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Bs stréme aber das Recht wie vasser 5 und die Gerechtigkeit wie ein ale vereiggender Bact «(Anos 5, 124) ee a ee ee AHWTRAG Avpage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung I Am 13, August 1961 wurde die Teilung Berlins, Deutechlands und Europas offenkundig. Die sich durchsetzende Linsicht’in diese Realitdt ergtglich= te die Entepannungspolitik der sicbziger Jahre ‘auf Regicrungsdbend.-In der ~ DDR ging die Entspannung jedoch zunehmend einher mit einer Politik der Ab~° grenzung, en deren Folgen unser gesellochaftliches Leben achwer - und viele, die weggehen, meinen: tédlich — erkrankt ist. Die Isolation der nachwachsen~~ den Generation vom Leben ihrer internationalén Mitvelt bildet’ nach secheund— gwanzig-Jahren liauer und nech sechs Jehren Trennung von Bolen den Nahrboden fiir Zerr- und Feindbilder. Unser. alltigliches Leben droht in éiner nur achwor aufzubrechenden Enge 2u verharren, Praktizierte: abgrenzungen stehen der Bildung von Vertrauen zwischen den Menschen und Vdlkern entgegen. Die jiingsten sowjetischen Prigdonsvorschge schlieen jedoch ausdricklich dic- notwendige Férderung von Bege; Verstandigung der ilengchen .verschie= dener Staaten und Gesol lechertaoranunget gin, Der in wiserem Lend begonnens. Pre-eG dex kontrollierten Offnung nach.auSen geht in diese Mehtung. Be brewcht neue AnstiGe-unsererseits. II Im Rahmen des KSZE-Prozesses ist die Vertrauensbildung, verstanden als ein: Vorgang awiechen souverdnen Staaten, mihevoll in Gang gekommen, virk— lich gelingen wird sie aber erst dann, wenn alle Birger der verschiedenen ! Staaten in einen freien Dialog treten’ kOnnen. Auch christlicher Glaube sucht heute nach Wegen grenzliberschreitender Solidaritit, Hier wurzelt fi uns. das Friedenszeugnis unserer Kirche (Absage an Geist, Logik und Praxis der Ab— sehreckung), Doch wer das Abéchreekungeprinzip Solenint mu8 audh dazu aufru- fen, die den Dialog behindernden Abgrenzungen au beseitigen. Mur, so Friédenspolitisc wirklich gloubwlirdig und unumkehrbar. Lin grundsdtzliches fort aus christlicher Verantwortung tut not, IIL ir bitten die Synode, die Absage an Praxis und Prinzip der’Abgrenzung auszusprechen, Im Liazelnen bittca wir die Synode, jetzt Sifentlich einautreton fir A = die volle ijiederherstellung der Roieentgiichbeiten aviechen PoleA und der-DDR entsprechend der Praxis von 1972 - 1980 - die dffentliche Thomstisierung einer anzustrebenden Freiziigigkeit aud sehen den sozialistischen Staaten Luropas B= die rechtlich gercntierte Reisefreiheit in westliche Linder fiir alle DDR-Biirger unabhingig von Alter, beruflicher Stellung, familidren An ldsuen und politischer Binet@11lung ~ die Orgenlegune und geselischaftilicne Diskussion der wirtschaftspoliti~ Schen, speziell finangvirtscheftlichen Probleme im Blick auf die. Reise praxis gogeniiber westlichen Léndern C +.die Aufhebung politisch begriindeter Hiareiseverbote fiir Personen aus dem Augland einschlieGlich ehemaliger DpR-Blrger - ein 8ifentlichos Gesprach tiber gesellochaftspolitische ‘Veriinderunsen, die geeignet sind, ehemaligs ger der DD& sur Rickkehr zu motivierén D.- die unverziigliche Winfilwung von Begriindungen im Fell der sblehnung von Reiseantriigen ~ eine Diskussion iiber dic Minfihrung arbeiterechtlich vorankerten -Gcran~ tien, sich gegen Kontaktverbote und =meldepflichten im Blick auf zerso= nen aus dem nichtsozialistischen wvirtecheftogebiet vervelren zu kénnen B+ den kirchlichen Verhendlungsgrundsatz gegeniiber dem Steat: Die dkumeni- sche Reiscpraxis mS vorrangig ssche der Geneinden werden ~ die geistlicne Problematisicrung der Tatsache, dail die Behandlung der Skumenischen Kontakte als Dienstreisen die Kifche Christi zu einem Betrieb macht. IV Die Absege an Praxis und Prinzip der Abgrehzung und das Jinstehen fiir diese Forderungen kénnen helfen, unser leben aus verengten Perspektiven herauszuftihren, irst dann werden wir unsere ixistenz nicht mehrals bevor- mundet und sweitrangig ergahren, sondern uns als freie und miind{ge Birger betrachten. AUFPRUF Abgrenzung erfahrén wir tiglich, Dac erschwerte oder unndgliche Reisen nech Ost und vec} ist dabei nur die spitze des Jisber: Der.ioben zitierte Anteag sun urde auf der jiingsten Tacung der Berlin-Branden- burger Synode (24,-28.4.87) von der Berliner Bartholomiusgemeinde einge= bracht. Scither befascen sich viele Gemoinden mit seinem Inhalt, Die oynode deauftragte zwei ihrer standigen Ausschiisse, ein Jahr Jang daran au erbeiten. Als Mitautoren dieses Antrags meinen wir: Hier ist jede Stimme gefragt! Deshalb rufen vir die Christen iiberall in der DDF auf: 1. Schreiben Sie eine lurze wingabe aa die Bundessynode unserer Kirchen mit. der Bitte, auf ihrer nackSten Tegung von 184 - 22. Septonber 1967 in Gérlitz die Absage an Prawis und Prinzip de® Abgrenzgung im Sinne der Aussagen des Antrage euszusprechen, Erkliren die bitte Thre’ Berejtschaft, diése Absage mitzuspreehen! Bin klares ‘ort der dynode wirde zur .Umkéhr mahnen - zu einem Prteden, der aus persénlicher Sreiheit und versdhnender Begegnung ledt, Anochrift: Prasidium der Synode des Bundes der Svangelischen Xirchen in der DDR Auguststre 60, Berlin 1040 2, Didkautieren Sic bitte augerdem den Antrag weiter’ in Gruppen, Gemeinden und Gemeindekirchenréten, .ir méchten Ihnen zum Gesprich foigende Fragen “ vorscitlagen: - Unter welchen Abgrenzungen leiden wir persénlich; an welche haben wir Uns schon gewdhnt und sie verinnerlicht? ~ selche dialogbehindernden abgrenzungen sind 1m Antrag unberticksichtigt geblieben? - ie kénnen vir helfen, die Abgrenzung 2uguisten der intspannung’ zu iiberwinden? sie kénnen wir dariber wit Michtchristen ins Geapréch kom men, 2.B. an der Arbeitestelle? - ieléhe Abgrengungen gehen von westlicher Seite aus? Wie kénren wir : das Skumenische Gesprach iiber Frieden und: {ienschenrechte vor Ort und tiber Landesgronzen hinweg beleben? Lassen Sie uns nach Antvorten suchen und sie auf Kreissynoden und Frice densseminaren vorstellen! Pfings 1987 gez.: Aluuth Berger Stephan Bickharét Anette von Bodecker Karl-Heinz Boanke Dr. wartin Bottger Erich Busse Dr, Hans-Jiirgen Fischbeck Dorrit Fischer Reinhard iempe , Ludwig: tichlhorn Fir kirenlichen Gebrauch! Bitte abschreiben und weitergeben!