wir wollten aber nicht auf die scheinbar korrekte Weise vorgehen und erst einmal
einen Kurzfilm drehen und dessen Erfolg abwarten oder unendliche Mengen an
Treatments und Drehbuchvarianten ausarbeiten, um Produktionsfirmen zu ködern,
die in uns doch keine echten Regisseure gesehen hätten. Wir wollten einen
Langspielfilm drehen, gern auch ein B-Movie, und wir wollten damit sofort beginnen,
solange unsere Kolleginnen und Kollegen noch beisammen waren. Mögliche
Koproduzenten beabsichtigten wir erst später zu suchen, wenn die Sache Gestalt
angenommen hätte.
Bald war klar, dass wir als Vorlage den kurz zuvor publizierten Roman „Menandros
und Thaïs“ verwenden würden, in dem die antike Welt auf traumhafte Weise mit dem
Europa der Gegenwart vermengt ist (siehe unten). Diese Vorlage ermöglichte uns,
einen Kostümschinken zu drehen, ohne die Originalschauplätze der Vergangenheit
realistisch darstellen zu müssen. Wir bildeten also antike Personen der Vorlage nach
– Griechen, Perser, Lydier, Skythen, Inder –, die wir an zwar adaptierten, aber doch
gleichsam alltäglichen Orten unserer Gegenwart ihr Unwesen treiben ließen.
Um dieser Fülle an antiken Völkern und zugleich unserem Bemühen um die
Verbindung unserer österreichischen und tschechischen Kollegenkreise konzeptuell
gerecht zu werden, beschlossen wir, dass der Film mehrsprachig werden sollte, zum
Großteil tschechisch und deutsch. Dabei haben wir die beiden Sprachen nicht der
Volkszugehörigkeit der Charaktere entsprechend, sondern gleichmäßig über den
Film verteilt. Der Held Menandros spricht also Tschechisch, dessen Gattin Thaïs
Deutsch, deren Vater wiederum Tschechisch usf., der Pirat Polyploos spricht
Finnisch, ein anderer Pirat vietnamesisch. Dennoch verstehen die Personen
einander, als ob sie eine einzige Sprache nutzen würden, was die Traumhaftigkeit
der Handlung verstärkt. Die Originalversion des Films verfügt über zweisprachige,
tschechische und deutsche Untertitel.
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Im Bestreben, den Film so spannend wie möglich zu gestalten, konzentrierten wir
uns unseren jeweiligen Betätigungsfeldern entsprechend vor allem auf den
gesprochenen Text und das visuelle Erscheinungsbild. Wichtiger als die üblichen
filmischen Dialoge erschien uns die betörende Poetik der aus der Vorlage
übernommenen Monologe. Und entscheidender als scheinbar korrekt eingestellte
und geschnittene Aufnahmen bekannter menschlicher Interaktionen waren für uns
wirkungsvolle Bilder, die aus dem Kontrast zwischen der Kostümfilmhaftigkeit und
der teils abstrahierten heutigen alltäglichen Umgebung schöpfen.
Im Bild nutzten wir vor allem bei Nebenfiguren die Vorteile der Arbeit mit
Nichtschauspielern, deren Texte dann von professionellen Stimmen eingesprochen
worden sind.
Dort, wo die Bilder nicht vom Text begleitet werden, kam wirkungsvolle Musik zum
Einsatz, die da von Ennio Morricone, anderswo wiederum von verschiedenen PopGenres inspiriert ist, und die der in Wien lebende Komponist Hans Wagner für
unseren Film komponiert hat.
Angesichts des anfangs wirklich verschwindenden Budgets war uns klar, dass wir
das Fehlen an Geld mit einem Überfluss an Zeit, mit flexibler Planung, einer
gesunden Mischung aus Professionalität und amateurhafter Improvisation und mit
der Begeisterung einer großen Menge an Menschen würden ausgleichen müssen.
Wir beschlossen also, mit allen möglichen Unvollkommenheiten vorweg zu rechnen
und aus den jeweiligen Nöten Tugenden zu machen.
Dabei haben wir die technischen Aspekte der Arbeit, wie Kamera, Schnitt, Ton und
die gesamte Postproduktion, ausgebildeten Fachleuten überlassen (Šimon Dvořáček,
Zuzana Walter, Hannes Plattmeier), die unsere amateurhaften Ideen zu ergänzen
und teilweise zu korrigieren hatten. Da alle Beteiligten unentgeltlich mitgewirkt haben
(wodurch jeder Einzelne gleichsam zu einem Koproduzenten wurde und am Film
einen prozentuellen Anteil besitzt), war es natürlich notwendig, die Drehtage so zu
planen, dass jeder Zeit hatte. Zugleich verlangte das Drehbuch eines AbenteuerRoad-Movies häufige Ortswechsel. Wir gingen also sehr großzügig mit der Zeit um
und verteilten unsere 60 Drehtage auf drei Jahre 2012-2014. Bald wurde uns klar,
dass es in unserem Fall unnötig war, Originalton aufzunehmen, weil darunter unsere
Flexibilität gelitten, es den Dreh in lauter Umgebung verunmöglicht und die Arbeit mit
den Nichtschauspielern, die oft auf Anweisungen angewiesen waren, verkompliziert
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hätte. Darum verließen wir uns während des Drehs und des Bildschnitts lediglich auf
provisorischen Arbeitston, und nahmen uns vor, den gesamten Ton im Studio
herzustellen,

