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ADNAN OKTAR, der un ter dem Pseudonym HARUN

YAHYA schreibt, wurde 1956 in Ankara geboren. Nachdem er


Grundschule und Gymnasium in Ankara absolviert hatte, stu-
dierte er Kunst an der Mimar Sinan Universität in Istanbul und
Philosophie an der Istanbul Universität. Seit den 1980er Jahren
verfasst er zahlreiche Werke zu Themen des Glaubens, der
Wissenschaft und der Politik. Harun Yahya ist bekannt als Autor
wichtiger Werke, die die Hochstapeleien der Evolutionisten auf-
decken, ih re fal schen Behauptungen und die dunk len
Verbindungen zwi schen Darwinismus und so blu ti gen
Ideologien wie Faschismus und Kommunismus.
Harun Yahyas Werke, über setzt in 60 Sprachen, um fas sen
mehr als 45000 Seiten mit 30000 Illustrationen.
Das Pseudonym des Autors be steht aus den Namen Harun
(Aaron) und Yahya (Johannes), im geschätzten Andenken an die bei-
den Propheten, die gegen den Unglauben kämpften. Das Siegel des
Propheten, das auf dem Umschlag aller Bücher des Autors abgebildet
ist, symbolisiert, dass der Quran das letzte Buch und das letzte Wort
Allahs ist und dass der Prophet Muhammad (Möge Allah ihn segnen
und Frieden auf ihm sein lassen) der letzte der Propheten ist. Der
Autor verwendete in all seinen Arbeiten den Quran und die Sunnah
(Überlieferungen) des Propheten Muhammad (Möge Allah ihn seg-
nen und Frieden auf ihm sein lassen) zu seiner Führung. Er zielt dar-
auf ab, alle grundlegenden Behauptungen der ungläubigen Systeme
einzeln zu widerlegen, die Einwände gegen die Religion endgültig
auszuräumen und ein "letztes Wort" zu sprechen. Er verwendet
das Siegel des letzten Propheten, der endgültige Weisheit
und moralische Perfektion erlangte (Möge Allah ihn seg-
nen und Frieden auf ihm sein lassen) als Ausdruck seiner
Absicht, ein abschließendes Wort zu sprechen.
Das gemeinsame Ziel aller Werke des Autors ist
es, die Verkündigungen des Quran in der Welt zu ver-
breiten und auf diese Weise die Menschen dazu anzu-
leiten, über grundlegende Glaubensthemen wie die
Existenz Allahs, Seine Einheit und das Jenseits nach-
zudenken und das verrottete Fundament der un-
gläubigen Systeme und deren heidnische
Praktiken vor aller Augen darzulegen.
So werden denn auch die Werke
Harun Yahyas in vie len Ländern der Welt, von Indien bis Amerika, von England bis
Indonesien, von Polen bis Bosnien, von Spanien bis Brasilien, von Malaysia bis Italien, von
Frankreich bis Bulgarien und Russland gerne gelesen. Die Bücher, die u.a. in englisch, franzö-
sisch, deutsch, italienisch, spanisch, portugiesisch, urdu, arabisch, albanisch, chinesisch, sua-
heli, haussa, divehi (gesprochen in Mauritius), russisch, bosnisch, serbisch, polnisch, malaisch,
uigurisch, indonesisch, bengalisch, dänisch und schwedisch übersetzt wurden, finden im
Ausland eine große Leserschaft.
Die Werke werden auf der ganzen Welt begeistert aufgenommen, und mit ihrer Hilfe ha-
ben viele Menschen den Glauben an Allah zurückgewonnen und tiefere Einsichten in ihren
Glauben bekommen. Jeder, der diese Bücher liest, erfreut sich an deren weisen, auf den Punkt
gebrachten, leicht verständlichen und aufrichtigen Stil sowie an der intelligenten, wissen-
schaftlichen Annäherung an das Thema. Eindringlichkeit, absolute Konsequenz, einwandfreie
Darlegung und Unwiderlegbarkeit kennzeichnen die Werke. Für ernsthafte, nachdenkliche
Leser besteht keine Möglichkeit mehr, materialistische Philosophien, Atheismus und andere
abwegige Ansichten zu verteidigen. Werden diese dennoch verteidigt, dann lediglich auf-
grund ei ner Trotzreaktion, da die Argumente wi der legt wur den. Alle leug ne ri schen
Strömungen unseres Zeitalters mussten sich dem Gesamtwerk von Harun Yahya ideologisch
geschlagen geben.
Ohne Zweifel resultieren diese Eigenschaften aus der beeindruckenden Weisheit und
Erzählweise des Quran. Der Autor hat nicht die Absicht, sich mit seinen Werken zu rühmen,
sondern beabsichtigt lediglich, andere zu veranlassen, den richtigen Weg zu finden. Er strebt
mit der Veröffentlichung seiner Werke keinerlei finanziellen Gewinn an.
Wer die Menschen ermutigt, diese Werke zu lesen, ihren Geist und ihre Herzen zu öffnen
und sie anleitet, noch ergebenere Diener Allahs zu sein, leistet der Gemeinschaft einen un-
schätzbaren Dienst.
Gegenüber der Bekanntmachung dieser wertvollen Werke käme die Veröffentlichung von
bestimmten Büchern allgemeiner Erfahrung, die den Verstand der Menschen trüben, die ge-
dankliche Verwirrung hervorrufen und die bei der Auflösung von Zweifeln und bei der
Rettung des Glaubens ohne starke Wirkung sind, einer Verschwendung von Mühe und Zeit
gleich. Doch mehr noch als das Ziel der Rettung des Glaubens ist deutlich, dass bei Werken,
die die literarische Kraft des Verfassers zu betonen versuchen, diese Wirkung nicht erreicht
wird. Falls diesbezüglich Zweifel aufkommen, so möge es aus der allgemeinen Überzeugung
des Autors verständlich sein, dass es das einzige Ziel der Werke Harun Yahyas ist, den
Atheismus zu beseitigen und die Moral des Quran zu verbreiten und dass Wirkung, Erfolg
und Aufrichtigkeit dieses Anliegens deutlich zu erkennen sind.
Man muss wissen, dass der Grund für die Unterdrückung und die Qualen, die Muslime
erlitten haben, in der Vorherrschaft des Unglaubens liegt. Der Ausweg besteht in einem ideo-
logischen Sieg der Religion über den Unglauben, in der Darlegung der Glaubenswahrheiten
und darin, die Quranische Moral so zu erklären, dass sie von den Menschen begriffen und ge-
lebt werden kann. Es ist klar, dass dieser Dienst in einer Welt, die tagtäglich immer mehr in
Unterdrückung, Verderbtheit und Chaos versinkt, schnell und wirkungsvoll durchgeführt
werden muss, bevor es zu spät sein wird.
Das Gesamtwerk von Harun Yahya, das die Führungsrolle bei diesem wichtigen Dienst
übernommen hat, wird mit dem Willen Allahs die Menschen im 21. Jahrhundert zu der im
Quran beschriebenen Ruhe, zu Frieden und Gerechtigkeit, Schönheit und Fröhlichkeit führen.
● Der Grund, dass in all diesen Arbeiten die Widerlegung der Evolutionstheorie so stark
betont wird, liegt darin, dass diese Theorie eine Grundlage für jede gegen die Religion
gerichtete Philosophie darstellt. Der Darwinismus, der die Schöpfung und damit die
Existenz Allahs ablehnt, hat seit 140 Jahren vielen Menschen ihren Glauben genommen
oder sie in Zweifel gestürzt. Aus diesem Grund ist es eine wichtige Aufgabe, die
Widerlegung der Theorie zu veröffentlichen. Der Leser muss die Möglichkeit zu dieser
grundlegenden Erkenntnis erhalten. Da manche Leser vielleicht nur die Gelegenheit ha-
ben, eines der Bücher zu lesen, wurde beschlossen, in allen Büchern Harun Yahyas die-
sem Thema ein Kapitel zu widmen, wenn auch nur als kurze Zusammenfassung.
● In allen Büchern des Autors werden Fragen, die sich auf den Glauben beziehen, auf
der Grundlage des Inhalts des Quran erklärt, und die Menschen werden dazu ermutigt,
Allahs Wort zu ler nen und ihm ent spre chend zu le ben. Alle Themen, die Allahs
Offenbarung selbst betreffen, werden in einer Weise erklärt, dass sie beim Leser keine
Zweifel oder unbeantwortete Frage hinterlassen. Die aufrichtige, direkte und fliessende
Darstellung erleichtert das Verständnis der behandelten Themen und ermöglicht, die
Bücher in einem Zug zu lesen. Harun Yahyas Bücher sprechen Menschen jeden Alters
und jeder sozialen Zugehörigkeit an. Selbst Personen, die Religion und Glauben streng
ab leh nen, kön nen die hier vor ge brach ten Tatsachen nicht ab strei ten und de ren
Wahrheitsgehalt nicht leugnen.
● Die Bücher von Harun Yahya können individuell oder in Gruppen gelesen werden.
Leser, die von diesen Büchern profitieren möchten, werden Gespräche über deren
Inhalte sehr auf schluß reich fin den, denn so kön nen sie ih re Über le gun gen und
Erfahrungen einander mitteilen.
● Gleichzeitig ist es ein großer Verdienst, diese zum Wohlgefallen Allahs verfassten
Bücher bekannt zu machen und einen Beitrag zu deren Verbreitung zu leisten. In allen
Büchern ist die Beweis- und Überzeugungskraft des Verfassers zu spüren, so dass es für
jemanden, der anderen die Religion erklären möchte, die wirkungsvollste Methode ist,
die Menschen zum Lesen dieser Bücher zu ermutigen.
● Wir hoffen, der Leser wird die Rezensionen der anderen Werke des Autors zur
Kenntnis nehmen. Sein reichhaltiges Quellenmaterial über glaubensbezogene Themen
ist äußerst hilfreich und vergnüglich zu lesen.
● In diesen Werken wird der Leser niemals – wie es mitunter in anderen Werken der Fall
ist – die persönlichen Ansichten des Verfassers vorfinden oder auf zweifelhafte Quellen
gestützte Ausführungen; er wird weder einen Schreibstil vorfinden, der Heiligtümer her-
abwürdigt oder mißachtet, noch hoffnungslos verfahrene Erklärungen, die Zweifel und
Hoffnungslosigkeit erwecken.

www.harunyahya.de
Einleitung 8

Die Wunder, die Gott dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) vor seinem
Prophetentum wirken ließ 24

Das Wunder der Offenbarung 28

Die Wunder des Qur'an 40

Die Wunder des edlen Charakters des Propheten Muhammad (s.a.w.s) 60

Einige Wunder aus dem Leben des Propheten Muhammad (s.a.w.s) 76

Die Wirksamkeit der Gebete des Propheten (s.a.w.s) 94

Gottes wundersamer Schutz des Propheten (s.a.w.s) 98

Das Wissen des Verborgenen, das unserem Propheten


(s.a.w.s) gegeben wurde 122

Schlussfolgerung 152

Des Evolutionsschwindel 159


urch die Geschichte hindurch sandte Gott
Seine Propheten, damit sie ihren Völkern den
Rechten Weg weisen können und damit sie in
dieser und der nächsten Welt Gutes vollbringen können. Der
Qur'an lehrt uns, dass dies eine große Gnade für alle die glauben
ist.
Gott war wahrlich gegen die Gläubigen gnädig, indem Er unter
ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte erweckte, ihnen Seine
Verse zu verlesen, sie zu läutern und das Buch und die
Weisheit zu lehren; denn siehe, sie wären zuvor in offen-
kundigem Irrtum. (Sure Al 'Imran: 164)
Und Gott sagte zu Seinem Gesandten
Muhammad (s.a.w.s):
Und Wir entsandten dich fürwahr als eine
Barmherzigkeit für alle Welt. (Sure al-Anbiya':
107)
Diese Gesandten waren leitende
Lichter für die Gemeinden, zu welchen
sie gesandt wurden; sie zeigten ihren
Menschen den Rechten Pfad und
übermittelten ihnen die Gebote
Gottes. Sie überbrachten die
Bedeutung, an
Die wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gott zu glauben und Seinen Geboten zu folgen, damit sie Erfolg


im jenseitigen Leben haben. Im Laufe der Geschichte haben jedoch
nur wenige Menschen den Rat befolgt oder geschätzt, welch gro-
ße Gnade diese Gesandten für sie waren, so wie es der Qur'an be-
tonte.
... Jedoch die meisten Menschen glauben nicht. (Sure ar-Ra'd: 1)
Doch die meisten Menschen glauben es nicht, wie sehr du es auch
wünschst. (Sure Yusuf: 103)
Das einzige Ziel dieser Gesandten war, das Wort Gottes zu
verbreiten. Sie wollten keine materiellen Belohnungen für ihre
Arbeit, sondern wünschten nur Gott zu gefallen. Sie waren
Menschen mit edlem Charakter und wahrhaftiger
Gottesfürchtigkeit (taqwa). Sie erhielten nicht nur keine materiel-
len Vorteile durch ihre Arbeit, sondern erfuhren durch sie auch
große Schwierigkeiten und wurden in verschiedenster Weise in
Versuchung geführt als sie versuchten, den Menschen den
Glauben zu bringen. Aber diese offensichtlichen Schwierigkeiten
dienten nur, um ihren Glauben und Hingabe zu stärken. Als Dank
für ihre Hingabe, ihren Glauben, Standfestigkeit, Erhlichkeit und
Glaube an Gott, half und unterstützte Er Seine Gesandten, so wie
Er es im Qur'an sagt:
Gott hat festgelegt: "Ich werde obsiegen, Ich und meine
Gesandten!" Gott ist fürwahr stark, erhaben. (Sure al-Mujadalah:
21)
Gott half Seinen Gesandten und jenen, die glaubten mit ma-
terieller und geistiger Stärke gegen die Ungläubigen, die sie schä-
digen wollten. Er vermehrte die Fülle von Gnaden, die Er ihnen
schenkte und verschaffte einen Ausweg aus jeder Schwierigkeit.
Er vermehrte ihren Mut und ihre Stärke in jedem Mühsal, erleich-
terte ihre Bürde und verstärkte ihre Entschlossenheit, indem Er sie
an Seine Barmherzigkeit erinnerte. Gott erzählt uns im Qur'an
von der Unterstützung und dem Schutz, den Er Seinen

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Propheten und jenen Gläubigen gibt, die ihnen folgen:


Siehe, Wir werden Unseren Gesandten und den Gläubigen wahr-
lich helfen, im irdischen Leben und am Tage, an dein sich die
Zeugen erheben. (Sure Ghafir: 51)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gott unterstützte einige Seiner Gesandten, indem Er ihnen


Wunder gewährte. Ein Wunder erfordert eine Herausforderung
Gottes an seine Schöpfung. Es ist etwas, was Menschen selbst zu
tun nicht in der Lage sind; es kann nur durch den Willen Gottes
geschehen. Wunder sind von Natur aus ein außergewöhnli-
ches Ereignis und haben deswegen eine enorme Wirkung
auf die Menschen. Sie hatten den zweifachen Effekt,
Stärkung der Entschlossenheit und des Glaubens

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

derjenigen, die bereits glaubten und den Anschluss vieler


Ungläubiger an den Glauben. Diejenigen, die nicht glaubten, wur-
den herausgefordert, etwas ähnliches zu vollbringen. Waren sie
dazu nicht in der Lage, wurde die Botschaft Gottes bestätigt
und die Schwäche der Ungläubigen enthüllt.

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Die Wunder, die Gott den


Propheten wirken ließ
Im Qur'an gibt es ausführliche Berichte über das Leben der
Propheten, über die Wunder mit denen Gott ihren Glauben ge-
stärkt und ihre Botschaft unterstützt hat; und über die Wunder,
die Er ihnen als Schutz gegen ihre Leugner gab. Die Propheten
Ibrahim (a.s), Musa (a.s) und Jesus (a.s) waren unter diesen
Gesandten, denen Gott die Kraft, Wunder zu vollbringen, von de-
nen untern einige angeführt sind.

Die Wunder Ibrahims (a.s)


Das Feuer, in welches Ibrahim (a.s) geworfen
wurde, erkaltete:
Die Götzenanbeter waren über Ibrahim (a.s) wütend, da er
ihre Götter kritisierte, sie verschworen sich gegen ihn, um ihn ins
Feuer zu werfen, aber Gott behütete Seinen Gesandten durch ein
Wunder. Gott sagte uns im Qur'an, dass auf Seinen Befehl die
Flammen Ibrahim kein Leid zufügten.
Wir sprachen: "O Feuer, sei kühl und unschädlich für Ibrahim!"
(Sure al-Anbiya': 69)

Die Vögel, die Ibrahim (a.s) in Stücke schnitt, kamen


lebend zurück zu ihm:
Und als Ibrahim sprach: "Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten
lebendig machst!", sprach Er: "Glaubst du etwa noch nicht?" Er
sagte: "Doch! Aber ich möchte in meinem Herzen ganz sicher
sein." Er sprach: "So nimm vier Vögel und zähme sie. Dann setze
auf jeden Berg einen von ihnen. Dann rufe sie, und sie werden ei-
lends zu dir kommen. Und wisse, dass Gott mächtig und weise
ist." (Sure al-Baqara: 260)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Die Wunder des Musa (a.s)


Gott gab Musa (a.s) die Kraft, Wunder zu vollbringen, die er
verwendete, um den Pharao und seine Höflinge auf den Rechten
Weg zu bringen.

Der Stab von Musa (a.s) wurde eine Schlange und


verschlang die Tricks der Zauberer:
Er sprach: "Wenn du wahrhaftig mit einem Wunderzeichen
kamst, so zeige es her." Da warf er seinen Stab hin und, siehe, er
wurde offensichtlich zu einer Schlange. (Sure al-A'raf: 106-107)
"Wirf nur, was du in deiner Rechten hältst. Es wird verschlingen,
was sie fabriziert haben. Sie brachten es nur mit einem
Zaubertrick zustande. Aber Zauberern ergeht es nicht wohl, wo
auch immer." (Sure Ta Ha: 69)

Die Hand Musa (a.s) wurde weiß wie Schnee:


'Und stecke deine Hand unter deine Achsel. Du wirst sie weiß her-
ausziehen, unbeschädigt -ein weiteres Wunderzeichen! So lassen Wir
dich einige Unserer größten Zeichen sehen. ' (Sure Ta Ha: 22-23)
Als Musa (a.s) und die Söhne Israels vor dem Pharao und sei-
nen Leuten flohen, erlaubte ein Wunder Gottes heil zu entkom-
men, während die Ägypter untergingen.

Musa (a.s) schlug die See mit seinem Stab und


ein Weg öffnete sich:
Und as die beiden Gruppen in Sichtweite waren, riefen Musa
Gefährten: "Wir werden tatsächlich eingeholt!" Er sprach:
"Keineswegs! Seht, mein Herr ist mit mir. Er wird mich richtig
führen." Und da offenbarten Wir Musa: "Schlag mit deinem Stab
auf das Meer!" Da teilte es sich, und jeder Teil war wie ein ge-
waltiger Berg. Daraufhin ließen Wir die anderen nachkommen.
Wir retteten Musa und die mit ihm waren, allesamt. Dann lie-
ßen Wir die anderen ertrinken. (Sure ash-Shu'ara': 61-66)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Die Wunder des Yunus (a.s)

Yunus (a.s) wurde auf wunderbare Weise gerettet,


nachdem ihn ein Fisch verschlang:

Yunus war gewiss auch einer der Gesandten. Als er zum beladenen
Schiff floh Warf er Lose und verlor dabei. Dann verschlang ihn der
Fisch; denn er verdiente Tadel. Und wenn er (Uns) nicht gepriesen
hätte, Wäre er gewiss in seinem Bauch geblieben, bis zum Tage der
Auferstehung. Doch Wir warfen ihn auf einen öden Strand, krank wie
er war. (Sure as-Saffat: 139-145)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Die Wunder des Zacharias (a.s)

Zacharias (a.s) wurde gesagt, dass er trotz seines


Alters ein Kind haben wird:
Da rief Zacharias zu seinem Herrn und sprach: "Mein Herr, gib
mir von Dir gute Nachkommen; Du erhörst ja die Gebete!" Und
während er zum Gebete im Tempel stand, riefen ihm die Engel
zu: "Gott verheißt dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von
Gott, einen Herrn, einen Asketen und Propheten, einen der
Rechtschaffenen." Er sagte: "Mein Herr, wie soll ich einen Jungen
erhalten, wo das Alter über mich gekommen und meine Frau un-
fruchtbar ist?" Er sprach: "Gott bewirkt, was Er will." (Sure Al
'Imran: 38-40)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Die Wunder Marias (a.s)

Maria (a.s) hatte immer Essen bei sich:


... So oft Zacharias zu ihr in den Tempel trat, fand er bei ihr
Nahrung. Da fragte er: "O Maria, woher hast du das?" Sie antwor-
tete: "Es ist von Gott. Fürwahr, Gott versorgt, wen Er will, ohne zu
rechnen." (Sure Al 'Imran: 37)

Die Wunder Jesus' (a.s)


Der Qur'an lehrte uns, dass Jesus (a.s) Wunder von Geburt an
und während seines ganzen Lebens vollbrachte:
Dann wird Gott sprechen: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke
Meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, als Ich dich mit hei-
liger Eingebung stärkte, auf dass du zu den Menschen in der
Wiege und als Erwachsener reden solltest. Und als Ich dich die
Schrift und die Weisheit und die Thora und das Evangelium lehr-
te. Und als du mit Meiner Erlaubnis aus Ton die Gestalt eines
Vogels formtest, in sie hineinhauchtest und sie mit Meiner
Erlaubnis zum Vogel wurde. Und als du mit Meiner Erlaubnis die
Blinden und Aussätzigen heiltest und mit meiner Erlaubnis die
Toten erwecktest. Und als Ich die Kinder Israels von dir zurück-
hielt, als du ihnen die deutliche Botschaft brachtest und die
Ungläubigen unter ihnen sprachen: "Dies ist nichts als offenkun-
dige Zauberei!". (Sure al-Ma'ida: 110)
Und Er wird ihn das Buch und die Weisheit und die Thora und
das Evangelium lehren. Und ihn zu den Kindern Israels entsen-
den: "Siehe, ich komme mit einem Zeichen von euerem Herrn zu
euch. Wahrlich, ich will euch aus Ton die Gestalt eines Vogels
formen und in sie hauchen. Und mit Gottes Erlaubnis soll sie ein
Vogel werden. Und ich will den Blindgeborenen und
Aussätzigen heilen und mit Gottes Erlaubnis die Toten lebendig
machen, und ich will euch verkünden, was ihr essen und was

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

ihr in eueren Häusern aufspeichern sollt. Siehe, hierin ist wahr-


lich ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid.' (Sure Al 'Imran:
48-49)
Im Qur'an gib es neben den oben angeführten noch viele
mehr Wunder. Diese und andere Wunder werden auf Gottes
Geheiß vollbracht und so wie Er will. Gott sagt im Qur'an:
Und wahrlich, Wir entsandten Gesandte schon vor dir und gaben
ihnen Gattinnen und Nachkommenschaft. Kein Gesandter konn-
te aber ohne Gottes Erlaubnis Wunder wirken. Jedes Zeitalter hat
sein Buch. (Sure ar-Ra'd: 38)
Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) war ein gesegneter
Mensch, den Gott den Menschen als Beispiel für seine Tugend, sei-
nen starken Glauben und seine Worte und Handlungen sandte.
Wie den vorausgegangenen Propheten gab Gott ihm

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

die Erlaubnis, sein ganzes Leben Wunder zu vollbringen, damit


die Menschen sie sehen und davon lernen. Nur seine Gefährten
konnten einige dieser Wunder bezeugen, aber eine große Anzahl
derjenigen, die den Propheten leugneten konnten andere bezeu-
gen.
Eine Beschreibung einiger Wunder des Propheten (s.a.w.s)
kam durch den Qur'an zu uns herunter. Wir wissen von anderen
durch die Hadithe des Propheten (s.a.w.s) und durch zahlreiche
Schriften Islamischer Gelehrter. Durch diese Quellen ist es mög-
lich, die wunderbaren Eigenschaften dieses gesegneten Mannes,
der als Gnade auf die Welt gesandt wurde, zu sehen und die
Bedeutung der Verwendung des Qur'an und der Sunnah des
Propheten als Wegweiser in unserem täglichen Leben zu verste-
hen.

23
ach historischen Texten erhielt Muhammad
(s.a.w.s) mit vierzig Jahren die Ehre, Prophet zu
sein. Bevor er aber irgendwelche Offenbarungen erhielt, fanden in
seinem Leben gewisse übernatürliche Vorkommnisse statt, die auf
seine Zukunft hinwiesen.
Die Hebamme, ash-Shifa, Mutter des berühmten Gefährten
'Abdur-Rahman ibn 'Awf, die bei seiner Geburt zur Stelle war
sagte aus, dass, als der Prophet (s.a.w.s) auf die Welt kam
und in ihren Händen lag, er nießte und sie hörte je-
manden sagen: "Gott sei dir barmherzig!" und sie
sah, dass der gesamte Horizont vor Licht er-
strahlte (Abu Nu'aym).
Wenn der Prophet (s.a.w.s) reiste, war
er immer beschattet. Khadijah erwähnte,
dass sie, wenn ihr Gatte reiste, zwei Engeln
sah, die ihm Schatten spendeten. (Ibn
Sa'd). Halima, seine Ziehmutter aus
dem Wüstenstamm der Bani Sa'd ibn
Bakr, sagte, dass sie eine Wolke
sah, die ihm Schatten spendete,
während er bei ihr war.
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

26
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Eines Tages, als der Prophet (s.a.w.s) auf ei-


ner Reise war, setzte er sich unter einen tro-
ckenen Baum, um zu rasten. Der Baum wuchs
und trieb aus und nach manchen Überliefe-
rungen neigte sich der Schatten des Baumes
zu dem Propheten (s.a.w.s), um ihn Schatten
zu spenden. Das Gelände um den Baum wur-
de ebenfalls saftig und grün.
Als sich der Moment seines
Prophetentums näherte, sah der Prophet
(s.a.w.s) in seinem Schlaf Träume mit
Vorausahnungen, die sich schließlich bewahr-
heiteten. Diese Träume erschienen nach der
Hadith über einen Zeitraum von sechs
Monaten. Imam al-Bukhar, ein angesehener
Islamischer Gelehrter berichtet von diesen
Träumen in seiner Sammlung.
Aisha erzählte: Das Erste womit die Offenbarung
für den Gesandten Gottes begann waren richtige
Träume in seinem Schlaf. Er hatte nie Träume
aber dieser kam wie der Tagesanbruch. (Al-
Bukhari)
Islamische Gelehrte erklären, dass der
Grund der Wahrwerdung dieser Art Träume
eine Vorbereitung von Muhammad (s.a.w.s)
in seinem Schlaf auf die große Verantwortung
des Prophetentums war.

27
as größte Wunder, welches dem Prophet
Muhammad (s.a.w.s) gestattet wurde, war un-
zweifelhaft Gottes Offenbarung des Qur'an. Der Prophet (s.a.w.s)
war durch Gott erwählt worden, um Seine Botschaft der
Menschheit zu übermitteln. Das war, wie der Qur'an erläutert, ei-
ne große Verantwortung.
O du Verhüllter! Steh während der Nacht (im Gebet) außer ein
wenig. Die Hälfte davon oder etwas weniger. Oder etwas mehr
- und trage den Qur'an vor, bedächtig und deutlich.
Wahrlich Wir werden dir ein gewichtiges Wort anver-
trauen. Fürwahr, das Gebet in der Nacht macht stär-
keren Eindruck und lässt leichter das richtige Wort
finden, Während du am Tage lange den
Geschäften nachgehen kannst. So gedenke des
Namens deines Herrn und widme dich Ihm
voll und ganz. (Sure al-Muzzammil: 1-8)

Die Offenbarung
Die erste Offenbarung kam
bald, nachdem Muhammad
(s.a.w.s) die wah-
ren Träume
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

zu sehen begann. Wegen diesen Träumen begann er sich in die


Höhle von Hira (Ghar Hira') auf dem Berg des Lichts (Jabal an-
Nur), ungefähr zwölf Kilometer von Makkah entfernt, zurückzu-
ziehen. Der Prophet (s.a.w.s) war gerade vierzig Jahre alt, als er
sich während des Monats Ramadan alleine in der Höhle befand,
ihm der Engel Gabriel erschien und ihn aufforderte zu lesen. Diese
Begebenheiten sind vollständig in dem Hadith beschrieben:
Aisha erzählte: Zu Beginn der Offenbarung an den Gesandten Gottes wa-
ren es richtige Träume in seinem Schlaf. Er sah nie einen Traum, dieser
kam plötzlich wie der Tagesanbruch. Üblicherweise ging er in die

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Abgeschiedenheit (der Höhle) von Hira', wo er (Gott alleine) ununterbro-


chen während vieler Nächte anbetete. Er nahm für diesen (Aufenthalt)
Vorräte mit sich, dann kam er zu Khadijah zurück um wiederum Essen für
eine weitere Zeitdauer mit zu- nehmen. Dann kam plötzlich die Wahrheit
auf ihn herab, als er in der Höhle von Hira' weilte. Der Engel kam zu ihm
in die Höhle und forderte ihn auf zu lesen. Der Prophet antwortete, "Ich
kann nicht lesen" (Der Prophet fügte hinzu), "Der Engel ergriff mich kräf-
tig und drückte mich so stark, dass ich es nicht mehr aushalten konnte. Er
ließ mich aus und verlangte von mir, dass ich lese, und ich antwortete,
"Ich kann nicht lesen," worauf er mich wieder ergriff und mich ein zwei-
tes Mal drückte, bis ich es nicht mehr aushalten konnte. Dann gab er mich

31
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

frei und
verlangte von
mir nochmals zu le-
sen, aber ich antworte-
te, "Ich kann nicht le-
sen" oder, "Was soll ich
lesen?" Daraufhin ergriff
er mich ein drittes Mal,
drückte mich und ließ mich
los und sagte: "Lies: Im Namen
deines Herrn, Der erschuf. Er er-
schuf den Menschen aus einem
Klumpen. Lies! Denn dein Herr
ist gütig, ... was er nicht wusste."
(Sure al-'Alaq: 1-5) Dann kam
der Bote Gottes mit ihm zurück ...
(Al-Bukhari)
Es gibt auch mehrere Verse im Qur'an, die
die Begegnung des Propheten (s.a.w.s) mit dem
Engel Gabriel und der Offenbarung des Qur'an be-
schreiben:

32
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Euer Gefährte irrt nicht und wurde nicht getäuscht. Noch spricht
er aus eigenem Antrieb. Er ist nichts anderes als eine ihm geof-
fenbarte Offenbarung, Die ihn der überaus Mächtige gelehrt hat.
Der überaus Weise. Aufrecht stand er da. Am höchsten Horizont.
Dann näherte er sich und kam nahe. Bis auf zwei Bogen(schüsse)
entfernt oder noch näher Und offenbarte seinem Diener, was er
zu offenbaren hatte. Sein Herz erlog nicht, was er sah. Wollt ihr
ihm denn bestreiten, was er sah? (Sure an-Najm: 2-12)
Gemäß einigen Interpretationen des Qur'an beziehen sich
diese Verse auf die Offenbarung des Qur'an, jedoch einige an-
dere Auslegungen verwenden diese Verse um sich auf das
Mi'raj (Auffahrt zu den Himmeln) zu beziehen.
Verschiedene andere Verse belegen die Tatsache,
dass es Gabriel war, der den Qur'an von Gott dem
Propheten (s.a.w.s) überbrachte. In diesen
Versen wird auf Gabriel als "die reinste
Seele (Ruh)" oder "die getreue Seele
(Ruh)" verwiesen.
Sprich: "Wer auch immer
Gabriels Feind ist -ist er es
doch, der deinem Herzen
mit Gottes

33
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

34
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Erlaubnis (den Qur'an) offenbarte als eine Bestätigung des


Früheren und eine Rechtleitung und eine Heilsbotschaft für die
Gläubigen. (Sure al-Baqara: 97)
Sprich: "Der Geist der Heiligkeit hat ihn von deinem Herrn ge-
bracht, in Wahrheit, um die Gläubigen damit zu stärken, und als
eine Leitung und Heilsbotschaft für die Gottergebenen." (Sure
an-Nahl: 102)
Und siehe, er ist eine Offenbarung des Herrn der Welten. Mit ihm
kam der getreue Geist herab. Auf dein Herz, damit du einer der
Warner seist. (Sure ash-Shu'ara': 192-194)
Dieser letzte Vers zeigt, dass der Qur'an direkt in das Herz
des Propheten (s.a.w.s) geoffenbart wurde. Das war eine Gnade,
die Gott dem Propheten (s.a.w.s) gespendet hat, so wie Gott im
Qur'an sagt:
Außer der Barmherzigkeit deines Herrn. Siehe, Seine Huld gegen
dich ist groß. (Sure al-Isra': 87)
Du selbst konntest nicht hoffen, dass dir das Buch gegeben wür-
de; es war die Barmherzigkeit deines Herrn ... (Sure al-Qasas: 86)
Nach der Offenbarung der ersten Verse, ist es überliefert,
dass die Offenbarung an den Propheten (s.a.w.s) für eine gewisse
Zeit aufhörte. Als die Offenbarungen wieder aufgenommen wur-
den, erzählte uns der Hadith, dass die nächsten Verse der Anfang
der Sure al-Muddaththir waren:
O du Bedeckter! Steh auf und warne. Und verherrliche deinen
Herrn. (Sure al-Muddaththir: 1-3)
Nachdem er diese Verse erhielt, gehorchte der Prophet
(s.a.w.s) den Befehlen von Gott und nahm die Verantwortung der
Verkündung der Offenbarung wieder auf. Der Prophet (s.a.w.s)
erhielt fortgesetzt die Göttlichen Offenbarungen bis zu seinem
Tod, dreiundzwanzig Jahre später.

