Manifest der Partei Alternative für Deutschland

Politisches

Manifest
der Partei

Alternative für Deutschland
Vorlage zum AfD-Bundesparteitag in Stuttgart
am 30. April bis 1. Mai 2016

Verfasser und Erstunterstützer:
Martin E. Renner, Mitgründer der AfD, Haan
Axel Hahn, Mitgründer der AfD, Berlin
Bengt Hofmann, KV Rhein-Sieg

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Manifest der Partei Alternative für Deutschland

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist ein Zusammenschluss freier
Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Aus Sorge um die politische
Entwicklung Deutschlands und geeint in dem Bestreben, die Nation
und ihre freiheitlich-demokratische Grundordnung zu bewahren, gibt
sie sich die nachfolgend aufgeführten Grundsätze.
Die AfD will durch die hier beschriebenen Grundsätze sicherstellen,
dass Deutschland ein sicheres und bewohnenswertes Land bleibt
und sich seine großartige kulturelle Identität bewahrt. Ein
Deutschland, das die liebenswerten Eigenheiten seiner Bewohner,
seinen freiheitlichen Lebensstil, seine offene Lebensart und seine
wunderbare Kulturlandschaft pflegend fortentwickelt. Ein
Deutschland, das an der Spitze des Fortschritts bleibt, neugierig auf
Neues, arbeitsam und sparsam, stolz auf seine wirtschaftlichen
Erfolge und zuversichtlich für die Zukunft seiner Kinder ist.
An diesen Grundsätzen richten sich die jeweiligen Fach- und
Wahlprogramme aller Gliederungen der Partei aus.

Für Freiheit
Die Alternative für Deutschland
achtet die Würde eines jeden Menschen und die Universalität der
Menschenrechte.

fühlt sich dem Menschenbild und den Werten der christlich-jüdischen
Überlieferung, der griechischen Antike und der Ideen der deutschen und
europäischen Aufklärung verpflichtet: Der Mensch ist als soziales
Individuum zu Freiheit und Selbstbestimmung geboren.

respektiert die Freiheit der Person, soweit diese nicht die Freiheit
anderer einschränkt oder bedroht, und verpflichtet den Staat zum
umfassenden Schutz der Freiheitsrechte seiner Staatsbürger.

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weiß um die prinzipielle Unvollkommenheit und Endlichkeit
menschlichen Wissens. Daher stellt sie sich in die Tradition des kritischen
Rationalismus und des wissenschaftlichen Skeptizismus.

kämpft für geistige Freiheit, für Forschungs- und Publikationsfreiheit.
Forschung im Dienste des Fortschritts und des Menschen muss
grundsätzlich ergebnisoffen und nur der Wahrheit verpflichtet bleiben.
Sogenannte „gesellschaftliche Relevanz“ und politische Gewünschtheit der
Ergebnisse sind keine zu berücksichtigenden Kriterien.

sieht in der Meinungsfreiheit ein wichtiges Bürgerrecht. Sie wendet
sich daher mit Entschiedenheit gegen zunehmende Intoleranz und die
Verketzerung abweichender Meinungen sowie gegen Meinungsdruck im
Sinne der anmaßenden „Political Correctness“. Anderslautende politische
Ansichten sind zu respektieren, sofern sie nicht zu Menschenverachtung
und Gewalt aufrufen.

hält Kritik an religiösen Lehren grundsätzlich für legitim. Die Freiheit
der Religionsausübung findet dort eine Grenze, wo unter dem Deckmantel
religiöser Überzeugungen die Verachtung Andersgläubiger, die
Diskriminierung von Geschlechtern oder Menschen bestimmter sexueller
Orientierungen, die grundsätzliche Ablehnung der freiheitlichen
Rechtsordnung, der Demokratie und der Menschenrechte gepredigt und
verkündet wird.

widerspricht der wachsenden Bevormundung in Staat und
Gesellschaft. Sie lehnt manipulierende Regierungstechniken ab, die mit
finanziellen Anreizen und suggestiven, öffentlich finanzierten
emotionalisierenden Pressekampagnen (sogenanntes Framing und
Nudging) ein von der Regierung erwünschtes Verhalten in der Bevölkerung
erzeugen sollen.

hat als Leitbild den freien mündigen Staatsbürger, der sein Leben
selbstbestimmt führt, aus eigener Einsicht in seine Verantwortung handelt
und sich nicht als Untertan sieht. Sie verwahrt sich gegen jede Politik, die
freie Staatsbürger zu einer von Staatsentscheidungen abhängigen Klientel
erniedrigen will.

wehrt sich gegen eine ausufernde staatliche Reglementierungssucht
und gegen das zunehmende Eingreifen des Staates und insbesondere auch
der EU in Bereiche der privaten Lebensführung.

steht für informationelle Selbstbestimmung ein. Daher fordert sie
die Abschaffung einer allgemeinen Steuer gleichkommenden sogenannten

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Rundfunkgebühr. Das System eines sich mehr und mehr selbst
ermächtigenden öffentlichen Rundfunks mit Zwangsgebühren für jeden
Besitzer eines Empfangsgerätes ist angesichts der Fülle zur Verfügung
stehender Übertragungskanäle sowie der über das Internet unbegrenzt
und frei verfügbaren Informationsmöglichkeiten weder zeitgemäß, noch
wettbewerbs- und staatsrechtlich vertretbar.

