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Die Rheinpfalz Nr. 186

04_LLUD

Im Blickpunkt:

Ludwigshafen

Samstag, 12. August 2006

Die Klinikum-Affäre

Samstag, 12. August 2006 Die Klinikum-Affäre Privatisierung wird zum Skandalfall Stadt fordert
Samstag, 12. August 2006 Die Klinikum-Affäre Privatisierung wird zum Skandalfall Stadt fordert
Samstag, 12. August 2006 Die Klinikum-Affäre Privatisierung wird zum Skandalfall Stadt fordert
Samstag, 12. August 2006 Die Klinikum-Affäre Privatisierung wird zum Skandalfall Stadt fordert

Privatisierung wird zum Skandalfall

Stadt fordert Schadensersatz von Graf und NPK

Von unserem Redakteur Michael Schmid

Mitarbeiter und erreicht zeit- weise einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Hauptgesellschafter ist Volker Graf. Ihm zur Seite stehen als Mehrheitsgesellschafter der Ex-Personalchef des Klini- kums Jürgen Matschke und der Manager Silvio von En- tress-Fürsteneck. Ebenfalls Gesellschafter des Unternehmens wird Wolfgang Schulte, der 2001 bei der Ober-

bürgermeisterwahl in Ludwigs- hafen nicht mehr antritt. Ein enges Ge- flecht von Graf mit Ludwigshafener Sozialdemokraten ist im Laufe der Zeit gewachsen: Der ehemalige SPD- Stadtratsfraktionschef Hans-Joachim Weinmann hatte einen Beratervertrag bei der NPK, der heutige Sozialdezer- nent Wolfgang van Vliet war als Rechtsanwalt für das Klinikum tätig. Und Schulte übernimmt nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die Ge- schäftsführung der Deutschen Gesell- schaft für Humanplasma (DGH), ei- ner NPK-Tochter. Wie sich im Nachhinein durch die Prüfung der Rechnungsprüfer der Stadt Ludwigshafen herausstellte, gibt es in den Verträgen zwischen dem Kli- nikum und Graf eklatante Regelungs- lücken. Eine Staatsanwältin beurteilt die Verträge als „Freibrief“. Manager Graf nutzt die Spielräume. Dem Be- triebsrat im Krankenhaus ist das Gan- ze langsam nicht mehr geheuer und er informiert die neue Klinikum-Auf- sichtsratsvorsitzende, Oberbürger- meisterin Eva Lohse, die zuvor schon Mitglied im Aufsichtsrat war. Lohse gibt eine Sonderprüfung in Auftrag. Unabhängige Wirtschaftsprüfer sollen die Bilanzen des Krankenhauses durchleuchten, doch es dauert fast zwei Jahre, bis sie einen Bericht vorle- gen können. Die Prüfer werfen Graf „massive Pflichtverstöße“ vor. Das Ma-

þ Die Affäre um den ehemaligen Klinikum- Geschäftsführer Volker Graf und die von ihm gegründete Neue Pergamon Klinik Ma- nagement Gesellschaft (NPK) hat sich zu ei- nem Wirtschaftskrimi entwickelt. Die Stadt Ludwigshafen fordert von Graf und seiner Firma mittlerweile 6,6 Millionen Euro Scha- densersatz. Das bundesweit aktive Unterneh- men NPK steht finanziell mit dem Rücken zur Wand.

Die Geschichte beginnt vor etwa zehn Jahren: Das städtische Klinikum soll privatisiert werden. Der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Schulte will der Industrie- und Arbeiterstadt Ludwigshafen zu einem weiteren Standbein als Gesundheitsstandort ver- helfen. Um diese Entwicklung vor- wärts zu treiben, gewinnt er den Mana- ger Volker Graf für das Klinikum. Der leitet den Umbau des Hauses und voll- zieht die Privatisierung. Dann gründet Graf seine eigene Firma – und damit beginnen die Probleme. Denn Graf ist ab Mitte der 90er Jahre Geschäftsfüh- rer des Klinikums und gleichzeitig Ge- schäftsführer der Neuen Pergamon Klinik-Gesellschaft. An dieser Doppel- funktion hatte sich damals offenbar niemand gestört – weder der Oberbür- germeister noch der Klinikum-Auf- sichtsrat. In den folgenden Jahren schreibt das Klinikum schwarze Zahlen und auch das Unternehmen Pergamon prosperiert. Es werden zahlreiche NPK-Töchter gegründet, die als Dienst- leister im Gesundheitssektor arbeiten. Das Unternehmen stellt für einige Kli- niken den Geschäftsführer per Ma- nagementvertrag übernimmt sogar die direkte Trägerschaft für zwei Kran- kenhäuser in Oberhausen und Lenge- rich. Die Pergamon operiert bundes- weit, hat nach eigenen Angaben 1500

operiert bundes- weit, hat nach eigenen Angaben 1500 Das Ludwigshafener Klinikum ist durch seinen Ex-Manager

Das Ludwigshafener Klinikum ist durch seinen Ex-Manager Volker Graf in die Schlagzeilen geraten. —ARCHIVFOTO: KUNZ

terial, das sie zu Tage fördern, ist teils bruchstückhaft. Für die SPD und die Arbeitnehmervertreter, die die Mehr- heit im Klinikum-Aufsichtsrat stellen, ist der Bericht nicht belastend genug, um Graf zu entlassen. Lohse und die CDU wiederum sehen darin die Bestä- tigung ihres Verdachts, dass sich Graf verselbständigt hat und in die eigene Tasche beziehungsweise in die Kasse der Pergamon gewirtschaftet hat. Es folgt eine monatelange politische Schlammschlacht im Frühjahr 2005. Am Ende steht ein Kompromiss: Graf wird nicht gefeuert. Er kündigt und verlässt das Klinikum im Oktober. Die städtische Revision hält derweil Einzug im Klinikum und fördert im- mer schwerwiegendere Vorwürfe ge- gen Graf und die NPK zu Tage: Unkor- rekte Spesenabrechnungen, ungeneh- migte Dienstfahrzeuge, den kostenlo- sen Einsatz von Klinikum-Personal für die NPK und vorenthaltene Bonuszah-

lungen aus einem NPK-Einkaufsver- bund. Unterm Strich fordern die Revi- soren 6,6 Millionen Euro Schadenser- satz von Graf und seiner Firma. Nachdem die Klinikum-Affäre bun- desweit für Aufsehen sorgt und die NPK bei kommunalen Krankenhäu- sern nicht mehr zum Zuge kommt, ihr Verträge gekündigt werden, gerät in der Pergamon im März ein neuer Mann vorübergehend ans Ruder: Hart- wick Oswald wird Geschäftsführer des Unternehmens. Er verteidigt zunächst Graf, sieht sich dann aber von dem Ma- nager getäuscht. Oswald räumt ein, dass die Stadt Ludwigshafen Schadens- ersatzforderungen hat. Die NPK sieht laut Medienberichten 1,9 Millionen Euro als gerechtfertigt an. Die Unter- nehmensgruppe ist unterdessen in massive finanzielle Schwierigkeiten ge- raten. Die Insolvenz droht. Oswald will die NPK deshalb verkaufen, die Hauptgesellschafter sollen ihr Stamm-

kapital an Treuhänder übereignen. Doch es kommt anders. Die Hauptge- sellschafter feuern Oswald in einer Nacht und Nebel Aktion und setzen den auf Insolvenzen spezialisierten Wirtschaftsanwalt Sixto Atrio als neu- en Geschäftsführer ein. Der entlasse- ne Oswald stellt Insolvenzantrag, den die NPK anficht. Der neue Mann Atrio gliedert die zwei NPK-Krankenhäuser in eine Holding aus. Einige Gläubiger werden deshalb unruhig. Sie befürch- ten, dass wertvolle Unternehmensteile der Konkursmasse entzogen werden. Die Sparkasse Vorderpfalz kündigt derweil ihre Kredite und räumt der NPK keine Fristverlängerung ein. Wenn gegen das Unternehmen ein In- solvenzverfahren eröffnet werden soll- te, ist die Liste der Gläubiger lang: Ban- ken, Lieferanten, Angestellte und am Ende die Stadt Ludwigshafen. Ob ihre Forderungen erfüllt werden, ist der- zeit offen.

KOMMENTAR

Gescheitert

Von Michael Schmid

þ Die Klinikum-Affäre ist eine Geschichte des Scheiterns und hinterlässt viele offene Fragen nach Verantwortlichkeiten. Aus den Vorgängen müssen dringend Konsequenzen gezogen werden.

Die hochfliegenden Pläne für einen Gesundheitsstandort Ludwigshafen mit einer privaten medizinischen Universität, die Altoberbürgermeis- ter Wolfgang Schulte hatte, blieben unerfüllt. Stattdessen ist das Klini- kum bundesweit ins Gerede gekom- men. Leider nicht wegen seiner un- bestrittenen medizinischen Leistun- gen, sondern eines Falls von Wirt- schaftskriminalität. Klinikmanager Volker Graf ist an- gesichts der Vorwürfe und Scha- densersatzforderungen erledigt. Er wollte vom Geschäftsführer eines städtischen Krankenhauses zu ei- nem bundesweit operierenden Ge- sundheitsmanager avancieren und ist dabei tief gefallen. Gescheitert sind auch die Aufsichtsgremien, die das Klinikum zu einem „Selbst- bedienungsladen“ für Graf und sei- ne private Klinik-Gesellschaft NPK werden ließen. Die interne Revisi- on des Krankenhauses hat versagt. Auch der Aufsichtsrat muss sich fragen lassen, wie er tatenlos dem jahrelangen Treiben zusehen konn- te. Besonders die Rolle von Altober- bürgermeister Schulte in der Affäre wirft viele Fragen auf. Kaum vor- stellbar, dass er von Grafs Geschäf- ten als Klinikum-Manager nichts ge- wusst hat. Schulte ist nach seiner Zeit als Politiker in Grafs Firma ge- wechselt – das hat zudem ein Ge- schmäckle. Und selbst als Mitbesit- zer der NPK will der Alt-OB keiner- lei Einblicke in die Geschäftsprakti- ken gehabt haben. Wer‘s glaubt Am Ende sind alle gescheitert:

Schulte, Graf und wahrscheinlich auch die Stadt Ludwigshafen. Denn ob deren Schadensersatzforderun- gen jemals erfüllt werden, steht in den Sternen. Eine verlässt als Siege- rin das Feld: Oberbürgermeisterin Eva Lohse, die sich für eine Aufklä- rung der Vorgänge und Grafs Ent- lassung eingesetzt hat – auch wenn ihr dabei das Scheitern drohte.

Die Akteure

Volker Graf:

Der Professor ist die zentrale Figur in der Klinikum-Af-

färe. Der Volkswirt- schaftler fing An- fang der 90er Jah- re als Geschäfts- führer am Lud- wigshafener Klini- kum an. Er setzte

1996 die von der

Stadt gewollte Pri-

vatisierung des Krankenhauses und der städtischen Al- ten- und Pflegeheime um. Gleichzeitig gründete er die Firma „Neue Perga- mon Krankenhaus Management Ge- sellschaft“ (NPK), die einen Manage- ment-Vertrag mit dem Klinikum schloss. Graf fungierte gleichzeitig für die NPK und das Klinikum als Ge- schäftsführer, bis er in die Kritik ge- riet und seinen Managerposten am Kli- nikum im vergangenen Jahr kündigen musste. Die Stadt wirft Graf vor, sich und seine Firma zu Lasten des Klini- kums um über sechs Millionen Euro bereichert zu haben. Gegen den Mana- ger ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Grafs Firma ist in Folge der Schadens- ersatzforderungen und gekündigter Bankkredite in finanzielle Schwierig- keiten geraten. Graf selbst war zuletzt wegen „psychischer Probleme“ in ei- nem Berliner Krankenhaus. (mix)

Probleme“ in ei- nem Berliner Krankenhaus. (mix) Volker Graf Eva Lohse : Die Ludwigshafener CDU-Oberbürger-

Volker Graf

Eva Lohse: Die Ludwigshafener

CDU-Oberbürger-

meisterin ist Kraft

ihres Amtes Auf-

sichtsratsvorsitzen-

de des Klinikums.

2003

Überprüfung von Grafs Geschäften in Auftrag gege- ben. Die unabhän- gigen Wirtschafts-

prüfer stellten in ihrem Bericht „gravierende Pflichtver- stöße“ des Managers fest. Lohse woll- te deshalb im Januar 2005 Graf als Ge- schäftsführer feuern, fand dafür über keine Mehrheit im Klinikum-Auf- sichtsrat, wo SPD und Arbeitnehmer- vertreter die Mehrheit stellen. Es folg- te eine monatelange politische Schlammschlacht, in der Lohse auch persönlich angegriffen wurde. Die OB blieb stur: Graf muss weg. Schließlich

wurde. Die OB blieb stur: Graf muss weg. Schließlich Eva Lohse hat sie eine handelten CDU

Eva Lohse

hat sie eine

handelten CDU und SPD einen Kom- promiss aus: Der Manager kündigte und sollte so sein Gesicht wahren kön- nen. Als Graf das Klinikum im Herbst 2006 verließ, schickte Lohse die städti- schen Revisoren in das Krankenhaus. In bisher zwei Berichten deckten die Prüfer eine Vielzahl an Verstößen auf und forderten von Graf und seiner Fir- ma NPK insgesamt 6,6 Millionen Euro Schadensersatz. Mittlerweile ist die Stadtpolitik geschlossen auf Loh- ses Seite gewechselt. Die OB fühlt sich bestätigt. (mix)

Wolfgang Schulte: Als Oberbür- germeister und Aufsichtsratsvorsitzen- der des Klinikums hat Wolfgang Schul- te den heute umstrittenen Gesund- heitsmanager Volker Graf geholt, um

das städtische Krankenhaus zu privati- sieren. Schulte hat maßgeblich an den Verträgen des ehemaligen Geschäfts- führers mitgewirkt, die heute in der Kritik stehen und

die der Alt-OB ver- teidigt. Es sei rich- tig gewesen, das Krankenhaus zu privatisieren, auch wenn es bei ver- traglichen Regelun- gen Lücken gege- ben habe. Nach Ab- lauf seiner Amts- zeit wechselte Schulte 2002 zu Grafs Firma NPK

und war dort bis 2004 einer der Mitgesellschafter. Heu- te erklärt Schulte, dass er als NPK-Ge- sellschafter keinen Einblick in die Bü- cher gehabt hätte und keine Ahnung über dem Klinikum vorenthaltene Bo- nuszahlungen habe. Außerdem zeigte sich Schulte darüber enttäuscht, dass „Graf Vertrauen missbraucht“ habe.

Eine Mitverantwortung an der Klini- kum-Affäre weist der Alt-OB zurück. Als Rechtsanwalt vertritt Schulte der- zeit auch die Marketingfirma MSE. Die neue Klinikleitung hatte sich im März von der dem Amerikaner Marc S. Ellenbogen gehörenden Firma ge- trennt. Ellenbogen führt momentan mit der Stadt und dem Klinikum ei- nen Rechtsstreit über Verträge, deren Dauer und die Kosten für die Dienst- leistungen seiner Firma. (mix)

die Kosten für die Dienst- leistungen seiner Firma. (mix) W. Schulte Klaus Seegmüller : Auf den

W. Schulte

Klaus Seegmüller: Auf den ehema- ligen Einkaufsleiter des Klinikums rollt eine Welle von Schadensersatzfor-

derungen zu. Grund: Er soll laut Revi- sionsbericht während seiner Zeit am Klinikum gleichzeitig für die Graf Fir- ma NPK als Einkaufsleiter gearbeitet haben. Gemeinsam mit Graf soll er dem Klinikum Bonuszahlungen von Lieferanten in Millionenhöhe vorent- halten haben, so die Rechnungsprüfer der Stadt. Nach Grafs Weggang aus dem Klinikum wechselte er in dessen Firma. Die NPK hat nach Bekanntwer- den dieser Anschuldigungen Klaus Seegmüller von seinen Aufgaben ent- bunden. (mix)

Hans-Joachim Weinmann: Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Ludwigshafener SPD-Stadtratsfrakti- on hatte von Oktober 2003 bis März 2005 einen Beratervertrag bei der NPK. Als Berater für Energie und Ab- fallentsorgung erhielt er nach eigenen Angaben 400 Euro im Monat. Seine

politische Tätigkeit als Stadtratsmit- glied habe damit

nichts zu. Der der- zeitige SPD-Frakti- onschef Ulrich Küppers zeigte sich überrascht über den Vertrag, der in der Fraktion unbekannt gewe- sen sei. Wein- mann, der zu- nächst seine Bera- tertätigkeit beibe- halten wollte, gab

sie nach Druck schließlich doch auf. „Ich bin es leid, die Hauptfigur in einer öffentlichen Posse zu spielen“, begründete er sei- nen Entschluss. Aus juristischer Sicht sei er nicht zu diesem Schritt gezwun- gen gewesen, betonte er weiter. (mix)

diesem Schritt gezwun- gen gewesen, betonte er weiter. (mix) H.-J. Weinmann Arnold Kolbert : Als ehemaliger

H.-J. Weinmann

Arnold Kolbert: Als ehemaliger Betriebsratschef des Klinikums brach- te Kolbert die Affäre ins Rollen. Er bat 2003 die Aufsichtsratsvorsitzende um die Überprüfung der Klinik-Geschäfte. Als die ersten Ergebnisse Ende 2004 vorlagen und die Aufsichtsratsvorsit- zende Lohse den Klinikum-Geschäfts- führer Graf entlassen wollte, hielt Kol- bert jedoch an dem Manager fest. Auf dem Höhepunkt der politischen Ausei- nandersetzung um Graf wurde Kol- bert der sexuellen Nötigung einer Kli- nikum-Mitarbeiterin beschuldigt. Kol- bert bestreitet alle Vorwürfe. Die Er- mittlungen der Staatsanwaltschaft dau- ern immer noch an. Es steht Aussage

gegen Aussage. Bei den Ermittlungen wurden in Kolberts Dienst-PC Porno-

dateien entdeckt. Dafür erhielt er eine arbeitsrechtliche

Abmahnung. Bei den Betriebsrats- wahlen im Früh- jahr 2006 erlitt Kolbert eine Nie- derlage. Er musste den Vorsitz abge- ben und ist nun kein freigestellter Betriebsrat mehr. Kolberts Name taucht auch im städtischen Revisi-

onsbericht auf, weil er als Betriebsratsvorsitzender ei-

nen Dienstwagen von Graf gestellt be- kam – der ihm nicht zugestanden habe. (mix)

gestellt be- kam – der ihm nicht zugestanden habe. (mix) Arnold Kolbert Hartwick Oswald : Er

Arnold Kolbert

Hartwick Oswald: Er war von März bis Juli Geschäftsführer der um- strittenen Klinik-Gesellschaft NPK. Zu- nächst noch auf Grafs Linie, griff er OB Lohse öffentlich an und forderte Einsicht in die Revisionsunterlagen. Nachdem der zweite Bericht der Revi- soren mit den Millionenforderungen wegen der mutmaßlich vorenthalte- nen Bonuszahlungen an das Klinikum bekannt wurde, schwenkte Oswald um. „Die Ära Graf bei der NPK ist vor- bei“, ließ er verlautbaren. Oswald zeig- te sich entsetzt über Grafs Verhalten, reklamierte für sich die alleinige Ge- schäftsführung der NPK und forderte Graf und die anderen Großgesellschaf-

ter der Firma auf, ihre Anteile an Treu- händer zu überge-

ben. Oswald erklär- te öffentlich, dass der NPK durch die Affäre und ihre Fol- gen die Insolvenz drohe. Er sagte, dass er mit einem Investor die Firma retten wolle. Doch dann wurde er von den Mehrheitsge- sellschaftern gefeu- ert. Angeblich

Hartwick Oswald

habe Oswald die NPK schlecht geredet, um sie günstig an seinen früheren Arbeitgeber, einen Klinik-Betreiber, verkaufen zu kön- nen. Oswald weist dies zurück und be- hauptet, dass die Gesellschafter die Rettung der NPK verhindert hätten. (mix/Archivfotos (6): Kunz)

der NPK verhindert hätten. (mix/Archivfotos (6): Kunz) Chronik der Affäre März 2003: Auf Veranlassung von

Chronik der Affäre

März 2003: Auf Veranlassung von OB Eva Lohse beschließt der Aufsichts- rat des Klinikums eine Sonderprü- fung, nachdem Lohse vom Betriebsrat auf Unregelmäßigkeiten im Klinikum angesprochen wurde. Eine unabhängi- ge Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft prüft die Geschäfte zwischen Klini- kum und der Neuen Pergamon Kran- kenhaus-Management Gesellschaft (NPK), die vom Klinikum-Geschäfts- führer Volker Graf gegründet wurde.

Dezember 2004: Der Aufsichtsrat erörtert den Entwurf des Prüfberichts. Geschäftsführer Volker Graf wird um Klärung noch offener Fragen gebeten.

Januar 2005: Die RHEINPFALZ macht die Sonderprüfung öffentlich. Im Aufsichtsrat fordert OB Lohse die Entlassung Grafs. Sie begründet das mit „massiven Verstößen gegen das Vergaberecht sowie Vorfällen von Selbstbereicherung“. Eine Mehrheit aus SPD und Arbeitnehmervertretung lehnt den Antrag ab, man könne keine Anhaltspunkte für Straftatbestände oder persönliche Bereicherung erken- nen. Lohse schaltet die Staatsanwalt- schaft ein. Gegenüber den Medien räumt Graf einen Verstoß gegen das Vergaberecht ein. Es kommt zu einer Lagerbildung zwischen Graf-Gegnern um Lohse und die CDU sowie Graf-Be- fürworter um die SPD und die Arbeit- nehmervertreter.

31. Januar 2005: Sondersitzung des Stadtrats zur Sonderprüfung Klini- kum und die Änderung des Gesell- schaftervertrags. Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Auf- sichtsrat Graf aufgrund grober Pflicht- verletzungen abberufen muss. Die An- wälte Grafs widersprechen.

Februar 2005: Nach öffentlichen Spekulationen der CDU, ob über den Etat für Öffentlichkeitsarbeit des Klini- kums verdeckte Wahlkampfhilfe für die SPD geleistet worden sei, ver- schärft sich der Streit zwischen den beiden Parteien. Die Staatsanwalt- schaft Kaiserslautern leitet gegen Graf ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue ein. Einen Fra- genkatalog der OB beantwortet Graf nicht. Lohse setzt eine neue Frist.

März 2005: CDU und SPD bemü- hen sich um Annäherung. Der Stadt- rat stimmt der Klinikum-Satzungsän- derung zu: Danach kann der Rat künf- tig über Bestellung und Abberufung des Geschäftsführers entscheiden.

April 2005: OB Lohse beauftragt die städtische Revision mit der inter- nen Prüfung im Klinikum. Graf gibt seine vorzeitige Kündigung bekannt.

Oktober 2005: Graf verlässt das Klinikum zum 31. Oktober. Sein Nach- folger wird im April 2006 Peter Asché.

Februar 2006: Das Klinikum will erste Schadensersatzforderungen ge- gen Graf stellen. Grundlage hierfür ist der erste Bericht der Revision. Graf weist die Forderungen zurück.

März 2006: Die neue Kliniklei- tung trennt sich von der Marketingfir- ma MSE. Verträge und Kosten sind umstritten. Die Firma kündigt mehre- re Klagen gegen das Klinikum an.

Mai 2006: Der Stadtrat unter- stützt einstimmig Schadensersatzfor- derungen an Graf. Laut Revision soll der Ex-Geschäftsführer sich und sei- ne Firma massiv selbst begünstigt ha- ben. Dabei geht es unter anderem um Benzinrechnungen, unrechtmäßi- ge Erfolgsbeteiligungen und die Be- reitstellung dreier Dienstwagen.

Juli 2006: Der Aufsichtsrat berät den zweiten Revisionsbericht und be- schließt einstimmig, die volle Scha- densersatzsumme (rund 6,5 Millionen Euro) von Graf, der NPK und sonsti- gen Dritten einzufordern. Dickster Brocken sind nicht an das Klinikum weitergeleitete Bonuszahlungen aus ei- nem Einkaufsverbund der NPK. Ge- gen den ehemaligen Chefeinkäufer des Klinikums soll deshalb Strafanzei- ge gestellt werden. Die Affäre zieht mittlerweile bundesweit Kreise. Der NPK droht die Insolvenz. Um die Zah- lungsunfähigkeit abzuwenden, sucht NPK-Geschäftsführer Hartwick Os- wald Investoren. Er wird von Graf und den anderen Hauptgesellschaftern ent- lassen und durch den Wirtschaftsan- walt Sixto Atrio ersetzt.

August: Die Sparkasse Vorder- pfalz hat die Kredite für die NPK ge- kündigt und fordert rund 3,5 Millio- nen Euro zurück. (red)

Klinikum

Klinikum Klinikum http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/516843282.html Das ehemals städtische Krankenhaus wurde
Klinikum Klinikum http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/516843282.html Das ehemals städtische Krankenhaus wurde

Klinikum

http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/516843282.html

Das ehemals städtische Krankenhaus wurde 1996 in die Klinikum-GmbH ausgegliedert. Seitdem führt die Krankenhausgesellschaft Neue Pergamon die Geschäfte. Deren Chef Dr. Volker Graf ist über einen Managementvertrag mit dem Klinikum angestellt. Nach "MM"-Informationen erhält Graf fünf Prozent der Erträge des Klinikums - und auch der Alten- und Pflegeheim Ludwigshafen GmbH, die vor wenigen Jahren zum Klinikum kam. Viele Fragen ranken sich um das Firmengeflecht, das unter dem Dach der Neuen Pergamon existierte. Die eineinhalbjährige Sonderprüfung des Klinikums begann im Frühjahr 2003. OB Eva Lohse (CDU) gehört dem Aufsichtsrat seit 1999 an, 2002 übernahm sie den Vorsitz von Wolfgang Schulte (SPD). Im 15-köpfigen Aufsichtsrat der Klinikum-GmbH hat CDU vier Mandate, die SPD drei, FDP und Republikaner jeweils eines, hinzu kommen fünf Arbeitnehmervertreter. Das Klinikum beschäftigt etwa 2500 Mitarbeiter. ott

Stichwort

Mannheimer Morgen 24. Januar 2005

Gemeinsam handeln,

die Zukunft gestalten, erfolgreich verändern

Diskussionspapier zur Weiterentwicklung des Klinikums und zur Sicherung der Interessen der Beschäftigten in der Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH

Erarbeitet von Mitgliedern und Vertrauensleuten der Gewerkschaft ver.di im Klinikum Ludwigshafen von Juni bis August 2007

V.i.S.d.P. und Herausgeber: ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz, Andrea Hess (Stellvertretende Landesbezirksleiterin), Münsterplatz 2-6, 55116 Mainz

Auszüge

Neue Pergamon Krankenhausmanagement Gesellschaft

1996 vom ehemaligen Geschäftsführer des Klinikums Volker Graf und dem ehemaligen Personaldirek- tor Jürgen Matschke mit der Absicht gegründet, die damalige Erfolgsgeschichte des Klinikums (ge- winnbringend und) bundesweit zu vermarkten.

Zeitweilig war auch die frühere Pflegedirektorin Käte Harms Mitgesellschafterin.

Ab Sommer 1996 übernahm die NPK die Geschäftsführung des Klinikums. In den Folgejahren gelang es ihr, einige überwiegend kleinere Krankenhäuser in der BRD und Tschechien als Eigentümer oder wenigstens in Betriebsführung zu übernehmen.

Die NPK gründete eine Vielzahl von Tochtergesellschaften und Beteiligungen (Personalberatung, Un- ternehmensberatung, Facility Management, Einkauf, IT-Systeme, Catering, Wäscherei, Deutsche Ge- sellschaft für Humanplasma u. a.), die zumindest teilweise mit Personal und Mitarbeitern des Klinikums Ludwigshafen betrieben wurden.

Im Herbst 2005 wurde der Vertrag mit Graf und der NPK in Ludwigshafen wegen deutlicher Hinweise auf Unregelmäßigkeiten und Selbstbegünstigungen beendet.

Die städtische Revision stellte in der Folgezeit einen von Volker Graf und der NPK verursachten Ge- samtschaden von rund 10 Mio. € fest. Gegen Graf läuft immer noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die NPK befindet sich in Insolvenz, Graf selbst hat Privatinsolvenz und Zahlungsunfähigkeit angemeldet.

…… muss heute festgestellt werden, dass der frühere Geschäftsführer, geduldet und unterstützt von einer ganzen Reihe führender Mitarbeiter, die Interessen des Klinikums immer mehr den Interessen seiner Krankenhaus-Managementgesellschaft NPK unterordnete.

Seit dem Jahr 2005 weist das Klinikum jährliche Bilanzdefizite von jeweils über drei Millionen € aus. Damit steht fest: das Klinikum befindet sich insbesondere infolge jahrelanger Managementversäumnis- se, umfangreicher Selbstbegünstigungen und Unterschlagungen der früheren Geschäftsführung und eines fehlenden belastbaren Zukunftskonzeptes für die Konsolidierung und künftige Unternehmensent- wicklung vor dem Hintergrund der Konvergenzphase derzeit in einer schwierigen Situation.

http://www.ungesundleben.org

Einstiegseite ins „Privatisierungs-Wiki“.

Dort „werden Informationen und Erkenntnisse gesammelt über Privatisierungen im Gesundheitswesen; private und öffentliche Krankenhaus- und Heimbetreiber; Arbeitsbedingungen und -kämpfe von Be- schäftigten im Gesundheitswesen und Bedingungen, die PatientInnen und BürgerInnen als potenzielle PatientInnen betreffen.“

Die Seite enthält auch umfangreiche Informationen zu Volker Graf und der Neuen Pergamon

und

http://file.sunshinepress.org:54445/npk-ludwigshafen-doku.pdf

Polit-Krimi um den Klinikum-Chef

Polit-Krimi um den Klinikum-Chef http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/539834183.html Polit-Krimi um den

http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/539834183.html

Polit-Krimi um den Klinikum-Chef

Machtpoker um Volker Graf lähmt monatelang die Kommunalpolitik / Auch andere Affären

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schrott

Für einen Politkrimi sorgten über Wochen hinweg CDU und SPD. Wird Volker Graf abgewählt oder nicht? Das Schicksal des Klinikum-Geschäftsführers beherrschte im Frühjahr die volle Aufmerksamkeit der Fraktionen und lähmte dadurch auch die Kommunalpolitik. Erst nach drei Monaten wurde der Streit beigelegt. Graf, dem die OB Eva Lohse und CDU große Pflichtverstöße vorwerfen, verließ vorzeitig Ende Oktober seinen Arbeitsplatz. Dies war aber nicht die einzige Affäre, die Ludwigshafen zu Jahresbeginn weithin in die (negativen) Schlagzeilen brachte.