35
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Zustand Muhammads (s.a.w.s)


während er die Offenbarung erhielt
Es gibt in den Hadith Beschreibungen, wie es für den
Propheten (s.a.w.s) war, Offenbarungen zu empfangen. Zum
Beispiel hörten die, mit dem Propheten (s.a.w.s) Anwesenden, ein
Geräusch wie von Bienensummen, sobald die Offenbarung kam.
Andere Quellen sagen, dass das Geräusch wie das Summen der
Bienen rund um das Gesicht des Propheten (s.a.w.s) war. Einige
Hadith beschreiben den Zustand des Propheten (s.a.w.s), wäh-
rend er die Offenbarung erhält.
Aisha erzählte: Al-Harith ibn Hisham fragte den Propheten (s.a.w.s): "Wie
kommt die Offenbarung zu dir?" Er sagte, "In verschiedenen Formen
kommt der Engel zu mir, manchmal gleicht er dem Geräusch einer läuten-
den Glocke. Sobald dieser Zustand mich verläßt erinnere ich mich, was der
Engel sagte. Diese Art der Offenbarung ist die schwerste für mich;
Manchmal kommt der Engel in der Form eines Mannes und spricht mit
mir, und ich verstehe und erinnere mich, was er sagt." (Al-Bukhari)
Aisha erzählte: "An einem sehr kalten Tag sah ich den Propheten (s.a.w.s)
wie er die Offenbarung erhielt und bemerkte, dass der Schweiß von seiner
Stirne tropfte." (Al-Buhkari und At-Tirmidhi)
Zayd ibn Thabit erzählte: "Ich schrieb die Offenbarung Gottes an den
Propheten (s.a.w.s). Sobald die Offenbarung kam, befiel ihn eine große

36
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Müdigkeit und er hatte Schweißperlen auf


der Stirne. Sobald der Zustand der
Offenbarung endete rezitierte er und ich
schrieb." (At-Tabarani)1
Abu Hurayrah erzählte: "Sobald die
Offenbarung Gottes zum Propheten (s.a.w.s)
kam, war es, als ob er in Ohnmacht gefallen war."
(Abu Nu'aym)2

Der Qur'an wurde direkt in das Herz des


Propheten (s.a.w.s) geoffenbart
Gott offenbarte den Qur'an in Abschnitten über einen
Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren, direkt in das Herz des
Propheten Muhammad (s.a.w.s):
Und die Ungläubigen fragen: "Warum ist der Qur'an nicht auf
einmal (als ganzes) auf ihn herabgesandt worden?" Dies, um so
dein Herz zu festigen. Und Wir haben ihn in sich stimmig wohl
geordnet. (Sure al-Furqan: 32)
Während des Zeitraumes der Offenbarung unterstützte Gott
Seinen Propheten (s.a.w.s) und half ihm, Seine Botschaft richtig
den Menschen zu übermitteln. Gott unterwies den Propheten
(s.a.w.s), wie der Qur'an zu zitieren ist:
Bewege deine Zunge nicht zu schnell. Uns obliegt schließlich sei-
ne Sammlung und Verlesung. Darum, wenn Wir ihn vortragen
lassen, dann folge seiner Vortragsweise aufmerksam. Uns obliegt
dann seine Erklärung. (Sure al-Qiyama: 16-19)
Und erhaben ist Gott, der wahre König! Und übereile dich nicht
mit dem (Zitieren des) Qur'an, bevor er dir vollständig geof-

37
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

fenbart worden ist, sondern sprich: "O mein Herr! Mehre mein
Wissen!" (Sure Ta Ha: 114)
Er half auch dem Propheten (s.a.w.s), die Verse im Gedächnis
zu behalten:
Wir werden dich vortragen lehren, und du wirst nichts vergessen.
(Sure al-A'la: 6)
Die Fähigkeit des Propheten (s.a.w.s), all die Verse des
Qur'an auf diese Art zu lernen ist ein weiteres Wunder, welche
Gott ihm gab. In der Lage zu sein, sich an die Verse, sobald er sie
benötigte, zu erinnern, machte die Arbeit des da'wah des
Propheten (s.a.w.s) leichter:

38
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Und Wir werden dich auf den leichtesten Weg bringen. (Sure al-
A'la: 8)
Es war auch Gottes Art, den Qur'an zu beschützen und sicher
zu stellen, dass er nicht verzerrt oder vergessen wird. Es ist ein
Wunder, welches durch die gewaltige Anzahl an Menschen, die
den Qur'an auswendig können (huffaz), bis heute Fortbestand hat.
Trag vor, was dir von dem Buch deines Herrn geoffenbart wurde,
Dessen Wort niemand verändert. Niemals findest du Zuflucht,
außer bei Ihm. (Sure al-Kahf: 27)

39
er Qur'an ist das Wort Gottes, geoffenbart für
die gesamte Menschheit und für alle Zeiten. Die
Gründe, wofür der Qur'an als Wunder bezeichnet werden kann
sind so zahlreich, dass sie selbst nicht aufgezählt werden können.
Es gibt jedoch drei Hauptgründe, die den Qur'an als Wunder aus-
zeichnen: Seine literarische Vorzüglichkeit, sein Inhalt und sein
Schutz durch Gott.

Die literarische Vorzüglichkeit


des Qur'an
Der Qur'an wurde, wie darin erklärt,
den Arabern in arabischer Sprache geoffen-
bart:
Hätten Wir ihn zu einem fremdsprachigen
Qur'an gemacht, hätten sie gewiss gesagt:
"Warum sind seine Zeichen nicht deutlich
erklärt worden? (Ein Buch) in fremder
Sprache und ein Araber?... (Sure
Fussilat: 44)
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Um die literarische Vorzüglichkeit des Qur'an besser verste-


hen zu können, ist es nötig, über die Sprache der Araber, denen
der Qur'an geoffenbart wurde, zu lernen. Vor dem Erscheinen des
Islam waren Dichtkunst und Literatur in Arabien hoch entwickelt.
Es gab erstaunlich originelle Dichter und wortgewandte Personen,
die die arabische Sprache äußerst gut beherrschten. Die Literaten
eines Stammes wurden gleichwertig mit den größten Heldes des
Volkes betrachtet. Auf Grund der Wichtigkeit der Literatur und
Rhetorik wurden die Mu'allaqat (sieben Gedichte von sieben
Dichtern) in goldenen Buchstaben geschrieben und an den
Wänden der Ka'bah (Kaaba) aufgehängt.3 Einige davon wurden
dem Volk zu großen Anlässen, wie der Markt in Ukkaz, vorgele-
sen. Sogar beduinische Nomaden rezitierten manchmal
Dichtungen, die ebensogut, wenn nicht besser waren als die, der
Poeten in den Städten, und die Menschen waren bewegt von ihren
Vorträgen.4
Es war deshalb in jener Zeit, als der Qur'an geoffenbart wur-
de, dass Wortgewandtheit und Stil der Sprache gut entwickelt wa-
ren. Als der Prophet (s.a.w.s) den Qur'an den Ungläubigen von
Makkah rezitierte, waren sogar diese Literaten davon beein-
druckt. Manche Menschen traten lediglich nach Anhören der
schönen Verse zum Islam über – Umar ibn al-Khattab, einer der
erbittertsten Gegner des Islam, konvertierte, nachdem er die er-
sten Verse der Sure Ta-Ha las.
Manche Menschen nahmen den Islam, nachdem sie den
Qur'an hörten, noch nicht an, jedoch konnten sie auch keine
Antwort darauf finden. Die Ungläubigen verspotteten den
Propheten (s.a.w.s) und bezichtigten ihn, dass er den Qur'an selbst
schrieb:
Und die Ungläubigen behaupten: "Dies ist nichts als Betrug, den
er sich mit Hilfe anderer Leute ausgedacht hat." Doch sie äußern
da nur Ungerechtigkeit und Falschheit. (Sure al-Furqan: 4)

42
Harun Yahya (Adnan Oktar)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Und sie behaupten: "Fabeleien früherer Geschlechter hat er sich


aufschreiben lassen; sie werden ihm am Morgen und am Abend
vorgelesen."(Sure al-Furqan: 5)
Gott gab die weiseste Antwort auf die, bis ins einzelne ver-
zierte Rhetorik der Araber und an ihre berühmtesten Dichter und
besten Redner und forderte sie heraus, ähnliche Werke zu voll-
bringen.
Und falls ihr über das, was Wir auf Unseren Diener hernieder-
sandten, in Zweifel seid, so bringt eine gleiche Sure hervor und
ruft andere Zeugen als Gott an, so ihr wahrhaftig seid. (Sure al-
Baqara: 23)
Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So
bringt (wenigstens) eine einzige ebenbürtige Sure hervor, und
ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig

44
Harun Yahya (Adnan Oktar)

seid." (Sure Yunus: 38)


Aber Gott weiß, dass
niemand in der Lage ist, noch
jemals sein wird, dies zu
vollbringen:
Sprich: "Wahrlich,
selbst wenn sich Menschen und
Dschinn zusammentäten, um einen
Qur'an wie diesen hervorzubringen, bräch-
ten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die
einen den anderen beistünden."(Sure al-Isra': 88)
Oder sie behaupten: "Er hat ihn zusammengedichtet!"
Sprich: "So bringt zehn gleichwertige Suren herbei, (von euch)
erdichtet, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott sofern ihr
wahrhaft seid. Und wenn sie euch nicht erhören, dann wisst, dass
er aus Gottes Weisheit hinabgesandt wurde, und dass es keinen
Gott außer Ihm gibt. Wollt ihr euch nicht (Gott) ergeben?" (Sure
Hud: 13-14)
Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So
bringt (wenigstens) eine einzige ebenbürtige Sure hervor, und
ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig
seid." Aber was ihr Wissen nicht umfasste und was ihnen noch
nicht erläutert worden war, nannten sie Lüge. So leugneten auch
jene, die vor ihnen lebten. Und schau, wie das Ende der
Ungerechten war! (Sure Yunus: 38-39)
Der große Islamische Denker Bediuzzaman Said Nursi be-
schreibt die Auswirkung der Offenbarung des Qur'an auf die
Araber:
Als der Qur'an geoffenbart wurde, forderte er Experten in vier Bereichen
heraus Zuerst verneigten sich die Wortgewandten vor ihm. Sie alle hörten
mit Verwunderung zu. Zweitens verblüffte er die Dichter und Redner, so
dass sie enstaunt in ihre Finger bissen. Ihre schönsten, in Gold geschrie-
benen Dichtungen erhielten einen Schlag und die berühmten Sieben

45
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gedichte, die an den Wänden der Ka'bah (Kaaba) als Gegenstand des
Hochmutes aufgehängt waren, wurden heruntergerissen. Drittens brachte
er die Wahrsager und Zauberer zum Schweigen. Er ließ sie ihre
Entdeckungen von verstecktem Wissen vergessen, was zur Vertreibung
des Jinn aus den Himmeln führte und brachte das Weissagen zu einem de-
finitiven Ende. Viertens befreite er alle jenen von Mythos und Phantasien,
welche die Ereignisse von längst vergangenen Zeiten und die Fakten der
Kosmologie kannten, indem er sie die wahren Geschichten der vergange-
nen Ereignisse und das erleuchtende Wissen über die Schöpfung lehrte.
Aus diesen Gründen verneigten sich diese vier Gruppen vor dem Qur'an
mit Erstaunen und Hochachtung und wurden seine Schüler. Keiner von
ihnen wagte es jemals wieder, einen einzigen Vers in Zweifel zu ziehen.5
Der Qur'an ist in solcher Weise geschrieben, dass kein
menschliches Wesen etwas ähnliches wiedergeben könnte. Die
arabische Sprache selbst ist sehr rein; sie ist nicht so, wie die
Araber heute sprechen. Der Qur'an verkündet seine Botschaft klar
und prägnant und doch eloquent. Um die Botschaft des Qur'an zu
verdeutlichen wurden zahlreiche Gleichnisse und Ausdrücke ver-
wendet.
So haben Wir den Menschen in diesem Qur'an allerlei
Gleichnisse aufgestellt. Doch der Mensch bestreitet die meisten
Dinge. (Sure al-Kahf: 54)
Es ist ein Buch von großer Tiefe und vielschichtiger
Bedeutung. Selbst ein oberflächliches Lesen des Qur'an wird er-
kennen lassen, dass nur eine begrenzte Anzahl von Worten (eini-
ge zweitausend) in dem ganzen Qur'an verwendet wurde, um ei-
ne gewaltige Auswahl an Befehlen, Gedanken und Tatsachen zu
überliefern. Gerade diese Wiederholungen machen das Buch allen
Lesern leicht verständlich und merkbar:
Wir machten den Qur'an gewiss leicht zum Erinnern ... (Sure al-
Qamar: 17)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Und doch, trotz offensichtlicher


Wiederholung von Schlüsselthemen, kann man
den Qur'an nicht als repetitiv bezeichen. Selbst
wenn jemand ihn oft in seinem Leben liest, wird
er niemals unterlassen, seine Eleganz zu würdi-
gen und nie durch sein Lesen ermüden.
Gott hat die schönste Botschaft hinabgesandt:
ein Buch, in Einklang mit sich selbst, voll
Wiederholung... (Sure az-Zumar: 23)

Der Inhalt des Qur'an


Der Qur'an ist in seinem Gehalt einzig, da er
eine Göttliche Offenbarung ist. Er beinhaltet die
Rechtleitung Gottes für die gesamte Menschheit;
er hilft den Menschen, ihr eigenes ich zu erken-
nen; er gibt Auskunft über die Vergangenheit und
die Zukunft, über Dinge, die kein menschliches
Wesen noch Geist wissen konnten und alle seine
Enthüllungen sind wahr. Außerdem spielte der
Qur'an bereits von 1400 Jahren auf wissenschaft-
liche Themen an, die erst kürzlich mit Hilfe der
Technologie des zwanzigsten und einundzwan-
zigsten Jahrhunderts ans Licht kamen.
Mit der ehrfurchtsgebietenden Weisheit, die
er beinhaltet, der Wahrheit,
die die Vergangenheit und
Zukunft offenlegt, den
Offenbarungen, die die
Unwissenheit vertreiben
und die Geheimnisse der
menschlichen Gesinnung

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

enthüllen, hat der Qur'an nichts gleichartiges. Sein wundervoller


Charakter ist für alle Menschen in der Vergangenheit und der
Zukunft maßgebend. Seine Gebote und Verbote sind bis zum Tag
des Urteils gültig. Er war, ist und wird für alle Zeiten und für alle
Menschen, vom Tage seiner Offenbarung bis zum Letzten Tag
maßgeblich sein.
... Und dies ist nur eine Mahnung für die Menschen. (Sure al-
Muddaththir: 31)
Doch dies ist nichts anderes als eine Ermahnung für alle Welt.
(Sure al-Qalam: 52)
Gott hat im Qur'an in vielen Versen Seine Eigenschaften,
Seine Macht und Seinen Gefallen an Seiner Schöpfung dargestellt.
Er offenbart, dass Er das Universum schuf; dass Er frei von welt-
lichen Bedürfnissen ist; dass Er frei von Fehlern ist; dass Er all-
wissend und alles-sehend ist. Das ist für uns wichtig, damit wir
ein besseres Verständnis des Einen, den wir anbeten, erlangen, so
dass wir für Seine Wohltätigkeiten dankbar sein können und uns
weiter bemühen, Ihm zu gefallen. Außerdem spricht Gott direkt
zu uns, persönlich und kollektiv, zu Moslems und nicht-Moslems,
und gib uns Zuversicht und Rückhalt, gute Nachrichten und eine
Warnung. Er sagt uns, dass Er unser Freund und Helfer ist und
dass die Menschen Ihn in Zeiten der Not anrufen sollen.
Da Gott der Schöpfer aller Dinge ist, weiß Er, was für Seine
Schöpfung am besten ist, sowohl für die Menschen als auch für sie
als ein Ganzes. Deshalb hat Er im Qur'an die Grenzen Seines
Gesetzes (Shariah), innerhalb welchen wir handeln sollen, umris-
sen. Gott hat im Qur'an ausdrücklich erklärt, was richtig und
falsch ist; was rechtmäßig und was verboten ist:
Er ist es, der auf dich das Buch herabsandte. In ihm sind eindeu-
tig klare Verse - sie sind die Mutter des Buchs ... (Sure Al 'Imran:
7)
Die im Qur'an enthaltene Rechtleitung ist voll mit

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Weisheit und kann ohne Schwierigkeiten erfaßt werden. Die in


seinen Versen auferlegten Gebote und Verbote sind klar und leicht
verständlich. Ein Mensch mit ernsten Vorsätzen, den Gott auf dem
Rechten Weg geleitet hat, kann sie ohne Schwierigkeiten verste-
hen und sie vollständig in seinem Handeln befolgen.
Der Qur'an ist aber viel mehr als ein Buch mit Vorschriften.
Gott offenbarte im Qur'an, wie man körperlich und geistig gesund
sein kann, und was in Zeiten von Schwierigkeiten und unerwar-
teter Mißgeschicke zu tun ist. Er beschrieb auch unterschiedliche
menschliche Charaktere. Gott enthüllte auch Verse, die uns
Kenntnisse bei der Lösung von Problemen, sei es persönliche oder
gemeinschaftliche, bescherten. In anderen Worten beinhaltet der
Qur'an alle grundlegenden Kenntnisse, die jederzeit im Leben ei-
ner Person oder einer Gemeinschaft benötigt werden, gleichgültig,
wie unbedeutend sie auch sein mögen.
Aber es sind nur jene, die Gott fürchten und seine Gebote
und Verbote befolgen, und die sich Ihm in ihrem Herzen unter-
werfen, und die der kommenden Welt, der jetzigen den Vorzug
geben, sind in der Lage, die Ratschläge des Qur'an für sich geltend
zu machen. Gott sagt im Qur'an:
Wollen sie denn nicht über den Qur'an nachdenken - oder sind
ihre Herzen verriegelt? (Sure Muhammad: 24)
Der Qur'an berichtet uns über vergangene Nationen und
Menschen, die Gott leugnen oder Ihm nicht gehorchten, um uns
zu helfen, Gottes Gebote in unserem täglichen Leben zu befolgen.
Wir erfahren von ihrem Ende und wie sie bestraft wurden, damit
auch wir aus der Geschichte eine Lehre ziehen können. Das ist ei-
ne Gnade, an der uns Gott teilhaben läßt.
Dies ist ein Teil der Berichte über Städte, die Wir dir erzählen; ei-
nige von ihnen stehen noch, und andere sind wie niedergemäht.
(Sure Hud: 100)

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Diese Geschichten von vergangenen Nationen ist ebenfalls


eine Art, den Ungläubigen zu beweisen, dass der Qur'an das Wort
Gottes ist. Der Prophet konnte einen Großteil der geschichtlichen
Details nicht wissen, da er von keinem Gelehrten unterrichtet
wurde. Er konnte nicht lesen noch schreiben und er ist auch nicht
viel gereist. Das beweist, dass er den Qur'an nicht geschrieben ha-
ben kann. Viele Beschreibungen der vergangenen Nationen wur-
den vor kurzem durch Historiker und Archäologen bestätigt.6
Wahrlich, in den Geschichten über sie finden sich Lehren für die
Verständigen. Er ist keine erfundene Geschichte, sondern eine
Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung al-
ler Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für ein gläu-
biges Volk. (Sure Yusuf: 111)
Im Qur'an wurden Gebote und Verbote für uns erläutert, da-
mit wir das Beste in der kommenden Welt erreichen. Um uns zu
motivieren, mehr Gutes zu tun, beschreibt Gott im Detail, was wir
im Jenseits zu erwarten haben. Es hängt von unserer Reinheit taw-
hid ab und den Taten, die wir in diesem Leben erbracht haben. Der
Garten wurde bis ins Detail beschrieben, damit wir uns bemühen,
ihn zu erstreben, so Gott will. Gleicherweise wurde ein ebenso
graphisches Bild des Höllenfeuers gezeichnet, damit wir
uns vom Unglauben, von der offenen oder versteckten
Anmaßung, Partner Gottes zu sein und von schlechten
Taten distanzieren, da wir das Mißfallen Gottes erre-
gen.
Es ist gewiss eine Ermahnung für dich und für dein
Volk, und ihr werdet darüber zur
Rede gestellt werden. (Sure az-
Zukhruf: 44)
Gott sagt
uns, dass Er uns

53
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch (furqan) zu urteilen, ge-


geben hat und mit diesem Leistungsvermögen lädt Er uns ein,
über seine Schöpfung nachzudenken.
Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und
der Erde und die Verschiedenartigkeit euerer Sprachen und eue-
rer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die
Wissenden. (Sure ar-Rum: 22)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

In mehreren Versen des Qur'an gibt es Hinweise auf wis-


senschaftliche Gebiete, die erst vor kurzem von Forschern mit
Hilfe von fortgeschrittlicher Technologie oder schwerverständ-
licher Mathematik weiterentwickelt wurden. Zur Zeit der
Offenbarung des Qur'an war es unmöglich, diese Gebiete wissen-
schaftlich zu erforschen. Dies ist einmal mehr ein ernstzunehmen-
der Hinweis für jene, die den Qur'an als Wort Gottes an die
Menschheit leugnen.
Als der Qur'an im siebenten Jahrhundert geoffenbart wurde,
hatten die Araber unzählige Mythen über die Welt. Sie hatten
nicht die Technologie um das Universum zu erforschen noch die
Welt der Natur. Sie glaubten in Mythen und Legenden, die von
Generation zu Generation überliefert wurden. Sie glaubten z.B.
dass der Himmel durch Berge hochgehalten wird; dass die Erde
flach wäre und dass hohe Berge an den beiden Enden der Welt als
Säulen dienten um das Himmelszelt abzustützen. Solcherlei
Mythen wurden durch die Offenbarung des Qur'an ad absurdum
geführt.
Gott ist es, der die Himmel ohne sichtbare Säulen aufgerichtet
hat... (Sure ar-Ra'd: 2)
Über dies und viele andere Angelegenheiten vermittelt der
Qur'an wichtige Kenntnisse, die den meisten Menschen dieser
Zeit unbekannt waren. Als der Qur'an heruntergesandt wurde,
wußten die Menschen sehr wenig über Astronomie, Physik und
Biologie. Er beinhaltete bedeutendes Wissen über viele Dinge, wie
die Schöpfung des Universums und der Menschen, die
Bestandteile der Atmosphäre und das Gleichgewicht in der Natur.
Es gibt wahrhaftig Tatbestände im Qur'an, welche wir noch nicht
verstehen oder schätzen, weil wir noch nicht die Fähigkeit haben,
sie zu erfassen.

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Sehr detailliertes Wissen über diese Welt und die zukünfti-


ge wird im Qur'an vernünftig erklärt. Dies ist die Einzigartikeit
des Qur'an. Obwohl der Qur'an viel Material für jene mit erfor-
derlichem Verstand, Kenntnis und Gelehrsamkeit hat, benötigt
der durchschnittliche Mensch keinen hohen Intellekt, umfassende
Kultur oder Geschicklichkeit, um den Qur'an zu verstehen; man
braucht nur Aufrichtigkeit. Der Qur'an wurde der gesamten
Menschheit gesandt, aber er ist nur der Rechte Weg für jene, die
Gott fürchten und die an den Letzten Tag glauben:
Dies sind die Verse des weisen Buches, Rechtleitung und
Barmherzigkeit für die Rechtschaffenen. (Sure Luqman: 2-3)
O ihr Menschen! Nun ist eine Mahnung eueres Herrn zu euch ge-
kommen und eine Arznei für das, was euere Herzen bewegt, und
eine Leitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen. (Sure Yunus:
57)
Bediuzzaman Said Nursi sagte, dass der Qur'an ein Führer
zur Wahrheit für ergebene Sklaven Gottes ist:
Der Allwissende Qur'an ist der Führer zum Wissen und Bewußtsein, der
Führer der Geister und Männer (sowie Frauen), der Lehrer jener, die nach
Vollendung streben und der Ausbilder derjenigen, die die Wirklichkeit su-
chen.7
Der Qur'an sagt, dass die Worte Gottes genau und vollstän-
dig sind und dass eine Person nur dann die Wahrheit erreicht,
wenn sie den Qur'an und die Sunnah des Propheten (s.a.w.s) als
Richtlinie nimmt.
... Nichts haben Wir in dem Buch übergangen... (Sure al-An'am:
38)
... Und diejenigen, denen Wir das Buch gaben, wissen, dass es in
Wahrheit von deinem Herrn hinabgesandt wurde. So sei keiner
der Zweifler. Und das Wort deines Herrn hat sich in
Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit erfüllt. Niemand vermag Sein

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

Versprechen zu ändern; und Er ist der Hörende, der Wissende.


(Sure al-An'am: 114-115)

Der Schutz des Qur'an


Einer der wichtigsten Eigenschaften des Qur'an ist, dass er,
ohne Änderung seit der Zeit, als er dem Prophet Muhammad
(s.a.w.s) geoffenbart wurde, zu uns heruntergekommen ist:
Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen
fürwahr ihr Bewahrer sein. (Sure al-Hidschr: 9)
... Dessen Wort niemand verändert... (Sure al-Kahf: 27)
Es ist im Qur'an selbst erklärt, dass der Qur'an nicht die erste
Offenbarung Gottes an die Menschheit ist:
Er hat auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, bestätigend,
was ihm vorausging. Und Er sandte hinab die Thora und das
Evangelium-(Schon) zuvor - als eine Rechtleitung für die
Menschen... (Sure Al 'Imran: 3-4)
Das Wunder des Qur'an ist, dass er die letzte Offenbarung
Gottes ist und er wird heute so rezitiert wie vor 1400 Jahren rezi-
tiert. Er wird für allezeit unverändert bleiben. Der originale
Zustand der zuvor geoffenbarten Schriften wurde geändert. Über
Jahre wurden Zusätze und Änderungen gemacht und einzelne
Teile wurden völlig geändert.
Wenn aber eine Offenbarung dem Propheten (s.a.w.s) ge-
macht wurde, befähigte ihn Gott auf wundervolle Weise, sie sich
zu merken. Sofort danach ließ der Prophet (s.a.w.s) den Qur'an
von ausgewählten Männern unter den Gefährten, den "Schreibern
der Offenbarung", aufzeichnen. Aus diesem Grund wurde der
Qur'an in schriftlicher Form bewahrt. Während des Kalifates von
Abu Bakr wurde der Qur'an in einem Band gesammelt. Während
des Kalifates von Osman wurden zahlreiche Kopien angefertigt
und in die großen Städte des Islam versendet.