Für Recht
Die Alternative für Deutschland
tritt für einen uneingeschränkten Rechtsstaat ein. Politische Macht
muss bedingungslos an das Recht gebunden bleiben. Rechtsbruch –
besonders von Seiten einer Regierung – ist nicht hinnehmbar.

achtet das Selbstbestimmungsrecht der Völker als obersten
Grundsatz internationaler Ordnung. Eingriffe in die Souveränitätsrechte
anderer Nationen sind nur durch qualifizierte Mandate anerkannter
internationaler Organisationen zur Abwendung einer drohenden Gefahr für
den Weltfrieden, zur Ausschaltung terroristischer Bedrohungen fremder
Nationen, sowie bei schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und
humanitären Katastrophen zulässig.

sieht in jedem souveränen Nationalstaat ein prinzipiell
gleichberechtigtes Mitglied der Völkergemeinschaft.

anerkennt als Ausfluss des Selbstbestimmungsrechts und des
Demokratieprinzips das Recht einer jeden souveränen Nation auf Eintritt
(und Austritt) in internationalen Organisationen, Unionen, Staaten- und
Währungsverbünden.

widersetzt sich daher mit Entschiedenheit einer Politik, welche die
Souveränität der Bundesrepublik Deutschland und ihre föderale und
demokratische Grundstruktur Stück für Stück aushöhlt, um deren
Transformation in einen Bundesstaat Europa „unumkehrbar“ zu machen.
Eine solche Politik hebelt die Verfassungsordnung des Grundgesetzes aus,
beugt das Recht und widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht künftiger
Generationen deutscher Staatsbürger.

pocht auf die vollständige Einhaltung der in den europäischen
Vertragswerken vereinbarten Regeln, solange diese Verträge
Rechtsgültigkeit besitzen. Der offene Bruch der Vertragsbestimmungen
von Maastricht und anderer vertraglicher europäischer Abmachungen

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sowie die eindeutige Überschreitung ihres Mandats durch die Europäische
Zentralbank sind flagrante Rechtsbrüche, die die Rechtskultur nachhaltig
beschädigen. Die Wiederherstellung des Rechts ist die vordringlichste
Aufgabe einer dem Recht und den Interessen seiner Bürger verpflichteten
Politik.
fordert die sofortige Auflösung des sogenannten „Europäischen
Stabilitätsmechanismus“ und aller vergleichbaren Einrichtungen, die
Steuer- und Haushaltsmittel, öffentlich verbürgte Kredite und
Sonderziehungsrechte in unbegrenzter Höhe heranziehen können, ohne
einer demokratisch legitimierten vollständigen Kontrolle und Transparenz
zu unterliegen. Das Haushaltsrecht bleibt das „Königsrecht“ der
Parlamente, das nicht durch derartige Vertragskonstruktionen fundamental
unterlaufen werden darf.

unterscheidet zwischen allgemeinen Menschen- und besonderen
Bürgerrechten. Die Menschenrechte eines jeden auf dem Territorium
Deutschlands sich aufhaltenden Menschen – gleich welcher Herkunft –
sind zu wahren. Die Bürgerrechte bleiben Staatsangehörigen der
Bundesrepublik Deutschland vorbehalten. Ansprüche auf dauerhaften
Aufenthalt oder materielle Unterhaltsleistungen, die nicht aufgrund von
Arbeitsverhältnissen erworben wurden, sind auf Staatsangehörige zu
beschränken.

Für Demokratie
Die Alternative für Deutschland
bekennt sich uneingeschränkt zur Demokratie als Staatsform
Deutschlands: Jeder Versuch, die demokratischen Rechte des deutschen
Volkes und damit des Souveräns einzuschränken, zu beschneiden oder
auszuhöhlen, wird von ihr aktiv bekämpft.

widersetzt sich daher jeder weiteren Verlagerung politischer
Kompetenzen, die dem Deutschen Bundestag oder den
Länderparlamenten der Bundesländer zustehen, auf Instanzen, die nicht in
gleicher Weise demokratisch legitimiert und kontrolliert sind. Dies gilt
insbesondere auch für Verlagerungen auf das sogenannte Europäische
Parlament, solange der Grundsatz der Gleichwertigkeit der Stimme für
jeden europäischen Stimmbürger („one man, one vote“) nicht gegeben ist.

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strebt eine umfassende Wiederbelebung und Neufundierung der
parlamentarischen Demokratie in Deutschland an. Dazu sind die Rechte
der einzelnen Bürger und der gewählten Volksvertreter durch Reformen
der Wahlgesetze, anderer einschlägiger Gesetze und Geschäftsordnungen
zu stärken. Dies wird vornehmlich zulasten der Parteien, Fraktionen und
Parteiorganisationen anzustreben sein. Begrenzung der unmittelbaren
Wiederwahlmöglichkeiten für politische Amtsträger in Parlamenten und
Regierungen zur Verhinderung eines Berufsparlamentariertums wird als
notwendig erachtet.

will die Parteien von ihrer heute beherrschenden Stellung auf die im
Grundgesetz geforderte Rolle der Beteiligung an der politischen
Willensbildung des Volkes zurückführen. Dies wird durch eine generelle
Stärkung der Persönlichkeitswahl (Bürgermeisterwahlen, Wahlen der
Ministerpräsidenten der Länder) ermöglicht. Ebenso durch die Möglichkeit,
bei den Wahlen Einfluss auf die Reihenfolge von Listenplatzbewerbern
nehmen zu können (Kumulieren und Panaschieren). Ebenso durch ein
Verbot von Mandatsträger-Sonderbeitragsregelungen zur unzulässigen
Parteienfinanzierung aus Abgeordnetendiäten. Ebenso durch ein generelles
Verbot der wirtschaftlichen Betätigung für Parteien. Ebenso durch das
Finanzierungsverbot parteinaher politischen Stiftungen mit Steuermitteln.