Erinnert sei nicht nur an Ex-Hafendirektor Sigurd Kunkel, sondern auch an den Betriebsratschef des Klinikums, Arnold Kolbert, gegen den wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung ermittelt wird, oder an den früheren Personalratschef der Stadtverwaltung, Wolfgang Schneider, der wegen Vermittlung eines Kokaingeschäfts angeklagt wird.

In die heftige Kritik war Graf wegen eines Millionenauftrags der Klinikum-Wäscherei geraten, den er entgegen seiner Ankündigung im Aufsichtsrat nicht ausgeschrieben hatte. Vielmehr ging er jahrelang an ein Unternehmen, an dem eine Firma Grafs zur Hälfte beteiligt war. Keinen hinreichenden Grund für eine Abberufung sahen hingegen SPD und Arbeitnehmervertreter und verhinderten mit knapper Mehrheit im Aufsichtsrat den Rauswurf Grafs.

Als "Tanz auf der Rasierklinge" schilderte ein Insider die Bemühungen, den Konflikt zu lösen. Schließlich kündigte Graf vorzeitig seinen bis Ende 2006 dauernden Vertrag, um "weiteren Schaden vom Klinikum abzuwenden". Nachfolger ist Peter Asché. Der 48-jährige Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken GmbH tritt vermutlich im März seine Stelle an.

Unklar bleibt indes der strafrechtliche Aspekt für Volker Graf. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue seit Januar. "Ein Ende ist nicht abzusehen. Umfangreiche Akten müssen noch durchgearbeitet werden", sagte gestern der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Bleh auf "MM"-Anfrage. Das Ergebnis der Ermittlungen sei "völlig offen".

Ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist vor Monaten auch der Betriebsratschef des Klinikums. Kolbert wird beschuldigt, eine Mitarbeiterin sexuell genötigt und zum Anschauen von Pornofilmen gezwungen zu haben. Dieser weist die Vorwürfe zurück. Unterdessen bestätigte das Arbeitsgericht eine Abmahnung Kolberts, weil auf dessen Dienst-PC 50 pornografische Bilddateien gefunden wurden.

Auf eine Verlängerung seiner Dienstzeit verzichtete Personalratschef Wolfgang Schneider, als die Staatsanwaltschaft im Januar Anklage wegen Verwicklung in einen Drogenhandel erhob. Der 60-Jährige beteuert indes seine Unschuld. Mittlerweile eingestellt wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme oder Bestechlichkeit im Zusammenhang mit städtischen Grundstücksverkäufen.

Mannheimer Morgen 31. Dezember 2005

„Graf hat Vertrauen gebrochen "

Altoberbürgermeister Wolfgang Schulte zur Klinikum-Affäre – Privatisierung des Krankenhauses sei dennoch richtig gewesen

Von unseren Redakteuren S. Keller und M. Schmid

Als Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Ludwigshafener Klinikums hat Wolfgang Schulte den heute umstrittenen Gesundheitsmanager Volker Graf geholt, um das städtische Krankenhaus zu privatisieren. Schulte hat maßgeblich an den Verträgen des ehemaligen Geschäftsführers mitgewirkt, die heute in der Kritik stehen. Im RHEINPFALZ-Gespräch verteidigt Schulte die Privatisierung und Grafs Verträge, die Bezahlung und Erfolgsprämien klar geregelt hätten. Allerdings habe Graf auch Vertrauen missbraucht, bedauert Schulte.

Anfang der 90er Jahre wollte sich die Stadt als Oberzentrum im Gesundheitswesen neu

positionieren. Zentrale Schritte dazu seien die Privatisierung des Klinikums und die Pläne für die Gründung einer medizinischen Privat-Universität gewesen, beschreibt Schulte die Ausgangslage.

1992 wurde deshalb ein Geschäftsführer für das Klinikum gesucht. Volker Graf sei mit einem

Jahresgehalt von 120.000 Euro ein „günstiger und guter Geschäftsführer" gewesen, erinnert sich Schulte.

Graf habe gleich zu Beginn den Umbau des Krankenhauses geschultert. 1996 habe der Manager die Firma „Neue Pergamon Krankenhaus Management Gesellschaft" (NPK) gegründet und einen Vertrag zwischen der Firma und dem Klinikum gefordert - andernfalls wäre er gegangen, sagt Schulte.

Nach dem Erfolg der ersten drei Jahre habe der Aufsichtsrat zugestimmt, Grafs Gehalt auf 150.000 Euro zu erhöhen. „Er wollte den Pergamon-Vertrag und wir wollten den Reformkurs beibehalten", erinnert sich Schulte. Einstimmig seien Volker Graf im Aufsichtsrat Über-Erfüllung der Ziele bestätigt worden. Damals habe sich das Konzept, einem Geschäftsführer Freiheiten einzuräumen, damit er wirtschaftlich handeln und rasch Entscheidungen treffen könne, als richtig erwiesen. Graf habe gute Ideen gehabt und wichtige Netzwerke aufgebaut.

Der Altoberbürgermeister widerspricht den Ergebnissen der Sonderprüfung und der Revision, die moniert hatten, dass Graf unberechtigt Prämien kassiert und es gravierende Regelungslücken gegeben habe. Laut Schulte hätten die Prüfer nicht alle notwendigen Grundlagen für eine Prüfung beachtet und seien zu falschen Schlüssen gekommen. Alle Regelungen über die Bezahlung samt Tantiemen für Graf seien im Aufsichtsrat besprochen worden und dem Vertrag mit dem Geschäfts- führer zu entnehmen.

Als Geschäftsführer des Klinikums sei Graf dazu verpflichtet worden, auch die Geschäftsführung für die 1996 ebenfalls privatisierten städtischen Alten- und Pflegeheime zu übernehmen. „Wir haben dafür keinen separaten Vertrag geschlossen. Im Nachhinein betrachtet, war das wohl ein Fehler", räumt Schulte ein. Denn heute sind die fünfprozentigen Erfolgsprämien für Graf am Gewinn der Alten- und Pflegeheim GmbH umstritten.

„Gab keine mündliche Absprachen"

Die Revisionsprüfer und die derzeitige Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzende Eva Lohse sehen dafür keine Grundlage und fordern etwa 140.000 Euro zurück. Graf hingegen beruft sich auf mündliche Absprachen mit dem früheren Aufsichtsratschef Schulte. „Mündliche Absprachen hat es nicht gegeben", sagt wiederum Schulte. Durch die Verträge sei klar gewesen, dass Graf von 1996 bis

1999 auf eigenes Risiko arbeite und - falls er schwarze Zahlen erwirtschaftet - 2000 eine

rückwirkende Prämie auf 1999 erhalte. Diese Erfolgsprämie für die Altenheime sei erstmals im Jahresbericht 2000 ausgewiesen und dem Aufsichtsrat erläutert worden. „Aus Sicht der Stadt war das doch optimal. Wir haben uns den zweiten Geschäftsführer für die Alten- und Pflegeheime gespart und Graf hat das wirtschaftliche Risiko getragen. Bei roten Zahlen hätte er keine Prämie bekommen", so Schulte.

Kontrolle im Klinikum

Die interne Kontrolle im Klinikum sei auch nicht lückenhaft gewesen, wie von der Revision behauptet. Berichtswesen, Risiko-Management seien aufgebaut, dem Aufsichtsrat ständig berichtet worden. Graf sei regelmäßig vom Aufsichtsrat entlastet worden - in dem ab 1999 auch Eva Lohse saß. „Die Kontrolldichte war da, aber lückenlose Kontrolle gibt es nicht", so Schulte.

Von den drei Dienstwagen Grafs habe er ebenso wenig gewusst wie von Pergamon-Feiern auf Klinikum-Kosten im BASF-Casino. Schulte: „Das war Missbrauch von Freiheiten und individuelles Fehlverhalten. Graf hat damit Vertrauen gebrochen. Ich bin enttäuscht."

Dass Graf Aufträge an Tochterfirmen der eigenen „Pergamon" vergeben haben soll, findet Schulte nicht anstößig. „Das machen alle, um günstigere Preise zu bekommen." Die Zentralwäscherei sei auf Wunsch des Aufsichtsrates von Graf übernommen worden - aber ohne öffentliche Auftragsvergabe. Ein eindeutiger Pflichtverstoß monieren die Sonderprüfer. „Wir hätten ansonsten Mitarbeiter entlassen müssen", sagt Schulte.

Der harte Kurs Lohses gegen Graf sei auch eine Kampagne, um seine Arbeit als Oberbürger- meister im Nachhinein zu diskreditieren, glaubt Schulte. Der Ruf des Klinikums leide massiv unter der Debatte, die trotz Grafs Weggang weiter geschürt werde. Lohse betreibe kein gutes Krisenmanagement.

Dass er dafür kritisiert wird, die ehemalige Klinikum-PR-Firma MSE juristisch gegen die Stadt zu vertreten, lässt den Rechtsanwalt kalt. Zu Einzelheiten wollte er sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern.

Politik

Politik 1.04.08 Klinik-Affäre: Keine weitere Regressforderung Ludwigshafen: Außer Graf wird niemand zur Verantwortung
Politik 1.04.08 Klinik-Affäre: Keine weitere Regressforderung Ludwigshafen: Außer Graf wird niemand zur Verantwortung

1.04.08

Klinik-Affäre: Keine weitere Regressforderung

Ludwigshafen: Außer Graf wird niemand zur Verantwortung gezogen

"Wenn es schon schwer ist, den Häuptling zu schnappen, dann wäre es noch schwerer, die Indianer zu packen", sagte der Ludwigshafener CDU-Fraktionschef Heinrich Jöckel der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" zufolge am Montag im Hauptausschuss. Gemeint war die Möglichkeit, in der "Klinikum-Affäre" (RheinNeckarWeb berichtete) außer Exgeschäftsführer Volker Graf noch weitere Personen zur Verantwortung zu ziehen. Jöckels Meinung teilten auch die Vertreter der anderen Parteien, so das Blatt. Das Klinikum müsse das leidige Kapitel abschließen und sich der Zukunft zuwenden.

Städtische Prüfer ermitteln größeren Schaden

Städtische Prüfer ermitteln größeren Schaden http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20080613_srv Affäre

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20080613_srv

Affäre Graf: Dritter Revisorenbericht über früheren Klinikum-Geschäftsführer

Städtische Prüfer ermitteln größeren Schaden

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schrott

Das Fehlverhalten des ehemaligen Klinikum-Geschäftsführers Volker Graf ist offenbar viel größer als bislang angenommen. Der dritte Revisionsbericht der Stadtverwaltung weist nach "MM"-Informationen Unregelmäßigkeiten in einer Gesamthöhe von 1,26 Millionen Euro auf. Aufgelistet wurden etwa 15 Einzelpositionen. OB und Klinikum-Aufsichtsratschefin Eva Lohse wollte sich dazu gestern nicht äußern. Sie verwies darauf, dass der Stadtrat das Thema am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung behandeln werde.

Spesen und Verträge beanstandet

Vor allem Reisekosten und Spesenabrechnungen haben dem Vernehmen nach die Rechnungsprüfer beanstandet. In ihrem dritten Bericht konzentrierten sie sich auf die Jahre 2003 bis 2005. Dabei stellten sie nicht nur unkorrekte Buchungen fest, so ist zu erfahren. In der Kritik stehen auch Altersteilzeitverträge, die als erstaunlich üppig eingestuft werden.

Nach den bisherigen Revisionsberichten ist unter der Geschäftsführung von Volker Graf ein Schaden von knapp zehn Millionen Euro entstanden. Das Klinikum hat daher Forderungen (einschließlich Zinsen) von 10,9 Millionen Euro gegenüber dem früheren Manager und dessen Gesellschaft Neue Pergamon (NPK) geltend gemacht.

Zweieinhalb Jahre lang überprüften die Revisoren die Unterlagen des Klinikums. Dabei wurde nach "MM"-Informationen entdeckt, dass viele Belege vernichtet und Computer-Festplatten gelöscht worden seien.

Erschreckend lang bleibt die Liste des ermittelten Fehlverhaltens. Nach Angaben der Prüfer hat Graf etwa Rabatte von Lieferanten in Höhe von 1,9 Millionen Euro nicht an das Klinikum weitergeleitet.

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern stuft die Verfehlungen bei Boni-Zahlungen als glasklar ein und erhob Anklage wegen Untreue in 70 besonders schweren Fällen.

Zivilrechtlich ist die Stadt bereits aktiv geworden und hat einen Vollstreckungstitel gegen Graf über 1,5 Millionen Euro erwirkt. Ob sie aber letztlich Geld sehen wird, ist derzeit mehr als fraglich. Der Ex-Geschäftsführer, der nun in Berlin lebt, hat Privatinsolvenz angemeldet.

Der Stadtrat wird nicht nur über das Vorgehen nach dem Prüfbericht beraten. Dem Vernehmen nach will eine Fraktion auch Haftungsfragen des früheren Aufsichtsrats besprechen. Im Revisionsbericht, so ist zu hören, gebe es klare Aussagen. Sogar Mitarbeiter der zweiten und dritten Führungsebene hätten die Konstellationen um Graf und dessen Firmen nicht durchschaut.

Mannheimer Morgen

13. Juni 2008

Adresse der Seite:

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RHEINPFALZ.DE - Nachrichten Aktuell Pfalz Rhein-Neckar Ludwig

http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=r

Montag, 16. Jun, 07:36 Uhr

Klinikum-Skandal weitet sich aus

Schaden nun bei elf Millionen Euro - Leitende Ex-Angestellte verwickelt? - Neue Vorwürfe gegen Graf

Der f inanzielle Schaden durch die Kl inikum-Affäre ist größer als bisher

angenommen. Die

Geschäftsführer Volker Graf und dessen Krankenhausmanagementfirma Neue Pergamon belaufen sich mittlerweile auf rund elf Millionen Euro.

den Ex- Klinikum

Forderungen

der Stadt gegen

Dies ge ht aus dem dri tten Revi sionsbericht der Stadtverw altung hervor, übe r

den heute

(Sitzungsbeginn: 13 Uhr, Ratss aal). In den S kandal sol len nun auch frühere leitende Angestellte des Krankenhauses verwickelt sein, darunter die ehemalige Pflegedienstleiterin Käthe Harms.

wird

der Stadt

rat in

nicht

öffentlicher Si

tzung ber

aten

Die städtischen Rec hnungsprüfer moni eren unter anderem den Mi ssbrauch von Klinikum-Kreditkarten f ür priv ate Z wecke - unter anderem f ür Restaurantrechnungen oder Reis e- und H otelkosten. H arms" „Arbeitsessen" hätten i n 48 Fäl len an Sonn- und Fei ertagen, in 57 Fällen samstags stattgefunden - dar unter sei auch eine „B esprechung" am ersten

RHEINPFALZ vorliegt, soll

Weihnachtsfeiertag. Laut Revi sionsbericht, der der

Harms" mutmaß licher Kr editkartenmissbrauch dem Kl inikum einen wirtschaftlichen Schaden von über 59. 000 Euro ve rursacht haben. D ie

Rechnungsprüfer regen eine strafrechtliche Überprüfung an: „Im Übrigen sollte

erwogen werden, gegen Frau Harms Strafanzeige wegen Untreue

zu stellen."

Ebenfalls i n der Kr itik der Rechnungsprüf er steht die Altersteilzeitregelung de r ehemaligen Pflegedienstleiterin, deren Frei stellungsphase von A pril 2007 bi s März 2009 l äuft. Laut Pr üfbericht hat Harms keinerlei finanzielle Einbußen aus der mit dem Klinikum und noch mit Graf vereinbarten Altersteilzeitregelung zu erwarten. D emnach si nd i hr dari n 100 Prozent i hres Fest gehaltes ebenso garantiert w ie ei ne leistungsabhängige Vergütung von 25.000 Euro i m J ahr sowie di e N utzung ei nes Diens twagens. Schl ießlich sei ihr zudem noch ei ne Abfindung für de n vorzei tigen V erlust des A rbeitsplatzes" von 50. 000 Euro zugesichert w orden. Für di e Rechnung sprüfer i st das eine „exkl usive und bundesweit ei nmalige Al tersteilzeitvereinbarung. Noch ni cht ei nmal in de r Großindustrie werden ü blicherweise di e Alt ersteilzeitverhältnisse le itender Angestellter annähernd ähnli ch gr oßzügig geregel t". Den bisher aufgetretenen wirtschaftlichen Schaden für das Kl inikum bezi ffern die Prüfer mi t rund 44.000 Euro. Sie empfehlen der Stadt, di e Verei nbarung juri stisch zu prüf en und mi t Harms eine außergerichtliche Einigung anzustreben.

Harms ist kein Einz elfall. Auch i hre S tellvertreterin sol l l aut Pr üfbericht ei ne ähnliche Regelung mit Graf get roffen haben - allerdings ohne den Dienstwagen.

lia Li ndner, bi s 2005 geraten. Li ndner soll

mit Abrechnungen über i hre Klinikum-Kreditkarte dem Krankenhaus ei ne Schaden von 4800 Euro zugefügt haben.

Verwaltungsdirektorin am Kl inikum, i ns Vi sier der Prüfer

In S achen Kre ditkartenabrechnungen i st auch Corne

1 von 1

Neue s chwerwiegende V orwürfe haben die Revisoren auc h gegen Ex-Geschäftsführer Volker Graf : Er soll das Klinikum um 473.000 Euro geprellt haben, weil er überteuerte Aufträge für Klinikmaterial einer Firma zugeschustert habe, di e zur Pergamon-Gruppe gehört e. Pik antes D etail im Prüf bericht:

W.

esen s ein. A us

dieser Beziehung sol l i m Übrigen ein gemeinsames l eibliches Kind hervorgegangen sein."

„Geschäftsführerin war ei zumindest zei tweise eine

ne F rau

W

Dem Vernehm en nach sol l Frau

Lebensgefährtin von Herrn Graf gew

Zu ei ner erneuten

eine geplante „Private

Medizinische Hochschule Ludwigshafen". Zweck war die Gründung, Finanzierung und das Betreiben der Medizin-Hochschule, die letztlich nicht verwirklicht wurde, weil 2003 die s taatliche A nerkennung ve rsagt bl ieb. Graf soll unzulässig 2002 mit Stiftungsgeld Aktiengeschäfte getätigt haben, um für seine Firma Anteile an der Eifel-Höhenklinik zu kaufen. Durch das Akti engeschäft soll l aut Prüfberic ht der Stiftung Schaden von 30.000 Euro entstanden sein. (mix)

wegen dess en Umgang mi

Strafanzeige gegen Graf wegen Untr eue r aten die Prüf er

t S tiftungsgeldern für

16.06.2008 17:57

Strafanzeige gegen Harms wird erhoben

Strafanzeige gegen Harms wird erhoben http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel Klinikum-Prüfbericht: Stadtrat

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel

Klinikum-Prüfbericht: Stadtrat fordert Konsequenzen

Strafanzeige gegen Harms wird erhoben

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schrott

In der Klinikumsaffäre um Ex-Geschäftsführer Volker Graf rücken nun frühere Leitende Angestellte in den Blickpunkt der Juristen. Strafanzeige wegen Untreue sowie zivilrechtliche Schritte gegen die frühere Pflegedienst-Direktorin Käte Harms bereitet die Stadt vor. Dies beschloss nach "MM"-Informationen gestern Abend einstimmig der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung. Er nahm den dritten Bericht der städtischen Revisoren zur Kenntnis und missbilligte die aufgeführten Pflichtverstöße.

Nach Angaben der Prüfer hat die frühere Pflegedienst-Direktorin Klinikum-Kredikarten für private Zwecke missbraucht. Beanstandet wurden Reisekosten- und Spesenabrechnungen in den Jahren 1996 bis 2007 mit einer Gesamtsumme von 59 242 Euro. In 315 Fällen seien Arbeitsbesprechungen in Restaurants und Hotels (Gesamtkosten: 43 135 Euro) erfolgt. "Das Gebot der Wirtschaftlichkeit wurde regelmäßig nicht verfolgt", kritisieren die Prüfer.

Arbeitsessen an Weihnachten

Sehr auffällig sei, dass ein Drittel der "Arbeitsessen" an Wochenenden stattgefunden habe, auch am ersten Weihnachtsfeiertag. Restaurantbesuche seien nicht nur in Ludwigshafen, sondern auch in Göttingen, Wien und Eltville abgerechnet worden. "Zu diesen Städten und Krankenhäusern bestanden von Seiten des Ludwigshafener Klinikums aber keine dienstlichen Beziehungen" merkten die Revisoren an. Harms war nach Auffassung der Prüfer Graf eng verbunden und Gründungsgesellschafterin der Unternehmensgruppe "Neue Pergamon" (NPK), die von Graf geleitet wurde.

"Sonderleistungen für leitendes Personal des Klinikums", die exklusiv und bundesweit einmalig seien, haben die Revisoren bei der Altersversorgung entdeckt. Abweichend von Tarifregelungen habe Harms, die von 1985 bis 2007 am Klinikum tätig war, keine Abstriche bei der Altersteilzeit hinnehmen müssen.

50 000 Euro Abfindung

Vielmehr sei ihr eine Abfindung von 50 000 Euro für den vorzeitigen Verlust des Arbeitsplatzes zugesichert worden. Auch in der bis Frühjahr 2009 dauernden Freistellungsphase sei ihr die Nutzung eines Dienstwagen erlaubt worden.

Die frühere Pflegedienstdirektorin erklärte auf "MM"-Anfrage, dass ihr die Vorwürfe nicht bekannt seien. "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen." Eine weitere Stellungnahme wollte sie nicht abgeben.

Durch "unwirtschaftlichen Einsatz einer Kreditkarte" hat laut Prüfbericht auch eine frühere Verwaltungsdirektorin einen Schaden von 4801 Euro angerichtet. Eine "sehr unübliche Altersteilzeitvereinbarung" wurde laut Prüfer auch mit einer Abteilungssekretärin getroffen, die auch Tätigkeiten für den NPK-Einkaufsverbund erledigt habe. Gesamtschaden: 77 575 Euro.

Mit 472 445 Euro beziffert wird der wirtschaftliche Nachteil für das Klinikum durch eine Geschäftsbeziehung, die auf Weisung Grafs vorgenommen wurde. Nach Angaben der Revisoren hat die Firma Med.ea, eine mittelbare Tochtergesellschaft der NPK, Verbandsstoffe und anderen klinischen Bedarf zu deutlich überhöhten Marktpreisen geliefert. Die Geschäftsführerin der Med.ea ist nach Erkenntnissen der Revisoren "zumindest zeitweise eine Lebensgefährtin" von Graf gewesen.

Im Interview 20. Juni 2008 „Es wird weitere Strafanzeigen geben" Aufsichtsratsvorsitzende Eva Lohse zur

Im Interview

20. Juni 2008

„Es wird weitere Strafanzeigen geben"

Aufsichtsratsvorsitzende Eva Lohse zur Klinikum-Affäre und Konsequenzen aus den Rechnungsprüfberichten

Die Rechnungsprüfer haben ihre Arbeit im Ludwigshafener Klinikum beendet. Der finanzielle Schaden durch die Klinikum-Affäre liegt nach Schätzungen der Revision bei rund elf Millionen Euro. Vor allem der Ex-Geschäftsführer Volker Graf soll das Krankenhaus um Millionen geprellt haben und das Geld in seine Krankenhaus-Managementfirma NPK geleitet haben. Aber auch ehemalige leitende Angestellte sind mittlerweile ins Visier der Rechnungsprüfer geraten. Unser Redakteur Michael Schmid befragte Eva Lohse, Oberbürgermeisterin und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzende nach den Konsequenzen aus dem Skandal und einer Zwischenbilanz.

Hat das Klinikum überhaupt noch eine reelle Chance, wenigstens einen Teil der elf Millionen als Schadenersatz zurück zu bekommen“

Die Chancen dafür müssen leider immer noch sehr zurückhaltend beurteilt werden. Über die NPK ist das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Ermittlungen des Insolvenzverwalters in diesem Verfahren werden noch geraume Zeit andauern. Zwischenzeitlich wurde bekanntlich auch über das Vermögen von Herrn Graf das Privatinsolvenzverfahren eröffnet.

Graf hat sich für zahlungsunfähig erklärt. Kann die Stadt auf Geld aus der NPK-Firmenpleite hoffen“

Unsere Hoffnung liegt auf dem Ausgang des NPK-Insolvenzverfahrens, bei dem wir hoffen, aus der verblie- benen Vermögensmasse etwas zu bekommen. Allerdings: Die Höhe einer eventuell auf das Klinikum entfal- lenden Gläubiger-Quote, ist zurzeit nicht einmal zu erahnen. Sie dürfte nicht annähernd dazu ausreichen, die Gesamtforderung gegenüber der NPK abzudecken. Beim Privatinsolvenzverfahren über das persönliche Vermögen von Herrn Graf kann wegen der geringen Vermögensmasse kaum mit Geld gerechnet werden.

Mit dem dritten Revisionsbericht haben die Rechnungsprüfer ihre Arbeit im Krankenhaus beendet. War's das“

Zunächst einmal: Die Beendigung der Arbeit der städtischen Revision im Klinikum steht unter dem Vorbehalt, dass keine weiteren konkreten Verdachtsmomente bekannt werden. Insoweit ist es durchaus denkbar, dass die Revision ihre Prüfungstätigkeit wieder aufnehmen könnte.

Wird es weitere Strafanzeigen und Schadensersatzklagen gegen Graf und frühere Mitarbeiter des Klinikums geben“ Wie geht"s jetzt weiter“

Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die Empfehlungen der Revision umzusetzen, insoweit wird es zu weiteren Strafanträgen sowohl gegen Herrn Graf als auch zumindest gegen eine frühere Mitarbeiterin des Klinikums kommen müssen (die Ex-Pflegedienstleiterin Käthe Harms, Anmerkung der Redaktion). Ebenso möglich sind Schadensersatzklagen, wobei wir uns bezüglich der Forderungen gegenüber der NPK und gegen Herrn Graf persönlich zunächst darauf beschränken können, diese Forderungen zu den jeweiligen Insolvenztabellen anzumelden.

Warum diese Beschränkung“

Wir haben die Forderungen des Klinikums gegenüber Herrn Graf aus prozessökonomischen Gründen zu- nächst auf 1,5 Millionen Euro beschränkt und diese Summe eingeklagt. Darüber haben wir seit geraumer Zeit einen Titel des Landgerichts Frankenthal. Ob wir die Gesamtforderung gegenüber Herrn Graf einklagen werden, steht noch unter einem Vorbehalt. Wegen der Ungewissheit über die Vermögensverhältnisse von Herrn Graf, soll diese Frage nach einstimmigem Stadtratsbeschluss von einem Rechtsgutachten abhängig gemacht werden. Denn die bei einer Klage dieser Größenordnung entstehenden Kosten wären erheblich und müssten zudem von dem Klinikum vorgestreckt werden. Wir leben diesbezüglich nach dem Grundsatz, dass wir nicht gutes Geld schlechtem hinterher werfen möchten.

In den Prüfberichten drängt sich der Eindruck auf, dass das Klinikum in der Ära Graf zu einem Selbstbedienungsladen für den Ex-Geschäftsführer und wohl auch einen Teil der leitenden Angestellten geworden ist. Hat Sie das Ausmaß der Affäre überrascht“

Ich darf ja für mich in Anspruch nehmen, dass erst ich die Untersuchung der Vorgänge beim Klinikum veran- lasst habe. Das war zweifellos der richtige Schritt, ansonsten wäre Herr Graf möglicherweise heute noch Ge- schäftsführer des Klinikums. Ich hatte bezüglich Grafs Geschäftsführungsgepflogenheiten ein höchst ungutes Gefühl, das Ausmaß der Affäre, wie Sie diese Vorgänge nennen, hat mich dann doch sehr überrascht.

„Ein gutes Krankenhaus braucht eine gute Pflege, deshalb ist es nicht egal, wer dem Pflegedienst vorsteht. Der Dienst am Menschen ist für Käte Harms eine Berufung', haben Sie im März 2007 der ehemaligen Pflegedienstleiterin Harms bei deren Verabschiedung mit auf den Weg gegeben. Laut Revisionsbericht soll Frau Harms zum „System Graf" gehört und das Krankenhaus wirtschaftlich um etwa 60.000 Euro geschädigt haben. Zudem steht die mehr als üppige Altersteilzeitreglung von Frau Harms in der Kritik. Wie passt das mit Ihrer Laudatio zusammen“

Von den Vorgängen um Frau Harms habe ich bis zu deren Verabschiedung in die Altersteilzeit nichts ge- wusst. Auch nichts zu den Inhalten ihrer mit dem Klinikum geschlossenen Altersteilzeitvereinbarung. So wie es aussieht, ist Frau Harms nun selbst ein Opfer des damaligen, aber auch von ihr selbst mitgetragenen Systems geworden. Ich bin von ihr maßlos enttäuscht. Hätte ich damals nur die geringsten Zweifel in die Integrität und Loyalität von Frau Harms gehabt, hätte ich mich niemals dafür eingesetzt, Frau Harms in der Nach-Graf-Ära zur kommissarischen Geschäftsführerin des Klinikums und der Altenheime zu berufen. Wie gesagt, eine große menschliche Enttäuschung.

Sie haben dafür gesorgt, dass die Klinikum-Affäre aufgeklärt wurde. Welche Konsequenzen haben Sie als Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums gezogen, um eine Wiederholung auszuschließen“

Die Revisionsberichte enthalten auch Anregungen und Hinweise zu organisatorischen Fragen. Viele dieser Hinweise wurden bereits umgesetzt, noch offene Punkte sind zügig abzuarbeiten. Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass die neue Geschäftsführung die Sache gut im Griff hat. Die Position eines Geschäftsführers wird natürlich immer eine Vertrauensstellung sein, der naturgemäß ein gewisser Vertrauensvorschuss ge- bührt.