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Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Auf Grund dieses Göttlichen Schutzes ist der Qur'an ein


solch gewaltiges Buch, mit der Erlaubnis und dem Willen Gottes:
... Es ist wahrlich ein erhabenes Buch! Von keiner Seite kann
Falschheit an es herankommen. Es ist eine Offenbarung von ei-
nem Weisen, Rühmenswerten. (Sure Fussilat: 41-42)
Hätten wir diesen Qur'an auf einen Berg herabgesandt, dann hät-
test du ihn sich demütigen und aus Ehrfurcht vor Gott sich spal-
ten sehen. Solche Gleichnisse stellen Wir für die Menschen auf,
damit sie nachdenklich werden. (Sure al-Hashr: 21)
Wenn man den Qur'an rezitiert, können in dieser und der
kommenen Welt vielfältige Wohltaten erworben werden und
mehr davon, wenn man ihn versteht.
... Von Gott ist zu euch nunmehr ein Licht und ein deutliches
Buch gekommen, Womit Gott zu Wegen des Heils leitet, wer Sein
Wohlgefallen anstrebt, und sie mit Seiner Erlaubnis aus den
Finsternissen zum Licht und auf einen rechten Pfad führt. (Sure
al-Ma'ida: 15-16)
Dies dient der Einsicht der Menschen und ist eine Rechtleitung
und Barmherzigkeit für Leute, die ihres Glaubens gewiss sind.
(Sure al-Dschathiya: 20)
Unter der Autorität von 'Abdullah ibn Mas'ud wurde erzählt, dass der
Prophet (s.a.w.s) sagte: Der Qur'an ist ein Fürbitter. Er wurde geschaffen
um Fürsprache einzulegen und es ist rechtmäßig, daran zu glauben. Wer
immer ihn vor sich legt, den wird er ins Paradies geleiten; wer ihn aber
hinter sich legt, den wird er ins Höllenfeuer lenken.' (At-Tarabani)
Die Rezitation des Qur'an bringt dem Herzen Ruhe und
Friede der Seele. Er ist eine Führung und Gnade von Gott für alle
Gläubigen.
... sollten die Herzen im Gedanken an Gott denn nicht in Frieden
sein? (Sure Ra'd: 28)
Und wenn der Quran verlesen wird, so hört zu und schweigt, da-
mit ihr Barmherzigkeit findet... (Sure al-A'raf: 204)

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Harun Yahya (Adnan Oktar)

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er Prophet Muhammad (s.a.w.s) war ein ge-
segneter und in den Augen Gottes hoch ver-
ehrter Mensch. Gott schuf ihn gehorsam zu sein und
machte ihn in der Welt groß; sein Charakter machte ihn zu dem
Vertrauenswürdigsten aller Menschen und er war für die anderen
ein Beispiel durch seine Ehrlichkeit. Er war ein edler Gesandter
Gottes, dessen taqwa, Charakter und Gemüt beispielhaft waren.
Mit seiner Barmherzigkeit, Höflichkeit, feinsinnigem
Verständnis, Vertrauen in Gott und geduldiger
Entschlossenheit ist er ein geistiger Führer für die ge-
samte Menschheit und ein Beispiel für uns alle.
Ibrahim ibn Muhammad, ein Enkel von Ali
sagte dieses über den Propheten (s.a.w.s):
Immer wenn Ali die edlen Eigenschaften des
Gesandten Gottes beschrieb, sagte er: "Er war der
Edelmütigste und der Ehrlichste. Er war der
Gutherzigste. Jeder der ihn plötzlich sah wäre einge-
schüchtert. Jeder, der mit ihm in engeren Kontakt
kam und von seinem außerordentlichen
Charakter wußte, liebte ihn." Einer der ihn
beschrieb sagte: "Ich habe nie jemanden
wie ihn gesehen, weder vor ihm noch
nach ihm." (At-
Tirmidhi)
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

In der Gemeinde, wo er lebte war der Prophet (s.a.w.s) als


al-Amin (der Vertrauenswürdige) gut bekannt; alle stimmten
überein, dass er ehrlich und verläßlich war. Das Gesicht des
Propheten (s.a.w.s) strahlte ein erhabenes Licht aus, welches je-
den, der es sah, von seiner Ehrhaftigkeit überzeugte. Jedermann,
der auf seine Stimme des Gewissens hörte, während er mit ihm
sprach oder sich in ein Gespräch mit ihm einschaltete, verstand,
dass er etwas Besonderes war; Sie sahen zahlreiche Beweise, dass
er ein Prophet war. Er war intelligent und einsichtig und auf
Grund seines vorzüglichen Charakters wandten sich sogar
Ungläubige an ihn, um Mißverständnisse, die sich unter ihnen er-
gaben, zu lösen.
Ibn Sa'd erzählte die folgende Beschreibung, die er von Ibn
'Asakir über die Tugend und Güte des Propheten (s.a.w.s), die die
Gefährten immerfort bezeugen konnten, erhielt.
Gottes Prophet wuchs als der Beste unter den Menschen hinsichtlich
Erhlichkeit, edlen Charakter, größter Vollendung in gesellschaftlicher
Beziehung, Großzügigkeit im nachbarschaftlichen Zusammenleben,
Fortschrittlichkeit in Liebenswürdigkeit und Wahrhaftigkeit. Er legte auf
Höflichkeit und gute Manieren größten Wert. Er kam mit allen gut zu-
recht. Deswegen wurde er al-Amin – der Wahrhaftigste und
Vertrauenswürdigste – genannt.8
Ibn Sa'd erzählte die folgende Begebenheit von Ibn Hisham:
In der Zeit der Unwissenheit vor dem Islam wandte sich jeder an Gottes
Propheten, um Streitigkeiten zu schlichten.9
Ya'qub ibn Sufyan und al-Bayhaqi erhielten von Ibn Shihab
die folgende Erzählung:
Als die Quraysh die Ka'ba neu errichteten, begannen sie über die
Verlegung des Schwarzen Steins zu streiten. Jeder Stamm wollte daran be-
teiligt sein. Dann sagten sie: "Laß uns denjenigen, der über diese Straße
kommt einsetzen, zwischen uns zu schlichten." Der Erste, der sich näher-
te war der Prophet Muhammad, der noch ein junger Mann war. (Er

62
Harun Yahya (Adnan Oktar)

war nach einer glaubwürdigen Quelle fünfundreißig Jahre alt.) Sie be-
nannten ihn als Schlichter. Er sagte, "Bringt ein Bodentuch."Das Tuch
wurde gebracht. Er sagte: "Legt nun gemeinsam den Stein auf das Tuch,"
Als sich der Stein auf dem Tuch befand sagte er, "Der Älteste jedes
Stammes möge kommen und das Ende des Tuches halten." Sie trugen den
Stein auf diese Weise zu seinem Platz. Er ging dann hinauf und stetzte den
Stein, den er von ihnen genommen hat, anseinen Platz. Als er älter wurde
gewann er die Liebe und den Respekt von allen. Der Ruhm seiner
Ehrlichkeit ließ ihm den Namen al-Amin (der Vertrauenswürdigste) ge-
winnen. Das war noch bevor er die Offenbarungen erhielt.10
Die Haltung der Ungläubigen änderte sich jedoch, nachdem
der Qur'an dem Propheten (s.a.w.s) geoffenbart wurde. Sie ver-
suchten ihr Äußerstes um die Verbreitung des Islam zu verhin-
dern und obwohl sie sahen, dass der Prophet (s.a.w.s) sowohl in
seinem privaten Leben als auch charakterlich gut war, verschwo-
ren sie sich, um ihm Leid zuzufügen. Gott erzählt uns darüber im
Qur'an:
Sie wunderten sich, dass ein Warner aus ihrer eigenen Mitte zu ihnen
kam, und so sagten die Ungläubigen: "Dies ist ein Zauberer, ein
Lügner!" (Sure Sad: 4)
Dennoch wurden diejenigen, die einen guten, gesegneten
und von Gott auserwählten Mann verleumdeten Zeugen seiner
Verdienste. Sie sahen mit ihren eigenen Augen Muhammad's
(s.a.w.s) Treue zu seinen Versprechungen, seine Loyalität,
Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Güte zu Witwen und Weisen und
Menschen in Not und seine Großzügigkeit zu, und sein Interesse
für die Mitmenschen. Die Vorzüglichkeit seines Charakter und
seines Benehmens erregte die Aufmerksamkeit der Umwelt und
er war ein vertrauter, geliebter und respektierter Freund vieler
Menschen.
Nach Islamischen Quellen gab es einen Mann mit dem
Namen Nadr ibn al-Harith, der den Propheten (s.a.w.s) ver-
leumdete. Eines Tages traf er sich mit den Führern der

63
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Quraysh und erzählte ih-


nen folgendes über den von Gott gesegneten
Gesandten:
Quraysh , ich schwöre, dass ihr heute etwas hören wer-
det, das euch zuvor nie zu Ohren gekommen ist. Von
jüngster Kindheit an war Muhammad euer meist
Geliebter, der größte Sprecher der Wahrheit und derjenige, der
den größten Respekt verdiente. Als er älter war und Gottes
Buch brachte sagtet ihr, dass er ein Zauberer sei. Ich schwöre, er
ist kein Zauberer. Wir haben viele Zauberer gesehen. Wir haben
gesehen, wie sie auf Knoten hauchten. Ihr nanntet ihm einen
Seher. Ich schwöre, er ist auch kein Seher. Wieviele Seher haben
wir gesehen und wurden Zeuge von ihren Reden? Ihr nanntet ihn
einen Dichter. Ich schwöre, er ist kein Dichter. Wieviele Gedichte
haben wir gelernt und ihre Versmaße gehört. Ihr nanntet ihn einen
Verrückten. Ich schwöre, er ist nicht verrückt. Zeigt er irgenwelche
Zeichen von Ohnmacht, Unsinn oder Anfällen? Quraysh, denkt gut und
entscheidet ...11
Der große Islamische Gelehrte Imam al-Ghazali berichtet
über den vorzüglichen Charakter des Propheten (s.a.w.s). Er er-
hielt seine Informationen von wichtigen Hadith Gelehrten wie At-
Tirmidhi, At-Tabarani, Imam al-Bukhari, Imam Muslim, Imam
Ahmad, Abu Daqud und Ibn Majah:
Der Prophet war der geduldigste aller Menschen, der heldenhafteste, der
beste Richter und jemand, der den meisten verzeiht. Er war der mildtätig-
ste aller Menschen. Er hortete nicht die Vorräte seiner Familie als es Gott
gefiel, ihm mehr als für ein Jahr zu geben. Was zuviel war, gab er übli-
cherweise als Almosen (sadaqah). Er gab oft Sadaqah demjenigen, der ihn
um nichts bat, sogar von seinen eingelagerten Vorräten.
Er sprach die Wahrheit, obwohl sie ihm und seinen Gefährten manch-
mals Unannehmlichkeiten bereitete.

64
Harun Yahya (Adnan Oktar)

65
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Er nahm Einladungen zu Hochzeiten an, besuchte die Kranken und die


Gestorbenen und begleitete Begräbnisse. Er war der Bescheidenste, ohne
Stolz und seine Zunge war äußerst redegewandt ohne langatmig zu wer-
den. Er war von schönem Körperbau.
Er ging sogar zu weit entfernten Orten, um die Kranken zu besuchen, ...
er saß mit den Armen und Mittellosen, aß mit ihnen, er ehrte die Adeligen,
empfahl ihnen, gute Dinge zu verrichten und freundlich zu den
Vewandten zu sein. Er behandelte niemand barsch und nahm
Entschuldigungen an.
Er pflegte zu scherzen aber sprach die Wahrheit.
Er hielt harmlosen Sport und Spiel für gesetzmäßig, spielte mit seinen
Frauen und machte Rennen mit ihnen. Er setzte die Armen nicht für ihre
Armut herunter und er zeigte keinen Respekt vor dem Eigentum der
Reichen. Er rief oft Leute zu Gott.12
Gott war wegen seines edlen Charakter, wegen seiner außer-
gewöhnlichen Entschlossenheit angesichts von Mißgeschick und
wegen seiner großzügigen Natur über den Propheten (s.a.w.s) er-
freut und beschrieb seine Tugenden im Qur'an:
Und du erhältst wahrlich unendlichen Lohn. Und du bist fürwahr
von edler Natur. (Sure al-Qalam: 3-4)
Dies ist wahrlich das Wort eines ehrenwerten
Gesandten. (Sure al-Haqqa: 40)
Die Kombination von Gottes
Hilfe, Seiner Göttlichen Offenbarung
mit der Charakterstärke des
Propheten war es, dass innerhalb
eines kurzen Zeitabschnitts von
dreiundzwanzig Jahren
eine ganze

66
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Gesellschaft aus der Dunkelheit heraus in das Licht


geführt wurde. Menschen, die ihre Frauen mißhan-
delten und weibliche Babys lebendig begruben, die
arme Leute und Sklaven quälten, wurden barmherzig
und gerecht im Lichte des Islam. Menschen, die
Götzenbilder aus Stein anbeten und an zahllosen Mythen
und Aberglauben festhielten, glaubten jetzt an den einen Gott.
Um diese grundlegende und andauernde Änderung zu
Stande zubringen erduldete der Prophet (s.a.w.s) viele Leiden.
Ungläubige boten ihm große materielle Belohnungen an, wenn er
aufhörte, das Wort Gottes zu predigen, aber der Prophet (s.a.w.s)
wies all diese Angebote zurück. Er war ein Mensch mit Prinzipien
der nur die Anerkennung duch Gott und das Beste für den Islam
und die Muslime wünschte. Er hoffte auf Gottes Hilfe selbst in den
schwierigsten Situationen und er glaubte, dass Er ihn und die
Gläubigen triumphieren lassen wird. Gott belohnte ihn und die
Gläubigen, indem Er ihnen half und Schutz gewährte vor jenen,
die keinen Glauben hatte.

Das Wunder des ungelehrten Propheten


(s.a.w.s) (Ummi)
Als der Prophet (s.a.w.s) den Qur'an erhielt, konnte er weder
lesen noch schreiben; in anderen Worten, er war ungelehrt. Das
war eines der wichtigsten Hinweise, dass er ein Prophet war.
Obwohl sie wußten, dass der Prophet (s.a.w.s) ungelehrt war,
akzeptierten die Ungläubigen nicht, dass der Qur'an ihm geoffen-
bart wurde und beschuldigten ihn, ihn selbst zu schreiben. Jedoch
kannten die Ungläubigen den Propheten schon vor seinem
Prophetentum und waren sich sehr wohl bewusst, dass er nicht
die Kenntnisse dafür hatte. Gott sagt im Qur'an:

67
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Und so ließen Wir dir auf Unser Geheiß von Unserem Geist of-
fenbaren. Du wusstest zuvor nicht, was die Schrift und was der
Glaube war. Jedoch machten Wir es zu einem Licht, mit dem Wir
leiten, wen von Unseren Dienern Wir wollen. Du leitest fürwahr
auf den geraden Weg. (Sure ash-Shura: 52)
... Und Gott hat die Schrift und die Weisheit hinabgesandt und
hat dich gelehrt, was du nicht wusstest. Und Gottes Gnade gegen
dich war groß. (Sure an-Nisa': 113)
Der Prophet (s.a.w.s) überbrachte den Qur'an der Menschheit
als eine "Offenbarung von Gott"; er behauptete niemals ein
Schriftsteller oder ein Dichter zu sein und erinnerte die Menschen,
dass sie ihn jahrelang kannten, bevor er Prophet wurde.
Sprich: "Hätte Gott dies gewollt, hätte ich ihn euch nicht vorge-
tragen und euch nicht damit belehrt. Ich hatte doch schon ein
Leben lang unter euch gelebt. Begreift ihr denn nicht?" (Sure
Yunus: 16)
Ungeachtet der Tatsache, dass er ungelehrt war, überbrachte
der Prophet (s.a.w.s) seine Nachricht sehr effektiv. Gott gab ihm
mittels Offenbarung was die Tora und Bibel beinhalten. Als Gott
den Qur'an offenbarte, gab Er ihm die Kenntnis anderer geoffen-
barter Bücher und Gesellschaften, die vorausgegangen sind. Dies
wäre ohne Gottes Offenbarung an den Propheten (s.a.w.s) un-
möglich gewesen. Al-Ghazali erläutert die Eigenschaften des
Propheten (s.a.w.s):
Der Charakter und das Benehmen des Propheten, seine Handlungen,
Geschäftsführung, Behandlung der verschiedenen Klassen der Menschen,
seine Art, ihnen den geraden Weg zu zeigen, seine wunderbaren
Antworten auf verschiedene schwierige und heikle Fragen, seine uner-
müdlichen Bemühungen für das Wohl der Menschen, seine gute Führung
im Hinblick auf die offenen Gesetze der Shari'ah; alle diese Tatsachen füh-
ren zu der Schlussfolgerung, dass diese ohne Hilfe von einer unsichtbaren
Hand jenseits der Kraft eines Mannes liegen. Es ist für einen Heuchler
oder Lügner unmöglich. Die Menschen bezeugten, nachdem sie sei-

68
Harun Yahya (Adnan Oktar)

nen Körperbau und seine Fähigkeiten sahen, dass er ein großer und wahr-
haftiger, von Gott gesendeter Mann ist.
Gott gab ihm diese Fähigkeiten, obwohl er ungelehrt war und keine
Ausbildung hatte und immer unter des Lesens unkundigen Arabern lebte.
Obwohl er ungelehrt war, ein Waise und schwach, wie konnte er sich solch
einen guten Charakter und Benehmen und Kenntnisse über Gott aneignen
ohne natürliche bzw. übernatürliche Erziehung? Seine wahren und richti-
gen Kenntnisse über die früheren Propheten, der Friede sei mit ihnen, zei-
gen, dass er ein wahrer Gesandten Gottes ist, weil er diese Wahrheiten
durch die Offenbarung erfuhr. Wie konnte er wissen, was jenseits der
Meschheit war, wenn er keine Offenbarung erhielt?13
Alle die ihn kannten, einschließlich Ungläubige, waren sich
bewusst, dass der Prophet (s.a.w.s) nie mit Gelehrten zusammen-
saß, um eine Bildung zu erwerben; die Weisheit in seinen
Aussagen konnte nur ein von Gott seinem Gesandten geschenktes
Wunder sein. Gott sagt im Qur'an:
Du hast vor ihm kein Buch vorgetragen, noch schriebst du eines
mit deiner Hand. Sonst hätten diejenigen, die es für falsch erklä-
ren, deswegen Zweifel geäußert. (Sure al-'Ankabut: 48)
Die Encyclopaedia of Seerah beschreibt, wie die großen
Kenntnisse, die Gott Muhammad (s.a.w.s) gegeben hat, Beweise
sind, dass er Sein Gesandten ist.
Der Prophet Muhammad war ungelehrt, er konnte nicht lesen noch schrei-
ben. Weder die Mitglieder der Familie, in der er aufwuchs, noch diejenigen
die ihm nahe standen, noch die Menschen von Makkah sahen ihn jemals
ein Buch angreifen oder eine Feder zu halten. Aus diesem Grund ist der
Qur'an das Meer an Kenntnissen, das ihm geoffenbart wurde, ein einziges
Wunder. Der Text beinhaltet Schätze von Informationen, wie z.B. das
Hauptthema aller alten Göttlichen Schriften, Erzählungen von ehemaligen
Propheten, Religionen und deren Glauben, alte Geschichte, Zivilisationen,
Kulturen und Wirtschaftsräume, Politik und Moralwerte. ... Die Tatsache,
dass er, obwohl ungelehrt, vor den Ungläubigen mit einem Buch erschie-
nen ist, ist auf alle Fälle der größte Beweis seines Prophetentums.14

69
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

70
Harun Yahya (Adnan Oktar)

71
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

72
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Jüdische Gelehrte anerkennen den


Propheten (s.a.w.s)
Juden und Christen, im Qur'an als die "Menschen des
Buches" beschrieben, haben gewisse Verfälschungen in ihrem
Glauben und Praktiken, dennoch folgen sie einer Religion, die ur-
sprünglich von Gott herniedergesandt wurde.
Und glaubt an das, was Ich zur Bestätigung euerer Schrift herab-
sandte, und seid nicht die ersten, die es leugnen, und verkauft
nicht meine Botschaft für einen winzigen Preis. Mich allein sollt
ihr fürchten. (Sure al-Baqara: 41)
Die Ankunft eines ungelehrten Propheten (s.a.w.s) wurde in
der Tora und Bibel angekündigt. Deswegen wussten die
Gelehrten dieses Buches über den Propheten Muhammad (s.a.w.s)
und auch über die Offenbarung des Qur'an, als das endgültige
Wort Gottes:
Und wahrlich, er ist in den vorausgegangenen (Offenbarungs-
)Schriften enthalten. Dass Weise der Kinder Israels ihn anerken-
nen, wird ihnen dies denn kein Zeichen sein? (Sure ash-Shu'ara':
196-197)
Imam Sa'id Hawa, der interpretierende Gelehrte, erklärte die-
se Verse des Qur'an in seinem Werk Al-Asas fi't-Tafsir auf folgen-
de Art:
Es ist gewiss, dass der Qur'an in früheren Büchern erwähnt wurde. Mit
anderen Worten, in früheren Schriften gab es Hinweise auf den Qur'an,
bzw. Gedanken, die er enthält wurden von den Propheten anderer
Gemeinden übermittelt und existierten in ihren Büchern, so wie sie Gott
geoffenbart hat und wie man es in den Göttlichen Texten sehen kann.
... gemäßigte und ehrliche jüdische Gelehrte wissen, dass die Tawrah,
Psalmen und Injil (Tora, Psalmen und Bibel) den Inhalt des Qur'an ent-
halten und dass jedes Element in ihm die Wahrheit Gottes ist, und dass
dies das letzte Buch und der letzte Prophet ist, von dem die alten
Schriften sprechen.15

73
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Als der Prophet (s.a.w.s) kam, erkannten viele jüdische und


christliche Gelehrten, dass er der ungelehrte Prophet war, was in
ihren Schriften vorhergesagt wurde. Der Prophet (s.a.w.s) wusste
durch die Offenbarung des Qur'an von dem Inhalt der Tora und
Bibel und über die Geschichte der Bani Isra'il, wie es der folgende
Vers versinnbildlicht:
O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnade, mit der Ich euch be-
gnadete, und haltet euer Versprechen Mir gegenüber, dann will
auch Ich halten, was Ich euch verheißen habe. Mich allein sollt
ihr ehren. Und glaubt an das, was Ich zur Bestätigung euerer
Schrift herabsandte, und seid nicht die ersten, die es leugnen, und
verkauft nicht meine Botschaft für einen winzigen Preis. Mich al-
lein sollt ihr fürchten. Und kleidet nicht die Wahrheit in Lüge,
und verbergt nicht die Wahrheit wider Wissen. (Sure al-Baqara:
40-42)
Als Muhammad (s.a.w.s) ihnen diese Verse vorlas, erkannten
die Gelehrten der Israeliten in ihm den Gesandten, dessen
Ankunft sie erwartet haben. Die Menschen des Buches sahen, dass
er der Gesandten Gottes war und dass er in jeder Beziehung die
Wahrheit sprach. In seiner Lebensart und Charakter war er jener
gesegnete Gesandten, dessen Kommen in der Tora und Bibel vor-
hergesagt wurde. Der Qur'an sagt:
Jene, die dem Gesandten, dem des Lesens und Schreibens un-
kundigen Propheten, folgen werden, über den sie bei sich in der
Thora und dem Evangelium geschrieben finden: Gebieten wird er
ihnen, was Rechtens ist, und das Unrechte verbieten, und wird ih-
nen die guten (Speisen) erlauben und die schlechten verbieten.
Und er wird ihnen ihre Last und die Fesseln, die ihnen angelegt
wären, abnehmen. Und jenen, die an seine Mission glauben und
ihn unterstützen und ihm helfen und dem Licht folgen werden,
das mit ihm hinabgesandt wird, ihnen wird es wohlergehen.
(Sure al-A'raf: 157)

74
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Der Islamische Gelehrte Omer Nasuhi Bilmen erklärte diese


Verse in seinem Kommentar des Qur'an wie folgt:
Diese Verse offenbaren, dass diejenigen, die von den ausgezeichneten
Eigenschaften, den besten Taten und Vortrefflichkeiten in dieser und der
jenseitigen Welt erfüllt sind, Anhänger des Khatam al-Anbiya (Letzter
Prophet) sind: Diejenigen, die den Prophet Muhammad folgen – dem das
Heilige Buch, welches das Wissen der Vergangenheit und der Zukunft
beinhaltet, geoffenbart wurde, obwohl er weder von jemandem ablas noch
etwas schrieb – erwerben die Ehre, seiner Gesellschaft anzugehören. In der
Tawrah und Injil (Tora und Bibel) gibt es Hinweise auf seinen Namen oder
seinen Charakter. Denn es ist unzweifelhaft, dass er mit seinem Namen
und mit seinem Charakter in diesen Büchern erwähnt wurde. Würde der
Prophet Muhammad behaupten, dass man sich auf ihn bezieht und es da-
her einen Grund für seine Ablehnung gibt, wenn es nicht in den Büchern
so geschrieben stünde? Er ist solch ein großer Prophet, dass er allen, die er
zum Glauben ruft (die gesamte Menschheit), befiehlt und empfiehlt, die
Gebote Gottes zu respektieren und zu ehren, richtigen Glauben und Moral
zu erwerben und Zuneigung zu Tieren zu zeigen (und er verbietet das
Schlechte).16
Die Tatsache, dass die Ankunft des Propheten (s.a.w.s) und
seine Eigenschaften den Menschen des Buches vorhergesagt wur-
den, ist ein weiteres Wunder, wel-
ches mit ihm verbunden ist. Jene
unter den Menschen des Buches,
die mit Glauben und gesundem
Menschenverstand ihren Intellekt
verwendeten um die Dinge, die sie
sahen zu bedenken, ha-
ben diese offenkundli-
che Wahrheit bestä-
tigt.

75
s gibt eine Anzahl von Wunder, die der
Prophet (s.a.w.s) während seines Lebens voll-
bringen durfte. Wie schon vorher erwähnt, ist die
Offenbarung des Qur'an und der Qur'an selbst das größte dieser
Wunder. Der hervorragende Charakter des Propheten, seine
Taten und sogar seine Hadithe sind alles Wunder. Es gibt einige
andere Wunder, die während des Lebens des Propheten (s.a.w.s)
vollbracht, und im Qur'an und der Seerah (die Biographie des
Propheten) beschrieben wurden. Nachfolgend ist eine
Auswahl einiger dieser wunderbaren Ereignisse.

Die Nachtreise des Propheten


(s.a.w.s) und die Auffahrt
zu den Himmeln
(al-Isra' wa'l-Mi'raj)
Eines der bedeutendsten Wunder,
die im Leben des Propheten (s.a.w.s)
vollbracht wurden war die al-Isra'
wa'l Mi'raj (Die Nachtreise und
die Auffahrt zum
Himmel),
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

78
Harun Yahya (Adnan Oktar)

welche ungefähr 17 Monate vor der Hijrah stattfand. Die


Nachreise (Isra') ist in dem ersten Vers der Sure al-Isra beschrie-
ben:
Gepriesen sei Der, Der seinen Diener des Nachts von der unver-
letzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren
Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren
Zeichen zu zeigen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Schauende.
(Sure al-Isra: 1)
Gemäß dem Hadith schlief der Prophet (s.a.w.s) neben der
Ka'bah (Kaaba) als ihm Jibril (Gabriel) erschien, setzte ihn auf ein
weißes Tier, halb Maultier, halb Esel, Buraq genannt, und brachte
ihn von der Masjid al-Haram zur der Masjid al-Aqsa. Die Masjid
al-Haram ist die große Moschee in Makkah und die Masjid al-
Aqsa ist die Moschee in Jerusalem (das Wort aqsa bedeutet wei-
test); die Entfernung zwischen diesen zwei Orten beträgt ungefähr
1235 Kilometer.
Der Prophet (s.a.w.s) begab sich von der Masjid al-Aqsa auf
die zweite Etappe seiner Reise – die Auffahrt zu den Himmeln
(Mi'raj) zu den Sidrat al-Muntaha (Lote-Baum der obersten
Grenze) und, gemäß dem Hadith, jenseits von dort zur Gegenwart
Gottes, gepriesen sei Er, und seine Begegnung mit Ihm. Ibn Kathir
sagte, dass wenigstens fünfundzwanzig seiner Gefährten über-
mittelten die Erzählung von der Nachtreise des Propheten
(s.a.w.s) aber diese Anzahl könnte auch fünfundvierzig gewesen
sein. Die als die Verläßlichsten anerkannten Erzählungen sind die
von Anas ibn Malik, Abu Hurayrah, Abu Sa'id al-Khudri, Malik
ibn Sa'sa', Abu Dharr al-Ghifari, Abdullah ibn 'Abbas, Abdullah
ibn Mas'ud und Umm Hani.
Der Hadith gibt sehr detaillierte Informationen über das, was
der Prophet (s.a.w.s) während seiner Mi'raj sah. In einem anderen
Hadith der Muslime, erzählt von Anas ibn Malik, erfahren wir
von den Begebenheiten, die sich während seiner wunder-

79
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

samen Reise ereignet haben. Als der Prophet (s.a.w.s) mit Jibril
(Gabriel) zu den Himmeln auffuhr, begegnete er die Propheten
Adam (a.s), 'Isa (a.s), Yahya (a.s), Yusuf (a.s), Idris (a.s), Harun
(a.s), Musa (a.s) und Ibrahim (a.s). Er kam dann zum Sidrat al-
Muntaha und erhielt eine Offenbarung (Sure al-
Baqara: 285).Von dort brachte man den
Propheten (s.a.w.s) zu Gott und es war dort,
wo er das Gebot, dass Muslime beten (salah)
müssen, erhielt.
Der Qur'an beschreibt ebenfalls die
Auffahrt des Propheten (s.a.w.s) zum Sidrat al-
Muntaha:
Und wahrlich, er sah ihn noch ein zweites
Mal. Bei dem Lotosbaum am äußersten Ende.
Neben dem Garten der Geborgenheit, Als

80
Harun Yahya (Adnan Oktar)

den Lotosbaum verhüllte, was ihn verhüllte. Da wich der Blick


nicht aus, noch schweifte er ab. Wahrlich, er sah einige der größ-
ten Wunder seines Herrn! (Sure an-Nadschm: 13-18)
Nach seiner Rückkehr erzählte der Prophet (s.a.w.s) den
Quraysh die Begebenheiten der vorangegan-
genen Nacht. Die Ungläubigen und sogar ei-
nige schwächere Muslime zweifelten an dem
Wunder des Mi'raj und wandten sich an Abu
Bakr mit grundlosen Anschuldigungen gegen
den Propheten (s.a.w.s). Als die Ungläubigen
Abu Bakr fragten, ob er die Erzählung der
Nachtreise glaubte und ob er weiterhin an den
Propheten (s.a.w.s) glaubte, sagte er: "Wenn er
es sagte, ja, dann glaube ich ihm." Für seine
Treue in dieser Beziehung gab der Prophet
(s.a.w.s) Abu Bakr den Titel al-Sidd
(Vollkommen Treuer).

81
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Die Ungläubigen befragten den Propheten (s.a.w.s), um her-


auszufinden, ob er die Wahrheit spricht. Er war in der Lage, alle
ihre Fragen vollständig zu beantworten. Hier sind die Berichte
darüber im Hadith:
Sie sagten: "Kannst du uns die Masjid al-Aqsa beschreiben?". Einige von
ihnen waren dort und haben sie gesehen.
Der Prophet sagte: "Ich begann die Moschee zu beschreiben. Bei der
Schilderung einiger Stellen bekam ich Zweifel. Umgehend wurde die
Moschee gebracht und vor das Haus des Iqal oder Aqil gestellt. Ich schau-
te darauf und begann die Moschee zu beschreiben.
Nach der Ansprache des Propheten sagten sie: "Was die Beschreibung be-
trifft, bei Gott, sie war zutreffend!" (Imam Ahmad, Musnad)
"Ich erinnere mich, als ich auf der al-Hijr war und die Quraysh mich über
die Nachtreise befragten. Sie fragten mich Dinge über das Bayt al-Maqdis,
aber ich war nicht sicher ... Dann gab mir Gott das Bayt al-Maqdis zu se-
hen und da war nichts, was sie mich fragten, worüber ich nicht berichtet
habe.17
Trotzdem weigerten sich die Ungläubigen an das Wunder
der Auffahrt zu glauben und wollten Beweise. Mit Gottes Hilfe
war der Prophet (s.a.w.s) in der Lage, ihnen die geforderten
Beweise zu bringen und sie konnten das nicht verleugnen.
Sie sagten zu dem Propheten, "Was ist dein Beweis?" Der Prophet ant-
wortete: "Ich begegnete eine Karawane, die den Quraysh gehörte. Das war
dort und dort. Die Karawane fürchtete sich vor uns und änderte die
Richtung. In der Karawane gab es ein Kamel, beladen mit einem schwar-
zen und weißen Sack, dieses Kamel schrie plötzlich und fiel zusammen. Als
die Karawane zurückkam fragten sie, was passierte und sie beschrieben den
Zwischenfall so wie der Prophet es tat. "18
Die Nachtreise und die Auffahrt (Isra' wa Mi'raj) war eines
der großen Wunder, die der Prophet (s.a.w.s) wirkte und es ver-
lieh seiner Botschaft viel Stärke. Die Ereignisse selbst waren große
Wunder so wie die Tatsache, dass Gott Seinem Gesandten half,

82
Harun Yahya (Adnan Oktar)

die Zweifel der Ungläubigen zu beseitigen. Auf diese Weise wur-


de der Prophet (s.a.w.s) als ehrlicher Mensch gesehen.