befürwortet grundlegende Reformen zur Aufrechterhaltung,
Stärkung und maximaler Durchsetzung der Gewaltenteilung als
unabdingbare Säule des demokratischen Prinzips. Die gängige Praxis der
„Postenvergabe nach Parteibuch“ muss unterbunden werden. Auch die
Organisation der öffentlich-rechtlichen Medien als sogenannte „Vierte
Gewalt“ im Staat muss in diesem Sinne neu überdacht werden.

fordert das Recht des Wahlvolks auf „seine Rolle als ultimative
Opposition“ durch Einführung direktdemokratischer Instrumente –
Volksbegehren und Volksentscheide nach Schweizer Vorbild – auf Bundes-,
Landes- und Gemeindeebene ein. Grundentscheidungen, wie zum Beispiel
über die Zusammensetzung des Wahlvolks durch
Einwanderungsregelungen, doppelte Staatsbürgerschaften,
Verfassungsänderungen oder Verlagerungen politischer Kompetenzen auf
supranationale Einrichtungen sind zwingend Volksentscheiden
vorzubehalten.

orientiert sich am Leitbild einer Gesellschaft mündiger Staatsbürger
(Citoyens im Sinne Rousseaus), die sich ihrer Rechte als Souverän
bewusst sind, ihre Interessen verantwortlich wahrnehmen und aktiv an
der Willensbildung und Meinungsfindung in Deutschland teilnehmen. Dies
ist das Gegenbild zu einem vermeintlich leicht verführbaren Bürger. Einer

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moralisch anmaßenden, partei- und machtpolitisch motivierten
Volkserziehung gegenüber zeigt sich dieser Bürgertyp weitgehend immun.
vertritt konsequent das Subsidiaritätsprinzip in Staat und
Gesellschaft. Dieses besagt, dass die jeweilige untere politische Ebene das
Vorrecht zur Regelung ihrer ureigenen politischen Angelegenheiten
besitzen muss. Die jeweils höhere politische Ebene darf dagegen nur
unterstützend – subsidiär – eingreifen, wenn die untere Ebene die
politische Aufgabe nicht oder nur zu unvertretbaren Kosten erfüllen kann.
In Verfolgung dieses Prinzips steht die AfD für starke selbständige
Kommunen, für einen lebendigen Föderalismus, für gleichberechtigte
internationale Zusammenarbeit und lehnt zentralistische und
gleichmacherische Tendenzen ab.

verlangt dementsprechend eine durchgreifende Reform des
föderalen Staatsaufbaus, mit dem Ziel einer klaren Abschichtung der
politischen Aufgaben zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die
Vermischung der Zuständigkeiten und der politischen Verantwortung muss
beendet werden. Klare Zuordnungen der Aufgaben, der
Verantwortlichkeiten, sowie auch der entsprechenden Finanzquellen
müssen erfolgen. Das System der Mischfinanzierungen muss weitgehend
eingestellt werden. Eine grundsätzliche Neuaufteilung der Steuern auf die
verschiedenen föderalen Staatsebenen wird befürwortet, damit ein
Einstieg in den Fiskalföderalismus geschafft werden kann. Auch die
Überprüfung der Anzahl und die Zuschneidung der Bundesländer sollen
unter diese Kriterien erfolgen.

Für Nation
Die Alternative für Deutschland
bekennt sich zur Nation und zum Nationalstaat als dem
Ordnungsprinzip der Staatenwelt. Nationen sind die historisch
gewachsenen Solidargemeinschaften von Menschen gleicher Herkunft und
gleicher Sprache, die durch Geschichte, Kultur, Wertvorstellungen, Sitten
und Gebräuche miteinander verbunden sind.
Zusammengehörigkeitsgefühle der Nationen, Anspruch auf kollektive
Selbstbestimmung und die hieraus resultierende „Gemeinsinnigkeit“ bilden
die Legitimationsgrundlage der Nationalstaaten. Die Trinität von
„Gemeinschaft, Raum und Tradition“ sind die Bestimmungsparameter
unseres Nationenverständnisses.

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erkennt im Nationalstaat den natürlichen Lebensraum der
Demokratie: Demokratischer Diskurs, Pluralismus und Akzeptanz der
Mehrheitsentscheidung bedingen die Sprach- und Kulturgemeinschaft, die
sich als Staatsvolk versteht.

verficht das Recht einer jeden Nation auf Wahrung ihrer kulturellen
Identität und damit der Verteidigung der Trinität von „Gemeinschaft, Raum
und Tradition“. Die unterschiedlichen Sprachen und kulturellen Eigenheiten
der Völker sind Ausdruck der Möglichkeiten menschlichen Geistes und
damit der wertvollste Schatz der Menschheit.

versteht die Bundesrepublik Deutschland als den Nationalstaat der
Deutschen. Das verpflichtet den Staat zum Schutz seiner Sprache und
seiner kulturellen Identität als Nation. In diesem Sinne ist Deutschland
eine Kulturnation, jedoch keine Willensnation. Eine Nation, die zwar
Zuwanderung ermöglicht, aber prinzipiell kein Einwanderungsland ist.

vertritt einen modernen Nationalitätsbegriff: Die Zugehörigkeit zur
Nation kann über die Staatsbürgerschaft erworben werden. Der Erwerb
setzt das klare persönliche Bekenntnis zur Zugehörigkeit zur neuen
Nation, die uneingeschränkte Achtung ihrer Gesetze, das Beherrschen der
Sprache sowie die Bereitschaft zur weitgehenden Anpassung an die
kulturellen Gewohnheiten voraus.

