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Second Issue 3

Second Issue 3

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Veröffentlicht vonSheri Avraham

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Published by: Sheri Avraham on Jun 04, 2010
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01/25/2013

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SECOND ISSUE written talks

Comics Eli Valley www.EVComics.com.
Part of the “Inclusion and Exclusion“ Group Exhibition in the frame of SALON VIENNA in SOHO Galery,May, 2010.

The »ISSUE, written talks« is a magazine that combines a collection of articles that provide a space for open discussions. As the name of the magazine and its layout indicates, we stress “conversations” as a tool for understanding – others and ourselves. Most of the articles are the result out of a joined work between an author and a visual artist- thus creating the first “talk”. Before going to print, a third party broadens the article with her/his comments and thoughts. In the framework of the articles blank spaces are provided for further discussions. We are thankful for any comment that will enable an ongoing discussion, and try, as we do, to leave applicable and thoughtful remarks. „SECOND ISSUE, written talk“ extends the project “SALON VIENNA in SOHO Gallery” that takes place in the setting of the “SOHO in Ottakring” festival. This year the festival in the paraurban district aims to find through Art different ways to a detoxification from racism. The “I * Them * You” concept was chosen as point of departure for self-observation. During the two weeks “SALON VIENNA in SOHO Gallery” will present three main installations, which creates a metatalk. Among the two interactive installations and the exhibition “call for art”, one asks himself which vocabulary or images are used in the process of defining the “I * Them * You”. What kinds of ideologies have been developed through our upbringing, environment, and social structures, and for whom and which purpose(s) they serve? »SECOND ISSUE, written talks« takes the written word to a journey into a „self definition struggle“. The collection of the texts aims to document, criticize and reveal some aspects of the terms “Inclusion and Exclusion” and of the paradox of an individual received identity. By excluding one, the other can define himself. But it stays only an assumption out of philosophical, religious or political reasons, that the individual needs “a ready-to-use identity kit“, to manage his exterior personality. We look into our communities (cultures, social groups, peers) for a rubric of normalcy, struggling to belong within our own social collectives. Either passive or active participants - we obtain symbols, signs and codes to communicate within and outside of the specific community. But with this kind of internal communication aren’t we loosing the freedom to choose? Does it blind us from seeing the different / other community? The main question for us in the »SECOND ISSUE, written talks« was - „Did we build borders/differences between people, sex or cultures that are not resulting from random factors, but from so called „human condition“, „natural order“ or “heritage” which is not possible to break“? Sheri

The Jewish Salons

Die Idee der Jewish Salons basiert auf der Absicht, einen kulturellen Dialog zwischen gelebten jüdischen Kulturen, innerhalb und außerhalb unterschiedlicher Gemeinden, zu kreieren und zu fördern. Sie verbinden Fragen der jüdischen Identität mit zeitgenössischer Kunst und Alltagskultur und liefern zeitgenössische Anregungen. The Jewish Salons wurden 2006 in Tel Aviv begründet und haben ihr Projekt 2009 auf folgende Städte ausgedehnt: Amsterdam, Mexico-City, Prag und Wien. Die jeweiligen Salons wollen ein modernes Verständnis von Judentum prägen, sowie die Vielfalt und Vielschichtigkeit jüdischer Identitäten und Alltagskulturen, einem breiteren Publikum eröffnen. “SALON VIENNA – ein jüdischer Kulturverein” besteht seit April 2009 und betrachtet es als grundlegendes Ziel, das Publikum an die Vielfalt zeitgenössischer jüdischer Kunst und Kultur heranzuführen. Wir nutzen verschiedenartige Veranstaltungskonzepte, um diese erlebbar zu machen. Die Jewish Salons konzipieren ihre Projekte in Bezug auf das Publikum und füllen diese mit lokal zugeschnittenen Inhalten. Der SALON VIENNA versteht sich in diesem Sinne als Ort an dem sich unterschiedlichste Ideenstränge mit kreativen und gegenwärtigen Anreizen kreuzen. Der SALON VIENNA bietet und bereitet lebendige, zeitgenössische jüdische Identität und Alltagskultur und möchte den intensiven kulturellen Dialog von gelebten jüdischen Kulturen mit ihren Umgebungen aufzeigen.

SALON VIENNA möchte sich persönlich bedanken bei: Alexander Emanuely, Alfred Woschitz, Barbora Bútorová, Benjamin Gilkarov, Bezirksvorsteher Franz Prokop, BMUKK, Bob Martens, Denise Feiger, Deuticke Verlag, Eduard Freudmann, Elina Tilipman, Frederic Morton, Gerlinde Grötzmeier, Heinzelmänner der Caritas, Ido De La vega, Ilse Riedler, Irene Grabherr, Jazz Gitti, Jewdyssee, Joanna Nittenberg, Jonathan Shaked, Kulturkommisson der IKG, Manuela Mandl, Milli Segal, Miriam Bloch, Moshe Kvitelashvili, Niki Kubaczek, Oliver Metlewicz, Orit Theuer, Firma PANI, Paul Chaim Eisenberg, Paul Moser, Peter Herbert, Peter Riedl, Piotr, Sebastian Endler, Ula Schneider, Uli Scherer, Vera Schwarz, Veronika Gruber SALON VIENNA dankt allen KünstlerInnen der Ausstellung „Inclusion and Exclusion“: Marek Bozuk, Joël Curtz, Iris Dostal, Baptiste Elbaz, Eva Fellner, Samuel Green, Maital Guttman, Robert Haidvogl, Christina Hartl-Prager, Maria Hengge, Yuval Katz, Christoph Kolar, Guy Königstein, Monika Lederbauer, Shlomit Migay, Tamara Moyzes, Renana Neuman, Alisa Poplavskaya, Maximilian Pramatarov, Nurit Schaller, Orly Shwartzman, Jakob Steiner, Thaddäus Stockert, Julia Überreiter, Eli Valley, Shlomi Yaffe Wir danken unseren Sponsoren:

www. www.so

vienna@

Impressum: Herausgeber: Salon Vienna - ein jüdischer Kulturverein Kontakt: Hintzerstraße 9/19 1030 Wien email: vienna@jewishsalons.net Internet: www.jewishsalons.net Für den Inhalt verantwortlich: Salon Vienna - ein jüdischer Kulturverein Second Issue Redaktion: Sheri Avraham Design & layout: Denise Feiger

Texte: Frederic Morton, Gerlinde Grötzmeier, Ivana Marjanović, Lukas Tagwerker, Marek Božuk, Michaela Schweighofer, Lisa Joskowicz. Photography and Illustrator: Ido Del La Vega, miz - justice, Marko Mestrovic, Niki Kubaczek, Thaddäus stockert Questions & comments are welcomed under: ISSUEwritten.talks@gmail.com

Ottakringer Synagoge (Hubertempel)

Gerlinde Grötzmeier

DIE GESCHICHTE: Vor 1938 existierten in Wien mehr als 20 Gemeindesynagogen. Viele davon wurden in den Jahren der Gründerzeit nach dem “Josefinischen Toleranzpatent” erbaut. Die Ottakringer Synagoge befand sich in der Hubergasse 8, darauf bezieht sich auch der oft verwendete Name “Hubertempel”. Er wurde 1886 mitten im Historismus gebaut, nahezu zeitgleich mit bedeutenden Gebäuden wie die Wiener Staatsoper, die Universität Wien sowie das Naturhistorische Museum. Der Architekt Ludwig Tischler, bekannt für diverse Neorenaissancebauten der Wiener Ringstrasse, wurde für die Planung der Synagoge in Ottakring, damals noch Vorort Wiens, beauftragt. Nach der Erweiterung der Frauengalerien 1891 wurde im Hof des Tempelgrundstücks 1927 ein leicht beheizbarer Winterbetsaal angebaut, der vom jüdischen Architekten Ignaz Reiser geplant wurde.

DIE STILFRAGE: In der Diskussion um „jüdische Synagogenarchitektur“ gab es verschiedene Meinungen über die zu verwendenden Stile. Da die Gotik eher den christlichen Kirchen zugeschrieben wurden, wollte man sich von diesen bewusst abgrenzen, ohne jedoch in Zeiten eines neu aufkeimenden Antisemitismus im Stadtbild als „fremdartig“ aufzufallen. Der orientalische Stil wurde als „nichteuropäisch“ und mancherorts als ungeeignet für eine Synagoge empfunden, denn man begriff sich als „jüdischer Europäer“. Der Architekt der Kasseler Synagoge, Albrecht Rosengarten, veröffentlichte eine Ansichten über den Synagogenbau wie auch die Pläne des Kasseler Entwurfs in der Allgemeinen Bauzeitung Wien im Jahre 1940. Es ist davon auszugehen, dass Tischler diese Publikation gekannt hat und seinen Entwurf ebenfalls in Anlehnung an Rosengartens Synagoge gestaltet hat. DIE REKONSTRUKTION: Die digitale, virtuelle Rekonstruktion ist ein Mittel zur Darstellung zerstörter Architektur. Wo Pläne, Gemälde und Fotografien nur eine 2-dimensionale Ebene bedienen können, kann ein mit Hilfe von CAAD rekonstruiertes Modell einen 3-dimensionalen Eindruck des Gebäudes ermöglichen. Problematisch kann dabei die Zuverlässigkeit des für die Rekonstruktion recherchierten und verwendeten Planmaterials sein. In vielen Fällen der zerstörten Synagogen in Wien sind noch Einreichpläne erhalten, die aber nur begrenzt Auskunft über das tatsächlich ausgeführte Bauwerk geben können. Im Falle des Hubertempels waren zunächst kaum Planunterlagen vorhanden, sämtliche Recherchebemühung blieben vorerst erfolglos, schließlich konnten doch noch ausführliche Pläne und sehr detaillierte Originalzeichnungen z.B. des Almemorgeländers und der Lampen im Archiv des jüdischen Museums ausfindig gemacht werden. Ob diese genauso zur Ausführung gelangt waren, kann nur vermutet werden. Fotos des Innenraumes sind kaum erhalten, da es unerwünscht ist, bei jüdischen Gottesdiensten und Feierlichkeiten in der Synagoge zu fotografieren.

.jewishsalons.net ohoinottakring.at

@jewishsalons.net

Illustrator: Ido Del La Vega

DIE ARCHITEKTUR: Die Ottakringer Synagoge wurde auf einem rechteckigen Grundstück, das seitlich von zwei Häusern begrenzt war, erbaut. Die Grundstruktur der Synagoge war dreischiffig, wobei die Galerien in den Seitenschiffen durch gemauerte Pfeiler in zwei Etagen getragen wurden. Die Decke wurde als Holzkonstruktion ausgeführt. Die Synagoge hatte drei Eingänge in den mit einem Tonnengewölbe überdachten Vorraum, durch den man in den Hauptbetraum mit 406 Sitzplätzen für Männer gelangte. 266 Frauen fanden auf den Galerien Platz. Auf den ersten Blick wirkte das Gebäude im Stil der Neo-Renaissance von außen nicht wie ein für religiöse Zwecke errichteter Bau. Bei näherer Betrachtung wies jedoch der vorgesetzte Mittelrisalit mit seinem dreieckigen Giebel auf die dreischiffige Anlage hin. Die Außenfassade war zudem geprägt von hohen Eingangstüren und drei darüberliegenden großen Bogenfenstern, flankiert von Rundfenstern in den Seitenschiffen. Lediglich der Giebel war geprägt von religiösen Symbolen: An der Giebelspitze waren zwei Gesetzestafeln angebracht, seitlich davon zwei Davidsterne. 1928 erfolgte der Zubau eines sogenannten Wintertempels, ein kleinerer für die Wintermonate leicht beheizbarer Betsaal. In praktisch allen großen Synagogen wurde der Hauptraum nur am Schabbat und an Feiertagen verwendet, da dieser große Saal meistens gar nicht oder nur schwer beheizbar war. An den Wochentagen war es üblich, im Wintertempel zu beten. Neben der Synagoge in der Eitelberggasse war dieser Wintertempel, der 124 Sitzplätze für Männer und eine Frauengalerie aufwies, der stilistisch interessanteste Neubau der Zwischenkriegszeit. Ignaz Reiser - ein vielgefragter Synagogenarchitekt - gestaltete den Innenraum in modern-geometrischem Stil aus und überzeugte durch ausgewogene Schlichtheit.