Gott spaltete den Mond für den Propheten


(s.a.w.s) in zwei Teile
Der Prophet (s.a.w.s) durfte ein anderes außergewöhnliches
Wunder vollbringen, bei welchem der Mond, so wie es im Qur'an
geschrieben steht, in zwei Teile geteilt wurde.
Genaht ist die Stunde und gespalten wird der Mond. (Sure al-
Qamar: 1)
Der Satz "und der Mond wurde gespaltet" (wa'nshaqqa al-qa-
mar) ist ein Verbalsatz, der aus den Worten "spalten"
und "Mond" besteht. Das Verb "spalten" leitet sich von
der arabischen Wurzel ab, die "teilen" im Sinn "des
Erscheines einer Pflanze, nachdem die Erde gepflügt
wurde", bedeutet. In diesem Sinn bedeutet "teilen" so-
viel wie "geteilt werden", "in Stücke geschnitten werden"
oder "getrennt werden".
Die Geschichte der Teilung des Mondes wird in den
Werken der großen Gelehrten des Hadith, so wie Imam
al-Bukhari, Imam Muslim, at-Tirmidhi, Ahmad ibn
Hanbal, Abu Dawud, Al-Hakim, Al-Bayhaqi, und Abu
Nu'aym erzählt.19
Abdullah ibn Mas'ud (sagte): "Wir waren in Mina mit dem
Gesandten Gottes, als sich der Mond in zwei Teile teilte. Ein
Teil befand sich jenseits des Berges und der andere be-
fand sich auf dieser Seite des Berges. Der
Gesandte Gottes sagte zu uns: "Bezeuge
dies." (Muslim)
Abdullah ibn Mas'ud berichtete, dass der
Mond während des Lebens des

83
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Propheten in zwei Teile gespaltet war. Der Berg bedeckte einen seiner
Hälften und der andere Teil befand sich über dem Berg und Gott sagte:
"Bezeuge dies." (Muslim)
Während des Lebens des Propheten Gottes war der Mond in zwei Teile ge-
teilt; ein Teil blieb über dem Berg und der andere Teil befand sich jenseits
des Berges. Daraufhin sagte der Gesandten Gottes, "Bezeuge dieses
Wunder" (Al-Bukhari).
In der Tat, es waren die Menschen aus Makkah, die vom
Propheten (s.a.w.s) ein klares Zeichen Gottes verlangten, und der
Prophet (s.a.w.s) hat, mit der Einwilligung Gottes, ihnen die
Spaltung des Mondes gezeigt:
Die Menschen von Makkah verlangten vom Gesandten Gottes ein Zeichen
zu zeigen (Wunder) und er zeigte ihnen zweimal die Spaltung des
Mondes. (Muslim)
Trotz der klaren und unbestreitbaren Art dieses Wunders
stellten es die Götzendiener der Quraysh in Abrede und weiger-
ten sich zu glauben. Sie konnten jedoch nicht bestreiten, was sie
gesehen haben und deswegen beschlossen sie, dieses Wunder zu
diffamieren, indem sie es Hexerei oder Zauberei nannten:
Doch wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen:
"Ewige Zauberei!" Und sie leugnen und folgen ihren Begierden.
Dabei steht alles schon fest. (Sure al-Qamar: 2-3)
Würden sie doch sagen: "Unsere Blicke sind (nur) berauscht! Ja,
wir sind bestimmt verzauberte Leute!" (Sure al-Hidschr: 15)
Bediuzzaman Said Nursi erzählte, dass dieses Wunder von
vielen Gefährten bezeugt wurde, und er berichtete uns, wie ohn-
mächtig die Götzendiener angesichts dieses Geschehens waren.
Unter seinen größten Wundern ist die Spaltung des Mondes
ein mutawatir [überliefert bei so vielen Menschen in jeder
Generation, dass ein Zweifel unmöglich erscheint]. Diese Wunder
wurde duch zahlreiche Wege erzählt, bis zu Grad des tawatur,

84
Harun Yahya (Adnan Oktar)

und durch die führenden Gefährten wie Ibn Mas'ud, Ibn 'Abbas,
Ibn 'Umar, 'Ali, Anas und Hudhayfah. Außerdem verkündete der
Qur'an dieses höchste Wunder der ganzen Welt:
Genaht ist die Stunde und gespalten wird der Mond. (Sure al-
Qamar: 1)
Selbst starrköpfige Ungläubige dieser Zeit konnten diesen Vers nicht ver-
leugnen; alles was sie sagten war, "Es ist Zauberei". Demnach waren so-
gar Ungläubige der Spaltung des Mondes gewiss.20
Nursi setzt fort mit der Erklärung des Grundes der subtilen
Art dieses Wunders:
Wunder werden vollbracht, um den Anspruch auf das Prophetenamt zu
bestätigen und Verleumder zu überzeugen, jedoch nicht, um sie zum
Glauben zu zwingen. Dieses Wunder wurde benötigt, um jene zu über-
zeugen, die schon von dem Prophetentum Muhammad's gehört haben, da-
mit es von anderen Seiten der Welt gesehen werden kann, oder um es in ei-
ner unbestreitbaren und eindeutigen Weise zu zeigen. Es wäre deshalb ent-
gegengesetzt der Allwissenheit des Schöpfers und der Zweckbestimmung
des Menschens im Universum, nämlich den Weg für den Geist zu öffnen,
ohne den freien Willen einzuschränken. Wenn der Allwissende Schöpfer,
in Übereinstimmung mit den Launen der materialistischen Philosophen,
den Mond für einige Stunden in der selben Stellung gelassen hätte, um es
der ganzen Welt zu zeigen, und wenn diese Tatsache dabei von allen
Historikern aufgezeichnet worden wäre, hätte man es als eines der astro-
nomischen Vorkommnisse behandelt, ohne Bezug auf die Berufung
Muhammad's als Gesandten und ohne Berücksichtigung eines Beweises
für sein Prophetenamt. Oder wäre es ein derart offensichtliches Wunder
gewesen, dass es den Glauben aufgezwungen, und demnach den freien
Willen unterbunden hätte.
Die Konsequenz wäre gewesen, dass Kohle und Diamant (oder Abu Jahl
und Abu Bakr) das selbe gewesen wäre und die Funktion des Menschen im
Universum wäre verloren gewesen ...21

85
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Bäume antworteten dem Propheten


(s.a.w.s)
Es gibt eine Anzahl von Hadithen, die beschreiben, wie
Bäume dem Propheten (s.a.w.s) gehorchten und auf seine Fragen
antworteten. Zum Beispiel bezeugte ein Mimosenstrauch die
Einheit Gottes und das Prophetentum Muhammad's (s.a.w.s),
nachdem der Prophet (s.a.w.s) selbst ihn dazu aufgefordert hat.
Ibn 'Umar sagte: "Wir waren mit dem Gesandten Gottes auf einer Reise,
als ein Beduine des Weges kam, und er fragte ihn: "Beduine, wohin gehst

86
Harun Yahya (Adnan Oktar)

du?" Er antwortete: "Zu meiner Familie." Er sagte: "Willst du etwas


Gutes tun?" Der Mann fagte: "Was ist es?" Der Prophet sagte: "Dass du
bezeugst, dass es nur einen Gott alleine gibt, ohne Partner und dass
Muhammad sein Sklave und Gesandten ist.". Der Beduine fragte: "Wer
wird bezeugen, was du sagst?" "Dieser Mimosenstrauch." Der Strauch
bewegte sich vom Rand des Flußbettes, die Erde zerfurchend, bis er vor ihm
stand und er forderte von ihm dreimal, das Zeugnis abzulegen. Der
Strauch tat so und kehrte an seinen Platz zurück. (Ad-Darimi, al-Bayhaqi
and al-Bazzar)22
Sogar die unbelebten Felsen grüßten den Propheten (s.a.w.s),
wenn er vorbei kam und bezeugten seine Stellung als Gesandter
Gottes.
Ali und andere erzählten: Einst spazierte ich mit dem Propheten in der
Umgebung von Makkah und ich bemerkte, dass kein Baum und kein Fels
ihn vorübergehen ließen, ohne zu murmeln: Der Friede sei mit dir,
Gesandten Gottes. (At-Tirmidhi)
Mit Gottes Erlaubnis bewegten sich die Bäume für die
Bequemlichkeit und Behagen des Propheten (s.a.w.s). Der folgen-
de Hadith ist einer von vielen, die sich darauf beziehen:
Ibn Furak erwähnte, dass der Prophet während des Ta'if Feldzuges in der
Nacht reiste, als er schläfrig wurde. Ein Lote-Baum, der auf seinem Weg
stand spaltete sich in zwei Hälften und ließ ihn dazwischen durchgehen.
Die Stämme dieser Hälften verblieben bis heute und sind gut bekannt.23
Es gibt eine gutbekannte Geschichte des Propheten (s.a.w.s)
ist, als er, gegen eine spezielle Palme gelehnt, sein Khutbah über-
gab. Als der minbar für ihn gebaut wurde und die Palme nicht län-
ger benötigt wurde, ächzte und weinte sie aus Liebe zum
Propheten (s.a.w.s):
Jabir ibn 'Abdullah sagte: "Die Moschee wurde aus den Stämmen der
Palmen, mit einem daraufliegenden Dach gebaut. Als der Prophet zu den
Menschen sprach, lehnte er sich gegen einen dieser Stämme. Als der min-
bar für ihn gebaut war, hörte er, wie aus dem Stamm ein Laut wievon
einem Kamel kam." (Al-Bukhari)24

87
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Überfluß an Essen und Wasser


Gott erwies dem Propheten (s.a.w.s) während seines ganzen
Lebens zahlreiche Wohltaten wie Überfluss und Fruchtbarkeit.
Auf allem, was er berührte oder durch seine Anwesenheit ehrte
war barakah durch den Willen Gottes. Es gibt Berichte in den
Hadith vom, Überfluss an Nahrung und Wasser in der Gegenwart
der Propheten (s.a.w.s), selbst wenn es eine augenscheinliche
Knappheit gab.
Bei einer Gelegenheit gab es nicht genug Wasser für die Leute
für ihr Wudu', und dennoch konnten es viele Leute durch ein
Wunder des Propheten (s.a.w.s) verrichten.
Anas ibn Malik sagte, "Ich sah den Gesandten Gottes zur Zeit des 'Asr
Gebets. Die Leute suchten Wasser für ihr Wudu' und konnten keines fin-
den, dann brachte man dem Gesandten Gottes etwas Wudu'-Wasser. Er
legte seine Hand in das Gefäß und befahl den Leuten, Wudu' daraus zu
verrichten. Er fügte hinzu, "Ich sah das Wasser aus seinen Fingern fließen
und alle, bis zum letzten Mann, verrichteten damit Wudu'." (Muslim und
al-Bukhari)25
Jabir ibn 'Abdullah berichtet in einem Sahih Hadith, dass es
bei einer anderen Gelegenheit in al-Hudaybiyah eine Knappheit
an Wudu'-Wasser gab. Der Prophet (s.a.w.s) tauchte seine Finger
in das Gefäß und einige 15.000 Menschen konnten davon ihr
Wudu' verrichten.26
Es gibt gleichartige Berichte wo tatsächlich Wasser zwischen
den Fingern des Propheten (s.a.w.s) herausfloss.
Ibn Abbas berichtete: Auf einer Reise, als der Gesandten Gottes am
Morgen erschien, war für die Truppe kein Wasser geblieben. Jemand sag-
te, "Prophet Gottes, die Armee hat kein Wasser!"
"Gibt es überhaupt nichts, auch nicht ein wenig?"
"Ja!"

88
Harun Yahya (Adnan Oktar)

89
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Sofort brachte man eine Schale mit ein wenig Wasser. Der Prophet legte
seine Finger an den Rand der Schale und öffnete sie. Wasser floß aus der
rechten Seite seines Finger, wie aus einem Brunnen. Er befahl Bilal, die
Leute zu rufen: "[Komm zu] dem gesegneten Wasser!" (Ibn Hanbal, al-
Bayhaqi, Bazzar, at-Tabarani und Abu Nu'aym)27
Ziyad ibn al-Harith as-Suda'i erzählten: Der Prophet reiste: Er hielt vor
dem Morgengrauen an. Er erschien und sagte zu mir: "Bruder des
[Stammes der] Suda, gibt es hier etwas Wasser?"
"Nein, ausgenommen einer ganz kleinen Menge, die dir nicht genügen
würde," sagte ich.
"Gib es in eine Schale und bringe es mir," befahl er.
Ich tat was er sagte. Er legte seine Hände in das Wasser. Ich sah, dass zwi-
schen seinen zwei Fingern Wasser wie aus einer Quelle floss. Dann befahl
er, "Ruf alle meine Gefährten, die Wasser benötigen!" Ich rief sie. Jeder
nahm soviel Wasser wie er wollte. …
… Wir sagten: "Gesandten Gottes! Wir haben eine Quelle. Hier gibt es im
Winter viel Wasser und wir werden es sammeln. aber im Sommer zieht
sich das Wasser zurück und wir verteilen uns auf andere Quellen, rund
umher. Wir wurden Muslime. Denndoch sind wir von Feinden umringt.
Bitte bete zu Gott, dass Er das Wasser in unserer Quelle reichlicher macht.
Auf diese Weise müssen wir uns nicht nach rechts und links verteilen, son-
dern können immer um unsere Quelle sein."
Daraufhin verlangte er, dass man ihm sieben Steine bringe. Er rieb diese
in seinen Händen und betete über ihnen. Dann befahl er: "Nehmt diese
Steine und sobald ihr die Quelle erreicht habt, werft einen nach dem ande-
ren hinein und nennt den Namen Gottes!" Wir taten was er uns auftrug.
Nachher konnten wir nicht den Boden von ihr [er meinte die Quelle] se-
hen. (Al-Harith ibn Usamah in his Musnad, al-Bayhaqi und Abu
Nu'aym)28
Ein anderer Hadith erzählt, dass aus der Stelle, wo der
Prophet mit dem Fuß stieß, Wasser herausquoll.
'Amr ibn Shu'ayb erzählte, dass er einmal in Dhu'l-Majaz hinter dem
Propheten ritt, als Abu Talib zu ihm sagte, "Ich habe Durst und habe

90
Harun Yahya (Adnan Oktar)

kein Wasser bei mir." Der Prophet stieg ab, schlug mit seinen Füßen auf
die Erde und Wasser kam heraus. Er sagte, "Trinke."29
Auf die gleiche Weise erzählten seine Gefährten, dass bei
Essen in Gegenwart des Propheten (s.a.w.s) niemals die Nahrung
knapp wurde und dass sich jeder der Anwesenden satt erheben
konnte:
In dem Hadith von Anas über die Hochzeit des Gesandten Gottes, sagte er,
"Meine Mutter, Umm Sulaym, bereitete "hays" und ich gab sie in einen
Topf und brachte sie zum Gesandten Gottes und er sagte: "Stelle ihn nie-
der und lade den Soundso ein und wen immer du triffst." Ich lud alle ein
und vergaß keinen, den ich traf, bis sie das Suffah (eine an die Moschee des
Propheten in Madinah angebaute Veranda, wo arme Muslime normaler-
weise schlafen) den den Raum füllten. Der Prophet stelle den Topf vor sich
hin und tauchte drei Finger hinein. Die Leute begannen zu essen und ver-
ließen dann den Ort. Das Gefäß verblieb so, wie es am Anfang war. Es wa-
ren einundsiebzig oder zweiundsiebzig Gäste. (Muslim and al-Bukhari)30
Bei einer anderen Gelegenheit bereitete Abu Ayyub nur genug Essen für
den Propheten (s.a.w.s) und Abu Bakr. Er erzählte, dass der Prophet
(s.a.w.s) ihm sagte, "Lade dreißig der Adeligen von Ansar ein." Er lud sie
ein und sie aßen und gingen dann. Später sagte er, "Lade sechzig weitere
ein," und dasselbe passierte. Dann sagte er, "Lade siebzig weitere ein,"
und sie sättigten sich und es blieb noch etwas übrig. Keiner von ihnen ging
ohne Muslim zu werden und huldigten ihm. Abu Ayyub sagte, dass ins-
gesamt einhundertachtzig Männer von dem Speisen aßen. (At-Tabarani
and al-Bayhaqi)31
Abu Hurayrah erzählte, dass der Prophet (s.a.w.s) ihn zu einer anderen
Gelegenheit sagte, die Leute von Suffah zu laden. Er versammelte sie und
ein Teller wurde vor sie gestellt und sie aßen was sie wollten und gingen
danach. Das Essen blieb so, wie es serviert wurde, mit Ausnahme, dass die
Spuren der Finger darauf blieben.32
Das sind gerade einige Beispiele der physischen Wunder, die
Gott dem Propheten (s.a.w.s) gestattete. Es gab keinen Moment
im Leben des Propheten (s.a.w.s), wo es keine Wunder gab.

91
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Es gab außergwöhnliche und doch unleugenbare einzelne


Begebenheiten, so wie die Auffahrt zu den Himmeln und die
Spaltung des Mondes, oder auch die häufiger erzählten
Begenheiten wie die Bäume, die den Propheten (s.a.w.s)
grüßten. Diese Wunder dienten um die Botschaft
Gottes zu unterstützen; um die
Entschlossenheit der Gläubigen zu
stärken und um Ungläubige ein-
zuladen, den Glauben anzu-

92
Harun Yahya (Adnan Oktar)

nehmen. Da jedoch Gott den Menschen einen freien Willen gege-


ben hat, erwählte nicht jeder, der diese Wunder bezeugen konnte
den Glauben. Niemals behauptete der Prophet (s.a.w.s), dass er
die Macht hätte, diese Wunder zu vollbringen. Sie wurden
dem Propheten (s.a.w.s) von Gott gewährt. Der
Prophet (s.a.w.s) war ein gesegneter Mann und
in seiner Gegenwart war eine große bara-
kah, so wie wir bei dem Überfluss von
Speise und Wasser gesehen haben.
Es gab auch eine große barakah
in seinen Gebeten für die
Menschen.

93
ie alle anderen Propheten hatte der Prophet
Muhammad (s.a.w.s) eine innige
Verbundenheit mit Gott; er war ein aufrichtiger
Sklave mit tiefem Glauben und einer starken takwa. Gott erhörte
seine Gebete und das ermöglichte seinen Gefährten und alle an-
deren um ihn, zahlreiche Wunder zu bezeugen.
Die Gebete (du'a) des Propheten Muhammad (s.a.w.s) hat-
ten eine starke barakah und einige Hadithe beschreiben diese
Gebete im Einzelnen und wie sie beantwortet wurden.

Die Gebete des Propheten um


Regen (istisqaa) wurden
von Gott erhört
In einem Hadith gibt es eine dataillier-
te Schilderung des Gebets des Propheten
(s.a.w.s) um Regen und dessen Erhörung
durch Gott.
Anas erzählte: Ein Mann ging am Freitag
in die Moschee wo sich gerade der
Prophet an die Leute wandte. Der
Mann sagte:
"Gesandter
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gottes, unser Besitz wurde zerstört und wir haben keine


Transportmöglichkeit zum Markt. Erbitte Regen für uns." Der Prophet er-
hob seine Hände uns sagte: "Oh Gott, gib uns Regen. "Oh Gott, gib uns
Regen. "Oh Gott, gib uns Regen. Bei Gott, zu dieser Zeit waren keine
Wolken am Himmel und kein Haus oder Gebäude befand sich zwischen
uns und dem Berg. Hinter dem Berg aber erhob sich eine Wolke, in Form
eines Schildes. Mit der Zeit erreichte sie die Mitte des Himmels, sie brach
auseinander und es begann zu regnen. (Al-Bukhari und Muslim)
Anas ibn Malik erzählte: Ein Mann kam zum Gesandten Gottes und sag-
te, "Gesandter Gottes, unsere Tiere sterben und unsere Kamele sind zu
schwach, um zu gehen, bete zu Gott." Der Gesandte Gottes betete und es
regnete von einem jumu'ah (Freitag) bis zum nächsten. (Malik's
Muwatta)
oder "... und es regnete von diesem bis zum nächsten Freitag." (Al-
Bukhari)

Gefährten, die die Wohltaten der Gebete


des Propheten erhielten
Der Prophet war eine fürsorgende und barmherzige Person,
die immer für die Gläubigen ein großes Interesse zeigte. Der
Qur'an erwähnte dies:
Wahrlich, nun kam bereits ein Gesandter aus euerer Mitte zu
euch. Schwer liegen euere Missetaten auf ihm. Fürsorglich ist er
für euch! Gegen die Gläubigen (aber) ist er gütig und barmherzig.
(Sure at-Tauba: 128)
In den Hadithen gab er viele Empfehlungen für ihre
Gesundheit, Sicherheit und Glauben und er begegneten ihnen mit
Mitleid und Barmherzigkeit. Er betete wegen vieler Dinge im
Namen seiner Gefährten zu Gott. Im Qur'an sagt Gott folgendes
über die Gebete des Propheten (s.a.w.s) zu Gunsten der
Gläubigen:

96
Harun Yahya (Adnan Oktar)

... und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen
Beruhigung. Und Gott ist hörend und wissend. (Sure at-Tauba:
103)
Demnach wissen wir aus dem Qur'an, dass die Gefährten
Ruhe und Seelenfrieden durch die Gebete des Propheten (s.a.w.s)
erhielten. Der Hadith erzählt uns, dass die Gebete erhört wurden,
wenn der Prophet (s.a.w.s) um Gesundheit und ein langes Leben
für einige seiner Gefährten betete. Wir erfahren z.B. von Ibn
Kathir, dass die Gebete des Propheten (s.a.w.s) einige der
Gefährten wieder jung machten:
Es wurde auch erklärt, dass jene Gefährten, für die der Prophet um ein lan-
ges Leben betete, hundert Jahre lebten.33
Er streichelte den Kopf eines anderen Gefährten und betete, Gott, mache
ihn schön und gib, dass diese Schönheit lange anhält und das Gesicht die-
ses Gefährten blieb jung und hübsch bis er starb.34
Der Prophet betete auch für ihren materiellen Wohlstand.
Anas erzählte: Der Prophet sagte, "Oh Gott! Gib ihm (d.h. Anas) Besitz
und Kinder und segne ihn." Folglich bin ich einer der Reichsten unter den
Ansar und hatte zahlreiche Kinder. (Al-Bukhari and Muslim)
Der Prophet Gottes sagte zu 'Abd ar-Rahman ibn 'Awf, 'Gott möge dich
reich machen!' Ibn Sa'd und al-Bayhaqi erzählen dies aus einer anderen
Quelle und fügen hinzu: Abd ar-Rahman sagte ihnen, "Ich wurde so reich,
dass ich unter jedem Stein, den ich aufhebe, Gold oder Silber finde."35
Der Prophet Gottes betete für al-Baraqi. Dieser erreichte mit dem Handel
ein derart hohes Niveau, dass er wusste, selbst wenn er Erde verkaufte,
würde er auch daran verdienen.36
Abu 'Uqayl sagte: Wenn sein Großvater 'Abdullah ibn Hisham auf den
Markt ging, um Weizen zu kaufen, traf er Ibn az-Zubayr und Ibn Umar,
die ihn aufforderten: 'Sei unser Partner! Weil der Prophet Gottes für dich
um Reichtum gebetet hat'. Daraufhin teilte er den Weizen mit ihnen.
Dennoch wurde die Ladung auf seinem Kamel nie leichter. Er kehrte damit
nach Hause zurück.37

97
ie wir gesehen haben, war der Prophet
(s.a.w.s), noch bevor er das Wort Gottes dar-
legte, unter allen als al-Amin bekannt, was seine
Vertrauenswürdigkeit zeigte. Leute, die in seiner Gemeinde leb-
ten, vertrauten ihm bedingungslos und wählten ihn wegen seiner
Güte und Gerechtigkeit als Schlichter für viele ihrer Probleme. Da
er intelligent, vorwärts denkend, einsichtsvoll und sorgfältig war
in allem, was er tat, hatte er den Respekt und die Verehrung von
allen um ihn herum erworben. Als der Prophet (s.a.w.s) aber
anfing, die Leute anzurufen, um an Gott zu glauben und
ihren Götzen abzusagen, veränderte sich plötzlich die
Einstellung vieler ungläubiger Mitglieder seiner
Gemeinde.
Die Götzendiener reagierten auf den Ruf
des Propheten (s.a.w.s) nach Gerechtigkeit
und Wahrheit mit Beleidigungen, so wie es
im Qur'an geschrieben steht:
Und sie sagen: "O du, auf den die Warnung
(angeblich) herabgesandt worden ist, du
bist wahrlich besessen! Warum bringst
du uns keine Engel, wenn du
glaubwürdig bist?" (Sure al-
Hidschr: 6-7)
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Prophet (s.a.w.s) wurde beschimpft, lächerlich gemacht


und war vielen grundlosen Anschuldigungen ausgesetzt. Selbst
unter diesen Umständen fuhr er ruhig fort, die Lehren des Qur'an
zu verbreiten. Diese Lehren aber verursachten Mißgunst und
Groll unter den Götzendienern, die von Ungerechtigkeit und
Unterdrückung Profit zogen und fürchteten, daß sie ihren welt-
lichen Status, ihren Rang und materiellen Reichtum verlieren wür-
den, wenn der Islam sich ausbreitete. Nur eine kleine Minderheit
von Leuten sah ein, was für ein Segen der Prophet (s.a.w.s) und
die Weisheit seiner Lehren war. Die Götzendiener unternahmen
alles ihnen Mögliche, um dem Propheten (s.a.w.s) und denen, die
glaubten, das Leben zu erschweren. Die Muslime wurden von den
Menschen, unter denen sie lebten, boykottiert und sogar gefoltert
und ermordet. Wegen diesem feindseligen Umfeld in Makkah wa-
ren der Prophet (s.a.w.s) und seine Gefährten gezwungen, nach
Madinah auszuwandern.
Obwohl der Prophet und die Gläubigen von den Ansar von
Madinah empfangen wurden, waren die Juden von Madinah we-
niger gastfreundlich. Es ist ein Zeugnis der Charakterstärke des
Propheten (s.a.w.s), dass er niemals einen Groll gegen diejenigen
hegte, die ihm übel wollten. Die gefährlichste Gruppe der Gegner
des Propheten (s.a.w.s) in Madinah waren aber die Heuchler. Sie
täuschten vor, dass sie glaubten, und verbrachten ihre Zeit mit
dem Propheten (s.a.w.s), verschwörten sich aber mit den
Ungläubigen gegen ihn. In Anbetracht dessen, dass die Sicherheit
des Propheten (s.a.w.s) durch diese unterschiedlichen Gruppen
von Menschen gefährdet war, war es ein großes Wunder, dass der
Prophet (s.a.w.s) auf keinerlei Weise in diesem Kampf geschädigt
wurde (mit Ausnahme einiger gebrochener Zähne und Wunden,
die er am Tag von Uhud erlitten hatte).
Im Qur'an versprach Gott den Propheten (s.a.w.s) vor
Leuten, die ihn schädigen wollten, zu beschützen:

100
Harun Yahya (Adnan Oktar)

101
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gott wird dich vor den Menschen beschützen; siehe, Gott leitet
nicht die Ungläubigen. (Sure al-Ma'ida: 67)
Gottes Versprechen wurde durch viele Wunder geoffenbart.
Die Leugner, Götzendiener und Heuchler, die den Propheten
(s.a.w.s) schädigen oder sogar töten wollten, waren nicht dazu in
der Lage. Ihre Komplotte und Fallen wurden jedesmal vereitelt.
Als die Muslime gezwungen waren, gegen die Ungläubigen zu
kämpfen, beschützte Gott den Propheten (s.a.w.s) und unterstütz-
te die Gläubigen gegen die offenbar stärkeren und größeren
Armeen der Ungläubigen. Das Ergebnis war, dass die Gläubigen
in ihrem Glauben bestärkt wurden und dass einige Ungläubige
zum Islam übertraten. Der Prophet (s.a.w.s) war imstande, seine
Mission bis zum Ende fortzuführen. Wie der Qur'an sagt, war dies
ein Wunder, und es gibt viele Geschichten über den Propheten
(s.a.w.s) in den Hadithen.

Die Ungläubigen konnten den Propheten


(s.a.w.s) in Makkah nicht töten
Die Ungläubigen fühlten sich durch die Ausbreitung des
Islam gefährdet, da er ihren Status und Reichtum gefährdete. Sie
versammelten sich, um zu besprechen, wie sie den Propheten
(s.a.w.s) überreden konnten aufzugeben, oder, wenn dies schei-
tern sollte, wie er zu töten sei. Gott wußte von diesen Komplotten
und Plänen und fasste sie im Qur'an zusammen:
Und damals als die Ungläubigen Pläne gegen dich schmiedeten,
um dich festzunehmen oder zu ermorden oder zu vertreiben: Sie
schmiedeten Pläne und Gott schmiedete Pläne; doch Gott ist der
Beste im Pläneschmieden. (Sure an-Anfal: 30)
Anfangs boten die Ungläubigen dem Propheten (s.a.w.s)
weltliche Vorteile an, so wie Reichtum und Position, als

102
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Anreiz die Verkündung seiner Botschaft aufzugeben. In seinem


Musnad erzählt Ibn Abi Shaybah von diesem ungehörigen
Angebot, das ´Uthbah dem Propheten (s.a.w.s) unterbreitete:
Wenn du Geld willst werden wir genug Geld einsammeln, so dass du der
Reichste unter uns wirst. Wenn du Herrschaft willst, werden wir dich als
unseren Herrscher nehmen und niemals über eine Angelegenheit ohne dei-
ne Zustimmung entscheiden. Wenn du ein Königreich willst, werden wir
dich zum König krönen.
Da die Ungläubigen Reichtum und Macht sehr hochschätz-
ten, gingen sie davon aus, dass der Prophet dieses offenbar groß-
zügige Angebot annehmen würde.
Sie wünschen, dass du entgegenkommend bist, dann wollten
auch sie entgegenkommend sein. (Sure al-Qalam: 9)
Der Prophet (s.a.w.s) war aber nur darum besorgt, Gottes
Zustimmung zu gewinnen, und ersehnte nur seine Belohnung, da-
rum schlug er alle ihre Angebote aus.
Nachdem sie gescheitert waren, den Propheten (s.a.w.s) mit
materiellen Versprechen von seinem Vorhaben abzubringen, wur-
den die Ungläubigen wütend und fingen an, ein Komplott zu
schmieden, um ihn gefangen zu nehmen. Gemäß Ibn Ishaq trafen
sich die Quraysh und beratschlagten über den Propheten (s.a.w.s)
und sagten sich:
"Ihr wisst zu welchem Ausmaß dieses Individuum gelangt ist". Daraufhin
begannen sie zu diskutieren. Einer von ihnen sagte: "Lasst uns ihn irgend-
wo einkerkern, sodass er zu niemandem spricht, und lasst uns ihn dort auf-
bewahren, bis er stirbt! Lasst uns ihm nur so wenig Essen geben um ihn
am Leben zu erhalten!"
Die Ungläubigen konnten allerdings zu keiner Übereinstim-
mung kommen und entschieden stattdessen ihn ins Exil zu schi-
cken. Auch dies wurde als unangebracht angesehen, weil sie emp-
fanden, dass Prophet Muhammad (s.a.w.s) die Unterstützung ei-
nes Arabischen Stammes in Anspruch nehmen würde, der

103
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

sich dann an ihnen rächen würde. Abu Jahl, ein Onkel des
Propheten (s.a.w.s), der dem Islam feindlich entgegen stand,
schlug vor, dass es das Beste wäre, den Propheten (s.a.w.s) zu tö-
ten.38 So stark war sein Hass gegenüber seinem Neffen, dass er kei-
ne Gelegenheit ausließ, den Propheten (s.a.w.s) zu bedrohen.
Imam al-Bukhari erzählt hiervon im Folgenden über
Ibn´Abbas:
Abu Jahl sagte: "Wenn ich Muhammad an der Ka´bah (Kaaba) beten sehe,
werde ich auf seinen Nacken treten." Als der Prophet davon hörte, sagte
er: "Wenn er dies tut, werden ihn die Engel fortreissen." ( Al-Bukhari)
Abu Jahl ging sogar soweit, diese Drohung wahrzumachen,
und dieses Ereignis wird in der Seerah erzählt:
... Abu Jahl, einen schweren Stein schleppend, um seinen Eid zu erfüllen
[ihn zu töten], staunte, als er sich dem Propheten näherte, der demütig in
seinem Gebet vertieft war. Bevor Abu Jahl in der Lage war, nahe genug an
den Propheten zu gelangen, wandte er sich in tödlicher Angst ab. Seine
Hand begann, sich um den Stein zu verkrallen, woraufhin er ihn fallen ließ
und so schnell er konnte davonlief. Quraysh eilte zu ihm und fragte ihn,
was über ihn gekommen sei, woraufhin er ihnen antwortete, dass er ein
angsteinflößendes Kamel gesehen hatte, mit einem entsetzlich großen Kopf,
enormen Schultern und einem furchterregenden Satz von Zähnen, das
aussah, als würde es ihn auffressen. Später erzählte der Prophet seinen
Gefährten, dass das Kamel niemand anders als Jibril war, und wäre Abu
Jahl geblieben, hätte es ihn in der Tat gefressen.39
Selbst als der Prophet (s.a.w.s) Vorbereitungen traf, Makkah
zu verlassen, um nach Madinah zu gehen, gebrauchten die
Ungläubigen diese Gelegenheit, ein Komplott zu schmieden, um
ihn zu töten, als er sein Haus verließ. Sie baten starke junge
Männer aus allen Stämmen, ausgestattet mit Waffen, sich vor dem
Haus des Propheten (s.a.w.s) zu versammeln, um ihn zu töten.
Der Plan bestand darin, dass alle Männer zugleich zuschlagen
würden, sodass die Verantwortung für den Tod des
Propheten (s.a.w.s) nicht auf einen Stamm alleine fallen