was

unser

Tonmeister

Hannes

Plattmeier

als

interessante

Herausforderung ansah. Aufgrund dieses Zugangs konnten Dramaturgie und Text
während des Drehs und des Schnitts je nach Ideen und Möglichkeiten adaptiert
werden.
Die Flexibilität während der Dreharbeiten wurde durch die Nutzung von günstiger und
leicht zugänglicher Kameratechnik erhöht, für deren Nachteile wir uns nicht zu
schämen gedenken, immerhin ist jede Technik einmal die modernste gewesen. Als
Hauptkamera diente vom Stativ aus der Photoapparat Canon 5D. Für actiongeladene
Aufnahmen oder für Aufnahmen aus unüblichen Winkeln (etwa von der Decke oder
von einer Schwertspitze aus) nutzten wir die Gopro 2. Die Ebene des Erzählers
wurde zwecks Unterscheidung von der sonstigen Handlung aus der Hand mit einer
Sony Z5 gedreht.
Die starke visuelle Stilisierung ist teilweise von der Ästhetik des modernen Theaters
sowie von den Mitteln heutiger Musikvideos beeinflusst. Manche Szenen haben wir
mehrmals an verschiedenen Drehorten aufgenommen, zum Beispiel in einem
ausgesuchten Exterieur und dazu in einem weißen sterilen Studio. Um die
Traumhaftigkeit dieser Szenen zu erhöhen, haben wir dann diese Umgebungen
miteinander kombiniert, sodass manche Handlungen etwa im Exterieur beginnen, im
Studio weitergeführt werden, um schließlich wieder im Exterieur zu enden. Die
Aufnahmen in Unterwasserstudios erfüllen unter anderem die Funktion einer
natürlichen Zeitlupe.
Diese künstlerische Gestaltung ist in Bild und Text mit einem unterhaltsamen Pathos
diverser Filmgenres kombiniert. Die Femme fatale, der Cowboy, die Hexe, das
geflügelte Pferd, Schlachten und Schießereien stellen wichtige Elemente unseres
Films dar.
Zahlreiche Motive der antiken Abenteuerromane hat schon die Romanvorlage zu
unserem Film übernommen. Der antike Roman ist nicht mythologisch, sondern viel
eher bürgerlich und pseudohistorisch. Er versteht sich als Geschichtsschreibung über
Privatschicksale. Auch darum spielt sich die Handlung der antiken Romane, die alle
zwischen dem zweiten und dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung verfasst
worden sind, so gut wie immer in der goldenen Zeit des fünften Jahrhunderts vor
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Christus ab. Zugleich wird aber die Gegenwart der Leserinnen und Leser mit der
historischen Vergangenheit vermischt, was auch vom Roman „Menandros und Thaïs“
übernommen worden ist: Der Held ist ein Bürger des demokratischen Athen, wenn er
aber nicht weiß, wo er seine entführte Braut suchen sollte, begibt er sich zu einem
heutigen Flughafen, der dadurch zu einer Art surrealistischer Assoziation wird.
Weitere typische Motive der antiken Romane sind neben der Entführung der Braut
auch ihr Scheintod, Irrfahrten über die ganze Welt, die Bedrohung der
Jungfräulichkeit, die Parallelität der Liebesbeziehung, Zauber, Prophezeiungen und
natürlich das Happy End. Ob unser Film seinen Vorlagen gemäß auch glücklich
endet, dürfen wir nicht verraten, aber sonst haben wir von diesen Hauptmotiven der
antiken Romane fast alle verarbeitet. Schließlich legen die antiken Romanautoren
großes Gewicht auf die rhetorische Gestaltung ihrer Werke. Dem entsprechen
unsere poetischen Monologe.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen formal und dramaturgisch innovativen Film
herzustellen. Es ist kein gewöhnlicher Streifen, der auch nicht auf dem üblichen Weg
entstanden ist. Wir glauben aber fest daran, dass es uns dank der Zusammenarbeit
des tschechisch-österreichischen Teams gelungen ist, etwas Beachtliches zu
bewerkstelligen, das der Begeisterung für gemeinsame Ziele entsprungen ist und
nicht aus irgendeiner Bemühung um gefällige Möchtegerninternationalität.