Hat der Skandal nicht auch Auswirkungen auf die Zusammenarbeit im Krankenhaus“ Und inwieweit hat die Affäre dem Klinikum geschadet“

Das „System Graf" ist mir aus vielerlei Hinweisen, großteils anonymen, als „System der Angst" beschrieben worden. Mitarbeiter des Klinikums haben in diesem Zusammenhang deutlich gemacht, dass sie um den Er- halt ihres Arbeitsplatzes fürchten müssten, sofern sie sich diesem System nicht bedingungslos verschrieben. Das ist glücklicherweise vorbei. Dem Klinikum selbst hat die Affäre natürlich geschadet und zwar in zweierlei Hinsicht: der monetäre Verlust in Millionenhöhe und der Rufschaden durch Grafs Geschäftsführung. Wobei die Qualität und die außerordentlich hohe medizinische Kompetenz des Hauses zu keinem Zeitpunkt in Frage stand, weshalb die Affäre auf den medizinischen Bereich keine Auswirkungen hatte.

Bleibt die Frage nach der Verantwortung: Reicht es, Graf und andere ehemalige Klinikum-Angestellte zur Verantwortung zu ziehen“ Müssen sich nicht auch die Aufsichtsratsmitglieder vorwerfen lassen, dass sie dem System Graf keinen Einhalt geboten haben“

Die Beantwortung der Frage nach den Verantwortlichkeiten, etwa der des Aufsichtsrats, des Aufsichtsratsvor- sitzenden oder der Wirtschaftsprüfer, wird einem vom Stadtrat beschlossenen aber noch zu beauftragenden Rechtsgutachten vorbehalten bleiben. Für mich kann ich nur sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich trotz beträchtlicher Widerstände die Aufdeckung der Vorgänge durchgesetzt habe.

Den Eindruck drängt sich auf, dass alle hinterher sagen, sie hätten nichts gewusst, was taugt dann ein Aufsichtsrat als Kontrollorgan“

Der Aufsichtsrat ist als Kontrollorgan auf die Zuarbeit und Informationen der Geschäftsführung sowie auf die Berichte und Darstellungen der Wirtschaftsprüfer angewiesen. Er kann letztlich nicht selbst Detailprüfungen vornehmen. Aber da sind wir wieder bei der Vertrauensstellung des Geschäftsführers. Es war doch nun wirk- lich nicht anzunehmen und schon gar nicht zu erkennen, dass Graf hinter dem Rücken des Aufsichtsrats in großem Stil Geschäfte zu eigenen Gunsten macht, den Aufsichtsrat nicht über wichtige Vorgänge informiert und manche Aufsichtsratsbeschlüsse bewusst falsch zu seinem persönlichen Vorteil umgesetzt hat. In sol- cher Konstellation ist jeder Aufsichtsrat überfordert.

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23. Juni 2008

Ludwigshafen – FWG: Aufsichtsratszustimmung fehlte

Politik | 23.06.2008 - 15:16:13

Ludwigshafen - Sind die Altersteilzeitverträge mit Pflegedirektorin Harms und deren Stellvertreterin überhaupt wirksam geworden? – Versäumnisse von OB Lohse

überhaupt wirksam geworden? – Versäumnisse von OB Lohse Nach der rechtlichen Einschätzung der FWG-Rats fraktion si

Nach der rechtlichen Einschätzung der FWG-Rats fraktion si nd di e vom ehemal igen

Klinikum-Geschäftsführer Prof. Graf im

Stellvertreterin ab geschlossenen Altersteilzeitverträge unwirksam, weil die laut Satzung zwingend

vorgeschriebene Zu stimmung des Aufsichtsrates f ehlte. Harms geh örte dem Direktorium an und musste wissen, dass eine solche Vereinbarung über eine Altersteilzeit, noch dazu mit komfortablen

Sonderkonditionen,

Unwirksamkeit hätte sowohl Har ms als auc h dere n Stellvertreterin vom neuen Geschäftsführer Peter Asché, als er dies erkannte, unverzüglich aufgefordert werden m üssen, ihre Arbeit wieder

ist auch nicht

eiden Führungskräfte

bevorstand, nicht schon erkannt hat, dass die Zustimmung des Aufsi chtsrates fehlte. So aber hat die Aufsichtsratsvorsitzende OB Dr. Lohse erst davon Kenntnis erhalten, al s sie Harms und deren Stellvertreterin bereit s pressew irksam u nd mit allen E hren in die P assivphase die ser Alt ersteilzeit verabschiedet hatt e. Aber sel bst dann hat es au ch die Aufs ichtsratsvorsitzende versäumt, sofort

nachvollziehbar, dass Asché, als im

aufzunehmen, u m Sch aden vom K linikum abzuwe nden. Für d ie FWG-Fraktion

Jahr 2004 mit de

r P flegedirektorin Harms u nd deren

Als Kons equenz au s der

der Zus timmung des

Aufsi chtsrates bedarf.

Mär z 2007 die Passivphase der b

auf entsprechende Maßnahmen zu drängen. Stattdessen hat sie die beiden Führungskräfte lediglich

schriftlich gebeten, auf etw a zu u nrecht erhaltene oder noch ausstehend e Bezüge zu v erzichten, was diese erwartungsg emäß ablehnten. Inzwischen wurde sogar m it Jörg Habermehl ein ehemals engster Vertrauter von Harms zum Nachfolger und damit neuen Pflegedirektor ernannt. Es trifft bei

der FWG-Fraktio n auf Unverständnis, dass leit

„Netzwerk Graf“ gehörten, zum Teil bis heute noch in ihren gehobenen Funktionen wirken können.

ende Mitarbeiter, die

zum engsten Kreis des

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24.06.2008 - 17:27:32

SWR-Studio LudwigshafenRegionalnachrichten Redaktion: Dieter Wied Letzte Aktualisierung: 25.06.2008, 17.30 Uhr •

SWR-Studio

LudwigshafenRegionalnachrichten

Redaktion: Dieter Wied

Letzte Aktualisierung: 25.06.2008, 17.30 Uhr

Kaiserslautern: neue Ermittlungen Graf-Affäre

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Ludwigshafener Klinikums, Volker Graf eingeleitet. Der Grund sind Presseberichte über neue Untreuevorwürfe gegen Graf, die in einem internen Prüfbericht der Stadt erhoben werden. Nach SWR- Informationen richten sich die Ermittlungen auch gegen frühere leitende Mitarbeiter des Klinikums - darunter die ehemalige Pflegedienstleiterin. Sie soll mit einer Kreditkarte über 300 angebliche Arbeitsessen über das Klinikum abgerechnet haben - darunter soll etwa ein Drittel am Wochenende stattgefunden haben. Der dritte und bislang letzte interne Prüfbericht der Stadt hat ergeben, dass der Schaden durch die Klinik-Affäre rund 1,1 Mio höher liegt als im zweiten Bericht angnommnen. Insgesamt geht die Stadt jetzt von einem Schaden von elf Mio Euro aus. Der interne Prüfbericht der Stadt soll in den nächsten Tagen der Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern zur Verfügung gestellt werden.

Ermittlungen ausgedehnt

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20080626_srv

Affäre Graf: Staatsanwaltschaft reagiert auf dritten

Affäre Graf: Staatsanwaltschaft reagiert auf dritten Prüfbericht

Ermittlungen ausgedehnt

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den früheren Klinikum-Geschäftsführer Volker Graf eingeleitet, gegen den bereits Anklage wegen Untreue in 70 besonders schweren Fällen erhoben wurde. Nach SWR-Informationen richten sich neue Ermittlungen auch gegen frühere leitende Mitarbeiter, darunter die ehemalige Pflegedienstleiterin Käte Harms.

Hintergrund sind neue Untreuevorwürfe, die die städtischen Revisoren in ihrem dritten Prüfbericht zusammengestellt haben. Dabei gehen sie - wie berichtet - von einem weiteren Schaden in Höhe von 1,26 Millionen Euro aus.

So soll ein Unternehmen, an dem Graf maßgeblich beteiligt war, auf Anweisung des Ex-Managers Klinikmaterial zu deutlich überhöhten Preisen geliefert haben. Bei Harms werden Reisekosten und Spesen von über 59 000 Euro beanstandet. ott

Mannheimer Morgen

26. Juni 2008

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RHEINPFALZ.DE - Nachrichten Aktuell Pfalz Rhein-Neck

http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=s

Freitag, 27. Jun, 07:38 Uhr

Ermittlungen gegen Ex-Pflegedienstleiterin

Staatsanwaltschaft reagiert auf Klinikum-Bericht

Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftss trafsachen in Kaiserslautern hat ein E rmittlungsverfahren w egen des Verdachts der Untreue gegen die ehemalige Pflegedienstleiterin des Klinikums Ludwigshafen eingeleitet.

Grundlage für die E rmittlungen ist ein Rec hnungsprüferbericht, in dem schwere Vorwürfe gegen Käthe Harms erhoben werden (wir berichteten). Außerdem wird

es wege n

Ex-Klinikum-Manager Volker Graf geben.

erneutes Erm ittlungsverfahren geg en de n

des Prüfberi chts e in

Die städtischen Rec hnungsprüfer monieren unt er ande rem den Miss brauch von Klinikum-Kreditkarten für pri vate Zwecke - u nter a nderem fü r Restaurantrechnungen oder Reis e- und Hot elkosten. Harms „Arbeitse ssen" hätten in vielen Fällen samstags oder an Sonn- und Feiertagen stattgefunden - darunter sei auch eine „B esprechung" am ers ten We ihnachtsfeiertag. Laut Revisionsbericht, der der RHEINPFALZ vorliegt, soll Harms" mutma ßlicher Kreditkartenmissbrauch dem Klinikum einen wi rtschaftlichen Sc haden vo n ü ber 59.000 Euro verursacht haben. Na ch Be kanntwerden de r Vorwürfe ist nun die Staatsanwaltschaft aktiv geworden. „Wir lassen uns nu n die Unterlagen von der Stadt zuschicken, werden Zeugen vernehmen un d n atürlich auch die Beschuldigten anhören", sagte Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Bleh ges tern der RHEINPFALZ.

anwaltschaft

wegen der Betrugsa ffäre b ereits im Frühjahr Anklage erhoben. D och aufgru nd der neuen Vorwürfe werden ebenfalls erneut Ermittlun gen aufgenommen. Graf soll laut Rechnungsprüfbericht unter anderem das Klinikum um weitere 4 73.000 Euro geprellt h aben, weil er Klinikma terial überteuert bei einer Firma kaufte, an der er indirekt beteiligt war. Außerdem soll der Manager Gelder für eine Stiftung veruntreut haben, mit der u rsprünglich eine pri vate medizinische Hochschule in Ludwigshafen aufgebaut werden sollte.

Gegen Ex-Kl inikum-Geschäftsführer Volker Graf hat die Staats

Die Staatsanwaltschaft will diese Ges chäfte nu n näher un ter die Lu pe nehmen. Das neue Ermittlungsverfahren wegen Un treue kö nnte gegebenenfalls mi t dem

das

Prozess gegen

Verfahren gegen den Manager, der mittlerweile in Berlin lebt und Privatinsolvenz

angemeldet hat, gibt es noch keinen Termin. (mix)

Graf verbunden werde n, meinte S taatsanwalt B leh. Für

Ermittlungen gegen Harms

Ermittlungen gegen Harms http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20080729_srv Klinikums-Affäre:

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20080729_srv

Klinikums-Affäre: Ex-Pflegedienstdirektorin nach Revisionsbericht im Visier der Staatsanwaltschaft

Ermittlungen gegen Harms

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schrott

Der dritte Revisionsbericht der Stadt zum Klinikum zieht strafrechtlich Kreise. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern habe ein Ermittlungsverfahren auch gegen die frühere Pflegedienstleiterin Käte Harms eingeleitet, erklärte gestern Staatsanwältin Bettina Wachter auf "MM"-Anfrage. Gegen Ex-Geschäftsführer Volker Graf, der bereits wegen Untreue in 70 besonders schweren Fällen angeklagt wurde, richte sich ein weiteres Verfahren.

Grundlage dafür sind Angaben der städtischen Prüfer, wonach Graf das Vermögen einer Stiftung dazu verwendet habe, mit Wertpapieren zu spekulieren, und dadurch ein Schaden von rund 20 000 Euro entstanden sei. "Viele andere Pflichtverstöße aus dem Bericht sind uns aber bereits bekannt gewesen oder mittlerweile verjährt", sagte Wachter.

Dies gilt aber nicht für die Vorwürfe gegenüber Harms, die sich auf Reisekosten- und Spesenabrechnungen beziehen. Für private Zwecke hat sie nach Auffassung der Prüfer Kreditkarten des Klinikums missbraucht. Beanstandet wurden Zahlungen von insgesamt 59 242 Euro.

Auffällig ist laut Revision, dass ein Drittel der "Arbeitsessen" an Wochenenden erfolgt sei. Restaurantbesuche seien auch in Städten wie Wien und Eltville abgerechnet worden, zu denen das Ludwigshafener Klinikum keine dienstlichen Beziehungen unterhalte. Harms hatte indes unlängst erklärt, sie habe sich nichts zu schulden kommen lassen.

Prozesstermin gegen Graf unklar

Das Fachkommissariat für Wirtschaftsstrafsachen sei noch dabei, alle eingegangenen Unterlagen der Stadtverwaltung zu sichten, erläuterte Wachter den Ermittlungsstand. In drei Bänden haben die Rechnungsprüfer der Stadt die Ergebnisse ihrer dritten Untersuchung zusammengetragen. Dabei stellten sie einen zusätzlichen Schaden von 1,26 Millionen Euro fest. Rund die Hälfte der Summe stammt laut Prüfer aus überhöhten Preisen für Klinik-Material, das ein Unternehmen, an dem Graf maßgeblich beteiligt war, auf Anweisung des Ex-Managers an das Ludwigshafener Krankenhaus geliefert habe.

Die Sichtung der Unterlagen werde vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen, so Wachter. Danach seien Zeugenvernehmungen zu erwarten. Die Dauer der Ermittlungen sei nicht abschätzbar.

Nicht absehbar ist derzeit auch ein Prozesstermin gegen Graf. "In diesem Jahr gibt es mit Sicherheit keine Verhandlung", sagte Wachter. Die Strafkammer müsse sich zuvor mit der Affäre um Ex-Hafendirektor Sigurd Kunkel befassen. Auch hier stehe der Auftakttermin aus. "Das Gericht ist noch mit einem großen Italiener-Prozess wegen organisierter Kriminalität beschäftigt."

Mannheimer Morgen

29. Juli 2008

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"Streitsache Ellenbogen/OB Lohse endete mit Vergleich" Politik | 02.10.2008 - 08:35:08 Ludwigshafen / Rheinneckar

"Streitsache Ellenbogen/OB Lohse endete mit Vergleich"

Politik | 02.10.2008 - 08:35:08

Ludwigshafen / Rheinneckar –

Wie von lu-aktiv am 15. Januar dieses Jahres exklusiv berichtet, kam es an jenem Januartag zu einer Begegnung der b esonderen Art vor den Schr anken des Amtsgerichts Ludwigshafen: Ober- bürgermeisterin Dr. Eva Lohse al s Beklagte und i hr Vorgänger Al t-OB Dr. Wol fgang Schulte al s Anwalt des Klägers Marc S. Ellenbogen.

Geklagt gegen Lohse hatte der Chef der früheren Klinikum-Marketinggesellschaft MSE Strategies,

weil Lohse als Aufsichtsratsvorsitzende partout ni cht einen Vergleich akzeptieren wollte, der das Klinikum verpfl ichtete, wegen ungerechtfertigter Kündigung des Ver trags mit d er MSE S trate-

gies rund 2 00.000 € an Ellenbogen zu zahlen. In der Rheinpfalz vom

Widerspruch an und unterstrich dies mit der Behau ptung: "Der Vertrag war falsch berechnet, die

Leistungen (Anm. der Red: von MSE Strategies) waren durch nichts gerech tfertigt." Diese Äuße- rungen em pfand El lenbogen als ehrverl etzend und gesc häftsschädigend. Des halb musste nun Lohse im Januar vor Gericht erscheinen. Alle Versuche, das vom Richter angeordnete persönliche Erscheinen zu verhindern, waren gescheitert.

7.7.2006 kündigte Lohse

Der Richter folgte im Grundsatz der Begründung durch Ellenbogens Anwalt Dr. Schulte, versuch-

Parteien herbeizuführen. Si nnge-

mäß schlug er vor, OB Lohse sollte erklären, dass sie m it ihrer Äußerung nicht die Absicht hatte, den Kläger, sprich Marc S. El lenbogen, zu schädigen. Mit Verweis auf die anwesenden Jour nalis- ten lehnte Lohse diesen Vergleichsvorschlag des Ri chters ab, weil sie befürchte te, dass dann in der Presse negativ über sie berichtet würde.

te aber, w ie dies üblich ist , ein en Vergleich

zwischen den

Dass der Pr ozess nun d och fortgesetzt werden musste, traf zunächst auch den L eiter der Rh ein- pfalz-Lokalredaktion, Stefan Keller, der als Zeuge zum Prozess beigeladen war, sich aber an die- sem Tag wegen Krankheit entschul digt hatte. Nu n, bei ei nem ne uen Termi n, hätte Kel ler doch

noch - wie schon beim Prozess Ellenbogen /

Asché, den Ellenbogen auch vor dem OLG so uve-

rän gewonnen hatte -e rscheinen müssen, was i hm im Fall eines Vergle ichs en dgültig erspart geblieben wäre.

Dann aber ereigneten sich merkwürdige Dinge. Zunächst wurde der Richter, der auf dem persön- lichen Erschei nen der Oberbürgermei sterin bestan den hatte, von diesem Fall abgezogen. Der Neue ließ - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - sofort erkennen, dass er in Lohses Äußerungen lediglich eine Meinungsäußerung sehe. Ellenbogens und damit auch Dr. Schultes Erfolgsaussich-

ten schienen zu si nken. Am Ende aber kni ckte dann Lohse doch ei n und ließ durch i hren Anwalt

Bernd Hedrich erklären, dass ihre Äuß erung "nicht zum Gegenstand hatte,

(Anm.der Red.: MSE Strategies) oder die Person des Klägers zu 2. (Anm.der Red.: Marc S. Ellen- bogen) persönlich herabzusetzen." Dies genügte Marc S . El lenbogen - er zog darauf hin seine Klage gegen die Oberbürgermeisterin zurück.

die Kläger in zu 1.

Nutznießer war ohne Zweifel auch Rheinpfalz-Redakteur Stefan Ke ller, dem e in weiterer Au ftritt vor Gericht erspart blieb.

Auch OB Lo hses Taktik schien a ufzugehen, dass dieses unrühmliche E nde für die erste B ürgerin unserer Stadt nun hinter verschlossenen Türen über die Bühne ging und die Öffentlichkeit nichts davon erfahren würde.

Bis heute. Wie sagt schon ein altes Sprichwort: Es kommt alles ans Licht!"

RHEINPFALZ.DE - Nachrichten Aktuell Pfalz Rhein-Neckar Ludwigsh

Freitag, 06. Feb, 07:52 Uhr

http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=rhp

Operation gelungen: Patient wieder fit

Operation gelungen: Patient wieder fit Steht finanziell gut da, das Ludwigshafener Klinikum. Foto:

Steht finanziell gut da, das Ludwigshafener Klinikum. Foto: Kunz

Entspannte Gesichter bei der Aufsichtsratsvorsitzenden Eva Lohse und Geschäftsführer Peter Asche, als sie gestern vor die Presse traten. Trotz bundesweiter Krise im Gesundheitssektor war 2008 ein Erfolgsjahr für das Haus an der Bremserstraße: 2,6 Millionen Euro Überschuss, rund 800 Patienten mehr als im Vorjahr behandelt, die Mitarbeiterzahl stabil

gehalten - trotz hoher Tarifabschlüsse bei Ärzten und Angestellten.

"Wir haben rechtzeitig umgesteuert, den richtigen Weg eingeschlagen. Das ist eine große Leistung des ganzen Hauses, aller Mitarbeiter und des Geschäftsführers" attestierte Lohse. Im letzten von Asches Vorgänger Volker Graf verantworteten Wirtschaftsplan 2006 waren noch acht Millionen Euro Verlust kalkuliert. Verhandlungen mit Kassen, positive Vertragsabschlüsse, richtiges personelles und medizinisches Angebot hätten die Trendwende gebracht. Im Wirtschaftsplan 2008 sei noch von zwei Millionen Euro ausgegangen worden.

Im März habe sich die bessere Entwicklung aufgrund der Zahlen abgezeichnet. "Wir stehen im Vergleich mit anderen städtischen Häusern in der Republik sehr gut da, haben unseren Ruf als hoch spezialisiertes Krankenhaus der Maximalversorgung nachhaltig gefestigt", unterstrich Lohse. Für 2009 erwarte er, dass sich die Belegungssituation nicht verschlechtere, sondern sogar weiter ausbauen lasse, machte Geschäftsführer Asche deutlich. Im Wirtschaftsplan 09 stehe "eine leichte Pluszahl, aber dennoch deutlich unter dem Ergebnis von 2008". Asche wies darauf hin, dass verlässliche Prognosen zu dem frühen Zeitpunkt im Jahr noch nicht möglich seien. Belastend auf das Ergebnis würden sich in jedem Fall die Personalkosten auswirken. Der teurere Teil des ausgehandelten noch bis Ende dieses Jahres gültigen Tarifabschlusses mit insgesamt acht Prozent Gehaltssteigerung sei in diesem Jahr zu stemmen. Hinzu komme die allgemeine Teuerung. Immer wieder sei mit nicht kalkulierbaren Ausgaben durch neue Auflagen etwa im Brandschutz zu rechnen. Allein der rund zehn Jahre alte Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach sei für 500.000 Euro nachzurüsten, nannte er ein Beispiel. Vom Überschuss 2008 müsse nichts abgeführt werden. Das Geld werde komplett in die Klinik refinanziert. Landeszuschüsse würden nach wie vor benötigt.

Die Pauschalförderung jedes Krankenhauses berechne sich auf Bett und Jahr. Sie belaufe sich seit rund zehn Jahren auf etwa 2,6 Millionen Euro. Hier müsse dringend aufgestockt werden, betonte OB Lohse. Daneben erhalte das Klinikum je nach Antrag Förderung für Einzelmaßnahmen. In diesem Jahr will das Klinikum rund 4,5 Millionen Euro investieren. Neu angeschafft wird ein roboterunterstütztes OP-System hauptsächlich für Prostatakrebs- Operationen auf minimal-invasive Weise. Das Gerät, das es laut Asche im Land bisher nur an der Uni-Klinik Mainz gibt, kostet 1,5 Millionen Euro. Gekauft wird daneben ein Kardio- Computertomograf, das ist schnell arbeitender Herzkatheter, und eine Herz-Lungen- Maschine. Die Zahl der Intensiv-OP-Plätze wird von zwölf auf 16 erhöht. Die Mikrobiologie zieht um ins Haupthaus der Klinik, was Einsparungen mit sich bringe. Asche rechnet mit maximal 20 Prozent Landesförderung bei diesen Einzelmaßnahmen. Das Klinikum hat auch bereits Maßnahmen angemeldet, um nach Möglichkeit Geld aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu erhalten.

Der größte Notstand durch fehlendes Pflegepersonal auf einzelnen Abteilungen der Klinik ist nach Worten Asches behoben. Die Personalsituation hatte der Betriebsrat im Sommer vorigen Jahres öffentlich beklagt (wir berichteten). Besetzungsprobleme gebe es derzeit nur noch beim OP-, Intensiv- und Anästhesie-Pflegepersonal. Das Klinikum biete deshalb in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken spezifische Weiterbildungen dafür an, so Asche gestern. (ell) KOmmentar

Klinikum bleibt auf Erfolgskurs

Klinikum bleibt auf Erfolgskurs http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20090206_srv Gesundheit: Krankenhaus

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20090206_srv

Gesundheit: Krankenhaus profitiert wirtschaftlich von gestiegenen Fallzahlen / Betriebsrat: Hohe Belastung für Mitarbeiter

Klinikum bleibt auf Erfolgskurs

Von unserem Redaktionsmitglied Sybille Burmeister

Mit einem Jahresüberschuss von 2,63 Millionen für 2008 haben weder Klinikumsgeschäftsführer Peter Asché noch Aufsichtsratschefin und OB Eva Lohse gerechnet. Dieses positive Ergebnis für das Klinikum Ludwigshafen sei vor allem

Aschés sorgsamer Strukturänderung und der großartigen Kooperation unter den rund

2500 Mitarbeitern zu verdanken, betonte Lohse. Die Tochterunternehmen des

Klinikums schrieben ebenso schwarze Zahlen, erklärte Asché. Der Wirtschaftsplan für

2009 sehe ein positives Ergebnis vor.

"Nach dem Riesendefizit von 2005 haben wir die Notbremse gezogen", erklärt Lohse. Am "Ende der Ära" des damaligen Geschäftsführers Volker Graf habe das Defizit bei knapp 6,9 Millionen Euro gelegen. Gegen Graf hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Untreue erhoben. Asché führt den Erfolg auch auf den verbesserten Ruf des Klinikums zurück, dass mit Chefarztbesetzungen Schwerpunkte gesetzt habe und als "Haus der Maximalversorgung" einen guten Abrechnungsschlüssel mit den Kostenträgern habe.

Kein Personalabbau geplant

Tarifsteigerungen für Pfleger und Ärzte konnten aufgefangen werden. Es sei kein Personalabbau geplant, um die Kosten am Klinikum zu senken - im Gegenteil. Pflegekräfte würden gesucht und zum Teil intern fortgebildet, um besonders unterbesetzte Funktionsbereiche wie Anästhesie- und OP-Pflege wieder besser ausstatten zu können. Eine Chefarztstelle konnte nach der Pensionierung des Inhabers durch die Fusion zweier Institute eingespart werden. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei laut einer Umfrage zwischen 2005 und 2008 signifikant gestiegen. Betriebsratsvorsitzende Angelika Kulicke erklärte gestern auf Anfrage, dass der wirtschaftliche Erfolg wegen der höheren Fallzahlen dem Einsatz aller Mitarbeiter zu verdanken sei. Schwere Erkrankungen erforderten einen höheren Pflegeaufwand, und es sei schwierig, derzeit motivierte Pflegekräfte zu finden.

Aus den Überschüssen können Investitionen getätigt werden. Der Aufsichtsrat habe gestern beschlossen, das neuartige robotergestützte Operationssystem "Da Vinci" (Kosten: rund 1,5 Millionen Euro) anzuschaffen. Auch ein Herz-Computertomograph steht auf der "Einkaufs-Liste". Die Intensivstation werde von 12 auf 16 Betten erweitert. Die Förderungspauschale des Landes habe vergangenes Jahr bei 2,6 Millionen Euro gelegen, hinzu komme Einzelförderung für Anschaffungen.

Mannheimer Morgen

06. Februar 2009

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/20090206_srv0000003770482.html

Pressemitteilungen - FDP Fraktion im Stadtrat Ludwigshafen

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Pressemitteilungen - FDP Fraktion im Stadtrat Ludwigshafen

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen vom 18.02.2009:

FDP bedauert nachlässige Information zum Ausscheiden von Asché

Das vorzeitige Ausscheiden des Klinikgeschäftsführers bedauert die FDP-Fraktion. Es werde den Konsolidierungsprozess im Klinikum verlangsamen, so Aufsichtsratsmitglied Claus-Ralf Knecht. Vor allem werde bedauert, dass mal wieder unterschiedliche Informationswege gepflegt würden. Die Stadtspitze habe die beiden Koalitionsfraktionen informiert, für die anderen Fraktionen habe man offenbar die Pressemeldung als ausreichend erklärt, so Fraktionschef Glahn. Auch im Aufsichtsrat vor wenigen Tagen sei kein einziges Wort zu dem bevorstehenden Wechsel geäußert worden. Das sei doch merkwürdig, wenn eine Woche vorher noch niemand etwas von dem Bewerbungsverfahren gewusst habe, so Knecht. Für Knecht und Glahn ist das ein ärgerlicher Vorgang, denn die FDP habe in dem Klinikskandal stets eindeutig Flagge für klare Kassenverhältnisse und personelle Erneuerung gezeigt. Es müsse nun die Suche nach einem neuen Geschäftsführer begonnen werden. Die Aufklärung der Versäumnisse und Verantwortlichkeiten für Verfehlungen in der Vergangenheit dürften keinesfalls von der Großen Koalition unter den Teppich gekehrt werden.

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Asché ab Oktober in Aachen

Asché ab Oktober in Aachen Klinikum: Geschäftsführer sieht berufliche Chance

Klinikum: Geschäftsführer sieht berufliche Chance

http://www.morgenweb.de/region/ludwigshafen/artikel/20090218_srv

Asché ab Oktober in Aachen

Nach gut dreijähriger Tätigkeit verlässt Geschäftsführer Peter Asché (Bild) das Ludwigshafener Klinikum. Er wechselt im Oktober in den vierköpfigen Vorstand des Uniklinikums Aachen. "Dies ist eine besondere berufliche Chance", begründete der 51-Jährige seinen Schritt. Aachen zählt mit 1400 Betten und 6000 Beschäftigten zu den größten deutschen Unikliniken mit einem umfangreichen Forschungsbereich.

Besonders reizvoll sei die geplante Umstrukturierung zur ersten europäischen Uniklinik mit dem holländischen Maastricht, sagte Asché. Zum Vergleich: Im Ludwigshafener Klinikum mit 980 Betten werden 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Entscheidung sei ihm aber nicht leicht gefallen, so der Geschäftsführer. Das Klinikum habe sich in den letzten Jahren gut entwickelt.

"Der Wechsel hat mich überrascht", räumte OB Eva Lohse ein. Sie bedauere den Schritt, habe dafür aber auch Verständnis: "Dass Asché ein Angebot eines renommierten Hauses erhalten hat, ist eine Bestätigung für seine gute Arbeit in Ludwigshafen." Ihm sei es nach der schwierigen Graf-Ära gelungen, das Klinikum zu konsolidieren.

Nach der Abberufung des Ex-Geschäftsführers Volker Graf hatte Asché das Klinikum aus den roten Zahlen geführt. Der Gewinn für 2008 beträgt 2,6 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat erhöhte daher sein Jahresgehalt um 50 000 Euro - und erntete dafür teilweise Kritik. Ein Nachfolger Aschés, so Lohse, soll möglichst rasch gefunden werden. ott

Mannheimer Morgen 18. Februar 2009

Peter Asché verlässt Klinikum Ludwigshafen

Der Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen, Peter Asché, wird im letzten Quartal 2009 das Klinikum verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen.