lehnt daher die generelle Gewährung doppelter
Staatsangehörigkeiten ab. Weitere Staatsbürgerschaften neben der
deutschen sind nur in individuellen Ausnahmefällen zulässig, die zudem
auf die Zugehörigkeit zu unzweifelhaft demokratisch verfassten
Rechtsstaaten zu beschränken sind. Anderslautende Regelungen werden
abgeschafft.

verlangt die Steuerung der Zuwanderung nach Deutschland durch
strikte Regeln (wie zum Beispiel nach kanadischem Vorbild). Dauerhafte
Zuwanderung muss nach den Interessen Deutschlands erfolgen und die
Assimilation zum Ziel haben.

widersetzt sich mit Entschiedenheit der Etablierung von
Parallelgesellschaften in Deutschland. Parallelgesellschaften verführen zur
Integrationsverweigerung und sogar zur Bildung von Gegengesellschaften,
in der die „Zugewanderten“ ihre Herkunftskultur für wertvoller erachten.
Diese Parallel- und Gegengesellschaften verursachen hohe
gesellschaftliche Kosten, erhöhen das Kriminalitätsrisiko und bergen die

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Gefahren der Radikalisierung und des Terrorismus.
tritt für Integrationsangebote der Zivilgesellschaft ein, sieht jedoch
in der Integrationswilligkeit zuerst eine Bringschuld der Zuwandernden.
Der Anspruch der deutschen Mehrheitsgesellschaft auf den Respekt und
die Achtung ihrer Kultur, ihrer Gewohnheiten, Lebens- und
Umgangsformen durch jeden Zuwandernden ist nicht verhandelbar. Am
Ende des Integrationsprozesses hat die Assimilation in die
Aufnahmegesellschaft zu stehen.

steht für die Gewährung von Asyl für politisch Verfolgte in
Deutschland unter dem Schrankenvorbehalt der jeweiligen maximalen
Aufnahmefähigkeit des Landes. Der Missbrauch des Asylrechts als Tor für
eine unkontrollierte Einwanderung, zur Erlangung von Sozialleistungen
oder zum Aufenthalt aus anderen Gründen als einer nachweisbaren
individuellen politischen Verfolgung ist wirksam zu unterbinden.

erblickt in der Nation auch das Gerüst einer Solidargemeinschaft.
Soziale Sicherungssysteme sind nicht beliebig ausdehnbar. Um nicht zu
kollabieren, bedürfen sie eines gesellschaftlichen Wertefundaments,
weitgehender Grundübereinstimmungen über Arbeitsethos, Fairness,
Zumutbarkeiten und eines Grundvertrauens in die Gegenseitigkeit von
Leistung und Gegenleistung.

befürwortet ein Europa der Vaterländer. Eine „Finalität“ oder eine
nicht rückholbare Weiterentwicklung der EU zu einem „Bundesstaat
Europa“ wird strikt abgelehnt. Solange die historisch gewachsenen
Nationen Europas bestehen und es kein einheitliches europäisches
Staatsvolk mit einer gemeinsamen Sprache, Kultur und Mentalität gibt,
muss die EU dem Charakter nach ein Staatenbund bleiben. Daher wird
eine umfassende Reform der EU angestrebt, welche die wenigen
unumgänglich supranationalen politischen Kompetenzen fest definiert, alle
anderen Kompetenzen jedoch dem Subsidiaritätsprinzip folgend auf die
nationalen Ebenen rückverlagert.

Für Familie
Die Alternative für Deutschland
stellt die Familie in den Mittelpunkt ihrer Gesellschaftspolitik. Jede
Politik muss die Stärkung der Familie und der familiären Bindungen zum

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Ziel haben. Die Familie darf dabei nicht länger zum bloßen Objekt
staatlicher Fürsorge gemacht werden, in das zur Erreichung
gesellschaftspolitischer Zielvorstellungen hineinregiert wird. Intakte
Familien bieten die beste Gewähr für eine humane und lebenswerte
Gesellschaft, gegen Vereinsamung im Alter und gegen die drohende
Kommerzialisierung praktisch aller Bereiche des sozialen Lebens.
erachtet den Schutz der Familie als Selbstzweck. Dessen ungeachtet
sind Kinder ein Segen für jede, nicht nur für die alternde Gesellschaft. Das
Wohlstandsniveau Deutschlands ist nur zu halten, wenn genügend gut
ausgebildeter Nachwuchs zur Verfügung steht, der der Wirtschaft und der
Gesellschaft die notwendige Dynamik und die Zukunftszugewandheit
erhält. Darum ist es wünschenswert, dass die Geburtenraten in
Deutschland wieder steigen. Anstrengungen, dieses zu erreichen, müssen
unternommen werden.

verwahrt sich gegen die gefährliche Illusion, dass Deutschland
Einwanderung zur Stabilisierung seiner Sozialversicherungssysteme
brauche. Deutschlands Wirtschaft braucht hochqualifizierte Fachkräfte.
Diese sind weltweit begehrt. Sie kommen nicht, um unsere Sozialsysteme
vor dem Kollaps zu retten, sondern gehen dorthin, wo nach Abzug von
Steuern und Sozialabgaben genug von den erzielten hohen Einkommen
übrigbleibt. Schlechtqualifizierte Zuwanderer dagegen belasten die Sozialund Bildungssysteme zusätzlich. Und das sehr oft auf Dauer.

wird Programme entwickeln, die jungen Familien den Erwerb von
familiengerechtem Wohneigentum – auch in Ballungsräumen –
ermöglicht, denn oft steht fehlender bezahlbarer Wohnraum den
Wünschen nach mehr Kindern entgegen. Zudem ist die Kindererziehung –
wie auch der Betreuung alter und kranker Familienangehöriger – als eine
der Berufstätigkeit gleichwertige Tätigkeit gesellschaftlich anzuerkennen.