Erklärung der Produzenten Anna Tydlitátová und Ondřej Cikán

Die Herstellung des Films „Menandros & Thaïs“ war aus der Sicht der Produktion
ziemlich verrückt. Die Künstler dachten nicht daran, mit dem Warten auf offizielle
Unterstützung Zeit zu verlieren, und vor allem bestanden sie so hartnäckig auf ihrem
ungewöhnlichen Filmkonzept, dass keine noch so erfahrene Produktionsfirma in der
Lage gewesen wäre sie umzustimmen.
Die Dreharbeiten wurden im Sommer 2012 sehr bald nach der Abfassung des
Drehbuchs und der Zusammenstellung des innersten Kreises an Mitwirkenden
begonnen. Die Produktion übernahm der österreichische Verein zur Unterstützung
märchenhaften Theaters (Die Gruppe), mit der Prager Filmakademie FAMU als
erstem Koproduzenten. Die FAMU stellte uns die Technik, das Material und ihre
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Studios zur Verfügung. Die Gruppe organisierte die Beschaffung weiterer
Sachspenden (Pferde, Waffen, Drehorte, Reisen zwischen Wien und Prag etc.)
sowie, wenn auch in kleinen Beträgen, den konstanten Nachschub an Geld von
kleinen Privatsponsoren.
Alle Mitwirkenden, deren Arbeit in allen Bedeutungen des Wortes unbezahlbar war,
wurden zu Miteigentümern des Films.
Für die ersten Drehblocks standen uns nicht mehr als 2.000 Euro zur Verfügung, was
gerade einmal für die Kostüme, die Requisiten, die Buttersemmeln und den Treibstoff
reichte. Die Situation blieb ähnlich bis zum Ende der Dreharbeiten im Jahr 2014, das
mit einer gewissen Angst um die Finanzierung einer professionellen Postproduktion
verbunden war. Weder unser Crowdfunding noch das wachsende Interesse der
kleinen Privatsponsoren wären ausreichend gewesen.
In Österreich waren wir weder mit unseren Förderungsansuchen noch mit der Suche
nach einer Produktionsfirma erfolgreich. Das hängt zumindest teilweise mit dem hier
üblichen, langwierigen Prozess der Ausschöpfung aller Förderungsmöglichkeiten
zusammen,

worauf

unser

Team

keine

Lust

hatte.

Die

österreichischen

Produktionsfirmen scheinen nur Projekte zu betreuen, mit denen sie alle
Förderungsstufen von Anfang an ausschöpfen können, also beginnend mit der
Drehbuchentwicklung. Zum Glück ist es uns knapp vor dem Ende der Dreharbeiten
gelungen, in der tschechischen Produktionsfirma Nutprodukce einen zweiten Partner
zu finden. Gemeinsam mit dieser Firma reichten wir erfolgreich um eine Förderung
des Staatsfonds für Kinematographie der Tschechischen Republik an.
Doch nicht einmal mit dieser Unterstützung wären die Bildpostproduktion und die
aufwendige Tonpostproduktion, die in der Herstellung des gesamten Tons im Studio
bestand, vollkommen gesichert gewesen, wenn wir nicht die Firmen Magiclab (Bild)
und Bystrouška (Ton) als weitere Koproduzenten gewonnen hätten.
Nun, nach fast fünf Jahren Arbeit, ist der Film fertig. Er wurde zum jetzigen Zeitpunkt
zu den Festivals Febiofest in Prag, Finale in Pilsen und LFŠ in Uherské hradiště (alle
2016) eingeladen. Die Distribution beginnt in Prag am 28.4. 2016 im neu eröffneten
Kino Pilotů und in Wien am 2.6. 2016 im Burgkino.

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