FRAUEN IN DER SYNAGOGE: Im Falle des Hubertempels ist besonders interessant, daß ursprünglich ein sehr geringer Anteil an Frauensitzplätzen vorgesehen wurde. Es kann vermutet werden, daß sich der Bedarf an Frauensitzplätzen im Zuge der fortschreitenden Emanzipaion des ausgehenden 19. Jahrhunderts stark erhöht hat. In frühen Synagogen gab es kaum Bereiche für Frauen, da diese den Gottesdienst nur selten und meist nur an hohen Festtagen besuchten. Jüdische Frauen hatten in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts festgelegte Funktionen inne. Die wirtschaftlich weniger gutgestellten Frauen arbeiteten meist in Fabriken, um die finanzielle Situation der Familie zu unterstützen. Frauen aus den bürgerlichen Schichten wurden meist auf die Durchführungen von häuslichen Pflichten beschränkt. Um dieser eingeengten Situation zu entfliehen, wurden viele ehrenamtlich tätig. Daher gab es in vielen jüdischen Gemeinden einen Frauenwohltätigkeitsverein, der meist von der Ehefrau des ansässigen Rabbiners geführt wurde. Auch in der Hubergasse 8 entstand so ein Wohltätigkeitsverein, der sich wahrscheinlich in den Räumen der Kanzlei zwischen Synagoge und Winterbetsaal befand. Ein weiteres Beispiel für die Wohltätigkeit ist das von Else Federn und ihrer Mutter Ernestine 1901 gegründete „Ottakringer Settlement“. Vorbild dessen war die Settlement Bewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England. Grundidee war nicht, Almosen zu verteilen, sondern unter Mitbeteiligung der Armen und Hilfesuchenden deren Situation zu verbessern – der Gedanke der „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde Wirklichkeit. Ottakringer Synagoge Hubergasse 8, 1160 Wien Erbaut 1885/86 (Erweiterung 1928) Architekten: Ludwig Tischler (Erweiterung: Ignaz Reiser) Fassungsvermögen: 266 Frauen- und 406 Männersitze Winterbetsaal 124 Sitzplätze

Der Richter bleibt in Buenos Aires
Frederic Morton: „Geschichten aus zwei Welten“, Deuticke 1994
Auf dem Weg zu Poldi Buscheks Vater sind Poldi und ich immer durch den Wiener Brunnenmarkt gegangen, bis wir auf die Salzgurkenverkäuferin stießen, die Frau mit den roten Haaren und dem einen Zahn. Wir wußten, daß sie in jede Gurke hineingebissen hatte, bevor sie diese einlegte, und das war das Geheimnis des phantastischen Geschmacks ihrer Gurken. Wir würden bei ihr stehen bleiben. Sie würde mit ihrer langen Holzzange in das bemooste Faß hineinfahren, eine fette Gurke herausfischen und mit einem Schwung die Dille-Knoblauch-Lake abschütteln, daß es nur so spritzte – ähnlich wie Weihrauch aus dem Weihrauchkessel sprüht. Mit einer einzigen Drehung ihrer Hand wickelte sie ein Stanitzel aus Pergamentpapier rund um die Salzgurke, und man konnte die Gurke im Weitergehen essen, wie ein Eis in der Tüte. Ich kaufte eine. Poldi kaufte zwei. Kauend gingen wir um die Ecke zur Ottakringer Straße, die massiven MarmorStiegen hinauf, vorbei am Empfangszimmer, durch den Warteraum, der voll war mit Klienten, vorbei am Schreibmaschinengeklapper des Sekretariats, durch die beiden Gemächer, wo Dr. Buscheks Konzipienten uns Durchmarschierenden zunickten, bis wir im dunkelgetäfelten Zimmer von Poldis Vater angelangt waren. Er empfing uns jedesmal an der Tür. Später, in Amerika, wurde ich immer durch die Schiedsrichter bei Schwergewichtsboxkämpfen an ihn erinnert: eine große, schmucke, sportliche Gestalt von einem Mann, helle Flanellhosen, ein weißes Hemd, das Grau seiner Krawatte Ton in Ton mit dem Grau seines Schnurrbarts und seinem dicken, grauen Haar. Poldi würde ihm eine Salzgurke geben, und er würde sie kosten, den anderen Arm leicht in die Hüfte gestemmt. „Hoho“, würde er sagen, „genau richtig. Die in der Früh sind immer zu salzig.“ Meist gab er Poldi anschließend ein Taschengeld, das dreimal so hoch war wie meines, und wir rannten weg zum Fahrradvermieter. *** Das war in den späten Dreißigerjahren gewesen, knapp vor Hitler. Letzte Woche, 1973 im Jahr des Herrn, ging ich wieder auf den Brunnenmarkt, und dort, zwischen dem Fischhändler und dem Gemüsestand, stieß ich auf unsere Frau Einzahn mit dem Salzgurkenfaß. Ihr Gesicht war dunkler und stark zerfurcht; ihre Haarfarbe war nicht zu erkennen, weil sie ein verblichenes blaues Kopftuch trug. Aber auch diesmal fischte sie mit einer einzigen appetitanregenden Bewegung eine Salzgurke aus dem Faß. Der Saft, den sie abschüttelte, verbreitete immer noch ein Aroma von Dille, Knoblauch und Salzlake. Bloß legte sie jetzt die Gurke in einen Plastikbecher. „In ein Stanitzel, bitte“, sagte ich. „Ein Stanitzel“, sagte sie. „Jesus Maria, ich hab doch schon seit dem Krieg nicht mehr das richtige Papier für Stanitzel.“ „Ich hab als Kind immer Ihre Salzgurken gegessen“, sagte ich. „Erinnern Sie sich an Dr. Buschek?“ „So gutes Papier wird nicht mehr gemacht“, sagte sie. „Dr. Buschek persönlich hat jeden Tag in der Früh bei Ihnen gekauft“, sagte ich. „Sie erinnern sich? Der Rechtsanwalt? Er hat alle großen Rechtsfälle für den Markt erledigt.“ „Wunderbare Leute haben damals bei mir eingekauft“, sagte sie. „Jetzt gibt’s in dieser Gegend nur noch kroatische Arbeiter.“ Ich war Poldi und dessen Vater zuliebe hierher auf den Brunnenmarkt gekommen, und jetzt konnte sie sich nicht einmal mehr an die beiden erinnern. Eine definitive Beleidigung für die Buscheks. *** Die erste Schmach war gewesen, daß aus Poldi, dem pausbäckigen, unbeschwerten Wiener Kind, ein dünner, gehetzter Argentinier mittleren Alters geworden war, von dessen schmalem Oberlippenbärtchen, als ich ihn vor zwei Jahren das letzte Mal besuchte, ein Zucken ausging. Statt pfeifend auf einem Fahrrad zu sitzen, zwängte diese Karikatur eines Poldi seinen unpassenden Erwachsenenkörper in einen verbeulten VW-Bus, der gerammelt voll war mit Kurzwaren. Seine Vertreter-Runden zogen sich bis spät in die Nacht hinein, sodaß wir bis elf Uhr abends nicht zum Essen kamen, obwohl mein Flugzeug nach Santiago zeitig früh am nächsten Tag ging. „Lebt dein Vater noch?“ sagte ich. „Bueno, Papa geht’s gut“, sagte er. Angesichts der gnadenlosen Zeit in Poldis VW war das eine gute Nachricht. Ich sagte, ich würde den alten Dr. Buschek gerne sehen, wenn das möglich wäre. „Porque no, warum nicht?“, sagte Poldi. „Ich muß ohnedies dort was abliefern.“ Die Straßenbeleuchtung in Buenos Aires ist nicht sehr gut, und nachdem mich die miserable Federung des VW-Busses beinahe zu Tode gerüttelt hatte, ging ich durch einen niedrigen Eingang in ein Haus. Und bei Gott, da stand Dr. Buschek, rund 30 Jahre älter, immer noch stark und schmuck, in seinen Flanellhosen, das

Haar weiß, aber mit seinem alten, grauen Schnurrbart, aufrecht, mit gerader Haltung, einen Arm locker in die Hüfte gestützt. „Da hast du, ich muß laufen“, sagte Poldi und gab ihm ein Bündel. Dr. Buschek führte mich hinein, und unter der grellen, nackten Glühbirne sah ich, daß Poldi ihm drei Hemden mit zerschlissenen Krägen gebracht hatte, ja daß das Zimmer voll war mit Hemden, die zerrissenen auf der linken Seite, die geflickten auf der rechten. In der Mitte stand eine Singer-Nähmaschine und darauf lagen zahllose Zwirnspulen, Nadelkissen und Scheren. Die Kochnische und das Bett standen hinter einem Wandschirm, und hoch oben auf einem Regal streckten drei Gänseblümchen in einem Wasserglas ihre Blüten in Richtung des kleinen Fensters. Dr. Buschek öffnete eine Flasche Wein und schob einige der Nadelkissen zur Seite, um auf dem Tisch Platz zu machen. Wir sprachen über den Tod seiner Frau, über die Kriminalität in New York und über südamerikanische Politik, über meine Eltern und über das Lohnende und das Schwierige beim Schreiben, über Flugzeugentführungen und das Wetter. Unterdessen arbeitete Dr. Buschek mit seiner Nähmaschine, so nebenbei und gleichmäßig, als ob ein Millionär an seiner Zigarre paffte. „Das ist ein Stück, das ich für morgen versprochen habe“, sagte er. „Ist schon gut“, sagte ich. „Mir ist erst vor einigen Tagen bewußt geworden“, sagte Dr. Buschek, „daß ich das jetzt schon 31 Jahre mache, fünf Jahre länger, als ich in Österreich Anwalt war. Es war ein Traum.“ „Ja“, sagte ich. Obwohl ich nicht recht wußte, welches seiner Leben er damit meinte. „Mit den Brillen schaffen das meine Augen gerade noch“, sagte er. „Und eines habe ich gelernt dabei, ich kann arbeiten, ohne mich zu hetzen.“ „Das ist wichtig“, sagte ich. „Aber mein Bub, Poldi – wirst du ihn später treffen?“ „Wir gehen eine Kleinigkeit essen“, sagte ich. „Sag Poldi, er soll sich nicht so abrackern. Er kriegt ständig Erkältungen.“ „Er schaut dünn aus“, sagte ich. „Sag ihm das. Ich wollte, ich könnte dir etwas Handfesteres anbieten als dieses bißchen Wein.“ „Zwischen zwei Flügen nehme ich immer nur ganz wenig zu mir“, sagte ich, und wir gingen zur Tür. „Kommst du manchmal zurück nach Wien?“ fragte Dr. Buschek. „Gelegentlich.“ „Es war ein Traum“, sagte er wieder. „Die Stadt ist nicht mehr das, was sie einmal war“, sagte ich. „Wirst du das meinem Buben sagen? Auf mich will er nicht hören.“ „Ich werde es versuchen“, sagte ich. „Er wird es schon hinkriegen.“ Wir verabschiedeten uns, doch Dr. Buschek schloß die Tür noch nicht. „Ich frage mich, ob die Frau mit dem einen Zahn immer noch Salzgurken verkauft“, sagte er halb durch die Dunkelheit rufend. „Ich werde es für Sie herausfinden“, sagte ich schon aus dem Taxi heraus. *** Also ging ich letzte Woche auf den Brunnenmarkt und entdeckte die schreckliche Ungerechtigkeit des Exils. Dr. Buschek konnte sich immer noch an ihren Zahn erinnern, während sie, die nichts verloren hatte als ihr Stanitzelpapier, ihn vergessen hatte. „Sie müssen dich an Dr. Buschek erinnern“, sagte ich zu ihr letzte Woche. „Er ist jetzt Richter in Argentinien. Im Augenblick besucht er gerade Wien. Er wohnt in einer Suite im Hotel Imperial, und ich habe versucht, ihn daran zu erinnern, daß er vor dem Krieg jeden Tag in der Früh bei Ihnen ...“ „Ah“, sagte sie. „Der deutsche Offizier?“ „Nein!“ sagte ich. Im Lauf der Zeit war sie taub geworden, oder sie hörte zumindest dann schlecht, wenn sie aufgeregt war. Sie schlug mit ihrer Zange auf das Faß. „Meinen Sie den Offizier, der einmal mein ganzes Faß Gurken für eine Hochzeitsfeier gekauft hat?“ „Kein Deutscher!“ sagte ich jetzt sehr laut. „Ein Jude, Dr. Buschek.“ „Oh“, sagte sie. Wir starrten einander an. Sie verbarg ihren Zahn hinter der Oberlippe, als ob sie sich plötzlich dafür schämen würde. Und auf einmal taten mir nicht nur die Buscheks leid, sondern auch sie und ich mir selbst. Als vage Rache an der Geschichte biß ich in die Salzgurke. Sie war scharf und sauer, köstlich wie immer. „Hier.“ Sie fischte ein besonders großes Exemplar heraus, schüttelte den Saft ab und präsentierte es mir im Becher. „Geht aufs Haus“, sagte sie. „Bringen Sie das zu – zu Ihrem Freund.“ Einen Moment lang hielt sie den Becher in ihren gelblichen Fingern, und die Luft war mit dem Geruch von Gurkenwasser erfüllt. „Danke“, sagte ich. „Ich werde es ihm bringen.“ Und ich nahm die Gurke und ging langsam durch den Markt, durch all die Schreie und Gerüche, in Richtung Argentinien.