104
Harun Yahya (Adnan Oktar)

würde. Der Engel Jibril (Gabriel) aber kam in jener Nacht zum
Propheten (s.a.w.s) und teilte ihm mit, dass er nicht in seinem ei-
genen Bett schlafen solle. Der Prophet (s.a.w.s) bat Ali, dass er an-
stelle seiner an seinem Ort schlafen solle, wissend, dass seinem
Neffen kein Schaden zukommen würde. Die jungen Männer hat-
ten sich bereits außerhalb des Hauses des Propheten (s.a.w.s) ver-
sammelt, als er noch drinnen war. In genau dem Moment, als der
Prophet (s.a.w.s) das Haus verließ, nahm Gott die Sicht der
Männer, sodass niemand sah, dass er aufbrach. Die Männer war-
teten die ganze Nacht vor dem Haus des Propheten (s.a.w.s) und
waren wütend, als am nächsten Morgen Ali aus dem Haus kam,
und sie feststellten, dass ihr Plan, den Propheten (s.a.w.s) zu töten,
komplett fehlgeschlagen war.40

Die Wunder, die Gott in der Höhle


vollbrachte, um den Propheten (s.a.w.s)
zu schützen
Während Ali im Bett des Propheten (s.a.w.s) schlief, hielt sich
der Prophet (s.a.w.s) im Haus eines engen Freundes auf, Abu
Bakr. Zusammen brachen sie auf, um nach Madinah zu gehen. Der
Prophet (s.a.w.s) wußte, dass der erste Ort, an dem die
Götzendiener nach ihm suchen würden, die Madinah-Straße im
Norden sein würde. Aus diesem Grund beschloß er, in die ent-
gegengesetzte Richtung zu gehen. Dies war die Straße nach
Yemen, südlich von Makkah. Nachdem sie 6 Kilometer entlang
dieser Straße marschiert waren, kamen sie zu dem Berg namens
Thawr. Dies war ein hoher Berg, der schwer und gefährlich zu er-
klimmen war. Der Prophet (s.a.w.s) versteckte sich dort mit sei-
nem zuverlässigen Freund Abu Bakr für 3 Nächte. Gemäß den
Quellen wird diese Höhle im Berg Thawr ´Athal` ge-
nannt.41

105
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

106
Harun Yahya (Adnan Oktar)

107
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

In der Zwischenzeit blockierten die Quraysh alle Straßen


und stellten bewaffnete Männer auf, die dort patroullierten, um
den Propheten (s.a.w.s) zu finden. Männer, sowohl auf dem Pferd
als auch zu Fuß, durchkämmten das Gebiet nach Fußabdrücken.
Sie zerstreuten sich über die Berghänge und –täler. Auf ihrer
Suche nach dem Propheten (s.a.w.s) kamen die Verfolger bis zum
Eingang der Höhle. In dem Augenblick legte Prophet Muhammad
(s.a.w.s) sein gesamtes Vertrauen in Gott, und, wie in anderen
Situationen in seinem Leben, wurde auch hier dem Propheten
(s.a.w.s) der Wille Gottes zuteil.
Als die Götzendiener letztlich auf ihrer Verfolgung des
Propheten (s.a.w.s) und Abu Bakr den Eingang der Höhle erreich-
ten, sahen sie am Eingang ein Spinnennetz und stellten fest, dass
dort Tauben ihr Netz errichtet und Eier gelegt hatten.
Die Quraysh schlossen daraus, dass niemand kürzlich die
Höhle hätte betreten können, und wendeten sich ab. Dies war ein
großes Wunder Gottes, der die Spinne dazu veranlasste, ein Netz
am Höhleneingang zu weben, und die Tauben dort plazierte. Dem
Propheten (s.a.w.s) und seinem Gefährten geschah in der Höhle
nichts, und es ist sicherlich ein Wunder, dass
Gott ihn mit unsichtbaren Armeen
unterstützte und ihm ein
Gefühl für Sicherheit und
Wohlergehen gab. Der
Qur'an berichtet:
Wenn ihr ihm nicht bei-
steht, (so bedenkt) dass
ihm bereits Gott gehol-
fen hat als ihn die
Ungläubigen vertrie-
ben - als beide in der
Höhle waren, und als

108
Harun Yahya (Adnan Oktar)

er zu seinem Gefährten sprach: "Sei nicht traurig! Siehe, Gott ist


mit uns." Da sandte Gott Seinen großen Frieden auf ihn nieder
und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht. Und Er mach-
te das Wort der Ungläubigen unterlegen und Gottes Wort überle-
gen. Und Gott ist mächtig und weise. (Sure at-Tauba: 40)
Im Tafsir Ibn Kathir wird dieses Wunder wie folgt erklärt:
Gott sagt "wenn ihr ihm nicht beisteht", das bedeutet, dass
es egal ist, dass ihr dem Propheten Muhammad nicht geholfen
habt, denn Gott half ihm wie er ihm half als "ihn die Ungläubigen
vertrieben - als beide in der Höhle waren". Diese Ausweisung ist
ein Hinweis auf das Jahr, in dem die Götzendiener versuchten,
den Propheten zu töten. Er entkam ihnen, mit seinem Gefährten.
Sie beide verbargen sich für 3 Nächte in der Höhle von Thawr,
während der zahlreiche Feind in fruchtloser Suche nach ihnen
herumstreifte. Es war dann, als Abu Bakr Angst hatte, dass die
Ungläubigen sie nicht sehen und ihnen Schaden zufügen würden.
Der Prophet aber war sich sicher ob des Schutzes und der
Unterstützung Gottes, und so beruhigte er Abu Bakr.
Mit der Ermächtigung durch Anas berichtete Imam Ahmad, dass Abu
Bakr as-Siddig sagte: Ich war in Begleitung des Propheten in der Höhle,
und als ich die Ungläubigen sah, sagte ich: ´Bote Gottes! Wenn einer von
ihnen (den Leugnern) zu seinen Füßen schauen würde, würde er uns un-
ter seinen Füßen sehen.` Er sagte: ´Was denkst Du über zwei (Menschen),
von denen der dritte Gott ist?` (Al-Bukhari und Muslim schrieben den sel-
ben Hadith.)
Deswegen sagt Gott, "Da sandte Gott Seinen großen Frieden auf ihn
nieder", das bedeutet, dass Er Seinen Frieden, Seine Ruhe und
Unterstützung hinab zum Propheten schickte. Und "stärkte ihn mit
Heerscharen, die ihr nicht seht", das bedeutet die Engel. Was den Vers
"Und Er machte das Wort der Ungläubigen unterlegen und Gottes
Wort überlegen" angeht, sagte Ibn Abbas: "Das Wort der kuffar bezieht
sich auf die Gemeinschaft der Partner mit Gott, während das Wort Gottes
sich auf ´La ilaha ill'Allah` bezieht."42

109
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gott unterstützte den Propheten (s.a.w.s)


und die Gläubigen während der Schlacht
Die Offenbarung des Qur'an an den Propheten (s.a.w.s) dau-
erte 23 Jahre. Während der ersten 13 Jahre lebten die Muslime un-
ter den Götzendienern von Makkah und litten unter großer
Unterdrückung. Viele Muslime wurden körperlich gefoltert, eini-
ge wurden getötet, anderen wurden ihre Häuser und Besitztümer
geplündert und sie waren ständig Beleidigungen und
Bedrohungen ausgesetzt. Trotz all diesem lebten die Muslime, oh-
ne Gewalt zu ergreifen, stets versuchend, mit den Götzendienern
Frieden zu schließen. Schließlich, als der Druck durch
Götzendiener unerträglich wurde, zogen die Muslime in die Stadt
Yathrib (später Madinah genannt) und gründeten mit beiden, den
Arabern und den Juden, ihre eigene Gesellschaft. Gott gab sodann
den Muslimen die Erlaubnis sich selbst zu verteidigen, wenn sie
von den Ungläubigen standen. Als die Ungläubigen gegen die
Muslime Krieg führten, unterstützte Gott den Propheten (s.a.w.s)
mit vielen psychologischen, spirituellen und physischen
Wundern, um ihm zu helfen, dass er sich selbst verteidigte und
den Islam ausbreitete.
Der Prophet (s.a.w.s) war ein tapferer Mensch, der im offenen
Kampf kämpfte und dem Feind persönlich von Angesicht zu
Angesicht gegenüberstand. Obwohl er in der ersten Reihe kämpf-
te, wurde er nie getötet und kehrte durch ein Wunder Gottes un-
verletzt aus der Schlacht zurück. Ibn Hanbal, At-Tabarani und
Abu Nu'aym erzählen das Folgende in Bezug auf dieses Wunder
von Abu Jad´an:
Ich sah den Propheten. Ein Mann wurde zu ihm gebracht. "Dieser Mann
wollte Euch töten" sagten sie. Daraufhin sagte der Prophet Gottes: "Habt
keine Angst! Habt keine Angst! Selbst wenn ihr es gewünscht hättet,
hätte Gott es nicht zugelassen, dass Ihr mir Ärger bereitet."43

110
Harun Yahya (Adnan Oktar)

111
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Obwohl er wußte, dass er das Ziel der Götzendiener und


Lügner war, versicherte der Prophet stets, dass die Gläubigen in
Sicherheit waren. Der Prophet selbst wußte, dass er auf dem
Schlachtfeld unter Gottes Schutz stand, und er gab sich Ihm in
seine Hände, niemanden fürchtend außer Ihm.
Die beachtenswerteste Schlacht, bei der Gott dem Propheten
(s.a.w.s) und den Gläubigen zur Seite stand, war die Schlacht von
Badr, welche im Ramadan des zweiten Jahres nach der Hijrah ge-
fochten wurde. Hier stand Gott dem Propheten (s.a.w.s) und den
Gläubigen mit psychologischen, spirituellen und physischen
Wundern zur Seite, die begannen noch bevor die Kämpfe ange-
fangen hatten.
Und auch bei Badr half euch Gott, als ihr verächtlich erschient;
darum fürchtet Gott: vielleicht seid ihr dankbar. (Sure Al 'Imran:
123)
Bevor die beiden Seiten tatsächlich den Kampf anfingen, sa-
hen beide, die Ungläubigen und die Gläubigen, die Armee des je-
weils anderen kleiner als sie tatsächlich war. Dies wird im Qur'an
beschrieben:
Gott zeigte sie dir in deinem Traume als wenig zahlreich; hätte Er
sie dir als sehr zahlreich gezeigt, wahrlich, ihr wärt kleinmütig
gewesen und hättet über die Sache miteinander gehadert. Gott
aber bewahrte euch (davor). Siehe, Er kennt das Innerste der
Brüste. Und beim Zusammentreffen ließ Er sie in eueren Augen
als wenige erscheinen und verkleinerte euch in ihren Augen, da-
mit Gott eine Sache vollendete, die geschehen sollte. Und zu Gott
kehren alle Dinge zurück. (Sure al-Anfal: 43-44)
Hinter diesem Wunder Gottes steckte eine große Weisheit.
Als die Muslime sahen, dass die Armee der Götzendiener weniger
zahlreich war als in Wirklichkeit, gab es ihnen Stärke und erhöhte
ihre Moral. Und als die Ungläubigen die Muslimische Armee sa-
hen, dass sie in der Unterzahl zu ihrer war, wurden sie

112
Harun Yahya (Adnan Oktar)

nachlässig und dazu verleitet zu glauben, dass sie auf leichte


Weise siegreich sein würden. Ibn Kathir interpretiert den Vers wie
folgt:
Gottes Vers "Und beim Zusammentreffen (mit der Armee der
Ungläubigen) ließ Er sie in eueren Augen als wenige erscheinen"
zeigt die Barmherzigkeit und Güte Gottes gegenüber seinen gläubigen
Sklaven. Er brachte die Muslime dazu, die Götzendiener von Quraysh als
wenige in ihren Augen zu sehen, um sie zu ermutigen die Ungläubigen
anzugreifen. Abu Ishaq as-Sabi'i erzählte, dass Abdullah Ibn Mas'ud sag-
te: Gott zeigte uns die Armee der Qurayshi als wenige in unseren Augen,
sodass ich einen Mann fragte, der zu meiner Seite stand: ´Es sind 70,
oder?`. Und er sagte: ´Nein, es sind 100.` Wir nahmen uns dann einen
Mann der Qurayshi Armee und fragten ihn bezüglich ihrer Anzahl. Er
sagte: ´Wir waren 1000 Kämpfer.` ... Gott hatte die Gegenerschaft zwi-
schen den Muslimen und den Ungläubigen angereizt und verursacht, dass
jede Partei in den Augen der anderen kleiner erschien, sodass sie die
Schlacht nicht fürchteten.44
Die Schlacht von Badr stellt einen bedeutenden Meilenstein
in der Geschichte des Islam dar. Die Muslime hätten in der Nacht
vor der Schlacht besorgt und ängstlich sein müssen, mit unruhi-
gem Schlaf. Dennoch schliefen sie diese Nacht gründlich und er-
holsam, sodass sie erfrischt und ruhig aufwachten. Auch dies war
ein Wunder Gottes:
(Erinnert euch) als euch dann Schlaf überkam, wie als
Zusicherung von Ihm. … (Sure al-Anfal: 11)
Auch schickte Gott diese Nacht Regen über die Muslime hin-
ab. Auch hier stand große Weisheit dahinter, wie im Qur'an er-
klärt:
... und Er vom Himmel Regen auf euch hinabsandte, um euch da-
mit zu reinigen und euch von den Einflüsterungen des Satans zu
befreien und im Innersten zu festigen und eueren Schritten Halt
zu geben. (Sure al-Anfal: 11)

113
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der leichte Regen erfrischte die Muslime, und gab ihnen


Wasser zum Trinken und für Wudu´. Der Ort, an dem die
Muslimische Armee ihr Lager aufgeschlagen hatte, war sandig,
und so war es schwer, auf ihm zu gehen, da ihre Füße in den
Boden sanken. Das Regenwasser trug dazu bei, dass der Boden
fest wurde, was den Muslimen erleichterte voranzugehen und ih-
ren "Schritten Halt zu geben". Daher war die Moral der Muslime
hoch, noch bevor die Schlacht begonnen hatte, und ihre Herzen
waren ruhig.

114
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Als die Schlacht dann tatsächlich begonnen hatte, flehte der


Prophet (s.a.w.s) Gott an ihm und den Muslimen zu helfen. Gott
reagierte unmittelbar auf die Bitte des Propheten (s.a.w.s), indem
Er eine große Anzahl von Engeln herabschickte, um die Anzahl
der Muslime aufzublähen und ihnen beim Kämpfen beizustehen.
(Erinnert euch) als ihr zu euerem Herrn um Hilfe schriet und Er
euch antwortete: "Siehe, Ich werde euch mit tausend Engeln hel-
fen, einer dem anderen folgend, "Sagte Gott dies als
Freudenbotschaft und um damit euere Herzen zu beruhigen;
denn der Sieg kommt ja nur von Gott. Siehe, Gott ist mächtig und
weise. (Sure al-Anfal: 9-10)

115
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

In seinem Kommentar beschreibt as-Sabundi die Hilfe der


Engel wie folgt:
Indem er sagte, dass er beistehen würde "mit tausend Engeln helfen, ei-
ner dem anderen folgend", offenbarte Gott, dass er sein Gebet erhört hat-
te. Kommentatoren sagen, dass gemäß dem Hadith Jibril (Gabriel) 500
Engel herabbrachte und mit ihnen am rechten Flügel der Armee kämpfte.
Auch Mika´il brachte 500 Engel. Sie kämpften am linken Flügel der
Armee. Abgesehen von Badr war es nicht möglich festzustellen, bei wel-
chen Schlachten die Engel mitkämpften. In anderen Schlachten kamen die
Engel herab, um die Anzahl der Muslime größer wirken zu lassen, aber sie
kämpften nicht.
Omer Nasuhi Bilmen führt weiter aus:
Der Prophet betete mit den Worten "Herr! Gewährt mir den Sieg, den Ihr
versprochen habt", und fiel in einen leichten Schlummer und wachte un-
mittelbar mit einem Lächeln auf. Er richtete sich an Abu Bakr, der zu sei-
ner Seite war. "Eine Freudenbotschaft, Abu Bakr! Jibril und eine große
Anzahl Engel sind zu unserer Unterstützung gekommen" sagte er. Er zog
sodann seine Rüstung an und verließ das Zelt. Eine Anzahl Muslimischer
Krieger war besorgt über die Anzahl der größeren feindlichen Armee, die
an den Kämpfen teilnehmen würde. Daraufhin wurde die
Freudenbotschaft mitgeteilt, dass den Muslimen Hilfe zukommen würde
durch die Anwesenheit Gottes anhand von Engeln. Gemäß dem Bericht
stieg in diesem Moment ein starker Wind auf und niemand konnte etwas
sehen. Dies war ein Zeichen, dass Jibril (Gabriel) und eine große Anzahl
Engel zum Schlachtfeld gekommen waren. Diese Engel ritten auf weißen
Pferden und erschienen in der Gestalt von weißen und gelben Menschen,
und sie nahmen physisch an der Schlacht von Badr teil.
Während der Schlacht von Badr kamen erst 1000 Engel, um den
Muslimen beizustehen, dann 2000, und dann 3000, bis ihre Anzahl
schließlich 5000 erreichte.45
Die Wirkung, die Gläubigen mit Engeln zu unterstützen, war
zweifaltig: auf der einen Seite half dies den Muslimen, und es
flößte den Herzen des Gegners Schrecken ein. Ibn Kathir
schließt dies mit in seinen Kommentar ein:

116
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Abu Hurayrah berichtete, dass der Prophet sagte: "Mir wurde geholfen
durch Schrecken (eingeflößt in die Herzen meiner Gegner) und mir wur-
den präzise umfangreiche Worte gegeben." (Muslim)46
Der Qur'an erklärt wie in der Schlacht von Badr die
Ungläubigen, die zuvor die Muslime als wenige gesehen hatten,
die Muslimischen Armee kleiner sahen, als sie tatsächlich waren:
Für euch gab es bereits ein Zeichen, als zwei Gruppen aufeinan-
der stießen: Eine Gruppe kämpfte auf Gottes Weg, die andere war
ungläubig. Die letzteren sahen sie mit eigenen Augen als doppelt
soviel als sie selber. Und Gott stärkt mit Seiner Hilfe, wen Er will.
Siehe, hierin ist wahrlich eine Lehre für die Verständigen. (Sure
Al 'Imran: 13)
Durch ein Wunder Gottes sahen die Ungläubigen doppelt so
viele Muslime als sie selbst waren, und dies bewirkte, dass sie
ängstlich wurden und in Panik gerieten. Dies war eine weitere
Weise, wie Gott den Muslimen half und die Ungläubigen ernie-
drigte.
Auch in anderen Schlachten wurden Engel geschickt, um die
Anzahl der Gläubigen aufzublähen, sodass die Muslimische
Armee zahlreicher und stärker erschien. Der folgende Vers be-
zieht sich auf die Schlacht von Hunayn, gefochten im 8-ten Jahr
nach der Hijrah:
Doch dann sandte Gott Seine große Ruhe auf Seinen Gesandten
und auf die Gläubigen nieder und schickte Heerscharen herab,
die ihr nicht saht, und strafte die Ungläubigen. Das ist der Lohn
der Ungläubigen. (Sure at-Tauba: 26)
Während der Zeit des Propheten war es ein Wunder, dass die
Muslime fühlten, dass sie nicht ängstlich und zögerlich wurden,
als sie den feindlichen Armeen gegenüber standen. Der Qur'an er-
zählt uns, dass die Ungläubigen viele starke Männer zusammen-
brachten, um die Muslime zu verletzen und zu unterdrücken, die
in der Unterzahl waren. In dieser Situation wandten sich
die Muslime ergebenst an Gott und legten ihr

117
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

118
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Vertrauen in Ihn. Auf grund seines Schutzes und seiner


Unterstützung waren sie reichlich gesegnet und hatten eine siche-
re Rückkehr. Dies war ein weiteres Wunder, das Gott den
Muslimen in der Schlacht gab, zahlreiche starke und standhafte
Krieger zu besiegen.
O du Prophet! Feuere die Gläubigen zum Kampf an! Sind
auch nur zwanzig Standhafte unter euch, können sie
zweihundert überwinden. Und wenn unter euch hun-
dert sind, so können sie tausend der Ungläubigen
überwinden, weil diese ein Volk ohne Einsicht sind.
Für jetzt hat es euch Gott leichter gemacht; denn Er

119
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

weiß um euere Schwäche. Wenn also unter euch hundert


Standhafte sind, sollen sie zweihundert überwinden; und wenn
unter euch tausend sind, sollen sie mit Gottes Erlaubnis zweitau-
send überwinden. Und Gott ist mit den Standhaften. (Sure al-Anfal:
65-66)
Ein Kommentar im Qur'an fasst die Gründe zusammen, wes-
halb Gott den Muslimen so starke Unterstützung beistellte – die
Tatsache war, dass sie taqwa (Gottesfurcht) und sabr (Beharrlichkeit)
besaßen.
Nachdem der allmächtige Gott uns verboten hat Vertraute außerhalb unserer
eigenen Leute zu nehmen und uns die Gründe genannt hat, versprach Er,
dass Er alle Fallen und Fallstricke der Ungläubigen zunichte machen würde,
solange wir taqwa hätten und beharrlich wären. Er wies zwei Gelegenheiten
hin, in denen er als der Beschützer der Gläubigen agierte, die
eine am Tag von Uhud, die andere am Tag von Badr. An
diesen beiden Tagen vereitelte Gott die Fallen und
Fallstricke der Ungläubigen, wegen der Taqwa und
Beharrlichkeit der Gläubigen. Der Beweis, dass diese
beiden Zwischenfälle als Beispiele angegeben wurden,
dass Gott als Beschützer der Gläubigen handelte und
die Fallen und Fallstricke ihrer Gegner zunichte
machte, liegt in der Tatsache, dass Standhaftigkeit
und Taqwa im vorangehenden Vers genannt
werden: "Aber wenn ihr standhaft und got-
tesfürchtig seid, kann ihre List euch nichts
anhaben."47
Für ihre Taqwa und ihr Sabr wurden
die Muslime mit Seelenfrieden und spiri-
tuellem sowie materiellem Wohlergehen
belohnt.
Diejenigen, zu denen die Leute sagten:
"Passt auf! Die Leute haben sich bereits ge-
gen euch zusammengeschart: Nehmt euch

120
Harun Yahya (Adnan Oktar)

vor ihnen in Acht!" Diese wurden im


Glauben nur stärker und sprachen:
"Uns genügt Gott. Er ist unser bester
Garant!" Sie kehrten mit Gottes Gnade und
Huld zurück, ohne dass sie ein Übel getrof-
fen hätte, und sie strebten nach dem
Wohlgefallen Gottes; und Gott ist voll großer
Huld. (Sure Al 'Imran: 173-174)
Trotz der Tatsache, dass den Götzendienern
alle notwendigen Mittel zur Verfügung standen, ihre
Pläne umzusetzen, waren sie dennoch erfolglos.
Dies, weil der Prophet (s.a.w.s) eine gesegnete
Person war, die unter dem Schutz Gottes handelte.
Gott entschied, dass sie auf wundersame Weise
dem Propheten (s.a.w.s) keinen Schaden zufügen
konnten:
... kann ihre List euch nichts anhaben. Siehe, Gott
umschließt alles, was sie tun. (Sure Al 'Imran: 120)
In anderen Versen versprach Gott, dass dem
Propheten (s.a.w.s) niemand jeglichen phyischen oder spi-
rituellen Schaden zufügen könne:
Und ohne Gottes Gnade und Barmherzigkeit gegen dich hät-
te ein Teil von ihnen gewiss versucht, dich irrezuführen.
Aber sie führen nur sich selber irre, ohne dir das geringste zu
schaden. Und Gott hat die Schrift und die Weisheit hinabge-
sandt und hat dich gelehrt, was du nicht wusstest. Und
Gottes Gnade gegen dich war groß. (Sure an-Nisa': 113)
Sie lauschen jeder Lüge und verschlingen Unerlaubtes! So sie
zu dir kommen, richte zwischen ihnen oder wende dich von
ihnen ab. Wenn du dich von ihnen abwendest, werden sie dir
nichts zuleide tun. Und wenn du richtest, richte zwischen ihnen in
Gerechtigkeit. Siehe, Gott liebt die Gerechtigkeit Übenden. (Sure
al-Ma'ida: 42)

121
122
ur Gott besitzt das vollständige Wissen
über das Verborgene. Er kennt jedes Detail
über die Vergangenheit, die Gegenwart und
die Zukunft. Gott erschuf die Zeit und lehrte die Menschen diesen
Begriff. Gott kennt und kontrolliert alles, was im Universum ge-
schieht. Er kennt das Geheimnis von Allem. Trotzdem kann er
sich entscheiden, einen Teil seines Wissens seinen auserwählten
Gesandten mitzugeben, in dem Maße, wie es ihm gefällt:
Er kennt das Verborgene und Er teilt keinem Seine
Geheimnisse mit. Außer einem Gesandten, der Ihm
wohlgefällt. Dann lässt Er vor Ihm und hinter ihm ei-
ne Wache aufziehen. (Sure al-Dschinn: 26-27)
Gemäß dem Qur'an waren die Propheten
Yusuf (a.s), Isa (a.s) und Muhammad
(s.a.w.s) auserwählte Gesandten Gottes, de-
nen etwas Wissen über das Verborgene ge-
geben wurde. Gott offenbarte dem
Propheten (s.a.w.s) viele Geheimnisse;
er wußte von vergangenen
Vorkommnissen, die niemand
sonst wissen konnte, und von

123
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

vielen Ereignissen, die in der Zukunft stattfinden würden.


Dies ist eine Schilderung von (dir) Unbekanntem, die Wir dir of-
fenbaren... (Sure Yusuf: 102)
Dieses Wissen des Verborgenen war keine angeborene
Fähigkeit des Propheten (s.a.w.s). Es war ein Wunder, das ihm
von Gott geschenkt wurde. Er übermittelte das Wissen des
Verborgenen in dem Maße, wie Gott es bestimmte. Während sei-
nes Lebens teilte der Prophet (s.a.w.s) den Leuten Dinge mit, die
nur von Gottes Offenbarung gewusst werden konnten, und das
war ein Zeichen, dass er in der Tat ein Prophet war. Trotz dieser
Kenntnis und gehorsam zu dem folgenden Vers blieb der Prophet
(s.a.w.s) jedoch höchst bescheiden und demütig:
Sprich: "Ich vermag nicht, mir selbst zu nutzen oder zu schaden,
es sei denn, wie Gott will. Und wenn ich das Verborgene kannte,
wahrlich, dann hätte ich des Guten in Menge und nichts
Schlimmes berührte mich. Ich bin nur ein Warner und ein
Verkünder froher Botschaft für ein gläubiges Volk." (Sure al-
A'raf: 188)
Der Prophet erhielt dieses einzigartige Wissen vom Qur'an
und von anderen Göttlichen Offenbarungen, die ihm gegeben
wurden. Einiges von diesem Wissen betraf Ereignisse der un-
mittelbaren Zukunft, wie der bevorstehende Sieg in der Schlacht,
einiges von dem Wissen betraf Ereignisse, die einige Jahre nach
seinem Tod stattfinden würden, wie das Martyrium einiger seiner
Gefährten; während anderes besonderes Wissen wiederum, wie
die Zeichen des Letzten Tages, noch immer, 1400 Jahre nachdem
sie zum ersten Mal angekündigt wurden, bezeugt werden. Al-
Bukhari, Muslim, Abu Dawud, At-Tirmidhi, An-Nasa'i, Ibn Majah
und andere stimmen in bezug auf die Wahrheit des Wissens des
Verborgenen überein, wie es in den Geschichten über den
Propheten im Hadith erzählt wird.