Asché: „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das Klinikum hat in den letzten Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen und die interne Zusammenarbeit mit den Gremien, insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Eva Lohse, ist ausgesprochen konstruktiv und vertrauensvoll. Direktorium und Aufsichtsrat arbeiten in der strategischen Ausrichtung des Klinikums hervorragend zusammen. Mein Wechsel in den Vorstand des Universitätsklinikums Aachen bietet jedoch eine besondere berufliche Chance“. Das Universitätsklinikum Aachen zählt zu den größten und renommiertesten Universitätskliniken in Deutschland. Besonders reizvoll, so Asché, sei für ihn die geplante Umstrukturierung zur ersten europäischen Universitätsklinik gemeinsam mit der holländischen Universitätsklinik Maastricht.

Aufsichtsratsvorsitzende Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse bedauert diesen Schritt sehr. Lohse: „Gemeinsam mit Peter Asché ist es uns seit April 2006 gelungen, das Klinikum nach der schwierigen Graf-Ära neu zu positionieren, in eine zukunftsorientierte Entwicklung zurückzuführen und wirtschaftlich zu konsolidieren. Die Zahlen, die wir in der vergangenen Woche präsentieren konnten, sind dafür der beste Beweis.“ Gleichwohl hat Lohse Verständnis für die neue besondere berufliche Herausforderung. „Dass Herr Asché jetzt ein Angebot eines so renommierten Hauses erhalten hat, ist auch eine Bestätigung für seine gute Arbeit in Ludwigshafen. Ich danke Herrn Asché für das, was er hier geleistet hat, und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute. Das Klinikum ist Dank seiner Arbeit jetzt so gut aufgestellt, dass wir es als Haus der Maximalversorgung in kommunaler Trägerschaft erhalten und von einer guten Nachfolgeregelung ausgehen können.“

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19. Februar 2009 Ludwigshafen - FWG: Aschés Weggang
19. Februar 2009 Ludwigshafen - FWG: Aschés Weggang

19. Februar 2009

Ludwigshafen - FWG: Aschés Weggang überrascht nicht!

Politik | 19.02.2009 - 10:14:30

Ludwigshafen / Metropolregion Rheinneckar - Für die FWG-Ratsfraktion kommt der Weggang von Klinikum-Geschäftsführer Asché keinesfalls überraschend. Schaut man sich den beruflichen Weg von Asché etwas genauer an, blieb er - wie jetzt auch wieder - meist nicht viel länger als 3 Jahre an einem Ort. Erinnert sei auch daran, dass er zum Beispiel in Bad Homburg in die Kritik geraten war. B esonders en ttäuschend m uss d och aber der vorzeitige W echsel A schés f ür die Aufsichtsratsvorsitzende OB Lohse sein, nachdem sie ihm noch im vergangenen Jahr unter dem Mantel der Verschwiegenheit eine außervertragliche Gehaltserhöhung in der Größenordnung von 25.000 Euro hatte zukommen lassen. Auf Augenhöhe mit den Chefärzten habe sie Asché damit heben wollen, so ihre Argumentation. Als Dank dafür wirft er nun vorzeitig hin. Auch ist die FWG nicht überzeugt davon, dass die Mitarbeiter des Klinikums über seinen We ggang t raurig sein werden. U nmittelbar n ach d er P ressekonferenz z um B ilanzgewinn d es Klinikums h at sich die Betriebsratsvorsitzende Kulicke zum zweiten M al in einem "Brandbrief" u .a. an alle S tadträte gewandt und die Aussagen von Asché und Lohse, zumindest soweit sie die Belegschaft betrafen, doch sehr stark relativiert.So ist beispielsweise die Rede von weiterhin ca. 20.000 Überstunden in der Pflege.

Vorwürfe gegen Asché

Vorwürfe gegen Asché Klinikum: FWG kritisiert Geschäftsführer

Klinikum: FWG kritisiert Geschäftsführer

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Vorwürfe gegen Asché

Die Freie Wählergruppe (FWG) erhebt Vorwürfe gegen OB Eva Lohse und den amtierenden Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen, Peter Asché. Wie berichtet, will Asché baldmöglichst nach Aachen wechseln. Die FWG wirft ihm vor, dass er bislang nie länger als drei Jahre an einem Ort verblieben und in Bad Homburg "in die Kritik geraten" sei.

OB Lohse habe ihm im vergangenen Jahr "unter dem Mantel der Verschwiegenheit" eine außervertragliche Gehaltserhöhung zukommen lassen, um ihn "auf Augenhöhe mit den Chefärzten" heben zu können. "Aus Dank dafür wirft er nun vorzeitig hin", so Fraktionschef Rainer Metz.

Die FWG ist sich sicher, dass die Mitarbeiter des Klinikums Asché nicht nachtrauern werden: Der Überstundenberg in der Pflege liege weiterhin bei 20 000 Stunden. Asché und Lohse wollten gestern keine Stellungnahme mehr abgeben. bur

Mannheimer Morgen 20. Februar 2009

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22. Februar 2009 Ludwigshafen - „Überstunden müssen

22. Februar 2009

Ludwigshafen - „Überstunden müssen abgebaut werden“

Metropolregion | 22.02.2009 - 19:04:05

Ludwigshafen / Rh einneckar - A FA: „ Respekt vo r der L eistung der M itarbeiterinnen u nd M itarbeiter i m Klinikum Ludwigshafen – Überstunden müssen abgebaut werden „ - Alle Beschäftigten in den Krankenhäuser haben t äglich eine e norme B elastung bei de r P flege de r M enschen z u l eisten. J eder F ehler de r i n di esem Bereich gemacht wird kann für einen Patienten lebensgefährlich sein so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für A rbeitnehmerfragen i n der S PD Ludwigshafen Holger Scharff. A us di esem G runde benötigt man i n de r Pflege ausgeruhte und motivierte Mitarbeiter, die sich tr otz der harten A rbeit wohl fühlen und gerne den Patienten h elfen. Für ein K rankenhaus si nd die Überschüsse z war wi chtig, si e dü rfen aber n icht a uf dem Rücken der B eschäftigten e rwirtschaftet we rden so S charff we iter. A us di esem G runde mü ssen auch im Klinikum Ludwigshafen wie auch in den anderen Krankenhäusern die vielen Überstunden abgeschafft werden und entsprechend Personal eingestellt werden. Die Überbelastung des Krankenhauspersonals führt dazu, dass die M itarbeiter se lbst k rank werden, wa s auch z u z usätzlichen K osten f ührt. Die L eistungen e ines Geschäftsführers k ann ma n n ach so k urzer Z eit si cherlich n icht be urteilen, die bi sher ge troffenen Entscheidungen werden ihre Auswirkungen erst in ein paar Monaten entfalten, dann wird man sehen ob diese gute oder schlecht waren so der AFA Sprecher Holger Scharff.

Kreditkarten missbraucht?

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Staatsanwaltschaft: Bald Klarheit bei Harms-Ermittlungen

Staatsanwaltschaft: Bald Klarheit bei Harms-Ermittlungen

Kreditkarten missbraucht?

Beim Ermittlungsverfahren gegen die frühere Pflegedienstleiterin des Klinikums, Käte Harms, rechnet der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig in Frankenthal bald mit Klarheit. Die polizeilichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue würden zum Monatsende abgeschlossen, erklärte er auf "MM"-Anfrage. Nach Liebigs Angaben hat sich Harms zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Deshalb seien umfangreiche Vernehmungen von Zeugen erforderlich gewesen.

Die städtischen Revisoren hatten Reisekosten- und Spesenabrechnungen der ehemaligen Pflegedirektorin in Höhe von 59 242 Euro beanstandet. Nach deren Angaben hat sie Kreditkarten des Klinikums für private Zwecke missbraucht. Auffällig ist laut Revision, dass ein Drittel der "Arbeitsessen" an Wochenenden erfolgt sei. Restaurantbesuche seien auch in mehreren Städten abgerechnet worden, zu denen das Ludwigshafener Klinikum keine dienstlichen Beziehungen unterhalte. ott

Mannheimer Morgen 12. März 2009

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http://www.luaktiv.de/scripts/cms_rnnews/news.php?id=12550&print=1

18. März 2009 Ludwigshafen – FWG: Erhält Harms 50.000
18. März 2009 Ludwigshafen – FWG: Erhält Harms 50.000

18. März 2009

Ludwigshafen – FWG: Erhält Harms 50.000 € Abfindung?

Politik | 18.03.2009 - 15:32:42

Ludwigshafen / Metropolregion Rheinneckar - FWG: Erhält die scheidende Pflegedirektorin Käthe Harms nun 50.000 € Abfindung? OB Dr. Lohse angefragt.

In einem S chreiben an OB Dr. Lohse, z ugleich A ufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, will die FWG-Ratsfraktion Auskunft da rüber, o b di e a m 3 1. M ärz, n ach E nde de r Passivphase i hrer Altersteil, n un endgültig b eim Klinikum ausscheidende u nd d er Untreue v erdächtigte Pflegedirektorin Käthe Harms nun die mit dem Klinikum vertraglich vereinbarte „Abfindung“ von 50.000 Euro ausgezahlt bekommt; oder ob vielleicht doch wenigstens ein Teil davon zur späteren Verrechnung mit möglichen Forderungen vom Klinikum zurückbehalten wird. Anlass dafür ist u.a. ein Bericht i n de r P resse, wonach die Staatsanwaltschaft da von a usgeht, dass da s

Monatsende abgeschlossen wü rde. F rau Harms, so

hieß es von der Staatsanwaltschaft, habe sich bisher noch nicht geäußert.

Ermittlungsverfahren gegen F rau Harms z um

Die FWG-Ratsfraktion hat bei OB Lohse auch moniert, dass trotz ihrer schriftlichen Zusage vom August, die Geschäftsführung des Klinikums würde auch die FWG-Fraktion über den Fortgang der Angelegenheit Harms unterrichten, bis heute von Seiten des Klinikums nichts geschehen ist. Auch die Öffentlichkeit, darauf wies die FWG in ihrem Schreiben hin, hat ein Recht darauf zu erfahren, wie es in Sachen Harms beim Klinikum weiterging, nachdem OB Lohse dies Mitte des vergangenen Jahres mit der Ankündigung der Strafanzeige gegen Frau Harms öffentlich gemacht hatte. Sonst könnte le icht d er Ein druck e ntstehen, d ass sie s ich - w ie im Fa ll des Ex-Klinikum- Betriebsratsvorsitzenden Arnold Kolbert, der mit ihrem aktiven Zutun unschuldig, wie sich nach über drei Jahren staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen h erausstellte, z u U nrecht der sexuellen Nötigung einer Mitarbeiterin beschuldigt worden war - erneut zu weit nach vorne gewagt hätte.

RHEINPFALZ.DE - Nachrichten Aktuell Pfalz Rhein-Neckar Ludwigsh

Dienstag, 07. Apr, 08:07 Uhr

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Vom Klinikmanager zum Weinhändler

Von Marco Heinen Im Berliner Ortsteil Friedrichshain befindet sich eine kleine Kunst- und Weinhandlung, die "Galerie Orange". Der Geschäftsführer bedient hier selbst. Für Ludwigshafener ist es ein alter Bekannter: Volker Graf-Laitinen, ehemaliger Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen, der von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen Untreue in 70 besonders schweren Fällen angeklagt ist.

Rückblende: Zwischen 2003 und 2006 soll Graf-Laitinen (damals noch ohne Doppelnamen) das Klinikum um rund 1,47 Millionen Euro aus Bonuszahlungen geschädigt haben, auf deren Rückerstattung das Klinikum einen gerichtlich bestätigten Anspruch hat. Der Manager hatte über seine private "Neue Pergamon Krankenhaus Management Gesellschaft" (NPK), bei der er ebenfalls Geschäftsführer war, den Einkauf für das Klinikum erledigt, ohne die bei den millionenschweren Transaktionen anfallenden Provisionen weiterzuleiten. Stattdessen schrieb er sie seinem eigenen Unternehmen gut, das im Zuge der Affäre in die Insolvenz rutschte. Graf-Laitinen selbst erklärte sich Mitte 2007 auch privat für zahlungsunfähig und befindet sich in der für Selbstständige üblichen Regel-Insolvenz.

Doch zurück nach Berlin, nach Friedrichshain. Die Gegend hier, die nahe am Osthafen der Spree liegt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Szene-Viertel entwickelt. Es gibt viele Kneipen und viele kleine Schuh- und Modegeschäfte. Der Altbaubestand ist groß und viele Häuser sind saniert, doch noch ist es kein Vergleich zum schicken Prenzlauer Berg. Die Leute, die hier wohnen, machen nicht den Eindruck, als hätten sie viel Geld übrig. Die Wühlischstraße, in der sich die Galerie Orange befindet, ist eine Durchgangsstraße. Alle Viertelstunde rumpelt die Linie 13 der Metrotram vorbei an der Galerie. Die Mieten in der Wühlischstraße sind moderat, erzählt der Kellner eines Restaurants, das Pizzen ab drei Euro anbietet. Gleich ums Eck, am Boxhagener Platz und in der Simon-Dach-Straße sei es viel teurer. Die Galerie Orange sieht von außen nicht piekfein aus, aber innen ist es nett. Die farbenfrohen Bilder an der Wand gehören zur Ausstellung "Frühlingsbrunst, Ekstase und Trauermarsch". Die Weine in den Regalen darunter lassen guten Geschmack erkennen. Im Sortiment sind viele Winzer aus der Pfalz und aus Rheinhessen. Ein 2007er Spätburgunder aus Ranschbach, einer der günstigeren Weine, ist für 5.40 Euro zu haben.

Aber es gibt auch Hochpreisiges: An der Eingangstür hängt eine Liste der edleren Rebensäfte. Ein 1914er Libeaeum Anticum, Vino Stravecchio kostet 195 Euro und eine Zwölferkiste des 2000er Chateau Duhart Milon, Paulliac, schlägt mit 680 Euro zu Buche. Der Mann, der hier verkauft, trägt keinen Bart wie früher, als er noch in Ludwigshafen tätig war. Er ist freundlich und zurückhaltend und quatscht seinen Kunden nichts auf. Zwei jungen Frauen, die nach einem trockenen Winzersekt suchen, erklärt er, dass praktisch alle Flaschen einen trockenen Inhalt haben. Dem Käufer des Spätburgunders, erzählt der Verkäufer, dass es den Laden seit drei Jahren gibt und vielleicht noch ein Großhandel dazukommen soll. Die Quittung unterschreibt er mit Graf-Laitinen.

Laut Handelsregister-Eintrag vom November ist Professor Dr. Volker Paul Graf-Laitinen Geschäftsführer der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft, deren Stammkapital ein Euro beträgt. Gegenstand der Firma ist der Betrieb eines Groß- und Einzelhandels von Weinen und Spirituosen sowie Kunst aller Art. Über Grafs genaue Einkommensverhältnisse ist nichts zu erfahren, aber sie dürften unterhalb der Pfändungsgrenzen liegen. Zu hören ist lediglich, dass es nach wie vor bei dem ehemaligen Klinikmanager nichts zu holen gibt. (hix)

Von Marco Heinen

Alten- und Pflegeheim GmbH Ludwigshafen - Ungereimtheiten -

„Mannheimer Morgen“ vom 28. Januar 2005 Auszug

Eigenmächtig habe der Geschäftsführer Graf laut OB Abschlagszahlungen auf die Tan- tieme bei der Alten- und Pflegeheim GmbH in Höhe von 110 000 Euro vorgenommen. "Tantiemen werden erst nach der Feststellung der Jahresbilanz fällig, aber nicht im Voraus."

„Mannheimer Morgen“ vom 4. März 2005 Auszug

Einen weiteren Pflichtverstoß des Klinikum-Geschäftsführers Volker Graf halten CDU sowie die OB und Aufsichtschefin Eva Lohse für belegt. Denn Lohses Vorgänger Wolf- gang Schulte (SPD) hatte eingeräumt, dass es für Zahlungen der Alten- und Pflege- heim GmbH an Graf keine vertragliche Grundlage gebe. "Es ist wohl ein Fehler gewe- sen, dass kein Vertrag mit dem Geschäftsführer über dessen Erfolgsbeteiligung ge- schlossen wurde. Es war aber niemand im Aufsichtsrat, der dies gefordert hatte", sag- te Schulte auf Nachfrage.

"Ausdrücklich als geringfügige Tätigkeit ohne Vergütung", sagte OB Lohse hingegen, sei die Geschäftsführung der Alten- und Pflegeheim GmbH (APH) im Aufsichtsrat des Klinikums beschrieben worden. "Ich denke, dass man dies bei einer Vergütung als Klinikum-Geschäftsführer von mehreren hunderttausend Euro im Jahr auch so erwar- ten kann." Mit den Äußerungen Schultes sei der zweite gravierende Pflichtverstoß bestätigt - nach der nicht erfolgten Ausschreibung eines Millionenauftrags. "Bei den Tantiemen geht es nach bisherigem Kenntnisstand um 120.000 Euro, die sich Graf ohne Rechtsgrundlage aus der Kasse genommen hat".

In Richtung Schulte legte Lohse nach: "Ich muss seine Äußerungen so verstehen, dass er das gewusst hat. Wenn dies tatsächlich so sein sollte, bekäme die spätere Beteiligung Schultes an der 'Neuen Pergamon' allerdings einen ziemlich schalen Bei- geschmack." Mehrheitseigner der Krankenhausgesellschaft ist bekanntlich Graf. Nach Darstellung Schultes hat hingegen Graf nach ausführlichen Diskussionen im Auf- sichtsrat 1996 die APH-Geschäftsführung übernommen. Damals sei vereinbart wor- den, dass die Erfolgsbeteiligung erst im vierten Jahr und rückwirkend für das Vorjahr ausgezahlt werde, sagte Schulte. Für die Jahre 1996 bis 1998 habe Graf nichts be- kommen. Im Jahr 2000 habe er die Tantieme für 1999 erhalten, diese Zahlung sei ordnungsgemäß verbucht worden. Abschlagszahlungen auf Tantiemen seien allgemein üblich.

Unterdessen wies der frühere OB und Aufsichtsratschef Wolfgang Schulte (SPD) die CDU-Kritik an seinem Verhalten zurück. Die Erfolgsbeteiligung Grafs an der Alten- und Pflegeheim GmbH sei in der Jahresbilanz ausgewiesen und besprochen, aber nie be- anstandet worden. Schulte erinnerte daran, dass Lohse seit 1999 dem Aufsichtsrat angehöre. An der Erfolgsbeteiligung Grafs habe sich auch nach dem Wechsel im Auf- sichtsratsvorsitz nichts geändert. Im Übrigen sei ein schriftlicher Vertrag Grafs für die Geschäftstätigkeit der APH von niemandem im Aufsichtsrat als wichtig erachtet wor- den. Dennoch, so Schulte, wäre eine eigenständige schriftliche Grundlage besser ge- wesen.

„Mannheimer Morgen“ vom 14. März 2005 Auszug

Zudem soll ein Gutachten eingeholt werden, inwieweit Wirtschaftsprüfer in Haftung genommen werden können. Ferner missbilligte der Stadtrat einhellig die in dem Zwi- schenbericht bekanntgewordenen Vorgänge und Pflichtverstöße. "Eigenmächtig hat der Geschäftsführer die Kompetenzen des Aufsichtsrats negiert", heißt es in dem Be- richt, der dem "MM" vorliegt. Darin plädieren die Prüfer für eine Schadensersatzforde- rung von 472.506,89 Euro. Den größten Brocken umfasst mit 139.000 Euro die Er- folgsbeteiligung für die Alten- und Pflegeheim der Stadt Ludwigshafen GmbH (APH). Nach Auffassung der Stadt-Prüfer habe Graf dort die Geschäftsführung übernommen "im Sinne einer geringfügigen Tätigkeit ohne Vergütung." Graf hatte hingegen stets erklärt, dass die Tantiemen mit dem früheren Aufsichtsratschef und OB Wolfgang Schulte abgesprochen seien. Gleiches gelte für die Vorauszahlungen der Erfolgsbetei- ligungen. Schulte bestätigte dies.

„Rheinpfalz“ vom 11. März 2006 Auszug

Ein weiterer kritischer Punkt: Die fünfprozentige Erfolgsbeteiligung für den Manager. Nach Ansicht der Revisoren und auch der Wirtschaftssonderprüfer galt diese Prämie nur für das Klinikum. Graf kassierte aber auch fünf Prozent am Jahresüberschuss der Alten- und Pflegeheime GmbH der Stadt, die er als Klinikums-Geschäftsführer mitführte. Angeblich habe es laut Graf dazu eine mündliche Vereinbarung mit dem damaligen OB und Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulte gegeben. Doch der konnte dies gegen- über der Revision nicht bestätigen. Laut Prüfungsbericht kassierte die Pergamon von 1999 bis 2001 knapp 140.000 Euro unrechtmäßig aus dieser Erfolgsbeteiligung an den Altenheimen.

„Mannheimer Morgen“ vom 17. März 2006 Auszug

In einem zentralen Punkt widerspricht der bis 2001 amtierende Aufsichtsratschef in- des dem städtischen Prüfbericht. Graf habe sehr wohl eine Erfolgsbeteiligung für seine Geschäftsführertätigkeit bei der Alten- und Pflegeheim GmbH (APH) zugestanden, bekräftigt Schulte. Dabei geht es mit 136.000 Euro um den größten Brocken der mög- lichen Schadensersatzforderungen von 472.000 Euro.

Der Vermerk im Prüfbericht, wonach der Geschäftsführer bei der APH eine "geringfü- gige Tätigkeit ohne Vergütung" ausgeübt habe, beziehe sich nur auf die Zeit vor 1996, meint Schulte. Im APH-Jahresabschluss 2000 sei eine Forderung an Grafs Ge- sellschaft "Neue Pergamon" (NPK) ausgewiesen worden. Darüber sei im Verwaltungs- beirat auch diskutiert worden.

OB Eva Lohse zeigt sich auf Nachfrage sehr verwundert über diese Auffassung. In einem Brief vom April 2005 habe ihr Schulte mitgeteilt, dass es weder einen schriftli- chen Vertrag noch eine mündliche Absprache über eine Erfolgsbeteiligung Grafs bei der APH gegeben habe. Im Übrigen sei im Jahresabschluss 2000 überhaupt nicht er- kennbar gewesen, dass Tantiemen an Volker Graf gezahlt worden seien.

Finanziell stark verbessert habe sich Graf bei der Umstellung auf den Management- vertrag 1996. Deshalb sei der Aufsichtsrat davon ausgegangen, dass damit die APH- Geschäftsführertätigkeit abgegolten sei. Als Grundvergütung erhielt damals der Klini- kum-Chef nach "MM"-Informationen rund 150.000 Euro.

Moin und herzlich willkommen im Krankenhaus Rheiderland

Moin und herzlich willkommen im Krankenhaus Rheiderland Am 6. September 1883 ging für den Flecken Weener

Am 6. September 1883 ging für den Flecken Weener ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Das Krankenhaus Rheiderland wurde feierlich eröffnet.

Damals noch mit sechs Betten und einer handvoll Personal. Heute verfügt das Haus über 2 große Fachabteilungen mit insgesamt 66 Betten sowie einem Team von 140 freundlichen und bestens qualifizierten Mitarbeitern.

Das Krankenhaus Rheiderland liegt – wie es der Name schon andeutet – im Rheiderland, im schönen Ostfriesland, ganz in der Nähe von Leer sowie den benachbarten Niederlanden und ist fest in der Region verankert. Klein, aber fein ist unser Krankenhaus Rheiderland. Es zeichnet sich durch kurze Wege und besonders durch die familiäre Atmosphäre aus.

Unter der Trägerschaft des Kreiskrankenhauses Leer gGmbH und dem Allgemeinen Krankenhausverein in Weener, bietet das Krankenhaus an der Ems ein vielfältiges medizinisches Spektrum. Dazu zählen die Grundversorgung in den Bereichen Innere Medizin und Chirurgie mit den Schwerpunkten Qualifizierter Entzug, Gefäßchirurgie, Endoprothetik, Physiotherapie und Kurzzeitpflege.

Klinik in Weener steht kurz vor einer Klage

Klinik in Weener steht kurz vor einer Klage http://www.oz-online.de/index.php?id=228&no_cache=1&tx_ttnews[t Die

http://www.oz-online.de/index.php?id=228&no_cache=1&tx_ttnews[t

Die Neue Pergamon führte das Krankenhaus in Weener von 2003 bis 2006.

Weener

25.07.2008

Klinik in Weener steht kurz vor einer Klage

By: Stephan Schmidt

Die Geschäftsführung fordert vom ehemaligen Betreiber Schadenersatz in Höhe von einer Million Euro. Von 2003 bis 2006 führte die Neue Pergamon das Krankenhaus - und diese Firma ist in einen Skandal verwickelt.

Weener - Die Geschäftsführung des Krankenhauses Rheiderland steht kurz vor einer Klage gegen den ehemaligen Klinikbetreiber Neue Pergamon (NPK). Die bereits fertige Klageschrift mit Fehlverhalten, die zwei der ehemaligen Geschäftsführer in Weener vorgeworfen werden, umfasse ein dutzend Punkte, sagte Krankenhauschef Holger Glienke am Donnerstag auf Nachfrage der OZ. Die geforderte Summe an Schadenersatz belaufe sich auf etwa eine Million Euro.

Die NPK, die das Krankenhaus in Weener von 2003 bis 2006 führte, ist in einen Finanzskandal verwickelt. Der Ex-Manager des Mutterhauses in Ludwigshafen, Volker Graf, soll Millionen veruntreut und sich selbst bereichert haben (die OZ berichtete). Gegen das Unternehmen und seinen ehemaligen Geschäftsführer macht die Stadt Ludwigshafen nach Berichten der Tageszeitung „Mannheimer Morgen” Forderungen in Höhe von 10,9 Millionen Euro geltend.

Graf, den Glienke als „Drahtzieher im Hintergrund” bezeichnet, ist jedoch nicht Teil der vorbereiteten Klage des Krankenhauses Rheiderland. Vielmehr sollen die ehemaligen Geschäftsführer in Weener, Lothar Stein und Günter Hagenhoff, zur Rechenschaft gezogen werden.

Klinik rechnet mit einer hohen Entschädigung

http://www.ostfriesen-zeitung.de/index.php?id=145&no_cache=1&tx_t

Weener

04.04.2009

Klinik rechnet mit einer hohen Entschädigung

By: Stephan Schmidt

Im Streit mit dem ehemaligen Betreiber des Rheiderland-Krankenhauses steht ein Vergleich bevor. Das Haus kann mit einer sechsstelligen Summe rechnen. Eine Klage gegen die Neue Pergamon soll nicht erhoben werden, weil der Ausgang ungewiss ist.

Weener - Möglicherweise Ende dieses Monats kann das Krankenhaus Rheiderland das Kapitel „Neue Pergamon” abhaken. Im Streit um Entschädigungen mit der Versicherung des ehemaligen Krankenhausbetreibers in Weener bahnt sich ein Vergleich an. Das teilte Holger Glienke, Geschäftsführer der Klinik, auf Nachfrage der OZ mit.

Sein Haus kann mit einer sechsstelligen Summe rechnen, die voraussichtlich aber unter 250 000 Euro liegen wird. Genaue Angaben wollte Glienke gestern nicht machen.

Von 2003 bis 2006 betrieb die Management-Gesellschaft Neue Pergamon die Rheiderländer Klinik und führte sie beinahe in den Ruin. Erst der Einstieg des Klinikums Leer und ein erheblicher Verzicht der Belegschaft bei den Bezügen brachte die Rettung.

Die neue Geschäftsführung legt der alten zahlreiche Unregelmäßigkeiten zur Last. Für die soll nun die britische Versicherung der Neuen Pergamon haften. Das Krankenhaus Rheiderland hatte bereits eine Klage vorbereitet. Die Forderung darin belaufen sich laut Glienke auf eine halbe Million Euro. Doch der Weg zum Gericht soll nicht mehr beschritten werden. „Wenn ein solches Verfahren läuft, geht es leicht über drei, vier, fünf Jahre mit ungewissem Ausgang”, sagte Glienke.

Ostfriesen-Zeitung

Ostfriesen-Zeitung 13.04.2006 Landkr eis Leer übernimm t Klinik von stephan schmidt FINANZ KRISE Neue Pergamon steigt

13.04.2006

Landkreis Leer übernimmt Klinik

von stephan schmidt

FINANZKRISE Neue Pergamon steigt in Weener aus / Krankenhausverein wird alleiniger Gesellschafter

Die Kreiskrankenhaus gGmbH soll mit der Geschäftsführung beauftragt werden. Der Betriebsrat wollte keinen neuen Tarifvertrag unter dem jetzigen Betreiber.

weener - Die Neue Pergamon gibt ihre Beteiligung am Krankenhaus Rheiderland in Weener ab. Die Geschäftsführung soll nun der Landkreis Leer durch das Kreiskrankenhaus übernehmen. Alleiniger Gesellschafter wird der Allgemeine Krankenhausverein für das Rheiderland.

Der Verein war bislang nur zu rund einem Viertel beteiligt. Die Neue Pergamon hielt rund drei Viertel der Anteile. Grund für den drastischen Schritt: unüberwindliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat, so eine gemeinsam verfasste Erklärung der Neuen Pergamon und des Krankenhausvereins. Der Betriebsrat hätte einem neuen Tarifvertrag unter dem jetzigen Betreiber nicht zugestimmt. Betriebsratsvorsitzer Hans-Joachim Kappernagel wollte sich gestern auf Nachfrage nicht äußern. Der Betriebsrat stellt jedoch in der Pressemitteilung klar: Die Zweifel an der Angemessenheit von Verträgen zwischen der Krankenhaus Rheiderland gGmbH und Tochtergesellschaften der Neuen Pergamon seien durch den Geschäftsführer Hartwick Oswald ausgeräumt worden. Die Zweifel seien daher nicht mehr gerechtfertigt.

„Wir brauchen das Know-how des Landkreises“, sagte Peter Freesemann gestern der OZ. Der Bürgermeister von Weener war als stellvertretender Vorsitzer des Krankenhausvereins Verhandlungsleiter. Die Übernahme durch den Kreis sei die beste Lösung.

Der Landkreis werde zunächst eine Bestandsaufnahme der finanziellen Situation machen, kündigte Landrat Bernhard Bramlage gestern an.

Ostfriesen-Zeitung

Ostfriesland

13.07.2006

„Dilettantisch und skrupellos“

von stephan schmidt

AFFÄRE Betriebsrat der Rheiderland-Klinik berät über Vorgehen gegen Ex-Betreiber

Die Neue Pergamon ist in einen Finanz-Skandal verwickelt. In Weener habe sich das Unternehmen nicht an Verträge gehalten.

weener - Der Betriebsrat des Krankenhauses Rheiderland in Weener will heute darüber beraten, ob und wie er gegen den ehemaligen Betreiber der Klinik, die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK), strafrechtlich vorgehen wird. Das sagte Betriebsratsvorsitzer Hans-Joachim Kappernagel gestern der Ostfriesen-Zeitung. Zugleich will der Betriebsrat prüfen lassen, ob Schadensersatz eingefordert werden kann.