4 Also ging ich letzte Woche auf den Brunnenmarkt

und entdeckte die schreckliche Ungerechtigkeit des Exils.

Bitte noch ein bisschen FARBE in die werbung
Lisa Joskowicz

Es war ein Morgen wie jeder andere: Routiniert gleite ich durch meine Umwelt und warte nüchtern, dass ein Teil meines Hirns den Einschaltknopf in einem anderen Teil meines Hirns findet. Bis ich zu vollem Bewusstsein erwache, nehme ich das Meiste gleichgültig zur Kenntnis. Doch als ich die „Guten-Morgen-Milch!“ betrachtete, fühlte ich mich fremd. Fremder als sonst eine Schlaftrunkene in einer Welt der wachen Geister. Diese „achtziger Jahre blonde Ein-Kind-Familie“ wirkte in meiner Wiener Realität absurd. Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht dazugehöre, als sei diese Milch gar nicht für mich. Ich stellte mir das Werbebild in seiner verkehrten Version vor: Guten-Abend-Milch, der Mond geht auf, ein Vater in blauer Arbeitskleidung, eine Mutter in schwarzer Burka und viele Kinder. „Fremd“ ist das Leitmotiv. Es muss sich jemand fremd fühlen bei so wenig Diversität wie bei der blonden Milchfamilie: Die, die sich nicht zugehörig fühlen, fühlen sich fremd. Die, die sich zugehörig fühlen, finden die anderen (die nicht so blonden) fremd. Bei so viel Blässe wie die blonde Familie auf dem Milchpackerl, liegt einfach alles andere im dunklen Kontrast. Aus Werbung können wir den Zeitgeist und die kulturellen Werte einer Gesellschaft erkennen, die in Stereotypen zu Tage treten. Werbung nutzt Stereotypen, um ihre Produkte mit dem zu verknüpfen, was wir anstreben und sie uns so zu verkaufen. So sind in unserer Zeit junge, erfolgreiche, unabhängige Menschen das ideale Erscheinungsbild. Produkte werden mit diesen idealisierten Menschenbildern verknüpft. In diesem Verknüpfungsvorgang lernen wir nicht nur etwas darüber, was wir kaufen sollen. Es werden die gesellschaftlich erwünschten Stereotypen auch forciert und perpetuiert. Wir prägen uns die in der Werbung immer wiederkehrenden Menschenbilder als Norm ein. Meist sind wir uns dieser Norm gar nicht so richtig bewusst, noch, dass wir uns eigentlich dazuzählen oder wenigstens dazuzählen wollen. Wir sind im Alltag viel Werbung ausgesetzt, in der immer nur eine Menschengruppe abgebildet wird. Wir gewöhnen uns daran, dass alle so sind, beziehungsweise alle so sein sollten. Und wir lernen, dass es Menschen gibt, die diesem Bild überhaupt nicht entsprechen – und das dann „die Anderen“ sind. Die kritische Frage ist, ob Werbung es schafft, in uns ein Gefühl zu erzeugen, zu der idealisierten Gruppe dazuzugehören. Denn in unserem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit neigen wir dazu „unsere Gruppe“ auf Kosten „der Anderen“ zu idealisieren und alle „Anderen“ in einen Topf zu werfen. Die „Anderen“ erscheinen uns alle gleichmäßig fremd. Somit kann das Verstärken bestimmter Menschenbilder durch Abbildungen in Werbungen die Gefahr von Entfremdung und im weitesten Sinne von Rassismus mit sich bringen. Zum Glück geht Werbung manchmal ganz schief – wie die Guten-Morgen-Milch bei mir. Die idealisierte Familie erscheint mir arisch, die abgebildeten Gesichter erwecken in mir eine Abwehrreaktion gegen eine aufdringliche Superstimmung, mit der ich in den Tag starten soll. Auf meinem Frühstückstisch ist die GutenMorgen-Milch nicht mehr zu finden.

Illustrator: Ido Del La Vega

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Nicht ihre

Ein Versuch über Stereotype und ihre Anwendung im Humor

die Menschen, Fehler aufs Korn nehmen
Wenn das Gute auf Entdeckungsreise fährt, muss sich das Böse gut verstecken oder umgekehrt. Umgekehrt heißt gegen den Uhrzeigersinn auf der Nordhalbkugel, auf der Südhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn. Ich beginne diesen Essay mit assoziativen Lockerungsübungen, um die rostende Nadel meines Humorkompasses noch einmal kräftig gegen den Uhrzeigersinn zu kicken und um die ambivalenten Landschaften und Gewässer des Unernsts bereisen zu können ohne Kurs zu halten, ohne Landnahme und wenn möglich ohne Goldrausch. Mein Ausgangspunkt ist der eines weißen, europäischen, männlichen, im „Liberal“-Katholizismus einer postnazistischen und -kolonialen Zeit sozialisierten Österreichers, wodurch sich meine Koketterie mit der Dominanzperspektive respektive Dorminanzperspektive(1) wohl teilweise erklären lässt. Auf meiner Suche nach schallendem Gelächter bin ich vor kurzem auf einen Artikel über neurobiologische Humorforschung im New Scientist(2) gestoßen: „Humour seems to be a product of humans‘ ability to make rapid, intuitive judgements“ about a situation, followed by „slower, deliberative assessments“ which resolve incongruities, says Karli Watson of Duke University in Durham, North Carolina. – Die Fähigkeit zu schnellen, intuitiven Urteilen, die von langsameren, abwägenden Einschätzungen gefolgt werden, scheint also Humor zu produzieren. Die Pointe eines Witzes mag dabei das intuitive Urteil auslösen, das langsamere Abwägen der Unstimmigkeiten diese im Lachen auflösen. Ich hoffe die nordkarolinischen Neurobiologen haben Spaß bei ihrer Arbeit, deren Frucht uns vorerst schmecken muss, vor allem, da die Witze der Amerikaner, die den Kolumbus zuerst entdeckten, nicht überliefert sind. Durchaus möglich, dass sie sich gleich nach der bösen Entdeckung zerkugelten um die Unstimmigkeiten aufzulösen, auch wenn aus der historischen Distanz diese Vorstellung etwas grotesk anmutet. Wo gelacht wird, wird in Gruppen gelacht, werden in Gruppen intuitive Urteile gefällt. Humor als hochmoralischer, konsensstiftender und normativer Prozess schließt immer ein und aus und bleibt als ernster Unernst doch immer aufs Engste mit dem ernstesten Ernst verbunden. Die gemeine Schmähkultur der Polen- bis Blondinenwitze ist verschränkt mit einer sexistischen und rassistischen Normalität, der sie nur das so genannte „Augenzwinkern“ (alle Arten doppelter, stumpfer Ironie bis plumper Zynismus) hinzufügt, vor der diese Schmähkultur also „ein Paar Augen zudrückt“ und die doch sehenden Auges und mit scharfem Blick auf die Struktur ihrer Stereotype entlarvt, enttarnt und in ihrer Lächerlichkeit bloßgestellt werden könnte. Trotz oder womöglich wegen der fortgeschrittenen gesellschaftlichen Fragmentierung sind Stereotype so etwas wie Formen kleinster gemeinsamer Nenner, Formen eines geteilten vermeintlichen Wissens, das vorausgesetzt werden kann und

Lukas Tagwerker

Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung Georg Christoph Lichtenberg
doch ständig sorgsam wiederholt werden muss. Wie schlechte running gags mit langem Bart und hohem Wiedererkennungswert also, alt und miefig, aber nie zu eklig, um nicht frisch eingepackt zu werden, gehören Stereotype zum fixen Kulturbestand. „In der Welt der Serienproduktion ersetzt das Stereotyp die kategoriale Arbeit“(3), heißt es bei Adorno. Wenn Witze sich nicht an der Widersprüchlichkeit der Normalität selbst reiben und entzünden dürfen, dann greifen sie gerne auf die intuitiven Urteile zurück, die von den geltende Normen ausgehend gemacht werden können. Die Paradoxie und Restambivalenz von rassistischen Stereotypen, in denen „etwas ganz Fremdes den Status von etwas Bekanntem erwirbt“(4) liefert so das dünne Bündel flacher Unstimmigkeiten, das wie ein Schatz, wie ein Fetisch immer wieder aus- und eingegraben werden kann in die Stimmigkeit der unbefragten Normalität. Witz um des Witzes Willen, abstrakter Witz, den Freud den „harmlosen Witz“ nennt, ist voller Harm, wo er Sexismus und Rassismus reproduziert um die Normalität nicht zu verletzen. In der Comedy-Late-Night-Show Willkommen Österreich startete Mitte April 2010 die Rubrik ORF Randgruppenbefragung 2010, in der skurrile „Randgruppen“ dem Zentrum, also den beiden Moderatoren Dirk Stermann und Christoph Grissemann als Vertretern des ORF Feedback zur Programmevaluierung geben sollen. Der Versuchsaufbau dieser Sketchreihe deutete auf die Idee hin, die vor Souveränität und Coolness nur so strotzenden Moderatoren stellvertretend für das staatstragende Unterhaltungsprogramm einmal aus Nichtdominanzperspektive zu befragen, leider passierte genau das Gegenteil. Befragt wurden tatsächlich fetischisierte Randständige, erfundene Freaks wie Riesen und Zwerge, sowie Nutten und Nonnen, also jeweils gleich zwei Extremgruppen der Stereotype von Physiognomie und weiblicher Sexualität, die in ihrer doppelten Schrillheit(5) die Norm (durchschnittlich groß Gewachsene und durchschnittlich keusche Frauen) stabilisieren und naturalisieren. Nachdem eine Zwergin zu „Russwurm“ befragt wird und eine komische Situation aus der Geschlechtsverwechslung entsteht (mit der „Russwurm“ ist eigentlich die Moderatorin Vera Russwurm gemeint), fragt Christoph Grissemann eine Dame, die als Prostituierte auftritt: „Arabella Kiesbauer soll zurück auf den Schirm, ja oder nein?“ Darauf fragt die Nutte zögernd und in der Wortwahl unsicher: „Ist das die bissl Färbige, ... Farbige?“ Grissemann: „Die N*, ja.“(6) Die Prostituierte blickt beschämt in die Luft und stimmt zu: „Mhm.“ Hier lacht das Publikum, die Kette der Stereotypen hat Geschmacksgrenzen übertreten, eine explizite Dosis Rassismus löst ein schnelles intuitives Urteil aus. Anders als die unkorrekte aber stets Ressentiments demaskierende Figur des Borat wird hier das Ressentiment als ironische Geste kultiviert und verniedlicht.

