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Schwyzer, E. (1953): Griechische Grammatik, Mnchen: C.H.

Becksche
Verlagsbuchhandlung, pp. 371
AKZENT UND QUANTITT
1. Einfhrendes. Wenn auch die Tonhhen- und Strkeunterschiede der Silben sich sehr oft bes.
im Satze geltend machen (vgl. d. kam er? gegenber als er kam; so? gegenber so ist es) und
gerade im gelufigen Griechischen die Betonung je nach der Umgebung wechseln kann (
, ), so gibt es daneben im Griechischen doch
viele Wrter mit konstanter oder doch nicht nach der Umgebung wechselnder Tonbewegung
(, , ), die nicht beim Sandhi oder in der Syntax behandelt werden knnen.
So empfiehlt es sich, die allgemeinen Akzenterscheinungen hier zusammen zu behandeln, wenn
auch manche Einzelheit der Wortbildung und Flexion vorbehalten bleiben muss.
Das Verstndnis der Akzentlehre irgendeiner Sprache setzt einige Kenntnis der allgemeinen
Akzentlehre voraus. Unter Akzent (bzw. Betonung, was aber im folgenden vermieden ist) ist
hier der allgemeine Begriff verstanden, dem sich die Tonhhen- (Schwingungs-) und
Strkeunterschiede (musikalischer i.e. S. oder chromatischer oder tonischer und dynamischer
oder exspiratorischer Akzent, Ton und Druck) unterordnen (engl. accent zerfallend in pitch
und stress, frz. accentuation, zerfallend in ton und accent (dintensit), intensit). Die eine oder
die andere Seite kann berwiegen, die erste auch ausschliesslich gelten (in hinterindischchinesischen, in afrikanischen Sprachen); doch kann neben dem dynamischen Moment das
musikalische sehr stark sein (in skandinavischen Sprachen, in singenden deutschen Mudarten,
im Litauischen, Lettischen, Serbischen); auch das gewhnliche Deutsche und Englische mit
ihrer stark dynamischen Betonungsweise verwenden fr besondere Flle (z.B. Frageton) das
musikalische Moment (daher wollte K. H. Meyer a. a. O. den Unterschied zwischen
(vorwiegend) exspiratorisch und (vorwiegend) musikalisch durch (stark) exspiratorisch
und ebentnig (oder eintnig), A. Schmitt a. a. O. durch stark bzw. schwach
zentralisierend ersetzen). Die Hauptformen des musikalischen Akzentes (Tons) sind steigend
und fallend (Aufton und Abton nach Jespersen), die aber auch verbunden auftreten
knnen (als zweigipflige oder Schleiftne) das Chinesische unterscheidet 4m in anderem
Dialekt 8 Tne. Norweg. kekken heisst mit verschiedenem Ton Koch oder Kchin.