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4.

Das Thema eingrenzen und formulieren

Nachdem du dich für ein Thema entschieden hast, das du bearbeiten willst, musst du
es eingrenzen und präzisieren. Anfangs ist das Thema wahrscheinlich noch sehr
vage, du stehst jetzt vor der Aufgabe es so zu formulieren, dass eine Fragestellung
entsteht, die du im Rahmen deiner Arbeit bearbeiten kannst. Je genauer die
Fragestellung formuliert wird, desto einfacher und überschaubarer wird das Thema.
Die Fragestellung kann erst richtig formuliert werden, wenn schon Einiges dazu
bekannt ist. Du solltest dich also schon in das Thema eingelesen haben, bevor du
eine präzise Fragestellung erarbeitest.

Die Fragestellung kann durch verschiedene Möglichkeiten eingegrenzt werden:

 Was soll herausgearbeitet oder gezeigt werden?


 Welche Aspekte sind interessant und warum?
 Wo willst du einen Schwerpunkt setzen?
 Zeitliche Beschränkung auf bestimmte Jahre oder Epoche
 Geographische Beschränkung, z.B. Deutschland, Europa
 Eingrenzung auf bestimmte Organisationen, Gruppen, etc.
 Beschränkung auf bestimmte theoretische Ansätze, z.B. Medientheorie
 Bezüge / Vergleiche zwischen Personen, Objekten, Theorien etc. herstellen

Zur weiteren Präzisierung solltest du Überlegungen zu folgenden Punkten anstellen:

Methode
 Wie willst du vorgehen?
 Werden bestimmte Methoden eines Faches benutzt und warum?
Theorien, Konzepte:
 Woran kannst du dich orientieren?
 Welche Begrifflichkeiten kommen in deinem Fach vor, welche werden
benutzt?
Material:
 Was wird untersucht?
 Welche Texte, Quellen werden ausgewertet?
 Was wird zur Belegung der eigenen These benutzt?
Arbeitshypothese:
 Was erwartest du zu finden?
 Was ist das Ziel deiner Arbeit?

Wenn du Antworten auf diese Fragen gefunden hast, bist du deinem Thema schon
ein ganzes Stück näher gekommen. Du solltest dein Thema rechtzeitig mit deinem
Dozenten abstimmen und deine Ideen gemeinsam diskutieren, oft entstehen im
Dialog neue Perspektiven für deine Fragestellung.

Modell Themenfächer
Eine andere Möglichkeit das Thema einzugrenzen kann die Erstellung eines
Themenfächers sein. Diese Methode hilft dabei, ein Thema schrittweise
einzugrenzen und verschiedene Aspekte eines Themas voneinander abzugrenzen.
Der Themenfächer wird graphisch dargestellt. Die Visualisierung ermöglicht es
Zusammenhänge zu verdeutlichen und Ideen zu sortieren.
Zunächst wird der Themenbereich, mit dem sich die Arbeit beschäftigen soll,
festgelegt. Der Themenfächer wird dann von oben nach unten abgearbeitet:
Auf Ebene 1 werden verschiedene Problemstellungen des Themas gesammelt,
anschließend entscheidest du dich für eine Problemstellung und ordnest dieser auf
Ebene 2 verschiedene Aspekte zu. Im Unterschied zu den eher allgemeinen
Problemstellungen sind die Aspekte präziser.
Auf Ebene 2 entscheidet man sich dann für einen Gesichtspunkt, zu diesem werden
auf Ebene 3 möglichst viele Fragen gesammelt.
Auf der 4. Ebene sollen dann Antworten auf die Fragen gestellt werden, damit soll
geprüft werden ob die Fragestellung für die Bearbeitung geeignet ist.
Am Ende des Themenfächers ist eine konkrete Fragestellung entstanden.

Hier ein Beispiel für einen Themenfächer:1

Werbegestaltung

Ebene 1 Werbesprache Farben Bilder

Kontext- Assoziationen Markenkenn-


Ebene 2
einflüsse zeichnung

Wie täuschen Farben die Sinne?


Welche Bedeutung hat der Kontext hierbei?
Warum beeinflussen Farben die Beurteilung
Ebene 3
von Eigenschaften?
Welche Farben rufen welche Assoziationen
hervor?
Warum tragen Marken bestimmte Farben?

Aufmerksamkeit Farben Farben


Ebene 4
durch Farben aktivieren aktivieren

Die Bedeutung der psychischen Wirkungen von Farben in der Werbung

1
Mehr zur Erstellung eines Themenfächers findet sich bei Esselborn-Krumbiegel (2008), S. 54ff
5. Zeitplanung

Für alle wissenschaftlichen Arbeiten, die du an der Universität schreibst, gibt es


bestimmte Fristen, die du einhalten musst. Bei deiner Zeitplanung solltest du immer
den Abgabetermin im Auge behalten und deine Zeitplanung danach ausrichten.
Jeder hat sein eigenes Tempo, deswegen sind die folgenden Tipps nur Anregungen,
die dir helfen können, dein eigenes Zeitmanagement zu finden.

• Plan deine Zeit realistisch ein, berücksichtige deine eigene


Arbeitsgeschwindigkeit
• Berücksichtige auch, dass Störungen auftreten können und lass Luft dafür
• Solltest du Jobs oder andere Verpflichtungen haben, plane die Zeit dafür
entsprechend ein
• Schreib pro Tag nicht zu lange (maximal 4 Stunden), die andere Zeit kannst
du für Literatur lesen, Quellen suchen etc. nutzen
• Plan Freizeit ein, Pausen können Stress abbauen und Frustration vermeiden
• Finde die Zeit, in der du am besten arbeiten kannst
• Wichtig sind verbindliche regelmäßige Arbeitszeiten
• Zieh jeden Tag Bilanz: Was habe ich heute erreicht?
• Formulier am vorherigen Tag den Arbeitsauftrag für den kommenden Tag
• Überprüfe zwischendurch immer wieder deinen Zeitplan

Bei der Zeitplanung kann eine Visualisierung der Arbeitsschritte helfen. Überleg dir
als Erstes welche Tätigkeiten anfallen und stelle dann einen Zeitablauf graphisch
dar. Hier zwei Möglichkeiten, die Zeit für eine Seminararbeit und eine Bachelorarbeit
zu planen.

Beispiel: Seminararbeit, 6 Wochen Zeit, ca. 20 Seiten

6 Wochen

3 Wochen 2 Wochen 1 Woche

Thema klären Rohfassung Überarbeiten


Literatur lesen schreiben
Gliederung erstellen

10 Seiten
pro Woche

5 Tage pro
Woche

2 Seiten pro
Tag
Beispiel: BA-Arbeit, 12 Wochen Zeit, ca. 50 Seiten

12 Wochen

4 Wochen 5 Wochen 3 Wochen

Literatur auswerten Rohfassung Überarbeiten


Gliederung erstellen schreiben und und Pufferzeit
Datenerhebung u.- einmal überarbeiten
auswertung

10 Seiten
pro Woche

5 Tage pro
Woche

2 Seiten pro
Tag

Die Zeitplanung kann auch in anderer Form dargestellt werden. Eine Möglichkeit ist
die Arbeitsschritte und die Zeit, die zur Verfügung steht, in einer Matrix abzubilden:

Egal wie gut du planst, es kann immer sein, dass du unter Zeitdruck gerätst. Versuch
dann nicht den Druck noch weiter zu erhöhen, indem du dir unrealistische Ziele setzt.
Setz Prioritäten und erledige die wichtigsten Sachen zuerst. Entscheide dich im
Zweifelsfall für eine zeitlich umsetzbare Version deines Textes.

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