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Illustrator: miz.justice@gmx.net
Dass mit der Ambivalenz von Stereotypen auch kontra-stereotype Komik getrieben werden kann, beweist folgender Blondinenwitz: Eine Blondine ist auf der Bundesstraße mit dem Auto unterwegs, beachtet das Tempolimit nicht und wird von einem Verkehrspolizisten aufgehalten. „Ihren Ausweis, bitte!“ sagt der Polizist. Die Blondine blickt ihn fragend an: „Meinen Ausweis?“ „Ja, Sie wissen schon, wo ihr Gesicht drauf ist.“ Die Blondine kramt in ihrer Handtasche, zieht einen kleinen Spiegel hervor und reicht ihn dem Polizisten. Der blickt hinein und sagt entschuldigend: „Warum haben sie das denn nicht gleich gesagt? Wir sind ja Kollegen, da hätte ich sie erst gar nicht aufgehalten.“ Scheint es zuerst, als ob alles auf die stereotype Strohdummheit der Blondine hinausläuft, entfaltet der Witz seine volle Wirkung erst, als sich die Handlung der Blondine als ambivalente List herausstellt. Von den vier Kategorien, in die Freud den nicht harmlosen Witz mit Tendenz einteilt, passt obiger in die des blasphemischen Witzes, der sich gegen Autoritäten richtet. Das kritisch beißende Moment teilt der blasphemische Witz mit dem skeptischen Witz, wo Erkenntnisgewissheit im Zweifel zusammenstürzt und das intuitive Urteil hypothetisch in der Luft zerrissen wird. Das Absurde an dieser selbstironischen Art des Komischen, die besonders den Jüdischen Witz charakterisiert, hat Ephraim Kishon in einer seiner Geschichten auf den Punkt gebracht, in der er einen Vortrag halten soll zu dem Thema: Gibt es einen speziell Jüdischen Humor? Und wenn ja, warum nicht? Die Anthologin des jüdischen Witzes Salcia Landmann weiß darüber festzuhalten: „Ein jüdischer Witz ist niemals Witz um des Witzes willen, immer enthält er eine religiöse, politische, soziale oder philosophische Kritik. Er ist faszinierend, denn er ist Volks- und Bildungswitz zugleich, jedem verständlich und doch voll tiefer Weisheit.“(7) Selbst in den bittersten, schärfsten und dichtesten Jüdischen Witzen werden Stereotype verhandelt, die hier jedoch nur Anlassfälle für eine Tragikomik bilden, fixe Paradoxien, aus denen heitere Auswege hinausführen. Solche Witze sind wie Mikrokosmen, in denen „jene Richtungsänderung der Argumentation und jene Bedeutungsverschiebungen klar sichtbar werden, die im Makrokosmos der menschlichen Praxis die Veränderung einer Lebensform bewirken.“(8) Als Österreicher, der das Lachen (über Umwegen) von Künstlern wie Hermann Eisenbach, Fritz Grünbaum, Hermann Leopoldi oder Georg Kreisler gelernt hat, erlaube ich mir zuletzt diesen Dialog wiederzugeben: „Schmuel, was hast du im Radiogebäude gemacht?“ „Mi-mi-mich u-um die Sch-sch-stelle des A-a-a-ansagers beworben.“ „Und? Hast du sie bekommen?“ „N-n-nein! Da-das s-sind alles A-a-antisemiten!“

(1) Die Dorminanzperspektive ist die Perspektive, die mit geschlossenen Augen aus dem Schlaf der blinden Flecken die eigene Traumwelt in den müden Blick nimmt. (2) The comedy circuit: When your brain gets the joke von Daniel Elkan, New Scientist # 2745, Februar 2010 (3) T.W. Adorno: Antisemitismus, S. 180, zitiert nach Isolde Charim: Der negative Fetisch – zur Funktionsweise rassistischer Stereotype in Ausstellungskatalog „typisch! Klischees von Juden und Anderen“ (4) Homi Bhabha: Kultur, S. 107, zitiert nach Isolde Charim (5) siehe Richard Dyer: The role of stereotypes – „The degree of rigidity and shrillness of a stereotype indicates the degree to which it is an enforced representation that points to a reality whose invisibility and/or fluidity threatens the received definitions of society promoted by those with the biggest sticks.“ (6) N* steht hier nicht für Nonne oder Nutte sondern für die rassistische deutsche Bezeichnung, die gegen schwarze Frauen verwendet wird. (7) Salcia Landmann: Jüdische Witze (8) Paolo Virno: Witz und innovatives Handeln – „Auf den Punkt gebracht, bedeutet dies, dass der Witz ein eng umschriebenes Sprachspiel darstellt, das über eigene, besondere Techniken verfügt, dessen wichtigste Funktion es jedoch ist, uns die Veränderbarkeit aller Sprachspiele vor Augen zu führen.“ http://eipcp.net/transversal

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iBelief Epiphanie oder die
des iPhones!
Illustrator: Thaddäus Stockert
Pattern No.1:1-3 : MYTHOS
Somebody most likely once said “look into a mirror, to realise, that you don’t exist - what you see and use to call me, is just a phantasm of identity.” Und wenn das Heute Vergangenheit geworden sein wird, werden sie sagen können, dass die Spiegel allmählich zu screens wurden, deren schwarze Oberflächenaugen begannen, uns zu spiegeln. Denn magisch einfach war es, an das eigene Spiegelbild zu glauben. So erhob sich schließlich die Transzendenz hinter den Bildschirmen und von diesem Jenseits her konnte man die Rufe und Heißungen einer persönlichen Sinnstiftung im Technolog vernehmen. Die Bildschirmwerdung des Menschen. Die Reaktion der Anderen? – dem Buddhismus war die Auflösung des Menschen recht willkommen, hingegen konnte mit den Werten Person und Gemeinschaft das Christentum einiges anfangen, doch natürlich war für beide klar, dass unüberbrückbare Mauern in ihrem Wachstum bestenfalls zurechtgeschliffen werden konnten. The gravity der Neuzeit, welche bereits Newton in einem frühen Akt der Selbstreferentialität mit einem Apfel der Erfindungsgabe versorgte, wirkt auch bei Steve Jobs, der sie anhand eines spezifischen Designprinzips dazu verwendet, Menschenmassen und Computertechnik gegenseitig anzuziehen. Apple-Bytes für Jedermann – enhanced human kind...

A brief Patternology between Apple® and Religion
mankind, which culture realigns itself toward an open-minded, fragmented and form-morphing hyper-culturality versus the concepts of multi-, intra- or trans-culturality, which all of them still have inherent certain forms of an ideal nationalistic culture-core. Die Friedensbotschaft dieser Missionierung ist so simpel, wie vermessen: solange es Vorstellungen von Nationalkulturen gibt, werden sich diese auch bekriegen. Erst wenn die Weltgesellschaft in ein kulturfragmentarisches globales Netzwerk aufgelöst sein wird, kann der erlösende Friede Eingang in die Welt finden. Daweil gut, dass diesen Erlösungskrieg die Missionare Apple&Co noch ohne Waffen führen...

Marek Božuk

Pattern No.3:22-24 : ASCENT PARADISE
Aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen, könnte man meinen, Jobs verfölge geradezu eine postfuturistische Programmatik und erst jetzt kämen die Ideale der Avantgarde erst allmählich zur Geltung – der neue Übermensch trägt iPod, iPhone &Co. Und auch die – sich mit den historischen Kirchen üblicherweise im Krieg befindliche – heilige Avantgarde kam als Urelternteil der Massenbewegungen nicht ohne Manifest-Liturgie, Dandy-Katechismus und Kunst-Offenbarung aus. Nicht nur wurden à la Lev Manovich so fundamentale Software-Funktionen des digitalen Zeitalters wie die Collage (Paste&Copy) in der Avantgarde geschaffen, um auf die ersten Auswüchse der medialen Massengesellschaft zu antworten, but people like Jay Bolter even try to claim the original vanguard power of the new digital movements since personal computers, databases, HTML, web2.0, flashmobs and a general media competency have developed. This telling basically tries to copy the modern idea of the vanguard into the computer-age beginning in the 70ies – classic and conservative analogue media is transparent, singular and hierarchic, whereas postmodern and revolutionary digital media is touchable, hybrid, net-based, fragmentary and multiple. The spiritual icon of this kind of self-understanding incorporates into the iPhone, on whose touchscreen appears the new rhizomatic logic of utopia: hundreds of thousand randomly assorted miscellaneous applications from the whole iCommunity out there – a mastership in making the world more operable. Von da an ist es nur ein weiterer Schritt in die gleiche Richtung, when Byung Han tells us a story about a

Pattern No.4:17-20 : GÖTZENDIENST
Der z.B. von MadTv u.a. als Guru parodierte Steve Jobs, einer der spirituellen Führer der digitalen Bewegung, zeichnet sich abseits seines visionären oder egomanischen Charakters vor allem durch sein Feingefühl für die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik aus. His taste of human environmental design creates astonishing little deus-in-machina devices, small everyday-life-magic boxes, able to manipulate the human and his surrounding, a remembrance or reflection of the medieval fiction creating handy demonic servants by alchemy. Der rest is marketing, Ikonen und kultisches Verhalten, sodass Jobs als Demiurg der digitalen Zukunft zum heidnischen Götzenbauer sakraler Dinge wie iMac oder iPhone avanciert. Dass pantheistische oder einfach materialistische Werte die Spiritualität und Utopie der digitalen Revolution durchziehen, macht sich bereits im Sinnbild des Amerikanischen Traums Steve Jobs Erfolgskarriere bemerkbar – vom Verkauf des Hippie-VW Buses zum 6 Mrd. Dollar schweren T-shirtund Jeansträger. Der Minimalismus seiner Erscheinung oder seines Managergehaltes des symbolischen 1$ pro Jahr können täuschen; so vermietet er schlauerweise z.B den von Apple als Geschenk erhaltenen Privatjet an das Unternehmen zurück, oder aber wenn the real vanguard and intellectual part is usually asigned to Steve Wozniak, the true inventor and the geek-genius behind the Apple I&II. The spirituality of Apple, following its pagan roots, seems to be earth-bound, better to say techno-bound. More than an animistic belief in the soul of a stone the digicult believes in some sort soul of a chip. And indeed the Mac devices are entering human lifespace,

Pattern No.2:11-12 : IKONOGRAFIE DES APFELS
In the savage landscape of religiongrowing and -forming the innocent symbol of an apple crossed again the narration-lines of history, and once again the apple appears at the gateway to a new paradise. The old paradise, mit all seinem Frieden und Romantik, seems to be lost and a new digital realm embraces the Neuankömmlinge mit einem doppelbödigem Grinsen, trying to seduce them to a yet not known form of sin. This apple vom Baum der Erkenntnis felt 1976 on the head of Steve Jobs and Steve Wozniak and is better known as the logo of the company behind iMac and iPhone. In the onshore of the cybernetic age, welches die regulative Kontrolle über die Menschheitsgeschichte erlangen möchte und die induzierte Selbstorganisation in immer kleinere Zell-Einheiten vorantreibt, entwickelten die beiden Technogläubigen Jobs und Wozniak die ersten erfolgreich vermarkteten Personal Computer Apple I&II.