124
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Der Prophet (s.a.w.s) wusste von


Ereignissen, von denen niemand sonst wis-
sen konnte
Der Prophet (s.a.w.s) wusste manchmal von Ereignissen und
Vorkommnissen, von denen niemand sonst wissen konnte. Das ist
so, weil Gott ihm dieses Wissen offenbarte. Bei einer Gelegenheit
spricht Gott im Qur'an über ein Geheimnis, das der Prophet
(s.a.w.s) einer seiner Frauen anvertraute. Dennoch teilte sie das
Geheimnis einer anderen Person mit. Gott erzählte dies dem
Propheten (s.a.w.s). Als der Prophet (s.a.w.s) seiner Frau sagte,
dass er wüsste, was sie getan hatte, fragte sie ihn, wer ihm das ge-
sagte hatte. Darauhin sagte der Prophet (s.a.w.s), dass Gott ihn in-
formiert hatte. Gott erzählt uns im Qur'an von diesem
Vorkommnis:
Als der Prophet einer seiner Gattinnen vertraulich etwas mitteil-
te, sie es aber weitersagte und Gott ihm davon Kunde gab, da ließ
er einen Teil davon wissen und verschwieg einen Teil. Und als er
es ihr vorhielt, fragte sie: "Wer hat dir dies gesagt?" Er antwortete:
"Gesagt hat es mir der Wissende, der Weise." (Sure at-Tahrim: 3)
Bei einer anderen Gelegenheit, nach der Schlacht von Badr,
war einer der Gefangenen der Muslime Abbas, der Onkel des
Propheten (s.a.w.s), der zu jener Zeit ein Ungläubiger gewesen
war. Als der Prophet (s.a.w.s) von ihm verlangte, daß er den
Muslimen Lösegeld zahlen solle, teilt der Onkel ihm mit, dass er
dessen unfähig sei, da er kein Geld besaß. Der Prophet (s.a.w.s)
fragte daraufhin seinen Onkel, was mit Geld geschehen sei, wel-
ches die Frau von Abbas, Umm al-Fadl, nach seinem Verlangen
für ihn aufbewahren sollte, als er nach Makkah zur Schlacht ging.
Abbas fragte den Propheten (s.a.w.s), wie er darüber
Bescheid wusste, da sie in der Nacht stattgefunden hatte,

125
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

als niemand sonst anwesend war. Der Prophet (s.a.w.s) antwor-


tete ihm, dass ihm Gott geoffenbart hatte. Zu dem Zeitpunkt be-
griff Abbas, dass Muhammad (s.a.w.s) der wahre Bote Gottes war,
und dass er den Islam mit ganzem Herzen akzeptiert hatte.
(Musnad Ahmad, Muslim und Tafsir Ibn Kathir)
Gott informierte den Propheten (s.a.w.s) durch
Offenbarungen im Qur'an auch über die verborgene Seite einiger
Leute und ihrer innersten Gedanken und Handlungen. Er enthüll-
te die Lügen der Heuchler und ihre wahren Absichten hinter den
falschen Worten. Auf diese Weise war der Prophet (s.a.w.s) im-
stande zu ermitteln, wer ein wahrer Muslim und wer ein Heuchler
war, und auf wen er sich verlassen konnte. Dies war wahrlich ein
großer Beistand und Schutz Gottes für den Propheten (s.a.w.s),
der ein Ziel für die Heuchler war. Gott informierte den Propheten
(s.a.w.s) auch, wie er zu handeln und was er zu sagen hätte:
Dann, nach dem Kummer, sandte Er auf euch ein Gefühl von un-
gestörter Sicherheit nieder. Schläfrigkeit überkam einen Teil von
euch; ein anderer Teil aber kümmerte sich nur um sich selbst und
begann, ungerecht über Gott zu denken, in heidnischem Denken.
Sie sprachen: "Haben wir hier irgend etwas zu sagen?" Sprich:
"Siehe, alle Entscheidung liegt bei Gott." Sie verbargen in ihren
Seelen, was sie dir nicht mitteilten, indem sie sprachen: "Hätten
wir etwas zu sagen gehabt, lägen wir hier nicht erschlagen!"
Sprich: "Wärt ihr auch in eueren Häusern gewesen, wahrlich, je-
ne, denen der Tod bestimmt war, wären zu ihrer Todesstätte auf-
gebrochen. Dies damit Gott prüfe, was in eueren Brüsten ist, und
erforsche, was in eueren Herzen ist. Und Gott kennt das Innerste
der Brüste." (Sure Al 'Imran: 154)
Und sie spielen Gehorsam vor. Sobald sie jedoch von dir weggehen,
brütet ein Teil von ihnen des Nachts etwas anderes aus als was sie
sagten. Gott aber schreibt auf, was sie ausbrüten. Darum wende dich
von ihnen ab und vertraue auf Gott; und Gott genügt als Beschützer.
(Sure an-Nisa': 81)

126
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Die Zuhausegebliebenen von den Wüstenarabern werden dir sa-


gen: "Wir hatten mit unseren Herden und unseren Familien zu
tun. Darum bitte für uns um Verzeihung!" Sie sprechen mit ihren
Zungen, was nicht in ihren Herzen ist! Sprich: "Wer vermag etwas
für euch bei Gott auszurichten, wenn Er euch schaden oder euch
nützlich sein will? Nein! Gott weiß genau, was ihr tut. (Sure al-
Fath: 11)
(Noch) andere haben eine Moschee erbaut, um Unheil,
Unglauben und Spaltung unter den Gläubigen zu stiften. und als
Rückhalt für den, welcher zuvor Gott und Seinen Gesandten be-
kämpft hatte. Und wahrlich, sie schwören: "Wir bezwecken ja nur
Gutes!" Aber Gott ist Zeuge, dass sie Lügner sind. Stehe niemals
(als Betender) in ihr. Wahrlich, es gibt eine Moschee, vom er-

127
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

sten Tag an auf Frömmigkeit gegründet; geziemender ist es, dass


du in ihr stehst. In ihr sind Leute, die sich zu läutern wünschen;
und Gott liebt die sich Läuternden. (Sure at-Tauba: 107-108)

Der Prophet (s.a.w.s) gab Antworten,


bevor die Menschen die Fragen stellten
Gemäß dem Hadith war der Prophet (s.a.w.s) imstande
Fragen zu beantworten, bevor sie gestellt wurden; zu wissen, wer
sein Haus besuchen oder einen Raum betreten würde, bevor es je-
mand tatsächlich tat, und zu wissen, warum jemand zu spät
kam.48 Es gibt viele Beispiele dieser Wunder im
Hadith. In einem Hadith gibt
der Prophet (s.a.w.s) eine
Antwort auf eine Frage,

128
Harun Yahya (Adnan Oktar)

über die Abu Sufyan ibn al-Harith nachdachte:


Abu Sufyan würde in einer Ecke der Moschee sitzen. Eines Tages verließ
der Prophet sein Haus, eingehüllt in seine Kleidung. Von dort, wo er saß,
sagte Abu Sufyan: "Ich wundere mich, wie er siegreich sein konnte." Der
Prophet näherte sich Abu Sufyan und schlug ihm mit der Hand auf den
Rücken, sagend: "Ich besiegte Dich durch Gottes Hilfe." Abu Sufyan er-
widerte: "Ich bin Zeuge, dass Du der Prophet Gottes bist." (Ibn al-Harith;
Ibn Hajar al-'Asqalani, al-Matalib al-Aliyah)
Es gibt einen Hadith über Wabisah ibn Masad, in dem ein
Beispiel davon enthalten ist, wie der Prophet (s.a.w.s) eine Frage
verstehen und beantworten konnte, die eine Person erst noch im
Gedanken formulierte:
Wabisah ibn Ma'bad sagte: "Ich kam zum Gesandten Gottes und er sagte
"Du bist gekommen, um über Frömmigkeit (birr) zu fragen?" Ich sagte:
"ja!" Er sagte: "Frag Dein Herzen nach einem Urteil. Frömmigkeit ist das,
wogegen das Selbst und das Herz ruhig ist. Pietätlosigkeit (ithm) ist das,
was das Selbst in Unruhe versetzt und dassich unruhig in der Brust auf
und ab bewegt, obwohl die Leute öfters ein Urteil über Dich abgeben [so,
wie es die Sache zulässt]" . (Ein guter Hadith, der in den 2 Musnad der
Imame Ahmad ibn Hanbal und ad-Darimi erzählt wird, mit einem guten
Isnad.)
Ein weiteres Beispiel, wie der Prophet (s.a.w.s) die Gedanken
und Absichten einer Person wissen konnte, ist im Hadith ersicht-
lich, wie Abu'd-Darda zum Muslim wurde:
Abu´d-Darda betete ein Götzenbild an. Abdullah ibn Rawahah and Abu
Salamah zogen los und zerstörten das Götzenbild. Als Abu´d-Darda kam
und das Götzenbild in diesem Zustand sah, konnte er es nicht unterlassen,
[zum Götzenbild] zu sagen: "Schämst Du Dich nicht, konntest Du Dich
nicht verteidigen?" Als er später zum Propheten kam, sah ihn Ibn
Rawahah des Weges kommen und sagte: "Das ist Abu´d-Darda. Er muß
gekommen sein, um nach uns zu schauen!" Der Prophet Gottes sagte:
"Nein! Er kommt, um Muslim zu werden. Mein Herr versprach, dass
Abu´d-Darda ein Muslim werden würde."49

129
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte seinen


Gefährten seinen eigenen Tod voraus
Es war ein Wunder des Propheten Muhammad (s.a.w.s), dass
Gott ihm die Fähigkeit gewährte, seinen eigenen Tod und den sei-
ner engen Gefährten vorherzusagen. Im Hadith sagte der Prophet
(s.a.w.s), dass er als erster unter den Gefährten sterben würde:
Der Prophet Gottes sah uns an und sagte: "Ihr meint, dass ich der letzte
bin, der sterben wird. Seid gewarnt! Ich werde noch vor euch allen sterben!
Ihr werdet nach mir sterben."50
Es erzählte 'Uqbah ibn 'Amir: Der Prophet ging hinaus und führte das
Beerdigungs-Gebet für die Märtyrer (der Schlacht) von Uhud aus, dann
stieg er hinauf zum Minbar und sagte:"Ich werde euch vorangehen, und
ich bin ein Zeuge gegen euch, und – durch Gott! – starre ich grade auf mei-
nen Teich. Und mir wurden die Schlüssel zu den Schatzkammern der Erde
gegeben." – "Und – bei Gott! Ich fürchte nicht, dass ihr nach mir
Götzendiener werdet, aber ich fürchte, dass ihr um sie [die
Schatzkammern] streiten werdet." (Al-Bukhari)
Abu Muwyahibah erzählte: Der Gesandte Gottes rief mitten in der Nacht
nach mir und sagte mir: "Abu Muwayhibah. Mir wurde aufgetragen, für
die Märtyrer von Baqi´ [Friedhof] um Vergebung zu beten, also folge mir."
Ich ging mit ihm, und als er unter ihnen stand, sagte er: "Der Frieden sei
mit euch, Bewohner der Gräber. Möge die Situation, in der ihr seid, ange-
nehmer sein als die Situation der Leute, denn Widerwärtigkeiten sind wie
dunkle Flicken der Nacht angerückt, eine nach der anderen folgend, und je-
de ist schlimmer als die vorherige." Dann näherte er sich mir und sagte:
"Abu Muwayhibah, mir wurden die Schlüssel zu den Schatzkammern der
Welt und einem dauerhaften Leben in ihnen gegeben, gefolgt vom Garten,
und mir wurde die Wahl zwischen diesen und dem Treffen mit meinem
Herrn und dem Garten gegeben, also entschied ich mich für das Treffen
mit meinem Herrn und dem Garten." (At-Tabari, Ahmad, Ibn Sa'd, al-
Baghawi und Ibn Mandah)

130
Harun Yahya (Adnan Oktar)

131
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Prophet (s.a.w.s) lieferte viele Details zu seinem heran-


nahenden Tod, sogar die Ankündigung, an welchem Tag und in
welcher Stadt er von dieser Welt gehen würde:
... Ich wurde am Montag geboren. Die Offenbarung kam am Montag. Ich
zog fort am Montag und ich werde am Montag sterben.51
Ibn Abbas erzählte: "Der Prophet wurde an einem Montag geboren, er
wurde an einem Montag zum Propheten, er zog an einem Montag von
Makkah fort und betrat Madinah an einem Montag. Makkah wurde [dem
Islam] an einem Montag geöffnet, und er starb an einem Montag." (Ibn
Hanbal und al-Bayhaqi)52
Der Platz, zu dem ich ausgewandert bin und an dem ich sterben werde –
wo ich beerdigt werden soll, wenn ich sterbe – ist Madinah.53
Madinah ist, wohin ich ausgewandert bin. Ich werde dort sterben und auf-
steigen!54

132
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den


Märtyrertod einiger seiner Gefährten
voraus
Als Wunder Gottes kündigte der Prophet (s.a.w.s), genauso
wie er seinen eigenen Tod voraussagte, den Tod einiger seiner
Gefährten an, lange bevor sie starben. In diesen Hadithen gibt es
viele Details zum Tod der Gefährten. Er sagte, dass einige
Gefährten den Märtyrertod sterben würden, und er enthüllte den
Ort, wo sie sterben würden.

133
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den


Märtyrertod von Umar voraus
Es erzählte Anas bin Malik: "Der Prophet erklomm einmal den Berg Uhud
mit Abu Bakr, ´Umar und `Uthman. Der Berg erzitterte ihnen. Der
Prophet sagte (zum Berg): Sei beständig, Uhud! Denn auf Dir befinden
sich nicht mehr als ein Prophet, ein Siddiq und 2 Märtyrer." (Al-Bukhari)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den


Märtyrertod von Uthman voraus
Ibn 'Adi und Ibn 'Asakir erzählten von Anas: "Der Gesandte Gottes sag-
te: ´Uthman! Dir wird das Kalifat nach mir gegeben, aber die Heuchler
werden wollen, dass Du es ablehnst. Lehn es nicht ab, sondern faste an die-
sem Tag, sodass du das Fasten mit mir unterbrechen kannst.`" (Erzählt
von Anas durch Ibn 'Asakir in Tarikh Dimashq)
At-Tabarani und al-Bayhaqi erzählten von Zayd ibn Arqam: "Der Prophet
schickte mich aus, indem er sagte: `Geh und treffe Abu Bakr. Du wirst ihn
in seinem Haus sitzend antreffend, eingehüllt in seine Kleidung, mit hoch-
gezogenen Beinen. Gib ihm die Freudenbotschaft vom Garten. Gehe so-
dann zum Berg, bis Du `Umar findest, der einen Esel reitet, und dessen
hohes Gerüst sich in der Ferne abzeichnet. Gib ihm die Freudenbotschaft
vom Garten. Dann gehe zu `Uthman, den Du auf dem Markt findest, beim
Verkaufen und Einkaufen. Und gib ihm die Freudenbotschaft vom Garten,
nach einem grauenhaften Leidensweg.` Ich ging los und fand sie, so wie es
der Bote gesagt hatte, und ich teilte es ihnen mit." (Zayd ibn Arqam er-
zählte dies, und es ist übermittelt durch at-Tabarani in al-Awsat, al-
Bayhaqi in Dala'il an-nubuwwah, und adh-Dhahabi im Siyar)
At-Tabarani erzählte von Zayd ibn Thabit, der erzählte, dass er den
Propheten sagen hörte: "Uthman besuchte mich, als einer der Engel bei
mir war, und letzterer sagte: ´Das ist ein Märtyrer, seine eigenen Leute
werden ihn ermorden. Wir scheuen ihn.`" (Zayd ibn Thabit erzählte
dies, und es ist übermittelt durch at-Tabarani in al-Kabir 5:159)

134
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den


Märtyrertod von ´Ali voraus
Al Hakim – der dies als korrekt deklarierte – und Abu Nu´aym erzählten
von ´Ammar ibn Yasir, dass der Prophet zu ´Ali sagte: "Der größte aller
Leute ist der, welcher Dich hier schlagen wird." – ein Hinweis auf seinen
Tempel – "bis Blut dies aufsaugt" – ein Hinweis auf seinen Bart. (Ahmad
in seinem Musnad, an-Nasa'i in as-Sunan al-Kubra, Abu Nu'ayms
Dala'il an-Nubuwwah, und al-Hakim)
Al-Tabarani und Abu Nu'aym erzählten von Jabir ibn Samurah, der sag-
te: ""Der Gesandte Gottes sagte zu ´Ali: ´Dir wird Herrschaft und Kalifat
gegeben; und wahrlich, dies wird damit rotgefärbt sein,` ein Hinweis auf
seinen Bart mit [Blut vom] Kopf." (At-Tabarani in al-Kabir und al-Awsat)
Al Hakim erzählte von Anas, der sagte: Ich ging mit dem Propheten hin-
ein und sah ´Ali, der krank da lag, während Abu Bakr und `Umar ihn be-
suchten. Der eine von ihnen sagte zum anderen: ´Ich glaub nicht, dass er
überleben wird´, wohingegen der Gesandte Gottes sagte: `In Wahrheit
wird er nur ermordet sterben.` (Al Hakim)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den


Märtyrertod von Husayn voraus
Ibn Rahwayh, al-Bayhaqi, und Abu Nu'aym erzählten von Umm Salamah,
"Der Gesandte Gottes legte sich eines Tages hin und erwachte, eine hand-
voll rote Erde in der Hand haltend, die er hin und her drehte. Ich sagte:
´Was ist diese Erde, Gesandter Gottes?` Er antwortete: `Jibril informierte
mich, dass dieser Eine – er meinte Husayn – im Land des Iraq getötet wer-
den würde, und dies ist seine Ruhestätte.`" (Erzählt von Umm Salamah
durch Ibn Abi 'Asim in al-Ahad wa al-Mathani, at-Tabarani in al-Kabir,
und al-Hakim)
Ibn as-Sakan, al-Baghawi, und Abu Nu'aym erzählten von Anas ibn al-
Harith, der sagte: "Ich hörte den Gesandten Gottes sagen: ´Wahrlich

135
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

dieser mein Sohn – er meinte Husayn – wird in einem


Land namens Kerbela getötet. Wer auch immer von euch
dann anwesend sein wird, helft ihm!` Demzufolge ging
Anas ibn al-Harith nach Kerbela, wo er mit Husayn getö-
tet wurde." (Erzählt von Suhaym, von Anas ibn Malik
durch Abu Nu'aym im Dala'il und al-Baghawi und Ibn
as-Sakan in deren Compendia zu den Gefährten. Vgl. Ibn
Hajar, Isabah; al-Bukhari, al-Tarikh al-Kabir; al-Isti'ab; al-
Khasa'is al-Kubra)
Diese Vorhersagen des Märtyrertodes von
Umar, Uthman, Ali und Husayn bewahrheiteten sich
im Anschluß, und nach dem Propheten starben viele
aufrichtige Muslime, die die große Verantwortung
für die Ausbreitung des Islam auf sich nahmen, den
Märtyrertod.
Es gibt auch viele Verse im Qur'an und Hadith,
die den Sieg gewisser Armeen und die Eroberung
vieler Gegenden erzählen, viele Jahre bevor diese
Ereginisse eintraten.

Der Sieg der Byzantiner


Eine der Vorhersagen im Qur'an über die
Zukunft befindet sich am Anfang der Sure ar-Rum.
In diesem Vers sagt Gott, dass das Byzantinische
Imperium eine Niederlage erfahren hat, aber dass es
bald wieder siegreich sein würde:
A. L. M. Besiegt sind die Byzantiner Im Land nahe-
bei. Aber nach ihrer Niederlage werden sie siegen,
In wenigen Jahren. Gott steht die Entscheidung zu,
vorher wie nachher. Und an jenem Tage werden die
Gläubigen frohlocken. (Sure ar-Rum: 1-4)

136
Harun Yahya (Adnan Oktar)

137
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Ausdruck "In wenigen Jahren" bedeutet 3-9 Jahre.


613 hatten die Zoroastrischen Perser die Christlichen
Byzantiner bei Antiochia besiegt, und sie waren weiterhin sieg-
reich über Damaskus, Kilikien, Tarsus, Armenien und Jerusalem.
Der Verlust von Jerusalem 614 und die Zerstörung der
Grabeskirche war ein besonders großer Schlag für die
Byzantiner. 55 Diese Qur'anischen Verse, die den Sieg der
Byzantiner ankündigen, wurden ungefähr 7 Jahre später, um 620
herabgeschickt.
In jener Zeit gab es eine Menge ernsthafter Bedrohungen für
die Byzantiner, nicht nur von den Persern, sondern auch von den
Avaren, Slaven und Lombarden. Die Avaren waren bis zu den
Mauern von Konstantinopel gelangt. Der Byzantinische Imperator
Heraklius hatte angeordnet, dass das Gold und Silber der Kirchen
eingeschmolzen und in Geld umgewandelt werden sollte, um die
Kosten der Armee zu finanzieren. Nicht zufrieden damit, ließ er
sogar Bronze-Statuen einschmelzen und das Metall dafür zu ver-
wendem Münzen herzustellen. Viele Gouverneure rebellierten ge-
gen Heraklius, und es kam zu dem Punkt, wo das Imperium da-
bei war auseinandergerissen zu werden.
Die Situation war so schlimm, dass erwartet wurde, dass das
Byzantinische Imperium zusammenbrechen würde, und die
Arabischen Götzendiener waren überzeugt, dass sich die
Prophezeiungen des Qur'an niemals bewahrheiten würden.
Dennoch drang Heraklius 622 in Armenien ein und besiegt
die Perser in einer Reihe von Schlachten.56 Im Dezember 627 gab
es eine große Schlacht zwischen den Byzantinern und den Persern
in der Nähe der Ruinen von Nineveh, 50 Kilometer östlich vom
Fluss Tigris, in der Nähe des späteren Bagdad. Hier schlugen die
Byzantiner die Perser. Einige Monate später waren die Perser ge-
zwungen ein Abkommen zu unterzeichnen, um die besetzten
Gegenden an die Byzantiner zurückzugeben.57

138
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Der Byzantinische Sieg über den Persischen Imperator,


Khosrow II, war vollendet, als Jerusalem zurückgegeben wurde
und die Grabeskirche wieder unter Christliche Kontrolle kam.58
Demnach geschah der Sieg der Byzantiner, den Gott offen-
bart und der Prophet (s.a.w.s) verkündet hat, auf wundersame
Weise innerhalb von 3-9 Jahren, wie der Vers es sagt.

Die Öffnung von Makkah zum Islam


Als die Muslime von Makkah nach Madinah ausgewandert
waren, machten es ihnen die Ungläuben sehr schwer zurückzu-
kehren, und sie hinderten sie daran, ihr Hajj oder ´Umrah auszu-
üben. Des weiteren versuchten die Ungläubigen von Makkah
wiederholt die Muslime in Madinah anzugreifen, aber sie waren
nicht erfolgreich.
Ungefähr 6 Jahre nach der Hijrah hatte der Prophet (s.a.w.s)
einen Traum, dass er und einige seiner Gefährten den tawaf um die
Kab´ah in thram in vollständiger Sicherheit und ohne Angst vor
Angriffen ausführten. Der Prophet (s.a.w.s) teilte diese gute
Nachricht sofort seinen Gefährten mit. Al-Bukhari erzählt diese
Geschichte von Abu Musa über die Öffnung von Makkah:
Der Prophet sagte: "Ich sah in einem Traum, dass ich ein Schwert
schwang, und es zerbrach in der Mitte, und sehet, das symbolisiert die
Todesopfer, die die Gläubigen am Tag (der Schlacht) von Uhud erlitten
hatten. Dann schwang ich das Schwert erneut, und es wurde besser, als es
jemals war, und sehet, das symbolisiert die Öffnung von Makkah (zum
Islam), die Gott hervorgebracht hat, und die Versammlung der
Gläubigen." (Al-Bukhari)
Als eine Hilfe und Unterstützung für den Propheten (s.a.w.s)
offenbarte Gott den 27-ten Vers der Sure al-Fath, in welchem er
sagte, dass der Traum wahr war, und dass, wenn Er es wollte,
die Gefährten Makkah betreten würden:

139
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Wahrlich, Gott wird das Traumgesicht Seines Gesandten wahr-


machen: Er wird euch, so wie Gott es will, in völliger Sicherheit
in die unverletzliche Moschee führen, mit geschorenem Haupt
oder gekürztem Haar. Fürchtet euch nicht; denn Er weiß, was ihr
nicht wisst. Und Er hat euch außer diesem einen weiteren nahen
Sieg bestimmt. (Sure al-Fath: 27)
In Dhu'l-Qadah of 6AH machte sich der Prophet (s.a.w.s) mit
1500 Leuten auf den Weg nach Makkah, um ´Umrah auszuüben.
Das verärgerte die Götzendiener von Makkah, die ausmarschier-
ten, um sie aufzuhalten. Der Prophet (s.a.w.s) und die Muslime
begaben sich auf eine Ebene namens Hudaybiyah nördlich von
Makkah und schlugen dort das Lager auf. Die Götzendiener und
die Muslime traten in
Verhandlungen und es wur-
de ein Friedensvertrag na-
mens Vertrag von
Hudaybiyah unter-

140
Harun Yahya (Adnan Oktar)

141
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

zeichnet. Das ermöglichte den Muslimen, unter anderem, im fol-


genden Jahr zurückzukehren und ihre ´Umrah in Sicherheit aus-
zuüben, wie es vormals im Ayat 26 der Sure al-Fath prophezeit
wurde.
Im Tafsir al-Jalalayn wird dieses Ayat wie folgt beschrieben:
Im Jahr Hudaybiyah, vor dem Aufbruch, sah der Bote Gottes in einem
Traum, dass er Makkah betreten würde, er und seine Gefährten, und dass
sie ihre Haare abschneiden und kürzen würden, und so teilte er dies seinen
Gefährten mit und sie freuten sich. Als sie mit ihm auszogen blockierten
die Ungläubigen bei Hudaybiyah. Sie kehrten zurück, was schwer für sie
war, und einige der Heuchler fielen in Zweifel, so ist es geoffenbarte ... "[Er
wusste, was Du nicht wusstest, und bestimmte, an stelle von diesem,] ei-
nen bevorstehenden Sieg", was die Öffnung von Kaybar zum Islam war.
Und der Traum wurde im anschließenden Jahr wahr.59

Die Öffnung von Ägypten zum Islam


Abu Dharr berichtete den Propheten sagen: Du wirst bald Ägypten er-
obern, und das ist ein Land, in dem der Qirat60 genannt wird. Wenn Du
es also eroberst, behandle seine Einwohner gut. (Muslim)
In diesem Hadith kündigte der Prophet (s.a.w.s) die heran-
nahende Öffnung Ägyptens zum Islam an. Zum Zeitpunkt der
Ankündigung regierten die Römer Ägypten, und die Muslime
waren nicht imstande es mit der Römischen Armee aufzunehmen.
Dennoch bewahrheiteten sich die Worte des Propheten (s.a.w.s).
Nicht lange nach seinem Tod, im Jahre 641 während des Kalifats
von ´Umar, öffneten die Muslime unter der Führung von 'Amr ibn
al-'As Ägypten dem Islam.61

142
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Die Einnahme der Länder von Rom und


Persien
Khosrow wird sterben, und es wird keinen Khosrow nach ihm geben. Cäsar
wird sterben, und es wird keinen Cäsar nach ihm geben, aber Ihr werdet
ihre Schätze auf Gottes Weise verteilen. (Muslim)
Das Wort Khosrow war der Name, der für alte Persische
Könige verwendet wurde. Das Wort Cäsar war die Bezeichnung
des Römischen Imperators, und nach dem Fall des Weströmischen
Reichs verwendeten nur noch Könige von Byzanz diesen Titel.
Der Prophet (s.a.w.s) kündigte in dem Hadith an, dass die
Schatzkammern dieser beiden Könige in Muslimische Hände fal-
len würden.
Zum Zeitpunkt dieser Ankündigung besaßen die Muslime
weder die militärische Stärke noch die ökonomische Organisation,
um solche Siege zu erringen, da das Byzantinische und Persische
Reich sehr mächtig waren. Dennoch entfalteten sich die Ereignisse
wie vorhergesagt. Während des Kalifats von Umar wurde Persien
besiegt, was der Herrschaft der Khosrows ein Ende brachte.
Vor dem Tod von Heraklius, dem Cäsar jener Zeit, im Jahr
641, geriet die Schatzkammer während des Kalifats von Abu Bakr
in Muslimische Hände. Viele Zentren unter der Herrschaft des
Imperators wurden erobert, darunter Jordanien, Palästina,
Damaskus, Jerusalem, Syrien und Ägypten. Konstantinopel wur-
de schließlich 1453 vom Ottomanischen Sultan, Fatih Sultan
Mehmed (Mehmed der Eroberer),62 in Erfüllung eines Hadith des
Gesandten Gottes, das vom Imam Ahmad aufgezeichnet wurde,
eingenommen. Im Anschluss an den Fall des Oströmischen
Imperiums wurde der Titel Cäsar (Qaisar) nicht mehr verwendet.
Demnach traten all diese größeren Siege, die vom ökonomischen
und politischen Standpunkt als unmöglich erschienen,

143
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

während der Zeit des Propheten


(s.a.w.s) als Wunder hervor, die Gott
Muhammad (s.a.w.s) und seinen
Nachfolgern gegeben hatte.

Die Ankündigung des


Todes des Persers
Khosrow durch den
Propheten (s.a.w.s)
Zeit seines Lebens sandte der Prophet
(s.a.w.s) seine Botschaft mittels Boten und
Briefen an Herrscher und Administratoren, in
dener er sie aufrief, sich dem Islam zu unter-
werfen. Historische Quellen berichten uns, dass
einige von ihnen diesen Aufruf unmittelbar be-
achteten, und dass andere auf ihrer Ablehnung
beharrten, wobei sie sich mit Götzendienern,
Heuchlern und Ungläubigen zusammentaten.

144
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Einer der Herrscher, die der


Prophet (s.a.w.s) eingeladen hatte,
den Islam zu akzeptieren, war der
Persische Khosrow seiner Zeit,
Parviz ibn Hurmuz. Muhammad
(s.a.w.s) schickte Abdullah ibn
Hudhafah als Boten zu ihm. Ibn
Hurmuz aber wies die Botschaft des
Propheten (s.a.w.s) ab, und zeigte sich
den Muslimen gegenüber feindselig. Er
sandte 2 Boten aus um den Muslimen
mitzuteilen, dass sie sich ihnen unterwer-
fen sollten. Zunächst lud der Prophet
(s.a.w.s) die 2 Boten ein um den Islam zu ak-
zeptieren; dann verließ er sie und teilte ihnen
mit, dass er ihnen seine Entscheidung am fol-
genden Tage kundgeben würde.63 Am folgen-
den Tag gab der Prophet (s.a.w.s) den Boten
diese Nachricht, die er von Gott erhalten hatte:

145
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gott wird Khosrow viele Widerwärtigkeiten schicken vermittels seines


Sohnes Shirevey, der ihn in solch-oder-solchem Monat, an solch-oder-sol-
cher Nacht, zu solch-oder-solcher Stunde töten würde! (Tafsir of Imam at-
Tabari)
Er teilte ihnen auch persönlich mit, dass sie dem
Administrator des Yemen, Badhan, der die Botschaft von
Khosrow weitergeleitet hatte, sagten:
Sagt ihm, dass sich meine Religion und mein Imperium weit über das
Königreich von Khosrow erstrecken werden; und sagt ihm von mir:
"Nimm den Islam an, und ich werde Dich in dem bestätigen, was Du hast,
und ich werde Dich zum König über die Leute von Yemen ernennen." (At-
Tabari)
Die Botschafter kehrten sodann nach Yemen zurück und erzählten, was ge-
schehen war. Badhan sagte: "Wir werden sehen, was als nächstes ge-
schieht. Wenn das, was er gesagt hat, wahr ist, dann ist er der Prophet, den
Gott gesandt hat!" (At-Tabari)
Sodann drehte er sich zu seinen Männern und fragte sie, was
sie von ihm hielten. Die Botschafter waren höchst beeindruckt
vom Propheten (s.a.w.s) und sagten: "Wir haben noch nie einen
Herrscher gesehen, majestätischer, furchtloser und ungeschützter
als er. Er wandelt demütig unter den Menschen."
Badhan wartete eine zeitlang, und dann wollte er sehen, ob
das, was der Prophet (s.a.w.s) über Khosrow gesagt hatte, wahr
werden würde. Als er sah, dass dem so war, kündigte er an, dass
er sich sicher sei, dass der Prophet (s.a.w.s) der Gesandte Gottes
sei. Gemäß dem Hadith und anderen historischen Dokumenten
hatte Badhan einen Brief erhalten, den Khosrows Sohn, Shireveyh
geschrieben hatte:
"Ich habe den Khosrow getötet. Wenn Euch dieser Brief erreicht, nehmt
den Eid der Loyalität von den Leuten in meinem Namen. Hinsichtlich des-
sen, was Khosrow euch geschrieben hat, wartet und unternehmt nichts, bis
ein neuer Befehl von mir kommt." (At-Tabari)

146
Harun Yahya (Adnan Oktar)

147
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

148
Harun Yahya (Adnan Oktar)

149
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Als Badhan und seine Männer nachrechneten, erkannten sie,


dass all dies geschah, wie der Prophet sagte, dass es geschehen
würde64. Badhan kam nach diesem Wunder zum Glauben, und er
akzeptierte den Islam, gefolgt von den Yemeni Abna.65 Badhan
wurde der erste Gouverneur, der vom Propheten (s.a.w.s) ernannt
wurde, und der erste Persische Gouverneur, der Muslim war.66

Zeichen des Letzten Tages


Es gibt eine Anzahl von Vorhersagen über Ereignisse in fer-
ner Zukunft, von denen wir schon jetzt sehen, dass sie sich entfal-
ten, 1400 Jahre, nachdem sie der Prophet (s.a.w.s) erwähnt hatte.
Anas ibn Malik sagte: "Ich werde Dir ein Hadith vortragen, das ich vom
Gesandten Gottes gehört habe, und dass Dir niemand nach mir mitteilen
wird. Ich hörte ihn sagen: ´Unter den Zeichen der Stunde wird das
Verschwinden des Wissens und das Erscheinen der Ignoranz sein,
Ehebruch wird vorherrschenund das Trinken von Wein wird üblich sein.
Die Zahl der Männer wird abnehmen und die Zahl der Frauen zunehmen,
bis es 50 Frauen gibt, die von einem Mann ausgehalten werden müssen.`"
(Berichtet in den 2 Sahihs vom Hadith von 'Abd Rabbihi)
Abdullah sagte: "Der Prophet sagte: ´Gerade vor dieser Stunde wird es

