Sie sind auf Seite 1von 1

Spring nicht

Es ist kalt, Schnee fllt doch du scheinst ihn nicht zu bemerken.


Ich zittere, Trnen sammeln sich in meinen Augen. Ich blinzle sie
weg, versuche dich anzusehen. Erinnerungen kommen hoch.
"Wir sitzen im Gras, du hast dein Geschenk in der Hand. Verliebt
lache ich dich an, bis du dein Geschenk ffnest und grinsend
anfngst mich zu kitzeln."
Ich blinzle die Erinnerung fort und schaue auf die Dcher der
anderen Huser. Alles ist still, wir sind ganz alleine hier oben. Die
riesige Stadt unter uns lsst uns klein und unwichtig wirken.
"Ich komme das erste Mal zu dir nach Hause, deine Mutter hat
getrunken, sie brllt dich an, ich muss gehen."
Ob sie es war, die dich dazu brachte? Langsam gehe ich noch
einen Schritt auf dich zu, greife nach deinem Arm und denke ber
uns nach.
"Ich gestehe dir meine Liebe, kurz darauf finde ich mich in einem
innigen Kuss wieder."
"Du schaust mich weinend an, erzhlst mir dass du alles beenden
und nochmal von vorne anfangen willst."
Nichts in dieser Stadt hlt dich davon ab zu springen. Nichtmal
ich. Ich will dich nicht gehen lassen. Ich kann dich nicht gehen
lassen. Ich packe deinen Arm fester und versuche dich
festzuhalten. Du beginnst dich zu wehren. Du flehst mich an
loszulassen, doch ich kann nicht. Weinend beginne ich auf dich
einzureden, sage dir du sollst an uns denken, alles andere ist egal,
doch du hrst mir nicht zu. Du bist krftiger als ich, das warst du
schon immer, mit einem Ruck befreist du deinen Arm, schaust mir
ein letztes Mal in die Augen, gehst einen Schritt zurck und fllst...
Schreiend strze ich an die Kante, bevor krftige Hnde mich an
den Schultern packen und zurck auf das Dach ziehen.