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shifting and refocusing the attention of global culture, oder auch des Weltgeistes, as you could say in German. Allein die Relevanz der Eingabegeräte Maus und Touchscreen (und API Programmier Schnittstelle) verdeutlicht den Stellenwert der empirischen Natur im Glauben der Technojünger. On the one hand the world is reduced to its empiric operability bzw. das, was durch u.a. Eingabegeräte operabel gemacht werden kann, on the other hand mouse and touchscreen themselves are Gesten einer heidnischen Offenbarung. Die mantrahaften und quasi gebetsartigen Maus- und Fingerbewegungen sind nicht nur selbst eine Art MinimalTrance, sondern durch diese mechanischen Sentic CycleBienentänze oderaberauch abstrakt tanzenden Miniatur-Regentänze erlangen wir Zugang zur InformationsOffenbarung – ein Klick und wir sind Wikipedia-erleuchtet; denn diese Magie mit erlebbarer Wirkung ist das heidnisches Wunderwerk einer diesseitigen Überzeugung. Ein Gebet in der reinen Immanenz, ohne immateriellen Draht zum höheren Wesen, denn die computerisierten Gebetsformen befinden sich ständig in der kybernetischen Feedback-Schleife der säkularen Augen- und Ohrenüberwachung.

– a question with an uncertain answer. The prophets and apostles are global players like Google or Apple, but the messiah would be something like the network itself.

Pattern No.6:5-8 : EXCLUSION
Like for every religious group, sect or curch, there have to be inclusion and exclusion mechanisms. For the digital movement this is more than obvious. To become a member is as easy as to click on the sign-up button – aber für some people dies might become barbarous though. Nicht nur bedarf es, um Sektenmitglied zu sein, einer eigenen Sprache, jede Menger komplexer Medienkompetenz und Zeit, sondern auch die finanziellen Mitteln den persönlichen Medienapparat am Laufen zu halten. Was für viele e-Jüngerinnen unvorstellbar scheint – dass irgendjemand nicht GoogleMaps verwenden will oder Fotos von sich schießen und hochladen möchte – ist für etliche andere zu verfechtende Lebenswirklichkeit. Ähnlich wie die open source Bewegung, die an einer subtilen Machtproblematik kränkelt, that the open source code is only open for people, able to read and to understand coded software, the openness of the digital movement turns out to be more tricky than assumed. Almost like the whole movement itself plays its game strategically on the surface, the “global village” doctrine is as well ein Oberflächeneffekt, hinter dem sich Zugänglichkeitshürden und Wertvorstellungsdiskrepanzen verstecken. Was scheinbar einschließend und verbindend wirkt, kann sich als elitär und ausschließend herausstellen – so wie dieser Text, der English und Deutsch fragmentarisch in eine gemeinsame Identität verbindet, aber dahinter alle jene, who are not capable of both languages, ausschließt. Dabei wirkt dieser AusschließungsMechanismus durchaus subtil und ungesehen. Denn die Widerstände und Barrieren, welche sich für das Verständnis von Sinn und Bedeutung ergeben, might be easily over-seen by a speaker of both languages. Besonders der Umstand, dass man sich, speaking both tongues, nur mittels Verstand, Phantasie oder Empathie in die tatsächliche Situation und den Blickwinkel einer Person, understanding only German or English, hinein versetzen kann, schließt die ausschließende Grenze erst richtig gehend hermetisierend ab. Denn mit Erfahrungen, die man nicht am eigenen Leib kennt, und deren Kontext man nicht versteht, ist es erschwert sich zu solidarisieren oder auch nur zu kommunizieren. Gleichzeitig wirkt die Praxis dieser Englisch-Deutsch Vermengung als Einschließungseffekt und Initiationsritus, da durch die bloße

Gewöhnung oder Übung eines switching between the languages, die Identität, Kultur und Alltagspraxis der „Germglish“ Sprachgruppe verstärkt, performiert und etabliert werden. Der chaotische und unvorhersehbare Faktor, welcher Einschließung und Ausschließung zu einem quälenden Los der Menschheit macht, ist der Umstand, dass sich letztlich im Grunde der Leser selbst entscheiden kann, ob er eher die einschließende oder die ausschließende Wirkung dieses Textes wahrnimmt, if he or she accepts or refuses this kind of foreign identity.

Pattern No.7:47-49 : APOKALYPSE
Pattern No.7:47-49 : APOKALYPSE

Pattern No.5:31-33 : SALVATION
Was sind die Heilsbotschaften der digitalen Verheißung? In what appearance will salvation come? In einer kapitalistischen Welt, welcher die emotionale Vereinsamung und Abkühlung nachgesagt wird, entwickelt sich das Soziale und die soziale Nähe zu Leitideen der Hoffnung. Following the logic of intensity maximization social nearness is enhanced and maximized by medial communication channels. Access to these social channels of salvation offers basically the iDevice. Philip K.Dick called 1968 this type of religion mercerism, dessen spiritueller Akt darin besteht, sich mittels eines elektronischen Einwahlgerätes, der s.g. empathy box, in einem virtuellen Raum mit der Gemeinschaft der Gläubigen zu verbinden (und zu leiden). Totale Kommunikation, das Phantasma des vollständigen Zusammenhaltes, leads to something like a total simultaneity of events (der Stillstand der Geschichte), as well as total observation and total knowledge. Salvation will be granted, if you plug yourself into the source of totality. Sogar eine neue Zeitrechnung für das kommende dynamostatische Zeitalter stünde zur Verfügung – die „Clock of the Long Now“ vollführt einen volle Umdrehung, quasi einen Tag, in 10.000 Jahren. Who’s the messiah of this new era?

The credibility of a global peace mission caused by the internet technologies, could be lacking if some ethnologic studies and observations done in chat rooms of the cyberspace eher einen Cyberprovinzialismus anstelle kosmopolitischer Mentalität konstatieren – zwar trifft man sich am achten Kontinent, aber dort stellt man vorwiegend die eigene Nation identitätsängstlich zur Schau. Ein gewisser doppelter Boden der Wertvorstellungen durchzieht sich unterschwellig durch post- oder transhumane Konzeptionen, die generell auf einer Spiegelung oder Verdopplung des Menschen aufbauen. Die emphatisch beschworenen Utopien, Heilsversprechungen und Wunschszenarien der Verschmelzung von Mensch und Technik verklären auf eigentümliche Weise den Blick auf die eigentliche Radikalität, die sie ansprechen – ein Ende der klassischen Menschheitsgeschichte, an deren Stelle ein ursprünglich technischer, neonatürlicher Mensch tritt. The death of traditional mankind. This enormous disruption of global culture underlies subversive the harmless happy peppy world of Facebook, Youtube, iPhone, Google &Co, and could raise huge conflicts in the future between naturalists and artificialists (or traditionalists and cosmopolitists, etc.), driven by hate, throughout society. But as long as media-entertainment stays opium for the people and the usage of new technology won’t develop an unexpected and surprising broad democratic behaviour leading to structural force, like seen at the IranTwitter episode, the things and circumstances – beside economic disasters – will stay stable … under freeze-catastrophe conditions. Ob die Internetgläubigen und ihre digitale Kaste eher ein- oder ausschließend sind, wird sich vielleicht erst weisen, aber dass diese Kirche des Googleapple wächst, eine breite Identität formiert und eine umfangreiche Minderheit bildet, scheint gewiss.

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“Attention, Attention! It is Mickey on the wave of success! What is Mickey? Who is Mickey? Answer: Mickey is the best of the best, the most amazing of the amazing! Mickey is unprecedented! Mickey can do everything! Mickey does everything! Mickey beats everything! Everybody loves Mickey! Everybody laughs tears about Mickey!”
In January 1930, the Süd-Film-Magazin in Germany announces the new Walt Disney imports from America acknowledging the huge success the little mouse already had and will have. There is an unbelievably intense response within the German and Austrian audience which is not surprising considering the rather unexciting and dreary film productions shown in the cinemas at that time.

DONALD DUCK IN NUTZILAND
or how Micky was never harmed and Donald became the icon of victory
Michaela Schweighofer

Mickey Mouse was indeed a great success in the Third Reich, counting even Adolf Hitler as a great fan of the animated cartoon. In film circles, it was well known that many Disney films were screened in the Reichskanzlei (chancellor’s office) and Hans-Jürgen Syberberg who was responsible for the film epos “Hitler, ein Film aus Deutschland” (“Hitler, a film from Germany”) in 1977 had Joeseph Goebbels say in his movie : “I am the incarnation of the devil, but I am also a human being who laughs about Mickey Mouse as much as you do.” A yet more explicit indicator that Hitler loved the cartoons was given by Joseph Goebbels himself in a diary entry on 22nd December of 1937: “I gave the Fuehrer 30 classical films of the last 4 years and 18 Mickey-Mouse-films for Christmas. He loved it. He is really happy about this treasure that will hopefully give him pleasure and relaxation”.

With the entry of the US into WWII and a circular of the “Reichsfilmkammer” (department for film in the Third Reich) on the 20th January of 1942, American and German films that portrayed affiliations or establishments of the North American public as favorable were withdrawn from circulation. Similarly, photos of American actors and actresses had to be destroyed immediately. However, the cartoons were still shown in private in the Reichskanzlei, the audience not knowing that Walt Disney was already creating new and rather different films due to his difficult financial situation; having lost nearly all of his European market, Disney turned to his home market, with political films such as Der Fuehrer’s Face, Education for Death, Victory through Air Power, and The new spirit. Every single one of them was scathing, satirical, aggressive, educational and persuasive in a simpler graphic style which proved to be even more resounding. Those films were either Anti-Nazi films or propaganda films for America’s warfare, military educational films or films that demonstrated how and when a decent American citizen should pay taxes (“Taxes to beat the Axis”/“Taxes to sink the Axis”). Stop that Tank, a short film that came out in spring 1942, describing the handling of an antitank-gun “MK1”, showed a parody of Hitler for the first time. “Der Fuehrer’s Face” is one of several short films Walt Disney produced for the “Coordinator of Inter-America Affairs”. Its original title was “Donald Duck in Nutzi Land” but as Oliver Wallace’s title song “Der Fuehrer’s Face” was released before the film and proved to be an immediate success, the title was changed. The film tells of the daily life of a working man, namely Donald Duck, in one of Hitler’s munition factories. Donald Duck goes crazy during work at the production line and starts seeing bombs with caricatures of Hitler on the line, the bombs come in all sizes and he hardly manages to process them all. While they continue coming more and more, he falls asleep out of exhaustion, dreaming of bombs, Hitler and airships. When he awakes from his nightmare we see him in his bed in his stars and stripes pyjama recognizing a shadow with an arm lifted for the Hitler salutation. He immediately salutes back: “Heil Hitler!”, only to find out that it is the shadow of the miniature American Statue of Liberty which stands on his windowsill. He kisses and hugs her over happily. Although the plot is unambitious and not aspiring and most important of all lacking respect, Oliver’s Wallace title song saved the movie and even got Walt Disney the Oscar for the best short film in 1942. In any case, those Disney films did not reach Germany due to the prohibition against American films and therefore only served as sarcastic, incendiary and invidious entertainment for American citizens. Consequently, Donald Duck soon became the symbol for the victory of the Americans and the defeat of the Nazis. Every fifth American soldier wore a badge with Donald Duck on it, whose ‘skipjack’ mentality seemed to be predestined for this purpose. When a German airplane with a Micky Mouse painted on, crashed over Sicily, American soldiers interpreted it as a sign of ‘misuse’. Not every soldier can ‘abuse’ Micky Mouse for their purpose. However, Walt Disney kept Der Fuehrer’s Face hidden in their archives for a long time, as for most of the short film Donald Duck is portrayed as a National Socialist. It was never officially published and screened in Germany or Austria except for rare short film festivals where it was shown only for small audiences. In 2004, the DVD “Walt Disney: On the Front Lines” including the film came out in America. Nonetheless, the easiest way to get access to the clip nowadays is to watch it on the Internet video data base youtube.com.