Der Betriebsrat hatte bei der Mitgliederversammlung des Krankenhausvereins Vorwürfe erhoben: Der Anteil am Stammkapital von 185 000 Euro sei zwar einbezahlt worden, kurze Zeit später aber wieder zurückgebucht worden. Wie die OZ gestern berichtete, ist zudem ein Spitzenmanager der NPK in einen Finanzskandal verwickelt. Er soll am Stammsitz des Unternehmens, dem Klinikum in Ludwigshafen, sechs Millionen Euro veruntreut haben.

„Wir hatten es mit einer dilettantischen und skrupellosen Organisation zu tun“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzer Franz-Josef Hopmann der OZ. „Die haben ohne jegliche Ausschreibung immer ihre Tochterfirmen ins Spiel gebracht.“ Die Folge sei gewesen, dass die Rheiderland-Klinik die teuerste Versorgung aller Krankenhäuser der Region gehabt habe. Eine Tasse Kaffee für die Mitarbeiter der Klinik sei etwa für fünf Euro in Rechnung gestellt worden. 2,70 Euro seien allein für das Ausleihen des Geschirrs, das dem Krankenhaus gehört, verlangt worden.

Die mit der Vertragsunterzeichnung von der NPK zugesagten 135 000 Euro an Investitionen ins Krankenhaus seien nie geflossen, sagte Hopmann.

Der Vorstand des Krankenhausvereins Rheiderland will die Arbeit der NPK in Weener kritisch prüfen. Vorsitzer Dr. Enno Conring räumte ein, der Vorstand habe kaum Einblick in die Buchführung gehabt. Die wurde in Oberhausen erledigt. Er warnte aber davor, aus dem Skandal in Ludwigshafen Rückschlüsse für Weener zu ziehen. „Wir müssen uns von pauschalen Verurteilungen fern halten.“

Gegen Günter Hagenhoff, bis zu seiner Abberufung im März Geschäftsführer in Weener, liege nichts vor, sagte Conring. Mit Volker Graf, der die sechs Millionen unterschlagen haben soll, habe die Klinik kaum zu tun gehabt. „Er war nur einmal in Weener, und das war ganz am Anfang.“

Der Vereinsvorstand sieht derzeit keinen Grund für eine Strafanzeige. Der Anteil des Stammkapitals sei von der NPK verspätet einbezahlt und dann wieder von ihr zurückgebucht worden. Allerdings habe sie das Geld dann bis auf eine geringe Summe ohne Aufforderung wieder einbezahlt, betonte Conring.

Freitag, 14. Juli 2006 Komplettes Abzocksystem Betriebsrat sammelt Material für Klage gegen Neue Pergamon no

Freitag, 14. Juli 2006

Komplettes Abzocksystem

Betriebsrat sammelt Material für Klage gegen Neue Pergamon

no Weener. Der Betriebsrat der Krankenhauses Rheiderland hat gestern eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Material für eine Klage gegen den ehemaligen Mehrheitsgesellschafter der Krankenhaus Rheiderland gGmbH, die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPLK), sammelt.

Zu der dreiköpfigen Arbeitsgruppe, die Anfang der kommenden Woche ihre Arbeit aufnimmt, gehört auch der Betriebsratsvorsitzende Hans-Joachim Kappernagel. Wann die Materialsichtung abgeschlossen sein werde, konnte Kappernagel gestern auf Anfrage der Rheiderland-Zeitung noch nicht abschätzen: »Man kann noch nicht sagen, was da alles im Argen liegt«.

Anschließend solle das Belastungsmaterial dem Vorstand des Krankenhausvereins vorgelegt werden. Die Mitgliederversammlung hatte am Montag beschlossen, die Möglichkeit einer Strafanzeige gegen den ehemaligen Mehrheitsgesellschafter zu prüfen. Daher lehnt es Kappernagel ab, dass der Betriebsrat selbst Anzeige erstattet: »Da muss in erster Linie der Vorstand tätig werden».

Vor der gestrigen Sitzung wollte sein Stellvertreter im Betriebsrat, Franz-Josef Hopmann, einen »Allein- gang« allerdings nicht ausschließen. »Für uns ist das eine Frage der Ehre, verbunden mit der Hoffnung, dass doch noch etwas Geld zurückfließt«, erklärte Hopmann gegenüber der RZ.

Seine Vorwürfe richten sich in erster Linie dagegen, dass die Neue Pergamon das vereinbarte Stammka- pital von 185000 Euro zwar eingezahlt, kurze Zeit später aber wieder abgezogen habe. Der Betrag sollte mit den monatlichen 9000 Euro verrechnet werden, die der NPK für die Geschäftsführung des Kranken- hauses zustand. Das sei »buchhalterisch eine Sünde«, betonte Hopmann, »wir mussten gleichzeitig Kredite in Anspruch nehmen«. Außerdem habe die Neue Pergamon nie die im Vertrag festgeschrie- benen 135000 Euro für Investitionen gezahlt.

Als »komplettes Abzocksystem« bezeichnete der Betriebsrats-Vize die Auftragsvergabe der NPK an verschiedene Subfirmen. »Es wurde zu jedem Preis bei der eigenen Tochter eingekauft«, erklärt Hop- mann, »da wurde Vereinsvermögen verdaddelt«. Zudem gebe es zahlreiche Ungereimtheiten in Unterla- gen. So habe die Neue Pergamon 21.000 Verpflegungstage abgerechnet, obwohl es nur 18.500 gegeben habe. Ein EDV-Netzwerk das eingerichtet worden sein sollte, sei nie angeschlossen worden. »Das ist Schrott, der nicht funktioniert und zu mehr als dem Neupreis abgerechnet worden ist.«

Kappernagel ist überzeugt davon, dass das Krankenhaus in Weener auch beim Materialeinkauf geprellt worden ist. Ist das der Fall, ist auch das Haus in Weener in den »Ludwigshafener Klinkskandal« verwi- ckelt. Dabei hat die Stadt Ludwigshafen nun Rückforderungen in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro an den früheren Klinikum-Geschäftsführer und NPK-Gründer Volker Graf gestellt. Graf soll jahrelang Bonuszahlungen von Lieferanten, die eigentlich dem Krankenhaus zustehen, in die eigene Tasche ge- steckt haben.

Mittlerweile hat NPK-Geschäftsführer Hartwick Oswald die Abberufung Grafs eingeleitet und den Ein- kaufsleiter der NPK suspendiert. Graf, Mitinhaber und Ex-Geschäftsführer der Neuen Pergamon, befinde sich seit Ende des vergangenen Monats wegen »psychischer Probleme« in der Berliner Charite, hatte Oswald der Zeitung »Rheinpfalz« mitgeteilt.

Kappernagel, der am Krankenhaus Rheiderland für den Einkauf zuständig ist, erklärte, dass das Haus keine Rabattzahlungen von Lieferanten erhalten habe.

Hopmann räumte ein, dass die Vorwürfe juristisch sicherlich schwer zu fassen seien. Er wolle aber nicht ausschließen, dass man sogar zivilrechtlich gegen die ehemaligen Geschäftsführer des Krankenhauses vorgeht.

Die Chancen, dass das Krankenhaus in Weener Rückzahlungen von der NPK erhält, werden dadurch verschlechtert, dass die Neue Pergamon selbst kurz vor der Insolvenz steht. »Auf einer Gläubigerliste werden wir sicherlich ganz hinten landen«, vermutet Hopmann, »aber es ist die Frage, ob man strafrecht- lich Signale setzt, damit die nicht unter einem anderen Namen weitermachen.« Laut Oswald sei der Name »Neue Pergamon« nicht zu halten. Die Gesellschaft soll nun in »Netzwerk Gesundheit Hospitalgesell- schaft« umbenannt werden.

Wie die Staatsanwaltschaft in Aurich gestern auf RZ-Anfrage mitteilte, werde in dieser Sache zur Zeit nicht ermittelt. Die Ermittlungen werden aufgenommen, wenn genügend Ansätze für eine Strafsache vorliegen würden.

Sankt Marien- Hospital Buer gGmbH

San k t Marien- Hospital Buer gGmbH
San k t Marien- Hospital Buer gGmbH
I NTERN AUSGABE 01/1999
I
NTERN
AUSGABE
01/1999
I NTERN AUSGABE 01/1999 Silvio von Entress-Fürsteneck Geschäftsführer der Sankt Marien-Hospital Buer gGmbH

Silvio von Entress-Fürsteneck Geschäftsführer der Sankt Marien-Hospital Buer gGmbH

Verunsicherung und Unruhe hervorruft. Daher wird es eine wesentliche Aufgabe sein, die Entscheidungen transparenter zu gestalten. Auf einer unsicheren Informationsbasis das eigene Verhalten auszurichten, ent- spricht keinesfalls unseren Vorstellun- gen einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters in unserem Hause, von der/dem wir uns wünschen, daß sie/er soviel Verantwortung wie möglich übernehmen kann. Gutes tun und darüber reden, Mißstände nicht verschweigen und alles zum Wohle unserer Patienten ausrichten, das soll die Maxime unserer Informations- politik sein. Die neue Mitarbeiter- zeitschrift wird das ihrige dazu beitragen.

Editorial

Liebe

Mitarbeiter-

innen und

Mitarbeiter!

Es ist nicht zu übersehen, an unserem MHB verändert sich permanent einiges: Umbaumaßnahmen, Einrich- tung von Qualitätszirkeln, Mitarbeiter- befragung, Reorganisation von Organisationsabläufen, etc.

Wir tun alles dafür, um gut gerüstet den immer schwierigeren gesundheits- politischen Anforderungen der kom- menden Jahre begegnen zu können. Im Mittelpunkt all unserer Bemühungen stehen natürlich unsere Patienten. Dieses Ziel wird aber nur erreichbar sein, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Hause so umfassend wie möglich beteiligt werden. Dabei gilt es, eine entschei-

dende Lücke zu schließen. Beteiligung heißt nicht zuletzt umfassende Infor- mation. Wie die Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung ergeben haben, halten sowohl die Information als auch die Kommunikation in unserem Hause den Erfordernissen nicht stand. Diese Lücke hoffen wir, mit der neuen Mitarbeiterzeitschrift (MHB Intern) zu schließen. Die Zeitschrift wird zum Ende eines jeden Quartales erscheinen.

Nur eine Person kann keine Kommuni- kation bewerten, dies können nur alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen bewerkstelligen. Uns ist völlig bewußt, daß jeder Eingriff in das betriebliche Geschehen zunächst

Inhalt Editorial Das MHB Qualitätsmanagement Die MAV informiert 1 Rückblick 13 3 News 14 6
Inhalt
Editorial
Das MHB
Qualitätsmanagement
Die MAV informiert
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Rückblick
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News
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Personalia
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Neue Rechts- und

Organisations-

struktur im MHB

von Dr. Gregor Mattheis

Ziel der Neuordnung Das Sankt Marien-Hospital Buer wurde mit Beginn 1999 rechtlich neu geordnet. Damit sind Führung und Organisation den Ansprüchen an ein modernes Unternehmen angepaßt worden. Die Entwicklung im Gesundheitswesen und insbesondere der permanent steigende Kostendruck machten diese Neuordnung erforderlich. Sie zielt auf wirtschaftliche Effizienz und auf die Steigerung der Existenzfähigkeit des Krankenhauses, ohne seinen konfessionellen Charakter zu beeinträchtigen. Es wurden die Voraussetzungen geschaffen, um zunächst selbst und gegebenenfalls später in Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern, die Versorgung der Patienten in unserer Stadt weiterhin optimal zu gewähren und auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter weitgehend zu erhalten.

Historie Das Sankt Marien-Hospital Buer wurde bereits 1869 als „eine katholische rechtsfähige Stiftung privaten Rechts“ gegründet mit dem Ziel, „ausschließlich gemeinnützigen Zwecken“ zu dienen. Ursprünglich war es auch mit dem caritativen Anliegen gegründet worden, um sogar „unentgeltliche Aufnahme und Pflege zu gewähren, soweit nicht die Kosten von anderer Seite getragen

wurden“. Im Zuge gesetzlicher Refor- men im Gesundheitswesen während der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Krankenhausfinanzierung und damit das Profil eines Krankenhauses als Unter- nehmen grundsätzlich gewandelt. Nicht davon berührt wurde die Gemeinnützig- keit des Hauses und sein Charakter als konfessionelles Krankenhaus. Etwaige Gewinne werden ausschließlich dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder der Führungs- und Aufsichts- gremien sind ehrenamtlich tätig.

Gegenstand der Neuordnung Das Krankenhaus wird von einer gemeinnützigen GmbH geführt, auf die das Krankenhausvermögen von der Stiftung übertragen wurde. Die Stiftung ist Gesellschafterin der gGmbH, d.h., sie ist damit Eigentümerin. Mit einem geringen Geschäftsanteil ist an der gGmbH das Caritasträgerwerk im Bistum Essen e.V. noch beteiligt. Rechtsorgane der gGmbH sind die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung. Der Aufsichtsrat beruft die Geschäftsführung und fungiert als Kontroll- und Beratungsorgan. Die Gesellschafterversammlung wählt den Aufsichtsrat und entscheidet letztlich in allen wichtigen Angelegenheiten. Mit dem Krankenhausvermögen sind die Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern von der Stiftung auf die gGmbH über-

R ü ckblick

gegangen, und zwar unter Wahrung des Besitzstandes, d.h. mit allen geltenden Rechten und Pflichten.

Die Organe wurden wie folgt besetzt:

Alleiniger Geschäftsführer ist Herr Diplom-Krankenhaus-Betriebswirt Silvio von Entress-Fürsteneck.

Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren

K. Kleinwächter (Vorsitzender), E. van

Kell (stellvertretender Vorsitzender), H.- J. Brüggemann, B. Kleinebrecht und Dr.

U. Thamer.

Der Vorstand der Stiftung – zugleich auch als Eigentümerin der gGmbH - besteht aus Herrn Propst R. Voß als „geborenem“ Vorsitzenden – dies ist jeweils der Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Urbanus – sowie Herrn Dr. G. Mattheis als stellvertretenden Vorsitzenden und Frau K. Spoden. Sie vertreten unter anderem die Interessen der Stiftung in der Gesellschafterversammlung.

Die neue gGmbH hat mit der Neuen Pergamon Managementgesellschaft, Hamm, einen Geschäftsbesorgungs- vertrag abgeschlossen. Gegenstand des Vertrages ist die Beratung der gGmbH bei der Führung der Geschäfte. Damit stehen nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch die Mitarbeiter der Managementgesellschaft insgesamt zur Verfügung. Die gGmbH profitiert von dem Know how und den Erfahrungen aus der Beratung der Management- gesellschaft auch anderer Kliniken. Die dabei gefragten medizinischen und betriebswirtschaftlichen Strukturen lassen sich heute nicht nur aus lokaler Sicht entscheiden.

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20.05.2006 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN Krankenhaus als Patient Das St. Marienhospital in Buer steckt in

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Krankenhaus als Patient

Das St. Marienhospital in Buer steckt in finanziellen Nöten und hat Gespräche mit dem Marienhospital in Ückendorf über eine Kooperation aufgenommen. Trennung von der Geschäftsführung

Das Marienhospital in Ückendorf und das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) führen Gesprä- che über eine engere Zusammenarbeit.

Das sagte gestern Dr. Gregor Mattheis, stellvertretender Vorstand der Stiftung des MHB. Mit dieser von ihm so genannten "angestrebten Kooperation" begründet Mattheis einen massiven Umbau in der Führungsspitze in Buer: Am vergangenen Montag wurde der Kooperationsver- trag mit der Neuen Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK), die seit 1998 mit der Geschäftsführung beauftragt war, aufgekündigt.

Zum Ende des Monats wird auch Silvio von Entress-Fürsteneck seine Funktion als Geschäfts- führer des MHB aufgeben. Es handele sich um "einvernehmliche" Trennungen, betonte Mattheis.

Hintergrund dürfte aber auch eine geschäftliche "Schieflage" (Mattheis) des MHB sein. Er spricht von 2,5 Millionen Euro. Ein Teil der roten Zahlen sei entstanden, weil das MHB für 1000 zu viel ausgeführte Operationen 65 Prozent der Einkünfte wieder abführen müsse.

Es gibt aber auch Gerüchte über einen möglichen Misserfolg des "Zentrums für klinische Pharmazie" in Bottrop, das im April 2005 eingeweiht wurde. Inhaber dieser Großapotheke, die etliche Häuser im Umkreis mit Arzneien versorgt, sind das MHB (zu 51%) und das St. Elisa- beth-Krankenhaus Oberhausen (49 %), an dem wiederum die NPK, in der Silvio von Entress- Fürsteneck ebenfalls Geschäftsführer ist, eine Beteiligung hält.

Von der Leitung des Marienhospitals in Ückendorf war gestern keine Stellungnahme zu erhal- ten. Der WAZ ist aber ein Schreiben an die Chefärzte bekannt, in dem als Reaktion auf "Ge- rüchte über eine Fusion" lediglich von "gemeinsamen Gesprächen" die Rede ist.

Von Christian Scholz

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN Krankenhaus als Patient Das St. Marienhospital in Buer steckt in

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Krankenhaus als Patient

Das St. Marienhospital in Buer steckt in finanziellen Nöten und hat Gespräche mit dem Marienhospital in Ückendorf über eine Kooperation aufgenommen. Trennung von der Geschäftsführung

Das Marienhospital in Ückendorf und das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) führen Gesprä- che über eine engere Zusammenarbeit.

Das sagte gestern Dr. Gregor Mattheis, stellvertretender Vorstand der Stiftung des MHB. Mit dieser von ihm so genannten "angestrebten Kooperation" begründet Mattheis einen massiven Umbau in der Führungsspitze in Buer: Am vergangenen Montag wurde der Kooperationsver- trag mit der Neuen Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK), die seit 1998 mit der Geschäftsführung beauftragt war, aufgekündigt.

Zum Ende des Monats wird auch Silvio von Entress-Fürsteneck seine Funktion als Geschäfts- führer des MHB aufgeben. Es handele sich um "einvernehmliche" Trennungen, betonte Mattheis.

Hintergrund dürfte aber auch eine geschäftliche "Schieflage" (Mattheis) des MHB sein. Er spricht von 2,5 Millionen Euro. Ein Teil der roten Zahlen sei entstanden, weil das MHB für 1000 zu viel ausgeführte Operationen 65 Prozent der Einkünfte wieder abführen müsse.

Es gibt aber auch Gerüchte über einen möglichen Misserfolg des "Zentrums für klinische Pharmazie" in Bottrop, das im April 2005 eingeweiht wurde. Inhaber dieser Großapotheke, die etliche Häuser im Umkreis mit Arzneien versorgt, sind das MHB (zu 51%) und das St. Elisa- beth-Krankenhaus Oberhausen (49 %), an dem wiederum die NPK, in der Silvio von Entress- Fürsteneck ebenfalls Geschäftsführer ist, eine Beteiligung hält.

Von der Leitung des Marienhospitals in Ückendorf war gestern keine Stellungnahme zu erhal- ten. Der WAZ ist aber ein Schreiben an die Chefärzte bekannt, in dem als Reaktion auf "Ge- rüchte über eine Fusion" lediglich von "gemeinsamen Gesprächen" die Rede ist.

Von Christian Scholz

2 0.05.2006 / LOKALAUSGABE / BUER Geschäftsführer muss gehen St.-Marien-Hospital Buer trennt sich von Silvio

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / BUER

Geschäftsführer muss gehen

St.-Marien-Hospital Buer trennt sich von Silvio von Entress-Fürsteneck. Verluste von 2,5 Millionen Euro. Verhandlungen mit dem Marienhospital in Ückendorf. "Gemeinsame Gespräche" bestätigt

Überraschend, aber "einvernehmlich" getrennt hat sich das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) von seinem Geschäftsführer Silvio von Entress-Fürsteneck und der Neuen Pergamon Kran- kenhaus Management GmbH (NPK), die die Geschäfte des Krankenhauses seit 1998 besorg- te.

Begründet wird diese Maßnahme mit einer bevorstehenden Partnerschaft mit dem Ückendorfer Marienhospital. Wie Dr. Gregor Mattheis vom Vorstand der MHB-Stiftung betont, gebe es im Vertrag zwischen MHB und NKP eine Option zur Trennung, wenn das MHB "einen strategi- schen Partner gefunden" habe. Aus Ückendorf werden derweil "gemeinsame Gespräche" zwar bestätigt, Konkretes zu vermelden würde aber Erfolgen "weit voraus greifen", heißt es in einem Brief an die Chefärzte als Reaktion auf "Gerüchte über eine Fusion".

Festzustehen scheinen aber auch wirtschaftliche Probleme des MHB. Mattheis spricht von ei- ner "Schieflage", die sich auf 2,5 Millionen Euro belaufe. Eine Ursache sei die Budgetierung, der auch die Krankenhäuser unterliegen. Mattheis: "Wir haben etwa 1000 Operationen zu viel aufgeführt. 65 Prozent der Einnahmen daraus müssen wir wieder abführen, obwohl uns die entsprechenden Kosten entstanden sind." Man sei dabei, ein "Restrukturierungskonzept" zu entwickeln, das bereits im kommenden Jahr zu einem "ausgeglichenen Ergebnis" führen wer- de.

Im Fehlbetrag von 2,5 Mio. Euro sind auch die Auswirkungen der Turbulenzen um das Bottro- per Zentrum für Klinische Pharmazie enthalten. Das wurde von den Anteilseignern MHB (zu 51 Prozent) und St. Elisabeth Krankenhaus Oberhausen (49 Prozent) im vergangenen Jahr unter prominenter politischer Begleitung (ein Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums erwähnte das Wort "richtungweisend") aus der Taufe gehoben. Mattheis spricht von "Anlauf- schwierigkeiten". Ansonsten sei er darüber nicht weiter informiert.

Die Verflechtung der Geschäfte des MHB und seines Geschäftsführers Silvio von Entress- Fürsteneck scheinen vielfältig und undurchschaubar. Von Entress wurde 1998 von der NPK als Geschäftsführer nach Buer geholt. In der Ludwigshafener NPK ist er auch Geschäftsführer. Unter von Entress wiederum wurde eine gemeinsame Geschäftsgründung des MHB in Bottrop (Zentrum für Klinische Pharmazie) mit dem Oberhausener St. Elisabeth Krankenhaus eingelei- tet.

Im Oberhausener Krankenhaus hält die NPK Anteile. Ob es sich tatsächlich allein um "Anlauf- schwierigkeiten" in Bottrop handelt oder auch um ausgebliebene Zahlungen, wie Insider vermu- ten, wird wohl später geklärt werden.

Ein Kölner Unternehmen untersucht derweil die Geschäftsstruktur des MHB auf die Tauglich- keit zu einem künftigen Zusammengehen mit dem Marienhospital in Ückendorf.

Von Christian Scholz

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / BUER DIE WOCHE IN BUER Einvernehmlich? Von Christian Scholz Es ist

20.05.2006 / LOKALAUSGABE / BUER

DIE WOCHE IN BUER

Einvernehmlich?

Von Christian Scholz

Es ist ein Dickicht aus Gerüchten und Vermutungen, das die Vorgänge rund um das Sankt Marien-Hospital Buer umgibt. Eines scheint sicher: So "einvernehmlich" kann die Trennung von Geschäftsführer und der Firma, die ihn ins MHB geholt hat, nicht gewesen sein. Denn aus dem Marienhospital in Ückendorf werde Gespräche - mit welchem Ziel auch immer - zwar bestätigt, man will aber mit einer entsprechenden Mitteilung nur "Gerüchten um eine Fusion" begegnen. Dass also, bevor ein konkreter Zusammenschluss oder Kooperation vereinbart sind, der MHB-Geschäftsführer gehen muss - welchen anderen Schluss als den auf ein tiefes Zerwürfnis lässt das zu?

Da bekommt die Vermutung schon Sinn, dass die Verhandlungen nur vorgeschoben sind, um einen Vertragspassus nutzen zu können, der eine Trennung von Geschäftsführer und Geschäftsführung möglich macht.

Dabei unterliegt auch das MHB den Zwängen eines Marktes, der sich Gesundheitswesen nennt: Spezialisierungen und Zusammenschlüsse prägen zunehmend die Krankenhauslandschaft. Das MHB aber hatte sich, bis auf eine Kooperation mit der Kinderklinik, weitgehend aus Fusionen heraus gehalten.

Sorgen in der Belegschaft sind nicht unberechtigt. Die angekündigte Restrukturierung kann durchaus Arbeitsplätze kosten. Wenn Verluste abgearbeitet werden müssen, werden Mitarbeiter zu Kostenträgern degradiert.

Bei einem Gläschen Sekt - Gelsenkirchen-Buer - DerWestenhttp://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gelsenki

Bei einem Gläschen Sekt

Bei einem Gläschen Sekt Gelsenkirchen-Buer , 12.06.2008, Christian Scholz , 1

Gelsenkirchen-Buer, 12.06.2008, Christian Scholz, 1 Kommentar, Trackback-URL

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erfuhren vor zwei Jahren zwei Aufsichtsratsmitglied des Sankt Marien-Hospitals Buer von der Schieflage des Krankenhauses

„Wir sind auf einem ganz guten Kurs”, sagt Peter Weingarten. Der 49-jährige Diplom-Volkswirt leitete bislang die Geschicke des Marienhospitals in Ückendorf, seit einigen Monaten ist er als Geschäftsführer auch für das namentlich fast identische Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) zuständig. Die im September 2007 eingeleitete „Sanierung und Restrukturierung” sei aber „noch nicht zu Ende”, meint der Essener in einem Gespräch mit der WAZ, in dem es vor allem um die Gründe ging, die das MHB vor zwei Jahren fast in die Knie zwangen.

„Geschäftsführer muss gehen” meldete die WAZ Buer am 20. Mai 2006. „Man tut sich bei so einer Gelegenheit nicht weh”, kommentiert heute Weingarten die damals von Gregor Mattheis vom Vorstand der MHB-Stiftung gewählte Formulierung einer „einvernehmlichen” Trennung des MHB von Silvio von Entress-Fürsteneck. Natürlich war die „Schieflage” (Mattheis) der Grund für diesen Schritt, doch Weingärtner kennt den Ablauf damals aus eigenem Erleben.

Es sei im Februar 2006 gewesen, als Geschäftsführer von Entress-Fürsteneck zwei MHB-Aufsichtsräten „auf einem Sektempfang in einem benachbarten Krankenhaus” von einem Defizit für das geschäftsjahr 2005 berichtet habe, das mit rund 2,7 Millionen angesichts eines Jahresumsatzes von 27 bis 30 Millionen mehr als beträchtlich war. Besagte Aufsichtsräte saßen kurz danach im Büro von Weingarten, mit dem zu diesem Zeitpunkt schon Vorgespräche zwecks einer engeren Zusammenarbeit beider Krankenhäuser geführt wurden.

Als im MHB ruchbar wurde, dass besagte „Schieflage” schon im April 2005 zumindest beim hausinternen Controlling bekannt war, zogen Stiftung und Aufsichtsrat die Reißleine – von Entress-Fürsteneck musste gehen.

Über die Gründe des Defizits wurde vor zwei Jahren auch nicht alles bekannt. Weingarten spricht heute von „Management-Fehlern” wenn es bei den Operationen zwar eine „Leistungsexplosion” gegeben habe, diese Mehrkosten aber nicht in dem mit den Krankenkassen vereinbarten Budget berücksichtigt waren.

Hinzu kam der Umstand, dass Gelder, die eigentlich dem MHB zufließen mussten, bei der Neuen Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) gelandet waren.

Silvio von Entress-Fürsteneck war damals Mitarbeiter der NPK, mit der das MHB 1998 einen

Bei einem Gläschen Sekt - Gelsenkirchen-Buer - DerWestenhttp://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gelsenki

Management-Vertrag abgeschlosen hatte. Diese Funktion nahm NPK auch in anderen Krankenhäusern wahr, in weiteren Krankenhäusern war sie sogar Eigentümer. Das führte zu einer Nachfragemacht bei den Zulieferern, die sich in Rabatten niederschlug.

Die von Weingarten erwähnten Management-Fehler wie auch verschwunde Gelder führten noch im Jahr 2006 dazu, dass gegenüber der NPK Forderungen in Höhe von acht Millionen Euro ausgestellt wurden. Doch die Hoffnungen, dieses Geld jemals zu sehen, sind gering. Weingarten:

„Über NPK wurde im September 2006 das Insolvenzverfahren eingeleitet.” Direkt gegen den ehemaligen Geschäftsführer möchte man nicht vorgehen: „Die Staatsanwaltschaft hat uns mitgeteilt, dass es da keine Anhaltspunkte gibt.” Dennoch meint Weingarten: „Es müffelt.” Er meint damit die Tatsache, dass von Entress-Fürsteneck sowohl im MHB an verantwortlicher Stelle gesessen habe wie auch in Unternehmen, die an das MHB lieferten. Mit Zulieferern ausgehandelte Rabatte hätten das MHB zum Teil wohl nicht erreicht, heißt es heute.

Jetzt kann man auch trefflich darüber streiten, ob das Wirken der NPK das MHB mit dem Marienhospital zwangsvereinigt hat. Die „Ehe” jedenfalls ist vollzogen, das „Sagen” hat die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH aus dem Süden. Aus seiner Sicht habe es als Folge keinen Personalabbau beim MHB gegeben, sagt Weingarten. Dennoch gebe es „Opfer”: Auf Weihnachtsgeld und Teile des Urlaubsgeldes müssen die Beschäftigten auch heute noch verzichten.

Zu einer frischen Hiobsbotschaft – dem anstehenden Fortgang des notärztlichen Dienstes QPG – sagt Weingarten: „Wir sind darüber äußerst traurig. Wir werden aber weiterhin die Versorgung der Bevölkerung in Buer sicherstellen.”