hält an der rechtlichen und steuerlichen Privilegierung der Ehe
zwischen Mann und Frau fest und widersetzt sich der allfälligen
Diffamierung traditioneller Lebensformen.

prangert den Zustand an, dass den Familien über das Kindergeld ein
Almosen von dem zurückgegeben wird, was ihnen zuvor – vornehmlich
über Verbrauchssteuern – an finanziellen Ressourcen entzogen wurde. Sie
fordert einen umfassenden steuerlichen Lastenausgleich für die Familien,
zum Beispiel über ein gerecht bemessenes Familiensplitting.

bekräftigt den Grundsatz, dass Erziehung Elternrecht und auch
Elternpflicht ist. Sie widersetzt sich allen Bestrebungen zur Einführung

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einer allgemeinen und verpflichtenden staatlichen Früherziehung.
handelt nach dem Grundsatz, dass Gleichberechtigung
Chancengerechtigkeit bedeutet, nicht Gleichmacherei. Jeder Mensch in
Deutschland verdient es, die Chance zu erhalten, durch eigene Leistung
aus seinen individuellen Anlagen und Fähigkeiten das Beste machen zu
können. Niemand aber hat es hinzunehmen, bei gleicher oder besserer
Leistung zurückgesetzt zu werden, weil jemand anderes aufgrund von
Herkunft oder Geschlecht vorgezogen werden muss.

wendet sich grundsätzlich gegen Quotierungen, weil neue
Diskriminierungen keine Antwort auf historische Diskriminierung sein
können. Zudem widersprechen sie dem Grundsatz der individuellen
Leistungsgerechtigkeit und hebeln das Wettbewerbsprinzip aus. Aus
diesen Gründen bekämpft die Alternative für Deutschland die aggressive
Machtstrategie des „Gender Mainstreaming“, die diesen Grundsätzen
zuwiderläuft und in ihrem Kern freiheitsfeindlich ist.

spricht sich klar für die Beibehaltung des Umlageprinzips bei der
Rentenversicherung aus. Dem Ursprungsgedanken des Umlageverfahrens
der deutschen Rentenversicherung - wonach die arbeitende Generation
mit ihren Beiträgen eine Dankesschuld gegenüber ihrer Elterngeneration
abträgt, eigene Ansprüche jedoch über das Großziehen von Kindern
erwirbt – muss wieder mehr Geltung verschafft werden. Um dem Defekt
des jetzigen Konstrukts zu entgehen – der es Kinderlosen ermöglicht,
höhere Rentenansprüche zu erwerben als Mütter mehrerer Kinder – sind
Beitragsrabatte für Eltern, gestaffelt nach der Kinderzahl, einzuführen. Es
darf nicht sein, dass durch das Großziehen mehrerer Kinder das Risiko
entsteht, den eigenen Rentenanspruch nachhaltig zu mindern.

Für Eigentum

Die Alternative für Deutschland
sieht im Eigentum einer der Grundvoraussetzungen einer freien
Gesellschaft. Der verfassungsrechtlich verbriefte Schutz des Eigentums
grenzt den Rechtsstaat gegen alle Formen der Willkürherrschaft ab. Nur
ein Staat, der das Eigentum seiner Bürger respektiert und wirksam
schützt, kann eine wirkliche Demokratie unabhängiger, freier Staatsbürger
aufbauen und so Wohlstand für alle schaffen.

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erkennt im Eigentum die Grundlagen von Wettbewerb und
Marktwirtschaft. Ohne gesicherte Eigentumsrechte – am materiellen,
mobilen und immobilen und am geistigen Eigentum – sind Austausch und
Handel, Sparen und Investieren, die Entwicklung neuer Produkte und
Produktionstechniken nicht möglich. Und damit auch kein Fortschritt.

wehrt sich mit Entschiedenheit gegen eine manipulierende
Geldpolitik, welche die Wertbewahrungsfunktion des Geldes im Interesse
der Staatsfinanzierung schädigt und schwächt. Wenn das Geld keinen
verlässlichen, langfristig kalkulierbaren Wert mehr darstellt, sondern
politisch beliebig manipulierbar ist, verliert das Sparen seinen Sinn,
während die Vermögenspreise steigen. Immobilien, Land, Unternehmen,
Rohstoffe und Nahrungsmittel werden einem inflationären
Spekulationsdruck ausgesetzt. Sparer, also Menschen, die für ihr Alter
vorsorgen wollen und müssen, werden so um ihre Lebensleistungen
gebracht. Die Folgen einer solchen Geldpolitik sind die Umschichtung der
Vermögen von unten nach oben, die Stärkung spekulativer großer
Vermögenskonzentrationen und die Schwächung der Realwirtschaft.

zieht aus dem offenkundigen und desaströsen Scheitern der
europäischen Währungsunion - das durch sein Nicht-Eingestehen in
unverantwortlicher Weise und zum Schaden aller beteiligten Länder in
seinen Dimensionen immer gefährlicher geworden ist – die einzig mögliche
Konsequenz und fordert die geordnete Beendigung dieses missglückten
Währungs-Experiments. Deutschland muss notfalls durch einen einseitigen
Austritt aus diesem Währungsverbund seine Bürger vor weiteren
unvertretbaren finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Risiken
schützen.

verlangt nach einer eventuellen Auflösung bzw. dem Austritt aus der
Währungsunion die sofortige Wiedereinführung der Deutschen Mark. Die
Rückübertragung der Währungspolitik von der EZB auf die Bundesbank ist
obligatorisch. Alleiniger Auftrag der Bundesbank ist die Erhaltung der
Geldwertstabilität.