150
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Tage geben, an denen das Wissen verschwinden und die Ignoranz er-
scheinen wird, und es wird viel Töten geben.`" (Ibn Majah; auch erzählt
von al-Bukhari und Muslim, vom Hadith von al-A'mash.)
Abdullah ibn 'Umar sagte: Der Gesandte Gottes kam zu uns und sagte:
´Versammlung der Muhajirun, es gibt 5 Dinge, welche, wenn ihr von ih-
nen versucht werdet [dann gibt es verschiedene Arten der Bestrafung, die
euch widerfahren werden] – und ich suche die Zuflucht bei Gott, wenn ihr
auf sie trifft:
Wenn sich Unanständigkeit in einem Volk verbreitet, in solchem Maße,
dass es öffentlich gemacht wird, wird sich eine Plage unter ihnen ausbrei-
ten, und Krankheiten, die niemals unter ihren Vorgängern in der
Vergangenheit auftraten.
Wenn sie zu knapp bemessen und wiegen, werden sie von Dürre und
schwerwiegendem Leid und der Tyrannei ihres Herrschers aufgesucht.
Wenn sie die zakah auf ihr Eigentum verweigern, wird ihnen der Regen
vom Himmel ausbleiben, und wäre es nicht für die Tiere, wäre ihnen kein
Regen gegeben.
Wenn sie das Abkommen mit Gott brechen und das Abkommen mit
Seinem Gesandten, gibt Gott einem Feind von außen Autorität über sie,
der sich einiges von dem nimmt, was ihnen gehört.
Und solange ihre Herrscher nicht anhand des Buches Gottes herrschen
und ihre Enthscheidungen nicht auf der Basis treffen, was Gott offenbart
hat, wird Gott sie mit Kriegen bestrafen. (Ibn Majah)

151
in Wunder ist ein außergewöhnliches
Ereignis, das jenseits des Blickwinkels der
Menschen liegt. Es kann nur ein Zeichen von Gott sein. Ein
Wunder muss nicht einfach ein außerordentliches physikalisches
Ereignis sein, wie die Teilung des Meeres (wie Musa a. s. gewährt)
oder die Heilung eines Blinden (wie ´Isa a.s. gewährt). Gottes
Unterstützung Seiner Propheten, Seine Offenbarungen, Seine
Hilfe in Zeiten der Krise, so klein sie auch erscheinen mö-
gen, sind auch Wunder.
Dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) war eine
Anzahl von Wundern gewährt, und diese be-
rührten jeden Aspekt seines Lebens. Ihm waren
außergewöhnliche Wunder gewährt, wie die
Nacht-Reise nach Al-Quds, und den
Aufstieg zu den Himmeln, welche, auch
wenn nicht durch Andere bezeugt, durch
Belege unterstützt wurden, denen sie
glauben mussten. Ihm waren physikali-
sche Wunder gegeben, wie das
Fließen von Wasser aus seinen
Fingern, welche von denen be-
zeugt wurden,
die zu je-
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

ner Zeit anwesend waren. Zusätzlich war ihm Wissen des


Verborgenen durch Göttliche Offenbarung gewährt und Hilfe ge-
gen seine Feinde auf unterschiedliche Weise. In der Tat war alles
an diesem Propheten einzigartig und gesegnet, an seinen Worten,
seinen Gebeten und seinem Charakter.
Die Gründe für die Wunder waren so vielfältig wie die
Wunder selbst. Einige Wunder sollten die Entschlossenheit der
Muslime stärken und ihnen Ermutigung und Unterstützung ge-
ben, spirituell sowie physisch. Ein Beispiel hiervon ist der
Beistand, den Gott den Muslimen bei Badr gab. Einige Wunder
schützten den Propheten (s.a.w.s) vor seinen Feinden. Diese rei-
chen von der Offenbarung Gottes über die Verschwörungen und
Pläne der Ungläubigen, bis hin zur physischen Unterstützung bei
der Plazierung des Spinnenetzes am Eingang der Höhle, in der
sich der Prophet (s.a.w.s) mit seinen Gefährten vor den
Ungläubigen versteckte. Andere Wunder wurden gegeben, um
den Propheten (s.a.w.s) als wahrhafte Person darzustellen und um
seine Botschaft zu unterstützen, wie zum Beispiel der Baum, der
die Einheit Gottes und das Botentum Muhammads (s.a.w.s) be-
zeugte. Wunder wurden auch auf Anfragen der Menschen ge-
währt. Die Menschen von Makkah hatten den Propheten
Muhammad (s.a.w.s) nach einem Wunder gebeten, und so zeigte
Gott ihnen die Spaltung des Mondes.
Wunder haben einige Menschen dazu gebracht, zum
Glauben zu gelangen, während andere hart-herzig blieben, die
Zeichen Gottes der Hexerei und Magie zuordnet. Es liegt in den
Kräften von Gott Wunder zu zeigen, die jedermann gläubig ma-
chen würden:
Wenn Wir wollten, würden Wir auf sie vom Himmel ein Wunder
hinabsenden, dem sich ihre Nacken unterwürfig beugen worden.
(Sure ash-Shu'ara': 4)

154
Harun Yahya (Adnan Oktar)

155
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

156
Harun Yahya (Adnan Oktar)

157
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Trotzdem steht dies dem freien


Willen entgegen, den Gott uns gegeben
hat, der es uns ermöglicht, zwischen rich-
tig und falsch zu entscheiden. In der Tat ist
ein Wunder eine Art, um zwischen denen zu
unterscheiden, die wahrlich glauben, und
denen, die nicht. Gott hat uns im Qur'an von
der Antwort derjenigen erzählt, die glauben:
Sie sagten: "Preis Dir, wir haben nur Wissen von
dem, was Du uns lehrst; siehe, Du bist der Wissende,
der Weise." (Sure al-Baqara: 32)
… und derjenigen, die das abstreiten:
Als Wir zwei zu ihnen entsandten, bezichtigen sie
beide der Lüge, so dass Wir sie mit einem dritten
verstärkten. Da sprachen sie: "Seht, wir sind zu
euch entsandt." Sie antworteten: "Ihr seid doch nur
Menschen wie wir. Und der Erbarmer hat nichts her-
abgesandt. Ihr seid nichts als Lügner!" (Sure Ya Sin:
14-15)
Während die Wunder, die allen Propheten
(s.a.w.s) gewährt wurden, wichtig waren, waren
die Wunder, die dem Propheten Muhammad
(s.a.w.s) gewährt wurden, unterschiedlich in ei-
ner bedeutenderen Hinsicht – dass sie von viel
mehr Leuten miterlebt wurden. Die Wunder
beispielsweise, die `Isa (a.s) und Musa (a.s)
gewährt wurden, wurden nur von den
Menschen miterlebt, die zu jener be-
stimmten Zeit anwesend waren. Die
Wunder des Propheten (s.a.w.s) aller-
dings wurden breiter miterlebt.
Sicherlich wurden die Wunder,

158
Harun Yahya (Adnan Oktar)

die während seines


Lebens stattfanden,
von denen miter-
lebt, die anwesend
waren, aber er hat uns Wunder hinterlassen, die
noch nach seinem Tod bezeugt wurden, wie die
Vorhersage des Märtyrertodes seiner Gefährten und die
Eroberung gewisser Länder. Trotzdem ist das am meisten be-
ständige Wunder, das durch Milliarden Menschen durch die
Zeitalter und die Welt hindurch miterlebt wurde, der Qur'an
selbst. Er ist wundersam auf die Weise, in der er komponiert wur-
de, auf die Weise, wie er offenbart wurde, und auf die Weise, in
der erhalten geblieben ist.
Das Prophet (s.a.w.s) hat uns mit dem Wunder des Qur'an
gelassen, exakt so wie es ihm offenbart wurde. Mit dem freien
Willen, den Gott gegeben hat, kann man mit Intelligenz auf dieses
Wunder antworten, indem man es liest und seine
Anforderungen befolgt, oder man kann es ableugnen, in-
dem man sich von ihm abkehrt.
Die, denen Wir die Schrift gaben und die sie richtig le-
sen, glauben an sie. Wer aber nicht an sie glaubt, das
sind die Verlorenen. (Sure al-Baqara: 121)

159
ie Evolutionstheorie wurde aufgestellt mit
dem Ziel, die Tatsache der Schöpfung zu leug-
nen. In Wahrheit ist sie nichts als peudowissenschaftlicher
Unsinn. Die Theorie behauptet, das Leben sei durch Zufall aus to-
ter Materie entstanden, doch sie wurde durch den wissenschaftli-
chen Beweis der wunderbaren Ordnung des Universums einsch-
ließlich der Lebewesen widerlegt. So hat die Wissenschaft die
Tatsache bestätigt, dass Gott das Universum und alles Leben
in ihm erschaffen hat. Die heutige Propaganda, die die
Evolutionstheorie am Leben halten soll, basiert einzig
und allein auf der Verdrehung wissenschaftlicher
Fakten, auf voreingenommenen
Interpretationen und auf Lügen und
Fälschungen, die als Wissenschaft verklei-
det werden. Doch all die Propaganda kann
die Wahrheit nicht verbergen. Die Tatsache,
dass die Evolutionstheorie der größte
Betrug der Wissenschaftsgeschichte ist,
wurde in den vergangenen 30 Jahren
in der wissenschaftlichen Welt
immer öfter ausgesprochen.
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Insbesondere die Forschungen in den 1980er Jahren haben offen


gelegt, dass die Behauptungen des Darwinismus völlig unbegrün-
det sind, etwas, dass schon lange von einer großen Zahl
Wissenschaftler festgestellt worden war. Besonders in den USA
erkannten viele Wissenschaftler aus so unterschiedlichen
Gebieten wie der Biologie, Biochemie und Paläontologie die
Ungültigkeit des Darwinismus, und sie erklären nunmehr den
Ursprung des Lebens mit der Schöpfung.
Wir haben den Zusammenbruch der Evolutionstheorie und
die Beweise der Schöpfung in vielen unserer Werke wissenschaft-
lich detailliert dargestellt, und wir tun dies weiterhin. Der vorlie-
gende Artikel fasst dieses bedeutende Thema zusammen.

Der wissenschaftliche Zusammenbruch


des Darwinismus
Obwohl der Grundgedanke des Darwinismus bis ins antike
Griechenland zurück reicht, wurde die Evolutionstheorie erst im
19. Jahrhundert intensiv verbreitet. Die Entwicklung gipfelte 1859
in der Veröffentlichung von Charles Darwins Der Ursprung der
Arten, wodurch sie zum zentralen Thema in der Welt der
Wissenschaft wurde. In seinem Buch bestritt er, dass Gott alle
Lebewesen auf der Erde getrennt erschaffen hat, denn er behaup-
tete, alles Leben stamme von einem gemeinsamen Vorfahren ab
und habe sich im Lauf der Zeit durch kleine Veränderungen di-
versifiziert. Darwins Theorie basierte nicht auf konkreten wissen-
schaftlichen Befunden; er gab auch zu, sie sei nur eine "Annahme".
Mehr noch, Darwin gestand in dem besonders langen Kapitel sei-
nes Buches "Probleme der Theorie", seine Theorie versage ange-
sichts vieler kritischer Fragen.

162
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Darwin setzte alle seine Hoffnungen in neue


wissenschaftliche Entdeckungen, von denen er
erwartete, sie würden diese Probleme lösen.
Doch entgegen seinen Erwartungen vergrößer-
ten neue wissenschaftliche Erkenntnisse nur die
Dimension dieser Probleme. Die Niederlage
des Darwinismus angesichts der
Wissenschaft kann anhand dreier
Grundgedanken der Theorie festgestellt werden:
1) Die Theorie kann nicht erklären, wie das
Leben auf der Erde entstand.
2) Kein wissenschaftlicher Befund zeigt, dass
die von der Theorie vorgeschlagenen "evolu-
tionären Mechanismen" eine wie auch immer ge-
artete evolutionäre Kraft hätten.
3) Der Fossilienbestand beweist genau
das Gegenteil dessen, was die Theorie nahe
legt.
In diesem Abschnitt werden wir diese
Charles Darwin
drei Punkte im Allgemeinen untersuchen.

Der erste unüberwindliche Schritt: Die


Entstehung des Lebens
Die Evolutionstheorie setzt voraus, dass alle lebenden Arten
sich aus einer einzigen lebenden Zelle entwickelt haben, die vor
3,8 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sein soll. Wie eine
einzige Zelle Millionen komplexer lebender Arten generiert haben
soll, und – falls eine solche Evolution tatsächlich stattgefunden hat
– warum man davon keine Spuren im Fossilienbestand finden
kann, sind Fragen, die die Theorie nicht beantworten kann. Doch
zuallererst müssen wir fragen: Wie kam es zu der "ersten Zelle"?

163
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Da die Evolutionstheorie die Schöpfung und jede Art über-


natürliche Intervention ausschließt, muss sie behaupten, die "erste
Zelle" sei zufällig im Rahmen der gegebenen Naturgesetze aufge-
taucht, ohne irgendein Design, einen Plan oder ein anderes
Arrangement. Der Theorie zufolge muss unbelebte Materie eine
lebende Zelle produziert haben, als Ergebnis zufälliger Ereignisse.
Doch diese Behauptung widerspricht dem unerschütterlichsten
Grundsatz der Biologie:

"Leben entsteht aus Leben"


Nirgendwo in seinem Buch bezieht sich Darwin auf den
Ursprung des Lebens. Das primitive Wissenschaftsverständnis
seiner Zeit beruhte auf der Annahme, Lebewesen hätten eine sehr
einfache Struktur. Seit dem Mittelalter war die Hypothese der
spontanen Entstehung weithin akzeptiert, die davon ausgeht, dass
nicht lebende Materialien zusam-
men kommen und lebende
Organismen bilden können.
Man glaubte beispielsweise,
Französischer Biologe
Louis Pasteur Insekten entstün-
den aus

164
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Nahrungsmittelresten und Mäuse aus Weizen. Obskure


Experimente wurden ausgeführt, um solche Theorien zu bewei-
sen. So legte man Weizenkörner auf ein schmutziges Tuch und
wartete auf die Mäuse, die doch nach einer Weile auftauchen mus-
sten.
Auch Maden, die sich in faulendem Fleisch entwickelten, gal-
ten als Beweis für die spontane Entstehung. Erst viel später fand
man heraus, das die Würmer nicht spontan im Fleisch auftauch-
ten, sondern dass deren Larven von Fliegen dort abgelegt werden,
unsichtbar für das menschliche Auge.
Noch als Darwin den Ursprung der Arten schrieb, war die
Auffassung, Bakterien entstünden aus toter Materie, in der wis-
senschaftlichen Welt allgemein anerkannt.
Doch fünf Jahre nach dem Erscheinen von Darwins Buch
stellte Louis Pasteur nach langen Studien und Experimenten seine
Forschungsergebnisse vor, die die spontane Entstehung, ein
Meilenstein in Darwins Theorie, widerlegten. In seiner triumpha-
len Vorlesung im Jahr 1864 an der Sorbonne sagte Pasteur: "Die
Doktrin der spontanen Entstehung wird sich nie von dem tödli-
chen Schlag erholen, den ihr dieses simple Experiment versetzt
hat."67
Die Advokaten der Evolutionstheorie bestritten diese
Entdeckungen. Doch als die sich weiter entwickelnde
Wissenschaft die komplexe Struktur einer lebende Zelle aufdeck-
te, geriet die Vorstellung, Leben könne zufällig entstehen, noch
weiter in die Sackgasse.

Ergebnislose Bemühungen im 20.


Jahrhundert
Der erste Evolutionist, der im 20. Jahrhundert das
Problem des Ursprungs des Lebens aufgriff, war

165
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

der russische Biologe Alexander


Oparin. Er stellte in den 1930er
Jahren mehrere Thesen auf, mit
denen er die Möglichkeit der zu-
fälligen Entstehung beweisen
wollte. Seine Studien waren je-
doch erfolglos und Oparin musste
eingestehen:
Unglücklicherweise ist das
Problem der Herkunft der Zelle
der vielleicht rätselhafteste Punkt
Russischer Biologe Alexander
der gesamten Studie der Oparin
Evolution von Organismen.68
Die Anhänger Oparins versuchten, das Problem mit
Experimenten zu lösen. Das bekannteste dieser Experimente wur-
de 1953 von dem amerikanischen Chemiker Stanley Miller durch-
geführt. Indem er die Gase, von denen er annahm, dass sie in der
primordialen Atmosphäre der Erde existiert haben in seiner
Versuchsanordnung kombinierte und dieser Mixtur Energie zu-
führte, synthetisierte Miller mehrere organische Moleküle,
Aminosäuren, aus denen Proteine bestehen.
Nur wenige Jahre verstrichen, bevor man herausfand, dass
sein Experiment, dass als wichtiger Schritt in der Beweisführung
der Evolutionstheorie präsentiert wurde, wertlos war, weil die im
Experiment erzeugte Atmosphäre sich von den damals real vor-
handenen Bedingungen wesentlich unterschied.69
Nach langem Schweigen gab Miller zu, dass die Atmosphäre,
die er benutzt hatte, unrealistisch war.70
Alle evolutionistischen Bemühungen des 20. Jahrhunderts,
den Ursprung des Lebens zu erklären, schlugen fehl. Der
Geochemiker Jeffrey Bada vom San Diego Scripps Institute akzep-

166
Harun Yahya (Adnan Oktar)

tiert diese Tatsache in einem Artikel, den er 1998 im Earth


Magazine publizierte.
Heute, da wir im 20. Jahrhundert leben, sehen wir uns
immer noch dem größten ungelösten Problem gegenüber, das
wir hatten, als wir ins 20. Jahrhundert eintraten: Wie entstand
das Leben auf der Erde?71

Die komplexe Struktur des Lebens


Der Hauptgrund, warum die Evolutionstheorie mit
dem Versuch, den Ursprung des Lebens zu erklären, auf der
ganzen Linie gescheitert ist, besteht darin, dass selbst die
scheinbar simpelsten Organismen eine außerordentlich
komplexe Struktur aufweisen. Eine lebende Zelle ist
komplizierter aufgebaut, als jede vom Menschen er-
fundene Technik. Auch heute kann eine Zelle selbst in
den modernsten Laboratorien der Welt nicht mit Hilfe
organischer Chemie künstlich erzeugt werden.
Die Voraussetzungen zur Zellbildung sind schon
rein quantitativ zu hoch, um durch zufällige Ereignisse er-
klärt werden zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass
Proteine – die Bausteine der Zelle – sich zufällig synthetisie-
Eine der Tatsachen, welche die Evolutionstheorie ungültig
machen, ist die unglaublich komplexe Struktur des Lebens.
Das DNS-Molekül, das sich im Kern der Zellen aller
Lebewesen befindet, ist ein Beispiel dafür. Die DNS ist eine
Art Datenbank, geformt durch die Anordnung der 4
Moleküle in verschiedener Reihenfolge. Diese
Datenbank erhält die Codes der allen physikalischen
Eigenschaften der Lebewesen. Würde man die in
der DNS enthaltenen Informationen aufschreiben,
so entstünde eine Enzyklopädie mit etwa 900
Bänden zu je 500 Seiten.
Unbestreitbarerweise widerlegt diese
außerordentliche Information das
Konzept des Zufalls.

167
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

ren, beträgt für ein durchschnittliches, aus etwa 500 Aminosäuren


bestehendes Protein 1 zu 10 hoch 950. Mathematisch gilt schon ei-
ne Wahrscheinlichkeit, die kleiner ist als 1 zu 10 hoch 50 als unter
praktischen Gesichtspunkten gleich Null.
Das DNS Molekül, das sich im Zellekern befindet und in dem
die genetische Information gespeichert ist, ist eine Datenbank, die
kaum zu beschreiben ist. Würde man die in der DNS enthaltenen
Informationen aufschreiben, so entstünde eine Enzyklopädie mit
etwa 900 Bänden zu je 500 Seiten.
Hier ergibt sich denn auch folgendes Dilemma: Die DNS
kann sich nur replizieren mit Hilfe spezieller Proteine, den
Enzymen. Doch die Synthese dieser Enzyme kann nur stattfinden
anhand der in der DNS gespeicherten Information. Da also beide
– DNS und Enzyme – voneinander abhängen, müssen beide
gleichzeitig existieren, damit eine Replikation stattfinden kann.
Insofern ist das Szenario, in dem das Leben sich selbst generiert,
an einem toten Punkt angelangt. Prof. Leslie Orgel, ein
Evolutionist an der Universität von San Diego, Kalifornien, gibt
diese Tatsache in der Septemberausgabe 1994 des Scientific
American zu:
Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Proteine und Nukleinsäuren, die bei-
de komplex strukturiert sind, spontan am selben Ort und zur selben Zeit
entstehen. Es scheint jedoch unmöglich, dass man die Einen ohne die
Anderen haben kann. Auf den ersten Blick sieht es also so aus, dass man
daraus schließen muss, das Leben könne tatsächlich niemals durch chemi-
sche Prozesse entstanden sein.72
Es besteht also kein Zweifel: Falls das Leben nicht auf natür-
liche Weise entstanden sein kann, muss man akzeptieren, dass das
Leben auf übernatürliche Weise geschaffen worden ist. Diese
Tatsache widerlegt die Evolutionstheorie, deren Hauptzweck es
ist, die Schöpfung zu bestreiten, definitiv.

168
Harun Yahya (Adnan Oktar)

169
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Natürliche Selektion wählt nur die schwachen, ungeeigneten Individuen einer


Art aus. Sie kann keine neue Art, keine genetische Information oder kein
neues Organ hervorbringen.

Der imaginäre Evolutionsmechanismus


Der zweite wichtige Punkt, der Darwins Theorie widerlegt,
ist dass beide von der Theorie benannte Evolutionsmechanismen
in Wahrheit keinerlei evolutionäre Kraft haben. Darwin führte die
Evolution vollständig auf den Mechanismus der "natürlichen
Selektion" zurück. Die Bedeutung, die er diesem Mechanismus zu-
maß, wird schon im Namen seines Buches Der Ursprung der Arten
durch natürliche Zuchtwahl deutlich…
Natürliche Selektion bedeutet, dass Lebewesen, die stärker
sind und die besser an die natürlichen Bedingungen ihrer
Lebensräume angepasst sind, den Überlebenskampf gewinnen
werden. Von einem Hirschrudel zum Beispiel, dass von wilden
Tieren angegriffen wird, werden die überleben, die am schnellsten
rennen können. Daher wird das Rudel aus schnellen und starken
Tieren bestehen. Doch zweifellos wird dieser

170
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Mechanismus nicht dafür sorgen, dass Hirsche sich entwickeln


und sich in eine andere Art verwandeln, zum Beispiel in Pferde.
Darum hat der Mechanismus der natürlichen Selektion keine
evolutive Kraft. Darwin war sich dieser Tatsache wohl bewusst,
und er musste in Der Ursprung der Arten feststellen: Die natürliche
Selektion kann nichts bewirken, solange nicht vorteilhafte
Unterschiede oder Variationen auftreten.73

Lamarcks Einfluss
Wie also konnte die These der "vorteilhaften Variationen"
entstehen? Darwin versuchte, diese Frage aus dem primitiven
Wissenschaftsverständnis seiner Zeit zu beantworten. Folgt man
dem Chevalier de Lamarck (1744-1829), einem französischen
Biologen, der vor Darwin gelebt hatte, so vererben die Lebewesen,
die während ihrer Lebenszeit erworbenen Eigenschaften an die
nächste Generation. Er behauptete nun, diese über Generationen
hinweg akkumulierenden Eigenschaften, brächten neue Arten
hervor. Giraffen seien demnach aus Antilopen entstanden, weil

Der französische Biologe Lamarck behauptete, dass Giraffen demnach


aus Antilopen entstanden seien. Tatsächlich hat Gott die Giraffen speziell
wie alle andere Lebewesen erschaffen.

171
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

deren Hälse sich von Generation zu Generation verlängerten, als


sie sich abmühten, an die Blätter hoher Bäume zu gelangen.
Darwin zählte ähnliche Beispiele auf. Er behauptete zum
Beispiel, Bären, die im Wasser auf Nahrungssuche gewesen seien,
hätten sich im Lauf der Zeit in Wale verwandelt.74
Doch die von Gregor Mendel (1822-1884) entdeckten
Vererbungsgesetze, die von der Wissenschaft der Genetik be-
stätigt sind, die im 20. Jahrhundert aufkam, widerlegten die
Legende, erworbene Eigenschaften könnten an nachfolgende
Generationen weiter gegeben werden. So fiel die natürliche
Selektion als evolutiver Mechanismus aus.

Neodarwinismus und Mutationen


Um eine Lösung für das Dilemma zu finden, stellten die
Darwinisten Ende der 1930er Jahre die "Moderne synthetische
Theorie" vor, besser bekannt als Neodarwinismus. Der
Neodarwinismus fügte den "Ursachen für vorteilhafte
Veränderungen" die Mutationen hinzu. Mutationen sind
Abweichungen in den Genen von Lebewesen, die durch externe
Faktoren wie Strahlung oder Replikationsfehler auftreten.
Heutzutage meint man, wenn man von der Evolutionstheorie
spricht, den Neodarwinismus. Er besagt: Die Millionen existieren-
den Lebewesen sind durch einen Prozess entstanden, in dem die
komplexen Organe (Ohren, Augen, Lungen, Flügel) zahlreicher
Organismen mutiert sind. Eine Mutation aber bedeutet nichts an-
deres als einen genetischen Defekt. So gibt es denn auch eine wis-
senschaftliche Tatsache, die diese Theorie vollständig unterminiert:
Mutationen sorgen niemals für Entwicklung. Im Gegenteil, sie sind
immer schädlich.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Die DNS hat eine sehr
komplizierte Struktur, und zufällige Veränderungen

172
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Mutation, wohinter sich


Evolutionisten so oft verstecken,
ist kein Zauberstab, der lebende
Organismen in eine fortgeschrit-
tenere und perfektere Form ver-
wandeln könnte. Die direkten
Auswirkungen von Mutationen
sind schädlich. Die
Veränderungen, die von
Mutationen herbeigeführt wer-
den, können nur von der Art
sein, die die Menschen in
Hiroshima, Nagasaki und
Tschernobyl erfahren haben, das
heißt Tod, Verkrüppelung und
Missbildung...

können sie daher nur beschädigen. Der amerikanische Genetiker


B. G. Ranganathan erklärt es folgendermaßen:
"Erstens sind echte Mutationen in der Natur sehr selten.
Zweitens sind die meisten Mutationen schädlich, denn sie sind zu-
fallsbedingt und ergeben daher keine geordnete Veränderung der
Genstruktur; Jede Veränderung in einem System hoher Ordnung
wird zu dessen Nachteil sein, nicht zu dessen Vorteil. Wenn ein
Erdbeben die geordnete Struktur eines Gebäudes erschüttert, so
ergeben sich zufällige Veränderungen an seiner Statik und seinen
Bauelementen, die aller Wahrscheinlichkeit nach keine
Verbesserungen bewirken werden.75
So überrascht es auch nicht, dass bisher keine nützliche
Mutation, keine, die den genetischen Code verbessert hätte, beob-
achtet werden konnte. Alle Mutationen haben sich als schädlich er-
wiesen. Es besteht heute Einigkeit darüber, dass Mutationen, die als
"evolutionärer Mechanismus" präsentiert werden, tatsächlich eine
genetische Begleiterscheinung sind, die die betroffenen
Organismen schädigt und Missbildungen verursacht.

173
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der bekannteste Effekt einer Mutation beim Menschen ist der


Krebs. Es versteht sich von selbst, dass ein zerstörerischer
Mechanismus kein evolutionärer Mechanismus sein kann.
Andererseits kann die natürliche Selektion selbst gar nichts bewir-
ken, wie auch Darwin feststellte. Diese Zusammenhänge zeigen
uns, dass es keinen evolutionären Mechanismus in der Natur gibt.
Wenn dies aber so ist, dann kann auch kein Prozess namens
Evolution in der Natur stattgefunden haben.

Keine Übergangsformen im
Fossilienbestand
Der beste Beweis, dass das von der Evolutionstheorie ange-
nommene Szenarium nicht stattgefunden hat, ist der Bestand an
ausgegrabenen Fossilien.
Der Theorie zufolge stammt jede Art von einem Vorfahren
ab. Eine einstmals existierende Art verwandelte sich im Lauf der
Zeit in eine andere Art, und so sind angeblich alle Arten entstan-
den. Dieser Verwandlungsprozess soll sich sehr langsam in
Millionen Jahren vollziehen.
Wäre das der Fall, so müssten zahlreiche Zwischenformen
der Arten existiert haben während dieser langen
Transformationsphase.
Es hätte zum Beispiel Wesen gegeben haben müssen, die halb
Fisch und halb Reptil waren, die also zusätzlich zu ihrem
Fischcharakter bereits Eigenschaften von Reptilien erworben hat-
ten. Und es müssten Reptilienvögel existiert haben, mit erworbe-
nen Vogeleigenschaften zusätzlich zu den Reptilieneigenschaften,
die sie schon hatten. Da solche Wesen sich aber in einer Über-
gangsphase befunden hätten, müssten sie behinderte, verkrüppel-
te Wesen gewesen sein. Evolutionisten reden von solchen

174
Harun Yahya (Adnan Oktar)

AMEISENJUNGFER
Millionen Exemplare wie dieser 100
Millionen Jahre alte Ameisenjungfer zei-
gen, das Lebewesen immer unverändert
bleiben.

Das hier abgebildete Pilz-Fossil zeigt, dass


diese Lebensformen bereits vor 100 Millionen
Jahren mit all ihren Funktionen und voll aus-
gebildeten Eigenschaften existiert haben und
dass sie sich von jenen Tagen bis heute nicht
verändert haben.

Dieses hier abgebildete 45 Millionen Jahre alte


Zebrafossil zeigt, dass diese Tiere bis heute
unverändert geblieben sind.

175
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

imaginären Kreaturen, die nach ihrer Überzeugung gelebt haben,


als "Übergangsformen".
Hätten solche Tiere tatsächlich gelebt, dann hätte es an Zahl
und Vielfalt Milliarden von ihnen geben müssen. Die Überreste
dieser seltsamen Kreaturen müssten im Fossilienbestand präsent
sein. Darwin erklärt in Der Ursprung der Arten:
"Wenn meine Theorie stimmt, dann müssten ganz sicher zahllose Über-
gangsvariationen, die alle Arten derselben Gruppe eng miteinander ver-
binden, existiert haben… Konsequenterweise würde man die Beweise ihrer
früheren Existenz nur unter fossilisierten Überresten finden."76

Darwins zerstörte Hoffnungen


Doch obwohl die Evolutionisten seit Mitte des 19.
Jahrhunderts weltweit enorme Anstrengungen unternommen ha-
ben, sind bisher keine Übergangsformen entdeckt worden. Alle
Fossilien zeigen im Gegensatz zu den Erwartungen der
Evolutionisten, dass das Leben auf der Erde plötzlich und voll-
ständig ausgeformt auftauchte.
Der britische Paläontologe Derek V. Ager, gibt diese Tatsache
zu, obwohl er Evolutionist ist:
"Der Punkt ist erreicht, an dem wir bei detaillierter
Untersuchung des Fossilienbestands feststellen, dass wir – ob
auf der Ebene der Ordnung oder auf der Ebene der Arten –
keine graduelle Evolution finden, sondern das plötzliche, ex-
plosionsartige, zahlenmäßige Ansteigen einer Gruppe auf
Kosten einer anderen.77
Das heißt, es tauchen im Fossilienbestand alle Arten plötzlich
auf, voll ausgeformt, ohne Übergangsformen dazwischen. Es ist
genau das Gegenteil von Darwins Annahmen. Das ist auch ein
sehr starkes Indiz, dass alle Lebewesen erschaffen wurden.