Until 1942, Nazis could admire Walt Disney openly for at least three reasons: first of all, Walt Disney was not a Jew, he even had a German mother, secondly, Disney’s films were for most of the times apolitical and thirdly Disney’s choice of topics showed a fondness for German fairy tales. However, as early as in 1931, the NSDAP paper “Die Diktatur” already printed a comment against Walt Disney’s famous figure: “The Mickey-Mouse-Scandal!!! Blond, free-thinking, urban German youth on the leash of finance-Jew: Youth where is your self-esteem? Micky Mouse the most shabby, miserable ideal ever conceived. Micky Mouse is the stupefaction-cure of the Young-capital. Healthy feeling by itself should actually tell every decent girl and every honest boy that the dirty and filth covered vermin, the greatest bacteria carrier in the animal kingdom, cannot be the ideal type of animal. Don’t we have anything better to do, than to decorate our dress with the filthy animal, because American business Jews want to profit? Away with the Jewish stupefaction! Throw out the vermin! Down with the Micky Mouse, wear the Swastika cross.” A year later, the Filmkurier commented upon this article, by declaring the small animal a symbol of rebellion: “Bring Micky Mouse on! Take it as the happiest symbol of all reasonable people who revolt against evil spirit, denial and murder. Put it on, the little Micky Mouse, as a symbol of truth against the swastika und persecution.”

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For further reading: Michaela Schweighofer: Of cats and mice. “The graphic representation of the Holocaust in Art Spiegelman‘s Maus” Carsten Laqua: “Wie Micky unter die Nazis fiel. Walt Disney und Deutschland”

Antisemitismus als tiefenpsychologischer Stabilisator der Völker
Die Schoa oder die „Arische Rassenlehre“ sind Mahnmale der Historie für sich selbst. Aber dahinter versteckt sich nach Meinung einiger Theoretiker und politischer Schulen – abseits der Unterscheidung des Semitischen und des Indogermanischen – eine tiefenpsychologische Gesellschaftsstruktur, die sich vom merkantilen Mittelalter bis in die Gegenwart zieht und den Antisemitismus als dialektische Wirkgröße neuzeitlicher Geschichte beschreibt. Der erste Hinweis, um diesem Komplex näher zu kommen, liegt in den Anfängen der Vorurteilsbelastung des geldgierigen Juden. Vor dem Merkantilismus galt im christlichen Mittelalter Geld moralisch als verpönt. Es haftete etwas Dreckiges an ihm, seit Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hatte. Um das Kulturwollen der mittelalterlichen Gesellschaft doch zu besänftigen, griffen die Händlerzünfte des aufkommenden Bürgertums auf eine rhetorische Argumentationsfigur zurück: Wenn ein Sachverhalt negiert wird, differenziere den Sachverhalt in Negatives und Affirmatives. Es galt zu überzeugen, dass nicht der Händler per se schlecht sei, sondern nur ein bestimmter Händler; nicht das Geld an sich sei moralisch fragwürdig, sondern der schäbige und schädliche Umgang damit – welchen in diversen Abstufungen vorwiegend der jüdische Händler an den Tag lege, womit die Argumentationsführung zwar xenophob, aber empirisch „bewiesen“ wäre, q.e.d. Diese Aufspaltung in eine zu bejahende und eine abzulehnende Identität ist der zweite wesentliche Hinweis zur Modellierung dieser tiefenpsychologischen Struktur. Tiefenstrukturell sind diese beiden Identitäten aber nicht nur als das Eigene und das Fremde zu bewerten, sondern als zwei Teile ein und derselben Identität, die, um stabil sein zu können, die eigene Differenz in sich trägt. Zur Konstruktion einer inneren Grenze des Ichs bedarf es der Differenz dieser Grenze, aber damit diese Grenze ich-isomorph wahrnehmbar bleibt, muss das Unterschiedliche noch zum Ich gehören. Um mich ideal zu definieren, muss ich einen Teil von mir, der doch zu mir gehört, als nicht zu mir gehörend auszeichnen, d.h. das Schlechte an mir selbst zurückweisen.

Marek Božuk

Gruppenidentität hat ein Zentrum, wobei die Peripherie durch diejenigen Teile ausgezeichnet wird, die am weitesten entfernt der Identität liegen, aber doch noch nahe genug sind, um Teil dieser Identität zu sein. In jeglichen Gruppierungen scheint sich eine hierarschische Struktur vom Alpha- zum Omega-Tier auszubilden, entsprechend der idealen Verkörperung der Identität des Alphas und der schandhaften Vernachlässigung der Identität des Omegas, wobei das Omega doch noch zum Alphabet dazugehört. D.h. strukturell gesehen, dass eine Gesellschaft, die ängstlich, engstirnig, hoffnungslos, brutal oder pervers genug ist, sich mittels Hass und Feindschaft definieren zu wollen, nicht das Fremde jenseits der Identität zu hassen braucht, sondern vorwiegend das Fremde diesseits der eigenen Identität. Das Judentum als historische Nation mit kultureller Wirkgröße neben solch weltgeschichtlichen Tokens wie Ägypten, Persien, Griechenland, dem Römischen Reich, Deutschland, Frankreich, England, Russland oder Amerika, erfüllt auf besonders kohärente Weise diese virulente Position des diesseitig Fremden einer nationalen Identität. Die Diaspora machte aus dem jüdischen Volk den frei beweglichen Fremdkultur-Token der Selbstdefinitions-Struktur anderer Nationen im Besitz historisch eroberten Territoriums. Obendrein trägt innerhalb des Judentums die Unschärfedynamik der jüdischen Identität dazu bei, die Position des diesseitig Fremden zur Resonanz zu bringen. Weder geht die jüdische Identität in entweder Religion, Kultur oder Ethnie auf, noch lässt sich für viele Juden sagen, ob sie z.B. eher österreichische Juden, oder jüdische Österreicher sind; sprich ist man als Jude in Israel jüdischer Israeli oder israelischer Jude? Der Antisemitismus, als Hass auf das Andere in uns, versteht sich insofern als eine gesellschaftspsychologische Definitionsstruktur des Volks-Egos, denn der unscheinbare Gedanke „Die Juden sind doch genauso wie wir – nur ein wenig anders“ trifft ins Mark dieses tiefenpsychologischen Gruppengefühls. Denn „ein Jude muss sich in nichts von mir oder meinen Nachbarn unterscheiden, und doch ist er der Andere, die andere Nation, ein Volk ohne Boden – das äußerste Nicht-Ich meines Volks-Ichs“.

Photographer: Marko Mestrovic

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C

ONTENTION OF ANTIROMAISM AS A PART OFTHE PROCESS OF DECOLONIALITY OF EUROPE
This text gives an account of actions against Roma people carried out by Belgrade authorities in spring and summer 2009 prior to and during the international sports games Belgrade Universiade 2009 and during the Serbian presidency of the international Decade of Roma Inclusion 2005–2015. I will term these actions racist, though they are presented in the media differently. I claim that these actions are setting a frame with and within which to examine the “colonial power matrix” (that was coined by Hanibal Quijano and reproposed by Walter Mignolo) in contemporary Europe. This matrix allows for historical patterns of racism (known from the colonies) and new forms of contemporary racism to be implemented in EU integration and security policy today. The actions I will analyze are important, as they make visible the processes of discrimination and segregation in EU and further more, they allow for a different development of the relation between capitalism and “antiromaism” that was proposed by Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann and Can Gülcü. 1 Finally, I will propose that the concept of inclusion as it is promoted by the Roma Decade is based precisely upon the exclusion of differences for the sake of belonging to the colonial matrix of power. In order to expose the discriminatory processes that Roma are facing today, we will take a closer look at a paradigmatic example, the temporal conjunction of Belgrade Universiade 20092 and the Serbian presidency of the Decade of Roma Inclusion 2005–2015. At the intersection of these events many phenomena have converged that are defining today’s reality in Serbia and Europe: past Milošević’s turbo-fascist3 war economy elite and the present “democratic” political elite (called the “opposition” of the 1990s), racism and capitalism, modernity and the “colonial power matrix,” domination through inclusion and exclusion. The Decade of Roma Inclusion is the “unprecedented political commitment by European governments to improve the socio-economic status and social inclusion of Roma,” which “brings together governments, intergovernmental and nongovernmental organizations, as well as Romani civil society, to accelerate progress toward improving the welfare of Roma and to review such progress in a transparent and quantifiable way.”4 Thus, it is not only an European project but also an international one, assembling on the one hand illustrious organizations such as the World Bank, the Council of Europe, the Organization for Security and Co-operation in Europe, the Open Society Institute, the United Nations and on the other hand, countries that were noted to lack the inclusion of Roma people, as well as international Roma NGOs.

Ivana Marjanović

Delta Real Estates owned by Delta Holding) which brought extra profit, as Universiade international guests spent their leisure time mostly shopping there. Before the construction works for Delta City and Belville could start, the land had to be cleansed, meaning that the informal settlements inhabited by Roma people had to be demolished. The term informal settlement designates settlements that are not part of the regulated framework of the government and that are characterized by temporary shelters, inadequate connection to an infrastructure and scant supply.5 As a result of the waves of refugees that were a consequence of the Yugoslav Wars, numerous informal settlements emerged – it is said that they cover 43% of Belgrade’s residential area.6 In contrast to other informal settlements, informal settlements inhabited by Roma are in constant danger of being demolished and have no chance to be fully or semiformalized in the future regarding gaining access to the public sewage system, electricity and water supply. These facts and the poverty of the inhabitants are resulting from racist discrimination and turn most of Roma informal settlements into slums. Although their legal status is equal, slums differ tremendously from the “white” informal settlements. My thesis is that this impossibility of legalization and the condition of becoming a slum is the result of deeply racist and discriminatory policy effectuated by the city and the government. The main characteristic of slums and the essential condition for their existence is their invisibility in the public perception. But if a slum turns visible for random reasons it has to be demolished. As we will see later, from time to time it also happens the other way around: a slum becomes visible

the colonial power matrix” in contemporary Europe. This matrix allo
because it is about to be demolished. After the first expulsion of Roma people that happened prior to the building of Delta City, some inhabitants settled a few hundred meters away. Two years later they were expelled once again from that location prior to the building of Belville. Both expulsions didn’t cause public attention nor any protests, although the media reported in several articles how successful the building of Belville was proceeding after “technical and other problems” had been removed, i.e. after the removal of the slum that covered one third of the building land.7 The authorities decided to accomplish the total cleansing of the territory around Belville in spring 2009. The field for the eviction has been prepared from the beginning of 2009 through typical racist propaganda by media and politicians addressing the broad antiromaist consensus in Serbia. While the government plastered Belgrade with giant billboards depicting one of Serbia’s currently most popular sportsmen, swinging a broom like a tennis racket and calling out to his fellow countrymen: “Let’s Clean Serbia!,” the media was focused on constructing a contrast image of “Uglyville,” as the settlement was presented, saying that it just happened to grow overnight and was getting out of control. One thing was made perfectly clear: Roma will not be allowed to pollute the beautiful image of Belgrade and the Belville that was supposed to be sent to the world as the image of Serbia.8 Finally, it was reported that the organizer of Universiade, the International University Sports Federation insisted on the removal of the eyesore before the start of the event. After the public opinion had been prepared, the operation could start. On April 3, 2009, authorities of Belgrade’s City Secretariat for Inspections showed up in the settlement handing the eviction order over to the inhabitants, according to which the settlement would be demolished in 14 days. On the next day in the early morning, a bunch of bulldozers guarded by the police started with the eviction of the settlement and destroyed around 40 houses. Most house owners were not even allowed to take their belongings out before the demolition.9 As a reaction to this annihilating act, something exceptional happened. A series of public protests were organized in the streets of Belgrade by the settlement’s inhabitants who were supported by Roma representatives, NGOs, activists, and also students, independent cultural workers, artists and other citizens that protested in solidarity. The actions put a public pressure on the City decision-makers to an extent that they had to momentarily interrupt what they started: the total erasure of the settlement.10 The mayor stated that a few dozen citizens can not keep the entire city hostage and declared that he and the reigning power did not want to brutally dislocate anybody, but only those who are endangering the growth of Belgrade,11 which was a perfidious reversal of guilt.