lehnt entschieden jeden neuerlichen Anlauf zu einer Währungsunion
ab. Die Währung ist zuvorderst ein Spiegel der Mentalität eines Volkes,
seines Arbeitsethos, seiner Sparneigung und seiner Wirtschaftsgesinnung.
In zweiter Linie ist sie Ausdruck der politischen Solidität und
Verlässlichkeit seiner Institutionen und Haushaltsführung. Ohne eine
verbindende Wirtschaftsmentalität und ohne klare, verbindliche
Haushaltsgesetze endet jeder Währungsverbund in der
Vergemeinschaftung von Schulden und in einem sich beständig
ausweitenden Transferregime. In der der rational und wirtschaftlich

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operierende Währungspartner keinen Nutzen aus seinem vorbildlichen
Handeln ziehen kann, da er diesen Nutzen an den weniger vorbildlich
agierenden Partner abzutreten hat. Eine allseitige Verantwortungslosigkeit
wird in einem solchen System zu erwarten sein.
kämpft für das Recht am selbst erarbeiteten Einkommen gegen eine
konfiskatorische, strafähnliche Besteuerung. Steuern sind zur
auskömmlichen Finanzierung der Staatsausgaben und zur Stimulierung
der Wirtschaftskreisläufe notwendig. Sie dürfen nur in begründeten
Ausnahmefällen (z.B. Tabaksteuer) zur Steuerung des Verhaltens der
Bevölkerung eingesetzt werden. Nach dem Grundsatz: „starke Schultern
tragen mehr“, ist die progressive Besteuerung legitim, solange sie nicht in
gleichmacherischer Absicht und mit Strafcharakter angewendet wird.

betont ausdrücklich die soziale Verpflichtung des Eigentums und die
kompensatorische Aufgabe des Sozialstaats in der Marktwirtschaft:
Jedem, der sich nicht selbst helfen kann, soll die Hilfe des Staates zuteil
werden. Staatliche Hilfe soll soweit wie möglich als Hilfe zur Selbsthilfe
ausgelegt sein. Sie verpflichtet im Gegenzug - im Rahmen des Möglichen
und Zumutbaren – zur Eigenverantwortung. Der Subsidiaritätsgedanke soll
jedoch grundsätzlich Beachtung finden.

respektiert auf diese Weise die Würde des hilfsbedürftigen
Menschen. Sie will ermutigen, keinesfalls jedoch will der soziale Staat den
Hilfebedürftigen abhängig machen. Sie verwahrt sich gegen eine sich
selbst ermächtigende, klientelistisch agierende Sozialindustrie. Sie steht
aus diesem Grund auch der Idee und dem Konzept eines bedingungslosen
Grundeinkommens für Staatsbürger prinzipiell offen gegenüber: Sofern
dieses Konzept finanzierbar sein sollte, würde es die zahlreichen
Sozialleistungen und eine ins gigantische angewachsene SozialstaatsBürokratie überflüssig machen. Es würde hingegen Menschen freistellen,
sich ehrenamtlich für soziale, karitative und kulturelle Aufgaben zu
engagieren.

traut den Bürgern dieser Nation ein hohes Maß an sozialer
Verantwortung für sich und andere zu. Sie ist inspiriert von dem
Gesellschaftsbild einer breiten und wieder wachsenden Mittelschicht als
der Trägerin der Demokratie. Daher stemmt sie sich gegen die
schleichende Enteignung und Ausplünderung der deutschen
Mittelschichten durch die Zumutungen eines gierigen Staates –
repräsentiert durch die Parteien und ihren Afterorganisationen
(Gewerkschaften, Kirchen, Sozialindustrie, NGOs, Medien etc.) – der sich
mit den internationalen Großunternehmen und der Finanzindustrie
verbündet zeigt.

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will eine breit angelegte Eigentumsförderung – auch und gerade die
Förderung der Bildung von Wohneigentum – durchsetzen. Nach dem
Wahrspruch: „Eigentum schafft Sicherheit“. Ein sicherer Grund ist der
beste Kapitalstock für eine dynamische, innovative und positiv in die
Zukunft schauende Gesellschaft.

Für Fortschritt
Die Alternative für Deutschland
bekennt sich zum Fortschritt: In einer Welt mit einem rasant
ansteigenden Bevölkerungswachstum und prinzipiell begrenzten
Ressourcen ist nichts alternativlos. Außer dem technologischen Fortschritt.
Um die Ernährung einer bald die Acht-Milliarden-Grenze erreichenden
Weltbevölkerung sicherstellen zu können, bedarf es eines immer
rationelleren Einsatzes von Ressourcen und Techniken.

sieht Probleme darin, die Gesundheit einer immer höhere
Lebensalter erreichenden Menschheit – die sich in Mega-Städten und
Ballungsräumen immer dichter zusammendrängt – zu erhalten. Derartige
Probleme zu lösen, erfordern Fortschritte der Medizin, der Pharmazie und
den Ausbau der Infrastrukturen.

steht dem Wachstumsgedanken positiv gegenüber: Das Wachstum
der Weltwirtschaft muss mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten
können, wenn nicht die Verarmung und Verelendung großer Teile der
Menschheit in Kauf genommen werden soll.

