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Meiendorfer für die Primarschule

Meiendorfer für bessere Schulen

Kontakt und V.i.S.d.P.:


W. Lünenbürger
Meiendorfer Rund 63
22145 Hamburg
mail gymei@luenenbuerger.de

Meiendorf, 4.6.2010
Liebe Meiendorfer Eltern,

Sie haben in den vergangenen Tagen über die Elternpost Ihrer Kinder Post vom Elternrat der Schule Meiendorf
erhalten. In einem vierseitigen Brief äußert sich der Elternrat sehr einseitig und sachlich entstellend über die
Reformpläne der Bürgerschaft und fordert Sie auf, beim Volksentscheid gegen die Schulreform zu stimmen.
Inhaltlich handelt es sich um eine weitgehende Übernahme von Argumenten der Initiative „Wir wollen lernen“.
Wir sind eine Gruppe von Eltern, die dieses Vorgehen des Elternrats nicht in Ordnung findet, weil es nicht
demokratischen Gepflogenheiten entspricht. Nicht umsonst hat das Hamburger Abendblatt gestern kritisch über
die Auseinandersetzung an unserer Schule berichtet.

Im Interesse einer ausgewogenen Information möchten wir Ihnen deshalb Argumente der Reformbefürworter
nicht vorenthalten und einige Punkte richtig stellen:

1. Die innere pädagogische Reform der Schule ist von der Strukturreform nicht zu trennen und entfaltet nur
im Zusammenhang mit dem längeren gemeinsamen Lernen ihren Sinn. Die Erfolge des
individualisierten Lernens im gemeinsamen Unterricht zeigen sich erst im Laufe der Jahre und werden
durch eine zu frühe Selektion nach Klasse 4 wieder zunichte gemacht. Viele Kinder kommen erst in der
dritten Klasse richtig in der Schule an. Durch die zu frühe Selektion entstehen Ängste, Konkurrenz- und
Leistungsdruck, die das erfolgreiche Lernen behindern. Die Schullaufbahnprognosen sind zu diesem
Zeitpunkt vor allem im mittleren Leistungsspektrum oft falsch. Darum brauchen die Verbesserungen
der Schulreform, die auch der Elternrat möchte, die Einführung der Primarschule, um zu wirken.

2. Die Selektion von 10jährigen Kindern auf verschiedene Schulen ist in zu vielen Fällen ein Einbruch in
der Schulbiographie - die Lernfortschritte in Klasse 5 und 6 sind daher in der bisherigen
Schulstruktur am geringsten. Die wirklich gute und effiziente Vorbereitung auf die weiterführende
Schule kann nur mit der Einführung der Primarschule gelingen, in der von Klasse 4 bis 6 die Lehrerinnen
und Lehrer der weiterführenden Schulen und der bisherigen Grundschulen zusammenarbeiten und die
Kinder auf die Anforderungen der weiterführenden Schule vorbereiten.

3. Die Verkleinerung der Klassen 5 und 6 kommt nur mit der Primarschule.

4. Die Kosten für Baumaßnahmen entstehen zum großen Teil durch die Verkleinerung der Klassen, die
auch von der Volksinitiative gewünscht wird, können also – anders als vom Elternrat behauptet – nicht
durch die Ablehnung der Primarschule gespart werden.

5. Bei der Schulreform geht es auch um Chancengerechtigkeit. Gute Schülerleistungen und faire
Chancen gibt es international nur in Ländern, in denen Kinder länger gemeinsam lernen.

Gerne diskutieren wir mit Ihnen über Ihre Sorgen und Bedenken, die wir zum Teil ebenfalls teilen. Gerade hier bei
uns in Meiendorf ist es nicht einfach, die Reform gut umzusetzen. Aber: Wenn ca. 30 % unserer Jugendlichen
nicht ausreichend lesen können, dann läuft etwas falsch in unserem Schulsystem! Die Chance, dieses zu ändern
und die Schulen in dieser Stadt zu verbessern, wollen wir uns nicht entgehen lassen.

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