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For the period of July 2008−June 2009, when Serbia was holding the Decade’s annually rotating presidency, one would expect the Serbian government to make efforts in approaching the Decade’s objectives and decrease the effects of centuries lasting antiromaist politics in the region. Far from it! What we were witnessing was the total disregard of the Decade’s goal in Serbia, and even an intensification of discrimination by Belgrade authorities, citizens and media – discrimination that has to be defined as structural and institutionalized, as it traversed so deeply and systematically into the social fabric and its institutions. Taking into consideration that at the same time all public attention was drawn to the Belgrade Universiade 2009, it became obvious that this intensification of discrimination was in order to construct and maintain the concepts of nation and race. Sport is one of the key elements of national cohesion and national pride in Serbia, the relatively successful national athletes are considered as international ambassadors of Serbian superiority, whereas Roma are constructed as threat to the Serbian national body, and the visibility of the processes of discrimination imposed on the Roma endangers the international image of the nation. Because of the lacking infrastructure to accommodate the eight thousand international athletes and officials of the Universiade, the city of Belgrade made a deal with a private investor, the multinational consortium Blok 67 Associates d.o.o. The consortium consists of Delta Real Estate, owned by Serbia’s biggest tycoon, and the Austrian Hypo Alpe-Adria-Bank. The city provided public land, the private investors erected a building ensemble called Belville (in French: beautiful city), which was used to accommodate the international guests during the Universiade. After the event, the flats, shops and offices were ready to be purchased from the consortium. Belville was strategically located next to the largest shopping mall in the Balkan, Delta City (owned by

ws for historical patterns of racism and new forms of contemporaAs the Universiade was approaching, it turned out that the total eradication would not be possible due to the protests. Thus, the new strategy of the city authorities was to hide the settlement and its residents, and thus make them “invisible.” Two weeks prior to the opening of the Universiade, under the excuse of the event’s necessary security measures, a metal fence was erected around the settlement. Surprisingly, the Delta City shopping mall was not fenced for security reasons, commodities were circulating and surplus value was gained without a barrier. In order to hide the settlement a banner was installed on the fence that was guarded by security staff and police. They prevented the inhabitants from leaving the settlement and threatened them with arrest if they were seen in the streets around Belville, especially if caught searching secondary materials in trash cans. Thereby not only their freedom of movement was withdrawn, but they were also deprived of their existential basis by being prohibited to carry out their regular daily work on the streets of Belgrade. This situation caused a few solidarity actions such as a protest in front of Delta City shopping mall by Belgrade Antifascist Campaign; press releases by different NGO’s and several activities by Belgrade Other Scene and Friends (the platform of Belgrade independent cultural and activist scene) were carried out. The latter organization took a public position opposing Roma discrimination for the first time. These actions were ignored by the authorities, except that a press conference that was organized in the settlement pressured the authorities so they removed the banner, thereby making the settlement visible from the outside again. with spices, geographical discoveries, missionary missions, Western artists traveling in the Third world to find their inspiration, and not as cruel exploitation, mass murder, enslavement and expropriation in the name of European progress and modernity.

Under the pressure of international humanitarian organizations and the protests, the city authorities offered temporary “alternative accommodation” to some of the now homeless Roma by installing a few modified freight containers in a village near Belgrade that is well-known because a Roma teenager was killed there few years ago.12 As soon as the news spread the villagers started to protest against their potential new neighbors (what meanwhile became a common practice in Belgrade whenever it is rumored that Roma should be relocated in the neighborhood!); the villagers burnt one of the containers and threatened that if Roma move in they will burn them together with the containers. Instead of condemning this racist act, Belgrade’s mayor publicly expressed his understanding for the behavior of the villagers and did not withdraw the plans of accommodating the homeless Roma in that village. Another alternative accommodation was offered to Roma women and children as to be accommodated in orphanages and homes for old people- men were excluded. The mayor insisted on the demolition of the settlement and a number of other Roma settlements that were situated in locations where infrastructural construction was planned. He announced that all inhabitants who do not hold a residential registration in Belgrade have to return to their hometownsthe city would pay their one way tickets. Although there is no legal basis for an expulsion from the city territory, the mayor sent the message to UNHCR, OSCE and Belgrade NGOs stating that no compromise will be made regarding this issue.13 Furthermore, he denied alternative accommodation to all inhabitants whose children did not start to attend school, thereby reproducing the classical colonial enlightening mission attitude and proving his total ignorance of the multiple problems slum inhabitants who want to send their children to school face.14 Finally, in order to stop the protests, one of the organizers was arrested and accused of having rented houses in the settlement- about such a “delinquency” did not exist a single record.

despite themselves, maintain a secret solidarity with the very powers they ought to fight.”15 Living in Europe for centuries, Roma have to be considered as a constitutive part of it. They settled long before the concept of nations was made up, thus we could ask on which basis they are regarded as something exterior to the nations that has to be included. Therefore, the concept of inclusion seems paradoxical. But if we take a look at how power functions and to which extent coloniality is embedded in capitalism, we realize that it is not paradox at all. Exploring contemporary racism in Europe, Manuela Bojadžijev explains: “Like anti-Semitism, neo-racism is an ideological practice, in which its specific object is constituted and constructed. This presumption implies a crucial challenge: something that does not exist, such as race, is coming into being through different forms of praxis by individuals, groups, institutions, or states and therefore a reality, a social relation and a policy. The fiction of race is produced by a vast number of narrations: gestures, rituals, images, texts. The fictional narration creates something as a race, particular racisms then seem as an application, while reversely it is exactly racism and its fictional object, race, that is the effect of a multitude of racist techniques of narrations: ethnicity and race – to take up a metaphor of Adorno – is a rumor, once it is the rumour about the Jews, the other time the rumour about the migrant or the refugee.”16 To understand the logic of inclusion we have to go back to the core of capitalist exploitation – the colonial history of Europe and slavery that was conducted for the sake of capitalist progress and the development of white Europeans – because its mechanisms are still defining human relations today. For centuries, colonial history is and has been normalized by European knowledge production such as school and university books, encyclopedias, art works etc. Colonialism is trivialized (and thereby justified) as the modernization of backward areas, trading

The only way to eliminate discrimination is to eliminate the system
through market democracy and consumerism . . . What is eliminated by the narratives of modernity (and post-modernity) is not its own past, but all knowledge and life-forms that have to be integrated, marginalized or destroyed, so the salvation mission of modernity can continue, like a juggernaut, to roll over the differences. In other words, the narrative of modernity constructs and invents differences in order to eliminate them or keep them under control (in multiculturalism) . . . Thus, modernity conceived in terms of a rhetoric of salvation, goes hand in hand justifying the logic of coloniality: control and appropriation of land, exploitation of labor, human lives converted into commodities; control of authority; control of gender and sexuality; control of knowledge and subjectivity. All spheres just mentioned are interrelated and integrated into the logic of domination and exploitation: the logic of coloniality . . . What holds the spheres of life and society, in which the logic of coloniality operates, is a locus of enunciation grounded in patriarchy and racism.”17

Walter Mignolo pointed out that there is no modernity without coloniality: “There is no modernity without coloniality; coloniality is constitutive of modernity. Modernity is not a historical period, but it is a rhetoric grounded on the idea of salvation . . . The rhetoric of modernity has been, since its inception, the rhetoric of salvation: by conversion (Spanish and Portuguese mendicant orders), by civilizing missions (British and French agents); by development and modernization (US experts in economy and politics guiding the Third World towards the same standards as the First); and salvation

First it has to be put clearly, that in the analysis of these events, we can not refer to human rights regulated by international conventions or the Serbian constitution, because there is no such a thing as universal human rights being guaranteed by the present world order. There is only the power of capital and, related to it, sovereign power that is determining who has the right to be human and thus has human rights, and who does not. Insisting on human rights without taking politics into consideration would lead us in a wrong direction, overlooking the sovereign power and its reproduction. Giorgio Agamben pointed out, “The separation between humanitarianism and politics that we are experiencing today is the extreme phase of the separation of the rights of man from the rights of the citizen, in the final analysis, however, humanitarian organizations – which today are more and more supported by international commissions – can only grasp human life in the figure of bare or sacred life, and therefore,

So, the mentioned spheres of life and society are, according to Mignolo, constitutive for the colonial matrix of power where racism plays a crucial role. The colonial matrix of power, along with racism as its main technology, has not been functional only outside of Europe (in Asia, Africa, America, and Australia) but also within it. It has subjugated all who did not fit into the category of “white Christians,” who were constructed as the most worthy. Furthermore, colonial history is determining the present – normalized, it is perpetually maintained in the First capitalist world and outside of it through migration politics, globalization, debt slavery, ongoing confiscation of natural resources, and contemporary wars and invasions. Roma, as people of color and assumed

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Q

pagans, were from the time of European modernity and enlightenment targeted by the colonial matrix of power. For centuries, kingdoms, holy empires, totalitarian regimes and democracies of Europe issued a great many decrees and laws to banish, exploit, enslave, torture, discriminate, expel, and massively exterminate them in Europe. Examples are numerous from the 16th century on, from England, Romania, and Nazi Germany to contemporary EUrope. Roma were slaves of Christian monasteries and of feudal rulers partly until the mid 19th century; they were banished from many European countries, they were branded with branding irons, they were forbidden to use their own language and marry among each other, children were abducted from their parents to be brought up in Catholic families in the Habsburg Empire, they were massively exterminated by Nazis throughout Europe, Roma women were coercively sterilized till the 1980s in Czechoslovakia, Hungary, Sweden, and Norway- recent cases have been made public in the Czech Republic but it would not be surprising if this is going on in other countries as well.18 In collaboration with EU candidates as part of their application process, Germany deports Roma to their countries of origin without prior notice and leaves them alone on the streets upon arrival. In Italy, the state of exception was proclaimed in order to fingerprint entire Roma communities, including minors.19 Roma have lately been exposed to pogroms, homicide and expulsion all over Europe in Austria, the Czech Republic, Finland, Germany, Hungary, Ireland, Italy, Serbia, Slovenia, Slovakia, etc. Thus, Roma have been discriminated against for centuries in Europe, and subjected to racist politics whose discriminatory actions shows the continuation of strategies such as extermination, expulsion, assimilation, integration, and the most recent strategy of inclusion. The constellation of the Decade of Roma Inclusion consists of proactive and reactive players. The former are the main powers of contemporary capitalism and those that maintain its status quo: the World Bank, the

that the absence of Western European countries in the project of the Decade is the result of the fact that Roma are not discriminated and thus there is no need for such a program there. As we saw that this is not the case, we can conclude that the Decade is in fact about the inclusion of the new and future EU countries and serves as a tool that enables Europe to ensure Roma’s position in the colonial matrix of power – the inclusion of Roma according to racist EU standards. The ideology behind this is a neo-liberal capitalist ideology rooted in its colonial past that uses racism as a tool for exploitation. Its goal is not to bring pluriversality of human relations but to enforce the inclusion of Roma in the capitalist system of exploitation, meaning to “civilize” them according to EU standards. Inclusion thus doesn’t mean that Roma will have equal rights but rather means that they will be exploited in a more cultivated way, as is the case in Western EU countries where their position in the colonial matrix of power can shift from bare life to bios.21 Thus, what the EU suggests is that Roma should not be discriminated against in such an obvious way, but in a more subtle and low-key one. One of the important aspects of The Decade of Roma Inclusion must be seen in relation to EU security politics: Roma should be prevented from migrating from poorer Eastern European countries to richer Western European countries. Thus, the participating countries are required to improve the living conditions for Roma and thereby secure that Roma stay where they are. The recent case of 100 Roma migrating from Romania caused immense panic in Germany. After being expelled from a park in Berlin, they were paid money to return to Romania!22 This panic actually results from the fear that a growing number of Roma could increase German antiromaism which had been switched to slumber mode after the extermination of its target objects within Porajmos, the genocide of Roma conducted in Nazi Germany (that included Austria). The awakening of latent antiromaism would disprove the Western European cultural-racist conviction of being less racist and thereby more civilized than Eastern Europeans. However, we can conclude that the strategy of inclusion is an ideological concept targeting the production, reproduction, and maintenance of hierarchies and relations of domination, because it does not depart from the equality of people but from their inequality. This means that it takes an ideological division that was invented and maintained by capitalism for granted. Based on this, however, a setting where one is included “per se” (or by “nature”) and the other has to be included can not lead to any promising and anti-discriminatory politics. The only way to eliminate discrimination is to eliminate the system that produces it – capitalism itself.