versteht Wachstum jedoch vornehmlich als einen qualitativen
Prozess der Wohlstandsmehrung. Sie begrüßt ausdrücklich den Prozess
der Globalisierung: Durch internationale Zusammenarbeit, faire
Handelspraktiken, Abbau von Handelshemmnissen und Integration von
Newcomern in die Weltwirtschaft sollen die Lebensbedingungen von
Menschen in allen Ländern der Erde grundlegend verbessert werden. Auch
damit diese in ihren Heimatländern verbleiben können und nicht zur Flucht
getrieben werden. Allerdings muss diese Globalisierung durch gegenseitige
inter-nationale Fairness gekennzeichnet sein. Zuweilen müssen
Beschränkungen des wirtschaftlich Überlegenen den wirtschaftlich
Unterlegenen in seiner Wettbewerbsfähigkeit ertüchtigen.

erachtet es für unverzichtbar, Wachstumsgewinne in die Erhaltung
und Wiederherstellung der Umwelt zu investieren. Nur wenige Landgebiete
der Erde werden angesichts des Bevölkerungsdrucks als großflächige

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Naturreservate erhalten bleiben können. Umso wichtiger wird es sein,
genügend Kapital für die Wiederherstellung ökologisch wertvoller
Kulturlandschaften zur Verfügung zu haben. Tatsächlich ist der Zustand
der Umwelt in den Ländern am besten, die über die höchsten
durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen verfügen. Je eher ärmere Länder
ein befriedigendes Wohlstandsniveau erreichen, desto eher können sie z.B.
eine moderne Infrastruktur der Ver- und Entsorgung bereitstellen und die
Renaturierung verödeter und vernutzter Landschaften betreiben.
bejaht den Wettbewerb der Ideen, Konzepte und Technologien als
die Grundbedingung für den Fortschritt. Staatsdirigistische Eingriffe,
planbürokratische Vorgaben für die Verwendung bestimmter Technologien
verhindern, dass sich die effizienteste technische Lösung im Markt
bewähren und durchsetzen kann. Stattdessen gewinnen häufig die am
besten vernetzten Lobbyinteressen.

resümiert, dass die links-grüne Ideologisierung und Dämonisierung
Deutschland auf einen Sonderweg der immens verteuerten
Energieerzeugung und der angsterfüllten Technikfeindlichkeit geführt hat.
Die sichersten Kernkraftwerke der Erde zum Beispiel werden vom Netz
genommen, während Randtechnologien der Stromerzeugung, wie die
Photovoltaik und die Windenergie, unter Vergeudung volkswirtschaftlicher
und finanzieller Ressourcen in einem Maße forciert werden, das den
Ausbau der Netze weit über den Bedarf erfordert, um Spitzenlasten
abzuleiten. Diese weitgehend irrationale Energiepolitik belastet die Bürger
und gefährdet den Industriestandort.

Aufgabe des Staates bleibt die Forschungsförderung und nicht die
Implementierung von Techniken durch eine erzwungene Subventionierung
seitens der Stromkunden. Forschungsvorhaben zur Effizienzsteigerung, zu
Speichertechniken und zur Kernfusion werden ausschließlich über
Steuermittel finanziert. Die „Verspargelung“ der deutschen Landschaften
durch die Windräder soll eingedämmt und wieder reduziert werden.

bekundet ihre grundsätzliche Skepsis zur Theorie eines
menschenverursachten Klimawandels: Klimawandel hat es im Lauf der
Erdgeschichte vielfach und drastisch gegeben. Für die Theorie der
Verursachung durch Treibhausgase sprechen statistische Korrelationen,
aber nach wie vor keine exakten naturwissenschaftlichen Beweise.
Arbeitshypothesen eines politisierten, ideologisierten und alarmistischen
Wissenschafts- und Mediennetzwerks treiben weltweit die Politik vor sich
her. Die Politik handelt hier vorbeugend, aus Angst und aus Eigeninteresse
am Machterhalt. Ohne gesicherte Erkenntnisse abzuwarten, werden
Milliarden ausgegeben und kostentreibende Auflagen erteilt. Diese

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finanziellen Ressourcen wären besser in den weltweiten
Trinkwasserschutz, in die Abfallentsorgung, in den Kampf gegen den
Hunger, in den Gesundheitsschutz und gegen die Vermüllung der Meere
investiert.
bekräftigt ihre Einstellung zur Freiheit und Ergebnisoffenheit der
Wissenschaft. Sie verweigert sich einem machthungrigen Ökologismus,
der zusehends totalitäre und quasireligiöse Züge annimmt. Fortschritt
beginnt immer mit der Skepsis und Infragestellung herrschender Lehren.
Das Neue entsteht aus Abweichung und Abwandlung.

favorisiert bei der wichtigsten deutschen Ressource – der Bildung
seiner Bürger – die Rückkehr zu einem dreigliedrigen Schulsystem.
Deutschland braucht ein differenziertes Schulsystem mit großer
Durchlässigkeit zwischen den Schultypen. Die technisch orientierte
Realschule bildete und bildet das Rückgrat der hochqualifizierten
Facharbeiterschaft als Basis der Qualitätsarbeit und Innovationsfähigkeit
der deutschen Wirtschaft. Die Akademisierung vieler klassischer
Ausbildungs- und Handwerksberufe wird von uns kritisch betrachtet,
ebenso wie die Verschulung der klassischen Universitätsstudiengänge nach
dem sogenannten Bolognaprozess.