Zur Person

Peter Weingarten ist 49 Jahre alt, in Münster geboren und verheiratet. Nach seinem Studium der Volkswirtschaft in Münster heuerte er zunächst bei der Dresdner Bank an, um 1988 als Assistent der Geschäftsleitung im Franziskus-Hospital in Münster zum ersten Mal Kontakt mit dem Gesundheitswesen zu bekommen. Paracelsus Deutschland, das St. Josef Hospital in Haan waren weitere Stationen, ehe Weingärtner 1995 eine verantwortliche Position im Marienhospital Ückendorf übernahm. Ein Jahr später wurde er zum Geschäftsführer der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH bestellt, zu deren Geschäftsbereichen neben dem Krankenhäusern (neben Marienhospital jetzt auch das MHB) Heime und Kindergärten zählen. chris

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Westfälisches Volksblatt vom 12.01.2006

Staatsanwaltschaft ermittelt

MZG »verlobt« sich mit einem Klinik-Verbund

Von Ernst-Wilhelm Pape und Bernhard Liedmann

Bad Lippringe (WV).Im Kreis Paderborn entsteht die landesweit größte Krankenhaus-Allianz in privater Trä- gerschaft: Das medizinische Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe (MZG) kooperiert vom 1. Februar an mit der »Neuen Pergamon Krankenhaus Management Gesellschaft« mit Sitz in Gelsenkirchen.

Zunächst befristet für ein Jahr übernimmt die Pergamon die Geschäftsführung des MZG. Federführend wird künftig Prof. Dr. Volker Graf (50) sein, Vorsitzender der Geschäftsführung der »Neuen Pergamon«.

Graf war bis zum 30. Oktober 2005 Geschäftsführer des städtischen Klinikums Ludwigshafen (Rheinland- Pfalz). Sein Vertrag war aufgelöst worden. Der Grund: angebliche Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsfüh- rung. Die Vorwürfe teilte Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) der Staatsanwaltschaft mit. Seit einem Jahr ermittelt die Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen in Kaiserslautern wegen Untreue gegen Graf.

Der Beschuldigte soll Vergütungen und Vorschüsse als Geschäftsführer erhalten haben, die im laut Vertrag nicht zugestanden haben sollen. Nach Angaben von Lohse handelt es sich um klare Rechtsverstöße, die durch unabhängige Wirtschaftsprüfer bestätigt wurden. Graf soll Aufträge des Klinikums an Tochterfirmen seiner »Neuen Pergamon« vergeben haben, ohne andere Angebote zu prüfen. Ferner wird Graf vorgewor- fen, Abschlags- und Vorauszahlungen aus dem Überschuss angegliederter Alten- und Pflegeheime kassiert und sich Dienstwagen samt Fahrer genehmigt zu haben.

Nach Angaben von Helmut Bleh, Leitender Oberstaatsanwalt, sind bereits zahlreiche Buchhaltungsunterla- gen beschlagnahmt worden, die noch ausgewertet werden müssten. Die Ermittlungen würden sich noch lange hinziehen. Bisher sei der Beschuldigte noch nicht vernommen worden. An die »Neue Pergamon« sollte bereits im vergangenen Jahr die Mehrbeteiligung am St. Petri Hospital (200 Betten) in Warburg (Kreis Höxter) verkauft werden. Der Verkauf scheiterte, als das Ermittlungsverfahren gegen Graf bekannt wurde.

Während das MZG in Bad Lippspringe über sieben Kliniken mit 750 Mitarbeitern und 1100 Betten verfügt, leitet die Neue Pergamon insgesamt sechs Kliniken in NRW und Bayern mit 1400 Mitarbeitern und 2500 Betten. Die Pergamon hat eines Jahresumsatz von 62 Millionen Euro, beim MZG liegt er bei 40 Millionen. Die Allianz sieht eine enge Verzahnung der Akut-Krankenhäuser der Pergamon-Gesellschaft mit dem Reha- Bereich des MZG vor.

Die Gesellschafter-Versammlung des MZG gab am Dienstagabend »grünes Licht« für die neue Zusammen- arbeit. MZG-Aufsichtsratsvorsitzender und Bad Lippspringes Bürgermeister Willi Schmidt bezeichnete ges- tern in einer Pressekonferenz die zunächst befristete Zusammenarbeit als »Verlobung«, ob in einem Jahr die »Heirat« erfolgt ist allerdings offen. An den Beteiligungen des MZG (84 Prozent Stadt Bad Lippspringe und 16 Prozent Kreis Paderborn) und den Gesellschafterstrukturen ändert sich zunächst nichts.

Die Geschäftsführung wird jedoch von der Pergamon mit dem bisherigen MZG-Geschäftsführer Wolfgang Jitschin übernommen. Die neue Allianz, so Schmidt, soll eine zukunftsweisende Brücke zwischen der Akut- und anschließenden Reha-Behandlung aufbauen. Hier biete die Pergamon mit drei Akut-Krankenhäusern im Ruhrgebiet ein entsprechendes Potential. Das MZG sei größter Reha-Anbieter in Ostwestfalen-Lippe, die neue Allianz sei auch ein Stück Zukunftssicherung für Bad Lippspringe.

Mit dieser Kooperation, so Graf, habe man auch eine entsprechende »Größe« gegen über den Kostenträ- gern in den Verhandlungen. Bereits jetzt sei absehbar, dass der Aufenthalt der Patienten in den Akut- Krankenhäusern aus Kostengründen immer kürzer werde, dennoch sei oft eine Nachbehandlung notwendig. Für den Kreis Paderborn begrüßte auch Landrat Manfred Müller den Zusammenschluss an der Spitze: Auf- grund der Zeitbefristung sei das »Risiko überschaubar«. Als ein wichtiger Baustein für die Sanierung des MZG wurde bei allen Beteiligten auch der Abschluss des Beschäftigungssicherungsvertrages beim MZG gesehen, bei dem die Mitarbeiter auf drei Millionen Euro verzichteten. Im kommenden Jahr sollen auch wei- tergehende Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet werden.

Neue Westfälische vom 13.01.2006

Kliniken-Partner in Visier der Staatsanwaltschaft

Landrat und Bad Lippspringes Bürgermeister stehen trotzdem zur "Neuen Pergamon" und Volker Graf

VON HUBERTUS GÄRTNER

Warburg. Voller Stolz hatten am Mittwoch der Paderborner Landrat Manfred Müller und der Bad Lippspringer Bürgermeister Willi Schmidt eine neue, zunächst auf ein Jahr befristete Koopera- tion zwischen dem Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) und der "Neuen Pergamon Krankenhaus Management Gesellschaft" (Hamm) bekannt gegeben. Nur wenige Stunden spä- ter schlugen die Wellen allerdings hoch. Es war durchgesickert, dass gegen den Geschäftsfüh- rer der "Neuen Pergamon", Professor Volker Graf (50), seit etwa einem Jahr ein strafrechtli- ches Ermittlungsverfahren anhängig ist.

Trotzdem will das MZG an dem neuen Partner festhalten. Bürgermeister Willi Schmidt, stärkte in seiner Funktion als MZG-Aufsichtsratsvorsitzender dem Beschuldigten gestern demonstrativ den Rücken. "Verfehlungen von Herr Graf sind bislang nicht nachgewiesen. Es gilt die Un- schuldsvermutung", sagte Schmidt dieser Zeitung. Der Aufsichtsrat der MZG und die Gesell- schafterversammlung hätten sich "sehr intensiv mit dem künftigen Partner beschäftigt". Man sei zu dem Ergebnis gelangt, dass die "Neue Pergamon", die in Nordrhein-Westfalen und Bay- ern bereits sechs Kliniken mit 1.400 Mitarbeitern managt, ein sehr erfolgreiches und gut ge- führtes Unternehmen sei, sagte Schmidt.

Auch der Bürgermeister von Bad Lippspringe kann allerdings das Strafverfahren gegen den designierten neuen MZG-Geschäftsführer Volker Graf nicht aus der Welt schaffen. Wie Paul- Gerald Schneider, Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Kaiserslautern, auf Anfrage bestätigte, ermittelt seine Behörde gegen Professor Graf wegen Untreue (die NW berichtete). Die Vorwürfe beziehen sich auf Grafs frühere Tätigkeit als Ge- schäftsführer des städtischen Klinikums in Ludwigshafen. Hier soll es zu finanziellen Unregel- mäßigkeiten gekommen sein. Nach Presseberichten soll Graf dafür gesorgt haben, dass ihm nahe stehende Firmen Millionenaufträge erhielten.

Grafs Rechtsanwalt, Dr. Ingo Minoggio, wies die Vorwürfe gestern zurück. "Das ist alles großer Unsinn", sagte Minoggio. Sein Mandant habe sich nichts vorzuwerfen. Er sei das Opfer von po- litischen Intrigen.

Damit zielt Minoggio insbesondere auf die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU). Nach langen und heftigen internen Querelen, bei denen sich die politischen Lager in Ludwigshafen uneins zeigten, hatte die Oberbürgermeisterin Lohse Strafanzeige gegen Graf erstattet. Anschließend warf Graf das Handtuch und kündigte seinen Vertrag mit dem Klinikum Ludwigshafen. Aus Sicht von Graf ist das Maß nun voll. Nach Aussage seines Rechtsanwaltes wird er die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse wegen Verleumdung anzeigen.

Unter dem Strich bleiben vorerst trotzdem einige Fragezeichen hinter Professor Volker Graf und dessen Krankenhaus Management Gesellschaft "Neue Pergamon" stehen. In Warburg er- innern sich einige an die Management-Firma zum Beispiel mit gemischten Gefühlen. Dort woll- te die "Neue Pergamon" vor Jahresfrist das in den roten Zahlen steckende Hospital St. Petri übernehmen. Der Deal kam nicht zustande, weil der Warburger Stadtrat dem neuen Klinik- betreiber schlichtweg die Kompetenz und Qualifikation absprach. Zudem hatten auch die Ärzte des St.-Petri-Hospitals gewarnt: Das Unternehmen Pergamon mit seinen vielen Tochterfirmen und Beteiligungen ziehe das Geld aus den gekauften Krankenhäusern, behindere Betriebsrats- wahlen und kümmere sich nicht um notwendige Strukturveränderungen, lautete ihr Vorwurf.

In Bad Lippspringe ist man anderer Meinung. Hier glaubt man an die positive Wirkung der "Neuen Pergamon". "Bei uns geht es nicht um eine Übernahme, sondern nur um eine Koopera- tion", sagt Bürgermeister Willi Schmidt. Die Zusammenarbeit werde dem MZG neue Patienten aus dem Ruhrgebiet zuführen und für Aufschwung sorgen.

Paderborn Cityportal - Alle Verlustbringer sollen geschlossen werden

http://www.paderborn.de/mehr/news/westfaelisches_volksblatt/10901

MZG will mit Radikalkur das Überleben sichern

24.06.06

Von Karl Pickhardt

Bad Lippspringe (WV). Mit einer Radikalkur will das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe eine offenbar drohende Pleite abwenden. Das mit 22 Millionen Euro hoch verschuldete Unternehmen (750 Mitarbeiter) plant die Schließung aller Kliniken und Reha-Einrichtungen, die keine Gewinne erwirtschaften. Das kommunale Heilbad steht im Überlebenskampf vor der größten Strukturveränderung seiner Geschichte.

Landrat Manfred Müller und Bürgermeister Willi Schmidt kündigten am Freitag zusammen mit den beiden MZG-Geschäftsführern Wolfgang Jitschin und Professor Volker Graf in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz einschneidende Maßnahmen zum 1. Januar 2007 an. Sämtliche Reha- und Klinikeinrichtungen werden künftig als eigenständige Gesellschaften geführt. Wer keinen Gewinn erwirtschaftet, wird aufgegeben. Gesunde Einrichtungen wie die Karl-Hansen-Klinik (Lungenheilkunde), die Klinik am Park (Suchtbereich) oder die Cecilienklinik (Onkologie) sollen nicht länger Sorgenkinder wie die Auguste-Viktoria-Klinik, die Klinik Martinusquelle oder die Teutoburger-Wald-Klinik mitfinanzieren. »Das muss und wird ein Ende haben«, sagte Volker Graf.

Der Rehabilitationsbereich hat in den vergangenen fünf Jahren nach Angaben der MZG-Führung ein Defizit von zehn Millionen Euro eingefahren. Die finanzstarken Bereiche des MZG hätten nicht mehr die Kraft, Verlustbringer aufzufangen. Trotz eines Jahresumsatzes von etwa 40 Millionen Euro schreibe das MZG Jahr für Jahr Verluste.

Der Reha-Bereich fresse alle Gewinne auf. So bleibe keine Luft mehr für Investitionen, die für ein Überleben und die Wettbewerbsfähigkeit dringend notwendig seien. Die Geschäftsführung bezifferte den Investitionsstau auf zehn Millionen Euro. Für Investitionen sei aber kein Cent da, solange an Verlustbringern festgehalten werde. »Wenn nichts passiert, erreichen wir das Jahr 2008 nicht mehr«, fürchtet Graf ohne Strukturveränderungen eine Insolvenz spätestens im nächsten Jahr.

Der Beschäftigungssicherungsvertrag, der den 750 Mitarbeitern bei weitgehendem Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie mit Lohneinbußen bis 2008 Kündigungsschutz bietet, sieht die MZG-Führung ebenfalls als unternehmensgefährdend an. MZG-Geschäftsführer Graf erwartet von Betriebsrat und Gewerkschaften zur Rettung des Unternehmens daher weitere Zugeständnisse und kein Festhalten an diesem Tarifvertrag.

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Jetzt räche sich auch, dass vor einigen Jahren bei Massenentlassungen überwiegend jüngere Mitarbeiter hätten gehen müssen. »70 Prozent unserer Mitarbeiter sind zwischen 40 und 60 Jahren alt«, beklagt Graf hohe Personalkosten.

Die Stadt Bad Lippspringe und der Kreis Paderborn, die mit 84 und 16 Prozent Gesellschafter des MZG sind, haben vor einigen Jahren 3,2 Millionen Euro Darlehen zins- und tilgungsfrei zur Verfügung gestellt, um das MZG über Wasser zu halten. Bürgermeister Willi Schmidt und Landrat Manfred Müller wollen sich nur dann für einen Darlehensverzicht in ihren Gremien einsetzen, wenn das MZG ein Überlebens-Konzept vorlegen. Dazu gehöre auch, dass Kreis und Stadt in einer Besitzgesellschaft sämtliche Immobilien übernehmen und das MZG als Betriebsgesellschaft Pacht für die Nutzung der Gebäude zahle. Diese Pacht soll Zins- und Tilgungsleistungen der belasteten Immobilien decken.

Der siebenköpfige Aufsichtsrat, dem auch die Gewerkschaft mit einem Sitz angehört, hat nach Angaben von Bürgermeister und MZG-Aufsichtsratsvorsitzendem Willi Schmidt einstimmig grünes Licht gegeben, Änderungen in der MZG-Struktur einzuleiten. Danach überleben nur noch kostendeckende Einrichtungen.

© Copyright 2004 WESTFÄLISCHES VOLKSBLATT.

Dem Sanierer droht die Pleite: MZG-Partner selbst sehr krank

Immer neue Pergamon-Schock-Nachrichten erschüttern Bad Lippspringe

Von Karl Pickhardt

Bad Lippspringe (WV). Das hoch verschuldete Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe hat sich mit der vermeintlich starken »Klinik-Management-Gesellschaft Neue Pergamon« (NPK) offenbar einen Partner ins Boot geholt, der jetzt selbst um das Überleben kämpft. Der NPK, mit der das MZG zum 1. Februar die landesweit größte Kran- kenhaus-Allianz in privater Trägerschaft schloss, droht die Insolvenz. Heute entscheiden Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat des MZG über Trennung oder weitere Zusam- menarbeit von oder mit der NPK.

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Die in Hamm ansässige und bundesweit tätige Gesundheitsfirma, die als MZG-Partner in Bad Lippspringe eine harte Sanierung auch mit Schließung von unrentablen Kliniken und Reha-Einrichtungen leisten wollte (wir berichteten), ist jetzt offenbar selbst ein Sanierungs- fall.

In der Zeitung »Rheinpfalz« (Ludwigshafen) räumte NPK-Geschäftsführer Hartwick Oswald gestern die drohende Pleitegefahr ein. Die Banken hätten NPK eine Frist von zwei Wochen gewährt, um einen Investor zu finden und ein Insolvenzverfahren zu verhinden. Die Sparkas- se Vorderpfalz hat der NPK-Tochter Deutsche Gesellschaft für Humanplasma (DGH) bereits alle Kredite (3,5 Millionen Euro) gekündigt.

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Hartwick Oswald wollte ursprünglich an der außerordentlichen Zusammenkunft der MZG- Gesellschafterversammlung heute in Bad Lippspringe teilnehmen: Er musste absagen, weil er sich in Ludwigshafen mit der Oberbürgermeisterin Eva Lohse zu einem Krisengespräch trifft.

Bei der NPK, die in Deutschland etliche kleinere und mittlere Krankenhäuser führt und ma- nagt, sind bei einer Insolvenz 1.500 Arbeitsplätze bedroht. Das MZG in Bad Lippspringe (22 Millionenn Euro Schulden) beschäftigt 750 Mitarbeiter.

Die Existenzkrise des MZG-Partners NPK ist offenbar durch Forderungen des Städtischen Klinikums Ludwigshafen in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro ausgelöst worden. Das Klinikum richtet die Forderungen auch an den inzwischen entlassenen NPK-Geschäftsführer Volker Graf (49), der angeblich eigene NPK-Töchter bei Auftragsvergaben, Bonuszahlungen und Rabatten zu Lasten des Klinikums bevorteilte. Dieses Geld hätte nach Einschätzung der Ludwigshafener Oberbürgermeisterin dem Städtischen Klinikum zugestanden. Deshalb fordert sie das Geld von der NPK und Graf zurück und stürzt damit die NPK in die Krise.

Der heutige NPK-Geschäftsführer Oswald beklagt in der rheinlandpfälzischen Presse, dass Graf die Gesellschaft ohne Kontrollmechanismen geführt habe. Inzwischen ist auch die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mit einem Ermittlungsverfahren tätig geworden. Graf, dem 47 Prozent der Neuen Pergamon gehört, ist auch in Bad Lippspringe im MZG Geschäftsfüh- rer neben Wolgang Jitschin. Seit einigen Tagen befindet sich Graf wegen »psychischer Probleme« (Rheinpfalz) im Berliner Krankenhaus Charité.

Beim MZG in Bad Lippspringe, dem nach Einschätzung von Landrat Manfred Müller und Bürgermeister Willi Schmidt nach immer neuen Verlustjahren ohne Radikalkur spätestens 2007 die Insolvenz droht, läuten nach dem Pergamon-Schock alle Alarmglocken.

Mit großer Hoffnung hatte sich das MZG zum 1. Februar mit der Neuen Pergamon und Vol- ker Graf zur landesweit größten Krankenhaus-Allianz in privater Trägerschaft zusammenge- schlossen. Die NPK sollte ein Jahr lang die Geschäftsführung beim MZG übernehmen und das Unternehmen vor der Pleite bewahren.

Heute haben beim MZG die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat über eine weitere Zusammenarbeit mit Graf und NPK zu entscheiden. Schon jetzt gilt als sicher, dass Volker Graf auch in Bad Lippspringe gehen muss. Offenbar rückt Bürgermeister Willi Schmidt als MZG-Aufsichtsratsvorsitzender jetzt doch von einer weiteren Zusammenarbeit mit der Neuen Pergamon ab. »Wir haben in Bad Lippspringe selbst genug Sorgen und kön- nen uns keine weiteren Belastungen leisten«, sagte Schmidt gestern dieser Zeitung.

Vor einigen Monaten hatten Landrat und der Bad Lippspringer Bürgermeister noch die große NPK-Wirtschaftskompetenz herausgestellt und deshalb trotz der Ermittlungen gegen Graf, die auch in Bad Lippspringe und im Kreishaus bekannt waren, eine Allianz mit der NPK befürwortet und durchgesetzt.

Das St. Petri Hospital in Warburg hatte im Dezember 2004 eine Allianz mit Pergamon abge- lehnt, als das Ermittlungsverfahren gegen Graf bekannt geworden war.

Das MZG gehört zu 84 Prozent der Stadt Bad Lippspringe und zu 16 Prozent dem Kreis. Kreistag und Stadtrat hatten dem MZG - wie berichtet - zuletzt mit einem zins- und tilgungs- freien Darlehen in Höhe von 3,2 Millionen Euro die Liquidität erhalten.

Quelle. Westfälisches Volksblatt vom12.07.2006

„Neue Pergamon" in Turbulenzen“

MZG in Bad Lippspringe kündigt Kooperation auf

Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat des hoch verschuldeten Medizinischen Zentrums (MZG) in Bad Lipp- springe haben gestern einstimmig entschieden, sich mit sofortiger Wirkung von der "Neuen Pergamon Kranken- haus Management-Gesellschaft" (NPK) zu trennen. Erst zum 1. Februar dieses Jahres war das MZG eine Kooperation mit der bundesweit tätigen NPK eingegangen. Deren Hauptgesellschafter, Professor Volker Graf, wurde zusammen mit Wolfgang Jitschin zum MZG-Geschäfts- führer bestellt. Nun ist Graf wieder abberufen. Er sollte das MZG, in dem zur Zeit noch 750 Mitarbeiter beschäftigt sind, sanieren und für Patientenströme aus dem Ruhrgebiet sorgen. Allerdings ist die "Neue Pergamon" selbst in wirtschaftliche Probleme geraten. Wie ein Sprecher bestätigte, wurden von den Banken Kredite in Millionenhöhe gekündigt, laut Zeitungsberichten droht sogar die Insolvenz. Ein Grund für die Turbulenzen sind undurchsichtige Geschäftspraktiken von Professor Graf. Die Staatsanwalt- schaft Kaiserslautern ermittelt seit Anfang 2005 gegen ihn wegen Untreue. Als Geschäftsführer am Klinikum Lud- wigshafen soll Graf unter anderem Tochterunternehmen der NPK bei Bonuszahlungen bevorteilt haben. Graf wurde dort von seinem Posten abberufen. Dies teilte der NPK-Geschäftsführer Hartwick Oswald mit. Es sei eine "Sonderuntersuchung" angeordnet worden. Die "Neue Pergamon" beschäftigt bundesweit 1.500 Mitarbeiter. Sie betreibt vier Kliniken und besorgt in drei weiteren Häusern die Geschäfte.

•Bad Lippspringe (gär/JS). „Neue Westfälische“ vom 13.07.2006

Stadtrat hat richtig entschieden

•Zu der Entscheidung des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe, die Zusammenarbeit mit der Neuen Pergamon (NPK), die auch schon einmal als Träger des Warburger St.-Petri-Hospitals im Gespräch war, zu kündigen, schreibt uns Franz-Josef Rose aus Warburg den folgenden Leserbrief

Die privaten Klinik-Management-Gesellschaft "Neue Pergamon" (NPK), welche erst zum 1. Februar dieses Jahres eine Allianz mit dem Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe eingegangen war, steht nach eigenen Angaben nun selbst vor der Insolvenz. In diesem Zusammenhang werden auch For- derungen an den bereits entlassenen NPK-Geschäftsführer, Prof. Dr. Volker Graf, gerichtet.

Er selbst hält 47 Prozent der NPK und soll als Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Ludwigshafen in bester Selbstbedienungsmanier NPK-Tochterunternehmen unter anderem bei diversen Auftragsvergaben und Bonuszahlungen bevorteilt haben. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt gegen Graf.

Im MZG in Bad Lippspringe ist Graf gemeinsam mit W. Jitschin Geschäftführer. Bis zuletzt haben sich der Bürgermeister von Bad Lippspringe und der Landrat hinter die NPK gestellt, obwohl ihnen schon im Februar bekannt war, dass gegen Graf staatsanwaltschaftlich ermittelt wurde. Erst jetzt wurde die Trennung beschlos- sen.

Die Parallelen zum St.-Petri-Hospital Warburg sind nicht zu übersehen: Auch ist hier das Krankenhaus defizi- tär, und Kreis und Stadt suchten nach einem Sanierer. Es wurde seinerzeit ein Angebot der NPK geprüft. Jedoch haben in diesem Fall die Verantwortlichen im Stadtrat Warburg wirtschaftlichen und politischen Sach- verstand bewiesen: Sie lehnten das Angebot ab, das Graf im Namen der NPK abgab. Er konnte nämlich we- der ein ökonomisches Konzept vorlegen, noch konnte er die kritischen Fragen der Stadtverordneten befriedi- gend beantworten.

Auch war bereits bekannt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Graf läuft. Nur der Landrat des Kreises Höx- ter war als Fan des "Grafen" und der NPK auszumachen. Er wollte unbedingt den Verkauf an die NPK durch- setzen – berechtigte Kritik wurde als "Marktplatzgeschrei" abgetan. Wie sich jetzt herausstellt, eine massive Fehleinschätzung der Kreisverantwortlichen.

Wäre es nach deren Vorstellungen gegangen, würde wohl heute auch das Warburger Krankenhaus mit in den Strudel der drohenden Insolvenz geraten sein und eine Schließung wäre höchst wahrscheinlich.

Die ominöse Entwicklung um die NPK verdeutlicht sehr eindrucksvoll, dass die damalige Entscheidung des Rates der Stadt Warburg, das Angebot der Neuen Pergamon abzulehnen, eine verantwortungsvolle und zu- dem die einzig richtige Entscheidung zum Wohl des St.-Petri-Hospitals, seiner Patienten und letztlich der Bürgerinnen und Bürger war.

Franz-Josef Rose, Warburg

Trennung von Neuer Pergamon SCHWABAC (gw) – Was sich bereits angedeutet hatte, ist nun eingetreten:

Trennung von Neuer Pergamon

SCHWABAC (gw) – Was sich bereits angedeutet hatte, ist nun eingetreten: Der Aufsichtsrat der Schwabacher Stadtkrankenhaus GmbH hat am Donnerstag beschlossen, den Management-Vertrag mit der „Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH“ möglichst schnell zu beenden. Damit reagiert die Stadt auf einen Finanzskandal, in den die Neue Pergamon verwickelt ist. Krankenhaus-Geschäftsführer Reinhard Beck soll aber im Amt bleiben. Er will die Neue Pergamon verlassen und soll von der Stadt einen neuen Vertrag erhalten. Das derzeit in Bau befindliche Gesundheitszentrum, an dem die Neue Pergamon beteiligt ist, soll in jedem Fall gebaut werden. Dies erklärte OB Hartwig Reimann, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, gestern gegenüber dem Tagblatt.

Vor neun Jahren hatte die Stadt die Neue Pergamon mit der Geschäftsführung des Stadtkrankenhauses betraut. Ein Hauptziel war, das jährliche Millionendefizit deutlich zu reduzieren, was auch gelungen ist.

Inzwischen aber ist die Neue Pergamon ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Deren Hauptgesellschafter Volker Graf steht im Verdacht, sich als Geschäftsführer des Krankenhauses in Ludwigshafen um mehrere Millionen Euro, die eigentlich der Klinik zugestanden hätten, bereichert zu haben. Mittlerweile droht der Neuen Pergamon die Insolvenz.

Zudem besteht der Verdacht, dass auch andere Kliniken, darunter auch das Schwabacher Stadtkrankenhaus, geschädigt worden sind. Der Aufsichtsrat der Stadtkrankenhaus GmbH, die zu 100 Prozent der Stadt gehört, hat deshalb das städtische Rechnungsprüfungsamt und einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer mit der Klärung dieser Frage beauftragt.

Geschäftsführer Reinhard Beck, der mit 0,3 Prozent an der Neuen Pergamon beteiligt ist, hat im Aufsichtsrat versichert, nichts von Unregelmäßigkeiten gewusst zu haben. Und das offenbar glaubhaft. „Wir sind mit seiner Arbeit zufrieden und wollen sie deshalb fortsetzen. Das hat der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen“, sagte Reimann. Beck soll nun in die Dienste der Stadt wechseln. „Das ist ein Zeichen des Vertrauens“, freute sich Beck gegenüber dem Tagblatt. Reimann und Beck erklärten, es habe gestern seitens der Neuen Pergamon Signale gegeben, dass man sich einvernehmlich trennen wolle.

In der kommenden Woche folgen weitere Gespräche über das Gesundheitszentrum am Krankenhaus. Eines aber sei jetzt schon klar, so Reimann: „Das wird gebaut. Keine Panik.“

Krankenhaus Lengerich GmbH Martin-Luther-Str. 49 49525 Lengerich Tel. 05481-8010 Fax 05481-801685 info@kh-lengerich.de
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Krankenhaus Lengerich GmbH

Martin-Luther-Str. 49 49525 Lengerich Tel. 05481-8010 Fax 05481-801685 info@kh-lengerich.de Träger:

Neue Pergamon Krankenhausmanagement GmbH Rheinuferstr. 9, 67061 Ludwigshafen

Geschäftsführer:

Karl-Heinz Kuck

Verwaltungsleitung:

Annette Große-Heitmeyer

Stand 2005

Ihr Partner für die Zukunft des Gesundheitswesens

Die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) ist ein mittelständiges, Eigentümer geführtes Unternehmen mit hoher Innovationskraft und hoher Fachkompetenz in allen Sektoren des Gesundheits- und Sozialwesens.

1995 gegründet, betreut bzw. betreibt die NPK derzeit mehr als 20 Einrichtungen - durch strategische Partnerschaften, Geschäftsbesorgungsverträge, Beteiligungen oder speziell auf die Anforderungen medizinischer Unternehmen ausgerichtete Einzeldienstleistungen. Das Führungsteam und die qualifizierten Mitarbeiter der Tochterunternehmen entwickeln dabei analysegestützte Managementkonzepte, die individuell auf die Bedürfnisse der be- treuten Einrichtung abgestimmt sind.

Durch die langjährigen Erfahrungen der Gesellschafter auf dem Gesundheitsmarkt fördern sie in Schlüsselfunktionen sowohl die fachliche als auch die soziale Kompetenz.

2003 Die Neue Pergamon Krankenhausmanagement Gesellschaft übernimmt die Träger- schaft des Krankenhauses Lengerich. Das Krankenhaus Lengerich ist heute ein Kranken- haus der Grund- und Regelversorgung mit zurzeit 155 Betten, aufgegliedert in die Hauptfachabteilungen CHIRURGIE (63 Betten), INNERE MEDIZIN (80 Betten), ANÄS- THESIE inkl. einer interdisziplinären Intensivstation sowie den Belegabteilungen HNO (7 Betten) und Augenheilkunde (5 Betten). Es bietet eine zeitgemäße und ortsnahe medizini- sche Versorgung in modernen Räumlichkeiten am Fuße des Teutoburger Waldes.