racism to be implemented in EU integration and security policy today.
Council of Europe and its Development Bank, the Organization for Security and Cooperation in Europe, the Open Society Institute (belonging to the Hungary-US stock exchange speculator George Soros) and the United Nations Development Program as well as other UN sub-organizations. These agencies’ engagement in globalization processes and in European colonial projects of the past and the present, warn us against being naïve enough to believe that the Decade is about the elimination of discrimination and poverty of Roma.20 It rather gives us information about the functionality of the colonial matrix of power in the context of the European Union and global capitalism. The reactive players of the project of the Decade are Eastern European countries that either recently joined the EU or are about to join it in the near future (the only exception is Spain!). One could conclude therefore

that produces it – capitalism itself.

Originally published in Reartikulacija no. 7, 2009, Ljubljana, Slovenia. title: The Law of Capital: Histories of Oppression, part 1. The number is edited by Marina Gržinić and Sebastjan Leban. www.reartikulacija. org. Ivana Marjanović, co-founder of Kontekst Gallery in Belgrade, is currently a PhD candidate at the Academy of Fine Arts in Vienna.

1 Antiromaism is used here instead of more widespread term Antiziganism as proposed by Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann and Can Gülcü: “It seems counterproductive to resort to a word for expressing the discrimination of the Roma which itself is derived from the discriminatory term ‘zigan’ (‘gypsy’).” “Antiromaism . . . ranges from prejudices against Roma over open rejection, exclusion and forced displacement to massive persecution and genocide. Anti-Romaism includes not only discrimination and demonization of this minority, but also the widespread glorified picture of the ‘carefree gypsy life,’” in: Beograd Gazela – Vodič kroz sirotinjsko naselje, eds., Lorenc Agerman, Eduard Frojdman, Djan Gildji, RENDE, Beograd, 2009, p. 198. 2 “Universiade” combines the terms “University” and “Olympiad” and designates a multi-sport biennial event that is today the second largest one in the world behind the Olympic Games. It was held in Belgrade from 1 to 12 July 2009. 3 Žarana Papić, “Europe after 1989: ethnic wars, the fascisation of social life and body politics in Serbia,” in: Filozofski vestnik, special issue The Body, ed., Marina Gržinić Mauhler, FI ZRC SAZU, Ljubljana, 2002, pp. 191–205. 4 http://www.romadecade.org/index.php?content=1, retrieved on August 25, 2009. 5 Cf. Beograd Gazela – Vodič kroz sirotinjsko naselje, eds., Lorenc Agerman, Eduard Frojdman, Djan Gildji, RENDE, Beograd, 2009, p. 204. 6 http://www.beodom.com/sr/journal/entries/what-are-the-risks-of-building-or-buying-an-illegal-construction, retrieved on August 25, 2009. 7 Blic, 13.06.2007, http://www.blic.rs/beograd.php?id=5805&pid=154&results=true and B92, 12. 06.2007, http://www.b92.net/biz/vesti/srbija.php?yyyy=2007&mm=06&dd=12&nav_id=251052, retrieved on August 25, 2009. 8 Politika, 23. 01.2009, http://www.naslovi.net/2009-01-23/politika/uz-luksuzni-kompleks-romska-naseobina/1009277; Danas, 12.02.2009; http://www.naslovi.net/2009-02-12/danas/karton-siti-uz-luksuzni-kompleks/1036712; Večernje novosti, 19.02.2009, http://www.naslovi.net/2009-02-19/vecernje-novosti/belvil-okruzen-ruglom/1047043, retrieved on August 25, 2009. 9 Politika, 23. 01.2009, http://www.naslovi.net/2009-01-23/politika/uz-luksuzni-kompleks-romska-naseobina/1009277; Danas, 12.02.2009; http://www.naslovi.net/2009-02-12/danas/karton-siti-uz-luksuzni-kompleks/1036712; Večernje novosti, 19.02.2009, http://www.naslovi.net/2009-02-19/vecernje-novosti/belvil-okruzen-ruglom/1047043, retrieved on August 25, 2009. 10 For more about the protest, cf. the film BELLEVILLE (Biro Beograd, 2009). Short documentary about the protests due to the demolishing of the Roma settlement at Block 67 in New Belgrade, Serbia, in April 2009, http://www.archive.org/details/BELLEVILLE 11 Alo! 04.04.2009, http://www.alo.rs/vesti/13801/48_sati_rusenje, retrieved on August 25, 2009. 12 B92, 30. 01. 2007, http://www.b92.net/info/vesti/index.php?yyyy=2007&mm=01&dd=30&nav_category=12, retrieved on August 25, 2009. 13 e-novine, 05.04.2009, http://www.e-novine.com/index.php?news=24673, retrieved on August 25, 2009. 14 For a detailed description cf. Beograd Gazela – Vodič kroz sirotinjsko naselje eds., Lorenc Agerman, Eduard Frojdman, Djan Gildji, RENDE, Beograd, 2009, p. 142. 15 Cf. Giorgio Agamben, HOMO SACER, Sovereign Power and Bare Life, Stanford University Press, Stanford, 1998, p. 133. 16 Manuela Bojadžijev, “Does Contemporary Capitalism Need Racism?,” eipcp.net, 2006, http://translate.eipcp.net/strands/02/bojadzijev-strands01en/print, retrieved on August 25, 2009. 17 Marina Gržinić and Walter Mignolo, “De-linking epistemology from capital and pluri-versality,” Reartikulacija, Issue No 4, 2008, http://www.reartikulacija.org/pdfs/Reartikulacija4_web.pdf, retrieved on August 25, 2009. 18 Cf. Dimitrina Petrova, “The Roma: Between a Myth and the Future,” http://www.errc.org/cikk.php?cikk=1844&archiv=1; “UN Presses Czech Republic on Coercive Sterilisation of Romani Women,” http://www.errc.org/cikk.php?cikk=2626; Vesna Rakić-Vodinelić and Saša Gajin, “Kratka istorija pravnog položaja i diskriminacije Roma u nekadašnjoj Jugoslaviji i nekadašnjoj i današnjoj Srbiji,” Peščanik, 2009, http://www.pescanik.net/content/view/2965/171/; “The Roma Question 2006,” archive by Tanja Ostojić, in: Integration Impossible? The politics of Migration in the Art Work of Tanja Ostojić, eds., Marina Gržinić and Tanja Ostojić, argobooks, Berlin, 2009; p. 152; “Snapshots from around Europe. Report reveals that Romani women were sterilized against their will in Sweden,” http://www.errc.org/cikk.php?cikk=1521, all links retrieved on August 25, 2009. 19 http://www.errc.org/cikk.php?cikk=2980&archiv=1; Vladan Jeremić and Rena Rädle, “Anticiganizam i klasni rasizam u Evropi, Pokret za slobodu,” 2009, http://freedomfight.net/cms/index.php?page=anticiganizam-i-klasni-rasizam-u-evropi; retrieved on August 25, 2009. 20 Cf. Walden Bello, Deglobalization: Ideas for a New World Economy, Revised Edition, Zed Books, London & New York, 2005. 21 Šefik Šeki Tatlić “The Truth Machine: The Relationship between Life and Sovereign Power, in: Integration Impossible? The politics of Migration in the Art Work of Tanja Ostojić, eds., Marina Gržinić and Tanja Ostojić, argobooks, Berlin, 2009, pp. 229–237. 22 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0612/berlin/0031/index.html, retrieved on August 28, 2009.

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SALON VIENNA versteht Kunst als Medium zur Förderung kulturellen Austausches und realisiert während SOHO in Ottakring das Motto „people, exchange, culture“ als Auftaktveranstaltung im Jahr 2010.

SALON VIENNA goes SOHO

Die „SALON VIENNA in SOHO Galerie“ dient als permanente Ausstellungsfläche während SOHO in Ottakring. Neben der Ausstellung „Inclusion and Exclusion“ präsentieren wir drei SALON VIENNA Installationen. Die diversen Projekte widerspiegeln die verschiedenen Elemente des Salons und nehmen Kunst als Methode des kulturellen Austausches wahr. In der Nähe der zerstörten Ottakringer Synagoge, einem Ort an dem 1938 Rassismus die Überhand gewonnen hat und jüdische Kultur aus Ottakring vertrieben wurde, wollen wir uns heutigen Rassismen stellen. Angelehnt an den jüdischen Feiertag Schawuot, welcher dieses Jahr auf den 18. bis 20. Mai 2010 fällt, und als Erweiterung der SALON VIENNA in SOHO Galerie, veranstalten wir am 15. Mai 2010, die erste LAYLA LAWAN in Wien. Zu Schawuot findet ein nächtliches Lernen in der Synagoge statt, seit vielen Jahren findet in Tel Aviv die „Layla Lawan“ (Weiße Nacht) statt, welche diesen Brauch auf eine zeitgenössische kulturelle Ebene holt. Für diesen einen Abend und als Auftakt der LAYLA LAWAN wird durch eine Projektion der zerstörten Ottakringer Synagoge (Hubertempel) auf ihren einstigen Standort in der Hubergasse 8, 1160 Wien, die Synagoge im Straßenbild wieder sichtbar werden. Die Fassadenprojektion des Hubertempels ist eine künstlerische Idee von Bob Martens und Herbert Peter und ein Projekt im Rahmen der Forschung zur virtuellen Rekonstruktion der zerstörten Wiener Synagogen. Die Gestaltung des Abendprogramms mit Frederic Morton (Zeitzeugenbeitrag/Lesung), Jazz Gitti (Performance zum jüdischen Witz), Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg (zum jüdischen Witz und antirassistischen Ansätzen im Judentum), der Band “Jewdyssee” (Berlin), und vielen weiteren Gästen beabsichtigt das jüdische Leben rund um den Brunnenmarkt wiederaufleben zu lassen und eine neue Form der Tradition in Wien einzuleiten. Wir danken allen Beteiligten an der Realisierung dieses Vorhabens!

Photographer: Niki Kubaczek

SALON VIENNA in SOHO Galerie 8. bis 22. Mai 2010 Kalvarienberggasse 17, 1170 Wien Die Ausstellung „Inclusion and Exclusion“ zeigt 25 lokale und internationale KünstlerInnen! Jeweils 17-22 Uhr (Montag / Dienstag geschlossen) LAYLA LAWAN, 15. Mai 2010 von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang

Call for Art Audioinstallation

Magnetwall

Synagoge

Eingang

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“Inclusion , Exclusion” Group Exhibition

Untitled, Renana Neuman, Israel Video loop, 3:40 min.

STEIN-FOTO Davidstern Iris Dostal, Austria Skulptur

„EinSicht“ Julia Überreiter, Austria Skulptur

Makeup

“Everybody bleeds the same“ Shlomit Migay, Israel

“Aufstand der Entrechteten” Christoph Kolar, Austria

Photography

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