Für Sicherheit
Die Alternative für Deutschland
bekennt sich zur Konzeption der wehrhaften Demokratie: Die
Toleranz muss dort enden, wo zur Gewalt aufgerufen und Gewalt öffentlich
verherrlicht wird. Die deutsche Demokratie muss zur Abwehr intoleranter
Ideologien von innen und außen unmissverständlich bereit sein - auch und
gerade solcher, die sich unter dem Deckmantel der Religion tarnen und die
bei uns garantierte Religionsfreiheit ausnutzen.

definiert Deutschland als integralen Bestandteil der westlichen
Wertegemeinschaft. Zur Verteidigung dieser Wertegemeinschaft ist
Deutschland Mitglied des Nordatlantik-Vertrags (NATO). Diesem Bündnis
kam in Zeiten der Ost/Westkonfrontation zentrale Bedeutung für die
Sicherheit Deutschlands und Europas zu. Auch wenn diese
jahrzehntelange Konfrontation politisch für überwunden galt, zeigen sich
neuerliche Spannungen. Die Alternative für Deutschland steht dafür ein,
dass Ost und West einen Ausgleich ihrer Interessen politisch betreiben. Bei
dem die Interessen Deutschlands – als Partner auf Augenhöhe –
hinreichend berücksichtigt werden. Jedoch setzt dieses voraus, dass die

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Manifest der Partei Alternative für Deutschland
Interessen Deutschlands durch die deutsche Politik endlich formuliert und
dann – im Ausgleich mit den Nachbarn – auch durchgesetzt werden. Es ist
im Interesse Deutschlands mit den Bündnispartnern des Westens, wie
auch mit Russland, zu kooperieren. Die globalstrategischen
Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft machen dies
unumgänglich.
ermutigt Deutschland zur Definition eigener nationaler Interessen,
die selbstbewusst und gleichberechtigt im Rahmen der internationalen
Organisationen und Bündnisse sowie durch eigenständige Außenpolitik
vertreten werden.

anerkennt den Beitrag, den die USA zur Verteidigung Deutschlands
und Europas geleistet haben. Sie zeigt Verständnis dafür, dass die
Bündnispartner einen größeren Beitrag der stärksten Volkswirtschaft
Europas zur Bestreitung der gemeinsamen Verteidigungslasten anmahnen.
Angesichts der vielfältigen Bedrohungen in der Welt des 21. Jahrhunderts
muss Deutschland in Zukunft wesentlich mehr Verantwortung für die
eigene militärische Sicherheit und auch diejenige seiner europäischen
Bündnispartner übernehmen. Das militärische Potential einer Nation ist
einer der Gradmesser für den Behauptungswillen einer freiheitlichen
Gesellschaft.

fordert eine den verschiedensten Bedrohungslagen angemessene,
moderne Ausrüstung der Bundeswehr. Das Land ist dies seinen Soldaten
schuldig, da diese im Ernstfall ihr Leben für die Freiheit Deutschlands
einsetzen müssen.

befürwortet die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht als sinnvoll und
geboten. Die Verteidigung des eigenen Landes ist keine kommerzielle
Aufgabe. Die Bundeswehr muss wieder die Armee der Bürger dieses
Landes sein. Der „Staatsbürger in Uniform“ charakterisiert unser
Begehren. Auch das mindert – im Zweifel – die Bereitschaft des
Parlaments, die Bundeswehr in unkalkulierbare und den deutschen
Interessen wenig dienliche Einsätze zu schicken.

zeigt sich grundsätzlich offen für die alternative Einführung einer
allgemeinen mehrmonatigen Dienstpflicht für alle jungen Staatsbürger
Deutschlands. Die Dienstpflicht als Gegenleistung für die vielen
Leistungen, die der Staat seinen Bürgern erbringt, stärkt die
Verantwortungsbereitschaft und den Gemeinsinn junger Staatsbürger.

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Manifest der Partei Alternative für Deutschland
sieht in der Selbstbehauptung Israels – in einem prinzipiell
feindlichen Umfeld – ein Symbol, das auch für uns Gültigkeit entfaltet.
Israel behauptet sich als einzige funktionierende Demokratie in einer
Umwelt, die sein Existenzrecht immer wieder in Frage stellt. Diese
Selbstbehauptung verdient den Respekt und die Solidarität der Europäer,
die sich ebenfalls der Freiheit verpflichtet sehen.

erachtet angesichts der sich steigernden Bedrohung durch den
internationalen Terrorismus und sogenannte asymmetrische Kriege die
Arbeit der Geheimdienst für unverzichtbar. Dazu zählt auch die
Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten befreundeter Nationen.
Geheimdienste arbeiten notwendigerweise in einer Grauzone. Das
erfordert ihre Kontrolle durch besonders vertrauenswürdige Politiker. Im
Falle der Ämter für Verfassungsschutz ist jedoch eine grundsätzliche und
regelmäßige Evaluation der Strukturen unausweichlich und unabdingbar.

würdigt die Leistungen der Bundes- und der Länderpolizeien, sieht
jedoch in Anbetracht der Verbrechenswelle, die Deutschland mit seinen
offenen Grenzen seit Jahren überspült, die Notwendigkeit einer
erheblichen Verstärkung der Polizeipräsenz in Deutschland. Einbruch,
Diebstahl, Raub durch organisierte Banden und durchreisender Krimineller,
sowie die allgemeine Zunahme der Rohheitsdelikte, der Übergriffe und
Beleidigungen durch Jugendliche erzeugen Unsicherheit und bedingen den
Verlust des öffentlichen Raums in Deutschland. Diese Entwicklung ist nicht
hinnehmbar und muss durch massive personelle Verstärkungen der
Polizeien beendet werden.

sieht die Justizbehörden in Deutschland in ganz erheblichem Maße
gefordert, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kriminalität und
Vandalismus zu praktizieren. Schnellere Verfahrensansetzungen müssen
den jugendlichen Mehrfach- und Intensivtätern den Zusammenhang von
Straftat und Sühne unmissverständlich deutlich machen

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