176
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Die einzige Erklärung dafür, dass ein Lebewesen plötzlich und in


jedem Detail vollständig auftaucht, ohne dass ein evolutionärer
Vorfahr vorhanden gewesen wäre, ist, dass es erschaffen wurde.
Diese Tatsache wird auch von dem weithin bekannten evolutioni-
stischen Biologen Douglas Futuyma eingeräumt:
"Schöpfung oder Evolution, das sind die beiden möglichen
Erklärungen für den Ursprung des Lebens. Organismen tauchten
entweder vollständig ausgeformt auf der Erde auf, oder sie taten
es nicht. Falls sie es nicht taten, dann müssen sie sich aus vorher
existierenden Arten durch irgend einen Prozess der Modifikation
entwickelt haben. Falls sie aber vollständig ausgeformt aufge-
taucht sind, so müssen sie tatsächlich von einer omnipotenten
Intelligenz geschaffen worden sein."78
Die Fossilien zeigen, dass die Lebewesen vollständig ausge-
formt auf der Erde erschienen. Das bedeutet; Der Ursprung der
Arten ist im Gegensatz zu Darwins Annahme nicht Evolution, son-
dern Kreation, die Schöpfung.

Das Märchen von der Evolution des


Menschen
Das von den Advokaten der Evolutionstheorie am
Häufigsten aufgebrachte Thema ist das der Herkunft des
Menschen. Die darwinistische Behauptung geht dahin, dass der
Mensch sich aus affenähnlichen Kreaturen entwickelt habe.
Während dieses angeblichen Evolutionsprozesses, der vor 4 – 5
Millionen Jahren begonnen haben soll, haben angeblich mehrere
"Übergangsformen" zwischen dem modernen Menschen und sei-
nen Vorfahren existiert. Es werden vier Kategorien von Über-
gangsformen genannt:
1. Australopithecus

177
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

2. Homo Habilis
3. Homo Erectus
4. Homo Sapiens
Der Name des ersten in der Reihe der angeblichen affenähn-
lichen Vorfahren, Australopithecus, bedeutet "südafrikanischer
Affe". Umfassende Forschungen an verschiedenen
Australopithecus-Exemplaren, durchgeführt von zwei Anatomen
aus England und den USA, Lord Solly Zuckerman und Professor
Charles Oxnard, haben jedoch gezeigt, dass die Kreaturen einer
ausgestorbenen Affenart angehörten, und keinerlei Ähnlichkeit
mit Menschen aufwiesen.79
Evolutionisten klassifizieren das nächste Stadium der
Evolution des Menschen als "Homo", was "Mensch" bedeutet. Ihrer
Behauptung zufolge sind die Wesen der Homo-Reihe höher ent-
wickelt als Australopithecus. Die Evolutionisten entwarfen durch
Arrangieren verschiedener Fossilien dieser Kreaturen in einer be-
stimmten Reihenfolge ein wunderliches Evolutionsschema. Doch
das Schema ist aus der Luft gegriffen, denn es wurde nie bewie-
sen, dass es eine evolutionäre Verwandtschaft zwischen diesen
verschiedenen Klassen gibt. Ernst Mayr, einer der bedeutendsten
Evolutionisten des 20. Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch Ein
langer Streit, dass "insbesondere historische [Puzzles] wie das des
Ursprungs des Lebens oder des Homo Sapiens, extrem schwierig
sind und sich vielleicht sogar einer endgültigen, befriedigenden
Erklärung entziehen".80
Indem die Verbindung von Australopithecus über Homo
Habilis und Homo Erectus zum Homo Sapiens hergestellt wird, im-
plizieren die Evolutionisten, das diese Arten voneinander abstam-
men. Neuere paläontologische Funde haben jedoch ergeben, dass
Australopithecus, Homo Habilis und Homo Erectus gleichzeitig gelebt
haben, wenn auch in verschiedenen Teilen der Welt.81
Homo Erectus lebte noch bis in die moderne Zeit.

178
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Homo Sapiens Neandertalensis und Homo Sapiens Sapiens (der mo-


derne Mensch) koexistierten sogar in denselben Landstrichen.82
Diese Situation zeigt auf, dass die Behauptung, die genann-
ten Menschtypen stammten voneinander ab, unhaltbar ist.
Stephen Jay Gould erklärte diesen toten Punkt der
Evolutionstheorie, obwohl er selbst einer ihrer führenden
Befürworter des 20. Jahrhunderts war:
"Was ist aus unserer Stufenleiter geworden, wenn es drei ne-
beneinander bestehende Stämme von Hominiden (A.
Africanus, die robusten Australopithecine, und H. Habilis)
gibt, keiner deutlich von dem anderen abstam-
mend? Darüber hinaus zeigt keiner von
ihnen irgendeine evolutive Neigung
während seines Daseins auf der
Erde.83
Kurz, das Szenarium der
menschlichen Evolution, das mit
Hilfe von Zeichnungen der Art
"halb Affe, halb Mensch" in
den Medien und Lehrbüchern

Evolutionistische Zeitungen
und Zeitschriften veröffentli-
chen oft Abbildungen von an-
geblich primitiven Menschen.
Die einzige vorhandene
Quelle für diese Abbildungen
ist die Einbildungskraft der
Künstler. Die
Evolutionstheorie ist durch
wissenschaftliche Fakten so
widerlegt worden, dass wir
heute in der beträchtlichen
Presse nur wenig solche
Abbildungen sehen.

179
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

aufrecht erhalten wird, durch Propaganda also, ist nichts als ein
Märchen ohne jede wissenschaftliche Grundlage.
Lord Solly Zuckerman, einer der berühmtesten und respek-
tiertesten Wissenschaftler im Vereinigten Königreich, der dieses
Thema jahrelang erforscht und Australopithecus-Fossilien 15
Jahre studiert hat, kam am Ende – obwohl selbst Evolutionist – zu
dem Schluss, es gebe in Wahrheit keinen Familienstammbaum der
von affenähnlichen Kreaturen zum Menschen reichen würde.
Weiterhin stellte Zuckerman eine Skala vor, auf der die
Wissenschaften geordnet waren nach solchen, die er als "wissen-
schaftlich" ansah bis hin zu denen, die er als "unwissenschaftlich"
bezeichnete. Nach dieser Wissenschaftlichkeitsskala stehen
Chemie und Physik an erster Stelle, da sie auf konkreten Daten be-
ruhen. Danach kommen die biologischen Wissenschaften und
dann die Sozialwissenschaften. Am anderen Ende der Skala fin-
den sich die "unwissenschaftlichsten" Felder, paranormale
Wahrnehmung, Telepathie, der "sechste Sinn" und endlich –
menschliche Evolution. Zuckerman erklärt seine Überlegungen
so:
Wenn wir uns von der objektiven Wahrheit wegbewegen, hin zu den
Feldern biologischer Pseudowissenschaften wie extrasensorische
Wahrnehmung oder die Interpretation der Fossiliengeschichte des
Menschen, in denen für den Gläubigen alles möglich ist, und wo der fana-
tisch Gläubige manchmal gleichzeitig an sich widersprechende Dinge
glaubt.84

180
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Das Märchen von der menschlichen Evolution erweist sich


als nicht mehr als die voreingenommenen Interpretationen einiger
Fossilien, ausgegraben von bestimmten Leuten, die blind an ihrer
Theorie festhalten.

Die Darwin-Formel
Nach all den "technischen" Beweisen, mit denen wir uns
bisher beschäftigt haben, lassen Sie uns nun untersuchen welche
Art Aberglauben die Evolutionisten pflegen, und zwar
an einem Beispiel, das so einfach ist, dass sogar
Kinder es verstehen werden: Man bedenke, dass
die Evolutionstheorie behauptet, dass das Leben
durch Zufall entsteht. Entsprechend dieser
Behauptung taten sich leblose, unbewusste Atome
zusammen um die Zelle zu bilden, und dann bilde-
ten sie irgendwie andere Lebewesen, einschließ-
lich des Menschen. Wenn wir alle Elemente
zusammenbringen, die die Bausteine des
Lebens ausmachen, wie Kohlenstoff,
Phosphor, Stickstoff und
Natrium, dann ist damit

181
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

nur ein Gemenge gebildet. Ganz egal, welche Behandlungen es er-


fährt, diese Anhäufung kann kein einziges Lebewesen bilden. Wir
wollen ein "Experiment" zu diesem Thema formulieren, und für die
Evolutionisten untersuchen, was sie wirklich behaupten ohne es laut
bei dem Namen "Darwinsche Formel" zu nennen":
Die Evolutionisten mögen große Mengen von Materialien, die in der
Zusammensetzung von Lebewesen vorhanden sind, wie Phosphor,
Stickstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Eisen und Magnesium in große Fässer
geben. Außerdem mögen sie dem Inhalt dieser Fässer jegliche Materialien,
die unter natürlichen Bedingungen nicht zu finden sind, von denen sie je-
doch glauben sie seien erforderlich, beifügen. Sie mögen dieser Mischung
nach Belieben Aminosäuren – welche sich unter natürlichen Bedingungen
nicht bilden können – und Proteine – von denen ein einziges eine
Entstehungswahrscheinlichkeit von 1:10950 hat – hinzufügen. Sie mögen
diese Mischung nach Belieben Hitze- und Feuchtigkeitseinwirkungen aus-
setzten, und mögen sie mit jeglichen technologischen Hilfsmitteln behan-
deln. Sie mögen die gelehrtesten Wissenschaftler neben den Fässern auf-
stellen, und diese Experten mögen sich Billionen, selbst Trillionen von
Jahren neben den Fässern im Warten ablösen. Sie mögen jegliche Arten
von Voraussetzungen schaffen, die ihnen zur Bildung eines Menschen er-
forderlich erscheint. Egal was sie tun, sie können aus diesen Fässern kei-
nen Menschen erstehen lassen, wie etwa einen Professor, der seine eigene
Zellstruktur unter dem Elektronenmikroskop untersucht. Sie können kei-
ne Giraffen, Löwen, Bienen, Kanarienvögel, Pferde, Delphine, Rosen,
Orchideen, Lilien, Nelken, Bananen, Orangen, Äpfel, Datteln, Tomaten,
Wassermelonen, Kürbisse, Feigen, Oliven, Trauben, Pfirsiche, Perlhühner,
Fasane, bunten Schmetterlinge oder Millionen von anderen Lebewesen wie
diese hervorbringen. In der Tat, sie könnten nicht einmal eine einzige Zelle
deren irgendeines produzieren.
Kurz gesagt, unbewusste Atome können aufgrund ihres
Zusammentreffens keine Zelle bilden. Sie können keine
Entscheidung zur Teilung dieser Zelle treffen, und dann weitere
Entscheidungen um die Professoren zu erschaffen, die zuerst

182
Harun Yahya (Adnan Oktar)

das Elektronenmikroskop entwickeln und dann ihre eigene


Zellstruktur unter diesem Mikroskop untersuchen. Materie ist eine
unbewusste, leblose Anhäufung von Atomen und wird durch
Gottes, über alles erhabenen Schöpfungsakt zum Leben erweckt.
Die Evolutionstheorie, welche gegenteilige Behauptungen auf-
stellt, ist eine totale Verirrung in vollständigem Widerspruch zur
Vernunft. Es bedarf nur wenigen Nachdenkens über die
Behauptungen der Evolutionisten um zu dieser Realität zu gelan-
gen, wie es sich in dem obigen Beispiel zeigt.

Technologie in Auge und Ohr


Ein weiteres Thema, das die Evolutionstheorie ungeklärt läs-
st ist die hervorragende Aufnahmequalität des Auges und des
Ohrs.
Bevor wir uns dem Thema Auge zuwenden sei kurz auf die
Frage "wie wir sehen" eingegangen. Lichtstrahlen, die von einem
Objekt ausgehen fallen seitenverkehrt auf die Netzhaut des
Auges. Hier werden diese Lichtstrahlen von speziellen Zellen in
elektrische Impulse übersetzt und an einen winzig kleinen Punkt
im hinteren Teil des Gehirns weitergeleitet, der Sehzentrum ge-
nannt wird. Diese elektrischen Impulse werden in jenem
Gehirnzentrum nach einer Reihe von Prozessen als Bild wahrge-
nommen. Mit diesem technischen Hintergrund wollen wir nun ein
wenig darüber nachdenken.
Das Gehirn ist isoliert von jeglichem Licht. Das bedeutet, dass
innerhalb des Gehirns absolute Dunkelheit vorherrscht, und dass
Licht keinen Zugang zu dem Ort hat wo das Gehirn sitzt. Der Ort,
der als Sehzentrum bekannt ist total finster und kein Licht gelangt
jemals dorthin; es ist möglicherweise der finsterste Platz den man
sich vorstellen kann. Und dennoch erleben wir eine helle, leuch-
tende Welt inmitten dieser pechschwarzen Finsternis.

183
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Das Bild das im Auge und Sehzentrum geformt wird ist von
solcher Schärfe und Deutlichkeit, die selbst die Technologie des
20. Jh. nicht hervorbringen kann. Betrachten Sie beispielsweise nur
das Buch das Sie lesen, Ihre Hände mit denen Sie es halten, und
dann erheben Sie Ihren Blick und schauen sich in Ihrer Umgebung
um. Können Sie durch irgendein anderes Medium solch ein klares
und deutliches Bild erhalten? Selbst die bestentwickelten
Fernsehbildschirme der größten Fernsehgeräte-Hersteller können
Ihnen solch ein klares Bild nicht geben. Es ist ein 3-dimensionales
farbiges und äußerst scharfes Bild. Tausende von Ingenieuren
sind seit über 100 Jahren darum bemüht diese Schärfe hervorzu-
bringen. Fabriken mit ungeheurem Arbeitsraum wurden errichtet,
eine Unmenge von Forschung wurde unternommen, Pläne und
Designs wurden zu diesem Zweck angefertigt. Werfen Sie
nochmals einen Blick auf den Bildschirm und auf das Buch in
Ihrer Hand, und beachten Sie den Unterschied in der Bildqualität.
Abgesehen davon zeigt sich auf dem Bildschirm ein 2-dimensio-
nales Bild ab wobei die Augen eine räumliche Perspektive mit
wirklicher Tiefe geben. Wenn man genau hinsieht wird man er-
kennen, dass das Fernsehbild zu einem gewissen Grad ver-
schwommen ist, während sie mit Ihren Augen ein scharfes, drei-
dimensionales Bild sehen können.
Viele Jahre hindurch haben sich Zehntausende von
Ingenieuren bemüht, 3-dimensionales Fernsehen zu entwickeln
und die Bildqualität des natürlichen Sehens zu erreichen. Sie ha-
ben zwar ein 3-dimensionales Fernsehsystem entwickelt, doch die
erwünschte Wirkung kann nur mit Hilfe von speziellen Brillen er-
zielt werden, und fernerhin handelt es sich hierbei nur um eine
künstliche Räumlichkeit. Der Hintergrund ist mehr verschwom-
men und der Vordergrund erscheint wie Papierschablonen. Es
war bisher nicht möglich ein scharfes und deutlich abgegrenztes
Bild wie das der natürlichen Sicht hervorzubringen.

184
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Sowohl in der Kamera als auch auf dem Bildschirm vollzieht sich
eine Einbusse der Bildqualität.
Die Evolutionisten behaupten, dass sich der Mechanismus,
der dieses scharfe und deutlich abgegrenzte Bild hervorbringt,
durch Zufall entwickelt hat. Was würden Sie nun denken, wenn
jemand sagte, dass der Fernseher in Ihrem Wohnzimmer sich als
Ergebnis eines Zufalls bildete, dass alle Atome aus denen er be-
steht sich aufs Geratewohl zusammenfanden und dieses Gerät
aufbauten, das ein Bild hervorbringt? Wie können Atome das zu-
stande bringen, was Tausende von Menschen nicht können?
Seit einem Jahrhundert haben Zehntausende von
Ingenieuren Forschung betrieben und sich in den bestausgerüste-
ten Laboratorien großer industrieller Anlagen mit Hilfe modern-
ster technologischer Mittel bemüht, und erzielten eben nur dies.
Wenn ein Apparat, der ein primitiveres Bild erzeugt als das
Auge sich nicht durch Zufall gebildet haben konnte, konnte sich
offensichtlich das Auge samt dem Bild, das es wahrnimmt, um so

Das Gehirn ist ein völlig dunkler


Ort. Der uns ermöglicht, in die-
sem dunklen Ort zu sehen, zu
fühlen, zu berühren, zu
hören, alle Details der
Außenwelt wahrzuneh-
men, ist Gott, Der das
gesamte Universum
erschaffen hat.
Gott hat Macht
über alle Dinge.

185
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

weniger durch Zufall gebildet haben. Es bedarf eines wesentlich


feiner detaillierten und weiseren Plans und Designs als denen die
dem Fernsehen zugrunde liegen. Das Urheberrecht des Plans und
Designs für eine optische Wahrnehmung von solcher Schärfe und
Klarheit gehört Gott, der Macht über alle Dinge hat.
Die gleiche Situation herrscht beim Ohr vor. Das äußere Ohr
fängt die vorhandenen Töne durch die Ohrmuschel auf und leitet
sie zum Mittelohr weiter. Das Mittelohr übermittelt die
Tonschwingungen indem sie sie verstärkt. Das Innenohr übersetzt
diese Schwingungen in elektrische Impulse und leitet sie zum
Gehirn. Analog wie beim Auge vollzieht sich die Höraktion im
Hörzentrum des Gehirns.
Die gleiche Situation wie die des Auges trifft auch auf das
Ohr zu, d.h. das Gehirn ist gegen Ton genauso wie gegen Licht
isoliert, es lässt keinen Ton eindringen. Daher herrscht innerhalb
des Gehirns absolute Stille, unabhängig davon wie laut es Außen
auch sein mag. Nichtsdestoweniger vernimmt man die schärfsten
Töne im Gehirn. Im Gehirn, das gegen jegliche Laute isoliert ist
hört man die Symphonien eines Orchesters und den Lärm einer
belebten Strasse. Falls die Lautstärke innerhalb des Gehirns jedoch
zu dem entsprechenden Zeitpunkt mit einem hochempfindlichen
Gerät gemessen würde, würde sich zeigen, dass dort vollständige
Stille vorherrschte.
Wie im Falle der Bildtechnik werden seit Jahrzehnten
Anstrengungen unternommen eine originalgetreue Qualität in der
Tonwiedergabe zu erzeugen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen
sind Tonaufzeichnungsgeräte, Hi-Fi Systeme und tonempfindli-
che Systeme. Trotz all dieser Technologie und der Bemühungen
von Tausenden von Ingenieuren und Fachleuten, die sich damit
beschäftigen ist bisher noch keine Tonwiedergabe gelungen, die
die gleiche Schärfe und Klarheit hätte wie die akustische
Wahrnehmung des Ohrs. Man wähle ein Hi-Fi System der

186
Harun Yahya (Adnan Oktar)

höchsten Qualität, das vom größten Hersteller in der Akustik-


Industrie hergestellt wird – selbst in diesen Geräten geht ein Teil
der Tonqualität bei der Aufzeichnung verloren, und wenn das
System angeschaltet wird ist immer ein leises Nebengeräusch vor-
handen bevor die Tonwiedergabe beginnt. Die akustische
Wahrnehmung dagegen, die durch die Technologie des menschli-
chen Körpers erzeugt wird, ist äußerst scharf und klar. Ein gesun-
des menschliches Ohr vernimmt Töne niemals begleitet von
Rauschen oder atmosphärischen Nebengeräuschen wie ein Hi-Fi
Gerät sie hervorbringt; es nimmt den Ton genau so wahr wie er
ist, scharf und deutlich. Dies ist immer so gewesen seit der
Erschaffung des Menschen.
Bis heute ist keine von Menschen hergestellte visuelle oder
audiotechnische Apparatur so empfindlich und erfolgreich bei der
Wahrnehmung sensorischer Daten, wie Auge und Ohr.
Doch was das Sehen und Hören angeht, so liegt dem noch ei-
ne viel größere Wahrheit zu Grunde.
Wem gehört das Bewusstsein, das im Gehirn sieht und hört?
Wer sieht im Gehirn eine bezaubernde Welt, lauscht
Symphonien und dem Gezwitscher der Vögel, wer riecht den Duft
einer Rose?
Die Stimulationen, die von Augen, Ohren und Nase eines
Menschen kommen, erreichen das Gehirn als elektrochemische
Impulse. In der einschlägigen biologischen Literatur finden Sie de-
taillierte Darstellungen, wie ein Bild im Gehirn geformt wird.
Doch Sie werden nie auf die wichtigste Tatsache stoßen: Wer
nimmt diese elektrochemischen Nervenimpulse als Bilder, Töne
und Gerüche im Gehirn wahr?
Es gibt ein Bewusstsein im Gehirn, dass dies alles wahr-
nimmt, ohne das es eines Auges, eines Ohres und einer Nase be-
darf. Wem dieses Bewusstsein gehört? Natürlich nicht den
Nerven, der Fettschicht und den Neuronen, aus denen das

187
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Gehirn besteht. Deswegen können darwinistische Materialisten,


die glauben, alles bestehe aus Materie, diese Fragen nicht beant-
worten.
Denn dieses Bewusstsein ist der Geist, der von Gott geschaf-
fen wurde, der weder das Auge braucht, um die Bilder zu be-
trachten, noch das Ohr, um die Töne zu hören. Es braucht außer-
dem auch kein Gehirn, um zu denken.
Jeder, der diese ausdrückliche wissenschaftliche Tatsache
liest, sollte über den allmächtigen Gott nachdenken und bei Ihm
Zuflucht suchen, denn Er quetscht das gesamte Universum in ei-
nen stockdunklen Ort von der Größe einiger weniger
Kubikzentimeter, in eine dreidimensionale, farbige, schattige und
leuchtende Form.

Ein materialistischer Glaube


Die Informationen, die wir bisher präsentiert haben, zeigen
uns, dass die Evolutionstheorie mit wissenschaftlichen Befunden
inkompatibel ist. Die Behauptungen der Theorie über den
Ursprung des Lebens widerspricht der Wissenschaft, die angebli-
chen evolutionären Mechanismen haben keine evolutive Kraft,
und die Fossilien demonstrieren, dass die erforderlichen Über-
gangsformen nie existiert haben. Daraus folgt ganz sicher, dass
die Evolutionstheorie als unwissenschaftliche Idee beiseite ge-
schoben werden sollte. Schon viele Vorstellungen, wie die des
Universums mit der Erde als Mittelpunkt, sind im Verlauf der
Geschichte revidiert worden.
Doch die Evolutionstheorie wird auf der Tagesordnung der
Wissenschaft gehalten. Manche Menschen stellen Kritik an ihr so-
gar als Angriff auf die Wissenschaft dar. Warum?
Der Grund ist, dass die Theorie für bestimmte Kreise ein
unverzichtbarer dogmatischer Glaube ist. Diese Kreise

188
Harun Yahya (Adnan Oktar)

sind der materialistischen Philosophie blind ergeben und adop-


tieren den Darwinismus, weil er die einzige materialistische
Erklärung ist, die vorgestellt werden kann, um das Funktionieren
der Natur zu erklären.
Interessant genug ist, sie geben diese Tatsache von Zeit zu
Zeit zu. Ein wohlbekannter Genetiker und in der Wolle gefärbter
Evolutionist, Richard C. Lewontin von der Harvard Universität
gesteht, er sei "zuallererst einmal Materialist und dann
Wissenschaftler":
"Es ist nicht etwa so, dass die Methoden und Institutionen der
Wissenschaft uns in irgendeiner Weise dazu zwingen, eine materielle
Erklärung für diese phänomenale Welt zu akzeptieren, sondern wir sind
gezwungen durch unser a priori Festhalten an materiellen Ursachen einen
"Ermittlungsapparat" und eine Reihe von Konzepten zu schaffen, die ma-
terielle Erklärungen produzieren, gleichgültig wie mystifizierend dies sein
mag und wie stark sich die Intuition des nicht Eingeweihten dagegen
sträuben mag, und dadurch, dass Materialismus absolut ist, wir können es
uns also gar nicht erlauben, eine heilige Intervention zuzulassen..."85
Das sind ausdrückliche Feststellungen, dass der
Darwinismus ein Dogma ist, dass nur zum Zweck des Festhaltens
am Materialismus am Leben gehalten wird. Das Dogma behaup-
tet, es gebe kein Sein außer Materie. Deswegen argumentiert es,
unbelebte, unbewusste Materie erschuf das Leben. Es besteht dar-
auf, dass Millionen unterschiedlicher Lebewesen als Ergebnis von
Interaktionen zwischen Materie wie dem strömenden Regen und
Blitzeinschlägen und ähnlichem entstanden sein sollen. Das ist wi-
der Verstand und Wissenschaft. Doch die Darwinisten fahren fort,
es zu verteidigen, damit sie keine heilige Intervention zulassen
müssen.
Jeder, der ohne materialistisches Vorurteil auf den Ursprung
des Lebens blickt, wird die offensichtliche Wahrheit erkennen:
Alles Leben ist das Werk eines Schöpfers, Der allmächtig, unendlich

189
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

weise und allwissend ist. Dieser Schöpfer ist Gott, Der das gesamte
Universum aus der Nichtexistenz geschaffen, es in perfekter Weise geord-
net und alles Leben in ihm gestaltet hat.

Die Evolutionstheorie, der Fluch der Welt


Jeder der frei ist von Vorurteilen und dem Einfluss irgendei-
ner Ideologie, der seinen Verstand und seine Logik einsetzt, wird
verstehen, dass der Glaube an die Evolutionstheorie, die den
Aberglauben von Gesellschaften ohne Kenntnis von Zivilisation
und Wissenschaft in Erinnerung ruft, ganz unmöglich ist.
Wer an die Evolutionstheorie glaubt, denkt, dass ein paar
Atome und Moleküle, die man in einem großen Bottich wirft, den-
kende, vernünftige Professoren und Studenten, Wissenschaftler
wie Einstein und Galilei, Künstler wie Humphrey Bogart, Frank
Sinatra und Pavarotti sowie Antilopen, Zitronenbäume und
Nelken hervorbringen können. Schlimmer noch, die
Wissenschaftler und Professoren, die an diesen Unsinn glauben,
sind gebildete Leute. Deshalb kann man mit Fug und Recht hier
von der Evolutionstheorie als dem größten Zauber der Geschichte
sprechen. Nie zuvor hat irgendeine andere Idee den Menschen
dermaßen die Fähigkeit der Vernunft geraubt, es ihnen unmöglich
gemacht, intelligent und logisch zu denken und die Wahrheit vor
ihnen verborgen, als habe man ihnen die Augen verbunden. Es ist
eine schlimmere und unglaublichere Blindheit als die der Ägyp-
ter, die den Sonnengott Ra anbeteten, als die Totemanbetung in
manchen Teilen Afrikas, als die der Sabäer, die die Sonnen anbe-
teten, als die des Volkes Abrahams, dass selbst gefertigte Götzen
anbetete oder als die des Volkes des von Moses, das das goldene
Kalb anbetete.
Gott weist im Quran auf diesen Verlust an Vernunft hin.

190
Harun Yahya (Adnan Oktar)

In mehreren Versen bestätigt Er, dass der Verstand mancher


Menschen verschlossen sein wird und dass sie die Wahrheit nicht
sehen können. Einige der Verse lauten:
Siehe, den Ungläubigen ist es gleich, ob du warnst oder nicht
warnst: sie glauben nicht. Versiegelt hat Gott ihre Herzen und
Ohren, und über ihren Augen liegt eine Hülle, und für sie ist
schwere Strafe bestimmt. (Sure al-Baqara, 6-7)
… Herzen haben sie, mit denen sie nicht verstehen. Augen haben
sie, mit denen sie nicht sehen. Und Ohren haben sie, mit denen
sie nicht hören. Sie sind wie das Vieh, ja verirren sich noch mehr.
Sie sind die Achtlosen. (Sure al-A'raf, 179)
Selbst wenn Wir ihnen ein Tor des Himmels öffnen würden,
beim Hinaufsteigen Würden sie doch sagen: "Unsere Blicke sind
(nur) berauscht! Ja, wir sind bestimmt verzauberte Leute!" (Sure
al-Hidschr, 14-15)
Worte können das Erstaunen kaum ausdrücken, dass einen
überkommt, wenn man sich klarmacht, wie dieser Zauber eine so
große Gemeinschaft verhext hat und dass dieser Zauber seit 150
Jahren ungebrochen ist. Es ist verständlich, dass einige wenige
Menschen an diese unmöglichen Szenarien und dummen, unlogi-
schen Behauptungen glauben. Doch Magie ist die einzig mögliche
Erklärung, wenn Menschen auf der ganzen Welt glauben, dass le-
blose Atome sich zusammengefunden und ein Universum haben
entstehen lassen, dass nach einem fehlerlosen System aus
Organisation, Disziplin, Vernunft und Bewusstsein funktioniert,
dass Atome den Planeten Erde mit allen seinen Merkmalen, die so
perfekt auf das Leben zugeschnitten sind und den Lebewesen, die
aus zahllosen komplexen anatomischen Strukturen bestehen, aus
sich selbst heraus bilden konnten.
Tatsächlich erwähnt Gott im Quran im Zusammenhang mit
den Vorfällen zwischen dem Propheten Moses und Pharao, dass
Menschen, die atheistische Philosophien vertreten, andere

191
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Menschen in der Tat durch Magie beeinflussen. Als Pharao von


der wahren Religion berichtet wurde, sagte er Moses, dieser solle
mit den Magiern des Landes zusammentreffen. Als Moses dieser
Aufforderung nachkam, forderte er sie auf, als erste ihre
Fähigkeiten zu demonstrieren. Der entsprechende Vers fährt an
dieser Stelle fort.
Er sagte: "Werft!" Und als sie geworfen hatten, bezauberten sie die
Augen der Leute und jagten ihnen Angst ein und entfalteten ei-
nen gewaltigen Zauber. (Sure al-A'raf, 116)
Pharaos Magier konnten jedermann täuschen, außer Moses
und die, die an ihn glaubten. Moses brach den Zauber, "ver-
schlang ihren Trug", wie es der Vers formuliert:
Und Wir gaben Moses ein: "Wirf deinen Stab!" Und da verschlang
er ihren Trug. So erwies sich die Wahrheit, und ihr Werk erwies
sich als nichtig. (Sure al-A'raf, 117-118)
Als klar wurde, dass die Magier, die zunächst die anderen
verzaubert hatten, nur eine Illusion erzeugt hatten, verloren sie
jegliches Vertrauen. Auch heute gilt: Auch diejenigen, die unter
dem Einfluss eines ähnlichen Zaubers an diese lächerlichen
Behauptungen glauben und ihr Leben damit zubringen diese zu
verteidigen, werden gedemütigt werden, wenn die volle Wahrheit
ans Licht kommt und der Zauber gebrochen wird.
Malcolm Muggeridge, über 60 Jahre lang atheistischer
Philosoph und Vertreter der Evolutionstheorie, der – wenn auch
spät – die Wahrheit erkannte, gab zu, dass er gerade durch diese
Aussicht geängstigt wurde:
Ich selbst bin davon überzeugt, dass die Evolutionstheorie,
besonders das Ausmaß, in dem sie angewendet wird, als einer der
größten Witze in die Geschichtsbücher der Zukunft eingehen
wird. Die Nachwelt wird sich wundern, wie eine so schwache, du-
biose Hypothese so unglaublich leichtgläubig akzeptiert werden
konnte.86

192
Harun Yahya (Adnan Oktar)

Diese Zukunft ist nicht mehr weit entfernt: Die Menschen


werden bald sehen, dass der Zufall kein Gott ist, und sie werden
zurück blicken auf die Evolutionstheorie als die schlimmste
Täuschung und den schrecklichsten Fluch der Welt. Dieser Fluch
wird bereits weltweit von den Schultern der Menschen genom-
men. Viele, die das wahre Gesicht der Evolutionstheorie erken-
nen, wundern sich, wie sie jemals darauf hereinfallen konnten.

193
Die Wunder Des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

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