Donnerstag, 27.07.2006 Notverkauf abgewendet KRANKENHÄUSER. Elisabeth-Krankenhaus nicht mehr unter Trägerschaft der

Donnerstag, 27.07.2006

Donnerstag, 27.07.2006 Notverkauf abgewendet KRANKENHÄUSER. Elisabeth-Krankenhaus nicht mehr unter Trägerschaft der
Donnerstag, 27.07.2006 Notverkauf abgewendet KRANKENHÄUSER. Elisabeth-Krankenhaus nicht mehr unter Trägerschaft der

Notverkauf abgewendet

KRANKENHÄUSER. Elisabeth-Krankenhaus nicht mehr unter Trägerschaft der "Neuen Pergamon".

Ein neuer Investor ist zwar noch nicht gefunden, trotzdem blicken die Verantwortlichen des Elisabeth-Krankenhauses wieder optimistischer in die Zukunft: Mit sofortiger Wirkung wurde die Styrumer Klinik gestern aus der in die Krise geratenen Trägergesellschaft "Neue Pergamon" herausgelöst und in einer Zwischenholding "geparkt". Dadurch konnte ein Notverkauf unter Wert abgewendet werden, der Geschäftsbetrieb kann weiterlaufen und die rund 300 Mitarbeiter brauchen keine Gehaltseinbußen zu befürchten.

Gleiches gilt für das Krankenhaus Lengerich. Gemeinsam mit der finanzierenden Bank habe eine Lösung erzielt werden können, die den Geschäftsbetrieb in beiden Häusern sichere, erklärte Christina Matschuck, Sprecherin des Elisabeth-Krankenhauses. Die Holding habe Gesellschafteranteile gekauft, die sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkaufen werde.

"Wir haben nun genug Zeit, uns in Ruhe nach einem optimalen Investor für das Elisabeth-Krankenhaus umzuschauen. Man hat uns von allen Seiten bestätigt, dass wir gut aufgestellt sind. Das ist natürlich auch für die Investoren wichtig", erklärt Ingo Krohn, Geschäftsführer der Styrumer Klinik.

Die Trennung von der Trägergesellschaft "Neue Pergamon" (NPK) sei zum einen auf Geheiß der Banken vollzogen worden, zum anderen, um bestehende millionenschwere Schadenersatzforderungen gegen die NPK nicht auch auf die Krankenhäuser übertragen zu müssen.

Die Gespräche mit potentiellen Investoren laufen derweil weiter: "Ob beide Krankenhäuser zusammen übernommen werden oder einzeln verkauft werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt", so Ingo Krohn. 13 Interessenten soll es derzeit geben, erklärte Matschuck gestern gegenüber der NRZ: "Da muss man jetzt ganz in Ruhe gucken, das kann durchaus Monate dauern, aber die Zeit haben wir jetzt ja glücklicherweise."

27.07.2006 MARTINA NATTERMANN

Helios: Oberhausen und Lengerich

Helios und ver.di vereinbaren die Integration der Kliniken Oberhausen und Lengerich in den Konzerntarifvertrag Erstmals seit dem Abschluss des Konzerntarifvertrages mit ver.di im Januar 2007 hat Helios zwei neu erworbene Kliniken in den Vertrag übergeleitet. Die Beschäftigten der Klinik Lengerich und der St. Elisa- beth Klinik Oberhausen werden ab dem 1.1.2008 den Konzerntarif- vertrag anwenden. Für den Zeit- raum der Überleitung wurde ein besonderer Kündigungsschutz bis Ende 2008 vereinbart. Darauf einigten sich die Tarif- partner ver.di und die Helios Klini- ken GmbH. Nachdem durch die Vorbesitzer bereits zustehende Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht mehr geleis- tet wurden, bedeutet der Tarif- abschluss für alle Beschäftigten endlich wieder Sicherheit. Zum 1.1.2008 treten für beide Kliniken die Konzerntarifverträge in Kraft, dazu gehören insbeson- dere der Manteltarifvertrag, der die allgemeinen Arbeitsbedingun- gen und Arbeitszeitregelungen einschließlich der 38,5-Stunden- Woche enthält, der Tarifvertrag zur Vergütung und zur Qualifizie- rung. Damit gilt auch eine tarifliche Besonderheit zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter, die frü- her aus der Elternzeit an ihren Ar- beitsplatz zurückkehren, erhalten einen monatlichen Zuschuss von bis zu 100 Euro für die Kosten ihrer Kinderbetreuung. Gabriele Gröschl-Bahr, ver.di- Bundesverwaltung

Tarifpolitik

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Die Vorgeschichte Auszüge aus der Helios-Pressemitteilung vom 1.2.2007 Das St. Elisabeth Krankenhaus in Oberhausen und das Krankenhaus Lengerich werden künftig von dem privaten Klinikkonzern Helios betrie- ben. Am gestrigen Mittwochabend unterzeichneten die beiden Verhand- lungspartner den Kaufvertrag; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Helios Kliniken GmbH übernimmt die beiden Häuser von der seit Oktober 2006 in Insolvenz befindlichen Neuen Pergamon Kran- kenhausmanagement GmbH (NPK). »Wir freuen uns, dass diese Kliniken nun zu uns gehören. Die hohe medizinische Qualität der beiden Häuser hat uns überzeugt«, kommen- tierte Helios-Hauptgeschäftsführer Ralf Michels den Kauf der Kliniken. »Für beide Standorte sehen wir deshalb im Verbund mit den 55 anderen Helios Kliniken sehr gute Entwicklungschancen. Unser Ziel ist es jetzt, das Leistungsangebot der beiden Krankenhäuser langfristig und nach- haltig auszubauen«, so Michels. Das St. Elisabeth Krankenhaus in Oberhausen verfügt mit seinen 287 Mitarbeitern über insgesamt 203 Betten und hat einen Versorgungs- schwerpunkt im Bereich Chirurgie (allgemeine, plastische und Unfall- chirurgie). Darüber hinaus umfasst die Klinik eine Abteilung für Innere Medizin und eine für Dermatologie sowie eine Belegabteilung für HNO. In 2006 verzeichnete die Klinik bei insgesamt 6.720 stationären Behand- lungsfällen einen Gesamtumsatz von 20 Mio. Euro. Die 196 Mitarbeiter des Krankenhauses Lengerich arbeiten in den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie und den beiden Belegabtei- lungen für HNO und Augenheilkunde. Das Krankenhaus hat 130 Betten und verbuchte im vergangenen Jahr (2006) insgesamt 4.310 Behand- lungsfälle bei einem Gesamtumsatz von 11,8 Mio. Euro.

Zum Helios-Kon- zerntarifvertrag siehe auch Info- dienst 26, S. 26 und 35, S. 32

Infodienst Krankenhäuser Nr. 39 Dezember 2007

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Ziel: Akademisches Lehrkrankenhaus | Borkener Zeitung - http://www.borkenerzeitung.de/_em_cms/_globals/prin

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Ziel: Akademisches Lehrkrankenhaus

Ziel: Akademisches Lehrkrankenhaus Wilfried Grunendahl (links) und Dr. Niklas Cruse führten

Wilfried Grunendahl (links) und Dr. Niklas Cruse führten informative Gespräche.

Lengerich. Positive Nachrichten vernahm Wilfried Grunendahl, CDU-Landtagsabgeordneter für das Tecklenburger Land, bei seiner Zusammenkunft mit dem neuen Geschäftsführer der Helios-Klinik, Dr. Niklas Cruse. Bereits nach einem Jahr der Zugehörigkeit zur Helios- Gruppe habe sich die Klinik Lengerich positiv entwickelt. Die Fallzahlen seien um rund 16 Prozent gesteigert worden.

„Wir beabsichtigen zur Komplettierung unseres Angebotes niedergelassene Ärzte mit Honorar- und Kooperationsverträgen an das Haus zu binden", erläuterte Cruse die Strategie des Hauses. Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Ibbenbüren, mit deren Unterstützung rund um

die Uhr CT-Aufnahmen erstellt und teleradiologisch ausgewertet werden können.

Ein weiterer Baustein für die Steigerung der Attraktivität des Hauses sei das Bemühen um den medizinischen Nachwuchs. Hierzu wurde bei der Uni Münster ein Antrag auf Anerkennung des Status eines akademischen Lehrkrankenhauses gestellt.

Um das Krankenhaus zu positionieren setzt Dr. Cruse auch auf Kooperation mit der LWL-Klinik Lengerich. Diese Zusammenarbeit beziehe sich insbesondere auf das zu gründende Zentrum für eine geriatrische Abteilung. Leider stünde eine Zustimmung durch die Verbände der Krankenkassen sowie der Bezirksregierung hierzu noch aus.

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Schon wieder neue Geschäftsführung

Schon wieder neue Geschäftsführung Wieder Wechsel in der Krankenhausführung: Dr. Niklas Cruse

Wieder Wechsel in der Krankenhausführung: Dr. Niklas Cruse (rechts) geht, Frank Mönter kommt.

Lengerich. Dr. Niklas Cruse, Geschäftsführer der Helios-Klinik Lengerich, ist seit 1. September Geschäftsführer der Helios-St. Elisabeth Klinik Oberhausen. Cruse werde bis Ende des Jahres parallel die Geschäfte der beiden Häuser führen, teilte das Unternehmen gestern mit. Frank Mönter sei seit 1. September neuer operativer Geschäftsführer in Lengerich. Er war zuvor Geschäftsführer des St. Josefs Hospitals Bochum Linden.

Dr. Cruse bedauere, dass er nach einigen Wochen in Lengerich (er kam Anfang Juli) das Haus wieder verlassen werde, so das Unternehmen. Er sei sich sicher, dass sein Nachfolger Frank Mönter als erfahrener Geschäftsführer die Geschäfte „gleichermaßen engagiert und zum Wohle des Hauses“ fortführen werde.

Cruse ist überzeugt davon, dass die von ihm in den vergangenen Wochen angestoßenen Prozesse und Projekte in die Zukunft hinein wirken würden und das Haus in Lengerich ein erfolgreiches Jahr 2009 erleben werde.

Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit in Lengerich zählen nach eigenen Angaben die Existenzsicherung der Klinik, verbunden mit der Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze, die Entwicklung des Krankenhauses zu einem „Kompetenzzentrum für Gesundheits-dienstleistungen“ (Intensivierung von Fortbildungsveranstaltungen, Einbindung der niedergelassenen Ärzte der Region), der Ausbau der medizinischen und pflegerischen Kompetenz zur kontinuierlichen Fallzahlsteigerung, die Intensivierung der Kommunikation und der Dialoge mit den niedergelassenen Ärzten mit dem Ziel weiterer Kooperationen, der Einsatz für den Aufbau neuer Leistungsbereiche, wie Sportmedizin/Kardiologie, Geriatrie oder Diabetologie.

Außerdem hat sich Cruse für den Antrag auf Status als akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Münster eingesetzt. Anliegen war ihm auch die Verbesserung der Ausbildung der Ärzte und Pflegekräfte durch breitere Fort- und Weiterbildungsangebote. Schließlich ist das Stipendiatenprogramms für Medizinstudenten zu nennen. Gründe für Cruses Wechsel nannte das Unternehmen gestern nicht.

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St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen gGmbH

St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen gGmbH
St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen gGmbH
Donnerstag, 27.07.2006 St. Elisabeth hofft auf gute Zukunft Styrumer Klinik wurde aus NPK herausgelöst Aufatmen

Donnerstag, 27.07.2006

Donnerstag, 27.07.2006 St. Elisabeth hofft auf gute Zukunft Styrumer Klinik wurde aus NPK herausgelöst Aufatmen im
Donnerstag, 27.07.2006 St. Elisabeth hofft auf gute Zukunft Styrumer Klinik wurde aus NPK herausgelöst Aufatmen im

St. Elisabeth hofft auf gute Zukunft

Styrumer Klinik wurde aus NPK herausgelöst Aufatmen im St. Elisabeth-Krankenhaus. Wie die WAZ berichtete, wurde ein Weg gefunden, mit Hilfe einer Bank die Zukunft der Oberhausener Klinik und des Krankenhauses Lengerich - beide gehören zum insolvenzgefährdeten Krankenhauskonzern Neue Pergamon (NPK) - zu sichern. Zu diesem Zweck wurden beide Häuser aus der NPK herausgelöst und in einer Zwischenholding geparkt. Damit konnte ein Notverkauf der Krankenhäuser unter Wert verhindert werden. Die Mitarbeiter müssten keine Gehaltseinbußen in Kauf nehmen oder andere Verzichte leisten, heißt es in einer Pressemitteilung der Styrumer Klinik.

"Wir haben nun genug Zeit, uns in Ruhe nach einem optimalen Investor für das Elisabeth-Krankenhaus umzuschauen. Man hat uns von allen Seiten bestätigt, dass wir gut aufgestellt sind und unser Haus optimistisch in die Zukunft blicken kann. Das ist natürlich auch für die Investoren wichtig", erklärte Geschäftsführer Ingo Krohn. "In den nächsten Monaten werden wir mit einem neuen Träger unsere gute Position am Oberhausener Krankenhausmarkt sogar noch verstärken können", so Krohn weiter.

27.07.2006

unsere gute Position am Oberhausener Krankenhausmarkt sogar noch verstärken können", so Krohn weiter. 27.07.2006
unsere gute Position am Oberhausener Krankenhausmarkt sogar noch verstärken können", so Krohn weiter. 27.07.2006

Gute Besserung

13.02.2007 / Lokales / Oberhausen

Die imposante Fassade des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Styrum:

Die Zukunft des Hospitals ist nach der Übernahme durch den Helios-Konzern gesichert. Foto: WAZ, Gerd Wallhorn

Das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Styrum und das Krankenhaus Lengerich werden von dem privaten Klinikkonzern Helios betrieben (die WAZ berichtete mehrfach). Der Kaufvertrag ist unterschrieben, über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Helios Kliniken GmbH übernimmt die beiden Häuser von der seit Oktober 2006 in Insolvenz befindlichen Neuen Pergamon Krankenhausmanagement GmbH (NPK). Der Kauf der Kliniken bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden.

"Wir freuen uns, dass diese Kliniken nun zu uns gehören. Die hohe medizinische Qualität der beiden Häuser hat uns überzeugt", kommentierte Helios-Geschäftsführer Ralf Michels. "Für beide Standorte sehen wir deshalb im Verbund mit den 55 anderen Helios-Kliniken sehr gute Entwicklungschancen. Unser Ziel ist es jetzt, das Leistungsangebot der beiden Krankenhäuser langfristig auszubauen."

Der Insolvenzverwalter der NPK, Dr. Werner Schreiber vom Büro Wellensiek in Heidelberg erklärte: "Nach den Turbulenzen der letzten Monate freuen wir uns, dass wir einen Käufer gefunden haben, der Gewähr dafür bietet, dass sich die beiden Standorte unter professioneller Führung weiterentwickeln können."

Das St.-Elisabeth-Krankenhaus verfügt mit seinen 287 Mitarbeitern über insgesamt 203 Betten und hat einen Versorgungsschwerpunkt im Bereich Chirurgie (allgemeine, plastische und Unfallchirurgie). Darüber hinaus umfasst die Klinik eine Abteilung für Innere Medizin und eine für Dermatologie sowie eine Belegabteilung für HNO.

In 2006 verzeichnete die Klinik bei insgesamt 6 720 stationären Behandlungsfällen einen Gesamtumsatz von 20 Mio Euro.

"Mit Helios übernimmt der Qualitätsführer unter den deutschen Klinikkonzernen unsere beiden Häuser", sagte der Geschäftsführer des St. Elisabeth, Ingo Krohn, zum Abschluss des Kaufvertrages. "Nach den problematischen Jahren, die hinter uns liegen, bedeutet dies für uns eine hervorragende Perspektive. Mit der kompetenten Unterstützung unseres starken Partners werden wir die hohe medizinische Leistungsfähigkeit unserer Kliniken ausbauen und dabei die Chancen für Synergien und Wissenstransfer nutzen."

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DerWesten - 11.05.2007

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/detail.html

Rettendes Ufer

/detail.html Rettendes Ufer Oberhausen, 11.05.2007, Von Rolf Kiesendahl Das Styrumer

Oberhausen, 11.05.2007, Von Rolf Kiesendahl

Das Styrumer Krankenhaus heißt jetzt Helios St. Elisabeth Klinik.Geschäftsführer

Christian Rohn sieht eine "tolle Basis"

Aufatmen in Styrum: Seit dem 1. Mai gehört das krisengeschüttelte St. Elisabeth-Krankenhaus nun offiziell zur Helios Kliniken Gruppe, mit 57 Häusern eine der größten Klinik-Ketten Europas.

Helios wiederum ist Bestandteil des DAX-gelisteten Medizin-Konzerns Fresenius. Nach langer finanzieller Schlingerfahrt ist das kleine St. Elisabeth somit ans rettende Ufer gekommen. Als neuer Geschäftsführer fungiert seit Monatsbeginn der 33-jährige Diplom-Kaufmann Christian Rohn, zuletzt Chef von vier Helios-Senioren-Residenzen in Thüringen.

"Wir wollen die Stärken von Helios mit den Stärken des Hauses zusammenbringen", gibt der gebürtige Hamburger vor. Man habe eine Belegschaft vorgefunden, die einiges mitgemacht habe, trotzdem aber hochmotiviert und freundlich sei. "Eine tolle Basis", schwärmt der Manager.

Die Stärken einer Klinik-Kette im Helios-Format liegen nahe: Dank des Zentral-Einkaufs und der Zentral-Apotheke erhält man günstige Konditionen. Und die Daten, die von den 57 Krankenhäusern kommen, werden permanent ausgewertet und miteinander verglichen. Stärken und Schwächen jeder Klinik werden dadurch schnell deutlich. Oberste Priorität habe dabei natürlich das Wohl des Patienten und die medizinische Qualität des Hauses, das jetzt wieder auf Erfolgskurs gebracht werden soll. Erst einmal müssen sich aber Patienten und Mitarbeiter an den neuen Namen gewöhnen: Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen.

"Die Ärzte werden von Helios hoch geschätzt. Aber es wird auch viel verlangt" - Chefarzt Dr. Jörg Weiland sieht in der Übernahme nur Positives, lobt den "engen, kooperativen Umgang miteinander". Und: "Es wird kritisch darüber diskutiert, was für den Patienten gut ist." Alle Berufsgruppen im Haus hätten verstanden, "dass wir uns anstrengen müssen".

Über 207 Betten verfügt die Helios St. Elisabeth Klinik. Sie sollen erst einmal erhalten bleiben. Ob das auch für die knapp 300 Arbeitsplätze gilt, vermochte Rohn gestern nicht zu sagen. Eine Personal-Anpassung könne er nicht ausschließen.

Im Vordergrund steht erst einmal der Neustart. Dazu gehört auch die Einrichtung von Komfort- und Wahlleistungs-Stationen. Viele Patienten sind offenbar bereit, für einen Klinik-Aufenthalt in Hotel-Atmosphäre tief in die Tasche zu greifen."Die Ärzte werden hoch geschätzt. Aber es wird viel verlangt"

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DerWesten - 11.05.2007

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/detail.html

Elisabeth im Klinik-Reich

/detail.html Elisabeth im Klinik-Reich Oberhausen, 11.05.2007, GUSTAV WENTZ KRANKENHAUS. Neuer

Oberhausen, 11.05.2007, GUSTAV WENTZ

KRANKENHAUS. Neuer Geschäftsführer trat in der Helios St. Elisabeth Klinik seinen

Dienst an. Ziele sind hochgesteckt.

DAS IST HELIOSDie Helios Kliniken Gruppe ging aus der Einzelinitiative eine hessischen Arztes hervor, der 1993 sein erstes Krankenhaus gründete. Weitere folgten; vor vier Jahren übertrug er 90 Prozent seiner Anteile an die Fresenius ProServe GmbH, die daraus - und aus eigenen Kliniken - die Helios Kliniken Gruppe entwickelte. Dazu gehören jetzt 57 Häuser, darunter vier so genannte "Maximalversorger" in Erfurt, Berlin, Wuppertal und Schwerin. Schwester Kordula und drei Mitschwestern aus dem Orden der Armen Dienstmägde Jesu tun weiter Dienst in "ihrem" St. Elisabeth Krankenhaus, da kann kommen, wer will. Sie überstanden die Neue Pergamon GmbH, und auch der neue Chef - die Helios Kliniken Gruppe - wird sie nicht abhalten, Kranken zu helfen, Genesenden Gutes zu wünschen, Sterbende zu trösten. "Sie sind eine Konstante", meint Dr. Jörg Weiland, Ärztlicher Direktor. "Daran soll sich auch nichts ändern", fügt Christian Rohn an. Rohn ist als Geschäftsführer neu in der altehrwürdigen Klinik, die seit dem 1. Mai offiziell der "Helios" gehört - als Nummer 57 in einem expandierenden Klinik-Reich, das nicht nur der Größe wegen europäische Dimensionen hat.

"Nach den Jahren der Unruhe sind wir sehr froh, nun zu Helios zu gehören", verrät Weiland tiefes Aufatmen der rund 290 Beschäftigten im Styrumer Krankenhaus. Nach den Unruhen um den Vorgänger-Besitzer (bekanntlich drohte sogar die Schließung) ist das Personal wieder guter Dinge. "Wir stellen zwar hohe Ansprüche und Forderungen", ist Diplom-Kaufmann Rohn (33) nicht zurückhaltend, "aber wir haben eben auch ein Ziel." Und das heißt Standard auf ganz hohem Niveau.

Der gebürtige Hamburger sammelte zuletzt Erfahrungen in einer der größten Helios-Kliniken (Erfurt) und verweist auf Vorteile eines Klinik-Konzerns: "Zentraler Einkauf führt zu günstigen Preisen, eine zentrale Apotheke ebenso." Dass im Krankenhaus für den Patienten andere Dinge wichtiger sind, weiß Weiland: "Bei Helios gibt es eine Zusammenarbeit auf medizinisch- klinischem Gebiet, die ich in dieser Form während meines Berufslebens noch nicht erlebt habe. Sehr gut." Dass dazu eine interne Bewertung sämtlicher Inhalte der Krankenakten gehört (einschließlich Einordnung in Grün, Gelb, Rot), stört offenbar nicht, treibt vielmehr an.

Personalabbau sollen die Beschäftigten nicht fürchten: In Helios-Kliniken sind zumindest die Arzt-Stellen bislang immer vermehrt worden. Gleichwohl: "Wir sehen uns alles an", kündigt Rohn an.

Was man sich schon angesehen hat und nicht aus den Augen verliert, ist die Idee vom angegliederten Ärztehaus. "Zehn bis 15 niedergelassene Ärzte sind weiterhin am Gesundheitszentrum interessiert", weiß Weiland. Wann gebaut wird, steht noch nicht fest. Und wie teuer Helios die Übernahme kam, wird auch nicht verraten: "Zwischen einer und zehn Millionen", sagt Rohn.

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DerWesten - 31.10.2008

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87319411/detail.html

Neuer Geschäftsführer in Styrum

87319411/detail.html Neuer Geschäftsführer in Styrum Oberhausen, 31.10.2008, GUSTAV WENTZ KRANKENHAUS. Für das

Oberhausen, 31.10.2008, GUSTAV WENTZ

KRANKENHAUS. Für das zum Helios-Konzern gehörende Traditionshaus St. Elisabeth

wird für das kommende Frühjahr eine 11-Millionen-Euro-Investition angekündigt.

Vor fast 150 Jahren (1864) wurde das Styrumer St. Elisabeth-Krankenhaus eingeweiht, seit knapp zwei Jahren ist es - nach dem unrühmlichen Zwischenspiel mit der insolvent gewordenen Gruppe Neue Pergamon - vom Helios-Klinik-Konzern einverleibt, jetzt beginnt ein neuer Abschnitt. Geschäftsführer Christian Rohn hielt es nur knapp anderthalb Jahre an der Josefstraße, sein Nachfolger ist Niklas Cruse.

Der promovierte Ökonom ist zwar erst 35 Jahre alt, verfügt aber über sehr spezielle Erfahrungen. Seine Doktorarbeit schrieb der in Düsseldorf wohnende gebürtige Bielefelder über Markt- und Wettbewerbsentwicklungen bei Krankenhäusern, gearbeitet hat er zwei Jahre in der Marketing-Abteilung des Bertelsmann-Konzerns, dann vier Jahre beim AOK-Bundesverband. Der mit einer niedergelassenen Radiologin verheiratete Mann kennt sich aus.

Er prognostiziert seinem "schönen Haus" gute Chancen. Der Konzern wird ab Februar/März rund elf Millionen Euro investieren. Bei der beabsichtigten Rundumerneuerung in Sachen Brandschutz wird ohnehin so stark umgebaut, dass es zu baulichen Neuerungen reicht. "Wir werden die zentrale Ambulanz ausbauen", wirft Cruse einen Blick voraus, "denn sie ist die Visitenkarte."

Erweiterungen verheißt Cruse zudem für die Bereiche Radiologie (mit neuen Geräten) und Physiotherapie. Dort ist vor allem an eine Weiterentwicklung mit dem Schwerpunkt Sport gedacht. Da sei man ohnehin schon - über die fachlich renommierte Chirurgie - gut aufgestellt und will die Position ausbauen.

Cruse, der bereits etliche Gespräche mit seinen hiesigen Krankenhaus-Kollegen, Politik, Verwaltung und niedergelassenen Medizinern geführt hat: "Ich treffe überall auf Bereitschaft zur Zusammenarbeit und großes Interesse an unserem Haus." Das einst verfolgte Projekt eines angegliederten Ärztehauses ist mittlerweile endgültig vom Tisch. "Mit niedergelassenen Ärzten kann man auch ohne Ärztehaus bestens kooperieren."

Trägerwechsel jetzt perfekt

Trägerwechsel jetzt perfekt 02.01.2001 / POLITIK / MANTEL Wetter. Der Trägerwechsel des ehemals städt. Krankenhauses

02.01.2001 / POLITIK / MANTEL

Wetter. Der Trägerwechsel des ehemals städt. Krankenhauses ist jetzt rundherum perfekt: Alle zu- ständigen Behörden und Institutionen haben der privaten Trägerschaft zugestimmt. Auch die Über- nahme der Tarifverträge und der Zusatzversorgung der insgesamt 120 Beschäftigten der Kranken- haus Wetter/Ruhr GmbH verlief problemlos. Mit dem Wechsel zur Neuen Pergamon/Eifelhöhenklinik tut sich was im wetterschen Hospital; die Modernisierung läuft auf vollen Touren.

Keine Angst um Krankenhaus Wetter

läuft auf vollen Touren. Keine Angst um Krankenhaus Wetter 13.02.2001 / LOKALAUSGABE / WETTER Wetter. "Es

13.02.2001 / LOKALAUSGABE / WETTER

Wetter. "Es wäre nicht das erste Mal, dass die Krankenkassen in den Busch schießen, um jemanden zu treffen", kommentierte gestern Arno Kuge, Vorstand der Eifelhöhen-Klinik AG und 49%- Mitgesellschafter der "Krankenhaus Wetter GmbH", das gestern veröffentlichte Gutachten mit dem Vorschlag, das Krankenhaus Wetter und 37 andere in Westfalen-Lippe zu schließen. Wie berichtet, hatten die Krankenkassenverbände von Westfalen-Lippe ihr beim Institut für Gesundheits-System- Forschung Kiel in Auftrag gegebenes Gutachten am Montag vorgelegt und seine Aussagen aus- drücklich begrüßt. Dass auch das Krankenhaus Wetter, erst vor einem Jahr in private Trägerschaft überführt, von Schließung bedroht sein soll, ist für Arno Kuge nicht nachvollziehbar: "Wir sind auf einem guten Weg und konnten zuletzt schon eine schwarze Null in die Bilanz schreiben." Im Übrigen bastele man zurzeit an einem Konzept, dass eben auf keine neuen Betten, sondern neue Funktionen baue. In Planung steht dabei ein Anbau mit modernem Operationssaal. Um die Zukunft des Kran- kenhauses ist Kuge denn auch nicht bange: "Wenn es uns gelingt, die Kassen von unserem wirt- schaftlichem Konzept zu überzeugen, läge kein Grund vor, das Haus zu schließen." Und: "Dafür muss man uns nur eine angemessene Zeit geben." Allerdings will Kuge den Schuss der Krankenkas- senverbände auch nicht einfach ignorieren. Da werde wohl in Zukunft ein "politischer Prozess ablau- fen", der nach aller Erfahrung in seiner Logik nicht immer nachvollziehbar sei. Insofern könne man auch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und "Patienten und Mitarbeiter ohne weiteres beru- higen". Wetters Bürgermeister Werner Laberenz sieht der Entwicklung "ruhig und gelassen" entge- gen: "Das Krankenhaus vertritt ein pfiffiges Konzept und wird seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen." Im Übrigen hinke das Gutachten der Zeit hinterher und habe das neue Konzept des Kran- kenhauses überhaupt nicht erfasst. Und genau auf dieses Konzept einer "integrierten Gesundheits- versorgung mit allen Beteiligten der Region" verweist auch Nicole Jakubzig, Geschäftsführerin des wetterschen Krankenhauses: "Daran arbeiten wir, und deswegen gibt es auch keinen Grund zur Be- sorgnis."

Gefahr für das Krankenhaus

Grund zur Be- sorgnis." Gefahr für das Krankenhaus 12.02.2001 / POLITIK / MANTEL Wetter. Das Krankenhaus

12.02.2001 / POLITIK / MANTEL

Wetter. Das Krankenhaus Wetter soll geschlossen werden. Das forderte der Krankenkassen- Verband Westfalen-Lippe gestern in Dortmund und legte ein entsprechendes Gutachten vor. Insge- samt sollen danach in Westfalen 7 000 Klinik-Betten abgebaut werden. Erst zum Januar des letzten Jahres hatte eine neue Betreiber-Gesellschaft aus "Neue Pergamon" und Eifelhöhenklinik das bis dahin städtische Krankenhaus mit seinen insgesamt 104 Betten übernommen.

Krankenhaus: Mittwoch letzter Tag

Krankenhaus: Mittwoch letzter Tag 28.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER Von Frank Gautzsch Wetter. Das letzte Fünkchen

28.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER

Von Frank Gautzsch

Wetter. Das letzte Fünkchen Hoffnung ist dahin: Mittwoch um Mitternacht macht das Krankenhaus dicht. 124 Mitarbeiter fliegen raus.

Auf der gestrigen Sitzung des Krankenhaus-Beirates wollte der Träger "Neue Pergamon" nach lan- gem Poker endlich ein zukunftsfähiges Konzept präsentieren. Doch statt klarer Worte gab es nur vage Andeutungen: "Man favorisiert das Konzept des Marienhospitals Witten", so Pergamon- Sprecher Uwe Becker. Statt des vom Ender Gemeinschaftskrankenhaus angestrebten nahtlosen Übergangs geht es jetzt in eine ungewisse Zukunft. Denn bevor die Wittener in Wetter einsteigen können - sie planen neben einem stationären Angebot und der Zusammenarbeit mit niedergelasse- nen Ärzten auch ein Notarztsystem und eine Pflegeeinrichtung - muss erst einmal das Land zustim- men. Denn das Marienhospital will die Dependance in Wetter als "unselbständige Betriebseinheit" betreiben. Und das geht nicht ohne Genehmigung.

"Es geht wohl erst im Herbst weiter", mutmaßte Uwe Becker gestern. Weiter geht es dafür morgen mit den Verhandlungen über die Sozialpläne für die Krankenhaus-Mitarbeiter. Nur 20 sind für Rest- arbeiten dienstverpflichtet, der Rest ist freigestellt. Fast die Hälfte der Mitarbeiter hat Kündigungsfris- ten von einem halben Jahr, so dass es für sie zumindest bis zum Jahresende Geld gibt.

"Enttäuscht" über den Ausgang der gestrigen Beiratssitzung zeigte sich Betriebsratsvorsitzender Norbert Reifer: "Wann und wie es weitergeht, steht in den Sternen. Das ist völlig frustig."

Folgen hat die Schließung zum 30. Juni für alle Wetteraner. Denn mit diesem Tag fällt die ambulante Notarztversorgung weg: "Wer sich dann in den Finger schneidet, muss nach Herdecke, Hagen oder Witten ins Krankenhaus fahren", so Norbert Reifer.

Gestern übrigens hat der Krankenhaus-Träger in dem Klinik-Gebäude an der Gartenstraße - der letz- te Patient wurde Freitag entlassen - alle Schlösser ausgetauscht. Er hat offenbar Angst davor, dass wütende Mitarbeiter ihm auf die Pelle rücken.

Konzept nützt den Mitarbeitern wenig

auf die Pelle rücken. Konzept nützt den Mitarbeitern wenig 29.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER Wetter. Am

29.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER

Wetter. Am Tag nach der Sitzung des Krankenhaus-Beirates: niedergeschlagene Stimmung bei den (Noch-)Mitarbeitern, niedergeschlagene Stimmung in der Stadt, niedergeschlagene Stimmung bei den Politikern. Denn heute ist für das Krankenhaus definitiv letzter Tag. 124 Mitarbeiter stehen auf der Straße.

Von der jetzt gefundenen Lösung, so kommentierte Bürgermeister Werner Laberenz, würden in ers- ter Linie die niedergelassenen Ärzte und das Marienhospital in Witten profitieren, möglicherweise auch die Bürger vor Ort. Nicht aber die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für maxi- mal zehn der bisher Beschäftigten, so erfuhr der Bürgermeister auf Nachfragen in der Sitzung des Beirates, werde es künftig unter der Trägerschaft des Wittener Marienhospitals noch Beschäftigungs- Möglichkeiten geben.

Um das Problem für einige der von Arbeitslosigkeit bedrohten Krankenhaus-Mitarbeiter zumindest ein wenig zu mildern, sucht die Stadt jetzt nach anderen Tätigkeitsfeldern: So könnten ehemalige Reinigungskräfte zum Beispiel in städtischen Gebäuden beschäftigt werden, wo durch hohe Fluktua- tion immer wieder Stellen frei werden.

Die Zukunft des Hauses teil Dr. Christoph Winter, Geschäftsführer des Wittener Marienhospitals, in drei Phasen: kurzfristig, mittelfristig und langfristig. "Wir glauben, dass erste Schritte in den nächsten Wochen und Monaten zu realisieren sind".

Das von Marienhospital und niedergelassenen Ärzten gemeinsam erarbeitete Konzept sieht in der ersten Phase die Organisation einer ärztlichen Notdienstpraxis, ambulantes Operieren, Spezial- sprechstunden von Ärzten aus dem Marienhospital und gemeinsame Nutzung von medizinisch- technischen Ressourcen vor. In einer zweiten Phase ist die Verlegung von Arztpraxen an das ehe- malige Krankenhaus vorgesehen, gleichzeitig sollen dort weitere Gesundheitsdienste wie Hebamme, Physiotherapeut, Sanitätshaus und Apotheke angesiedelt werden und eine integrierte Versorgung mit untereinander abgestimmten Behandlungen für einheitliche Qualitätsstandards sorgen.

Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines medizinischen Versorgungszentrums mit mehreren Arztpra- xen und dem Marienhospital als wirtschaftliche Einheit. "Doch das", so Dr. Christoph Winter, "ist noch Zukunftsmusik".

Die "Neue Pergamon", bislang Träger des Krankenhauses, will ihre Tätigkeit künftig auf Alten- und Kurzzeitpflege fokussieren. Gegenüber dem Marienhospital tritt sie als Vermieter auf.

Abhängig ist die Realisierung des Konzepts noch von zahlreichen Genehmigungen: So muss das Land zustimmen, dass Witten das Haus als "unselbständige Betriebseinheit" betrieben darf, Kassen und Kassenärztliche Vereinigung müssen zur Übernahme der Kosten bereit sein.

Enttäuschung über die "Neue Pergamon"

bereit sein. Enttäuschung über die "Neue Pergamon" 30.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER Wetter. Mit

30.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER

Wetter. Mit Enttäuschung, aber auch mit Kritik, reagierte der Krankenhausbeirat auf das Fortfüh- rungskonzept, das der Krankenhausträger "Neue Pergamon" dem Krankenhausbeirat zwei Tage vor dem Schließungstermin mitgeteilt hat. Einfluss nehmen konnte der Beirat nicht: Die "Neue Perga- mon" hatte dem Beirat kein Mitspracherecht eingeräumt.

Mit großer Betroffenheit hat der Beirat die Feststellung des Marienhospitals aufgenommen, nicht einmal für einen einzigen Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung zusagen zu können. Noch auf der vorletzten Beiratssitzung hatte das noch ganz anders geklungen: Dort hatten Wittener Vertreter auf jeden Fall mehr Übernahmemöglichkeiten als das Herdecker Krankenhaus (Herdecke hatte 25 Plät- ze angeboten) in Aussicht gestellt. Die Ratsfraktionen hatten in einer Resolution vom 27. April gefor- dert, je einen Vertreter der Stadt und der Belegschaft an den Verhandlungen zu beteiligen sowie die" Lösung zu bevorzugen, die neben der Sicherung medizinsicher Qualität am Krankenhaus Wetter ein Maximum an Arbeitsplätzen erhält". Diese Resolution ist von der "Pergamon" schlicht ignoriert wor- den.

Zu kritisieren ist auch, dass das zukünftige Konzept noch unklar ist: Ob, wann und wie der medizini- sche Teil weitergeführt werden soll, hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem aber von der Bereit- schaft der niedergelassen Ärzte in Wetter, sich am "Wittener Modell" zu beteiligen. Diese wollen nach eigenem Bekunden nicht mehr mit der "Pergamon" verhandeln. Daher appelliert der Beirat an die Ärzteschaft, die Gespräche mit dem Marienhospital zu einem positiven Abschluss zu bringen.

Bedauerlich ist aber auch, dass die ursprünglich vorgesehene Notfallambulanz nicht mehr vorgese- hen ist.

Dem "Pergamon-Vorhaben“, im Krankenhaus (ab 2006) Pflegeplätze einzurichten, gibt der Beirat angesichts des bereits bestehenden Angebots keine Realisierungs-Chancen.

Gekämpft, gehofft und doch verloren

Gekämpft, gehofft und doch verloren 30.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER Wetter. Der blaue Sommerhimmel strahlte, doch

30.06.2004 / LOKALAUSGABE / WETTER

Wetter. Der blaue Sommerhimmel strahlte, doch auf Erden, vor dem Haupteingang des ehemals städtischen Krankenhauses Wetter, war Trauer angesagt. Das unter der privaten Trägerschaft der "Neuen Pergamon" stehende Krankenhaus wurde von über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestern zu Grabe getragen.

Ganz in Schwarz hatte sich um 13.30 Uhr die Belegschaft vor dem Haupteingang versammelt, ein "Sensenmann" blickte mit aschfahlem Gesicht in die Kamera des WDR-Fernsehens, Laborleiterin Gabriele Külpmann stimmte ein trauriges "Il Silenzio" und "Ich hatte einen Kameraden" an, und stellv. Betriebsratsvorsitzende Ilona Basteck-Benscheidt hielt eine Trauerrede, "um von einer lieb geworde- nen und alt vertrauten Freundin" Abschied zu nehmen. Auf 113 Dienstjahre konnte die alte Freundin zurückblicken, doch seit geraumer Zeit kränkelte sie zusehends. Verschiedene Spartherapien noch zu städtischen Zeiten schlugen nicht an, und so richtete sich zuletzt alle Hoffnung auf die private "Neue Pergamon", die bei Einleitung moderner Behandlungsmethoden Heilung versprach. Doch lei- der, so Ilona Basteck-Benscheidt, "sind wir damals auf Quacksalber reingefallen, denen das Schick- sal unserer alten Freundin so ziemlich egal war."

Wie es sich zum Schluss einer Trauerrede gehört, kam kein Beifall auf. Doch die Zustimmung der Trauergemeinde war fast zum Greifen - zu sehr hatte das Krankenhaus nicht nur Arbeit gegeben, sondern auch Gemeinschaft erlebbar gemacht. Wie eben in einer Familie.

Warum diese Familie nun auseinanderbrach, darüber musste gestern Mittag keiner mehr diskutieren:

Krankenschwester Bärbel Ehlert hatte eine Puppe mitgebracht und ihr ein Schild umgehängt: "Das verstoßene Kind von Herrn von Entress". An anderer Stelle hätte der Pergamon-Geschäftsführer lesen können: "Gekämpft, gehofft und doch verloren - dank Pergamon. Das vergessen wir Dir nie."

Eine Zukunft mit trüben Aussichten

Der Blick zurück, der gestern so manche Träne ins Taschentuch drückte, musste aber auch schon trüben Zukunftsaussichten weichen. Da ist zum Beispiel die Krankenschwester Stefanie Mann, die vor vier Jahren von Stuttgart nach Wetter umsiedelte ("Weil hier die Situation besser sein sollte"), oder ihre Kollegin Sigrid Swieter aus der Verwaltung - beide schauen auf einen Stapel von Bewer- bungen und nur Absagen: "Die Krankenhäuser in der Region reduzieren doch alle ihre Belegschaf- ten." Gekämpft, gehofft und doch verloren.

Gerade 45 Jahre alt ist Helmut Harmann, der acht Jahre in der Spülküche des Krankenhauses sein Auskommen fand. "Vorher war ich bei der Knorr-Bremse fünf Jahre und habe auch dort den Unter- gang miterlebt." Gekämpft, gehofft und doch verloren.

Derweil kümmert sich Betriebsratsvorsitzender Norbert Reifer-Wirth um die Seelenlage der Kollegen, hat einen Stammtisch organisiert, der zum ersten Mal am Dienstag, 6. Juli, um 19 Uhr im Westfäli- schen Hof beginnt. Und heute steht um 17 Uhr schon ein weiterer Termin im Krankenhaus (oder auf dem Gelände) an, wenn der Betriebsrat über den Verlauf der Sozialplanverhandlungen informieren will.

Finanziell stehen die 124 Beschäftigten nämlich vor schweren Zeiten: Die Hälfte bezieht noch bis zum 31. Dezember Gehalt, 20 Prozent bis zum 30. September und für alle anderen wurde in diesen Tagen zum letzten Mal das Gehalt überwiesen.

"Haben doch noch Betten gekauft"

Bei aller Trauer und Traurigkeit wollte gestern Inge Holland vom Förderverein noch ein Dankeschön sagen: "Allen, die uns über die Jahre unterstützt haben." Und so, als ob sie das Ende des Kranken- hauses nicht wahrhaben wollte: "Wir haben doch noch die modernen Betten gekauft."

Stadt Wetter trägt ihr Hospital zu Grabe

Stadt Wetter trägt ihr Hospital zu Grabe 30.06.2004 / MANTEL / MANTEL Wetter. Der Patient "Krankenhaus"

30.06.2004 / MANTEL / MANTEL

Wetter. Der Patient "Krankenhaus" ist tot. Es war ein langes Sterben. Doch zuletzt gab es keine Ret- tung mehr. Gestern trug die Stadt Wetter ihr Hospital zu Grabe. 124 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen auf der Straße.

Schon mehrfach hatte es schlecht um das 1891 durch Spenden und Schenkungen finanzierte Kran- kenhaus gestanden. Erstmals lag es zu Zeiten der kommunalen Neugliederung in den 70er Jahren auf der Intensivstation. Dass es aus dem Krankenhausbedarfsplan des Landes gestrichen und ihm damit die finanzielle Grundlage entzogen wurde, konnte eine breite Bürgerschaftsbewegung damals noch verhindern.

Anfang der 80er stand das Haus wieder kurz vor dem Kollaps, wurde aus dem Bedarfsplan gestri- chen, dann wieder aufgenommen. Nicht zuletzt durch die Hilfe des Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt bekam das Haus eine Gnadenfrist, obwohl viele damals schon ahnten, dass die Tage von Chirurgie und Innerer Abteilung in der Harkortstadt längst gezählt waren.

Nach einer Phase der Konsolidierung schrieb das 104-Betten-Haus Ende der 90er Jahren tiefrote Zahlen. Deshalb privatisierte die Stadt Wetter ihre Klinik. Neuer Träger wurde die "Neue Pergamon GmbH". Sie bekam die historische Immobilie mit angrenzendem Park im Herzen der 30 000- Einwohner-Stadt für eine symbolische Mark - mit der Maßgabe, dort ausschließlich Leistungen aus Gesundheits- und Sozialwesen anzubieten.

Doch bald machte das Krankenhaus Wetter wieder Schlagzeilen Die Auslastung sank unter 60 %, das Krankenhaus geriet in finanzielle Schieflage. Die Krankenkassen waren es schließlich, die der Einrichtung den Dolchstoß versetzten, als sie im Frühjahr ankündigten, es aus dem Bedarfsplan zu streichen.

Der letzte Patient wurde schon letzten Freitag entlassen, gestern schloss das Krankenhaus Wetter für immer. Am Standort Wetter will die "Neue Pergamon" dennoch festhalten. Monate lang verhan- delte sie mit dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, dem Evangelischen Krankenhaus Hagen- Haspe und dem Marienhospital Witten wegen einer Übernahme. Am Montag dieser Woche dann teilte die "Neue Pergamon" dem Krankenhausbeirat ihre Entscheidung mit: Den Zuschlag bekommt das Marienhospital Witten. Es will am bisherigen Krankenhaus-Standort in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten eine ärztliche Notfallversorgung und ambulantes Operieren anbieten. Und einen Teil des Gebäudes will die "Neue Pergamon" für Alten- und Krankenpflege nutzen. Dazu je- doch bedarf es noch zahlreicher behördlicher Genehmigungen. "Wann und wie es weitergeht, steht in den Sternen", fürchtet Betriebsratsvorsitzender Norbert Reifer.

Von Frank Gautzsch

DerWesten - 30.01.2008

http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/staedte/wetter/2008/1/30/news-19870106/detail.htm

Stadt will Krankenhaus zurück

Wetter, 30.01.2008Stadt will Krankenhaus zurück Wetter. (kg) Die Stadt hat beim Amtsgericht in Hagen den

Wetter. (kg) Die Stadt hat beim Amtsgericht in Hagen den Antrag gestellt, das Insolvenzverfahren gegen die Pflegezentrum Wetter GmbH zu eröffnen. Ziel: Das frühere Krankenhaus soll an die Stadt zurückfallen.

Das frühere Krankenhaus soll an die Stadt zurückfallen. Noch wird das Haus an der Gartenstraße als
Das frühere Krankenhaus soll an die Stadt zurückfallen. Noch wird das Haus an der Gartenstraße als

Noch wird das Haus an der Gartenstraße als Übergangs-Altenheim genutzt. Für die Zeit danach hat die Pflegezentrum Wetter GmbH, die Vertragspartner der Stadt in einem Erbbaurechtsvertrag ist, keinen Mieter mehr. Das Krankenhaus war Anfang des Jahrzehnts für den symbolischen Kaufpreis von 1 Mark an die damalige "Neue Pergamon" und die "Eifelhöhen-Klinik" abgetreten worden. Die Stadt hatte

sich aber das Heimfallrecht gesichert für den Fall, dass das Haus nicht mehr als Klinik oder Heim genutzt wird.

Wird das beantragte Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet oder vom Gericht mangels Masse abgelehnt, sind die Voraussetzungen für den Heimfall an die Stadt gegeben. Den entsprechenden Weg hatte die Verwaltung bereits vor Monaten aufgezeigt, jetzt wurden die entsprechenden Schritte unternommen.

Weg hatte die Verwaltung bereits vor Monaten aufgezeigt, jetzt wurden die entsprechenden Schritte unternommen.

DerWesten - 01.02.2008

http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/staedte/wetter/2008/2/1/news-20339985/detail.html

"Krankenhaus nicht abreißen"

Wetter, 01.02.2008"Krankenhaus nicht abreißen" Wetter. (gau) Noch bis Mai wohnen Senioren des Wittener

Wetter. (gau) Noch bis Mai wohnen Senioren des Wittener Lutherhauses im ehemaligen Krankenhaus an der Gartenstraße. Wenn sie dann wieder zurück in ihr renoviertes Altenheim ziehen, ist die Zukunft des Gebäudes an der Gartenstraße

Mit dem Ziel, die seinerzeit für einen symbolischen Preis an die inzwischen insolvente Neue Pergamon verkaufte Immobilie zurück zu bekommen, hat die Stadt Wetter jetzt einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Hagen gestellt (die WP berichtete). Zwar weiß die Stadt nocht nicht so genau, was aus dem ehemaligen Krankenhaus werden soll. Eine Option aber sind Abriss des Gebäudes und Verkauf des Grundstücks für Wohnungsbau.

"Das darf auf gar keinen Fall passieren", fordert Inge Holland vom Wählerbündnis "Bürger für Wetter". Sie hatte seinerzeit schon für den Erhalt des Städtischen Krankenhauses gekämpft und könnte sich vorstellen, an der Gartenstraße eine Tagespflege für Senioren sowie weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens anzusiedeln: "Von der Fußpflege über Reha-Angebote bis zur Arztpraxis ist alles denkbar", sagt Inge Holland. "Der Bedarf ist auf jeden Fall da", weiß Inge Holland, und bei ersten Gesprächen bekam sie durchweg positive Resonanz.

Gegen einen Abriss wendet sich auch Gerd Steuer, ebenfalls von den "Bürgern für Wetter": "Es ist nicht einzusehen, dass ein Baulöwe das Gebäude abreißt und dann den großenReibach macht."

Kritisch beobachtet auch Rudolf Pruß aus Wengern, was mit dem ehemaligen Krankenhaus geschieht: "Dass die
Kritisch beobachtet auch Rudolf Pruß aus Wengern, was mit dem ehemaligen Krankenhaus
geschieht: "Dass die Neue Pergamon das Krankenhaus ausgeschlachtet und das gesamte
Inventar verkauft hat, ist eine Frechheit", schimpft er. So sieht das auch Inge Holland: Noch in
den letzten Tagen des Städtischen Krankenhauses hatte ihr Krankenhaus-Förderverein der
Klinik für 40 000 Euro neue Betten spendiert. "Auch die hat sich die Neue Pergamon unter den
Nagel gerissen", ist Inge Holland sauer. Als der Förderverein die Betten zurück haben wollte,
waren sie längst verscherbelt

KLINIKUM ANSBACH

KLINIKUM ANSBACH http://www.klinikum-ansbach.de/index3.php3?mnav=1 Seit über 30 Jahren vereint das Klinikum Ansbach unter
KLINIKUM ANSBACH http://www.klinikum-ansbach.de/index3.php3?mnav=1 Seit über 30 Jahren vereint das Klinikum Ansbach unter

http://www.klinikum-ansbach.de/index3.php3?mnav=1

ANSBACH http://www.klinikum-ansbach.de/index3.php3?mnav=1 Seit über 30 Jahren vereint das Klinikum Ansbach unter

Seit über 30 Jahren vereint das Klinikum Ansbach unter seinem Dach medizinische Kompetenz auf der Höhe der Zeit, einen hohen humanitären Anspruch, die Vermittlung von Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit und Zuspruch. "Ihr Wohl, unser Auftrag!" Für dieses Leitmotiv engagiert sich am Klinikum Ansbach ein Team, das sich Tag für Tag neu im Dienst am Patienten weiß. Insgesamt verfügt das Haus mit seinen 14 Kliniken und Instituten über 441 Planbetten (incl. Dialyse) und 24 Betten in der Kurzzeitpflege.

aktuelles

Presseerklärung vom 07.01.2005

http://www.oedp-an.de/oedpstadt/aktuelles/presse05.html

zur Neuen Pergamon Management GmbH

Der FLZ war zu entnehmen, dass die Geschäftsführung des Krankenhauses Ansbach der Neuen Pergamon Management GmbH übergeben werden soll.

Obwohl wir nach dem Willen der CSU/SPD-Mehrheit aus dem Aufsichtsrat des Krankenhauses ausgeschlossen wurden, sehen wir uns dennoch in der Verantwortung und melden deshalb wir unsere Bedenken gegen die Vergabe an diese bundesweit tätige Gesellschaft an.

Nach unseren Recherchen befürchten wir, dass dadurch die Abwicklungs- und Privatisierungstendenzen noch weiter verstärkt werden. So spielte die Neue Pergamon bei der Abwicklung des Krankenhauses Wetter/Ruhr keine gute Rolle, was der Betriebsrat mit den Worten kommentierte:

"Die Neue Pergamon verkauft alles, was nicht niet- und nagelfest ist".

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor entsteht, wenn demnächst die Neue Pergamon GmbH an die Eifelhöhen-Klinik AG, Bonn verkauft wird. Diese Gesellschaft hatte in der Vergangenheit große Verluste hinzunehmen. Der Vorstandsvorsitzende Arno Kuge ist nebenbei auch im "Verband der Privaten Krankenanstalten" tätig.

Alle diese Fakten lassen darauf schließen, dass an den Krankenhäusern des Landkreises Ansbach ein gezielter Kapazitätsabbau nicht ausgeschlossen ist. Wenn der Krankenhausträger die Neue Pergamon Management GmbH und damit auch die Eifelhöhen AG mit ins Boot holt, so ist zu befürchten, dass sich am eingeschlagenen Kurs einiges ändert. Die Aufsichträte sollten darauf ein waches Auge haben.

Durchleuchtet NEUE PERGAMON Krankenhausmanagement GmbH Seit 1. Februar 2005 hat die „NEUE PERGAMON Kranken-

Durchleuchtet

NEUE PERGAMON

Krankenhausmanagement GmbH

Seit 1. Februar 2005 hat die „NEUE PERGAMON Kranken- hausmanagement GmbH“ (NPK) die Betriebsführung des Klinikums übernommen. Die Zeit des Wartens auf den neuen Vorstand ist damit endgültig vorbei. Wer oder was verbirgt sich aber hinter der Neuen Pergamon? Ein Interview mit dem Geschäftführenden Gesellschafter, Herrn Prof. Dr. Volker Graf, sowie ein aktuelles Organigramm des Unternehmens geben im folgenden Aufschluss darüber. Das Interview wurde uns freundlicherweise von NPK-News zur Verfügung gestellt.

uns freundlicherweise von NPK-News zur Verfügung gestellt. „Wer ist eigentlich die Neue Per- gamon?“ – „Was

„Wer ist eigentlich die Neue Per- gamon?“ – „Was macht sie?“ – „Welche Unternehmen gehören denn zur NPK?“ „Wie ist die Neue Pergamon eigentlich ent- standen?“ Mit diesen und ähnli- chen Fragen werden die Ge- schäftsführer der Neue Perga- mon immer wieder konfrontiert.

Die Firmenzeitung NPK-News sprach darüber mit Prof. Dr. Volker Graf, Gründer und Hauptgesellschaf- ter der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH.

NPK-News: Herr Professor Graf, wann wurde die Neue Pergamon gegründet und wem gehört sie?

Prof. Dr. Graf: Die Neue Pergamon wurde 1995 von drei Gesellschaftern gegründet. Heute hat die NPK sieben Gesellschafter, denen unterschied- lich große Anteile an der Gesellschaft gehören. Fast alle Gesellschafter sind aktiv in der NPK-Gruppe tätig, z. B. als Geschäftsführer in den Kran-

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kenhäusern der Gruppe oder in an- deren Führungspositionen.

Entwicklung der NPK NPK-News: Die Neue Pergamon existiert nunmehr seit neun Jahren. Wie würden Sie rückblickend die Entwicklung beurteilen?

Prof. Dr. Graf: Insgesamt waren es neun sehr erfolgreiche Jahre. In den Unternehmen, die der Neuen Pergamon ganz oder anteilig gehö- ren, arbeiten heute rund 1.200 Mit- arbeiter. Der Jahresumsatz beträgt rund 60 Mio. e. Den Grundstein für diese erfolgreiche Entwicklung konnten wir in den ersten drei Jahren nach Gründung der NPK legen, als wir die Geschäftsbesorgung in den Krankenhäusern in Ludwigshafen, Gelsenkirchen-Buer und Schwabach übernommen haben. Vor fünf Jahren sind wir dann dazu übergegangen, Einrichtungen des Gesundheitswe- sens ganz oder anteilig zu erwerben. Parallel dazu haben wir 1998 begon- nen, unsere Service-Infrastruktur für

haben wir 1998 begon- nen, unsere Service-Infrastruktur für Prof. Dr. Volker Graf Krankenhäuser und Altenheime auf-

Prof. Dr. Volker Graf

Krankenhäuser und Altenheime auf- zubauen.

Die fünf Geschäftsbereiche der NPK NPK-News: Welche Unternehmen gehören zur NPK und auf welchen Gebieten ist sie tätig?

Prof. Dr. Graf: Die Tätigkeit der NPK umfasst fünf Geschäftsbereiche:

die Akutkrankenhäuser, Einrichtun- gen der Rehabilitation, Alten- und Pflegeheime und die sogenannten Services. Darunter sind alle Tochter- unternehmen der NPK zu verstehen, die Dienstleistungen für Kranken- häuser, Pflegeheime oder Reha- Einrichtungen anbieten. Das fünfte und jüngste Geschäftsfeld ist die Plasmapherese, d. h. die Gewinnung von Blutplasma für die pharmazeuti- sche Industrie. Diese stellt daraus Medikamente her, die derzeit noch nicht künstlich synthetisiert werden können, zum Beispiel Immunglobu- line.

Medikamente her, die derzeit noch nicht künstlich synthetisiert werden können, zum Beispiel Immunglobu- line. 8/2005

8/2005

Durchleuchtet

Durchleuchtet Services NPK-News: Welche Dienstleistungen bieten die Tochterunternehmen der Neue Pergamon konkret an?

Services NPK-News: Welche Dienstleistungen bieten die Tochterunternehmen der Neue Pergamon konkret an?

Prof. Dr. Graf: Ein wichtiges Betä- tigungsfeld ist der Bereich Einkauf und Logistik. Die NPK verfügt über einen eigenen Einkaufsverbund, über den Medikalprodukte und Le- bensmittel zu günstigen Konditio- nen bezogen werden können. Der Produkthandel wird von der Firma Med.ea unter der Leitung von Mar- tina Wolf organisiert. Die Genius Produktmanagement GmbH mit Klaus Dudenhöfer als Geschäftsfüh- rer standardisiert die in den NPK-

Häusern eingesetzten Medikalpro- dukte. Indem beispielsweise ange- strebt wird, in allen NPK-Kranken- häusern sterile Handschuhe vom selben Lieferanten zu beziehen, ist es uns möglich, Einkaufsmengen zu bündeln und besonders günstige Konditionen auszuhandeln.

NPK-News: Bietet die NPK noch weitere Dienstleistungen an?

Prof. Dr. Graf: Ja. Für EDV-Dienst- leistungen steht die Firma Pergis mit Dr. Andreas Beß und Klaus Schultz als Geschäftsführern zur Verfügung. Darüber hinaus ist die Neue Pergamon an den Firmen E-B-

Tec und Mebitec beteiligt. Die E-B- Tec bietet Dienstleistungen im Bau und Betrieb von Gebäuden an (Faci- lity Management). Die Ingenieurge- meinschaft Mebitec bietet Dienstlei- stungen rund um den Erwerb, den Betrieb und die Instandhaltung von medizintechnischen Geräten an. Last but not least sind wir an der Zen- tralwäscherei Rhein-Neckar zur Hälf- te beteiligt. Insgesamt verfügen wir damit über ein breites Angebot an Servicedienstleistungen, das den Bedürfnissen von Einrichtungen im Gesundheitswesen entspricht.

NPK-News: Herr Prof. Graf, wir dan- ken für das Gespräch.

Ein Verkauf als Ganzes ist nicht mehr möglich, da nachstehendes vorher geschah: Wie die RHEINPFALZ
Ein Verkauf als Ganzes ist nicht mehr möglich, da nachstehendes vorher geschah: Wie die RHEINPFALZ

Ein Verkauf als Ganzes ist nicht mehr möglich, da nachstehendes vorher geschah:

Wie die RHEINPFALZ erfuhr, wurde in den vergangenen Wochen Vermögen der NPK verschoben. So wurden nach Informationen unserer Zeitung unter anderem die Krankenhäuser in Oberhausen und Lengerich in eine Zwischenholding überführt, hinter der die MVB Beteiligungen AG stehen soll. Diese Firma gehört wiederum zur Prange Business Group - und dort ist der neue NPK -Geschäftsführer Sixto Atrio als Wirtschaftsanwalt beschäftigt. Gläubiger vermuten, dass auf diese Weise ein erheblicher Teil des NPK -Vermögens der potenziellen Konkursmasse entzogen werden soll.

Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 12.08.2006

NPK verkauft Tochterfirma Die Zahlungsunfähigkeit der Krankenhausgesellschaft Neue Pergamon (NPK), bei der Ex-Klinikummanager Volker Graf Hauptgesellschafter ist, wurde vorerst abgewendet. "Die Insolvenz ist erst einmal vom Tisch", erklärte gestern Geschäftsführer Sixto Atrio. Grund: Die NPK-Tochterfirma, die Deutsche Gesellschaft für Humanplasma, wurde an die Octapharma (Langenfeld) verkauft.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 06.09.2006